Ausgabe 
18.9.1896
 
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Gießen, Freitag, den 18. September

1890.

Ausgabe

Gießen.

ische Landeszeitung,

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile.

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

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Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 17. Sept. Dem Vernehmen nach wird die Gewerbebank binnen kurzem den

Zinsfuß für bei ihr deponierte Kapitalien, so⸗

bald der Betrag 500 Mark übersteigt, von auf 3 Proz. heruntersetzen.

* Gießen, 17. September. Die demnächst zu ihren Truppenteilen abgehenden Rekruten seien darauf aufmerksam gemacht, daß sie, sofern sie der Invaliditäts- und Altersversicherung unterliegen, ihre Quittungskarten gut aufzuheben haben, da sie diese beim späteren Wiedereintritt in eine versicherungspflichtige Be⸗ niere wieder haben müssen. Wer dies Hunterläßt, hat sich entstehende Nachteile selbst zuzuschreiben.

Gießen, 17. Sept. Im Monat August dieses Jahres kamen im Bereiche des Oberpost⸗ direktionsbezirks Darmstadt 11139 4 90 an Wechselstempelsteuer zur Vereinnahmung, zusammen mit der Einnahme in den Vormonaten

des Rechnungsjahres 1896/97(April bis April):

63 326. oder 877 A 80& weniger als im entsprechenden Zeitraume des vorhergegangenen Berichtsjahres. Gießen, 17. Sept. Ver haftet wurde gestern Nachmittag ein dem Arbeiterstande ange⸗ höriger Mann, welcher sich eines Verbrechens im Sinne des§ 176 ps. 3 des Reichs⸗Straf⸗ gesetzes schuldig gemacht hat. 5 * Gießen, 17. Sept. Der Frankfurter Kleinen Presse geht von hier folgende Mel⸗ dung zu:Vor etwa sechs Monaten erhielt der frühere Oberst des hiesigen 116. Infanterie⸗ Regiments von Rosenberg seinen Abschied und jetzt hat, wie man vernimmt, sein Nachfolger, Oberst von Ma dai, der sich in den Manövern befindet, einen längeren Urlaub erbeten und er⸗ halten, gleichzeitig soll der Offizier sein Ab⸗ schiedsgesuch eingereicht haben. Man spricht hier überhaupt von einem größeren Wechsel der Offiziere des Regiments nach den Manövern. Mit demman spricht ist es so ein eigen⸗

artig Ding. Wer ist diesermau, der von

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einem bevorstehenden Wechsel im Offizierskorps

unserer Garnison spricht?

* Gießen, 17. September. Eine neue Behandlung des Kopfschmerzes hat man in Berliner medizinischen Kreisen gefunden, nach⸗ dem die erste Veraulassung dazu von London 0 Ars pe ist. Daselbst machte nämlich ein

Arzt die Beobachtung, daß sich sein Kopfschmerz, der, wie bei so vielen Menschen, seine Ursache in zu starkem Blutandrang hatte, beim Schlürfen bon kaltem Wasser milderte und bis⸗ Es hat ein deut⸗ scher Arzt namens Kronecker die physiologische 0 en e emacht, daß das Schlürfen von

affer den Puls beschleunigt. Diese

beiden Thatsachen veranlaßten nun, weitere Beo bachtungen und Untersuchungen in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Blutdeuck und Kopfschmerzen anzustellen, wobei man zu dem merkwürdigen Resultat kam, daß unter 200 Fällen von Kopfschmerzen ein großer Teil sich nach dem Schlürfen von kaltem Wasser besserte, ein anderer kleiner Teil unverändert blieb und der Rest sich sogar verschlimmerte. Da es keine billigere und andererseits sicherlich keine unschäd⸗ lichere Medizin geben dürfte, so kann Jeder, der mit Kopfschmerzen behaftet ist, die Wirkung des kalten Wassers an sich selbst probieren.

