gegenwärtig im roten Saale des ehemaligen kurfürstlichen Schlosses ausgestellt ist, erregt die Bewunderung der zahlreichen Beschauer, die sich an dem genialen Entwurfe unseres Stadtbau— meisters, Herrn Baurat Kreyßig, erfreuen. Der herrliche Monumentalbau wird seiner Zeit das große Werk der Stadterweiterung würdig krönen, unserer Stadt zur Zierde und seinem genialen Schöpfer zur Ehre.(Mzr. Tgbl.)
Vermischtes.
— Der Geburtsschein des Urwäldlers. Ein Mann, der bereits 20 Jahre in Leipzig wohnt und jetzt Leipziger Bürger und sächsischer Staatsangehöriger werden möchte, ist dadurch in Verlegenheit versetzt worden, das die Behörde von ihm die Beibringung eines Geburts⸗ zeugnisses forderte. Er hat nämlich in einem Urwalde Amerikas das Licht der Welt erblickt und ist in Folge dessen außer Stande, das verlangte Zeugniß beizubringen. Auf seine Vorstellungen hin ist ihm nachgelassen worden, wenigstens eine— beglaubigte Bescheinigung herbeizu⸗ schaffen. Aber auch dies dürfte nicht so leicht sein, da man ja im Grunde genommen wieder nichts Anderes verlangt, als ein Geburtszeugniß, das nun einmal für ihn nicht zu haben ist. Denn sein Vater hatte sich seiner Zeit, wie die„Leipziger Ger.⸗Ztg.“ berichtet, mitten im Urwalde angesiedelt, ein Stück urbar gemacht, und hier in der Wildniß wurde der jetzige Bewerber um das Leip⸗ ziger Bürgerrecht geboren, fern ab von Standesbeamten, Priestern oder anderen Personen, die das freudige Ereig⸗ niß in der Blockhütte hätte verzeichnen können. Wenn man in Leipzig bei der ungewöhnlichen Lage des Falls nicht ein Einsehen hat, wird der Mann wohl darauf verzichten müssen, sich Leipziger Bürger und sächsischer Staatsunterthan zu nennen..
— Zur Lösung der Frage, wie sich die Wär me⸗ zunahme von der Oberfläche der Erde nach ihrem Innern hin vollzieht, ist bisher das einzig Feststehende, daß von einer gewissen Tiefe(20 bis 25 Meter) unter der Erdoberfläche an eine dauernde Zunahme der Tempe⸗ ratur nach dem Innern zu stattfindet. Diese Thatsache ist das Ergebnis zahlloser Wärmemessungen in Bergwerken und Bohrlöchern, aber selbst die tiefsten Bohrlöcher der Erde kommen im Verhältnis zum Durchmesser unseres Planeten nur einem winzigen Nadelstich von 1 Zehntel Mm. Tiefe auf einem großen Globus von 1 Meter Durchmesser gleich. Das tiefste Bohrloch der Welt war bis vor zwei Jahren das von Schladebach bei Merseburg, seit dem Mai 1893 aber hat, die Bohrung von Paruscho⸗ witz im Kreise Rybnik in Oberschlessien jenem den Rang abgelaufen. Dieses ist 2003,34 Meter tief, jenes nur 1784,4 Meter. In den neuesten und besten Lehrbüchern der Geologie findet man heute ziemlich übereinstimmend die Angabe, daß die Temperatur nach dem Erdinnern im Mittel je 33 Meter um ein Grad Celsius zunehme. Aber in den preußischen Bergwerken allein schwankt der Betrag der Tiefenstufe für 1 Grad Wärmezunahme zwischen
115,3 und 15,5 Meter. Eine noch langsamere Wärme⸗ zunahme, als der Wert 115,3 bedeutet, zeigten die Be⸗ obachtungen, die in einem neuerdings bis zu einer an⸗ sehnlichen Tiefe gestoßenen Bohrloche bei Calumet(Michigan) gemacht wurden. Dort wurden gemessen in 35 Meter Tiefe 15 Grad und in 1364 Meter nur 25 Grad. Da⸗ nach berechnet sich die Wärmezunahme als 1 Grad auf 136,4 Meter. Es ist dies wohl die langsamste Wärme⸗ zunahme, die bisher jemals gefunden worden ist. Wenn man annimmt, daß die Temperatur in größeren Tiefen nach dem gleichen Gesetz zunimmt, so würde der Schmelz⸗ punkt der wesentlichen Gesteine der Erdkruste, d. h. die Grenze der festen Erdkruste, erst in etwa 129 Kilometer erreicht werden, während man die Decke der Kruste bisher zu 30—40 Kilometer angenommen hatte.
