Gießen, Sonntag, den 18. Oktober
1896.
Ausgabe
Gießen.
che Landeszeitung.
Redaktion: 5 Kreuzplatz Nr. 4. E
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
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bokales und Provinzielles.
* Gießen, 17. Oktober. Die evangelische
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inen Antrag Dieffenbach-Koch mit großer ehrheit abgelehnt, wonach es den evan⸗ jelischen Theologen in Hessen gestattet in sollte, ihre Studien und die Falultäts⸗ külfung bei irgend einer deutschen theologischen stililt zu absolvieren. Der Antrag war in Angriff auf die in Gießen hervor- lagend vertretene freiere Richtung in ger Theologie.
* Gießen, 17. Okt. Die letzte Vete⸗ zanin unserer Stadt aus den Kriegsjahren 870%½1, welche damals als freiwillige rankenpflegerin die im Felde verwundeten krieger verpflegen half, ist gestern Mittag durch en Tod aus unserer Mitte abberufen. Frau blise Prell, geb. Henkelmann, ist im Besitze ges Sanitätskreuzes und der Kriegsdenkmünze ür Nichtkombattanten. Sie ist nach langjährigem leiden zu jener großen Armee abberufen, von er es kein Wiederkommen giebt. Mit der ktauernden Familie stehen an der Bahre der roten die Veteranen aus jener Zeit und zahl⸗ eiche unsere Mitbürger. Ehre ihrem Andenken!
Gießen, 17. Okt.(Stadttheater.) Die„Orientreise“, ein lustiger Schwank von blumenthal und Kadelburg, kam gestern zur Aufführung und wurde durch die tollen Einfälle, ie das Stück enthält, viel belacht. Die Dar⸗ teller waren sämtlich auf ihrem Platze. Ueber as neu engagierte Mitglied, Fräulein Clara deno vom Stadttheater in Breslau, schon jetzt un Urteil zu fällen, halten wir für gewagt, wenigsten ließ ihre gestrige Rolle ein solches icht zu. Wir glauben aber heute schon an⸗ gehmen zu dürfen, daß die Direktion in der
Dame eine gute Acquisition gemacht hat und
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warten haben. Der Besuch des Theaters ließ sehr zu wünschen übrig, sodaß es sich empfehlen würde, die von guten und tollen Einfällen be⸗ gleitete„Orientreise“ zu wiederholen.
Gießen, 17. Okt.(Stadttheater.) Am Sonntag geht unter Mitwirkung der hiesigen Militärkapelle die große Gesangsposse„Schützen⸗ isl“ in Szene und wird auch hier, wie überall, ihre Anziehungskraft bewähren. Voll gesunden Humors, ausgestattet mit hübschen Gesangs⸗ nummern, brachte es„Schützenlisl“ allein in Berlin auf mehrere Hundert Aufführungen. Am Montag wird auf allgemeinen Wunsch
Philippis„Dornenweg“ noch ein f⸗ geführt. 5 g“ noch einmal auf 8 Gießen, 17. Oktober. Seit gestern ist die Jagd für weibliches Rehwild offen. Ebenso sind die Schnepfen, dieses so wertvolle Wild, bei uns im Durchzuge nach dem wärmeren Klima.
* Gießen, 17. Okt. Die Strafkammer verwarf 1 die vom Gerichtsassessor Schimme pfenng eingelegte Berufung gegen das ihn wegen Widerstands gegen die Staats⸗ ewalt zu 150% Geldstrafe verurteilende Er⸗ enntnis des hiesigen Schöffengerichts. Der Verurteilte hat bekanntlich einen Schutzmann, der sich in Ausübung seines Dienstes befand, im Korpshaus der Hessen die Treppe hinab— geworfen.
* Gießen, 17. Okt. Der erste Preis der Darmstädter Pferdemarkt⸗Lotterie fiel an Herrn Friedr. Handschuch in Wembach.
