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19.9.1896
 
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Gießen, Somabend, den 19. September

a 1896.

Ausgabe

Gießen.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Pfg

Tage nach Sonn- und Feiertagen.

für die Fspaltige Petitzeile.

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

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Aus dem Handelskammerbericht. Nh V. Der spezielle Teil des Berichts enthält Berichte über Thatsachen, die von den einzelnen Branchen selbst geliefert wurden und deshalb mit gewisser Vorsicht gelesen werden müssen. Wir wollen beginnen mit dem Abdruck des Berichts über Eisengießer eien: Im Anfang des Jahres waren die Aus⸗ sichten für eine günstige Gestaltung der Geschäfts⸗ lage wenig. Erst in der zweiten 5 trat eine Wendung zum Bessern in der Gesamthaltung der Eisenindustrie ein, die, wie al, wir hier gleich bemerken möchten, auch bis jetzt din angedauert hat. Zunächst machte sich eine leb⸗ eh hafte Nachfrage nach den Rohstoffen bemerkbar, die nach und nach durch die fast für alle diese Materialien bestehenden Syndikale noch weiter efördert wurde. Insbesondere erfuhren die reise der Eisenerze fortgesetzt eine Erhöhung....

und Rindfeesch d fel, geg 70.

70, Kartffün DieFabrikate konnten den Preissteigerungen Heuer 3 50-60 der Rohstoffe in gleicher Weise nicht folgen, wenn welshen 7800 Mauch nicht verkannt werden darf, daß auch hier

eine Besserung eingetreten ist. Die Verhält⸗ nisse auf dem Roheisenmarkte werden dann erst eine dauernde Gesundung erfahren, wenn es ge lingt, die jetzt auf die 5 eines Roh⸗ eisen⸗Syndikats gerichteten Bestrebungen zu verwirklichen. Angesichts der Thatsache, daß alle Rohmaterialien, welche die Hütten⸗ Industrie verbraucht, syndiziert sind, muß es als ein Akt der Selbsterhaltung angesehen werden, auch demFabrikat durch ein Syndikat eine bessere Beherrschung des Marktes

zu sichern. Wir lassen hier die Bemerkung ein⸗ fließen, daß wir grundsätzlich der Bil⸗ dung von Syndikaten sympathisch egenüber stehen, unter der bestimmten 1 daß sie nicht dazu die⸗ nen, die Verbraucher rücksichtslos aus⸗ unutzen. In dieser Beziehung würde den Auswüchsen eines Roheisen⸗Syndikats dadurch ein Gegengewicht geboten sein, daß dieses Syn⸗

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5 Wir haben indessen seit Bestehen der Syn⸗ dikale die unangenehme Wahrnehmung machen müssen, daß die beherrschende Stel- lung dersel ben, namentlich beim Kokssyn⸗ dikat, von den einzelnen Zechen dadurch aus⸗ genutzt wird, daß sie auf die Herstellung und Verladung ihrer Produkte nicht mehr diejenige Sorgfalt verwenden, welche beim freien Wett⸗ bewerb von selbst geboten wäre. Wir konnten feststellen, daß seit Bildung dieses Syndikats nach und nach die Aschen⸗ und Wassergehalte fast sämtlicher rheinisch⸗westfälischer Kokssorten eine nicht unwesentliche Vermehrung erfahren haben. Auch will es uns scheinen, daß das Koks⸗Syndikat bei Reklamationen seitens der Verbraucher die einzelnen Zechen mehr in Schutz nimmt, als das berechtigt ist, und es würde sich fraglos größerer Sympathien zu erfreuen haben, wenn es den Abnehmern gegenüber ein größeres Entgegenkommen zeigte, und vor allen Dingen, wenn es berechtigte Klagen nicht stets kurzer Hand abwiese.