— Gut eingeführt.„Sie kommen gewiß wegen der vakanten Dienerstelle?“—„Jawohl, Herr Baron!“—
„Ist sonst noch Jemand im Vorzimmer?“—„Nein! Es war noch ein Herr mit einer Rechnung da— den hab'
ich aber gleich hinausgeworfen!“
Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten— Versammlung, Donnerstag, den 16. April 1896, Nachmittags halb 4 Uhr.
1. Versetzung eines Briefkastens vom Brückschen nach dem Zimmerschen Hause am Kreuzplatz. f
2. Gesuch des C. Stiasny wegen Belassung eines Firmenschildes an seinem Geschäftslokal, Asterweg 6.
3. Gesuch des Georg Bichler um Erlaubniß zur Er⸗ bauung einer Waschküche.
4. Desgl. der Jakob Helfenbein Wwe. zur Errichtung einer Eishalle.
5. Errichtung eines Arbeiterhäuschens im Neustädter⸗ feld seitens des Heinrich Rinn 5.
6. Gesuch des Georg Troß um Erlaubniß zur Er⸗ richtung eines Häuschens am Krofdorferweg.
7. Baugesuch der Joh. Gg. Weber Söhne für die Neuenbäue.
8. Gesuch des Bleichers W. Schmall wegen Anlage von Treppen auf der Böschung des neuen Wieseckbettes.
9. Gesuch des Gabelsberger Stenographenvereins um Ueberlassung des Saales im alten Rathhause.
10. Die im Jahre 1895 abgehaltene landwirthschaft— liche Ausstellung; hier: die dabei verwendeten Fahnen.
11. Die Errichtung eines Rettungshauses für das Großherzogthum Hessen und die Provinz Hessen⸗Nassau.
12. Neubau eines Schuldienerwohnhauses bei der Stadtmädchenschule.
13. Baugesuche der Baugenossenschaft des evangel. Arbeitervereins für die Landmannstraße.
14. Errichtung einer kaufmännischen Fachschule; hier Gesuch um Schenkung eines Bauplatzes.
Hunderttausende werden weggeworfen durch unzweckmäßige Abfassung von Annoncen und durch Benutzung ungeeigneter Zeitungen. Ein Iuserat muß nicht
allein sachverständig und treffend abgefaßt sein, sondern es ist auch der Leserkreis der Zeitungen in Betracht zu ziehen. Auf dem weiten Felde des Zeitungswesens wird sich der Laie nicht leicht orientieren und deshalb eines erfahrenen und zuverlässigen Rathgebers be⸗ dürfen, um sein Geld nutzbringend anzulegen und mit einiger Sicherheit Erfolge zu erzielen. Ein berufener Führer ist die älteste Annoncen⸗Expedition Haasenstein u. Vogler, A. G., Frankfurt a. M. Vertreten in Gießen durch Gust av Wohlmuth, Seltersweg. Durch 40 jährige Praxis, welche zu den intimsten Ver⸗ bindungen mit allen Organen der Zeitungspresse des In⸗ und Auslandes geführt hat, ist sie mit ihren zahlreichen Zweighäusern und Agenturen vorzugsweise in der Lage, dem inserirenden Publikum sich in jeder Weise nützlich zu machen. Alle Aufträge werden prompt und billigst aus⸗ geführt, da nur die Originalzeilenpreise der Zeitungen berechnet werden, und kommen auf diese Preise bei belang⸗ reicheren Aufträgen noch die höchsten Rabatte in Abrech⸗ nung. Man versäume deshalb nicht, sich bei obiger Firma vor Vergebung eines Annoncen-Auftrages erst ge⸗ nau zu informiren.
