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Lokales und Provinzielles.
Die Portepeefähnriche Kade und Schmidt vom Iuf⸗Aigt Nr. 11
zum Portepeefähnrich— beför dert.
welche für den Ackerbau und das Gewerbe in
ö 15 der Kirmes stehen. Großen-Linden,
dem gestern Tausende zupilgerten.
25 Zeitroman von Pieter Vryburg
Auf der Witborg⸗Farm lag alles im tiefen
Beäume und Sträucher ragten zwischen den ein. zelnen Gebäuden empor. Das Ganze hatte das
in demselben waren nur notdürftig ausgebessert.
einzigen Kinde, sondern ein stolzes Vertrauen in
Gießen, Dienstag, den 25. August
1896.
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Ausgabe
Gießen.
andeszeitung.
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
2
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Jspaltige Petitzeile.
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
2 22.
* Gießen, 24. Aug.(Militärisches). Kaiser Wilhelm(2. Großh. Hess.) wurden zu Sekondelieutenants, der Unteroffizier Gahl von demselben Regiment
* Gießen, 24. Aug. Anläßlich der Grund⸗ steinlegung des Kaufmännischen Ver⸗ einshauses betonte der Präsident der Handels⸗ kammer C. B. Koch in seiner Rede, die er vor Abgabe der drei Hammerschläge hielt, daß es nur dem Zusammenwirken aller Kräfte in unserer Stadt zu danken sei, wenn der Kaufmännische Verein die für den Handelsstand so wichtige Ein⸗ richtung einer Fachschule treffen konnte. Es sei erfreulich, wenn wiederum das harmonische Zu⸗ . derselben Kräfte es ermögliche,
ieser Institution ein eigenes Heim zu schaffen. Er wolle an dieser Stelle den Wunsch und die Hoffnung aussprechen, daß die Staatsregierung,
dankenswerter Weise zu deren Hebung mit ihren Mitteln stets bereit sei, in Zukunft auch für die ebung des Handelsstandes den von ihr erhofften uschuß zum weiteren Ausbau der in Gießen errichteten Kaufmännischen Fachschule eintreten werde. Nach der beendeten Grundsteinlegungs⸗ feierlichkeit versammelten sich die Teilnehmer im Hotel Schütz, um auf das Gelingen des Baues zu trinken. Am Abend vereinigten sich die Mit⸗ glieder des Kaufmännischen Vereins mit ihren Damen und zahlreichen geladenen Gästen in Steins Saalbau, wo die Kraußesche Kapelle konzertierte. Dem Konzert schloß sich ein Tanz⸗ kränzchen an, welches erst gegen Morgen sein Ende erreichte. * Gießen, 24. Aug. Der gestrige Sonntag 2 uns seit langer Zeit einigermaßen gutes etter gebracht. Aber in Gießen selber war leider nichts los und so mußte man auf die be⸗ nachbarten Dörfer gehen, die jetzt unter dem
roßen⸗Buseck und Wieseck war das Ziel, Besonders das nahe Wieseck war gepfropft voll von Gießenern, die auch vorzüglich bedient wurden, einen um so größern Durst verspürten und sich nach Herzenslust austobten. * Gießen, 24. August. Heute Morgen 5 Uhr 45 Min. wurde der Reg.⸗Stab und das 1. Bat., um 7 Uhr 20 Min. das 2. und 3. Ba⸗ taillon des 116 Infant.⸗Regts. Kaiser Wilhelm er Bahn zu den Herbstübungen befördert. 8 dürften die hierfür getroffenen Dispositionen allgemein interessieren. Das Regiment resp. dessen drei ersten Bataillone üben vom 25. bis 31. August im Grießheimer Lager. Vom 1. bis 7. September findet daselbst Brigade-Exer⸗
