Ausgabe 
25.10.1896
 
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chen. Der alte LehmhofbauerSimmerl und sein Weib

Bundesgenossen, die ihn zur Ausführung seiner Pläne,

böscht, um mich herankommen zu lassen?

Gießen, Sonntag

g, den 25. Oktober

Ausgabe

ische Landeszeilung.

Gießen.

1896.

Redaktion:

Kreuzplatz Nr. 4. 8

Erscheint täglich mit Ausnahme der

Preis der Anzeigen t 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.

Tage nach Sonn- und Feiertagen.

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Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles.

Gießzen, 24. Okt. Der Großherzog hat den Kreisassistenzarzt bei dem Kreisgesundheits⸗ amt Gießen Dr. Josef Wengler zum An⸗ staltsarzt an der Zellenstrafanstalt Butzbach

Gießen, 24. Oktober. Wie dasMainz. urn. schreibt, sollen die französischen Staatsangehörigen, welche sich in Hessen aufhalten, am 1. November amtlich aufgenommen werden.

* Gießen, 24. Okt.(Schlierseer Bauern- theater.) Wir geben unseren Lesern hiermit eine kurz gefaßte Skizze des Inhalts des am Montag durch die Schlierseer zur Aufführung kommenden StückesIm Austragstüber'l. DasAustragstüber'l ist die Wohnung, welche von dem Uebergeber eines Bauerngutes an seine Erben für sich und seine Ehefrau nebst lebens länglicher Versorgung vorbehalten wird, indem gewöhnlich das Alter oder die Gebrechlichkeit des bisherigen Besitzers die Veranlassung zum Abschluß eines solchen Vertrages

Waberl haben sich ins Austragstüber'l zurückgezogen, nachdem sie ihr Bauerngut ihrem SohneMartl und bessen GattinCilli geschenkt.Martl, der einige Zeit in der Stadt gelebt hat, kehrt mit allerhand neumodischen Ideen ins Vaterhaus zurück und will auf dem Gute lostspielige Neuerungen einführen, trotzdem der Vater und dessen AdoptivsohnNatzl sich auf das heftigste dagegen sträuben.Martl stört sich aber wenig daran und findet in einem Freund, demStieglschuster, sowie in dem Baumeister und GüterzertrümmererPlaner eifrige

dle allerdings viel Geld kosten, anspornen. Es kommt zwischen den betagten Eltern undMartl, trotz der Versöhnungsversuche der Gattin des Letzteren und dessen SchwesterWally, zum Bruch,Martl weist die Eltern aus dem Hause und vergreeift sich sogar an seinem Weibe illi. Die Eltern finden aber bei der resoluten Schusternandl Unterkunft, und der starrköpfigeMartl treibt von dem Tage an dem Ruin entgegen. AlsMartl kein Geld mehr auftreiben kann, zeigt sich sein Verführer, der BaumeisterPlaner, im rechten Lichte; denn, um eine auf betrügerische Weise erlangte Hypothek auf das Gut einzutreiben, droht er mit einem Zwangsverkauf. Martl, der der Verzweiflung nahe ist, sieht seine ge⸗ machten Fehler ein und versöhnt sich durch Vermittlung seiner treuen GattinCilli und derSchusternandl mit seinen Eltern, nachdem derStiglschuster den SchurkenPlaner entlarvt und der alte Lehmhofbauer das Gut mit einem Sparpfennig, den er ohne Wissen seiner Familie zurückgelegt, losgekauft hat. Alles löst sich in Wohlgefallen auf, und wir begrüßen nicht weniger als drei Liebespaare am Schluß der Vorstellung auf der Bühne, diesich kriegen. Wo auch die Schlierseer hmkommen mögen, überall ernten sie die größten Erfolge. So wird demMainzer Journ. aus dem dortigen Theaterbureau geschrieben:Die Schlierseer habeu in Stuttgart soeben eine Gastspielserie von 23 Vorstellungen beendet. Der Erfolg war so groß, wie ihn in der württembergischen Hauptstadt noch niemals ein Ensemble erzielte. Gar oft mußte an den Kassen die