Neueste Telegramme.
Hd. Troppau, 14. April. Der hier tagende Handwerker⸗Kongreß beschloß die immerwährende Ausschließung des antisemitischen Abgeordneten Schneider von allen Handwerks⸗Kongressen.
Hd. Wien, 14. April. Sämmtliche Blätter mit Ausnahme der sozialistischen Zeitungen und dem klerikalen Vater⸗ land widmen dem deutschen Kaiserpaar äußerst sympatische Begrüßungs⸗Artikel und bezeichnen die Entrevue als ein großes politisches Ereignis von eminenter Friedensbedeutung.
Hd. Wien, 14. April. Das„W. Frdbl.“ dementirt sämmtliche Nachrichten über die vor⸗ zeitige Auflösung des Reichsrates.
Hd. Paris, 14. April. Die Behauptung des Matin bezüglich der Unterredung des deutschen Kaisers mit König Humbert, daß darin die Ver⸗ längerung des Dreibund⸗Vertrages bis 1902 be⸗ schlossen worden sei, wird in politischen Kreisen als überflüssig bezeichnet, da der Kaiserbesuch selbst beweise, daß die Erneuerung des Bundesvertrages schon früher erfolgt war. Die zweite Behaup⸗ tung desselben Blattes, es sei eine neue Expe⸗ dition nach Eritona für den Monat September in Aussicht genommen, wird schwerlich durch die Ereignisse bestätigt werden.
Hd. Paris, 14. April. Ein Teil der hier stationierten russischen Geheimagenten, die mit der Ueberwachung der im Auslande lebenden russischen Revolutionären betraut sind, hat vor einigen Tagen Paris verlassen und sich
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nach Moskau bezw. Petersburg begeben. Da selbe wird auch aus Genf und London gemeldet Diese Abreise dürfte ihren Grund darin habe daß fast sämtliche russische Studenten Paris pe lassen und sich nach Rußland zurückbegeben haben, Da aus anderen revolutionären Centren das⸗ selbe gemeldet wird, nimmt man an, daß an⸗ läßlich der Krönungsfeierlichkeiten in Moskau ein Kongreß der russischen, im Auslande lebenden Revolutionäre stattfinden soll. 0 Hd. Nizza, 14. April. Die Zarin⸗Witwe empfing den Besuch des russischen Botschafte Baron Mohrenheim. Am 8. Maj reist die Kaiseris mittelst Separat⸗Zuges nach Rußland zurück. Der Großfürst⸗Thronfolger tritt in einiges Tagen eine Reise nach Port Sarnitza an.
Hd. Brüssel, 14. April. Aus Petersburg wird der Independance belge gemeldet, die ruf, sische Regierung gehe mit dem Plane um, geg das rasche Vordringen der belgischen Industrit in Rußland Schutzmaßregeln zu treffen. Die russische Regierung werde dadurch schwer ge⸗ schädigt. Genau für 180 Millionen Rubel seien von belgischen Kapitalisten entweder für große metallurgische Unternehmungen oder für Eisen. bahnbauten nach Rußland exportiert worden.
Marktpreise. Gießen, den 14. April. Auf dem heutig 0 soicd bol Wochenmarkte kostete: Butter per Pfund 85 100, Hühne 1 Vetrugs eier per Stück 5, Enteneler 6, Gänseeier 13— 14, Kaf 1 1 fbel in de 510, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 30 Pfg. 5 Gießen,
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Gafales!
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Tauben per Paar 0,80—1 Mk., Hühner p. St. 1.20— 1,0%(. Baseler Hahnen 1,30— 1.70, Enten 2, 2,20 Mk, Gänse per fuß de, gend i. 46— 54, Ochsenfleisch 70— 74, Kuh- und Rindfleisch e ar
bis 68, Schweinefl. 50—66, Schweinefl., gesalz. 70— 7
Kalbfleisch 6000, Hammelfleisch 60— 70, Kartoffeln pes 100 Kilo 4,00—5, Zwiebeln per Zentner 5 0,00 Mk, Milch per Liter 16 Pfg.
