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seiner Ehefrau schuldig befundenen Mann zu 40 Schlägen am Prügelpfosten oder zu einem Jahr Gefängnis oder zu beiden zu verurteilen. Ein Herr Friedrich Wolff in Baltimore, Frederick Avenue, der seine Frau fortgesetzt mit Prügeln zu traktieren pflegte, wußte sich aber zu helfen, als seine Frau ihm drohte, sie würde, wenn er sie noch ein einziges Mal schlüge, Anzeige gegen ihn einreichen, und er könne dann am Prügel⸗ pfosten ausfinden, wie ihm das gefiele. Er engagierte nämlich einen Bekannten, Christian Holzwert, der sich verpflichten mußte, gegen ein bestimmtes„Honorar“ die„Züchtigung“ der Frau Wolff, sobald ihr Ehemann eine solche für not⸗ wendig erachten würde, vorzunehmen. Dieser Fall ist denn auch verschiedentlich eingetreten, schließlich klagte aber Frau Wolff ihre Peiniger bei Gericht an. Der Richter mußte, wie er selbst erklärte, zu seinem großen Bedauern von der Verhängung der Prügelstrafe absehen, da es nicht die eigene Frau war, die Holzwert ge⸗ schlagen hatte, dagegen verurteilte er ihn zu 6 1 5 8 5 Gefängnis und 5 Dollars Geld— strafe. Wolff ging frei aus.
Das Geständnis des Massen⸗ mörders. In Minneapolis wurde vor einigen Tagen der Mörder Harry Hayword durch den Strang gerichtet, weil er ein junges Mädchen, Katharina Ging, getödtet hatte, nachdem er ihr die Ersparuisse herausgelockt hatte. Der Mörder schrieb volle zwei Tage bis in die sinkende Nacht hinein an einem Schriftstück in seiner Zelle, von dem er sagte, daß die Amerikaner große Augen machen werden, wenn sie dessen Inhalt erfahren. Einem Gefangenen gegenüber erklärte er, daß er sich nur wundere, nicht schon früher gehängt worden zu sein. Er versiegelte das Aktenstück und bestimmte, daß es eine halbe Stunde nach seinem Tode geöffnet werden möge. Dies geschah auch. Hayword gestand darin, außer der Ging noch vier andere Personen ermordet zu haben, so ein hübsches Mädchen, Namens Carrie Haß, das er in Pasadera in Californien erschoß. Er raubte ihr 700 Dollars und schoß ihr eine Kugel in die Brust, den Leichnam versenkte er ins Meer. Dann tödtete er einen Mann, der an der Auszehrung gelitten, und der ohnedies nicht lange gelebt hätte. Einem Chinesen, der im Spiel 1000 Dollars gewonnen hatte, lauerte er auf und schoß ihn nieder und in El Paso tödtete er einen Mexikaner. Seinem letzten Opfer, Ging, habe er dreitausend Dollars ab—
genommen. Zum Schlusse seines Geständnisses sagt Hayword, daß er es nicht bedaure, die Thaten verübt zu haben.„Ich habe meinen Spaß gehabt und bin bereit, ihn zu be— zahlen.“ So schließt das Geständnis des Massenmörders.
— Ein Millionendieb verhaftet. In
Antwerpen wurde vor acht Tagen ein Eng— länder, der mit vier Riesenkoffern in einem Gasthofe abgestiegen war, verhaftet; er hatte unter vier verschiedenen Namen bei Antwerpener Banken je 500 Fres. niedergelegt und sich durch sein ganzes Auftreten verdächtig gemacht. Alle vier Koffer erwiesen sich mit Sand gefüllt. Heute ist die Persönlichkeit des Engländers klar gestellt. Der Festgenommene ist der 1844 in Newyork geborene Mac Donnel!; er hatte die englische Bank durch Fälschung um 3 Millionen Fres. im Jahre 1873 bestohlen und war zu lebenslänglichem Zuchthause verurtheilt worden. Er wollte in Antwerpener Banken neue Schwin⸗ deleien ausführen. Eine Brieftaube als Lebens- retterin. Ein am Niyassasee stationierter eng— lischer Beamter erlitt kürzlich, bei einer Ver⸗ messungsfahrt von plötzlichem Unwetter überrascht, Schiffbruch auf der kleinsten der im See ge— legenen Dikomo-Inseln. Merkwürdigerweise nahm eine Brieftaube auf der Flucht vor einem Raub⸗ vogel ihren Weg nach demselben Felseneiland und fiel den Schiffbrüchigen in die Hände, die das Tierchen als eine vom Sturm verschlagene Taube ihrer eigenen Station erkannten. Mit einer sportgerechten Botschaft ließ man die Taube wieder fliegen und am zweiten Tage schon nahte eine vom Lande abgesandte Pinasse zur Rettung der Männer, die schon den sicheren Hungertod vor Augen gesehen hatten.
Mit Vorbehalt. Der Bankier Tausend⸗ meier zeigt einem Freunde seine neue Wohnung; beim Eßzimmer angelangt, erklärt er:„Meine
Frau hat schon ausgemessen, hier können, Gott
behüt', vierzig Personen speisen.“
Letzte Telegramme.
