Ausgabe 
27.10.1896
 
Einzelbild herunterladen

I

1 N IU e J

don Mark 50 00h, 0 O00 doll 2000 1000

von je Mark 500

1 300

0

gewinne im Mi

150,000. 1 Stüd 10 ll

lchacht Bäue II.

und u r sch 010

eknechte u.

durch das

crubgsbune

86 Ul.

f fe

zige Fan ell, Neufkk!

2 UAL

.

wußte nicht, ob er weiter gehen oder auf * Weg zurückkehren werde.

auch dieser Aufgabe gewachsen sei,

ewig ein Geheimnis bleiben für

Gießen, Dienstag, den 27. Oktober

1896.

0

Postztg. Nr. 3239 Redaktion:

Ausgabe

Gießen.

andeszeitung.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Telephon⸗Nr. 112. Kreuzplatz Nr. 4.

2 E

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen.

Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Ispaltige Petitzeile.

Expedition:

2

Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles

Gießen, 26. Okt. Am Sonnabend sind die neuen Telephon⸗Anschlüsse in 1 polen Stadt dem Fernsprech⸗Verkehr einverleibt worden. Im ganzen sind 7 neue Anschlüsse ausgeführt worden. Die Gesamtzahl der hiesigen Teilnehmer an der Fernsprech⸗Einrichtung beläuft 0 ssch auf 115. Zwei der seither angeschlossenen Teilnehmer haben aufgrund der vorgeschriebenen Kündigung verzichtet.(Auch die hiesige Ge⸗ schäftsstelle unserer Zeitung zählt zu den neuen Teilnehmern und hat die Telephon⸗ Nummer 112 erhalten. D. Red.)

* Gießen, 26. Okt. Seitens der frei⸗ innigen Partei wurde gestern eine Reihe bon Versamlungen abgehalten, in denen die

Herren Rechtsanwälte Metz⸗Gießen und Reh⸗ Alsfeld, sowie die Rechtsanwälte Helf⸗ und Meißner ⸗Frankfurt a. Main und Stadtrat unk⸗Frankfurt a. M. referierten. Einzel⸗ eiten sind uns leider nicht zugegangen. Herr rofessor Stengel ist wieder nach Greifswald zurückgereist, wie wir 1 * Gießen, 26. Okt. Das Concert des etAlpenröschen auf dem nzschen Felsenkeller war unerwartet gut besucht. Die Vorträge, unter Leitung des bewährten Dirigenten, Herrn Wölke, zeugten von einer ausgezeichneten Leitung. Sämtliche Vorträge endeten mit endlosem Beifall.

* Gießen, 26. Okt. Das gestrige Kon⸗ zert der hiesigen Regimentskapelle in

Steins⸗Saalbau, das erste Sonntagskon⸗ gert der diesjährigen Wintersaison, erfreute sich eines außerordentlichen Besuches. Aus dem vor⸗ züglich gewählten Programm dürfteDer Traum bon den Hugenotten, die Ouvertüre zur Oper Rosamunde und endlich das Potpurri von Relodien aus der Berliner Gewerbe⸗Ausstellung am besten gefallen haben.

* Gießen, 26. Oktober. Das gestrige erste Gastspiel desSchlierseer Bauern⸗ theaters hatte, wie nicht anders zu erwarten war, ein zum Erdrücken volles Haus geschaffen. Das oberbaierische CharaktergemäldeDie Wild⸗ schützen war für Gießen neu. Das Stück ge⸗ siel außerordentlich. Es stellte die Kämpfe, welche die Forstbeamten an der Tyroler Grenze mit den dortigenSchwärzern zu bestehen haben, in anschaulicher Weise dar. Die einzelnen

Darsteller sind von ihrem vorigen Auftrelen in guter Erinnerung, sodaß über deren Leistungen nichts gesagt zu werden braucht. Heute Abend gelangt das VolksstückIm Austragstüberl zur Aufführung, welches seine Anziehungskraft nicht verfehlen dürfte. 5 Gießen, 26. Oktober.(Schlierseer Bauerntheater.)Die Z'widerwurzen dieses oberbaierische Volksstück von Dr. Hermann Schmid nach seiner gleichnamigen Erzählung be⸗ arbeitet ist neu im Repertoir der Schlierseer. Die Aufführungen desselben in Nürnberg und