* Gießen, 17. Sept.Die Lampe brennt nicht hell, das ist eine beständige Klage und doch fehlt es dabei meist nur an Kleinigkeiten und an Sorgfalt. Die Lampe ist der Mittelpunkt abends im Zimmer, der einer angemessenen Berücksichtigung bedarf. Mit einer Mischung von Soda oder Pottasche, Seife und heißem Wasser reinige man alle 3 bis 4 Wochen die Bassins sorgfältig, lasse sie gründlich trocknen und fülle sie hierauf erst mit Petroleum. Für den frischen Docht und für den gebrauchten, an welchem sich Unxeinlichkeiten festgesetzt haben, em⸗ pfiehlt es sich, ihn tüchtig zu waschen, zu trock nen und dann ungefähr eine Stuude lang in Essig zu legen, um ihn schließlich, abermals ge⸗ trocknet, wieder in die Lampe zu ziehen. Auch die Petroleumkannen müssen wie oben gereinigt werden. Dann wird man au der Lampe seine Freude haben.

* Butzbach, 16. September. Nachdem die Nationalliberalen für die demnächstige Landtagswahl wieder ihren früheren Vertreter, Herrn Apotheker Dr. Vogt-Butzbach aufge⸗ stellt haben, wurde, in der am Sonntag zu Ost⸗ heim abgehaltenen Vertrauensmänner-Versamm⸗ lung der deutsch⸗sozialen Reformpartei der langjährige Vertrauensmann und gleichzeitiges Vorstandsmitglied der deutschfreisinnigen Partei Oberhessens, Herr Bürgermeister Jo utz von Butzbach, als Kandidat nominiert.Der Kandidat soll sich zwar, so schreibt ein Gewährsmann derKl. Pr.nicht vollständig auf das antisemitische Programm eingeschworen, aber jedoch zugesagt haben, sich von der freisinnigen Partei loszusagen und im Falle seiner Wahl parteilos zu werden. Dem Parteiorgan der Reformer zu⸗ folgewährten die Debatten über die Kufstellung eines Kandidaten sehr lange und wurden zum Teil sehr erregt, hatten aber dafür das Gute, daß ste eine nach allen Seiten hin klare und offene Aussprache mit sich beachten. Folgende Erklärung wurde protokolliert:Die Vertrauens⸗ männerversammlung des Mitteldeutschen Bauern⸗ bundes, versammelt zu Ostheim bei Butzbach, stellt für den Landtagswahlbezirk Butzbach den

in ihrer Mitte erschienenen Herrn Bürgermeister

Joutz zu Butzbach als Kandidat zur Wahl auf, nachdem derselbe erklärt hatte, daß seine Kan⸗ didatur mit der freisinnigen Partei nichts zu thun habe. Derselbe erklärte sich mit den Fordernngen und dem Vorgehen des Mitteldeutschen Bauernbundes einverstanden. Demnach hat Herr Joutz dem Freisinn endgültig Adieu gesagt.

* Bad Nauheim, 16. Sept. Das neu erbaute städtische Krankenhaus wurde am Bir Ba Tage in feierlicher Weise eingeweiht. Der Bau des Krankenhauses kostete 33000 l., das Wirtschaftsinventar etwa 10000 Mark, der durch Tausch erworbene Bauplatz ist auf 10000 al, zu schätzen, der erst begonnene Isolierbau wird auf 7000 kommen. Die ganzen Bau⸗ kosten mit Gartenanlagen werden sich auf etwa 62 000* belaufen, von denen 20000*. durch Stiftung und Schenkung aufgebracht wurden. Der Bau des Hauses ist als eine große Wohl⸗ that für die Stadt anzusehen, indem bisher vor⸗ kommenden Falles Erkrankte oder Verletzte, denen häusliche Pflege mangelte, in das städtische Hospital in Friedberg oder in das Johanniter⸗ hospital in Nieder⸗Weisel oder in die Universi⸗ tätsklinik nach Gießen verbracht werden mußten.

