Ausgabe 
22.11.1896
 
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am nächsten Montag stattfindet, bekannt geben.

0 Eine Einrichtung, welche man in Gießen noch

Gießen, Sonntag, den 22. November

1896.

Posiztg. Nr. 3239 Telephou⸗Nr. 112.

Ausgabe

ische Landeszeilung,

Gießen.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

. 1 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.. Expedition: . 4 Preis der Anzeigen t 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.. 2 Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 21. November.(Neue Ver⸗ nigung.) Zur Zeit vollzieht sich in unserer Ftadt die Gründung einer Gesellschaft, se besonders der Erd⸗ und Völkerkunde, wie der Wirtschaftsgeographie dienen . Wie wir hören, besteht die Absicht, her⸗ rragende Gelehrte und Reisende zu Vor- tägen heranzuziehen; außerdem werden an stimmten Abenden Versammlungen zur lesprechung geographischer und wirtschaftlicher kagesfragen wissenschaftlichen oder allgemeinen halts abgehalten werden. Die Annahme, daß in Bedürfnis für derartige Veranstaltungen in heiten Kreisen der Stadt bestehe, hat sich als kerechtigt erwiesen, da bereits eine große Anzahl on Mitgliedern aus allen Ständen der geplanten hereinigung beigetreten sind. Am Montag, hen 23. November, Uhr abends, findet im kleinen Saale desGasthofs zum Ein⸗ lorn die Konstituierung der Gesellschaft satt, worauf wir hiermit hinweisen. Als erster fedner wird Anfangs Dezember einer der an⸗ gesehensten Gelehrten Deutschlands sprechen. leberhaupt legt die neue Gesellschaft Wert harauf, Männer von hervorragendem Rufe zu ewinnen, andererseits aber auch darauf, die

orträge möglichst allgemein zugäng⸗ lich zu machen. Dies ist bei dem geringen Beitrage von jährlich 4 4 freilich nur dann möglich, wenn möglichst zahlreiche Mitglieder sich anschließen. Nur dann wird die Gesellschaft im stande sein, wirklich Vorzügliches zu leisten.

* Gießen, 21. Nov. Die Stichwahl⸗ Resultate sind nun alle zur Stelle. Als letztes ist heute Morgen das Resultat von Heuchelheim im Kreise Büdingen eingegangen. Köhler ist mit einer Majorität von 4478 Stimmen aus dem Wahlkampf hervorgegangen. Das genaue Stimmenverhältnis können wir jedoch erst nach der amtlichen Feststellung, welche voraussichtlich

Daß es dieHessische Landeszeitung 1 5 brachte, noch am Abend des Wahltages ie Resultate bis auf nur wenige Orte bekannt geben zu können, hat allgemeine Anerkennung ber. Im Ganzen liefen bei uns 119 elegramme ein, darunter solche, welche die Resultate mehrerer Orte zusammen enthielten.

nicht 3 57117 hat, war die Aufstellung eines Transparents in unserem Schau⸗ fenster, wodurch der auf dem Kreuzplatz Kopf an Kopf stehenden Menge die einlaufenden Wahl⸗ ziffern sofort nach Einlauf der Telegramme be⸗ kannt gegeben wurden. Der Andrang des Pub⸗ likums auf dem Kreuzplatz wurde so stark, daß fortwährend zwei Schutzleute zur Aufrechterhal⸗ tung der Ordnung anwesend sein mußten. Erst gegen 11⅛ Uhr, als der Dienst soweit erschöpft war und die Stimmenzahl nicht mehr stieg, ging die Menge langsam auseinander. Dem⸗ folge waren wir auch die ersten, welche mit

SchauspielDie Anna⸗Lise gegeben. Die Aufführung des nach Savages bekannter Ronelle bearbeiteten sensationellen SchauspielesDie offizielle Frau findet am Dienstag, den 24. ds. Mts. statt. In dieser Novität gastiert Fräulein Thessa Klinkhammer vom Frank⸗ furter Stadttheater.

