Gießen, Mittwoch, den 21. Oktober
1896.
Ausgabe
ische Landeszeitung.
Gießen.
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.
Tage nach Sonn- und Feiertagen.
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pedition: arena Nr. 4.
okales und Provinzielles.
* Gießen, 20. Oktober.(Dienst nach- richten.) Am 26. September wurde der von dem Fürsten zu Ysnburg und Büdingen auf die
1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hain⸗
Gründau, Kr. Büdingen, präsentierte Schul⸗ amtsaspirant Ludwig Metz aus Nordheim, Kr. Bensheim, für diese Stelle bestätigt; an dem⸗ selben Tage wurde der Lehrer am Realgymna⸗ stum und an der Realschule zu Mainz, Georg
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Friedberg unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, mit Wirkung vom 16. Ok⸗ tober an, ernannt; an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Schäfer
aus Trais⸗Münzenberg, Kr. Friedberg, die
Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Selters, Kr. Büdingen, übertragen; am 3. Oktober wurde der Schulamtsaspiraut Samuel Joseph aus Lampertheim zum Lehrer an der Erweiterten Volksschule zu Wörrstadt, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer mit Wirkung vom 1. Oktober an, an demselben Tage wurden die Forstwartaspiranten Theodor Damm aus Bechenheim zum Forstwart der Forstwartei Kelsterbach, Oberförsterei Mönchhof, und Jakob Frank aus Schotten zum Forstwart der Forstwartei Bechenheim, Oberförsterei Alzey,
beide mit Wirkung vom 16. Oktober an, er⸗
nannt; am 8. Oktober wurde dem Schulamts⸗
aspiranten Friedrich Rieß aus Neu⸗Bamberg, Kr. Alzey, die 2. Lehrerstelle an der Gemeinde⸗
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schule zu Froschhausen, Kr. Offenbach, übertragen.— Ruhestandsversetzungen. Am 16. September wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Pfungstadt, i. Kr. Darmstadt, Ludwig Leonhard Martin auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50 jährigen treuen Dienste, am 9. Oktober wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Harheim, in Kr. Friedberg, Friedrich Quirin
mehr als 50 jährigen treuen Dienste, mit Wirkung
etzt.— Erledigt sind: die mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde⸗ schule zu Dars berg, i. Kr. Heppenheim, mit einem jährl. Gehalt von 900 Mark. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden; die mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Steinbuch, i. Kr. Erbach, mit einem jährl. Gehalt von 900 Mark. Dem Grafen zu Erbach⸗Fürstenau steht das Präsenta⸗ tlonsrecht zu derselben zu; eine mit einem ev.
1 16. Oktober an,— in den Ruhestand ver⸗
Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde⸗
schule zu Bleichenbach, i. Kr. Büdingen, mit einem jährl. Gehalt von 900 ,; die mit einem ev rer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge⸗ mendeschule zu Bechenheim, i. Kr. Alzeh, 0 mit einem jährl. Gehalt von 900% Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden; die mit einem ev. Lehrer zu 1 Lehrerstelle an der ertshausen, i. Kr.
Gießen, mit einem jährl. Gehalt von 900 A eine mit einer ev. Lehrerin zu besetzende Lehre⸗ rinnenstelle an der Gemeindeschule zu Gries⸗ heim, i. Kr. Darmstadt, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt von 1000— 1200 /. jährl.; eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter⸗Schönmattenwag, i. Kr. Heppen⸗ heim, mit einem jährl. Gehalt von 900; die mit einem kath. Lehrer zu besetzende 2. Lehrer stelle an der Gemeindeschule zu Unter⸗Ham⸗ bach, i. Kr. Heppenheim, mit einem jährl. Ge⸗ halt von 900, die mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gadern, i. Kr. Heppenheim, mit einem jährl. Gehalt von 900 l.