Schutzmannschaft intervenieren, denn der An thatsächlich wiederholt beängstigend und 1 (Das letztere war bei dem vorigen Auftreten der Schlier⸗ 15 55 9 9 zu sagen, aber durch dieGefahr lemand v i. 5 e d 925 dem Besuche der Schlierseer ab⸗ Gießen, 24. Oktober. Am Donnerstag Morgen wurde oberhalb der Stadt die Leiche eines jungen Mannes aus der Lahn ge⸗ zogen. Derselbe hatte sich vor einigen Tagen aus seinem Dienstort entfernt, da er hier beim Militär eintreten sollte; er hatte aber vorher er⸗ hahe. daß er am Soldatenleben keinen Gefallen e. Ruppertenrod, 22. Okt. Gestern Nach⸗ mittag stürzte sich der Maurer und Landwirt P. Rübsamen in den in seinem Garten be⸗ findlichen tiefen, zur Zeit mit Wasser hoch an⸗ gefüllten Brunnen und ertrank. Er hatte, während er die That ausführte, seine Frau zum Kaufmann geschickt, um ihm etwas zu holen. R. war schwindsüchtig und dürfte dies wohl ihn zur That veranlaßt haben. Vom Vogelsberg, im Oktober. Wie alljährlich, so sind auch in diesem Jahre wieder da und dort Leute dadurch in großen Schaden gekommen, daß sie den jungen Klee, sog. Sto p⸗ pelklee beweideten. Ju manchen Fällen sind die Tiere krepiert; bei anderen kam man dem zuvor, indem man sie schlachtete. Lauterbach, 22. Okt. Seit Monaten kamen hier vereinzelte Fälle von Diphtheritis vor. Am 1. d. M. ist ein Kind der heimtück⸗ ischen Krankheit zum Opfer gefallen und auch jetzt wieder liegt ein anderes Kind daran dar⸗ nieder, das sich jedoch glücklicher Weise wieder auf dem Wege der Besserung befindet. Epide⸗ misch ist die Krankheit bis jetzt nicht aufgetreten. Bad⸗Nauheim, 23. Oktober. Der lang⸗ jährige Gemeinderat und Tapezierer P. Horn III wurde als vierter Ortsgerichtsmann bestellt. Der Großh. Regierungsbaumeister Metzler ist hier angelangt, um den Bau des Badehauses Nr. VI zu leiten.

* Darmstadt, 23. Oktober. Nach Artikel 6 des Gesetzes vom 12. November 1872 sind bei den Wahlen der Wahlmänner und Abge⸗ ordneten zum Landtage nur hessische Staats⸗ bürger, die das 25. Lebensjahr zurückgelegt haben, stimmberechtigt. Bei den füngst voll⸗ zogenen Landtagswahlen trat zu Tage, daß auch Nichthessen in die von den Gemeinden aufgestellten Wählerlisten aufgenommen waren. Dieser Um⸗ stand ist nicht immer auf ein Verschulden der Gemeinden zurückzuführen, denn ihnen fehlen oft die Unterlagen, um beurteilen zu können, ob ein Einwohner Hesse ist oder nicht. Eine sichere Grundlage könnten in dieser Richtung allein die von den Staatsämtern geführten Register abgeben, allein diese enthalten eine Beurkundung hinsichtlich

der Staatsangehörigkeit gleichfalls nicht. Im Verlauf von weiteren 3 und 6 Jahren wird es für die Gemeinden noch weit schwieriger sein, die Staatsangehörigkeit im einzelnen Falle fest⸗ zustellen. Diese Sache muß im nächsten Land⸗ tage zur Sprache gebracht werden; es liegt nahe, gleichzeitig auch die Frage zu erörtern, ob man nicht die hessische Staatsangehörigkeit als Er⸗ fordernis aktiver und passiver Wahlfähigkeit zum Landtage überhaupt fallen lassen soll.

» Darmstadt, 23. Oktober. Das soeben erschienene Regierungsblatt veröffentlicht das Gesetz zur Aufbringung der Mittel zur Erwerbung der Hessischen Ludwigs⸗ eisenbahn. Die Regierung wird hierdurch er⸗ mächtigt, zum Zwecke des Umtausches der Aktien und zur Deckung der Mittel für den auf Hessen entfallenden Anteil am Kaufpreis eine zu drei Prozent verzinsliche Anleihe im Nominalbetrag von höchstens 93 250 000. aufzunehmen. *Von der Bergstraße, 23. Okt. Jetzt haben die Preise für den diesjährigen Most etwas greifbarere Gestalt angenommen. In Bensheim gingen heute Mittag mehrere größere Partien los zu 23 bis 25/ die Ohm rauhen Mostes(168 Liter). Der gleiche Preis wurde im benachbarten Zell erlöst. In Hambach, wo die Qualität etwas geringer ausgefallen ist, zahlte man 20%. In bevorzugteren Lagen der Bergstraße wurde für die gleiche Menge 35 u. 40, ja 45. bezahlt, welche Beträge jedoch als Ausnahmspreise gelten. Vielen Eignern ist der Durchschnittspreis zu gering und sie legen des⸗ halb ihr Produkt ein.