Gießen, 21. November. Die hiesige Studenten⸗VerbindungHassta⸗Rhenania hielt am 29. Juni einen Kommers ab, nach dessen Be⸗ endigung einige Teilnehmer Nachts einen solchen Radau verübten, daß die Polizei einschreiten mußte. Einige Studenten gerieten mit den Schutzleuten in Wortwechsel, wobei der Student Joseph Schneider von Mainz, unter Anspielung auf seine sogenanntebessere Bildung in Gegensatz zu derjenigen der Schutzleute, diese be⸗ leidigte, infolgedessen von letzteren Strafantrag gestellt wurde. Der Angeklagte, welcher zur Verhandlung nicht selbst erschieuen ist, hat bei seiner Vernehmung erklärt, er habe nur einen Scherz gemacht. Das Gericht verurteilte ihn zu 25 Mark Geldstrafe, eventuell fünf Tagen Ge⸗ fängnis.

Gießen, 21. November. Die Oktroi⸗ einnahme belief sich im Jahre 1895/96 in unserer Stadt auf zusammen 122 668,35 A. Davon entfielen auf Getränke(Wein, Bier, Branntwein) 29 127,15 4, auf Mehl und Backwaren 29 437,43, auf Schlachtvieh, zerlegtes Fleisch und Wildpret 36280 KA. 77, auf Brennmaterialien 25 657,77 KA. und auf Fütterungs mittel 2165,14 4. Zürückvergütet wurden insgesamt 27 582 l. 13, sodaß eine bare Einnahme von 95086 22 verblieb.

* Gießen, 21. Nov. Wir haben schon früher Gelegenheit gehabt, hervorzuheben, wie sich der hiesige Gastwirt⸗-Verein durch Einfüh⸗ rung der Plakatgebühren in den Dienst der Wohlthätigkeit gestellt hat. Auch jetzt, beim Herannahen der Weihnachtszeit hat der Verein die Erträgnisse der Plakatgebühr wieder erteilt, und zwar sind überwiesen worden: dem Verein Jugend freunde und dem Siechen⸗ haus je 10 1 den beiden Schwestern⸗ häusern 20 l, und der Familie eines gänzlich erblindeten Mädchens im Verbande 15 KA. Indem wir gern im Interesse der Sache hiervon Notiz nehmen, wollen wirs dem Wirte⸗Verein wünschen, daß auch fernerhin sein schönes Wohl⸗ thätigkeitsstreben dadurch belohnt werde, daß immer weitere Kreise sich dem Institut an⸗ schließen und dasselbe benutzen mögen, Es kommt dies den Interessenten wieder selbst zu Gute, da ste ihre oft theueren Plakate auch wirk⸗ lich ausgehängt sehen und damit der Zweck ihrer Reklame voll und 9058 erfüllt wird.

* Gießen, 20. November. Der dem preußischen Abgeordnetenhause zuge⸗ gangene Gesetzentwurf betr. den Erwerb der Hessischen Ludwigsbahn ermächtigt die Regierung, nach Maßgabe der Verträge vom 8. und 9. Juli und am 23. Juni 1896 den Um⸗ taufch von ν 111900000 Stamm⸗Aktien der

trablättern dienen konnten. * Gießen, 21. Nov.(Stadttheater.) Am Sonntag wird Hermann Herschs beliebtes

in Schuldverschreibungen der Zprozentigen hes⸗ sischen Staatsanleihe herbeizuführen, sowie die Schuldverschreibungen der Zprozentigen preußischen Anleihe in dem zur Ausführung der Berträge erforderlichen Betrage auszugeben. Die Re⸗ gierung ist ermächtigt, don dem Baarbetrage 41 . auf jede Aktie gleich dem in Höhe von 7646 500 l auf Preußen entfallenden Anteil zu vertragsmäßigen Abfindungen an den Vor⸗ sitzenden, die Mitglieder der Spezialdirektion und die gegenwärtigen Mitglieder des Verwaltungs- rates der Hessischen Ludwigsbahn, zur erstmaligen Instandsetzung und Ergänzung der Betriebsmittel der Bahn, 1 Million, zur Deckung der schweben⸗ den Schulden der Hessischen Bahn bis 2253000 ldem auf Preußen entfallenden Anteil zu zahlen. Der Finanzminister und Arbeitsminister sind ermächtigt, den Kaufpreis für den Erwerb der Bahn zu zahlen beziehungsweise auf die Staatskasse zu übernehmen. Der Finanzminister ist ferner ermächtigt, die bisher begebenen An⸗ leihen des bezeichneten Eisenbahn-Unternehmens, soweit sie nicht getilgt sind, zur Rückzahlung zu kündigen. Die von Preußen aufzubringenden Mittel sind durch Verausgabuung des entsprechen⸗ den Betrages von Staatsschulden⸗Verschreibungen aufzubringen. Wegen Verwaltung und Tilgung der Anleihe kommen die Vorschriften des Gesetzes vom 19. Dezember 1869 zur Anwendung.

