Ausgabe 
21.4.1896
 
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Hunderttausende werden weggeworfen durch unzweckmäßige Abfassung von Annoncen und durch Benutzung ungeeigneter Zeitungen. Ein Inserat muß nicht allein sachverständig und treffend abgefaßt sein, sondern es ist auch der Leserkreis der Zeitungen in Betracht zu ziehen. Auf dem weiten Felde des Zeitungswesens wird sich der Laie nicht leicht orientieren und deshalb eines erfahrenen und zuverlässigen Rathgebers be⸗ dürfen, um sein Geld nutzbringend anzulegen und mit einiger Sicherheit Erfolge zu erzielen. Ein berufener Führer ist die älteste Annoncen⸗Expedition Haasenstein u. Vogler, A. G., Frankfurt a. M. Vertreten in Gießen durch Gustav Wohlmuth, Seltersweg. Durch 40 jährige Praxis, welche zu den intimsten Ver⸗ bindungen mit allen Organen der Zeitungspresse des In⸗ und Auslandes geführt hat, ist sie mit ihren zahlreichen Zweighäusern und Agenturen vorzugsweise in der Lage, dem inserirenden Publikum sich in jeder Weise nützlich zu machen. Alle Aufträge werden prompt und billigst aus⸗ geführt, da nur die Originalzeilenpreise der Zeitungen berechnet werden, und kommen auf diese Preise bei belang⸗ reicheren Aufträgen noch die höchsten Rabatte in Abrech⸗ nung. Man versäume deshalb nicht, sich bei obiger Firma vor Vergebung eines Annoncen⸗Auftrages erst ge⸗ nau zu informiren.

Neueste Telegramme.

Hd. Wien, 20. April. Als eventueller Nach⸗ folger des Kriegsministers Kriegshammer wird der Feldmarschall-Lieutenant Hold, welcher zur Zeit Korps⸗Kommandanut von Innsbruck ist, und als Statthalter von Dalmatien der Feldzeug⸗ meister Freiherr von David genannt. 5

Hd. Budapest, 20. April. Wie verlautet, ist

Millennium sfeier nicht ergangen, weshalb auch der Papst keinen Vertreter dorthin ent⸗ senden werde, dagegen soll schon demuächst eine an die Ungarn gerichtete Encyklika erscheinen. Der Nuntius Agliardi, welcher sich, wie es hier heißt, in Vertretung des Papstes zu den Krönungsfeierlichkeiten nach Moskau begiebt, soll im Juni wieder auf seinen Posten nach Wien zurückkehren.

Hd. Paris, 20. April. Die Oppor⸗ tunisten verbreiten die Nachricht, Bour⸗ geois werde in nächster Zeit sein Amt niederlegen, da er erkannt habe, daß seine Regierung dem franco⸗ russischen Bündnis hinderlich sei. Nach der Krö⸗ nung des Zaren müsse der Botschafter⸗ posten in Berlin eine andere Besetzung erhalten.

Hd. Paris, 20. April. Einem Redakteur des Gaulois erklärte der monarchistische Prä sident des Generalrats des Departements Cotes du Nord: so lange Faure an der Spitze der Re gierung steht, werde ich mich mit der Mehrheit des Generalrats allen Kreditforderungen für Festlichkeiten anläßlich Besuchen des Präsidenten der Republik energisch widersetzen, da ich eine zu große Achtung vor der Verfassung habe, als daß ich zugeben werde, daß dem Präsidenten der Republik Ehren erwiesen werden, der den Senat in der energischeu Weise bekämpft.

Hd. Paris, 20. April. Der russische Thron folger hat endgültig den Plan aufgegeben, den

n den Vatikan eine spezielle Einladung zur

Krönungsfeierlichkeiten in Moskau beizuwohnen.

Er wird im Süden Frankreichs verbleiben, bis die Witterung im Kaukasus günstiger geworden sein wird.

