1896.
Gießen, Mittwoch, den 14. Oktober
Ausgabe
Gießen.
Redaktion:
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Erscheint täglich mit Ausnahme der
Tage nach Sonn- und Feiertagen.
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Expedition:
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Heu,. 6,50, Stroh 4 460.
aufgebracht worden ist. 60000 K veranschlagt.
machen nochmals auf die heutige Aufführung des
Verein Gießen.) Am Samstag Abend begeht
Zahnärzte Dr. Henrich und Marcus-Franukfurt fe einen
bestand in Gesangsvorträgen und Tanz. Nach⸗
Kreuzplat Nr. 2 Preis der Anzeigen 1 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. ö 24 Kreuzplatz Nr. 4. ii Obst, welches, ähnlich wie Kartoffeln, durch⸗fP 2 9 i ˖ N Lofales und Provinzielles. einander in große kürbe oder 105 1 Süd ber. e e ge r Sehe eee 13. Oktober. Gießen, 13. Okt. Nach einer Bekannt- packt wird, um sodann auf einem Leiterwagen herrschenden ungünstigen Witterung eine vielfache Gortset 7 0 1
machung des Großh. Kreisamtes betragen die ermittelten Durchschnittsmarktpreise auf Grund des Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert pro Monat September 1896 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kilogramm Hafer, 14,30,
Gießen, 13. Okt. Die bis jetzt gezeich⸗ neten Aktien für das Gießener Volksbad haben bereits eine Höhe von über 20000 4 er⸗ reicht. Es ist hierbei zu bemerken, daß die Zeich⸗ nungen erst nach Beendigung der Reise⸗Saison begonnen haben, sodaß die genannte Summe von einer verhältnißmäßig geringen Anzahl Personen Die zur Errichtung des Volksbades notwendige Summe ist auf * Gießen, 13. Okt. Der gestrigen Auf⸗ führung des Lustspiels„Mauerblümchen“ wohnte ein zahlreiches Publikum bei.— Wir
Schauspiels„Dornenweg“ aufmerksam. * Gießen, 13. Okt.(Kaufmännischer
der Kaufmännische Verein in Steins Saalbau, sein 23. Stiftungsfest durch Konzert, The⸗ ater und Ball. Zur Aufführung kommt„Pension Schöller“ von Carl Laufs, aufgeführt von der Stadttheater⸗Gesellschaft.
* Gießen, 13. Okt.(Verein hessischer Zahnärzte.) Am Sonntag hielt der Verein essischer Zahnärzte im Gartensaale des Hotel rinz Carl hierselbst bei guter Beteiligung seine 10. Hauptversammlung ab. Die Sitzung begann um 9 Uhr vormittags und hielten die
fachwissenschaftlichen Vortrag. Hierauf fanden Diskussionen über fachwissenschaftliche Fragen statt. Die Versammlung ernannte Pro⸗ sessor Dr. Bostroem⸗Gießen zu ihrem Ehren⸗ mitglied. Nachmittags fuhren die Teilnehmer in Sommerwagen der G. O.⸗G. nach dem Schiffenberg. Gießen, 13. Oktober. An das 50 jährige Jubiläum des Gesangvereins„Harmonie“ knüpfte sich gestern ein Ausflug auf Textors Terrasse. Nachmittags um 4 Uhr wurde eine benen Aufnahme der Mitglieder und 3 durch Herrn Moock ausgeführt. Die Feier, welche bis abends 10 Uhr dauerte,
eendet war, begaben sich die Vereinslokal„Zum kühlen liche Unterhal⸗
dem die Feier Mitglieder nach ihrem Grund“, woselbst sich eine gemüt tung entwickelte.