Gießen, 20. Okt. Der Verein der Gastwirte von Gießen und Umgegend hält am Mittwoch, den 21. Oktober, Nachmit⸗ tags 3½ Uhr, im„Hotel Einhorn“ eine außer⸗ ordentliche Generalversammlung ab. In derselben wird Herr Otto Hartmann, Obermeister der Berliner Gastwirtinnung, einen Vortrag halten über„die Bestrebungenund Ziele der Innungen speziell des Gast⸗ wirt⸗ Gewerbes“.
* Gießen, 20. Oktober. Gestern Abend fand im Saale des Hotel Restaurant„Zum Einhorn“ hierselbst eine gut besuchte Versammlung des „Vereins der Detaillisten zu Gießen“ statt, in welcher die von der Kommission vorge⸗ schlagenen Statuten beraten und genehmigt wurden. Der Zweck des Vereins ist: die Ver⸗ tretung der Interessen des Detaillistenstandes, sowie die Bekämpfung des unlauteren Wettbe⸗ werbes im Detailhandel. Die Interessen des Standes sucht der Verein wahrzunehmen durch Beratung und Vorträge über alle Fragen, die für das Detailgeschäft von Bedeutung sind, durch Besprechung und Kundgebungen bei beab⸗ sichtigten gesetzgeberischen Maßnahmen die Handel und Verkehr im allgemeinen und das Detailgeschäft im besonderen betreffen, sowie durch Beteiligung an den Wahlen zur Handels⸗ kammer. Gegen den unlauteren Wettbewerb und schmutzige Konkurrenz soll vorgegangen werden, durch direkte Einwirkung auf die Kaufleute selbst, oder durch Aufklärung des Publikums mittels öffentlicher Kundgebungen, eventuell durch ge⸗ richtliche Klagen auf Grund des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Außer den Detail⸗ listen von Gießen kann jeder Nicht- Detaillist, welcher die Absichten des Vereins zu fördern beabsichtigt, unterstützendes Mitglied werden. Es wurde aus der Mitte der Versammlun allgemein anerkannt, daß die Vereinigung auch für unsere Stadt ein dringendes Bedürfnis sei und daß zu wünschen wäre, wenn sich alle unsere Handeltreibenden ihm anschlössen. In den Vor⸗ stand wurden gewählt: Nathan Stamm, Wilh. Herbert, Otto Schmidt, Carl Röhr, Adolph Müller, D. L. Fuhr, Ernst Balser, Robert Imhäuser, Heinrich Rübsamen, A. Holterhoff und M. Kaan,(Weimersheim Nachfolger.) Die
Aemterverteilung hatte folgendes Resultat 1. Vor⸗ sitzender: Erust Balser, 2. Vorsitzender: Wilhelm Herbert, Schriftführer: Carl Röhr und Otto Schmidt, Rechner: A. Holterhoff.
* Gießen, 20. Okt.(Stadttheater.) Wir machen an dieser Stelle nochmals auf die heutige Aufführung des Lustspiels„Gräfin Fritzi“ von Blumenthal aufmerksam.— Wie Uns aus dem Theater-Bureau mitgeteilt wird, werden am nächsten Sonntag die Schlierseer ihre Gastspiele beginnen.
* Gießen, 20. Okt. Der Pächter der Jagd des Bergwerkswaldes hat in vergangener Woche dortselbdst Fasanen aus gesetzt. Man hofft dieses edle Wild dort einzubürgern.