zieren statt, dem sich vom 11. bis 15. September das Brigade⸗Manöver zwischen Alzey und Worms anschließt. Hierauf folgt vom 17. bis 23. September in der Gegend bei Alzey Divi⸗ sions⸗Manöver. Ruhetage außer den Sonn⸗ tagen sind der 10., 13., 16. und 20. September. — Die Einquartierung unseres Regiments ist folgende: vom 24. August bis 7. September Uebungsplatz bei Darmstadt 8. September Stab und 1. Bat., Offenheim 2. Bat., Dien⸗ heim und Oppenheim 3. Bat.; Guntersblum 9. September Stab, Flomborn 1. Bataillon, Framersheim 2. Bat., Blödesheim und Hangen⸗ Weisheim, Dautenheim und Heppenheim i. L. 3. Bat.; Eppelsheim und Flomborn 10. Sep- tember Ruhetag in den gleichen Quartieren; 11. September Biwak; 12. und 13. Sep⸗ tember Stab Gau⸗Odernheim, 1. Bat. Heßloch und Dittelsheim, 2. Bat. Framersheim, 3. Bat. Gau⸗Odernheim. Das 4. Bataillon, welches solange in der Garnison verblieb, trifft an dem Tage im Manövergelände ein und bezieht Quartier in Wald⸗Uelversheim und Eimsheim. 14. Sep⸗ tember Stab Alsheim, 1. Bat. Biwak, 2. Bat. Heßloch und Dittelsheim, 3. Bat. Alsheim, 4. Bat. Mettenheim. 15. September Stab Herrnsheim, 1. Bat. Pfeddersheim, Mörstadt und Kriegsheim, 2. Bat. Leiselheim und Herrnsheim, 3. Bat. Pfeddersheim, 4. Bat. Hochheim. 16. September in denselben Quartieren Ruhetag; 17. September Biwak; 18. September Stab, 1., 2. und 4. Bat. Biwak, 3. Bat. Bech⸗ tolsheim und Dolgesheim. 19. und 20. Sep⸗ tember Stab und 1. Bat. Alzey, 2. Bat. Dautenheim und Heppenheim i. L. 3. Bat. Kettenheim, Wahlheim, Freimersheim und Essel⸗ born, 4. Bat. Alzey. 21. September Stab, 1. und 4. Bat. Alzey, 2. Bat. Dautenheim und Heppenheim, 3. Bat. Biwak. 22. September Biwak. 23. September Abrücken des Regi⸗ ments vom Manöverfelde ab Westhofen. 24. September Rückfahrt in die Garnison. 25. September Entlassung der Reservemann— schaften.
* Gießen, 24. August. Zwischen dem Re⸗ staurateur Stein und der Kapelle eines Kavallerie⸗ Regiments der bayerischen Armee schweben Ver⸗ handlungen behufs am Konzertes in Steins Garten am Sedantage.
* Gießen, 24. August. Im„Gasthof zum Löwen“(Neuenweg) fand gestern Nachmittag von 3 Uhr ab eine Versammlung der anti⸗ semitischen Vertrauensmänner des Wahlkreises Gießen⸗Grünberg⸗Alsfeld⸗Nidda statt. Ungefähr 100 Parteigenossen hatten sich einge⸗ funden, darunter 76 Vertrauensmänner, durch welche ca. 33 Ortschaften des Wahlkreises ver⸗ treten waren; auch der Reichstagsabgeordnete Hirschel war anwesend. Den Vorsitz führte der Kandidat der antisemitischen Partei, Land—
wirt und Postagent Köhler⸗Langsdorf, der die Anwesenden begrüßte und für ihr zahlreiches Erscheinen dankte. Zunächst nahm Abgeordneter Hirschel das Wort, um sich in erster Linie gegen die Ungültigkeitserklärung des Mandats Köhlers zu äußern. Bei der Ab⸗ stimmung im Reichstage habe die Entscheidung beim Zentrum gelegen. Letzteres, das am bür⸗ gerlichen Gesetzbuch ein Interesse gehabt, habe aus Rache für die Ungültigkeitserklärung des Mandats Köhlers gestimmt, da die Antisemiten bei der Beratung, oder besser gascget Durchpeit⸗ schung, des bürgerlichen Gesetzbuches dem Zen⸗ trum nicht zu Willen gewesen. Redner bestritt, daß das Amt eines Postagenten irgendwelche Abhängigkeit von der Regierung voraussetze. Er kam dann auf dss gegenwärtige Verhalten der gegnerischen Parteien zur bevorstehenden Reichs⸗ tagswahl zu sprechen. Es scheine, als wenn die Gegner keinen rechten Mut hätten, den Wahl⸗ kampf zu beginnen. Den Anfang hätten zwar die Sozialdemokraten durch einen Wihlaufruf
in der„Mitteld. Sonntags⸗Ztg.“ und der neuen —„Hessischen Landeszeitung“ gemacht, aber die Vertkauensmänner⸗Versammlung habe nur steben Personen aufzuweisen gehabt, trotzdem eine Eisen⸗ bahnreise bei den Sozialdemokraten etwas Gleich⸗ gültiges sei, während bei den Bauern eine solche mehr Ueberwindung koste. Mit der heutigen Versammlung(der antisemitischen Vertraueus— männer) könne man daher sehr zufrieden sein. — Die Freisinnigen hätten den Dr. Gutfleisch als Kandidat ausersehen, jedoch scheine der letz— tere keine große Lust zu haben. Er möge si