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—. genen Sterbefälle. beten Atte ein
Am 12. April. Maria Kersten, viereinhalb Jahre Zu lebha
alt, Tochter von Seiler August Kersten dahier, Agen amentlie Sonnenstraße Nr. 6. Die Beerdigung findet de. bedden lezten Mittwoch, den 15. d. M., Nachmittags 4 Uhr, df als ein kel vom Sterbehause aus statt. n bert, Am 13. April. Elisabeth Schumann, geb. Weiß⸗ Sean hace müller, 43 Jahre alt, Ehefrau von Schlosser, Zul Darstel Wilhelm Schumann dahier, Katharinengasse N. 15. fat fr 90. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. d. M., Aagcbe A 90 Nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Gallette waren
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Löterungberutte bon Gießen, fir weile freien f. seue Strafe in
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottman beide in Gießen.
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Bekanntmachung.
Submissionen.
di Gi 1 Verdingung. he
Nach Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 6. v. M. ist die Stadt Gießen, wecks leichterer Verständigung der Einwohner über die Oertlichkeit eines ausgebrochenen Brandes, in die unten näher bezeichneten 5 Bezirke eingeteilt worden und sollen diese Bezirke bei Alar⸗ mierung durch den Stadttürmer, wie folgt, näher kenntlich gemacht werden.
Der 1. Bezirk(Stadtinneres) umfaßt alle von der Nord-, Ost⸗, Süd⸗ und Westanlage umschlossenen Hofraiten und einzelne Gebäude der inneren Stadt, also Kreuz, Markt-, Kirchen-, Linden⸗ und Brandplatz. Neuen⸗ weg, Diezstraße, Straße„In den neuen Bäuen“, Triller-, Weiden- und Erlengasse, Mäusburg, Sonnenstraße, Dreihäuser⸗, Waagen ⸗, Wetter- und Rittergasse, Schulstraße, Kanzleiberg, Kap⸗ lanei⸗ und Schloßgasse, Marktlauben⸗ und Senkenbergstraße, Linden-, Hunds⸗, Brand⸗ und Braugasse, Wallthorstraße, Asterweg bis zur Nordanlage, Schiller- und Dammstraße bis zur Nordanlage, Zozels⸗ und Wetzsteingasse, Wetzsteinstraße, Gäßchen„Auf der Bach“, Kirchstraße, Bruchgraben, Marktstraße, Stall- und Sandgasse, Neustadt, Oswaldsgarten, Große und Kleine Mühlgasse, Tiefenweg, Kaplans⸗, Katharinen-, Löwen und Wolkengasse, Bahnhofstraße bis zur Westanlage, und Schanzenstraße, Seltersweg, Goethestraße bis zur Südanlage, Teufelslust⸗ gärtchen, Plockstraße, Maigasse und die nach dem Stadtinnern gerichteten Seiten der Nord-, Ost⸗, Sild⸗ und Westanlage. 5
Der 2. Bezirk(Nordbezirk)
umfaßt die Hofraiten und einzelnen Gebäude, welche in dem Gebiet zwischen dem Damm der
Main⸗Weserbahn nördlich des Neustädterthores, der Nordanlage, der Ostanlage vom Wallthor bis zum Gerichtsgebäude, dem Fußpfad von dort nach dem Philosophenwald und dessen Ver⸗ längerung nach Wieseck liegen, also die nach West und nach Nord gerichteten Seiten der Nord⸗ anlage, die Steinstraße, Damm⸗ und Schillerstraße westlich der Nordanlage, Weser- Eder⸗ und Schottstraße, Asterweg nördlich der Nordanlage, Eder⸗, Schwarzlache, Rodtberg⸗ und Wiesecker⸗ weg, Marburgerstraße, die Nordostseite der Ostanlanlage zwischen der Marburgerstraße und dem Pfad nach dem Philosophenwald und die nördliche Seite dieses Pfades.