* Gießen, 21. November. Gestern Abend wurde im hiesigen Stadttheater die Novität Fräulein Doktor von Oskar Walter und Leo Stein aufgeführt. In der That, es war ein reizendes Stück. Die Darstellung der einzelnen Rollen rief den Beifall des Publikums hervor. Besonders zeichneten sich Herr Alfred Helm, sowie Fräulein Klara Leno, welche die Haupt⸗ rollen übernommen hatten, durch exaktes Auf⸗ treten aus. Leider war das Theater nur schwach besetzt. Die akademische Jugend, welche früher das Theater zahlreicher besuchte, giebt diesmal leider wenig Interesse zu erkennen.

* Gießen, 21. Nov. Heute Nachmittag 2 Uhr wurde das auf dem Seltersberg von der hessischen Stadtregierung neu erbaute hygtenische Institut in Gegenwart des Großherzogs, des Staatsministers Finger, des Geh. Staats⸗ rats v. Knorr sowie des Direktors vom Reichs⸗ gesundheitsamt Dr. Köhler⸗ Berlin, der Pro⸗ fessoren Fischer⸗Kiel, Gärtner⸗Jena u. a. durch einen Festakt seiner Bestimmung übergeben. Wir haben im September die Baulichkeit, soweit deren äußere Wirkung in Frage kommt, eingehend be⸗ sprochen. Betreten wir daher heute die terrassen⸗ artige Treppe die zum Hauptportal des Hauses führt, um im Inneren desselben Umschau zu halten. Das Vestibüle ist einfach in mit leichten Farben gemaltem Stuck gehalten, von Gottlieb Nauheimer Gießen ausgeführt. Vom Vestibüle führt eine steinerne Treppe in das obere Geschoß, indem sich außer dem großen bakteriologischen Laboratorium das für 50 Hörer berechnete Audi⸗ torium befindet. Außer der gewöhnlichen Glüh⸗ licht⸗Beleuchtung des Raumes sind hier zwei Bogenlampen vorhanden, deren Lichtausstrahlung mittels darunter befindlichen Scheinwerfern nach

Hessischen Ludwigsbahn in Schuldverschreibungen der Zprozentigen preußischen Staatsanleihe und