* Aus Rheinhessen, 22. Oktober. Nach dem Muster des Kreises Bingen sollen in ver⸗ schiedenen Kreisen Hessens im nächsten Winter Kreisobstbaugärten angelegt werden. Das Kreisamt Bingen giebt alljährlich circa 500 junge Obstbäumchen an die Landwirte des Ver⸗ waltungsbezirkes ab.

* Mainz, 23. Oktober. Wie wir erfahren, hat heute Morgen die natlonalliberale Partei beschlossen, Herrn Oberschulrat Dr. Soldan in Darmstadt als Reichstags⸗ Kandidaten aufzustellen.

wurde aber erwischt und der Polizei überliefert. Dieser gegenüber gab er an, daß er direkt von Aachen komme und nannte sich Haferland. Mittlerweile wurde der Polizei bekannt, daß ein hiestger Kutscher von einem Fremden, der in einem der ersten Gasthöfe am Rhein gewohnt hatte, um sein Fahrgeld betrogen worden sei. Es stellte sich auch heraus, daß der Unbekannte einen hiesigen Hotelbesitzer um eine wesent⸗ liche Zechschuld betrogen hatte. In dem Hotel nannte er sich Hofmeister Kaufmann aus Charlottenburg und bezahlte in den ersten Tagen seines Hierseins prompt, bis er die letzten Tage spurlos wieder verschwand. Alle Personal⸗ beschreibungen der benachteiligten Personen stimmten auf den verhafteten Zechpreller, den sie bei der persönlichen Vorstellung sofort erkannten. Nun gab er wieder einen ganz anderen Namen an. Weiter wurde nun festgestellt, daß er in Mainz noch verschiedene Zechprellereien verübt hat, dabei aber nicht erwischt worden ist; ferner hat er noch zwei weitere Diebstähle in Wirtschaften verübt.

* Mainz, 21. Oktober. Im Gebäude der Lieder⸗ tafel fand heute Mittag die angekündigte Versammlung des Mittelrheinischen Fabrikantenvereins statt, denen sich eine größere Anzahl Mitglieder des hie⸗ sigen und anderwärtiger Handelskammern und sonstige Interessenten angeschlossen hatten, um die Mitteilungen des Reichskommissärs für die im Jahr 1900 in Paris stattfindende Weltausstellung, des Herrn Geh. Regierungs⸗ rat Richter aus Berlin, zu vernehmen. Außer der hle⸗ sigen Handelskammer waren vertreten die Handelskammern zu Bingen, Coblenz, Darmstadt, Frankfurt a. M., Mann⸗ heim, Offenbach, Wiesbaden und Heidelberg; den Vorsitz führte Herr Fabrikbesitzer D. Beck von Biebrich. Herr Richter hob hervor, daß er heute noch nicht in der Lage sei, einen eingehenden Bericht über die Pariser Weltaus⸗ stellung von 1900 zu geben, da bis jetzt die Verhältnisse noch viel zu verworren und unklar seien und weil über die wichtigsten Fragen noch gar keine Entschlüsse gefaßt seien. Die Ausstellung selbst werde im Frühjahr 1900 ihren Anfang nehmen und bis November, also 6/ Mo⸗ nate dauern. Die Ausstellung fände in 22 getrennten Gruppen statt, so daß für Deutschland ebenfalls 22 verschiedene Ausstellungsplätze vorhanden seten. Dieses System habe den Vorzug, daß dem Beschauer stets ein übersichtliches und vergleichendes Bild über die Gesamt⸗

