gerichtet ist, liegt gewöhnlich den Bürgermeistern und ihren Stellvertretern ob. Die eingehenden Instruktionen erhielten die Beamten von den Kreisveterinärärzten. 5
* Darmstadt. 10. Juni. Die 32. Jahresversamm⸗ lung der südwestdeutschen Konferenz für die innere Mission begann heute ihre Thätigkeit mit der ersten Hauptversammlung im städtischen Saalbau. Nach einigen Begrüßungsrede, darunter des Herrn Konsistorial⸗ rats Waas als Vertreter des Kuratoriums, und des Herrn Oberbürgermeisters Morneweg namens der Stadt, hielt Herr Stadtpfarrer Gerok⸗ Stuttgart einen Vortrag über das Thema: Moderne Frauenerziehung im Lichte des Evangeliums. Der Redner gab zuerst eine kurze Uebersicht der Entwickelung und Daseinsberech⸗ tigung der Frauenfrage überhaupt. Hinsichtlich einer modernen zeitgemäßen Ausbildung der Frauenwelt verlangt er ein gemeinsames Zusammengehen von Staat und Ge⸗ meinde einerseits, der pädagogischen und der geistlichen Faktoren andrerseits. Man solle die' Frauen vor Allem zur Selbständigkeit und zum Gemeinsinn erziehen und ihnen selbst bei ihrer Erziehung eine beratende Stelle ein⸗ räumen. Kirchlicherseits sollen Jungfrauenvereine gebildet werden. Was bis jetzt in all dieser Richtung geschehen sei, berechtige zu schönen Hoffnungen. Man möge ferner fest auf der Forderung weiblicher Fabrikinspek⸗ toren beharren. Die Lebensstellungen endlich seien gegen früher ganz andere geworden, wie eine statistische Zusammen⸗ stellung aus England, die der Redner verlas, lehre. Die Furcht der Männer, daß eine unerträgliche Konkurrenz eutstehen würde, sei auch ungerechtfertigt, denn, wenn erst den Frauen eine bessere Erziehung zu Teil werde, dann würde eben wieder ein gut Teil Frauenarbeit aufgewendet werden, um dieses Erziehungswerk auszuführen. Zum Schluß machte der Redner noch einige Bemerkungen über die speziellen Beziehungen zwischen der Frauenfrage und dem Evangelium. Dem Vortrag folgte eine längere Diskussion. Abends fand im städtischen Saalbau eine Nachversammlung statt. Nach einem Vortrag des Herrn Pfarrer Widmann ⸗Darmstadt über die Veteranen der inneren Mission sprach Herr Hofprediger a. D. Stöcker⸗ Verlin über das Thema:„Der Christ im öffent- lichen Leben“. Er stellte den Satz auf, daß ein Jeder im öffentlichen Leben fest seinen Platz behaupten müßte, wenn man auch manchmal recht Unangenehmes erfahre; vor Allem aber solle man sein ehrliches Gewissen be⸗ wahren. Er schloß mit den Worten, es sei seine Hoff⸗ nung und Fürbitte, Gott wolle allezeit Männer mit ehr⸗ lichem festen Charakter in unserem deutschen Vaterlande erstehen lassen. Als letzter Redner trat Pfarrer Nau⸗ mann ⸗Frankfurt a. M. auf, der die moderne Sonn⸗ tagsheiligung beleuchtete. Er empfahl als bestes Mittel für die richtige Anwendung des Sonntags christliche Waldfeste mit Predigt.
Vermischtes.
Braunfels, 10. Juni. Der frühere Grubensteiger Wilh. Kühn, zuletzt in Heidelberg, wurde am verflossenen
Montag an der Straße von Braunfels nach Weilburg, neben im Wald(Gemarkung der Schloßgemeinde) er⸗ hängt aufgefunden und sofort beerdigt, da die Leiche schon sehr in Verwesung übergegangen war.