keinen Durchfall aussetzen und wollte erst die Stimmung abwarten. Ein Entschluß der Nationalliberalen sei noch abzuwarten. Was endlich den Bund der Landwirte anlange, so wäre es thöricht, wollte man denselben abweisen, mit den Antisemiten Waffenbrüderschaft zu machen, lieber letzteres, als daß seine Anhänger mit den Nationalliberalen gingen. Wenn der Bund der Landwirte einsehe, daß sein In eresse bei der antisemitischen Partei vertreten würde, so könne man das mit Freuden begrüßen.— Ein Niedergang der antisemitischen Partei sei nicht so schlimm zu nehmeu. Die Be⸗ wegung sei nicht mehr so geräuschvoll als im Jahre 1893, dagegen seien die Ideen mehr in Fleisch und Blut übergaugen. Zum Zwecke einer praktischen Wahl-Agitation sei nun⸗ mehr nötig, aus den Reihen der Vertrauensmänner eine Organisation zu bilden, wie sich eine solche bei den Sozialdemokraten gut bewährt habe.— Die Wahl dieses Agitations⸗Komitees wurde sogleich vorgenommen und, gestützt auf die Landtags⸗ wahlbezirke, im Bezirke Gießen-Stadt 1, in den Bezirken Gießen⸗Land, Grünberg, Hungen⸗Lich, Nidda und Schotten, je 3 Männer gewählt.— Als praktische Agitation wurde sodann
die Abhaltung einiger größerer Versam ms lungen bestimmt, für deren guten Besuch Sorge tragen zu wollen die Anwesenden aufgefordert wurden. Besonders die„unaufgeklärten Ecken“, die sozialdemokratisch durchseucht seien, aufzu⸗ rütteln, soll eine der Hauptaufgaben werden. Nicht die einzelnen„Propheten“, die Agitatoren, wolle man allein hören, so führte Hirschel aus, sondern jeder einzelne Parteigenosse müsse seine Schuldigkeit thun, die Bauern aufzuklären bestrebt sein. rend der Wahlagitation in ausreichendem Maße gesorgt werden.(Mehrere der Anwesenden er⸗ klärten sich sofort bereit, ihre Fuhrwerke zur Verfügung zu stellen.) Vor allem aber sei zur Agitation Geld nötig, weshalb er(Hirschel) die Parteigenossen auffordere, ihr Scherflein beizu⸗ steuern und auf die Aufbringung eines Wahl⸗ fonds bedacht zu sein.— Sodann proklamiert
Auch für Fuhrwerke müsse 115.
der Vorsitzende den Landwirt Julius Fleisch⸗
hauer von Ludwigshöhe bei gestern als Landtags⸗Kandidaten für den Wahlbezirk Londorf-Grünberg⸗ Schotten. Fleischhauer betonte, daß es ihm ferngelegen habe, in einem Wahlkreise zu kandi⸗ dieren, in dem er nicht wohne. Sollte sich jedoch kein anderer finden, so wolle er die Kandidatur auch annehmen und nach allen Kräften für den.
Leih⸗
Bauernstand eintreten.— Mit einem Hoch auf
die antisemitische Volkspartei wurde die Ver⸗
sammlung geschlossen. Inzwischen hatte man unter den Vertrauensmännern eine Tellersamm⸗ lung veranstaltet.
* Gießen, 24. August. Frau Nadin a Slaviansky rechtfertigt sich gegenüber den auf sie gerichteten Verdächtigungen, die durch einen(auch von uns abgedruckten) Artikel der „Frankf. Ztg.“ der Oeffentlichkeit übergeben wurde. Frau Slaviansky schreibt der„Frank⸗ furter Zeitung“ aus Köln folgende Erklärung:
„Soeben erst von Ihrem Artikel„Unmusikaltiches von der Slaviansky⸗Kapelle“ Kenntnis erhältend, bitte ich um gefällige Aufnahme folgender Zeilen. Es ist unwahr, daß ein Knabe meiner Kapelle sich in voller Fahrt aus dem„Fenster eines Eisenbahnwagens“ stürzte. Wahr dagegen, daß ein Knabe, der in Neuen⸗ ahr in seinem Nachtquartier eine Schachtel Cigarretten entwendet hatte, am anderen Morgen aus Furcht vor Strafe auf der Station Bodendorf den Zug verließ und sich verstecken wollte. Er wurde vom
Stationsvorsteher mit nächstem Zuge nachgeschickt.