Was hier von den Syndikaten gesagt wird, ist wirklich originell. Der Herr Verfasser steht denselben sympathisch gegenüber,unter der be⸗ stimmten Voraussetzung, daß sie nicht dazu dienen, die Verbraucher rücksichtslos aus⸗ zunutzen. Sehr gnädig, wahrhaftig die Kon⸗ sumenten ausbeuten, aber: rücksichts voll. Weiter heißt es über die Eisengießerei in dem Handelskammerbericht:

Wenn wir noch mit wenigen Worten auf die jetzige Geschäftslage eingehen, so möchten wir hervorheben, daß die befriedigende Gestaltung derselben wesentlich auf den vermehrten Ver brauch Deutschlands zurückzuführen ist. Es darf nicht verkannt werden, daß zur Zeit die Ge⸗ schäftslage im Auslande, namentlich in England und Amerika, eine keineswegs rosige ist. Die Dauer der jetzigen Verhältnisse wird also wesent⸗ lich davon abhängen, ob es möglich ist, den eigenen Verbrauch im Inlande mindestens in der

dem rheinisch-westfälischen Industriebezirk weiter zu ermäßigen. Wir haben gegen diese Herab⸗ setzung nichts einzuwenden, halten es aber für ganz selbstverständlich, daß als Ausgleich auch eine i ee der Koksfrachten von West⸗ falen nach dem hiesigen Bezirke gleichzeitig zur Durchführung gelangt.

Daß der oder die Verfasser des Berichts schon deshalb die Arbeiterverhältnisse als durch⸗ aus günstige betrachten, weil Ent⸗ lassungen nicht vorgekommen sind und von Lohn herabsetzungen abgesehen werden konnte, ist auch recht bezeichnend. Im Uebrigen freuen wir uns, daß die heimische Eisengießerei über günstige Geschäftslage berichten kann.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 18. Sept.(Lakanzen im Bezirke des 11. Armee⸗Korps.) Berle⸗ burg, Königl. Amtsgericht, Lohnschreiber, 5 bis 7 Pfg. für die Seite Schreibarbeit. Biedenkopf, Stadtverwaltung, I. Gehilfe 540 Mark jähr⸗ lich.() Biedenkopf, i II. Gehilfe, 240 Mark jährlich.() Kassel, Stadtrat der Residenz, Bureauhilfsarbeiter bei der direkten Steuerverwaltung, Anfangsgehalt zwischen 900 und 1200 Mk. jährlich. Königl. Eisenbahn⸗Direktion Frankfurt a. M., Nacht⸗ wächter für den Stations dienst, zunächst 700 Mk. diätarische Jahresbesoldung; bei der Anstellung als etatsmäßiger Nachtwächter 700 Mk. Jahres⸗ gehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzu⸗ schuß. Friedrichshall, Kaiserl. Postagentur, Landbriefträger 700 Mk. Gehalt und 60 Mark Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Friedrichwert, Kaiserl. Postagentur, Landbriefträger, 700 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß jähr⸗ lich. Ober⸗Postdirektionsbezirk Kassel, Brief⸗ träger, 800 Mark Gehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß. Um die beiden fetten

jetzigen Höhe beizubehalten und gleichzeitig die Ausfuhr zu steigern, denn, da die deutschen Werke über eine bedeutend größere Leistungs⸗ fähigkeit, als sie zur Zeit zur Geltung bringen, verfügen, so muß allmählich die vermehrte Er⸗ zeugung auf den Markt drücken, wenn es nicht gelingt, weitere Absatzgebiete zu schaffen. Ueber die Arbeiter-Verhältnisse auf unseren Werken können wir uns nur durchaus günstig äußern. Arbeiter⸗Entlassungen sind nicht vorgekommen, auch konnte von Lohnherabsetzungen abgesehen werden.

Zum Schlusse möchten wir noch darauf hin⸗ weisen, daß Bestrebungen im Gange sind, die darauf hinzielen, die Frachten für Erze nach

Posten in Biedenkopf werden sich die Leute, die lange Jahre dem Vaterland gedient haben, ganz besonders reißen.

* Gießen, 18. Sept. Den Gymnasialober⸗ lehrer Pastor Albrecht Schöler zu Kiel ist zum dritten Professor und Lehrer an dem evan⸗

elischen Predigerseminar zu Friedberg und farrer daselbst, mit Wirkung vom 1. Oktober l. J. an, ernannt worden.

* Gießen, 18. Sept. Samariterkurse sollen, wie dasMainzer Journal hört, in kommenden Winter an den gewerblichen Fach⸗ schulen Hessens eingerichtet werden. Die Unter⸗ weisung geschieht durch Aerzte.