Hd. Paris, 20. April. Rochefort veröffent⸗ licht im Intransigeant einen Artikel über die Propaganda, welche die Orleanisten demnächst auf der Theaterbühne organisieren wollen. Mehrere orleanistische Kapitaltsten haben eine Gesellschaft gegründet, um das Theater Chatelain zu mieten, in dem nur solche Stücke gespielt werden sollen,

Hd. Rom, 20. April. Wie verlautet, ver⸗ liefen die Verhandlungen wegen der Vertretung des Papstes bei den Krönungsfeierlich keiten in Moskau bisher resultatlos. Es tritt die Wahrscheinlichkeit immer mehr in den Vorder grund, daß der Papst von einer Vertretung über haupt Abstand nimmt.

Hd. Rom, 20. April. Jufolge der anhalten⸗ den ungewöhnlichen Trockenheit in Afrika sind die Truppen zur Unthätigkeit verurteilt.

Hd. Petersburg, 20. April. Das gestern stattgehabte Diner zu Ehren des Fürsten Ferdinand fand im Winterpalast statt. Fürst Ferdinand saß zur Linken der Kaiserin. Der Zar brachte Trinksprüche auf den Sultan und den Fürsten aus.

Hd. London, 20. April. Aus Buluwago wird telegraphirt, daß eine englische Patrouille von 40 Mann einen Angriff auf Matabeles machte und viele von ihnen getötet habe. Eine entscheidende Schlacht steht bevor. Das Blatt Observer fordert energisch auf, weitere Ver-

stärkungen nach Buluwago abzusenden.

in welcher die Monarchie gefeiert wird. 5

Sterbefälle.

Am 18. April. Johann Ludwig Mergehenn, 23 J. alt, Schreinergeselle von Wolfgruben. Ueber⸗ fahren von der Eisenbahn. Die Leiche wird in die Heimath verbracht.

Am 18. April. Emma Briel, 64 Jahre alt, ledig, Privatin dahier, Marburgerstraße 13. Die Be⸗ erdigung findet Dienstag, den 21. d. M., Vor⸗ mittags 11 Uhr, vom Sterbehause aus statt.

Am 18. April. Katharina Keller, geb. Hinkler, 67 Jahre alt, Wittwe von Taglöhner Johannes Keller zu Rodheim, Kreis Biedenkopf. Gestorben! in der neuen Klinik. Die Leiche wird in die Heimath verbracht.

Am 19. April. Martin Ernst Heilmann, 1 J. a.,

Sohn von Packmeister Ernst Heilmann dahier,

Wolfstraße 13. Die Beerdigung findet Diens⸗

tag, den 21. d. M., Nachmittags 2 Uhr, vom b

Sterbehause aus statt.

Gießen, den 18. April. Auf dem heutigen

eier per Stück 5, Enteneier 6, Gänseeier 1400, Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 80 Pfg., Tauben per Paar 70 110 Mk., Hühner p. St. 1.30 1,50, Hahnen 1,40 1,80, Enten 1,80,2 Mk., Gänse per Pfund 00-00, Ochsenfleisch 70 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 66 bis 68, Schweinefl. 5066, Schweinefl., gesalz. 70 72, Kalbfleisch 5560, Hammelfleisch 6070, Kartoffeln per 100 Kilo 4,005, Zwiebeln per Zentner 50,00 Mk., Milch per Liter 16 Pfg.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Ne⸗ dakteur: i. B. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.

Marktpreise. 5

Wochenmarkte kostete: Butter per Pfund 8095, Hühner⸗

ä Bekanntmachung.

Nach Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 6. v. M. ist die Stadt Gießen, wecks leichterer Verständigung der Einwohner über die Oertlichkeit eines ausgebrochenen Brandes, in die unten näher bezeichneten 5 Bezirke eingeteilt worden und sollen diese Bezirke bei Alar mierung durch den Stadttürmer, wie folgt, näher kenntlich gemacht werden.