Der 3. Bezirk(Ostbezirk) umfaßt die Hofraiten und einzelnen Gebäude in dem Gebiet sildlich des Fußpfades vom Gerichts⸗ gebäude nach dem Philosophenwald und dessen Verlängerung nach Wieseck und östlich der Ost⸗ und Sildanlage bis zur Johanneskirche und der vom Turm der Stadtkirche nach dem der Johanneskirche nach Süden verlaufenden Visirlinie, also Philosophenwald, Wege in den Eich- gärten, Alter Rödger Weg, Grünberger, Licher⸗, Landmann⸗, Wolf- und Moltkestraße, Luther⸗ berg, Friedhof und Nahrungsberg, Alter Steinbacher-, Schiffenberger- und Erdkauterweg, Berg, Hessen⸗, Garten-, Bismarck⸗, Löber⸗, Bruch- und Stephanstraße, Ostseite der Ostaulage, vom Gerichtsgebäude bis zum Neuenwegerthor, Steinweg, Südseite der Sildanlage zwischen Neuen⸗ wegerthor und Johanneskirche, Goethestraße, von der Südanlage süldostwärts, Lonystraße, mit Ausnahme des Eckhauses Nr. 20, Ludwigstraße, zwischen Ludwigsplatz und Alicestraße, die östlich elegenen Teile des Riegelpfads und der Ebelstraße, Aulweg zwischen der Bahn nach Geln- garen und der Kreisstraße nach Leihgestern und die letztere vom Aulweg an.
Der A. Bezirk(Südbezirk) umfaßt die Hofraiten und einzelnen Gebäude in dem Gebiet, welches umgrenzt wird von der obengenannten Visirlinie zwischen den Kirchtürmen, der Südanlage zwischen Johanneskirche und Seltersthor, der Westanlage von da bis zum Hause Geilfus, dem Damm der Main- Weserbahn bis zum Bahnhofe und dem Lauf der Lahn, unterhalb der Wieseckmündung, also Süldseite des genannten Teils der Südanlage und Südwestseite der Westaulage bis zur Pump⸗ station, Straßen und Wege daselbst, Bleichstraße zwischen Südanlage und Löberstraße, Alice⸗ straße, Ludwigstraße, südlich der Alicestraße, Vorderer Riegelpfad, südwestliche Hälfte der Ebel⸗ straße, Leihgesternerweg bis zum Aulweg, letzterer zwischen der Kreisstraße nach Leihgestern und der Frankfurterstraße, Liebig⸗, Wilhelm, Klinik“, Franlfurter- und Hofmannstraße, Holler⸗
asse, Bahnhofstraße zwischen Westanlage und Bahnhof, Grabenstraße, Bahnhöfe und deren
Zufuhrsraßen mit sämmtlichen Gebäuden, Chemische Fabrik von Throm, Margarethenhütte, sämtliche neuen Kliniken, Schöne Aussicht und Aktienbrauerei.
Der 5. Bezirk(Westbezirst). umfaßt alle Hofraiten und einzelnen Gebäude westlich des Dammes der Main-Weserbahn und der Lahn unterhalb der Wieseckmündung, also den„Hamm“, Rodheimer-, Krofdorfer- und Schiltzenstraße, Mühlen, Badeanstasten, Schlachthaus, Neustädterfeld und Hardt.
Feuer⸗Alarm⸗Signale
Der Stadttürmer hat, sobald er ein Feuer entdeckt, die Sturmglocke mit rasch hinter- einander folgenden Schlägen zu ziehen und darauf, zur näheren Bezeichnung des Bezirks, je ein weiteres Zeichen zu geben, welches bestebt bei einem Brande:
2 a) im ersten Bezirk(Stadtinneres) in 1 Glockenschlag,
b)„ zweiten„(Nordbezirk)„ 2 Glockenschlägen, c)„ dritten„( stbezirk) 1 3„ d)„ vierten„(Südbezirk)„ 4 1
e)„ fünften„(Westbezirk) 2 7
Gleichzeitig hat der Türmer durch das Sprachrohr die Gegend noch näher kenntlich zu machen und außerdem am Tag eine rote Fahne, bei Nacht eine brennende rote Laterne nach der betreffenden Richtung hin aufzustecken
Dauert der Brand länger als eine halbe Stunde, so hat der Türmer nach deren Ablauf das Stilrmen ganz einzustellen und damit erst wieder zu beginnen, wenn er ein zweites Feu er entdecken sollte. i
Die Alarmierung geschieht ferner durch die Schutzmannschaft mit der Huppe, und durch die Trommler und Hornisten der freiwilligen Feuerwehren, und bei sehr großen Bränden auch durch die Glocken der Johanneskirche und der katholischen Kirche.