wird, von wo zurückfallend indirekt sie den Hörsaal taghell erleuchten. Eine weitere Bogenlampe dient zur Nutzbarmachung des Projektions⸗Apparates. Es reihen sich an den Hörsaal je 1 Laboratorin für deu Direktor der Anstalt und dessen Assistenten, das chemische Laboratorium, das Waagezimmer, der Vorbereitungsraum für die Vorlesungen, ein Schreibzimmer fuͤr den Direktor und die Bibliothek. Eine Treppe höher hat die Assistentenwohnung zweckentsprechend Unterkunft gefunden, ebenso der Raum für Photographie mit dem neu ange⸗ schafften Apparat für Mikro-Photographie. Da⸗ neben befindet sich der Raum für optische Unter⸗ suchungen, sowie Räume zur Unterkunft für Sammlungen. Im Laboratorium befindet sich die Wohnung für den Institutsdiener und die Hitzanlage(Niederdruck Dampf⸗ heizung). Außer dem folgenden Ventilationsraum befinden sich hier die Laboratorien für Bakterio⸗ logie, für Operationen, für Gas-Analyse, sowie der Verbrennungsraum für chemische Verbren⸗ nungen. Mehrere Räume sind mit Behältern für kleinere und mittlere Versuchstiere ausgestatet. Ein besonderes Gebäude ist für Unterbringung größerer Versuchstiere errichtet und schließt gleichzeitig einen Verbrennungs⸗Ofen für Tier⸗ kadaber in sich. Die Mobillar⸗Einrichtung des Instituts, aus Pitchpineholz geschmackvoll und solid hergestellt, ist von den beiden Gießener Möbelfirmen Karl Reiber und Th. Brück geliefert. Die Maurerarbeiten des Hauses hat die Baufirma Birkenstock und Schneider⸗ Gießen ausgeführt. Die Schreinerarbeiten im Innern des Baues sind von den beiden Gießener Schreinermeistern Christoph Weiß und Fritz Beusler besorgt, auch Schreinermeister Keßler⸗ Lollar hat sich dabei beteiligt. Die Weißbinder⸗, Maler⸗ und Lackierarbeiten, die sehr sauber und Aline ausgeführt sind, sind das Werk des eißbindermeisters Seipp-Gießen. Schuckart und Co.⸗Nürnberg und Frankfurt a. M. haben die elektrische Beleuchtung, Emil Koch⸗Frank⸗ furt a. M. die Wasserleitung, das städtische Gas⸗ und Wasserwerk-Gießen die Gas⸗ anlage eingerichtet. Die Parquettböden sind von Lenz⸗Gießen, während die Terazzoböden durch Birkenstock und Schneiders Vermittelung gelegt wurden. Sämtliche Schlosserarbeiten mit der eisernen Einfriedigung sind vom Schlosser⸗ meister Kgarl Wiegand⸗Gießen ausgeführt, während die Kandelaber, welche die Treppe zum Hauptportale flankieren, Arbeiten der Firma Heyligenstädt und Co. sind. Die Beetanlagen des Vorgartens sowohl, als auch auf dem Ge⸗ lände hinter dem Institut hat der Pflastermeister Nickel⸗Gießen ausgeführt. So ist durch das Zusammenwirken von in der Mehrheit Gießener Unternehmern dieses Institut entstanden, welches der hygienischen Wissenschaft eine Stätte zu neuem Forschen bieten wird. Der Staatsxregie⸗ rung aber und den Kammern, welche die Mittel dazu bewilligt, gereicht dieser Vau zur Ehre, und unserer Vaterstadt ist derselbe eine Zierde geworden. * Gießen, 21. November. Im Großherzog⸗ tum Hessen wurden im Jahre 1894/95 3552

oben an die schneeweiß gehaltene Decke geworfen

Rekruten eingestellt, von denen keiner

Zwischen Liebe und Pflicht. Roman aus dem australischen Buschleben

von G. Löffel. Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Arme Eugenie, wie sollst Du diesen doppelten Ver lust ertragen! Was soll Deinem Leben noch ferner einen Halt geben, wenn auch diese Stütze unter ihm zusammenbricht? Blicke auf zu Gott, denn nur

von oben kann Dir Hilfe kommen!

Ja, Kind, Ihre Mutter, fuhr der Mann in Doch

Bestätigung einer stummen Frage fort. hören Sie weiter: f Es war vor einer Reihe von Jahren,

welcher mit dem Frohsinn

solcher armer Student, t seinem

den die Jugend giebt, und Stundengeld allein zu rechnen hatte. glücklich damit, denn er

wollten.

Es war ein würdiges Leben da oben auf der

Mansarde, zunächst dem Himmel und da unten in

den Straßen, wo der dünne Ueberrock nicht geen ein

der nicht seine Gefährtin

Sturm und Kälte schützte. Aber da ift Sperling auf dem Dach,

fände, und auch in dieses arme, aber fröhlich

Menschenleben sandte der Stern der Liebe seine ver⸗

söhnenden Strahlen.

da lebte

in dem sogenannten lateinischen Viertel von Paris, das hauptsächlich von Studenten bewohnt wird, ein

spärlichen Aber er war hatte ja noch seine Wissen⸗ schaft die Mathematik, die sehr ernst, und seine Kameraden, die sehr heiter genommen sein

Eine kleine Grisette, die ein Ausbund von Schönheit und leichtem Sinn, nicht Leichtsinn, war, hatte da oben unter den Dachziegeln auch Wohnung genommen und sie störte den armen Studenten mit ihrem Gesang, der allezeit jubelnd, wie das Lied einer Lerche, zum Himmel aufstieg.

Das konnte er nicht ertragen und so fand eine Auseinandersetzung statt, die damit endete, daß sich die kleine Lerche in sein Herz einnistrte. Nach einem kurzen, aber glücklichen Brautstand, wurden sie ein Paar.

