Ausgabe 
26.11.1896
 
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können. Zwei Mädchen von ungefähr 10 und 5 Jahren spieltenSchweineschlachten, wobei das ältere, ein geistig zurückgebliebenes Kind, als Metzger dem jüngeren einen Schnitt in den Hals mit einem Taschenmesser beibrachte; auf das Geschrei des kleineren Kindes stand es von weiterem ab. Diesem Umstand, sowie der Stumpfheit des Messers ist es zu danken, daß das arme Kind sein Spiel nicht mit dem Leben bezahlen mußte. Immerhin ist die Verwundung derart, daß, da eine Flechse durchschnitten ist, die Befürchtung naheliegt, daß der Hals gelähmt, bezw. der Kopf nach der einen Seite geneigt bleiben wird. Unbegreiflicher Weise haben die Eltern erst vorgestern nach einem Arzt geschickt.

* Offenbach, 23. November. Die auf heute Vormittag vom Wahlkommissar des 16, Wahlbezirks in Groß⸗Steinheim angesetzte Wahl eines Landtags abgeordneten für diesen Bezirk konnte nicht stattfinden, weil die für den ersten Wahlgang vorgeschriebene Zahl der Wahl⸗ männer nicht erschienen war. Es fehlten fast sämmtliche Wahlmänner der Zentrumspartei, und es waren nicht zwei Drittel der Wahl⸗ männer anwesend. Der zweite Wahlgang wird ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Wahlmänner vorgenommen; die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten ist sicher.

Vermischtes.

Die neue Preciosa. In der sächsischen Fabrikstadt Reichenbach ist, wie wir früher berichtet haben, der romanhafte Fall vorgekommen, daß ein von Zigeuern entführtes Kind acht Jahre später in der Gegend zurück⸗ gelassen worden ist und infolge der behördlichen Nach⸗ forschungen von seinen Eltern wieder heimgeholt werden

konnte. Das Kind ist die jetzt 14jährige Elsa Vetter. Sie hat von ihrem fünften Jahre an mit den Zigeunern große Wanderungen von Nord nach Süd bis Dalmatien und umgekehrt unternommen und von ihrer ehemaligen Reichenbacher Heimat nur schwache Erinnerungen bewahrt, die indeß in einzelnen Punkten so beweisend waren, daß Zweifel an ihrer Persönlichkeit nicht aufkommen konnten, zumal den Eltern auch gewisse andere Kennzeichen und die große Aehnlichkeit mit der Mutter die Gewißheit gaben, daß sie ihr lange verloren geglaubtes und betrauertes Kind wiedergefunden. Die Behörde hatte jetzt Anlaß, die Frage zu prüfen, ob die Aufgefundene wirklich die Ver⸗ mißte sei, da ein Ehepaar aus der Gegend von Leipzig, dem ebenfalls ein Kind abhanden gekommen, auf Unter⸗ suchung des Falles drang. Die behördlichen Feststellungen haben ergeben, daß der Findling in der That und zweifellos die Elsa Vetter aus Reichenbach ist. Die Eltern lassen das Kind, das ohne allen Unterricht aufge⸗ wachsen war, in der höheren Abteilung der Stadtschule zu Reichenbach unterrichten, und da zeigte sich denn zum größten Erstaunen der Lehrer, daß das mit wahrem Feuereifer lernende Mädchen schon nach einem halben Jahre die ersten Schülerinnen der obersten Klasse in allen Schulfächern und Fertigkeiten eingeholt hat und sich durch Kraft und Klarheit des Denkens auszeichnet. Bereits nach einjährigem Besuche der Schule kann das Mädchen zu Ostern mit den übrigen 14jährigen Kindern entlassen werden, da es das Ziel der Schule vollständig erreicht hat. So meldet man derK. Z. aus Plauen im Voigtland.

Chinesische Weine. Seit kurzer Zeit be⸗ ginnt man in Nordchina aus den dort wachsenden, bis⸗ her nur als Obst genossenen Trauben Wein zu bereiten, und zwar mit gutem Erfolge. Auch Schaumwein wird daraus bereitet. Eine österreichische Firma hat das Monopol darauf erworben, und da so die direkten Be⸗ ziehungen zu Europa hergestellt sind, werden wir wohl noch in diesem Jahrhundert auch in Europa chinesische Weine zu sehen bekommen.

Neueste Telegramme.

Hd. Paris, 25. Nov. DerMatin schreibt! Die Vorgänge in Brüssel beweisen, daß die Feinde der Republik jede Gelegenheit benutzen werden, um gegen die Republik Sturm zu laufen. Das Parlament ist schon ohne Regierungs⸗Mehrheit. Die Zer⸗ splitterung der Republikaner bildet eine große Gefahr für die Republik. Eine Verständigung zwischen den Gemäßigten und den Fortschrittlichen ist zur Lebens⸗ frage geworden. 5

Hd. Paris, 25. Nov. Bei den Senats⸗ wahlen am 3. Januar werden die Radikalen 10 und die Republikaner ebenfalls 10 Sitze 90 winnen. Die Rechte wird im Ganzen etwa 20 Sitze einbüßen.

Hd. Rom, 25. Nov. Wie aus bester Quelle verlautet, soll die Frage der Befreiung der italienischen Gefangenen auf folgende Weise geregelt werden. Die Beschlagnahme des Dampfers Doelwyk durch Italien, wird von der Untersusuchungs⸗Kommission gebilligt werden. Der Besitzer des Dampfers wird sich dafür von der Gesellschaft, welche die Schiffsladung ver⸗ sichert hatte, eine Entschädigung zahlen lassen. Um die Befreiung der Gefangenen zu erlangen, werden Menelik die beschlagnahmten Gewehre zum Geschenk angeboten.

Hd. Rom, 25. Nov. Dem Wagen des Königs näherte sich gestern ein Mann, um in denselben eine Bitt⸗

schrift zu werfen, wurde aber, noch ehe er sein Vorhaben ausführen konnte,

verhaftet. Papier in Stücke. n eine Unterstützung für in Af geleistete Dienste.

Hd. Warschau, 6 Güterzug der Terespoler 1 veru glückte infolge Einsturzes der Leiner Bre wobei die beiden Lokomotiven und 7 N zertrümmert wurden. ein Bahngehilfe blieben tot.

Hd. Madrid, 25. November. letzte Dynamit-Attentat der Insur gegen den Militärzug wird mitgeteilt: Spione der Insurgenten hatten in Erfa gebracht, daß General Weyler mittelst Militt ug von Man 1 nach Can der Abfahrt war ihnen bekannt. Sie legten auf die Schienen mehrere Dynamitpatronen, um den 125 in die Luft zu sprengen. Glücklicherwesfe hatte General Weyler seinen Plan geändert war mit einem früheren Zuge

Darauf zerriß er Der Mann

25. November.

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as in der Provinz Pinasdel 0 wege begeben wollte. Die 30

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war bereits in Candelaria eingetroffen, als der nächste Zug in der Nähe der Brücke Puntg 1 Brava in die Luft flog.* 2

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