* Grünberg, 17. Oktober. Der erste Gallusmarkttag(Mittwoch) war vom Wetter begünstigt. Infolgedessen herrschte ein ungewöhnlich starker Verkehr, sowohl auf dem Marktplatze, als auch in der Stadt. Der Vieh⸗ markt war stärker mit Vieh befahren, als je in den letzten 10 Jahren. Das Angebot an Schweinen übertraf bei weitem die Nachfrage, was nicht ohne Einfluß auf die Preise blieb. Besonders schlecht am Preis waren füngere Ferkel; das Paar wurde je nach dem Alter mit 26 bis 36*,. verkauft. Gesuchter waren sog. Einlegschweine oder Läufer. Dieselben galten 40, 48 bis 50% je nach der Qualität. Die Verkäufer der Schweine waren zum großen Teil auswärtige Händler. Auch die Preise des Rind⸗ viehs waren nur mittelmäßig. Dreivierteljäh⸗ rige Rinder wurden mit 60 bis 70, zwei⸗ jährige mit 130 bis 150% bezahlt. Ein zweijähriger Stier galt 200 A4; für frischmel⸗ kende Kühe wurden 250&. durchschnittlich be⸗ zahlt.— Auf dem Krammarkt waren mehrere hundert Stände aufgeschlagen. Die Verkäufer und auch die Geschäftsleute in der Stadt er⸗ freuten sich namentlich in den Nachmittagsstunden eines starken Zuspruchs. Der zweite Gallusmarktkag war weniger vom Wetter begünstigt, als der erste; es nebelte fast während des ganzen Tages. Trotzdem war der Markt aus der Umgegend wiederum gut besucht. Die Geschäftsleute sind durchweg mit dem Ergebnis des diesjährigen Marktes sehr zufrieden.
* Friedberg, 17. Oktober. Am Montag, 19. Oktober, l. J., vormittags 11¼ Uhr findet
die nächste Aufnahme der neu eintretenden
Kandidaten der Theologie in der Burg⸗ kirche statt. Mit derselben wird diesmal noch eine andre wichtige Feier verbunden sein, nämlich die Einführung und Verpflichtung des neu er⸗ nannten Direktors der Predigerseminars Herrn D. Weiffenbach und des neu eintretenden Lehrers an derselben, Herrn Professor Schöler, durch Herrn Prälaten D. Habicht.
* Langen, im Oktober. Die hiesige lan d⸗ wirtschaftliche Winterschule nimmt Neuaumeldungen zum 3. November d. J. an. Die Anstalt hat zwei Winterkurse, die je bis Ende März dauern. Reichliche Lehrmittel in neuester Ausführung sind vorhanden. Im Som⸗ mer finden Spezialkurse für Obstbau und Obst⸗ verwertung statt. Jungen Leuten, die den zwischen beiden Kursen liegenden Sommer auf einer größereu Gutswirtschaft zubringen wollen, wird Stellung vermittelt, desgleichen den Absol⸗ venten. Der Unterricht wird möglichst praktisch gestaltet und durch Demonstrationen unterstützt, wozu die musterhaft betriebenen Güter in der Umgebung von Frankfurt a. M.(mit der Bahn nur ½ Stunde entfernt) vorzügliche Gelegenheit geben. Unterricht durch 2 ständige Landwirt⸗ schaftslehrer und 8 Hilfslehrer. Die Verpflegung in guten Bürgerfamilien der Stadt ist gut und billig. Sorgsame Ueberwachung der Zöglinge in und außer der Schule in Bezug auf Fleiß, Be⸗ tragen und Wohlergehen. Programme sind vom Austaltsdirigenten zu erhalten.
* Offenbach, 17. Okt. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten wurden für die Errichtung einer städtischen Arbeitsvermit⸗ telungsstelle zur unentgeltlichen A0 für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zunächst 20 al bewilligt, während man sich die weitere Aus⸗ gestaltung der Einrichtung zu einem Arbeitsamt nach dem Muster von Stuttgart, Worms und Gießen vorbehielt, um die betreffenden Er⸗ fahrungen abzuwarten.