Gießen, 13. Oktober. Der berühmten Nähmaschinenfirma Singer und Komp. A.-G.(vormals G. Neidlinger,) welche auch hier in der Bahnhofstraße 2 eine Niederlassung hat, ist auf der elektrotechnischen Ausstellung in Stuttgart für ihre Nähmaschinen für Haus⸗ industrie und Fabritationszwecke die goldene Medaille zuerkannt worden. a
Gießen, 13. Okt. Nachdem in Sachen Sommer der Staatsanwalt Koch gestern erklärt hat, auf den Zeugen Jakob, der wegen Krankheit nicht erschienen war, nicht verzichten zu können, wurde heute Vormittag 11 Uhr die Berbandlung des Schwurgerichts bis morgen Vormittag Uhr vertagt. Der beisitzende Richter, ng Müller,
uterbach, seinem Wohnort,
unter Eid vernehmen. S
termin gegenwärtig sein. Gießen, 13. Okt. Dem zu Darmstadt lag neulich die scheidung vor, ob der einen an den Fir ten amtsrichterlichen wirksamkeit Einspruch Das Gericht hat dies vern prozeß jeder Bevollmächtigte und Prokurist durch eine Vollma zu einer Prozeßhandlung darzuthun habe. Gießen, 11. Okt.(Regel Obsternte.) Der Ausschuß des Gartenbauvereins giebt folgende Regeln Obsternte: Das Kernobst muß, sein soll, mit Sorgfalt von d
m Schöffengericht II
einlegen
Fränkischer
Land⸗ wird den Zeugen Jakob in
heute Nachmittag taatsanwalt Koch, sowie der Verteidiger Rechtsanwalt Katz werden bei dem um 3 Ühr angesetzten Vernehmungs⸗
Frage zur Ent⸗ Prokurist gegen meninhaber gerichte⸗ Strafbefehl mit Rechts⸗ könne. eint, da im Straf⸗ somit auch der cht seine Legitimation
(Regeln für die z
für die wenn es haltbar en Bäumen abge⸗
stundenweit zum Obstmarkt gefahren zu werden, nicht lange halten. Obst, welches vor vollstän⸗ diger Baumreife— bei der die Kerne der Aepfel sich braun, die der Birnen schwärzlich färben— geerntet wird, hält sich niemals lange; diese Früchte schrumpfen entweder ein oder sie faulen bald. Außerdem wird durch solche vor⸗ zeitige Aberntung der Bäume diesen empfind⸗ licher Schaden für die künftige Fruchtbarkeit zu⸗ gefügt, indem eine überaus große Anzahl von Fruchthölzern mit heruntergebrochen wird, mit denen die Früchte noch zu fest verwachsen waren. Wie alle landwirtschaftlichen Produkte nur dann einen Marktwert besitzen, wenn sie„marktfähig“ 1 sind, so verhält es sich auch beim Obst. Selbstverständlich müssen die einzelnen Sorten von Tafel⸗ und Wirtschaftsobst nur ge⸗ sondert zu Markt gebracht, und dürfen verschie⸗ dene Sorten von Kernobst nicht durcheinander gemischt werden. Beim Sortieren des Tafel⸗ obstes müssen mit größter Sorgfalt alle wurm⸗ stichigen, schwarzfleckigen, verkrüppelten, gedrückten und gestoßenen Früchte, welche sich zur Ver⸗ wertung im eigenen Haushalt eignen, ausge⸗ schieden werden, da entschieden alles fehlerhafte Obst das gute Aussehen der Ware beeinträch⸗ tigt und den Gesamtwert herabdrückt. Außer reeller Sortierung ist auch eine nette, solide Ver⸗ packung des zum Markt bestimmten Obstes, weil solche auf die Konsumenten einladend und anziehend wirkt, im hohen Grade empfehlens⸗ wert.
* Bad Nauheim, 11. Oktober. In der Woche vom 2. bis 8. Oktober einschließlich sind 1378 Bäder, 197 im Durchschnitt pro Tag, verabfolgt worden. Die Gesamtzahl der verab⸗ reichten Bäder vom 1. April bis 8. Oktober 1896 war 198 778, 13316 mehr als für diese Zeit des Vorjahres. Seit Ende vorigen Monats haben wir besseres Wetter, recht sonnige Herbsttage, die freilich für die Fremdensaison etwas zu spät kommen.
* Lauterbach, 13. Oktober. Am Freitag wurde die in dem Keutzerschen Saale hier von dem Oberhessischen Obstbauverein für die Vereinsbezirke Lauterbach und Alsfeld ver⸗ anstaltete Obstausstellung durch den Prä denten des Vereins, Geh. Regierungs at Dr.
er unter Hinweis auf die Entwickelun
sonen bis zu seiner heutigen Stärke zwischen
kerung zu heben und zu fördern.
hältnisse so wohl gelungenen nachzuweisen, was an Obst speziell, welche Obstsorten
Kreisen vorhanden s Produzenten als au teresse einer vorte gleich wichtig sei. Lauterbach hieß
überhaupt und in den
kommen. Das Arrangemen ganzen ist Dank baulehrer Reiche Lauterbach sehr hübsch un 0 0 2 Ausstellung ist gut beschickt, insbesondere fäll durch Reichhaltigkeit die 1 und Birnen der Ortsgruppe Augersbach auf In Kernobst, Nüssen, Tomaten, Tr ist weniger ausgestellt, doch ist
manches Schöne zu sehen.