Stuttgart, wo die Truppe ein längeres Gast⸗

spiel absolvierte, waren von dem besten Erfolge begleitet. Wir entnehmen derSchwäbischen Chronik aus Stuttgart folgende Zeilen darüber: Die Aufführung war wieder außerordentlich gelungen; die Darsteller gaben ihre Rollen mit einer Naturwahrheit, die bergessen ließ, daß es die Schaubühne ist, auf der sich alles abspielt. Der Trägerin der Titelrolle, Anna Dengg, ist es besonders gelungen, die wechselnden Gemüts⸗ stimmungen des verzogenen und launischen Mäd⸗ chens wirksam zur Geltung zu bringen; sehr gut waren auch die einzelnen Szenen mit ihrem Vater, dem Kurzenhofbauern(Willi Dirnberger), und ihrer Mahm Erescenz(Anna Reil), während sich das Spiel mit dem ebenbürtigen Partner, dem Floßer⸗Martl(Josef Meth), dra⸗ matisch gestaltete. Die keineswegs unbedeutenden Nebenrollen kamen ebenfalls zu voller Geltung. Das Stück giebt auch Gelegenheit zur Entfal⸗ tung der Sanges⸗ und Tanzlust, sowie des wirk⸗ lich virtuosen Zitherspiels, was auch in ent⸗ sprechender Weise geboten wurde.

* Gießen, 26. Okt.(Unglücksfall.) Der Hauslehrer Schomburg stürzte ver⸗ gangene Nacht die zu seiner Wohnung führende Treppe herab und brach das Genick. Die Leiche wurde heute morgen nach der Friedhofs halle verbracht.

u. Steinberg, 26. Okt. In 1isstündiger Rede sprach hier gestern Abend im Saale der Wtw. Schmandt Herr Vetters aus Frank⸗ furt a. M. über die Ziele der Sozial⸗ demokratie. Er entwicktelte das Programm seiner Partei in ausführlicher Weise und kam dann auf die Wahlbewegung in unserem Kreise zu sprechen. Er kritisierte die in Betracht kom⸗ menden bürgerlichen Parteien recht scharf und forderte zum Schlusse auf, am 5. November seinen Parteifreund, den Redakteur Philipp Scheidemann in Gießen zu wählen. Seine Ausführungen fanden große Zustimmung. Eine Debatte fand nicht statt.

f. Steinbach, 26. Okt. Hier und im be⸗ nachbarten Albach fanden gestern öffentliche Wähler⸗Versammlungen statt, in denen der Kan⸗ didat der Sozialdemokraten, Redakteur Philipp Scheidemann aus Gießen, sein Programm entwickelte. In Albach ist nur ein kleines Lokal zur Verfügung gewesen, dasselbe soll je⸗ doch überfüllt gewesen sein. Hier in Steinbach waren etwa 150 Personen in der Versammlung anwesend. Die Ausführungen des sozialdemo⸗ kratischen Redners wurden keilweise mit großem Beifall aufgenommen. Der Versuch einiger jungen Leute, die Versammlung zu stören, wäre beinahe geglückt, wenn nicht die anwesenden älteren Leute die Ruhestörer energisch zur Ruhe verwiesen hätten und wenn nicht der Redner üher ein mächtiges Organ verfügte. Als er im größten Radau ein durchdringendesMeine Herren in den Saal hinein schmetterte, waren wohl selbst die paar Krakehler verblüfft und die Ruhe war wieder hergestellt. Herr Scheide⸗ mann sprach dann ungestört weiter. Und als er

zum Schluß aufforderte am 5. November sozial⸗ demokratisch zu wählen, da wurde ihm lebhafter Beifall gespendet. Auch die Ausführungen des Vorsitzenden der Versammlung, eines älteren weißköpfigen Herren aus Gießen, machten einen guten Eindruck. Es dürfte feststehen, daß in Steinbach, wo bei der letzten Wahl für Herrn Köhler 107, für die Soziald mokratie aber nur 7 Stimmen abgegeben wurden, sich die Anhänger der Sozialdemokraten vermehrt haben.

