* Wen acht thue 1 chte dez 00
— d, 92 JN ige 6.* l, en 24. 5g 0 1 „. Ml ihn ug ful 88 Jahre all e 46. Die N. n 24. 9. 5 cha, 15 10
—
burg, Veiahth. U „Ottmaun, boch 1
e 2
eit.
Aht,
— — —
i g
1 1 1 1 1 1 1
rn Arnold en des Herrn und abend 0
1060 4 sstand.
1 9 8 8 5
—̃——-„—
I
der Besuch, den die in Frankfurt
versammelten Stadt abstatten werden, weckt manche Erinne⸗
32 Jahren, im September 1864, das damals kaum halb so große Gießen den besonderen Vor-
1
0
die
Gießen, Freitag, den 25. September
Ausgabe
ische Jandeszeitun
Gießen.
2
25 9 97 9 5 4 6— Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn und Feiertagen. D Expedition: 5 reuzplatz Nr. 4. E Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. Kreuzplatz Nr. 4.
Eine Erinnerung.
Naturforscher unserer
rung in den Kreisen unserer Bürgerschaft an längst vergangene Zeiten. Genoß doch vor
zug, daß die 39. Versammlung der deutschen
Naturforscher und Aerzte in seinen Mauern ab⸗
gehalten wurde. Ein Jahr früher, also 1863,
leilte die Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte, die damals in Stettin tagte, der Bürgermeisterei Gießen telegraphisch mit, daß sie tadt Gießen zum nächsten Versammlungs⸗ ort gewählt und die Professoren Wernher und Dr. Leuckart zu Geschäftsführern ernannt habe, und fragte an, ob die Wahl angenommen werde. Sofort wurde die Versammlung in Stettin telegraphisch benachrichtigt, daß die Stadt Gießen
die ihr angebotene Ehre mit Freuden annehme.
Der Stadtvorstand bewilligte für die notwendigen Veranstaltungen 2000 fl., die Staatsregierung die gleiche Summe, die sie später auf 2175 fl. erhöhte, und beide Behörden erklärten, diese Beträge der Geschäftsführung bedingungslos zu überlassen. Man bildete zuerst ein großes Komitee, dem Personen aller Stände angehörten, und erließ am 1. Mai 1864 den ersten Aufruf an die Bürgerschaft, die man um ihre Unter- bütung bat. Dem Komitee kam es zuerst darauf an, für mindestens 600 Gäste geeignete Wohnungen zu erhalten, wobei man keinesfalls verkannte, wie schwer es unter Umstäuden sein könnte, für so zahlreiche Gäste, die bei aller wohlwollenden Rücksichtnahme doch immerhin
einige Ansprüche an das Leben gewohnt sind, geeignetes Unterkommen in der nur kleinen Stadt
zu finden. Aber die Bewohner Gießens recht⸗ fertigten den Ruf, den sie von Alters her be⸗ essen, sie bewährten sich als Gastfreunde wie immer und nach Auflegen der ersten Wohnungs⸗ liste standen dem Wohnungskomitee 600 geeignete
4 Wohnungen kostenlos zur Verfügung, deren Zahl läglich wuchs, je näher die Tage der festlichen
Veranstaltung heranrückten. Selbst die Bürger⸗ schaft Wetzlars war bereit, im Fall der Not unsere Gäste freundnachbarlich zu beherbergen, doch konnte man dankbar davon absehen, weil Gießens Bürger mehr Quartiere anboten, als gen benötigte. Mit ebenso leichter Mühe als die Wohnungsfrage waren die erforderlichen
Räume für die voraussichtlichen größeren Ver⸗ fsammlungen und die Sektionssitzungen zu be⸗
schaffen. Die Säle und Auditorien der Uni⸗ bersitätsgebäude, des Gymnastums und Real⸗
mnasiums, des Gesellschaftshauses und der
2 dtischen Gebäude stellten eine hinreichende Anzahl von geräumigen Lokalen zur Verfügung. —.—
Nur für die allgemeinen geselligen Zusammen⸗ künfte fehlte es an einem hinreichend großen Raum in unserer Stadt. Der Mangel wurde immer peinlicher, je mehr die Meldungen wuchsen. Aber auch hier wurde durch die Verhältnisse edrängt Rat geschafft, indem in dem ehemals usch'schen Garten(jetzt Steins Garten) im Anschluß au einen vorhandenen kleinen Saal und dessen Nebenräume mit von der Stadt un⸗ entgeltlich gelieferten Bauholz ein Festraum geschaffen wurde, welcher Platz bot für 1000 Menschen, in dem aber nachher thatsächlich nahe an 2000 Personen beim Festball Unterkunft gefunden haben sollen.(Die Kölnische Zeitung bemerkte allerdings damals betreffs dieses Balles, daß sich die 2000 Menschen, die in dem unzu⸗ länglichen Raum sich drehten und wandten, dabei die Ellenbogen gegenseitig durchgerieben hätten.) So kamen denn die Festtage des Jahres 1864. Die Versammlung sollte am 17. September be⸗ ginnen und am 23. September geschlossen werden.