* Gießen, 18. September.(Stadtver⸗

ordnetenversammlung.) Oberbürgermeister Gnauth eröffnete gestern um Uhr die Sitzung. Die Versammlung genehmigt die ihr Horgen Abfindungssumme an die zweite evangelische Pfarrei in Höhe von rund 29. pro Jahr. Dem G. Grünig wird in der Stephansmark städtisches Gelände zum Lagern von Baumaterial wp zur Verfügung estellt. Gegen die Unkerführung der Main⸗ Weserbahn(Durchbruch des Dammes am Geil⸗ fusschen Hause) in der Westanlage hat die Ver⸗ sammlung nichts zu erinnern. Für die vorüber⸗ gehende Benutzung städtischen Geländes während der Durchbrucharbeiten erhält die Stadt nach Beendigung der Arbeiten den überschüssigen Boden. Die Vergebung von Arbeiten zum Ausbau des Riegelpfades und der Bruchstraße wird von der öffentlichen Beratung abgesetzt. Dem Simon Nußbaum zu Gießen wird für den Gleibergerweg der Bau eines Lager⸗ hauses, dem A. Spengler der Bau einer provisorischen Halle widerruflich gestattet. Ein Gesuch des A. Seydel zum bewohnen des Katzensteinschen Gartenhäuschens neben den neuen Kliniken ist gegenstandslos geworden, da der hessische Staat dasselbe erworben. Zur besseren Entwässerung der Lindengasse soll von der Hundsgasse an ein 50 ctm. starkes Rohr nach dem Stadtgraben geführt werden, wozu die Ver⸗ sammlung ihre Genehmigung erteilt. Dem Joseph Fries wird die Erlaubnis einer Zapf⸗ wirtschaft im Hause Liebigstraße 6 erteilt. 1 erstattet Stadtverordneter Professor affky Bericht über eine zu machende neue Friedhofsanlage, derselbe entwickelt die Gründe, weshalb er von einer Vergrößerung des alten Friedhofs abrät. Auer am Leih⸗ Ai and an ebenso rechts an der Chaussee nach ich und am alten Schiffenbergerweg betreffs der Bodeubeschaffenheit dort haben ergeben, daß sich das Gelände aus gesundheitlichen Gründen zur Friedhofsanlage nicht eignet, sodaß das Nord⸗ ende der Stadt zu einer Friedhofsanlage am ge⸗ eignetsten bleibt und zwar ist dafür vorerst ausersehen das Gelände am Rodberg zwischen dem Rodwege und der alten Marburgerstraße, doch soll noch nach anderem geeigneten Gelände geforscht werden.

* Gießen, 18. Sept.(Drachensport.) Die Zeit ist wieder da, von der es heißt:Die Knaben lassen ihre Drachen steigen. Die Pa⸗ pier⸗Ungeheuer sind indessen nicht nur Kinder⸗ spielzeug. Allgemein weiß man, daß Frank⸗ lin durch Beobachtung an einem Drachen zur Erfindung des litzableiters gekommen ist. Weniger bekannt schon ist es, daß alle Flugtechniker, um das große Problem des

100% dikat mit dem Preis des englischen Roheisens ier zu rechnen hat, wodurch es sich von selbst ver⸗ 9 bietet, den Verbrauchern Preise aufzuzwingen, die mit der Marktlage nicht im Einklang stehen. Im Uebrigen soll hier nicht unerwähnt bleiben, eee daß Kohlen- und Koks⸗Syndikate auch in der jetzigen Zeit des Aufschwungs insofern von guter Wirkung sind, als sie verhinderten, daß die ab bringen. Preise unberechtigte Höhen erreichen; beim freien en unseren. Wettbewerb wäre sicherlich eine größere Preis⸗ Bieren auch steigerung zu verzeichnen gewesen, die sich aller⸗ dings eines langen Bestandes nicht zu erfreuen rt er gehabt hätte. 1 ANarie, das Helden mädchen e, von Transvaal. 15 Genuß Zeitroman von Pieter Vryburg atungznitel Fortsetzung.) 5 5 agb.Nachdem das alles zur Zufriedenheit erledigt ee, ba⸗ und jede Spur ihrer verdächtigen Thätigkeit ver⸗ . Malz nichtet war, verließ sie Zimmer und Gasthof, um 25 nalt, das Terrain zu soudieren und vor allen Dingen - hrung Näheres über den Mann zu erfahren, den sie liebte 4** be⸗ und gleichzeitig haßte, zwischen dem und ihrem erz Vaterlande sie nun wählen mußte. Das heißt, sie t gore wähnte den Kampf in ihrer Brust schon entschieden ginale be und zwar zu Gunsten ihres Vaterlandes, das selbst e dann gerettet werden mußte, wenn der Deutsche, des ou der Genosse und Verräter darüber zu Grunde ging. f Die arme kleine Thörin kannte bisher nur der