* Bürgel bei Offenbach, 17. Oktober. Die Die Wohlthat der bedingten Begnadigung hat ein Steinhauer aus Sandbach gründlich ver⸗
Ueberdies hat er den bedingt erlassenen Straf⸗ rest von 4½ Monaten zu verbüßen.
Klein⸗Welzheim bei Seligenstadt, 17. Okt. Die chemische Fabrik zu Fechenheim ließ in letzter Zeit zwischen Groß⸗Welzheim und Kahl Boh⸗ rungen nach Braunkohlenlager vor⸗ nehmen. Infolge des günstigen Resultats dieser Nachforschungen beabsichtigt jetzt das genannte Etablissement den Ankauf von vorerst 50 Morgen Gelände in der Flur„Magdalenenbrunn“ behufs Ausbeutung der gefundenen Kohlenlager.
* Rembrücken im Rodgau, 15. Okt. Die Fälle, daß Bürgermeister wegen dienstlicher Be⸗ leidigungen klagend vorgehen mußten, zählen in unsrer Gegend leider nicht zu den Seltenheiten. Heute stand die Ehefrau des Landwirts Georg Joseph Subtil von hier wegen Beleidigung unsres Herrn Bürgermeisters R. vor den Schranken des Schöffengerichts in Seligenstadt. Die Beschuldigte hatte auf freiem Felde aus ge⸗ ringfügiger Veranlassung dem Bürgermeister gegenüber dessen Ehefrau Eigennutz usw. vorge⸗ worfen. Das Gericht verurteilte die Be⸗ 25 wegen öffentlicher Beleidigung zu 25 A4 Geldstrafe und zur Tragung der Kosten. Dem Beleidigten wurde die Publikationsbefug⸗ nis zugesprochen.
* Mainz, 17. Oktober. Am Mittwoch Mittag 12 Uhr hält der Mittelrheinische
abrikantenverein im Konzerthaus der Liedertafel eine Vereins⸗Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a.: Die Weltaus⸗ stellung in Paris 1900 und der Gesetzentwurf betr. die Abänderung von Arbeiterschutzgesetzen. Der Reichskommissär für die Weltausstellung, Herr Geh. Regierungsrat Richter⸗Berlin, hat sein Erscheinen zugesagt. Einladungen zu dieser Versammlung haben auch die Handelskammern u Bingen, Koblenz, Karlsruhe, Darmstavt Frank⸗ 1 5 Gießen, Ade Ludwigshafen, Mann⸗ heim, Offenbach, Wiesbaden und Worms, sowie die größeren wirtschaftlichen Fachvereine von Frankfurt, Mainz und Umgebung erhalten. Industrielle, die an der Weltausstellung in Paris ein Interesse haben oder ste beschicken wollen,
scherzt. Wegen Körperverletzung wurde er zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Durch Gnadenakt wurden ihm hiervon 4½ Monate unter der Bedingung fünfjährigen Wohlver⸗ verhaltens erlassen. Vor Ablauf dieser Frist machte er sich aber einer neuen Körperverletzung schul dig, beleidigte den hiesigen Polizeidiener in Ausübung seines Berufs und widersetzte sich seiner Verhaftung. Dafür traf ihn jetzt eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten und 27 Tagen.
sind, wenn sie auch nicht Mitglieder des Vereins sind, willkommen.
* Mombach, 15. Okt. Das Anstreichen der Fensterrahmen an dem Schulhaus wurde heute vergeben. Es forderten Köhler und Kull⸗ mann 220, Brodbäcker 110 A4.(Er machts also für die Hälfte— 1)
*Nieder⸗Ingelheim, 15. Okt. Die Diebe, welche hier aus einer Fabrik den armen Arbei⸗ tern Ersparnisse in der Höhe von 7500 K
Zwischen Liebe und Pflicht. Roman aus dem australischen Buschleben
von G. Löffel.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.) Ich hatte jetzt keine andere Waffe mehr als nein Messer. Den Strick, den ich um den Leib ug, konnte ich unter Umständen benutzen, um
Jemanden zu binden.
Aber das war nur im Ausnahmefall. Meine Aufgabe war nicht, anzugreifen, sondern unbemerkt zu beobachten.