— Als Versuchsobjekt für die Röntgen⸗ strahlen. Alle Achtung vor Fräulein Elisabeth Banks, unserer Kollegin von der Londoner Presse, welche soeben eine Reporterarbeit vollendet hat, die um der Hingebung willen, welche die Dame für ihren schwierigen und auf⸗ reibenden Beruf an den Tag gelegt hat, überaus be⸗ merkenswert ist. Um die Leser des„Daily Courier“ über die Anwendung der Pbotographie mit Röntgenschen Strahlen zu unterrichten, ließ Fräulein Banks beinahe ihr ganzes Knochengerüst, soweit immerhin eine junge wohlerzogene Dame dies thun durfte, photographieren. Und nun veröffentlicht sie mit allerlei Bemerkungen die
Abbildungen ihrer Wirbelsäule, ihrer Schlüsselbeine, Schulterblätter, Arme, Hände und Füße. Sie war auch bereit, ihr Gehirn photographieren zu lassen. Als aber
der Photograph erklärte, dazu sei eine völlige Tonsur notwendig, gab sie diesen Plan auf. Die Hingebung an den Beruf hat eben doch gewisse Grenzen, und Fräulein Banks zog vor, ihren prachtvollen Haarwuchs zu behalten. Die nämliche Dame hat mit ähnlicher, womöglich noch größerer Selbstverleugnung ihre Studien über die Anstalten Londons für Obdachlose, Arme, Arbeitslose und Ver⸗ kommene gemacht und dabei die größten Entbehrungen ausgestanden.
— Edisons neueste Entdeckungen. Durch Zufall, bekanntlich seit jeher der beste Freund und Gehilfe der Erfinder, will Thomas Edison, der Weise von Menlo Park, eine Entdeckung gemacht haben, die, wenn sie sich bewahrheitet, unzweifelhaft eine gewaltige Umwälzung auf industriellem Gebiete hervorrufen würde. Es handelt, sich bei der in Rede stehenden Entdeckung um das Aluminium, dessen Verwendung für Maschinen- und andere industrielle Zwecke bekanntlich bisher der Umstand verhinderte, daß sich dieses Metall als zu weich erwies, und bisher alle Versuche, dasselbe in entsprechender Weise zu härten, fehl⸗ geschlagen waren. Einen Prozeß, Aluminium derartig zu härten, daß es allen Eigenschaften des Stahles ent⸗ spricht und an dessen Stelle verwendet werden kann, will nun Edison gefunden haben. Bei seinen Experimenten mit den Röntgenschen X-Strahlen hatte Edison aus Alu⸗ minium angefertigte Elektroden bei den von ihm nach Crookesschem Muster hergestellten Vakuumbirnen verwendet. Diese Aluminium⸗Elektroden waren bei den vorgenommenen Experimenten wiederholentlich einem galvanischen Strom von 250 000 Volts ausgesetzt worden. Als Edison die Elektroden hinterher zufällig besichtigte, fand er zu seinem größten Erstaunen, daß mit dem Aluminium eine voll⸗ ständige Substanzänderung vorgegangen war, und sofort angestellte Proben sollen ergeben haben, daß sich dasselbe so hart wie Stahl erwies. Ferner will Edison auch fest⸗ gestellt haben, daß das Aluminium durch den mit ihm vorgenommenen galvanischen Prozeß bezüglich des vor⸗ herigen Gewichtes nicht die geringste Veränderung erfahren habe. Gleichzeitig kommt von„Menlo Park“, dem groß⸗ artigen Edisonschen Laboratorium, die Kunde, daß Edison
mit Hilfe der Röntgen'schen X-Strahlen das schon seit längerer Zeit von ihm verfolgte Problem, Bilder mit Hilfe des elektrischen Drahtes zu übermitteln, gelöst habe. Man thut wohl gut, diesen Meldungen vorab noch mit einigen Zweifeln gegenüberzustehen.
Neueste Telegramme.
Hd. Berlin, 12. Juni. Wie aus Rom gemeldet wird, kam es gestern in der Peterskirche anläßlich der Prozession zu wüsten Auftritten. Eine große An⸗ zahl meist betrunkener Matrosen von dem in Civita Vechia ankernden eng⸗ lischen Geschwader waren in der Kirche erschienen und drängten sich brutal vor, sodaß sich die Andächtigen vor Angst
zurückzogen. Auch der die Zeremonie leitende Kardinal Rampolla mußte sich
in eine Seiten ⸗Kapelle zurückziehen. Eine Anzahl Frauen und Kinder trugen Quetschungen und leichte Verwundungen davon.