* Hungen, 26. Oktober. Gestern fand eine von der deutsch⸗sozialen Reformpartei einberufene Volksversammlung in Hungen, Solmser Hof, statt. Dieselbe war von etwa 200 Personen besucht.

1 Viernheim, 23. Oktober. Ein hiesiger 13jähriger Schul kna be sollte sich demnächst wegen eines Uhrendiebstahls vor dem Schöffengericht verantworten. Dieser Tage ent⸗ fernte er sich aus dem elterlichen Hause und nahm dabei die Barschaft seiner Eltern im Be⸗ trage von 60 4 mit. Trotz der polizeilichen Nachforschungen hat man bis jetzt von dem Aufenthaltsorte des Jungen keine Spur.

»Mombach, 23. Oktober. Eine Anzahl hiesiger Bürger hat gegen die behufs Wahl eines Bürgermeisters aufgestellte Wähl erliste Protest erhoben und mußte deshalb der auf 28. Oktober festgesetzte Wahltermin bis zur Ent⸗ scheidung der berufenen Instanzen bis auf weiteres verschoben werden.

* Nidda, 22. Oktober. Gestern fand dahier die diesjährige Generalversammlung der Spar⸗Leihkasse Nidda statt. Nach dem für 1895 abgelegten Rechenschaftsbericht beträgt das gesamte Kassenvermögen Mark 1,296,096.73 und die Kapitalschuld Mark 1,143,944.03, während sich der Reservefonds auf Mark 183,708.91 be⸗ ziffert. Durch Beschluß der Versammlung wurde eine bedeutende Summe aus den Ueberschüssen wohlthätigen Anstalten resp. zu gemeinnützigen Zwecken bewilligt; auch erfolgte eine Prämiierung treuer Dienstboten aus dem hiesigen Sparkasse⸗ bezirk, und zwar in Geldbeträgen von 18 und 22 Mark. Dem langjährigen Kasserechner wurde Penstonsberechtigung zugesprochen und der Ruhe⸗ gehalt auf 1000 Mk. jährlich festgesetzt. In den letzten Tagen wurden in verschiedenen Gärten blühende Veilchen gepflückt.

* Darmstadt, 23. Oktober. Die hessische Landeskreditkasse gewährt Darlehen gegen mindestens doppelte Sicherheit auf erste Hypothek zu Proz. und mindestens ¾ Proz. Amor⸗ tisation der ursprünglichen Darlehnssumme, sodaß also jährlich mindestens Proz. bezahlt werden müssen. Bei solcher Leistung wird die Schuld in 51 Jahren getilgt.

* Seligenstadt, 23. Oktober. Die hiesige Stadtverwaltung beschloß die Anschaffung einer neuen und zwar eisernen fliegenden Brücke zur Vermittelung des Verkehrs mit dem jenseitigen Mainufer. Mit der Schiffbau⸗ und Maschinenfabrik Schaubach u. Gramer zu Kob⸗ lenz⸗Lützel wurde gestern ein dahin gehender

Lieferungsvertrag abgeschlossen. Die neue Fähre mit 5 Seilkähnen kostet, 2875, sie hat eine Tragfähigkeit von 600 Zentnern und ist in zwei Monaten lieferbar. Konkurrenzfirmen forderten 5000 bis 6000 ¼ Die alte Holzbrücke mit 400 Zentner Tragkraft stand 22 Jahre lang im Betriebe.