Dias ließ mich auch den Verlust meines Re⸗ olvers eher verschmerzen. 5 Wurde ich gesehen und verfolgt, dann besaß ich in meinem Pferd ein ganz sicheres Mittel zur ae Auf seine Schnelligkeit konnte ich mich ver⸗
assen.
„Meinen„Sway“(Decke mit Juhalt) nahm ich ö mit mir, um ihn zunächst am Rand der Schlucht
m Farnkraut zu verstecken. 8 Ich bewegte mich nun mit großer Vorsicht durch die Strauch- Wildnis, die jetzt, zur Nachtzeit, ge⸗ ügenden Schatten spendete, um meine Schritte zu dberdecken. Nach zwanzig Minuten war der Waldsaum reicht.
Ungewöhnlich dicht, mit manneshohem Farnkraut m Grund und Schlingpflanzen von Baum du Baum, war hier der Wald. Ich konnte mir; diese Erscheinung nur so erklären, daß der jetzt tote
Flußlauf in einer weit zurückliegenden Zeit so viel
Wasser führte, daß im Winter, wo es bekanntlich
Tag für Tag regnet, Ueberschwemmungen eintraten, die weite Gebiete unter befruchteten.* So entstand dieser fast tropische Wald,
Wa er setzten und stark
diese Dase in der Wüste. 0 i Am Rand des Gehölzes setzte ich mich auf noch eine Wiertelstunde zu ruhen und zu lauschen. 5 Außer dem früher erwähnten gespenstischen Treiben der australischen Nacht⸗Tiere, wie Opossum,
wilde Katze, Bandikut, Wombat und anderer der Flugtiere und der einzigen Nacht-Eule, war nichts, auch gar nichts zu sehen oder zu hören, was auf die Anwesenheit von Menschen gedeutet hätte.
Der Sergeant hatte von der Möglichkeit ge⸗ sprochen, daß Wachtposten ausgestellt seien.
Hatten diese meine Annäherung bemerkt und den Anderen gemeldet? Hatten die Räuber sich in ihre Schlupfwinkel zurückgezogen, um selbst zu beobachten?
Sie konnten ja nicht wissen, ob ich nicht die Vorhut einer größeren Truppe war, die jeden Augenblick eintreffen konnte.
Für diesen Fall wäre es unklug gewesen, mich sogleich aus dem Hinterhalt zu erschießen. 5
Es hätte ihre Anwesenheit verraten, wo viel⸗ leicht Keiner gefunden werden sollte.
Das waren so meine Gedanken, während ich dasaß und meine Blicke zwischen den Bäumen hinschweifen ließ.
Nach einer Viertelstunde nutzlosen Wartens brach
ich auf. 5 9 merkte mir die Stelle genau und verbarg dort meinen Sway in einem hohlen Baum, der ganz vertrocknet war und sich durch sein weißes, rindeloses Geäst weithin kenntlich machte.
Innerlich erregt, aber äußerlich ruhig, schritt ich in den Wald hinein, den ich wegen seiner Dichtigkeit und der vielen gestürzten Bäume, welche von Farnkraut ganz verdeckt waren, mit dem Pferd gar nicht hätte durchdringen können.
Das Mondlicht schuf hier eine zauberisch⸗schöne, aber auch unstäte und trügerische Beleuchtung.
Grelle Schlaglichter wechselten mit tiefen Schatten und lauschiger Dämmerung..
Ich konnte mir denken, daß man geneigt war, einen folchen Wald, der durch die ihn umgebende Wüste fast unnahbar war, mit gespenstischen Wesen zu bevölkern. f
Raub, Mord und Todtschlag hatten von jeher auf den Goldfeldern geherrscht, und man durfte annehmen, daß sie auch in der toten Schlucht im
Schwange gewesen.
Da war es gewissermaßen naheliegend, ruhelose Seelen von Erschlagenen und Mördern wieder an die längst verödete Stätte zurückkehren zu lassen, um hier, zur Nachtzeit, die jählings unterbrochene Thätigkeit wieder aufzunehmen.