Hd. Illertissen, 12. Juni. Bis gestern Abend wurden bei der Reichs⸗ tags⸗Ersatzwahl für Freiherrn v. Hert⸗ ling(Zentr.) 4943, für Wagner(natl.) 1562, für Zimmermann(Bauernbündl.) 1463, für Ehrhardt(Soz.) 345 und Duidde(Volksp.) 66 Stimmen gezählt.
Hd. Wien, 12. Juni. Das Extrablatt meldet aus New⸗Hork: Unweit Waco in Texas explodirte der Kessel eines vorüberfahrenden
Eisenbahnzuges in dem Moment, als zwei mit Hochzeitsgästen vollbesetzte Wagen au der Bahn⸗ Barriere anlaugten. Elf Personen, darunter das Brautpaar wurde getödtet, die übrigen In⸗ sassen mehr oder minder verletzt. Der Lokomo⸗ tivführer und Heizer wurden ebenfalls getötet.
Hd. Budapest, 12. Juni. Der Prager Handschuhfabrikant Josef Misel, welcher nach Veruntreuung von über hunderttausend Gulden flüchtig geworden war, wurde gestern Abend in der hiesigen königlichen Oper während der Vor⸗— stellung von einem Detektiven erkaunt und nach Schluß verhaftet.
Hd. Rom, 12. Juni. General Baratieri soll, wie gemeldet wird, sein Testament an einen Notar in Trient geschickt haben, da er befürchtet, vom Kriegsgericht verurteilt zu werden.
Hd. Venedig, 12. Juni. In der Provinz Vicenza in der Nähe der österreichischen Grenze entstand eine 2 km lange Erdspalte, in der meh⸗ rere Häuser versanken. Die Bewohner der in der Nähe liegenden Häuser flüchteteu, da sie wei⸗ tere Erdrutschungeu befürchten.
Hd. Paris, 12. Juni.
Der Abgeordnete Jourdes wird am nächsten Montag den
Marine-Minister über die Ablassung engli b Tauben in bel bpurgs geren ume* ö
welchem englischen Taubenzüchter⸗Verein die laubnis gegeben worden ist, auf französisch Gebiete Experimente vorzunehmen.
Hd. Brüssel, 12. Juni. Die Verhandl' über die von den Sozialisten beantragte schaffung der militärischen Stellvertretung wu von der Deputirtenkammer mit 58 gegen Stimmen verworfen.
Hd. Lüttich, 12. Juni. Durch einen Gallerie-Einsturz auf dem Bergwerk St. Mar⸗ guerite wurde eine Boden-Senkung verursacht, wodurch mehrere Häuser in der Rue Ouest ein⸗ stürzten. Eine Person wurde getötet und mehrere verwundet.
Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. 2. Sonntag nach Trinitatis, den 14. Juni. In der Stadtkirche.* Vormittags 7/ Uhr: Gottesdienst mit Christenlehre fü die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde.
Pfarrer Schlosser.
Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Dr. Grein.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Dr. Grein.
In der Johanneskirche.
Vormittags 7 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. dienst mit Christenlehre für die aus der Johannesgemeinde.
Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Dingeldey. heil. Abendmahl für die Lukasgemeinde.
Vormittags 11¼ Uhr: Kinderkirche der Lukasgemeinde. Pfarrer Dingeldey.
Am 3. Sonntag nach Trinitatis, den 21. Juni, wird nach den Gottesdiensten in beiden Kirchen eine Kollekte für die evangelische Gemeinde Seckmauern erhoben werden.. f
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Gottes⸗ Neukonfirmiertex
Beichte und
1 Sterbefälle.
Am 10. Juni Lina Kirchner, 19 I. alt, Dienst⸗ magd von Maulbach, gestorben in der neuen Klinik. Die Leiche wurde in die Heimat ver⸗ bracht.
Am 10. Juni Clemens Michl, 40 J. alt, Land⸗ wirt, Oberroda bei Fulda, gestorben in der alten
Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht.
—
3
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Ne dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.
Pflichtfenerwehr..
Die Uebung der Rotten 1 und 2 findet am 14. d. Mts., die der Rotten 3 und 4 am 17. d. Mts., Abends 3½ Uhr auf Oswaldsgarten slatt.
Gießen, den UI. Juni 1896
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