O, Du selige Zeit der ersten, jungen Liebe, wo das Herz sich den Freuden des Daseins öffnet, soweit wie die Blume der Sonne, wo kein Leid die Seele trübt, das nicht ein jugendfrisches Lippen⸗ paar hinwegküßte, warum ist Dein Glanz so groß, weil er so kurz ist? 5 5 Der Erzähler strich sich mit der Hand über die Augen, als wollte er da etwas zerdrücken oder auslöschen, was zu sehen ihnen wehthat.

Auch das Glück dieser Beiden war nur von kurzer Dauer, fuhr er mit gepreßter Stimme fort. Nachdem der erste Rausch verflogen war, ging der Mann mit Ernst und Eifer an die Arbeit, um sein so schnell erblühtes Glück dauernd zu befestigen, um so mehr, als seine Frau ihm ein süßes Geheimnis anvertraute, welches zur Vorsorge für eine kommende Zeit ermahnte.

Er mußte sein ihm liebgewordenes Studium zwar aufgeben und Beschäftigung suchen, die ihm minder behagte, aber er that es gern, denn er that

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es für sie, die er über Alles liebte und die er hoch zu halten geschworen hatte, als sein schönstes Juwel, als eine reine Blume, welche der große Gärtner dort oben ihm zum Trost, zur Versöhnung mit einem harten Geschick und zur Freude an den Weg gepflanzt, die er seiner besonderen Fürsorge und Pflege anvertraut hatte.

Ach, der Unglückliche! Wußte er denn nicht, daß es die früh entwickelten Knospen sind, welche den Wurm in ihrem Kelche bergen, daß der berauschende Duft, welchen sie ausströmen, nur die innere Fäulnis zu verdecken bestimmt ist? Eugenie war, als er sie kennen und lieben lernte, in schlechte Ge⸗ sellschaft geraten, sie war mit jenen Grisetten in nahe Berührung gekommen, welche dieser an sich ganz ehrwürdigen Standes⸗Bezeichnung einen Makel angehaftet haben, die Vorstellung von einem leicht⸗ fertigen Mädchen. Sie hatte mit ihnen die Tanz: böden besucht und sich in dem Schimmer eines falschen Reichtums gesonnt.

Sie hatte erkennen gelernt, wie blendend schön sie war und daß das heutzutage einen Anspruch auf alle Freuden und Genüsse des Lebens gewährt, auf die höchsten gesellschaftlichen Beziehungen und Aus⸗ zeichnungen.

Sein Dazwischentreten hatte sie noch rechtzeitig von dem Sumpf, dem sie ahnungslos zuschritt, wieder abgelenkt und den Schatz von Liebe, welchen Gott ihr in's Herz gelegt hatte, zur höchsten und reinsten Blüte entfaltet.

Er wähnte sie dauernd gerettet, er sah in ihr

sein tugendsames Weib, die kein höheres Glück kannte, als ihn glücklich zu machen und ganz ihrer stillen, bescheidenen Häuslichkeit zu leben. Wie sehr täuschte er sich und wie bitter sollte sein blindes Vertrauen sich rächen!

Er hatte, da sich gerade nichts Anderes bot, die Stelle eines Buchhandlungs-Reisenden angenommen, er reiste auf wissenschaftliche Werke, die nur ein wissenschaftlich gebildeter Mann mit Erfolg ver treiben konnte, und das führte ihn oft und auf längere Zeit fort von Paris, wo er sein hübsches, junges Frauchen in dem Schutze ihrer eigenen Sitt⸗ samkeit und ihrer Liebe zu ihm ganz sicher wähnte.

Aber bei dieser stellten die guten Freundinnen von früher sich wieder ein, welche ihre Vermählung mit einem undermögenden Mann, mit einemdurch⸗ gefallenen Studenten, wie sie ihn nannten, als eine tief zu beklagende Verirrung bezeichneten.

Sie bedauerten sie wegen ihrer Armut, zollten ihrer Entsagung boshafte Bewunderung und er gingen sich in Schilderungen von dem glänzenden Leben in Saus und Braus, welches sie selber führten. Die Eine hatte einen Offizier, die Andere einen jungen Attache und die dritte sogar einen wirklichen Herzog zum Freunde, die ihnen be wundernd zu Füßen lagen und nur darauf bedacht waren, ihnen immer neue, immer reichere Genüsse zu schaffen und ihnen jeden Wunsch zu erfüllen. (Fortsetzung folgt.)