Rg. Lang⸗Göns, 20. Oktober. Etwas in Lang⸗Göns noch nicht Dagewesenes ist gestern passiert. In einer öffentlichen Volksver⸗ sammlung hat ein leibhaftiger Sozial- demokrat 1¼ Stunden sprechen können, ohne daß er von der Versammlung unterbrochen worden wäre. Der sozialdemokratische Reichs⸗ tags⸗Kandidat Scheidemann in Gießen hat das Kunststück fertig gebracht. Die Versammlung war auf 9 Uhr anberaumt. Als der ange⸗ kündigte Redner den Saal des Herrn Wenzel (Gambrinus) betrat, war der Versammlungs⸗ raum schon bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Nach wenigen Minuten war auch der Platz vor der Saalthür dicht besetzt, Sitzplätze gab es nicht mehr. Ein mit Herrn Scheidemann erschienener, uns unbekannter Herr eröffnete die Versammlung, mußte aber auf Verlangen den Vorsitz sofort abtreten an zwei hiesige Einwohner, hervor⸗ ragende Mitglieder der deutsch⸗sozialen Reform⸗ partei. Es wurde nun dem Redner das Wort erteilt, jedoch mit dem Hinweis, daß er weder eine Person, noch eine Partei angreifen dürfe, sonst würde ihm das Wort entzogen, eventuell die Versammlung aufgelöst. Unter größter Aufmerksamkeit der Versammlung begann der Redner zu sprechen. Daß er keine Person angreife, sei selbstverständlich, daß er aber keine den Sozialdemokraten feindliche Partei schonen werde, sei ebenfalls selbstverständlich. Wozu denn der Wahlkampf, wenn man nicht die
Fehler der Gegner beleuchten dürfe? Unter lautloser Stille der Versammlung sprach Herr Scheidemann dann volle 1¾ Stunden. Er kennzeichnete zunächst die Nationalliberalen und Freisinnigen und kritisierte dann in denkbar schaͤrfster Weise die deutsch⸗soziale Reformpartei. Aber das Unerwartete geschah: man ließ den Redner völlig ungestört. Und als der Referent mit der Aufforderung schloß, keinen National⸗ liberalen, keinen Freisinnigen und keinen Reformer zu wählen, sondern einen sozialdemokratischen Stimmzettel in die Wahlurne zu werfen, da wurde sogar lebhaft applaudiert. In der Dis⸗ kussion nahm Herr Gutspächter Fleischhauer das Wort, der von den Reformern bei den letzten Landtagswahlen als Kandidat aufgestellt war. An der Hand des von den Sozialdemo⸗ kraten herausgegebenen Flugblattes suchte er
nachzuweisen, daß der seitherige Reichstagsabg. Herr Köhler so gut, wie es möglich gewesen, seine Pflicht erfüllt habe. Wenn er bei 46 Ab⸗ stimmungen im Reichstag nur 9 Mal anwesend gewesen, also 37 Mal gefehlt habe, so erkläre sich das daraus, daß Herr Köhler ein viel⸗ beschäftigter Mann sei. Er habe am 1. Mal die e in Langsdorf übernommen und sich als deutscher Mann gesagt, wenn du eine solche Verpflichtung übernimmt, so mußt du ste auch gewissenhaft ausfüllen. Außerdem sei Herr Köhler vielmals durch die hesstschen Landtags⸗ sitzungen abgehalten worden, nach Berlin zu gehen. Im übrigen habe es wohl auch manch⸗ mal am nötigen Geld gefehlt, denn die anti⸗ semitischen Abgeordneten erhielten keine Diäten. Herr Fleischhauer war dem sozialdemo⸗ kratischen Kandidaten Scheidemann nach keiner Richtung hin gewachsen; die hiesigen Re⸗ former hätten jedenfalls besser gethan, sich einen gewandteren Diskusstonsredner kommen zu lassen. In seinem Schlußwort sagte Scheidemann u. A., die Uebernahme eines Reichstagsmandats schließe doch auch Verpflichtungen den Wählern gegen⸗ über ein. Wenn die vielen Aemter es Herrn Köhler nicht gestatteten, nach Berlin zu gehen, so müsse er eben auf ein Reichstagsmandat ver⸗ zichten. Die Wähler können es unter allen Umständen verlangen, daß ihre Vertreter auch im Reichstag ihre Interessen wahrnehmen.— Da der Zug nach Gießen 11,06 Uhr abends abgeht, so verließ Herr Scheidemann 5 Minuten vor 11 Uhr den Saal, da von zuständiger Seite erklärt wurde, daß die Versammlung um 11 Uhr geschlossen werden müsse.— In kurzen Worten erzählte vor Schluß der Versammlung Herr Spengler und Photograph Boller noch seine angeblichen Erlebnisse unter den Gießener Sozial⸗ demokraten in einer dortigen Fabrik. Mit einem Hoch auf den Kaiser, Großherzog und Herrn Köhler schloß er die Versammlung.