* Aus dem vorderen Odenwald, 23. Oktober. Obwohl zur Zeit infolge der anhal⸗ tend regnerischen Witterung noch ein guter Teil der Herbsternte: Kartoffeln, Zuckerrüben und Dickwurzeln auf dem Felde stehen, ist jetzt schon eine Uebersicht des Ergebnisses der Erträge mög⸗ lich, und dieses muß im allgemeinen als recht befriedigend bezeichnet werden. Glücklicher⸗ weise hatten wir in der ersten Hälfte des Oktober, wie lange ersehnt, nur wenig Regen, und konnten in dieser für die Herbstarbeiten günstigen Zeit die letzten Reste von Luzerne⸗Heu(dritter Schnitt) und Grummet, soweit solche nicht in dem vor⸗ hergegangenen Regenwetter allzusehr verdorben waren, noch verhältnismäßig gut eingebracht und die meisten Kartoffeln ausgemacht werden. Die schönen Tage wurden von morgens früh bis tief in die Nacht hinein mit allen verfügbaren Kräften benutzt; galt es doch, neben dem Aus⸗ machen der Kartoffeln, Zuckerrüben und Dick⸗ wurzeln auch noch die Aussaat von Korn zu vollenden und so viel als möglich Winterweizen zu säen. Leider sollte das schönere Wetter nicht lange genug dauern und haben wir seit Montag wieder alltäglich Regenwetter, so daß es den Landwirten angesichts der noch rückständigen Menge von Herbstarbeiten ordentlich bang zu Mute wird, wenn ste bedenken, wie schnell ein Winterfrost kommen und die große Masse von Grünfutter, die an Zuckerrübenblättern usw. noch draußen steht, vernichten kann. Indeß wird kein verständiger Landwirt, trotz all der Erschwernisse seiner Arbeiten, die ihm in dem sonst so gesegneten Jahre 1896 die regnerische Witterung gebracht hat, die Hoffnung verlieren, daß, wie in so manchem früheren Jahre, auch heuer die nötigen Herbstarbeiien bewältigt werden können.

Mainz, 24. Oktober. Die an der vor nicht langer Zeit eingeführten amerikanischen

Doppeleinstechmaschine beschäftigten eien un der Schuhfabrik Eichbaum u. Co. aben wegen Lohndifferenzen die Arbeit ein⸗ e Da die Zwicker bei der bestehenden Akkordarbeit über einen durchschnittlichen Wochen⸗ verdienst von 15 16 Mark nicht hinauskommen, verlangen sie in Tagelohn gestellt zu werden, worauf die Firma nicht eingehen will.

* Mainz, 25. Okt. Auf der Station Bischofsheim geriet heute früh der Rangierer Hyronimus aus Keilbach im Odenwald zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde derart verletzt, daß er bald darauf starb.

Vermischtes.

Das Ermüdungsgift. Wir lesen im dies⸗ wöchentlichenPrometheus(Herausgeber Dr. Otto N.

Jwischen Liebe und Pflicht

Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 5 U Wie konnte er die Frage nach oben richten: Ewige Gerechtigkeit, schlummerst Du? So hätte ein unschuldig Verurteilter fragen können, aber nicht der Dieb, der über seinem Raub brlttete. 5 5 1 Statt der erwarteten Aufklärung, erwuchsen mir neue Fragen, die ich noch weniger beantworten klonnte wie die erste und einfachste nach den Vor- gaängen in der toten Schlucht. i 9 Ich hatte die Frage des Sergeanten, ob ich sehr übel ver⸗ merkt, und nun regten sich in meiner eigenen Brust dieselben Zweifel. Aber genug der Klagen, fuhr der Verbrecher nach einer Pause gefaßter fort.Zu solchen ist es jetzt zu spät. Ich fühl's, meine Stunden sind ge⸗ kJählt. Es liegt irgend etwas in der Luft, das mit verhängnisvoll werden wird. Da muß ich handeln und meine Freiheit nutzen. Das Geheimnis meines Lebens soll nicht mit mir sterben, und doch soll es

die Welt. Fort jetzt! Ich werde a Was er noch weiter sagte, hörte ich nicht mehr. Er hatte seine Laterne aufgegriffen. Ich mußte mich schleunigst zurückziehen. Wohin nun?

Vermutlich das Letztere.

So huschte ich denn an der Gewölbe-Oeffnung vorüber, um tiefer in den eben betretenen Gang einzudringen. Plötzlich ftieß ich an eine Wand.

Meine vorgestreckten Hände milderten den An⸗ prall. Hastig griff ich hierhin und dorthin.

Nirgends eine Oeffnung!

Der Gang war zu Ende.

Ich war in eine Sackgasse gerannt.

Zurück konnte ich nicht mehr, denn in diesem Augenblick fiel ein Lichtschimmer auf den Gang heraus.

Ich konnte mich nur zu Boden werfen.

Ein Versteck gab es hier nicht.