* Mainz, 22. Oktober. Vor einigen Tagen wurde in einer hiesigen Wirtschaft von einem Unbekannten aus der Wirtskasse ein Betrag von 36 A. gestohlen, und zwar in dem Augen⸗ blick, als sich der Wirt und noch eine Anzahl Gäste in der Wirtschaft befanden. Auf Grund der Beschreibung der bestohlenen Wirtin gelang es der Polizei festzustellen, daß der Dieb und ein vorgestern hier verhafteter Zechpreller eine und dieselbe Persönlichkeit ist. Dieser hatte vor⸗ gestern Abend in einem hiesigen Café 5 Tassen Kaffee, ebensoviel Stücke Kuchen zu sich genom⸗ men und schließlich eine Flasche Wein zu 3. bestellt und war ohne zu bezahlen weggelaufen,

leistung der verschiedenen Länder geboten werde. Von der Ausstellungsfläche werde Frankreich für sich allein 60 pCt. und alle übrigen Länder zusammen 40pCt. erhalten. Redner verbreitete sich über die Kollektiv⸗Aus⸗ stellungen, die von deutscher Seite auch für die Pariser Ausstellung geplant seien, welche Art von Ausstellungen schon in Chicago großen Erfolg erzielt habe. Der Redner kommt zum Schlusse seiner sehr interessanten Aus⸗ führungen zu der Auschauung, daß, wenn Deutschland wolle, es keine Konkurrenz des Auslandes zu scheuen brauche; man müsse es allerdings so einrichten, daß man nur seine besten Produkte ausstelle; dadurch würde es möglich sein, eine Ausstellung zu erzielen, die der deutschen Industrie zur Ehre gereichen würde. Folgende Resolutton wurde einstimmig angenommen:

Zwischen Liebe und Pflicht. Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Sah er mich dennoch und kam er neugierig näher, dann mußte die letzte Entscheidung mein Messer bringen.

Alles das überdachte ich, während ich ihm folgte. Ich war nur neugierig, wie er nach oben gelangen wollte, da der Weg nicht aufwärts führte. Plötzlich verschwand er in einer Seiten⸗Oeffnung.

Es wurde stockfinster vor meinen Augen.

Ich mußte mich jetzt an der Wand entlang tasten, und ich that das auf derselben Seite, nach welcher er ausgebogen war.

So erreichte ich den Seitengang, in welchem er verschwunden war. Ich prallte entsetzt zurück.

Auch hier war es finstere Nacht!

Hatte er mich gesehen und seine Laterne ausge

Ich duckte mich nieder.

Ich mußte gewärtig sein, Dunkeln anfiel, oder niederschoß, f Ihm meine Nähe verriet. Mit dem Messer tief ausholend, kauerte ich da, sprungbereit. Statt des Schalles von schleichenden Schritten vernahm ich Blötzlich ein Geräusch, welches mich verwundert auf⸗ Horchen ließ. Es war ein Klingen und Klingen, wie wenn jemand Goldstücke zählend durch die Hand gleiten läßt.. Woher kam dieser Ton, der aus nächster Nähe und doch gedämpft an mein Ohr drang? 0 Ich lauschte weiter, dann erhob ich mich aus meiner gebückten Stellung und betrat den Seiten⸗ Zang. 15 Kaum hatte ich zehn Schritte zurückgelegt, als

daß er mich im sowie ein Geräusch

bar wurde. Hier, in einem quadratischen Raum von Zimmergröße, befand sich der Unbekannte.

Seine Laterne stand am Boden.

Der Schatten, den sie warf, fiel auf den offenen Eingang, zu welchem ich mich jetzt heran⸗ schlich.

Er selbst saß abgewandt auf einem Holzblock und zählte Goldstücke in eine kleine Tonne, welche mit solchen fast schon bis zum Rand gefüllt war.

Ich sah noch andere Behälter umherstehen, in die ich oberflächlich hineinsehen konnte.

Alle schienen mit Kostbarkeiten angefüllt.

Aus einer kleinen Kiste besonders funkelte und flimmerte es von lauter Diamanten.

Ich stand geblendet. 5

Ungeheuere Reichtümer waren da angehäuft. Mein Sergeant hatte richtig vermutet.

Die tote Schlucht barg eine Schatzkammer, so reich, wie nur ein Graf von Monte Christo sie besessen haben konnte. Und der Hüter derselben saß vor mir. ö

Wie sehr bedauerte ich jetzt den Verlust meines Revolvers, mit dessen Hilfe ich nun einen kostbaren Fang hätte machen können. 55

Warum hatte der Raum keine verschließbare Thür? 5

Eine Umdrehung des Schlüssels hätte genügt, um den Anderen zu meinem Gefangenen zu machen, und war er erst einmal in meiner Gewalt, dann wollte ich ihn schon zum Geständnis bringen

Sollte ich es mit meinem Messer wagen? Wir waren allein hier unter der Erde.