Ulrichstein, 16. Sept. Unser Michaeli⸗ markt sollte nicht ohne einen schweren Un⸗ fall endigen. Der Landwirt Geiß von Klein⸗ Felda befand sich mit seinem von zwei Pferden gezogenen Wagen, auf dem sich die zwei Kinder des Besitzers befanden, auf dem Heimwege. Auf der steil abfallenden Staatsstraße beauftragte er einen Mitfahrenden, das Hemmwerk anzuziehen. Noch ehe dieser Auftrag ausgeführt werden konnte, gingen plötzlich die beiden Pferde durch. In rasendem Lauf stürmten sie die steile Straße herunter. An einer scharfen Biegung des Weges wurde der Wagen wider einen Baum geschleu⸗ dert und ging in Trümmer. Die beiden Kin⸗ der flogen auf eine die Straße säumende Wiese und nahmen glücklicherweise keinen Schaden. Schwer verletzt wurde dagegen ihr Vater. Jedenfalls wurde er mit dem Kopfe gegen einen Baumstamm geschleudert, denn er erlitt an der einen Kopfseite so schwere Verletzungen, daß er bewußtlos nach Ulrichstein getragen werden mußte. Hier befindet er sich in ärztlicher Be⸗ handlung: die erhaltenen Wunden sind bedenk⸗ licher Art. Die vom Wagen losgerissenen Pferde legten noch eine Stunde Wegs auf ihrer Flucht zurück und konnten erst bei Unter⸗Seibertenrod gestellt werden. Ein andrer Unfall der sich ebenfalls auf dem Markte ereignete, lief glimpflicher ab. Ein Landwirt von Ruppertenrod hatte ein Rind gekauft und wollte es vom Markte bringen. Das Tier wurde wild und ging durch. Der es am Halse haltende Besitzer fiel zu Boden, wurde mit fortgerissen und durch ein in der Nähe befindliches Wasser

geschleift. Mit dem Schrecken und einigen leichten Verrenkungen nebst gründlichem Wasser⸗ bad kam er davon.(D. Ztg.)

Mainz, 16. Sept. Wie dieFrkf. Ztg. zuverlässig erfährt, nimmt die preußische Regie⸗ rung, nachdem die Hessische Ludwigs⸗Eisenbahn verstaatlicht worden ist, zu dem Projekte der Errichtung einer elektrischen Straßenbahn⸗ Verbindung zwischen Mainz und Wiesbaden eine ablehnende Haltung ein. Sie ist der An⸗ sicht, daß der Verkehr zwischen beiden Städten ein zu bedeutender sei, als daß eine Straßen⸗ bahnverbindung dafür genüge und soll auch darauf hingewiesen haben, daß sie in absehbarer Zeit eine Bahnverbindung zwischen Mainz und Wiesbaden mit Ueberbrückung des Rheines her⸗ stellen werde.

Worms, 16. Sept. WegenWässerus der Milch wurden von dem hiesigen Schöffen⸗ gericht in seiner gestrigen Sitzung drei Frauen aus unseren Nachbarorten zu 100, 150 und 300 aal. Geldbuße verurteilt.

Vermischtes.

Eindummer Junge. Große Heiterkeit erregte eine Szene, die sich nach demKl. Journal kürzlich im Sitzungssaale der zweiten Strafkammer am Berliner Landgericht II abspielte. Ein achtzehnjähriger Schlossergeselle war wegen Hehlerei angeklagt. Sein Ver⸗ teidiger suchte die That alsDummen⸗Jungenstreich dar⸗ zustellen und ging so weit, zu behaupten, der Angeklagte sei nicht als ein reifer, überlegungsfähiger Mensch zu be⸗ trachten, derselbe sei lediglich noch eindummer Junge. Als das Plaidoyer des Verteidigers zu Ende war, stellte der Vorsitzende die übliche Frage:Angeklagter, was haben Sie noch anzuführen? Der Angeklagte schweigt und blickt hilflos seinen Verteidiger an. Vors.:Ste schließen sich wohl den Ausführungen Ihres Herrn Ver⸗ teidigers an? Angeklagter:Ja! Vors.:Auch bezüglich der Ihnen seitens Ihres Herrn Verteidigers zu Teil gewordenen Titulatur? Angekl.:Ja! Dieses Ja erregte beim Gerichtshofe wie im ganzen Saale allgemeine Heiterkeit, der Angeklagte gab damit zu,ein dummer Junge zu sein, aber vielleicht hat ihn diese Be⸗ stätigung vor der Bestrafung gerettet, denn der Gerichts⸗ hof nahm an, daß der Angeklagte nicht das Bewußtsein von der Rechtswidrigkeit seiner Handlung gehabt habe. Der größte aller bisher in Deutschland gebauten Dampfer, der SchnelldampferBarba⸗ rossa, lief Sonnabend Nachmittag in Hamburg auf der Werft Blohm und Voß vom Stapel. Der Dampfer hat 525 Fuß Länge, 60 Fuß Breite und 38 Fuß Tiefe. Er ist noch 25 Fuß länger, als der Typ der Schnell⸗ dampfer der Amerikalinie, derFürst Bismarck. Er hat zwei Promenadendecks unter den überhaupt sieben Decks. Das Mittelschiffshaus(auf dem Oberdeck) hat eine Länge von 256 Fuß. In den Kajüten haben 280 Passagiere Platz; allenfalls können insgesamt 2300 Personen mit dem Schiffe befördert werden. Es hat 28 Tanks, von denen ein Teil zur Aufnahme von je 250 Kubikmetern Trinkwasser dient. Der Destillierapparat kann in 24 Stunden 18 000 Liter Trinkwasser herstellen. Der