Lokales und Provinzielles.
* Gießen, 24. September. Ernannt wur⸗ den am 16. September der Gefangenaufseher am Provinzialarresthause in Darmstadt Anton Hoff⸗ meister, sowie die Gefangenaufseher am Ge⸗ fängnis in Darmstadt Georg Arnold, Gustav Adolf Werner, Karl Kleinsteuber und Friedrich Kohlweyer zu Gefangenaufsehern an der Zellenstrafanstalt Butzbach, mit Wirkung vom 1. Oktober 1896 an.
Gießen, 24. Sept. Einer Berichtigung zufolge, die Frau Fresenius der„G. Ztg.“ zugesandt hat, betrugen die Verwaltungs- kosten des Kohlenbezugs vereins nicht 7 Prozent, sondern nur 3,7 Proz. der Gesamt⸗ einnahme.
* Gießen, 24. Sept. Nachdem in der Nacht vom 21. bis 22. d. Mts. in der Liebig⸗ straße von vier Gaslaternen die Brenner mit Strümpfchen und Cylinder ent- fernt worden, demolierte in der darauffol⸗ genden Nacht, ein junger Mann jedenfalls der⸗ selbe Thäter, 32 Scheiben. Der Name dieses Freplers ist festgestellt und bereits Anzeige er⸗ stattet.
Gießen, 24. September. Gestern Nach⸗ mittag begab sich ein Herr in Begleitung seines Hundes nach dem Bahnhofe. Vor der Bahn⸗ hofsanlage fand der Hund ein Stück Wurst und verzehrte dasselbe. Kaum hatte das Thier davon gefressen, als es tot hinstürzte. Auf dieselbe Weise verendete am Tage vorher ein Hund in der Westanlage. Die Wurst enthielt starkes Gift. Hoffentlich gelingt es, den Thäter zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen.
W. Gießen, 21. Sept. freiwilligen Feuerwehr im Kreise Gießen pro 1896. Im Kreise Gießen existieren nach der neuesten Zusammenstellung an 12 Orten 13 freiwillige Feuerwehren mit 923 freiwilligen Feuerwehrleuten und 1012 Pflicht⸗ feuerwehrmannschaften, welche in diesen 12 Ort⸗ schaften bei Feuersgefahr außerdem noch disponibel sind.— Auf die einzelnen Orte verteilt sich die Mannschaft wie folgt: Annerod 1895(400) 28 freiw. F., 55 Pflichtf.,) Birklar 1895(457) 35 freiw. F., 15 Pflichtf., Garbenteich 1896(693) 40 freiw. F., 40 Pflichtf.— Gießen(23 200) Städt. Wehr 124, Gailsche Wehr 94, Pflichtf. 120.— Großen⸗Linden 1891(1560) 69 freiw. F., 65 Pflichtf.— Grünberg 1873(2074) 90 freiw. F., 140 Pflichtf.— Heuchelheim 1878 (1976) 87 freiw. F., 80 Pflichtf.— Hungen 1876(1450) 43 freiw. F., 124 Pflichtf.— Klein⸗ Linden 1895(1300) 39 freiw. F., 93 Pfllichtf. — Langgöns 1880(1500) 78 freiw. F., 100 Pflichtf.— Lich 1876(2800) 60 freiw. F., 120 Pflichtf.— Lollar 1876(1500) 136 freiw. F., 60 Pflichtf.— Diesen 12 Ortschaften stehen im Kreise Gießen noch 68 Orte gegenüber, welche bei Feuersgefahr nur über die Pflichtmannschaften verfügen und es wäre sehr zu wünschen, wenn auch hier von den Gemeindevorständen alles auf⸗ geboten würde, um freiwillige Feuerwehren zu gründen.