Wenn er zum Fenster hinausgesprungen wäre, hätte er
sich mindestens den Hals gebrochen; er hat aber schon
am Abend im Konzert in Offenbach gesungen. Was den Fall„Homburg“ betrifft, so reduziert sich die schauerliche Geschichte von der Obdachlosigkeit einiger meiner Leute darauf, daß es dem vorausgereisten
Quartiermacher nicht möglich war, in diesem Badeorte
für alle Unterkunft zu finden, und so blieb ihm denn
nicht Anderes übrig, als nach dem Konzert sich an die Polizei zu wenden, mit der Bitte, ihm bei der
Unterbringung des restlichen Teils der Gesellschaft be⸗
—
Marja, das Heldenmädchen von Transvaal.
* (Nachdruck verboten.) 4 Fortsetzung.) 3. Kapitel. Cein geheimnisvoller Vorgang. 8 Wie leiht die Furcht doch den Gespenstern Macht, 3 Daß sie uns schrecken auf dem Pfad der Nacht!
Schlaf.
Aussehen eines heimischen Meierhofes.
Das milde Licht des Mondes gab der Farm in liebliches, wohnliches Aussehen, das sie bei Tage nicht hatte. Die Gebäude waren nicht von Bauhandwerkern errichtet und die vielfachen Schäden
Plötzlich wurde die Stille unterbrochen.
Mehrere Hunde schlugen an, und dann sah man
ein weibliches Wesen mit fliegenden Haaren und
flatternden Röcken dem Gehöfte zueilen. Es war Marja!
Sie hatte die Heerde in Sichtweite der Farm unter dem Schutz des Schäferhundes zurückgelassen und war hierher geeilt, um ihrem Vater zu melden, 55 sich da draußen in der Wildnis zugetragen
satte.
Das drohende Kläffen der wachsamen Hofhunde ging in ein Freudengebell über, als sie die Tochter des Hauses erkannten. f 5 d Marja schnell, sie zum Schweigen zu bringen. Dann schlüpfte sie in's Haus. f
ubekümmert um das verspätete Ausbleiben ner Tochter, hatte der Boer sich zur Ruhe be⸗
die Klugheit und Tapferkeit seiner Marja, der nie⸗ mand zwischen Olifant und Nylstroom feindlich sich zu nahen wagen würde. Der Name Witborg war gefürchtet; er gewährte auch dem Mädchen, welches ihn trug, einen fast sicheren Schutz. Ueberdies kam es nicht selten vor, daß Marja in solchen milden Nächten wie dieser gar nicht nach Hause kam. Sie schlief dann inmitten ihrer um sie gelagerten Heerde auf offener Haide— ist es doch allgemeiner Brauch bei den Boeren auch zu Hause Nachts in den Klei— dern zu schlafen.
So lag nun auch Paul Witborg vollständig an⸗ gezogen auf seinem Lager, und seine tiefen, regel⸗ mäßigen Atemzüge verrieten, daß er fest schlief. Marja machte Licht.
Es bedurfte des wiederholten starken Rüttelns, ehe der Boer seine Augen öffnete. 5
„Vater, steh' auf!“ rief Marja.„Es hat sich etwas ereignet. Du sollst Hülfe bringen!“
Das Wort„Hülfe“ wirkte wie ein Zauberschlag.
Mit einem Ruck brachte sich Paul Witborg in eine sitzende Stellung. f
„Hülfe? Was denn— wem denn?“ fragte er, sich den Schlaf aus den Augen reibend. b
Als er dann seine Tochter vor sich sah, bleich, außer Atem, mit aufgelöstem Haar und hochwogen— dem Bußen entrang sich ein Laut, wie das gedämpfte Brüllen eines Löwen seiner gewaltigen Brust.
Er sprang auf seine Füße, blickte sich hastig um und riß die stets geladene Büchse von der Wand.