Liebe Luft und Leid; nichts ahnte sie noch von den furchtbaren Qualen welche die Eifersucht den Menschen bereitet, und sie sollte diese Höllenqual schneller, als sie es ahnen konnte, an sich selbst erfahren.

Der Zufall wollte es, daß gerade dies der Abend war, an welchem der Gouverneur sein Fest gab.

Die ganze Stadt war in Bewegung. Man sprach fast von nichts anderem als von dem großen Ereignis dieses Tages.

Marja erlauschte hier schon genug, um zu wissen, was verging. Sie wollte aber genauer unterrichtet sein und betrat zu diesem Zweck die breite, in Halbdunkel gehüllte Veranda einer Taverne, wo sie sich niederließ und ein Glas Bier bestellte.

Am Nebentisch saß eine Gruppe lebhaft debat⸗ tierender Männer, und sie belauschte nun folgendes Gespräch.

Haben auch lange genug gewartet, sagte eben ein herkulischer Mann mit tiefer rauher Stimme.

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was ihm gehört.

Wann wird dann der Tanz losgehen? fragte ein Anderer

Kalkuliere bald, jedenfalls werden sie es heute noch zwischen sich festsetzen. Den Ball ist natürlich nur Vorwand, um zu täuschen. Cecil Rhodes und Jameson sind zwei Hauptkerl, der Eine giebt den Arm und der Andere das Geld. An Männer fehlt's nicht, die sich für die Annexion des Goldlandes be geistern können. Hier sitzt schon einer!

Und hier ein zweiter!

Wir alle! tönte es im Chor.

Was ich sagen wollte, nahm wieder der erste Sprecher das Wort,was macht denn der Deutsche da zwischen ihnen? Ich werde aus der ganzen Ge⸗ schichte nicht klug. Der eine sagt, es sei ein Ge⸗ fangener, den der Gouverneur von drüben mitge⸗ bracht, die anderen meinen, er sei ein Gast Sir Cecils und dritte nennen ihn einen Spion.

Marja lauschte auf. Eine starke Erregung be⸗ mächtigte sich ihrer. Sie war froh, hier so ge schützt zu sitzen, daß man das nicht bemerken konnte.

Ein Gefangener? lachte ein Anderer.So möchte ich gefangen sein! Der und Jameson sind zusammen von drüben herüber gekommen. Das ist alles. Sie waren vom ersten Tage an die dicksten Freunde und sind das noch. Einem Gefangenen zu Ehren kommt Rhodes nicht von Kapstadt herauf. Der Mann soll sogar ein schneidiger Reiteroffizier sein, und wahrscheinlich wird er ein Kommando er halten. Daran mangelt's bei uns, und die Preußen, das ist ja bekannt, sind die besten Sol⸗ daten der Welt. 75 5

Marja's Herz stand still. So war es denn wahr und ihr Verdacht in vollstem Maße bestätigt! Sie saß da wie geistesabwesend und starrte vor sich hin. Ihr Glas hatte sie noch nicht berührt. Ihr wißt alle nichts! ließ sich nun jetzt eine

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Es wird endlich einmal Zeit, den Boeren den

neue Stimme vernehmen.Ich kenne einen der

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Garaus zu machen und England wieder zu geben] Soldaten, der dabei gewesen. Der Deutsche ist

Gefangener und ein Graf, auch Offizier. Er wurde drüben als Spion verhaftet, nachdem es ihm bereits gelungen war, zu entkommen. Er soll, nebenbei bemerkt, in geheimer politischer Sendung nach Transvaal gegangen sein. Thatsache ist, daß er vom Oom Paul in Pretoria empfangen worden ist. Darum wagt man ihm noch nichts zu thun. Er hat sein Ehrenwort gegeben keinen Fluchtversuch machen zu wollen, und bei den Deutschen heißt es immer noch: Ein Wort ein Mann! Er hat so seine Geheimnisse, wie man sagt, und die möchten sie gern von ihm herausbekommen, auch wohl durch ihn auf Deutschland einwirken, um es für die be⸗ vorstehende Wendung der Dinge in Transvaal ge⸗ neigt zu machen. Das ist die Wahrheit der Sache.