Hd. Leipzig, 15. Jan. In dem Landes⸗ verratspro zeß gegen Schoren und Genossen erklärt das„Leipziger Tageblatt“, daß die um⸗ fangreiche Anklageschrift soeben fertiggestellt wurde und daß die Verhandlungen voraussicht⸗ lich in der ersten Hälfte des Februar vor dem
vereinigten zweiten und dritten Strafsenat des Reichsgerichts stattfinden werden.
Hd. München, 15. Jan. Nach den „Münch. Neuesten Nachrichten“ soll dem Fürsten Bismarck am 18. Jan. eine ganz besondere kai⸗ serliche Auszeichnung zu Teil werden.
Hd. Paris, 15. Jan. Man bespricht hier sehr einen Zwischenfall, der sich gestern bei der Beerdigung des Sozialisten Avez er⸗ eignete. Eine Deputation des Bureaus der Kammer wohnte der Feier bei, darunter auch der frühere Minister Poincarre. Dieser weigerte sich, weil ein rotes Bahrtuch zur Verwendung gekommen war, den Zipfel des Tuches zu tragen, was allgemein Aufsehen erregte.
Hd. Paris, 15. Jan. Im Justizpalais zeigt man sich sehr erregt über die übertriebenen Gerüchte von Verhaftungen und Haussuchungen bei Offizieren. Es wird offiziös festgestellt, daß bis jetzt kein Offizier durch irgendwelchen gericht⸗ lichen Prozeß in die Angelegenheit Lebaudy ver⸗ wickelt wurde.
Hd. Paris, 15. Jan. Der Figaro glaubt, daß Kaiser Wilhelm bei seinem Telegramm an den Präsidenten Krüger als Ziel im Auge hatte, die Herbeiführung eines herzlichen Einvernehmens mit Holland und die Anbahnung der Heirat eines deutschen Prinzen mit der Prinzessin Wil⸗ helmine von Holland.
Hd. Paris, 15. Jan. Dem Gaulois zu⸗ folge beschränkt sich der angebliche Austausch von eigenhändigen Handschreiben zwischen Kaiser Wilhelm u. der Königin Victoria auf vermittelnde Schritte des Herzogs von Sachsen-Coburg⸗Gotha, ein langes und herzliches Telegramm des Kaisers Wilhelm an die Königin Victoria und eine von letzterer der Herzogin von York diktierte Antwort.
Hd. Paris, 15. Jan. Der bekannte Rechts⸗ anwalt Demanche hat die Vertheidigung Artons vor dem Assisenhof für den Fall der Ausliefe⸗ rung übernommen.
Hd. Paris, 15. Jan. Die Libre Parole veröffentlicht eine Notiz, derzufolge der Direktor eines großen Blattes auf dem Punkte stehe, ver⸗ haftet zu werden. Die Verhaftung wäre bereits 1 wenn nicht eine hohe Person interveniert hätte.
Hd. London, 15. Jan. Chamberlain telegraphierte an Robinson und sprach die Be⸗ fürchtung aus, daß die zahlreichen Verhaftungen in Johannesburg die Industrie lahm legen köunken. Zugleich erkundigte er sich, wessen die Verhafteten
angeklagt werden, ob Bürgschaften zulässig seien 5 welche Strafen die Verhafteten zu gewärtigen ätten.
Hd. Warschau, 15. Jan. In Sphitomir wurde der Rechtsanwalt Korczynski auf scheuß⸗ liche Weise ermordet. Sein Körper wurde buch⸗
dann den Geldschrank und raubten eine bedeu⸗
tende Geldsumme. Der Ermordete galt sehr reich. Von den Thätern fehlt jede Spur.
Zur Beachtung.
Die„Hessische Landes⸗Zeitung,
Ausgabe Gießen“ wird regelmäßig
sãmmtliche
Holzversteigerungen und Submissionen
der Provinz Oberhessen(Kreise Gießen, Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Lau⸗ terbach und Schotten) und des Kreises Wetzlar veröffentlichen.
Die Holzversteigerungen und Submissionen der Kreise Biedenkopf, Marburg, Kirchhain, Ziegenhain, H omberg und Frankenberg finden unsere Leser dagegen in der Marburger Ausgabe der„Hessischen Landes⸗Zeitung“.
Die„Hessische Landes⸗Zeitung“ bringt diese wichtigen Bekanntmachungen also in einer Vollständigkeit, wie sie kein anderes hiesiges oder auswärtiges Blatt zu bieten vermag.
Die
amtl. Bekanntmachungen
der Stadt und des Kreisamts Gießen
werden ebenfalls in der„Hessischen Landes⸗
Zeitung, Ausgabe Gießen“ regelmäßig
zu finden sein.
dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann,
beide in Gießen.
Holzversteigerungen.