Marja, das Heldenmädchen von Transvaal. Zeitroman von Pieter Vryburg (Fortsetzung.) 1 Mein Bruder, der Oberst ja ja, sagte er, um seine Verlegenheit zu verbergen. Wen kannte dieser Deutsche nicht bereits; und wie es schien, hatte er gerade die Ansichten derjenigen Persönlich⸗ leit erforscht, welche für die Lage in Transvaal die maßgebenden waren. Er zwirbelte mit nervös zuckenden Fingern seinen kurzgeschnittenen Schnurr⸗ bart.Wo trafen Sie meinen Bruder? orm Rand- Club, welcher mit aller Gediegen⸗ heit die Pracht eines orientalischen Fürstenhofes vereinigte. Uebrigens haben Sie in den Trans⸗ vaalstädten und hier recht gefällige und beachtens⸗ werte Architekturen. 098 ö Kurt gab hiermit dem intimen Gespräch eine allgemeine Wendung und Rhodes verstand den Wint. Er überließ den gefährlichen Deutschen bald sich selbst und seiner verführerisch schönen Bundes⸗ gzenossen Bianca Capella. 8 5 Warum sagten Sie mir nicht, daß der Graf meinen Bruder kenne? wandte er sich ziemlich schroff an seinen Vertrauten Dr. Jameson. Ich wußte es selbst nicht, entgegnete jener betroffen. Woher hatten Sie denn Ihre Informationen über diesen Deutschen? Jameson näherte seinen N ö allmächtigen Gönners und flüsterte ihm einen zu, der den Lord staunen machte. g Dem?! sagte er.Jameson, wenn Sie sich da nur nicht eine Falle haben stellen lassen! Warum machte Ihnen aber mein Bruder nicht diese Mitteilung? Der Gouverneur zog die Brauen zusammen.

Mund dem Ohre seines Namen

Ihre Thätigkeit als Ministerpräsident in Cap⸗ stadt, Mylord, hat Ihnen keine Zeit gelassen, den diesseitigen Vorgängen wie früher volle Aufmerk⸗ samkeit zu schenken. Der Herr Oberst hat zwar nur geraten, den Zeitpunkt des geplanten Ein⸗ falles in Transvaal zu verschieben, von meinen Emissären weiß ich aber, daß er ein Gegner des ganzen Plaues ist und eine Reform der Revolution vorzieht. Man sagt

Nun was? Reden Sie! 5

Der Herr Oberst verfolge Sonderinteressen, welche als höchstes Ziel die Befriedigung seines Ehrgeizes hätten. Ich mochte Ihnen das nicht sagen. Wenn Sie mich darnach fragen, muß ich reden.

Der Lord stampfte mit dem Fuße auf.

Die Befriedigung seines Ehrgeizes im Boeren⸗ staate? fragte er scharf.

So scheint es. 5

Hölle und Teufel! Und ich das nicht sehen, nicht wissen! O, ich werde ihn anderen Sinnes machen. Ich werde die Rückreise nach Capstadt über Mafeking und Johannesburg autreten.

Wird das nicht später zu gewissen Deutungen Anlaß geben? warnte Jameson.Ich meine, Sie wollten den ganzen Vorgängen mit Ihrem Namen fern bleiben. Und Ende des Monats geht der Sturm los. ö

So machen Sie mir einen anderen Vorschlag. Sprechen muß ich meinen Bruder. Ich habe Ein⸗ fluß auf ihn und werde seinem Streben mit wenigen Worten einen höheren Flug geben.

Treffen Sie Nachts in Mafeking außerhalb Transvaalischem Boden zusammen und reisen Sie über Kimberley nach Capstadt weiter. Es wird dann niemand sagen können, daß Sie in dieser Zeit in Trausvaal gewesen seien.