„Hat man Dich angefallen— verfolgt?“ stam⸗ melte er und verstummte. Sein flammender Blick überflog ihre bebende Gestalt.„Wer?“ schrie er auf.„Wo ist der Schurke, der wagte? Ein Uit⸗ länder gewiß!“
Man sah es, dieser Mann war ein furchtbarer
eben. Es war kein Mangel an Liebe zu seinem
Gegner, und er hätte ein Verbrechen nicht gescheut,
wenn es galt, rächen.
„Nicht so— lieber Vater!“ wehrte Marja zärtlich ab.„Mich bedroht man nicht. Du weißt, ich schütze mich schon selbst und bin noch nie um Hülfe zu Dir gekommen. Es ist ein Anderer, für den ich bitte— ein halb Verschmachteter, vielleicht schon Sterbender. Es liegt draußen auf der Haide. Ich konnte nur wenige Worte mit ihm tauschen und ihm einen Trunk reichen. Gleich darauf sank er wie tot zu Boden, und so verließ ich ihn, um hier⸗ her zu eilen und Hülfe zu holen. Wir müssen ihn herbringen, Vater, und es ist ein mehrstündiger Weg!“
Der Boer hatte sich beruhigt. Er schien nicht gern bereit, den Wunsch seiner Tochter zu erfüllen.
„Wer ist es? Kennst Du ihn?“ fragte er mit einem eigentümlichen Blick.
Marja schüttelte den Kopf.
„Er ist fremd hier zu Lande, und—“
„Ha, einer von den verwünschten Uitländers?“ fuhr der Alte zornig dazwischen.„Den lass Tnur liegen! Es ist ein Feind; und möchte die Sonne von Transvaal noch mehrere Seinesgleichen ver— nichten! Es stände dann besser um die Boeren— Republik, und Oom Paul könnte dann ruhiger schlafen.
„Es ist Marja ein.
„Nicht? Ein Portugiese vielleicht?“
„Nein, ein Deutscher, Vater.“
Witborg zuckte leicht zusammen, und noch schärfer trat jetzt dr Zug von Mißtrauen in seinem sonst offenen, männlich kühnen Gesicht hervor.
„Ein Deutscher— so“, sagte er nachdenklich. „Und was will er hier im Lande?“ fügte er lauernd hinzu.
kein Engländer, Vater“, wandte
„Ich weiß es nicht“, entgegnete Marja.„Aber
sein Kind zu schützen oder— zu
wozu auch fragen? Er ist in Not, genügt das nicht, um ihm zu helfen?“
„Ja Not, ja ja—“ nickte der Alte, der von einer merkwürdigen Unruhe erfaßt erschien. Das Land wimmelt von Fremden, und wo bleiben wir? die Boeren? Sie stehlen uns unser Gold, unser Land, unsere Heerden; fehlt nur noch, daß sie uns die Gesetze machen. Am Ende könnten wir, die Eroberer und angestammten Herren dieses Landes, noch Frohndienste bei ihnen thun, den Ausländern!“
„Aber, Vater, diese Erwägungen eben jetzt—“ mahnte Marja.„Und dann bedenke doch, die Deutschen sind unsere Freunde; sie fügen sich willig in die Sitten und Gesetze unseres Landes, streben nicht nach der Herrschaft wie die Engländer—“
„Das wohl“, nickte ihr Vater sinnend.„Wenn man nur wüßte—“
Marja verstand ihren sonst so gütigen Vater nicht. Sie überlegte, was sie zu Gunsten des verunglückten Mannes noch weiter vorbringen könne. Plötzlich zuckte es freudig auf in ihrem hübschen Gesicht.
„Was er will? Ich weiß es jetzt!“ rief sie. Warte— wie lauteten doch seine Worte, die er da vor sich hin murmelte— ja, so:„Wenn sie es wäre! Wenn ich gefunden hätte!“ Kein Zweifel, er sucht jemanden! Und dann fragte er mich nach meinem Namen und nach dem Mädchennamen meiner Mutter. Es schien, als kenne er sie, als suche er in mir nach einer Aehnlichkeit. Ich fragte denn auch: Kannten Sie denn meine Mutter—“
„Und er?“ stieß der Boer atemlos, mit fast versagender Stimme hervor.
„Vater!“ schrie Marja auf.„Was hast Du!“
Bleich wie die Wand, zitternd und sich schwer auf den Gewehrlauf stützend, stand ihr Vater da. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er sie an,
als sähe er ein Gespenst.(Forts. folgt.)
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