Annerod.(Gemeindewald). In den Abteilungen 4 Pfingstweide und
7 Neuwieß. A. Bau- und Werkholz:
124 Eichenstämme von 15 24 em Durchmesser, 5— 10 m Länge, 24,98 im haltend, 393 Fichten- und Kiefern-Stämme, 16—42 em Durchmesser, 6 bis 18 m Länge, 158,56 km haltend, 41 Eichen-Derbstangen, 13—14 em Durch- messer, 6— 10 m Läuge, 4,13 lm haltend, 105 Fichten-Derbstangen, 10—14 om Durchmesser, 10—15 m Läuge, 16,71 km haltend.
BB. Breunholz:
22,6 rm Eichen⸗Scheitholz, 22 rm Nadel-Scheitholz, 29 rm Eichen-Knüppel, 56 rm Nadel⸗Knüppel, 650 Eichen-Wellen, 2570 Nadel-Wellen, 78 rm Eichen— und Nadelstockholz.
Donnerstag, den 16. Januar 1896, Vorm. 9 Uhr.
Die Zusammenkuuft ist an der Tempelschneiße am Steinerwald am Anue— röder Feld.
Bemerkt wird, daß das Eichenstammholz sich zu Wagnerholz eignet.
Obbornhofen(Gemeindewald). 56 xm Buchen-Scheiter, 8 xm Eichen-Scheiter, 86 rm Buchen⸗Knüppel, 12 rm Eichen Knüppel, 3 rm Nadel-Knüppel, 75 xm Buchen-Reisig, 41m
Eichen⸗Reisig, 14 1m Nadel-Reisig, 132,2 rm Buchenstöcke, 12 rm Eichen stöcke, 4 xm Nadel-
stöcke, 52 Eichenstämme, 15—48 em Durchmesser und 4—16 m Länge, 29,77 km haltend, 29 Lärchenstämme, 24—3 em Durchmesser und 6—15 m Länge, 11,80 fm haltend. Freitag, den 17. d. Mies, Vormittags 10 Uhr.
Zusammenkunft an dem Vicinalwege vor dem Walde.
Staufenberg.(Gemeindewald). Distrikt Lahnkopf. 25 Eichenstämme mit 8,51 fm“ 18 Nadelstämme mit 3,00 fm, 79 Nadel⸗Derbstangen, 164 rm Buchenscheitholz, 8 rm Eichen⸗ scheitholz, 30 rm Buchen- und Eichen⸗Knüppelholz, 2700 Wellen Buchen-Reisholz, 40 xm Buchen- und Eichen⸗Stockholz;
Montag, den 20. Januar l. J., Vormittags um 9½ Uhr.
Zusammenkunft auf der Staatsstraße diesseits der Tiefenbach,
Langsdorf.(Gemeindewald). 25 Fichtenstämme von 14—30 em Durchmesser und 14—22 m Länge, enthaltend 18 fm, 290 Kiefernstämme von 16—30 em Durchmesser und 8 bis 18 m bänge, enthaltend 150 km, Kiefern-Grubenholz enthält 30 km, 850 Fichtenstang en, enthaltend 30 fm.
Freitag, den 17. Januar d. J.
Die Zusammenkunft ist um 9½ Uhr im Ort.
Nunkel a. d L.(Fürstlich Wiedischer Wald). orten Bachhofswald und Herrnwald bei Station Schupbach der Kerkerbachbahn im Bachhofs— wald: 172 Eichenstämme 131,67 km. 11 Buchenstämme 3,92 km, 34 rm Buchen Klafter-Nutz⸗ holz.— Unter den Eichenstämmen besinden sich 50 Stück von 1—3 km, darunter 36 Stück
1. Klasse. Freitag, den 21. Januar d. J., Vormittags 10 Uhr. Anfang im Bachhofswald.
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Fest-Pfogfamm
Feier der fünfundzwanzigsten Wiederkehr des Jahres- tages der Kaiser- Proklamation in Versailles, des Gedenk- tages der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches.
Samstag, den 18. und Sonntag, den 19. Januar: Beflaggung der Stadt.
Samstag, den 18. Januar, Morgens 7½ Uhr: Weckruf der Re- gimentskapelle; Mittags 12—12½ Uhr: Glockengeläute; Abends 7½ Uhr: Illumination der Stadt.
Sonntag: den 19. Januar, Mittags 11½ 12 ½ Uhr(bei günstiger Witterung): Militär-Konzert auf der Südanlage, zunächst der Goethestrasse; Nachmittags 4 Uhr: Festakt in Steins Garten; Abends 7½ Uhr: Festkommers ebenda.
Die Einwohnerschaft Giessens laden wir hierdurch ein, an diesen Veranstaltungen regen Anteil zu nehmen, insbesondere aueh durch Be- flaggung und Illumination aller Häuser die Feier zu verherrlichen und damit auch äusserlich den Gefühlen des Dankes und der Freude Aus- druck zu geben, mit welchen an diesen Pagen— wie im ganzen glück- lich geeinten Deutschland, so auch in unserem Giessen— man der grossen Errungenschaft des Jahres 1870/% 1 einmütig gedenkt.
Giessen, den 10. Januar 1896.
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