Die Idee ist gut, sagte Rhodes nach kurzer

Ueberlegung.Soll ich ihm schreiben?

Ueberlassen Sie das mir. Ich werde ihm durch Dritte Ihren Wunsch zu erkennen geben.

Rhodes nickte und wendete sich wieder seinen Gästen zu. Bewundernde Blicke folgten jeder seiner Bewegungen, und wo er geruht, ein Wort zu sprechen, lauschte man demselben wie einer höheren Offenbarung. Er war in der That der erste Mann in Süd⸗Afrika.

Auch auf Jamesons unheimlich düsteren Zügen lag noch verklärendes Lächeln, als sein großer Freund und Gönner ihn verlassen hatte. Freilich, wenn Rhodes, der eben nach ihm hinblickte, seine Gedanken hätte lesen können, würde er jählings erschrocken sein.

Das habe ich gut gemacht, dachte er.Der Keim der Feindschaft zwischen den beiden Brüdern ist gelegt, und ich brauche nur den Oberst nicht von der Begegnung in Mafeking zu benachrichtigen, um eine ernste Scheidung herbeizuführen. Ich weiß schon, was Mylord plauen: Ihren Bruder zum Gouverneur des durch mich zu erobernden Staates machen. Ich könnte dann die Administration in Betschuanaland weiter führen. Das liegt nicht in meinem Plan. Ich werde, wenn es so weit ist, die Diktatur ergreifen und mich zum Herrn des Gold landes machen. Mir genügen keine elenden Hundert⸗ tausend aus Sir Cecils Millionenschatz. Ich will selber Millionen erwerben, wie er, und mich adeln lassen, wie er. Mag er die Mittel zur Ausfüh⸗ rung hergeben, die Idee des Einfalles in Transvaal ist die meine, und ich werde nicht der Narr sein und für andere die Kastanien aus dem Feuer holen.

14. Kapitel. Liebe und Eifersucht. Marja war in Buluwayo angekommen. So lange hatte sie ihre Verkleidung verheim lichen können, da sie absichtlich jede Begegnung auf

ihrem Wüstenritt mied. Nun galt es, auch au dem

Verdacht zu erwecken.

Zu diesem Zwecke war sie erst Abends in die Stadt geritten. Sie suchte den erstbesten, größeren Gasthof auf. Ihre Kenntnis der englischen Sprache und eine auf dem langru Ritte durch die Einsam⸗ keit geübte Verstellung ihrer Stimme, sowie das hier herrschende rege Leben und Treiben machten es ihr möglich, unerkannt zu bleiben. Sie sagte, daß sie übermüdet sei und allein auf ihrem Zimmer zu, speisen wünsche.

An Entbehrungen gewöhnt, genoß sie nur wenig. Dann warf sie sich auf ihr Bett, um auszuruhen und ihre Lage zu überdenken.

Sie mußte zunächst Näheres über den Deutschen zu erfahren suchen, und das konnte sie am unauf⸗ fälligsten auf der Straße unter dem Schutze der Dunkelheit.

Marja's nächste Sorge war, ihr sehr reiches, seidenweiches Blondhaar, das sie nicht gern opfern wollte, so zu frisieren, daß es nicht zum Verräter an ihr würde. Sie bewies darin ein recht weib⸗ liches Geschick, obwohl sie bisher diesem Teil ihrer Toilette wenig Aufmerksamkeit zugewandt hatte. Von einem unterwegs angetroffenen Hausierer batte sie in dieser Vorsicht ein paar Päckchen Haarnadeln, Band und dergleichen erstanden, und bald war das gut befestigte Haar mit einem Gewirr kurzer Locken verdeckt, so daß sie selbst den Hut hätte abnehmen können, ohne sogleich als Mädchen erkannt zu werden. Ihre zarte Gesichtsfarbe verdeckte sie mit dem Saft einer wildwachsenden Beere, welche sie

diese für unschädlich erkannt hatte. schönen Mädchen ward so mit einem Kuustgriff ein bildhübscher Junge, ein Geständnis, das sie sich, vor dem Spiegel stehend, selost errötend machte.

(Fortsetzung folgt.)

bevölkerten Orte unbemerkt zu bleiben, um keinen 1

ebenfalls auf ihrem langen Wüstenritt gepflückt und N Aus dem

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