Gießen, den 10. April 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.
Gießen. Für die Menage des 3. Bataillons Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 sollen nachstehende Lieferungen, zusammen oder getrennt, im Wege öffentlichen Aus- gebots vergeben werden: Für die Zeit vom 1. Mai bis 31. Juli 1896 der Bedarf an frischem Ochsen-, Kalb⸗, Hammel-, Schweinefleisch, Speck, Schmalz, Nierenfett, Frankfurter Würstchen, sowie Leber⸗ und Blutwurst. Die Lieferungsbedingungen können in Kaserne 2, Zimmer 56, eingesehen und daselbst Abschrift gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden. An⸗ gebote sind mit der Aufschrift:„Angebot auf Lieferung von Fleisch“ verschlossen und portofrei bis spätestens 21. April dem Hauptmann und Präses Clausius einzureichen.
Neuheiten der Saison
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Jubiläums-Sttipendien- Stiftung
zu Ehren der 25zährigen Regierung des höchstseligen Großherzogs Tudwigs lll.
Aus obiger Stiftung, welche bezweckt, daß aus den Kipitalzinsen drei junge Leute, und
zwar aus jeder der drei Provinzen Einer, eine gleichmäßige Subvention zu den Kosten ihrer Ausbildung auf einer höheren Bildungsanstalt erhalten sollen, sind für das Jahr 1896 dr ei Stipendien zu vergeben. Das Stipendium kann auf drei Jahre ausgedehnt werden; es können jedoch nur Augehörige solcher Gemeinden berücksichtigt werden, welche Beiträge zu dieser Stiftung geleistet haben. 5 Hiernach berechtigte und qualificierte junge Männer, welche zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere Bildungsanstalt besuchen oder besuchen wollen und sich um das Stipendium zu be⸗ werben beabsichtigen, sind eingeladen, ihre Gesuche, mit den nötigen Zeugnissen belegt, durch ihre betr. Bülrgermeisterei an die Bürgermeisterei der Hauptstadt ihrer Provinz also aus Orten der Provinz Starkenburg an die Bürgermeisterei Darmsta dt, aus Oberhessen an die Blürger— meisterei Gießen, aus Rheinhbessen an die Bürgermeisterei Mainz bis längstens zum Samstag, den 25 April d. J. gelangen zu lassen.
Darmstadt, Gießen, Mainz, den 4. April 1896.
Das Curatorium: Gnauth,
Oberbürgermeister von Gießen.
Morneweg, Oberbürgermeister von Darmstadt.
Dr. Gaßner, Oberbürgermeister von Mainz.
Die zur äußeren Herstellung der Gebäude 5655 des alten Arresthauses erforderlichen Aftkägen so ib Dachdecker⸗, Spengler⸗, Schreiner- und Weiß,“ Iugen bon. Mat giant, Um
binderarbeiten sollen Mittwwoch, den 22. d. Mies, tegen g e nn
Vormittags 11 Uhr,
öffentlich verdungen werden. Gi Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen ießen, bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf vor, fußt d Gas0
geschriebenem Formular sind bis zum vorge. unmehr in ihre nannten Termin bei uns einzureichen. Gießen Gießen, 11. April 1896. N f 0 Das Stadtbauamt. Machart in
Schmandtt. a Leben 2 2 I n 0 Stadl. Schlachthaus Freibank n uur den Heute, e 7 u Ui Ochsenfleisch ae
nicht ladenrein, pro Pfund 56 Pfg⸗ aha Saen b der
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