* Lauterbach, 20. Oktober. Nachdem das Projekt der Nebenbahn Lauterbach Grebenhain—Crainfeld fertiggestellt ist, hat das hiesige Kreisamt durch Großh. Ministe⸗ rium der Finanzen Auftrag erhalten, alsbald mit den Gemeinden und sonstigen Interessenten der Bahn in Verhandlungen wegen deren for⸗ meller Verpflichtung zur kosten⸗ und lastenfreien Geländestellung einzutreten.
„Groß Gerau, 19. Oktober. Auf einer Jagd wurde am Samstag ein elfjähriger Knabe durch einen Landwirt aus Crumstadt aus unmittelbarer Nähe erschossen. Der un⸗ glückliche Jäger hat sich aus Furcht vor Strafe erhängt.
* Mainz, 19. Okt. Ueber die 91 80 heit der Eingemeindung der Stadt Kastel in Mainz ist in hiesigen Blättern zu lesen:„Auf einem Umweg erfahren wir, daß das Projekt, die Schleifung der überflüssig gewordenen Kasteler Festungswerke und die Eingemeindung von Kastel in Mainz betr., darauf hinauslaufen soll, daß die Stadt Mainz das in Kastel fret
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Zwischen Liebe Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. (Fortsetzung.) Die erforschten Hütten⸗Ruinen fand ich unbe⸗ wohnbar. Das morsche Gebälk und die zersprungenen Mauern drohten mit Einsturz. Fledermäuse flatterten da ein und aus. Die grünlich ⸗schillernden Augen von wilden
Katzen starrten aus dem Dunkel mich an.
Sicher hausten hier auch Schlangen und Skor⸗ pione, diese gefährlichsten Hausgenossen des austra⸗ lischen Buschmannes. 5 Wahrlich, hier fühlte man sich dem Tod näher, man spürte seinen kalten Hauch. 0 Modergerüche strömten über mich hin, und vom Nachtwind bewegte gespenstische Schatten huschten hierhin und dorthin, gleichsam, als tanzten sie einen wilden Reigen, um den frechen Eindringling zu schrecken und zu verscheuchen. Ich richtete mein Augenmerk Gruben, deren Tiefen und unsichtbaren
wieder auf die Gründe ich
bdiaurch hineingeworfene Steinchen zu erforschen suchte.
Die Mehrzahl waren offene Tagebaue, doch gab es auch Minen⸗Schachte von großer Tiefe. n einigen fand ich Wasser, das hier den
Sommer überdauerte in den meisten einen schlam⸗
migen Untergrund.
Wiasser brauchte ich für mich und mein Pferd. wenn ich hier bleiben wollte, aber ob das Wasser
bier genießbar sein würde? Es war kaum anzu— nehmen.
um den Leib getragenen Strick mein Blech⸗Eimerchen in eine der Gruben hinabließ.
Der Eimer aber lag bei meinem Sway oben. Ich mußte ihn holen, wenn ich die Probe machen wollte..
Nicht minder ernste Bedenken machte mir die Erforschung der Minen, denn nur in den Seiten⸗ gängen einer solchen durfte ich mich genügend sicher wähnen.
Wie aber hinunterkommen?
Den stehengebliebenen Eimer-Winden war nicht zu trauen.
Ich mußte einen kräftigen neuen Ast von oben herabschleppen, denselben quer über den Schacht legen und daran meinen Strick befestigen..