Kein Laut drang aus den Tiefen nach oben.

Zunächst nur spionieren, hatte der Sergeant 1 500 aber auch rasch und selbständig handeln, wenn die Umstände es erfordern. i

War der Augenblick dazu nicht gekommen?

durch eine Oeffnung ein Lichtschimmer sicht⸗

Eine solche Gelegenheit kehrte gewiß nie wieder.

Welcher Ruhm für mich, wenn ich ganz allein, ohne Schußwaffe, diesen Sieg erfocht.

Wie aber, wenn ich unterlag?

Er hatte einen Revolver.

Und selbst, wenn ich ihn am Gebrauch desselben verhinderte, war ein Kampf unvermeidlich.

In diesem aber handelte es sich um Leben und Tod. Einer mußte am Platz bleiben.

In beiden Fällen blieb das Geheimnis der toten Schlucht unenthüllt.

Hier hatte es seinen Anfang, aber nicht auch sein Ende.

Der Schlüssel lag nicht hier, sondern in der Milton-Park⸗Station.

Ich war ausgeschickt, das Geheimnis zu ergründen, nicht, um mit Aufopferung eines Menschenlebens Schätze zu gewinnen.

Diese Bedenken lähmten meine Thatkraft. Was hätte es mir auch genützt, Alles zu wissen, wenn ich keinen Ausweg aus der Mine mehr fand?

Noch einmal vierundzwanzig Stunden und diese ungeheuren Reichtümer hatten für mich nicht den Wert von einem Schluck Wasser, einem Bissen Brot!

Ich konnte hier unten verschmachten, während oben meine Kameraden mich suchten.

Nun, eine rasche That sollte nicht zerstören, was auf so gule Wege geleitet war.

Ich zwang mich zur Ruhe und beobachtete weiter.

Der Unbekannte hatte jetzt das Geschäft des Zählens beendet.

Er schien von dem Ergebnis wenig befriedigt.

Ein schwerer Seufzer entrang sich seiner Brust. Er stützte den Kopf in die Hand und versank in dumpfes Hinbrüten.

Dachte er an das Blut der Opfer, welches an diesen Schätzen klebte?

Bedauerte er, den hier angesammelten Reichtum so scheu verbergen zu müssen wie sich selbst, um nicht der strafenden Gerechtigkeit zu verfallen?

Freilich, draußen in der großen Welt, im Licht der Sonne, im Glanz eines Riesen-Vermögens lebte es sich angenehmer. Und er kannte sicher jene Welt des gleißenden Scheins, denn wie ich ihn jetzt genauer betrachtete, wollte es mir scheinen, als hätte er einst bessere Tage gesehen, als wäre er kein Mann von niederer Herkunft.

Es war eine gewisse Intelligenz in breiten, offenen Antlitz ausgeprägt.

Nur die düstere Falte zwischen den buschigen Augenbrauen und die dunklen Ränder um die Augen verliehen diesen edelgeformten Zügen etwas Wildes, so ein Ausdruck, der uns warut, tiefer in die Seele eines Menschen zu blicken.

Wie seltsam widersprach das Gewerbe dieses Mannes, der vor ihm aufgehäufte Reichtum, seinem Verhalten.

Sollte es ihm nicht längst möglich gewesen sein, diese Schätze durch die menschenleere Wildnis fort⸗ zubringen und in irgend einem fernen Weltteil in Ruhe zu verzehren?

Ich würde diesen Mann, wenn ich ihm draußen begegnet wäre, nicht angehalten haben, und ich war Polizist.

Was hielt ihn hier?.

Was zwang ihn, sein Schicksal noch weiter herauszufordern, um endlich doch noch aufgespürt und ergriffen zu werden? War es jenes unerklär⸗ liche Etwas, das den Verbrecher bestimmt, zu dem Thatort zurückzukeheen, um ihn fortan ruhelos zu umschwärmen?

Welches heimliche Band verknüpfte ihn mit den Bewohnern der Milton-Park⸗Station?

seinem

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