* Seligenstadt, 11. Oktober. Der Kar toffelversan Vergleiche zu den Wegen der herrsch Preis rasch von zentner gestiegen. aber noch einen weiteren 5 halten darum mit dem Verkaufe u urück. Mit Rücksicht auf die hier ausgebrochen Maul⸗ use Landwirte beim hiesigen woraus sich der geringe, Dagegen werden am e gegenwärtig massenhaft Preis vorzugsweise nach
enden Kartoffelfäule ist de 3 f auf 3,60 per Doppel
1 Export zum Teil erkkärt
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Braden, mit einer Ansprache eröffnet, 1 5 es
Vereins aus einem kleinen Anfang von 10 Per⸗
4000 und 5000 Mitgliedern den Verein als eine Macht bezeichnete, die sich dazu berufen fühle, den Wohlstand und das Gedeihen der Bevöl⸗ Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Lauterbach, Kreisamtmann Dr. Heinrichs, führte aus, wie der Zweck der trotz der seitherigen ungünstigen Witterungsver⸗ Ausstellung der sei,
beiden einen, was sowohl für den ch den Konsumenten im In⸗ teilhaften Verwertung des Obstes Bürgermeister Stöpler von in kurzer Ansprache die er⸗ schienenen Mitglieder namens der Stadt will⸗ t der Ausstellung im
der Thätigkeit der Herren Obst⸗ lt und Kunstgärtner Beier aus ch und wohlgelungen. Die
Ausstellung von Aepfeln
auben usw. auch hierin
dt am hiesigen Bahnhof ist im Vorjahren sehr gering.
Die Produzenten erhoffen Preisaufschlag und e noch etwas
und Klauenseuche können die auswärtigen Bahnhofe nicht anfahren,
Bahnhofe in Babenhausen Kartoffeln um obigen Westfalen und Rhein⸗
Unterbrechung und einen längeren Aufschub er⸗
litten, wodurch das Grummet an Qualität sehr eingebüßt hat und den Landwirten
manche vergebliche Arbeit erwachsen ist, was eine
große Verstimmung unter denselben ae
Da das Wetter in den letzten Tagen sehr günstig war, so ist das letzte Grummet, das schon
wochenlang dem Wind und Wetter preisgegeben
war, jetzt eingebracht. Die Kartoffelernte, die gegenwärtig im vollen Gange ist, nimmt bei dem jetzt herrschenden günstigen Wetter einen erfreulichen Fortgang. Die Kartoffeln fallen erfreulicherweise in manchen Lagen besser aus, als man nach der langen Regenperiode er⸗ wartet hatte, in manchen Lagen dagegen trifft man auch sehr viele faule an. Die Stöcke hängen mitunter sehr voll, jedoch dürften die Knollen etwas dicker sein.
* Darmstadt, 12. Okt. Das seltsame Ge⸗ rücht, aus Anlaß der Anwesenheit des Zaren⸗ paares seien sämmtliche hiesige Studenten russicher Staatsangehörigkeit veran⸗ laßt worden, Darmstadt zu verlassen, erhält sich immer noch. Sämtliche russische Studenten mußten die Pässe auf ihrer Gesandt⸗ schaft vorlegen. Dabei stellte es sich heraus, daß einer derselben seinen Paß verloren und schon vor länger als Jahresfrist der russischen Regierung davon Mitteilung gemacht hatte. Diesem wurde aufgegeben, sich so rasch als mög⸗ lich einen neuen Paß zu verschaffen, und er ist zu diesem Zweck nach Hause abgereist, während alle übrigen Russen während der Zarentage hier völlig unbehelligt verweilen.
* Darmstadt, 12. Okt. Generalver⸗ sammlung des Landesgewerbevereins. Unter dem Vorsitze des Herrn Geheimen Baurats Sonne, Vorsitzender der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe, und in Anwesenheit der Herren Geheimrat Emmerling als Vertreter der Großh. Regierung, Oberbürgermeister Morneweg, der Oberbürgermeister Küchler von Worms und Brink von Offenbach, sowie Regierungsrat Dr. Dietz fand heute im Saalbau die diesjährige General⸗ versammlung, von ca. 150 Vereinsmitgliedern aus allen Landesteilen besucht, statt. Den Ge⸗
Der Landesverein hat jetzt 5691 Mitglieder und 62 Einzelvereine und wurde eine fortschreitende Bewegung allseitig im Verein konstatiert. Die Gesamtaufwendung für die Handwerkerschulen in 1894—95 war 254000 Mk., Mark seitens des Staats. Sodann wurde über
wesens diskutiert, über deren jetzigen Stand sich der Vorsitzende einleitend verbreitete. Die nächstjährige Versammlung findet in Alzey statt.