Wer weiß, welcher phantasiereiche oder furchtsame Buschmann diese Mähr zuerst verkündet hatte?
Sie fand Glauben und Verbreitung, wozu die abergläubischen irischen Arbeiter wohl am meisten beitrugen.
Den ersten Erzähler verscheuchte seine dumme Gespensterfurcht, die Anderen hielt sie fern.
Niemand wagte sich wohl zur Nachtzeit mehr hierher, wo er von jeder menschlischen Hilfe voll— ständig abgeschnitten war. Die übertriebensten Ge⸗ rüchte, deren Ursprung Niemand nachforschte, gingen um; von Station zu Station wurden sie weiter kolportiert und in der Schänke mit ernster Miene besprochen.
So entstand dann die Legende von dem ge— spenstischen Goldgräber der toten Schlucht.
Mußte denn etwas Wahres daran sein?
Der Sergeant glaubte es.
Ich war nicht länger geneigt, seine Meinung zu teilen.
Vielleicht hielt auch ihn seine allerdings ver⸗ leugnete Gespensterfurcht fern und vielleicht hatte er mich nur abgesandt, um seine Neugierde zu befriedigen.
Mühsam und vorsichtig brach ich mir Bahn durch das dichte Unterholz und konnte doch nicht verhindern, daß ich mich ab und zu an vor— springenden Stümpfen und Aesten stieß und sogar einmal an der Kniescheibe empfindlich verletzte.
So etwas erhöht eine vorhandene Verstimmung uugemein.
Ich begann meine Bereitwilligkeit und Leicht— gläubigkeit zu verwünschen.
Schon eine halbe Stunde wanderte ich durch den mondhellen Wald, und noch immer wollte keine Schlucht oder überhaupt eine Vertiefung sich zeigen.
Nun fehlte nur noch, daß dies gar nicht der
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Dann war ich ja auf dem besten Weg, mich gründlich zu verirren, und aus diesem verhexten Wald vielleicht nie mehr herauszukommen.
Jährlich sterben in Anstralien Hunderte, die sich im„Busch“— das bezeichnet eben Alles, Wald und Wüste— verirrten.
Sollte ich hierhergekommen sein, um diese Zahl durch Einen zu vermehren?
Ich stand still. ich mich nach
Forschend sah hin um.
Da war ich nun mitten d'rin im Wald, ohne Steg und Wegweiser.
Und noch immer keine tote Schlucht!
Die einzige Veränderung, die ich bemerkte, war die, daß der Wald sich etwas gelichtet hatte; wenigstens war das Unterholz hier nicht mehr so dicht und gefährlich.
Ganz erschöpft warf ich mich in's Gras, um ein wenig zu ruhen, ehe ich meine planlose Wande⸗ rung weiter fortsetzte. 5
Das Farnkraut verdeckte mich so, daß ich selbst nicht gesehen werden konnte, wohl aber durch die dünne, grüne Wand einen ziemlich freien Ausblick hatte.
Ueber mir wölbte sich ein Kasuarinenbaum, durch dessen Schachtelhalme der kaum wahrnehm⸗ bare Nachtwind mit leisem Klagen strich.
Ich lauschte diesen Trauer- Melodien, welche ähnlich wie aus den Saiten einer Windharfe er⸗ tönten, und sie stimmten mich selbst todestraurig und lebens müde.
Was hatte ich denn nun mit all' meinen Mühen und Anstrengungen erreicht?
Und so war mein ganzes Leben— verfehlt; ein Jagen ohne Rast, ein Mühen ohne Erfolg.“ So würde es auch immer sein.
Ich beklagte mein Geschick, dasß mich nichts Höheres hatte erstreben lassen, als der Sklave eines fremden Willens zu sein.
Plötzlich vernahm ich ein Geräusch, als wenn ein großer Vogel durch den Wald hinfliege.
allen Seiten
Wald war, zu dem man mich gewiesen hatte.
Ich blickte überrascht auf und sah nun etwas, was mir das Blut in den Adern erstarren machte.