Gießen, 24. Sept. Zu dem plötzlichen Tode des zur militärischen Uebung nach Mainz einberufenen Lehrers Schmidt, über den wir dieser Tage berichteten, bringen die„N. M. Nachrichten“ Mitteilungen, deren Verantwortung wir dem genannten Blatte überlassen müsseu. Sie schreiben:„Obwohl das Ergebnis der Untersuchung über den plötzlichen Tod des Lehrers und Soldaten Fr. Schmidt aus Weimar noch nicht bekannt ist, dürfte es doch als zweifellos erscheinen, daß der kräftige, junge Mann infolge der Ueberanstrengung den Tod gefunden hat. Die verhängnisvolle Uebung auf dem großen Sande fand ohne Unterbrechung während des ganzen Vormittags statt, sodaß es den Soldaten nicht möglich war, das mitgenom⸗ mene Frühstück zu verzehren oder sich während einer Ruhepause eine Erleichterung, etwa durch Aufknüpfen des Kragens zu verschaffen. Um so nötiger wäre gerade Letzteres gewesen, da an diesem Tage bekanntlich eine drückende Schwüle herrschte. Die hier und da aufgetauchte Ver⸗ mutung, der Verschiedene sei durch übermäßigen Genuß geistiger Getränke nicht ganz unschuldig
Statistik der
) Die hinter den Ortschaften stehenden Jahreszahlen bedeuten das Jahr der Gründung der betreffenden frei⸗ willigen Feuerwehren, während die in Klammern befind⸗ lichen Zahlen die Einwohnerzahl der betreffenden Ort⸗ schaften angeben.
kann doch durch Zeugen bewiesen werden, daß der Verstorbene als solider Mann bekannt, auch am Abend vor dem verhängnisvollen Tage nur zwei halbe Schoppen Wein zu sich genommen hat. Unliebsam wird es übrigens immer noch bemerkt, daß es Offtziere giebt, die sich dienen⸗
über die soziale Stellung des Lehrerstandes er⸗ lauben. Wir sind überzeugt, daß auch die An⸗ gehörigen dieses Standes als Soldat ihre Pflichten in vollem Umfange zu erfüllen gewillt sind. Gerade aber aus diesem Grunde sollte man sie von maßgebender Seite in ihrem Pflicht⸗ gefühl bestärken, nicht aber durch verletzende Aeußerungen ihnen die Erfüllung ihrer Pflichten erschweren.“— Eine sehr bescheidene Forderung.
* Gießen, 24. Sept. Um rohe Kar⸗ toffeln auf ihre Güte zu prüfen, zer⸗ schneidet man eine Knolle und reibt beide Stücke aufeinander; wenn sie gut und mehlig sind, so kleben die Stücke zusammen und es zeigt sich an den Rändern und an der Oberfläche ein leichter Schaum. Wasser darf selbst beim Druck nicht ausfließen. Wo dies der Fall ist, kochen sie sich wässerig und sind von schlechtem Geschmack. In der Farbe sollte das Fleisch weiß sein oder in's Gelbliche spielen. Von ganz gelbem Fleisch be⸗ hauptet man, daß sich die Knollen nicht gut kochen, dies ist indes nicht immer begründet, denn es giebt Sorten mit gelbem Fleisch, die in Bezug auf Güte nichts zu wünschen übrig lassen.
*Darmstadt, 23. September. Eine zahl⸗ reich besuchte Versammlung in der„Stadt Pfungstadt“, der Herr Gymnastaldirektor Nod⸗ nagel präsidierte, nahm einstimmig den von dem einberufenden vorläufigen Komitee gemachten Vorschlag, zur bevorstehenden Landtagswahl für die Stadt Darmstadt Wahlmänner für die Kandidatur Wolfskehl und Schmeel zu wählen an. Es sind über 90 Wahlmänner zu kreieren, und soll diese Wahl durch ein engeres Komitee, das die bezüglichen Vorschläge eines weiteren Komitees entgegennimmt und darüber Beschluß faßt, erfolgen.
