Ausgabe 
27.10.1896
 
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Witt): Körperliche Ermüdung war schon früher

von den Physiologen als eine Art Selbstvergiftung ö

der Muskeln durch Anhäufung von Zersetzungsprodukten, deren Wegschaffen der Blutwelle nur während einer kürzeren oder längeren Ruhepause gelingt, betrachtet worden, weshalb auch kräftige Massterung vom Marsche ermüdeter Soldaten als das beste Mittel empfohlen wurde, sie schnell wieder marschfähig zu machen. Der Beweis für diese praktisch erprobte Hypothese ist neuerlich von mehreren Physiologen(maggiori, Mosso und Wedensky) in der Weise geführt worden, daß sie das Blut eines er⸗ müdeten Tieres einem anderen, völlig frischen und ausgeruhten Tiere einspritzten, worauf auch dieses alle Zeichen der Ermüdung zeigte. Wedensky findet, daß das Er⸗ müdungsgift ähnlich lähmend wirkt, wie das bekannte pflanzliche Pfeilgift Curare. Es zeigt nicht nur eine ähnliche chemische Beschaffenheit, sondern kann auch tödliche Folgen erzeugen, wenn seine Fortschaffung gar zu sehr hinter der Anhäufung zurückbleibt.

Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde. Matthäusgemeinde.

Taufen.

Am 18. Oktober. Dem Bäcker Wilhelm Stößinger 1

hie Schiferscer apf

T., Johanna Henriette, geb. den 4. September. 18. Dem Schneider Josef Michel 1 S., Friedrich Peter, geb. den 18. August.

Markusgemeinde. Taufen. Am 18. Oktober. Ein unehelicher Sohn, Andreas Konrad Heinrich, geb. den 23. September. 19. Dem

Kaufmann Otto Scheel 1 S., Friedrich Wilhelm Otto Karl, geb. den 6. Mai. 18. Dem Spengler Martin Balser 1 Sohn, Adolf Friedrich Wilhelm, geboren den 4. August. Beerdigte.

Am 18. Oktober. Elise Prell geb. Henkelmann, Ehe⸗ frau von dem Gastwirt Konrad Peter Prell, 59 Jahre alt, starb den 16. Oktober.

Neueste Telegramme.

Hd. Berlin, 26. Okt. Der gestern wegen des Verdachts der Ermordung des Hausdieners Karge verhaftete Freund desselben wurde noch Abends aus der Haft entlassen, weil er seine vollständige Schuldlosigkeit beweisen konnte.

Hd. Nünchen, 26. Oktober. Gestern Nachmittag wurde in Starnberg e i u Bank⸗ Direktor verhaftet, welcher seiner Zeit nach Unterschlagung von

Millionen Gulden aus Bukarest flüchtig gegangen war. Obwohl steckbrieflich ver⸗ folgt, vermochte sich der Defraudant in seiner eigenen Villa am Starnberger See drei Jahre lang völlig unbehelligt aufzuhalten.

Hd. Paris, 26. Oktober. Challemel Lacour liegt im Sterben.

Hd. Budapest, 26. Okt. Die Wahlexzesse in Oberungaru dauerten auch während des gestrigen Tages fort. In zahlreichen Orten herrscht ein förmlicher Belagerungszustand.

Hd. Paris, 28. Oktober. Der sozialistische Abgeordnete Villegrand veröffentlicht einen Leit⸗ artikel in der Petite Republique über die Ar⸗ beiterbewegung in Rußland. Er erinnert an die Bauernaufstände im Kaukasus und an den Ar⸗ beiterstreik in Petersburg, um daraus den Schluß zu ziehen, daß trotz der großen Industrie Ruß⸗ lands die Proletarier des flachen Landes und der Industriestädte sich mit Hilfe der Franzosen organisieren und sich der revolutionären Arbeiter⸗ partei anschließen.

Hd. London, 26. Okt. Aus Johannisburg werden folgende Ergebnisse der letzten Volkszäh⸗ lung mitgeteilt. In einem Umkreise von drei

*

Meilen der Hauptstadt wohnen 24500 Ein borene, 16000 Engländer, 3300 Russen, Deutsche, 1000 Australier, 1000 Franzosen, 8000

Holländer, 750 Amerikaner, 600 andere Euro⸗ päer und 150 Asiaten. Diese Statistik bewesst daß das rein ang Element abnimmt. Jeden Monat wandern 2500 Europäer in Transvaal ein.

Sterbefälle.

Am 24. Oktober. Auguste Riegel geb. Buchner, 25 Jahre alt, Ehefrau von Kunstmaler Theo⸗ 1 Riegel zu München. Starb in der neuen

linik.

Die Leiche wird in die Heimat ver⸗

bracht. Am 22. Oktober. Jakob Becker, 65 Jahre alt, Knecht von Heuchelheim. Starb in der

alten Klinik. Am 25. Oktober. Margarethe Marie Meckel, 16 Jahre alt, Tochter von Schneider Friedrich Meckel dahier, Sonnenstraße 3. Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. d. Mts. Vormittags 11 Uhr vom Sterbehause aus statt.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Ne⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.

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