Man schien allgemein über diese Enthüllungen zu staunen, auch wohl nicht recht daran zu glauben. Ju Marjas Herzen aber jubelte es. Diese Worte des Unbekannten klangen ihren Ohren wie Musik. Sie meinte, ein Engel habe ihre Schritte hierher gelenkt, damit sie endlich von ihren unwürdigen Zweifeln lasse und in dem Deutschen wieder den edlen ritterlichen Mann sehe, als welchen sie ihn sofort erkannt hatte, den sie liebte.

Sie hatte genug gehört und wollte gehen.

Larifari! rief da ein Anderer in leichtfertigem Ton.Ich weiß es besser, was den Deutschen hier festhält. Die schöne Bianca Capella ist es, eine portugiesische Creolin, die Freundin Cecil Rhodes, von der man schon so viel hat reden hören. Ich war vorhin drüben, eingeführt durch einen Verwandten, der bei Jameson bedienstet ist. Der Deutsche macht gar kein Hehl aus seinen Ge fühlen für die schöne Bianca. Er verkehrt auch so frei mit Jameson und Rhodes, daß von Ge fangenschaft gar nicht die Rede sein kann. Man würde sich auch wohl hüten, einen Zwischenfall mit dem mächtigen Deutschland herbeizuführen, um

man hatte in Deutschland längst schon ein wach⸗ sames Auge auf Transvaal, weil dort viel deut sches Kapital engagiert ist. So hat man denn diesen Herrn zur Wahrung der deutschen In⸗ teressen und zur Berichterstattung nach dort ent⸗ seudet. Eine zufällige Begegnung mit Jameson ließ diesen die Bedeutung dieses Mannes sofort er⸗ kennen. So verschleppte er ihn von Trausvagl nach Buluwayo, um aus dem Wege zu sein. Es soll erst eine vollendete Thatsache geschaffen werden, ehe man ihn wieder frei läßt, und da man absolut kein Recht hat, ihn für länger fest zu halten, als es ihm beliebt, zu bleiben, hat man die schöne Por⸗ tugiesin hereitiert. Und das war klug. Er steckt nun so fest in den Banden der Liebe, daß er nichts anderes mehr denken mag und nicht sieht, was unter seinen Augen vorgeht. Ist Transvaal unser, dann wird man durch ihn Deutschland Garantien anbieten lassen, welche ein Einschreiten jener Macht als überflüssig erscheinen läßt, und Deutschlaud will nur seine Interessen schützen, es fragt viel danach, ob Oom Paul oder Jameson in Pretoria regieet. So liegt die Sache!

Das leuchtete allen ein und der andere Sprecher, welcher die Wahrheit gesagt hatte wurde überstimmt.

Ist denn diese Hexe, die Bianca wirklich so schön, wie man sagt, fragte einer.

Blendend schön und eine begeisterte Vertrrterin unserer Sache. Ich denke, man ist darauf aus, sie mit dem schönen jungen Deutschen zu verheiraten. Lord Cecil würde sie mit einer Million Pfund Mitgift ausstatten, das sind zwanzig Millionen nach deutschem Gelde. Das zieht, und die größten Erfolge der hohen Politik sind doch immer durch Weiber erzielt worden.

Ja, Rhodes, der kanns, man sagte, er ver- füge über vierhundert Millionen.

Vor Marjas Augen lag es wie ein Schleier.

eines Menschen Willen, während man im Begriff steht, Tausende hinzuschlachten. Die Wahrheit ist,

Sie war auf ihren Stuhl zurückgesunken. In dem vorhergehenden Widerstreit der Meinungen, war sie

ische Landeszeitung.

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