* Mainz, 23. Sept. Die Verhandlungen der Handelskammer über die Abände⸗ rungsanträge zu dem Entwurf des neuen Handelsgesetzbuches führten zu⸗ nächst zur Ablehnung der Hera der Ver⸗ jährungsfrist von 5 auf 3 Jahre. Zu 8 148 wünscht Bremen eine Zusatzbestimmung, wonach bei der Bekanntmachung der Kommanditgesell⸗ schaft in den öffentlichen Blättern(§ 9) die An⸗ gabe der Namen, des Standes und des Wohn⸗ ortes des Kommanditisten, sowie die Angabe des Betrages ihrer Vermögenseinlagen unter— bleiben soll. Der Antrag wird mit allen gegen drei Stimmen angenommen. Zu 8 307 stellt die Handelskammer Schweidnitz einen Antrag,
N Marja, das Heldenmädchen
von Transvaal. Zeitroman von Pieter Vryburg N(Nachdrud verboten. (Fortsetzung.)
„Den erstbesten— Dalston. Aber warum noch warten? Es kann ja sein, daß man noch ein Pferd bekommt und dann—“
„Unmöglich“, beharrte Kurt.„Du vergissest, daß hier im Orte mich ein jeder bereits lennt, und ich glaube annehmen zu können, daß man mir nur
so viel Freiheit gegönnt hat, um ja von jedermann gesehen zu werden. Der Zweck ist klar. So wird jeder Mensch im Ort zu einem Gefangenwärter für mich, und das macht mir das Entkommen selbst jetzt zur Nachtzeit zur Unmöglichkeit. Hier kann nur Bianca helfen, der ich mich rückhaltslos anver⸗ trauen kann.“
Marja rang verzweifelt die Hände.
„O schenktest Du mir die Hälfte dieses Ver⸗ trauens, wir wären schon nicht mehr hier!“ f
„Nur ruhig, Kind“, besänftigte Kurt.„Wir werden schon noch fortkommen. Ich habe aber auch eine heilige Verpflichtung, hier zu bleiben, denn ge⸗
. rade die Mission, an welche Du mich vorhin er⸗
innertest, scheint hier Erfüllung finden zu sollen. Die Signora kennt den Mann, den ich suche, und sie stand eben im Begriff, mir Näheres zu sagen, als Lord Rhodes kam und sie mir entführte. Da ich die Erfüllung dieser Aufgabe einem Sterbenden in die Hand gelobt habe und unverrichteter Sache unmöglich nach Deutschland zurückkehren kann, wäre es unverantwortlich von mir, eine gefundene Spur wieder zu verlassen, nur um mein wertes Ich in herheit zu bringen. Erst muß ich wissen, was nem Mann und, wenn er tot ist, was aus Hinterbliebenen geworden ist. Dann gilt es,
sie aufzusuchen und sie in ihre lange entbehrten Familienrechte wieder einzusetzen.
In Wabrheit— Dir kann ich es ja anver⸗ trauen— handelt es sich um das nach Millionen zählende Erbe meines Großonkels, des Grafen von Hallern.
Er hat mich in demselben auf's reichste bedacht, mit der Verpflichtung, nichts unversucht zu lassen, um seine einzige Tochter, die er einst im Unmute verstoßen, zu ermitteln. Marie, so hieß die Baro— nesse, hatte sich mit einem Gutsangestellten Namens Strehlen verlobt, von dem sie meinte, nicht lassen zu können. Die vollständige Aussichtslosigkeit dieser Herzensneigung hatte sie bestimmt, mit dem Ge— liebten zu entflieben, um sich ihm auf Helgoland, wo das noch möglich, heimlich antrauen zu lassen. Was darnach noch weiter zwischen Vater und Tochter vorgegangen, liegt selbst für mich in völliges Dunkel gehüllt. Genug, Baronesse Marie kehrte nie mehr nach Hause zurück; sie war ver— stoßen— enterbt.
Der herannahende Tod mag dann den Alten versöhnlicher gestimmt haben. Er stieß das erste Testament wieder um und errichtete ein neues zu Gunsten seiner Tochter oder deren Leibeserben Sind die nicht vorhanden und sie ist nicht mehr am Leben, so soll das ganze große, nach Millionen zählende Vermögen mit sämtliche Liegenschaften an mich übergeben als den einzigen Erben. Das ist das Vermächtnis des Sterbenden, das ich zu er— füllen geschworen habe.