Und ich war keine zehn Schritte von der Stelle entfernt, wo er hervortreten mußte.

Von unten herauf spähte ich dorthin. Da kam er! f

Die Laterne in der Linken, den Revolver in der Rechten, so trat er aus dem Schatzgewölbe hervor.

Sowie er seinen Blick nach dieser Richtung lenkte, war ich verloren.

Schon that er den ersten Schritt nach der anderen Richtung, als er sich plötzlich umwandte, um noch einmal in das Gewölbe zurückzukehren.

Der Lichtschein flel voll auf meine hingestreckte Gestalt!

Schon wollte ich aufspringen, um mich auf ihn zu stürzen, ehe er ein sicheres Ziel nehmen konnte, da wandte er sich ab. Er hatte mich nicht gesehen.

Ich blieb regungslos liegen, denn ich durfte unter keinen Umständen vor ihm hergehen.

Nach nur sekundenlangem Verweilen, als wenn

er etwas Vergessenes hastig aufgegriffen und zu sich

gesteckt habe, kehrte er auf den Gang zurück.

Ohne Aufenthalt ging er nun weiter.

Erst als er um die Ecke gebogen war, stand ich auf. Ich folgte ihm wieder, diesmal in einem noch größeren Abstand als vorhin.

Ab und zu schnitt ich mit meinem Messer einen Spahn von dem als Stütze dienenden Gebälk, um die spätere Wiederauffindung zu erleichtern, denn ich war entschlossen, hierher zurückzukehren und das Schatzgewölbe genauer zu untersuchen.

Nach mancherlei Kreuz- und Querzügen durch die ineinanderlaufenden labyrinthischen Gänge endete unsere unterirdische Wanderung in einem aufwärts führenden, senkrechten Schacht. In diesem war das Stützwerk so gut erhalten, daß man an den Querhölzern emporklimmen konnte. Der Un bekannte that es.

Ich durfte ihm leider nicht sogleich folgen.

Als ich es dann that und vorsichtig den Kopf über den Schachtrand erhob, war er verschwunden.

Ich zögerte noch, hervorzukommen, denn rings um die Schacht-Oeffnung war hohes Buschwerk, welches sie verdeckte. Hinter demselben konnte er ja stehen, sei es in Gedanken versunken, oder um zu beobachten.

Erst als ich mich überzeugt haben durfte, ganz allein zu sein, kletterte ich hinaus.

Welch' ein Gefühl, wieder hier oben zu stehen und die reine Nachtluft zu atmen.

Ich studierte die Gegend, um mir die Stelle zu merken. Ein leicht sichtbares Zeichen durfte ich hier

nicht anbringen um keinen Verdacht aufkommen zu lassen.

Zu müde, um meine Durchforschung der toten Schlucht fortzusetzen, kehrte ich nach dem Rand zurück, wobei mir der stark verdunkelte Mond eher hinderlich als förderlich war. Meine Laterne durfte ich hier aber nicht anzünden. Oben wieder ange⸗ langt, warf ich mich ins Gras.

So konnte ich ruhen und beobachten.

Von dem vorhin bemerkten Rauch war bei meinem Aufstieg nichts zu bemerken gewesen

Nun, ich hatte etwas Besseres gefunden, als die Herdstelle der Räuber, ihren Schatz.

Das mußte mich trösten.

Leider nahm die Verfinsteruug des Mondes immer mehr zu, und als nach Verlauf einer Stunde drüben eine Laterne sichtbar wurde, die Jemand im Dahinschreiten trug, vermochte ich nicht einmal die Stelle zu erkennen, wo sie auftauchte und wo sie verschwand, noch den Menschen, der sie getragen hatte.

Ich blieb noch eine Stunde auf der Lauer, ohne etwas mehr zu sehen oder zu hören.

Noch einmal in die Schlucht einzudringen, war bei dieser Beleuchtung unmöglich.

Ich konnte nur oben am Rand entlang zu der Stelle gehen, wo gestern Nacht der gespenstische Reiter an mir vorbergesaust war.

Das that ich denn auch.

Mitternacht war herangekommen, also die Zeit, wo der Spuk hier sein Wesen zu treiben pflegte.

(Fortsetzung folgt.)