Offenbach, 13. Okt. Am Sonntag fand
dem Titel„Rektor“ angestellt.
600. und eine Uhr gestohlen.
t. Mainz, 11. Oktober.
maßgebendsten Handelskammern zu Mainz Wiesbaden, Koblenz und Trier nach dieser Rich tung hin Unterhandlungen stattfinden. Vorbereitung hierzu werden die verschiedenen Handelskammern in ihren Bezirken eine Ver sammlung der Interesseuten veranlassen, um
1
Weltausstellung zu hören.
* Aus Rheinhessen, 11. Oktober. Di Einlieferung der Zuckerrüben in die Fab riken hat begonnen. ordentlich gut geraten und werden mit 95 Pfg. für den Zeutuer bezahlt.
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schäftsbericht erstattete Herr Baumeister Noack.
davon 121 000
die Frage der Organisation des Hand⸗ werks und Regelung des Lehrlings-
die feierliche Einweihung der für die katholischen Bewohner des Ostendes erbauten Notkirche durch Herrn Bischof Dr. Haffner von Mainz statt. An der Notkirche ist ein Geistlicher mit
* Mainz, 13. Okt. Bei einer Vergnügungs⸗ fahrt, die am Sonntag von mehreren jungen Leuten in zwei Nachen auf dem Rheine unter⸗ nommen wurde, schlug eines der Fahrzeuge um und einer der Jusassen, der Kaufmann Orolowsky aus Königsberg, Reisender eines Berliner Hauses, ertrank.— In einem Hause am Schillerplatz wurden gestern Nachmittag mittelst Einbruchs
Von dem für die Pariser Weltausstellung 1900 bestellten Reichskommissar werden soeben Schritte gethan, um eine würdige Vertretung des deukschen Weinbaues und Weinhandels bei dieser Ausstellung zu ermöglichen. In dieser Sache werden zwischen den fuͤr den deutschen Weinhandel
Als
deren Ansicht über eine Beschickung der Pariser
Die Rüben sind außer⸗
Der Angeklagte erklärt, in Crainfeld geboren zu sein und schon seit dem 15. Jahre Handel getrieben zu haben. Der Angeklagte hat 10 Kinder, von denen zwei mit einer Mitgift von zusammen 15 000„ verheiratet sind. Sein Grundbesitz sei 10—12 000 4 wert. Der Angeklagte erklärt, im ganzen ein Vermögen von 40 000 zu be⸗ sitzen. Er bestreitet entschieden die ihm zur Last gelegten Delikte. Er selbst habe nicht das hohe Alter des an Kraft verkauften Pferdes gekannt, diesem aber auch nicht ausdrücklich garantiert, wie alt dasselbe sei. Das Pferd sei auch 400/ wert gewesen, denn später sei das Tier auf dem Ortenberger Markt für 320. verkauft worden. Sommer hat später den Braunen zurückgenommen und einen anderen dagegen geliefert. An diesem zweiten Pferd hat Sommer allerdings nur 100, profitiert, und um diese Summe will Kraft geschädigt sein. 5
Betreffs des Handels mit Löffler behauptet Sommer, dessen Vieh im Februar 1892 für 1000 4 und nicht, wie die Anklage behauptet, zu 1020„ übernommen zu haben. Eine Abrechnung habe nicht stattgefunden.
Es werden nun die Urteile des Amtsgerichts Herbstein in Sachen Löffler gegen Sommer wegen Zahlung von 320/ 40& verlesen. Deren Inhalt deckte sich mit dem im Thatbestand der Anklage enthaltenen. Der Angeklagte behauptet, daß da thatsächlich eine Abrechnung nicht stattgefunden habe, er den fraglichen Eid auch habe leisten können.