So, mein liebes Kind, kam ich nach Transvaal, und so findest Du mich hier. Ich kann nicht fliehen. Nicht mein Ehrenwort bindet mich mehr, denn das brauche ich Mördern nicht zu halten. Ich muß aber bleiben, weil meine Mission es er⸗ fordert, in Erfüllung jenes Testaments. Siehst Du das nicht ein, Herz?“
„Ja, ich sehe es ein“, entgegnete Marja er— geben,„und ich erkenne immer mehr, welch ein edler Mensch Du bist. Ein Anderer, dem ein solches Erbe winkt, würde sich weniger Mühe geben, diejenige zu finden, welche ihm jede Aussicht für alle Zeiten darauf raubt. Du aber bringst selbst Dein Leben in Gefahr, um nur etwas über die Unglückliche, Verlorene, Enterbte zu erfahren, und siehst Du, das erhebt Dich so hoch in meinen Augen, daß ich es mit Worten nicht sagen kann, wie sehr ich Dich verehre, wie sehr ich Dich liebe. Und damit schwinden die letzten leisen Zweifel an der Aufrichtigkeit und Tiefe Deiner Liebe zu mir. Nun weiß ich es, auch wenn es Dir bestimmt sein sollte, alles das selbst zu erben, Du wärest der Mann, um Dein mir gegebenes Wort zu halten. Denn thätest Du es nicht, dann müßte ich sterben; ein Leben ohne Dich könnte ich nach dieser Stunde nicht mehr ertragen!“
„Das sollst Du auch nicht“, beteuerte Kurt, „denn nichts kann mich mehr von Dir trennen. Ich begleite Dich und führe Dich zu Deinem Vater zurück, der gegen meine Werbung nichts einzu— wenden haben dürfte, und wenn Bianca's Andeu— tungen meinen Erwartungen entsprechen, wird meine Mission bier bald erfüllt sein.“
„O sei gewarnt!“ mahnte Marja.„Vertraue ihr nicht zu weit Sir Rhodes sprach mit Verachtung von ihr, als von seiner Kreatur, die seinen Winken blind gehorchen müsse und ihm sklavisch ergeben sei.“
„That er das?“ fragte Kurt verwundert.
Das Weib im Busch ballte die Fäuste; sie hätte Marja wegen ihrer Worte erwürgen mögen. Jetzt mußte sie fort, zurück; die Unterhaltung hatte eine Wendung genommen, die ihr vielleicht doch noch verhängnisvoll werden konnte.
Bianca huschte lautlos hinweg, und wenige
Minuten später erschien sie wieder im Saal.
Sie gab Sir Cecil Rhodes einen heimlichen Wink und ging ihm voran nach einem Neben— zimmer.
„Was giebts?“ fragte jener.„Ich sehe Sie in großer Erregung. Sie haben ihn vergebens ge— sucht; er ist entflohen!“
„Nein, Schlimmeres als das“, entgegnete Bianca.„Man bat seinen Aufenthalt ermittelt. Ein Bote Krügers war soeben bei ihm. Die Unterredung fand hier im Parke statt. Ich habe sie belauscht.“
„Der Kriegsplan!“ rief Rhodes entsetzt.„Er hat ihn dem Boten mitgeteilt? Das ist sein Tod!“
„Nein, Mylord“, entgegnete Bianca, welche alle dem Grafen drohende Gefahr auf Marja ablenken wollte. Ich hätte es dazu nicht kommen lassen. Es fand nur eine den Umständen entsprechende hastige Verständigung statt über die zu bewerk— stelligende Flucht. Der Bote soll morgen Abend hier in der Nähe mit zwei Pferden warten und den Schrei der Eule nachahmen, worauf der Graf zu ihm stoßen und dann Beide das Weite suchen wollten.“
„Wo ist der Bote? Wie heißt er?“
„Er nennt sich Dalston und wohnt im Gast⸗ baus„zur Krone.“ In Wahrheit ist es aber gar kein Mann, sondern ein als Mann verkleidetes Weib mit Namen Marja Witborg.“
„Die Witborg! Dasselbe Mädchen mit der er in der Wüste zusammentraf.“
„Und die ihm den Weg zur stillen Farm wies“, ergänzte Bianca schnell.„Der alte Witborg war von jeher der grimmigste Feind der Engländer in Transvaal.“
(Fortsetzung folgt.)
.—
*
1165
an seinem frühen Tode, ist durchaus hinfällig,
den Lehrern gegenüber wegwerfende Bemerkungen