Der 1. Bezirk(Stadtinneres)

umfaßt alle von der Nord-, Ost⸗, Süd- und Westanlage umschlossenen Hofraiten und einzelne Gebäude der inneren Stadt, also Kreuz, Markt-, Kirchen-, Linden⸗ und Brandplatz, Neuen⸗ weg, Diezstraße, StraßeIn den neuen Bäuen, Triller⸗, Weiden⸗ und Erlengasse, Mäusburg, Sonnenstraße, Dreihäuser⸗, Waagen-, Wetter- und Rittergasse, Schulstraße, Kanzleiberg, Kap⸗ lanei- und Schloßgasse, Marktlauben- und Senkenbergstraße, Linden⸗, Hunds⸗, Brand⸗ und Braugasse, Wallthorstraße, Asterweg bis zur Nordaulage, Schiller- und Dammstraße bis zur Nordanlage, Zozels- und Wetzsteingasse, Wetzsteinstraße, GäßchenAuf der Bach, Kirchstraße, Bruchgraben, Marktstraße, Stall- und Sandgasse, Neustadt, Oswaldsgarten, Große und Kleine Müblgasse, Tiefenweg, Kaplans⸗, Katharinen, Löwen⸗ und Wolkengasse, Bahnbofstraße bis zur Westanlage, und Schanzenstraße, Seltersweg, Goethestraße bis zur Südanlage, Teufelslust⸗ gärtchen, Plockstraße, Maigasse und die nach dem Stadtinnern gerichteten Seiten der Nord-, Ost⸗, Süd⸗ und Westanlage. 8.

Der 2. Bezirk(Nordbezirk) umfaßt die Hofraiten und einzelnen Gebäude, welche in dem Gebiet zwischen dem Damm der Main⸗Weserbahn nördlich des Neustädterthores, der Nordanlage, der Ostanlage vom Wallthor bis zum Gerichtsgebäude, dem Fußpfad von dort nach dem Philosophenwald und dessen Ver⸗ längerung nach Wieseck liegen, also die nach West und nach Nord gerichteten Seiten der Nord anlage, die Steinstraße, Damm- und Schillerstraße westlich der Nordanlage, Weser-,Eder- und

Schottstraße, Asterweg nördlich der Nordanlage, Eder-, Schwarzlach-, Rodtberg- und Wiesecker⸗

weg, Marburgerstraße, die Nordostseite der Ostanlaulage zwischen der Marburgerstraße und dem Pfad nach dem Philosophenwald und die nördliche Seite dieses Pfades.

Der 3. Bezirk(Ostbezirk) umfaßt die Hofraiten und einzelnen Gebäude in dem Gebiet südlich des Fußpfades vom Gerichts- gebäude nach dem Philosophenwald und dessen Verlängerung nach Wieseck und östlich der Ost und Sildanlage bis zur Johanneskirche und der vom Turm der Stadtkirche nach dem der Johanneskirche nach Süden verlaufenden Visirlinie, also Philosophenwald, Wege in den Eich ärten, Alter Rödger Weg, Grünberger-, Licher-, Landmann, Wolf- und Moltkestraße, Luther⸗ erg, Friedhof und Nahrungsberg, Alter Steinbacher-, Schiffenberger- und Erdkauterweg, Berg-, Hessen⸗, Garten-, Bismarcke, Löber⸗, Bruch- und Stephanstraße, Ostseite der Ostanlage, vom Gerichtsgebäude bis zum Neuenwegerthor, Steinweg, Südseite der Südanlage zwischen Neuen⸗ wegerthor und Johanneskirche, Goethestraße, von der Süldanlage südostwärts, Lonystraße, mit Ausnahme des Eckhauses Nr. 20, Ludwigstraße, zwischen Ludwigsplatz und Alicestraße, die östlich elegenen Teile des Riegelpfads und der Ebelstraße, Aulweg zwischen der Bahn nach Geln⸗ Wasen und der Kreisstraße nach Leihgestern und die letztere vom Aulweg an.