Die Frage war nur, ob dieser lang genug sein würde, um einen Abstieg, ein Hinablassen meiner Person zu ermöglichen. f
Ich war wohl schon zwei Stunden hier und konnte zu keinem festen Entschluß kommen.
Endlich stieg ich wieder nach oben, denn was ich jetzt nicht that, konnte ich vielleicht nie aus⸗ führen.
Nach meinem Wiedererklimmen der Steilwand war es notwendig, noch einmal von oben längere Zeit zu beobachten. 145
Auch jetzt blieb Alles still.
So gewann ich mehr und mehr die Ueber⸗ zeugung, daß die tote Schlucht nur von einem ein⸗ zigen Menschen bewohnt wurde, dem gespenstischen Goldgräber.
Ich konnte das nur ermitteln, wenn ich an dem
Horde, die der Sergeant hier vermuthete, war es also nichts.
Ich hatte, offen gestanden, auch lieber mit einem einzelnen Gegner zu thun; gegen eine Mehrzahl hätte mir nur eine Feuerwaffe wirksamen Beistand leisten können, und die hatte ich nicht.
Eine Stunde verging, ehe ich die Stelle wieder— fand, wo ich meinen Sway versteckt hatte.
Bei dieser Zeit war ich nun auch schon entsetz— lich müde. Dennoch lud ich mir den schweren Sway noch einmal auf und stampfte, jetzt schon weniger vorsichtig, nach der toten Schlucht zurück.
Beinahe hätte ich diese Sorglosigkeit schwer zu büßen gehabt, denn in dem Augenblick, wo ich oben am Rand erschien, verschwand drüben im Grund die Gestalt des gespenstischen Goldgräbers von einer mondhellen Stelle, an der er gestanden hatte.
Ich warf mich sofort zu Boden.
Hatte er mich daherkommen sehen?
Fast mußte ich es befürchten.
In diesem Fall war mein Spiel verloren, noch ehe ich es begonnen hatte.
Wie hatte ich auch nur vergessen können, daß soviel Zeit seit seinem Abritt verstrichen war!
Der Mond war über einen großen Teil des Himmelsfeldes hinweggeschritten.
Im Osten dämmerte der Tag.
Für heute Nacht war nichts mehr zu unter— nehmen.
Ich konnte nur schleunigst den Platz räumen, um mich hier nicht finden oder überfallen zu lassen.
Mit Schatzkammer und Versteck einer ganzen
Auf Händen und Füßen schob ich mich rück⸗
wärts durch das hohe Farnkraut, meinen Sway nachschleifend.
Ich hatte meinen Gegner unterschätzt. 8
Er führte seine Rolle als Minen-Gespenst in jedem Punkt durch. Ich konnte gar nicht genug auf meiner Hut vor ihm sein.
Sowie ich eine Stelle erreicht hatte, wo ich aus der Tiefe der Schlucht nicht mehr gesehen werden konnte, sprang ich auf meine Füße, warf meinen Sway über und lief davon.
Nach längerem Suchen fand ich irgendwo eine vorhin nicht bemerkte, leer stehende Hütte, welche ziemlich versteckt lag. Das konnte vielleicht ein passender Unterschlupf für mich sein.
Jetzt galt es rasch handeln.
Mit angefaßtem Messer drang ich in das dunkle Innere und sah mich darin um.
Die Hütte hatte einen Bodenraum mit Luke und angelegter roh gezimmerter Leiter!
Das war für einen Mann in meiner Lage eine hoch willkommene Entdeckung.
Ich zündete hastig eine in meinem Sway ver⸗ 95 kleine Blendlaterne an und kletterte nach oben.
Die Decke des ungewöhnlich fest gebauten Stein⸗ hauses, wahrscheinlich von einem ehemaligen Maurer herrührend, erwies sich als tragfähig.
Das Dach war wenig beschädigt und konnte leicht ausgebessert werden.
Ich ließ meine Laterne oben und holte sogleich meinen Sway nach.
(Fortsetzung folgt.)