Was die angeblich begangene Untreue als Bevoll⸗ mächtigter der Witwe Bär anbetrifft, so erklärt Sommer, er habe sich als Generalbevollmächtigter zur Abhebung der Spareinlage berechtigt gehalten. Ihm sei die Ver⸗ einbarung, daß die Einlage stehen bleiben solle, aus dem Gedächtnis gekommen. Er will nach Jahren vergessen haben, daß er ein dahingehendes Schriftstück unterschrieben habe, denn er habe bei der Unterschriftleistung dasselbe nicht gelesen, wenigstens kann er sich nicht besinnen, daß er den Inhalt der Schrift gelesen, bevor er sie unter⸗ schrieben. Eine Abschrift der Vereinbarung hat der An⸗ geklagte nicht in Händen gehabt. Der Angeklagte meint, er habe ja der Witwe Bär dadurch einen Vorteil gestiftet, daß er das Kapital von der Vorschußkasse erhoben, denn diese habe nur 31/% Zinsen gewährt, während er den Betrag mit 45% verzinst habe. Die Verwendung der Bärschen Spareinlage im eigenen Interesse giebt der An⸗ geklagte zu.
Auf Antrag der Verteldiger werden sowohl die von der Witwe Bär dem Angeklagten erteilte Generalvollmacht, in der allerdings eine Beschränkung nach keiner Richtung enthalten ist, als auch das zwischen dem Landwirt Kraft und Sommer auf dem Ortsgericht Altenschlief errichtete Protokoll über den Pferdehandel verlesen. In dem letzteren ist von dem Alter des Tieres kein Wort enthalten. Es wird darauf zur Zeugenvernehmung geschritten. Heinrich Kraft⸗Altenschlief schildert den Fall des Pferdehandels wie in der Anklage angegeben. Der Zeuge erklärt, für das Geld ein 22— 24 Jahre altes Pferd nie und nimmer gekauft zu haben. Der Zeuge hat außer dem Pferdehandel früher öfter Geschäfte mit Feist Sommer gemacht, er kann nicht sagen, daß ihn dieser hierbei über⸗ vorteilt habe. Auf Befragen des Verteidigers Katz erklärt der Zeuge Kraft, daß das alte Pferd bei der Musterung schön ausgesehen habe und auch gut gegangen sei. Auf weiteres Befragen erklärt der Zeuge, daß er noch mehrfach nach diesem Pferdehandel Handelsgeschäfe mit Sommer gemacht habe. Eine Antwort, wie es komme, daß er dies gethan, obwohl er sich vom Angeklagten für betrogen glaubte, bleibt der Zeuge schuldig.
Die Ehefrau des Zeugen Kraft war beim fraglichen Handel zugegen. Jakob und Sommer haben überein⸗ stimmend gesagt, das Pferd sei 9 Jahre alt, daß Sommer hierfür ausdrücklich die Gewähr übernommen, will die Frau nicht sagen.
Der Zeuge Heinrich Wiegant von Schlechtewege bekundet, daß Kraft von Altenschlief einmal bei ihm war, um sich das Pferd, welches er 1892 zu verkaufen hatte, anzusehen. Später ist dann Kraft mit Sommer gekommen, und da hat der Letztere das Tier gekauft und ihm dafür 375 bezahlt. Der Zeuge hat öfter mit dem Ange⸗ klagten Geschäfte gemacht, daß ihn dieser dabei übervorteilt habe, kann er nicht sagen. Er ist aber der Meinung, daß Sommer an dem Vermögensverfall seines Schwagers, der zwei Güter gehabt, eine gewisse Schuld beizumessen sei. Der Zeuge ist allerdings nicht imstande, einen einzigen Fall anzugeben, in welchem Sommer seinen Schwager übervorteilt hätte.
Der Zeuge Löffler VIII von Ilbershausen erklärt, daß er am Sonntag, den 14. Februar 1892, nach Crain⸗ feld gegangen sei und daß in der Stube des Angeklagten die Abrechnung stattgefunden hat, auf Grund deren er 320, 40 4 herauszubekommen hatte. Den Rest wollte der Angeklagte erst zahlen, wenn das Vieh geliefert sei, welches dieser ihm abgekauft. Der Zeuge will die Tiere am Dienstag abgeliefert haben und sei ihm von Sommers Frau der Bescheid gegeben, ihr Mann wolle das Geld auf dem Fuldaer Markt zahlen. Da dies nicht geschah, hat Zeuge, um beim Amtsgericht klagen zu können, erst einen Teilbetrag von 300„ einklagen lassen. Der Prozeß hat sich so abgewickelt, wie in der Anklage angegeben. In dem Prozeß wegen des Restes von 20„ 40& hat der Kläger den Sohn des Angeklagten darüber als Zeugen benannt, daß am 14. Februar 1892 Abrechnung erfolgt sei. Dieser hat aber das Zeugnis verweigert, und so
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keine lange Haltbarkeit besitzen;
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