Der A. Bezirk(Südbe zirk) umfaßt die Hofraiten und einzelnen Gebäude in dem Gebiet, welches umgrenzt wird von der obengenannten Visirlinie zwischen den Kirchtürmen, der Südanlage zwischen Johanneskirche und Seltersthor, der Westanlage von da bis zum Hause Geilfus, dem Damm der Main- Weserbahn bis zum Bahnhofe und dem Lauf der Lahn, unterhalb der Wieseckmündung, also Südseite des genannten Teils der Südaulage und Südwestseite der Westanlage bis zur Pump⸗ station, Straßen und Wege daselbst, Bleichstraße zwis ben Südanlage und Löberstraße, Alice straße, Ludwigstraße, südlich der Alicestraße, Vorderer Riegelpfad, südwestliche Hälfte der Ebel straße, Leihgesternerweg bis zum Aulweg, letzterer zwischen der Kreisstraße nach Leihgestern und der Frankfurterstraße, Liebig⸗, Wilhelm⸗, Klinik-, Frankfurter- und Hofmannstraße, Holler⸗ gasse, Bahnhofstraße zwischen Westanlage und Bahnhof, Grabenstraße, Bahnhöfe und deren ufuhrstraßen mit sämmtlichen Gebäuden, Chemische Fabrik von Throm, Margarethenhütte, sämtliche neuen Kliniken, Schöne Aussicht und Aktienbrauerei. 8

Der 5. Bezirk(Westbezirk). umfaßt alle Hofraiten und einzelnen Gebäude westlich des Dammes der Main-Weserbahn und der Lahn unterhalb der Wieseckmündung, also denHamm, Rodheimer, Krofdorfer- und Schlltzenstraße, Mühlen, Badeanstalten, Schlachthaus, Neustädterfeld und Hardt,

Feuer⸗Alarm⸗Signale

Der Stadttürmer hat, sobald er ein Feuer entdeckt, die Sturmglocke mit rasch hinter einander folgenden Schlägen zu ziehen und darauf, zur näheren Bezeichnung des Bezirks, je ein weiteres Zeichen zu geben, welches besteht bei einem Brande:

a) im ersten Bezirk(Stadtinneres) in 1 Glockenschlag,

b) zweiten(Nordbezirk) 2 Glockenschlägen, e) dritten(Ostbezirk)* 3 d)K vierten(Südbezirk) 1 4 5

e) fünften(Westbezirk) 1 1 Gleichzeitig hat der Türmer durch das Sprachrohr die Gegend noch näher kenntlich zu machen und außerdem am Tag eine rote Fahne, bei Nacht eine brennende rote

Laterne nach der betreffenden Richtung hin aufzustecken

Dauert der Brand länger als eine halbe Stunde, so hat der Türmer nach deren Ablauf das Stürmen ganz einzustellen und damit erst wieder zu beginnen, wenn er ein zweites Feuer entdecken sollte.

Die Alarmierung geschieht ferner durch die Schutzmannschaft mit der Huppe, und durch die Trommler und Hornisten der freiwilligen Feuerwehren, und bei sehr großen Bränden auch durch die Glocken der Johanneskirche und der katholischen Kirche.

Gießen, den 10. April 1896.

Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.

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andtung). 0 n J. G. Seiderer, appr. Tierarzl. Gießen, den 11. März 1896. 5

niedergelassen.

N Verdingung. Die nachbenannten, für den Ausbau der Hammstraße zunächst erforderlichen Arbeiten

und Lieferungen sollen 5 Samstag, den 2. Mai d. J.,

Vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. a. Erd⸗ und Planie rarbeit:

1) Aufbruch 600 qm,

2) Abtrag 570 ebm,

3) Auftrag 550

b. Maurerarbeit:

4) Verlegen von Stein- zeugröhren in 24 m Tiefe, xd...

5) Herstellung von Spül⸗ schächten..

6) Desgleichen von Revi sions⸗ und Lampen⸗ schächten..

7) Versetzen von Straßeu führ;

c. Steinzeuglieferung:

8) Lieferung von Stein- zeugröhren verschiede⸗ nen Durchmessers

9) Abzweige und Krümm⸗ Huge 117 Stück,

10) Verschlußdeckel. 0

Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Zimmer Nr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf daselbst zu erhaltendem Vordruck sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, den 20. April 1896.

Das Stadtbauamt. Schmandt.

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