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hätte, und diese Frage möchte ich nicht
bejahen. Man vergegenwärtige sich nur die Situation
Gießen, Sonntag, den 11.
aber
1896.
ische Landeszeitung.
Ausgabe
Gießen.
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
8
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile.
5 2
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
Andrees Mißerfolg.
Im neuesten Heft von Dr.
Mitteilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt bespricht der Herausgeber Professor Dr. A. Supan die Ergebnisse der jüngsten Polar⸗ gelangt dabei bezüglich der
forschungen un pedition Andree zu folgenden Die allgemeine Freude über
Sverdrups Heimkehr wird durch einen Mißton
Andree hat Hoffnungen und Befürch⸗ in gleicher Weise enttäuscht. Der Ballon ist aber nicht aufgeflogen, und die Expedition hat erfolglos ihre Heimreise angetreten.
gestört: tungen war gefüllt,
Natürlich wird kein denkender
den Schluß ziehen, daß das Ballonprojekt damit
überhaupt ad absurdum geführt ch doch deutlich gezeigt, wie
mißlich es ist, in den Polargegenden, wo das
unperiodische Witterungselement
Rolle spielt, seinen Plan ganz auf kurze zu egen um so Spitzbergen nicht auf telegraphischem Wege über die all
Beobachtungsreihen mehr, als man sich in
rungslage unterrichten kann.
das Unternehmen zur Ausführung gelangt, hätte gestanden. Das hätte eblich vermehrt; aber
mehr Zeit zur Verfügun natürlich die Kosten 55 man wird, wenn man das Pro
haupt aufgiebt, damit rechnen müssen,
Andree will, wie verlautet, im nächsten Früh⸗ sommer noch einmal einen Versuch wagen, und es wäre ihm nicht zu verdenken, wenn er gewissermaßen für eine Ehrenpflicht hielte. Eine ob eine arktische
andere Frage ist aber die, Ballonfahrt jetzt, nach Nansens eine so große wissenschaftliche wie man ihr bisher zu
im vorigen zum erstenmal auftauchte. Mittel, Schiff und Schlitten,
mit ihrer Hilfe in die innerste Polarwelt einzu⸗ der nur noch wenige
dringen, war ein Gedanke, Gläubige fand. Nansen war mag wohl nicht unentwegt auf seine Wiederkehr solchen Umständen mußte man mit Freuden willkommen heißen, auch nicht verhehlen durfte, meinem Berichte über den
welt immer nur die Sachlage doch etwas veränd
blem eines widerstandsfähigen Polarschiffes kann als gelöst betrachtet werden. All
es der freien Beweglichkeit, es fäh
wird getrieben. Nun entspricht die Trift des„Fram“
ahre, als das Andreesche Projekt Die
mehr Viele gegeben haben, die
daß— wie ich in Londoner Kongreß sagte—„der Ballonfahrer auch in der Polar⸗ Pionier sein wird“. Jetzt ist
zwar nicht ganz der ursprünglichen Voraussetzun Nansens, indem sie nicht über den pol 199 Grönland, sondern östlich vom Pol nach Spitz⸗ bergen ging. Aber dieser Widerspruch kann auch nur ein scheinbarer sein. Der„Fram“ kann in den östlichen Rand der Strömung gelangt sein, N und es ist fraglich, ob er nicht mitten in dieselbe Schlüssen: e wäre, hätte Nansen seine ursprüngliche Nansens und Absicht, von der Beringstraße aus zu fahren, ausgeführt. Allerdings erscheint mir eine baldige Wiederholung dieses Experiments zweifelhaft; aber man darf nicht vergessen, daß jetzt auch Schlittenreisen nicht mehr für aussichts los gelten dürfen, und es wäre jetzt wohl an der Zeit, dem Projekt Ekrolls, über das ich vor fünf Jahren berichtet habe, näher zu treten. Neben Schiff und Schlitten mag man den Ballon noch immer als drittes Bewegungs⸗ mittel gelten lassen, vorausgesetzt, daß seine nautische Leistungsfähigkeit wirklich den Erwar⸗ tungen Andrees entspricht, worüber wir uns kein Urteil anmaßen. Er hat vor jenen den Vorzug großer Beweglichkeit, ist aber, wie sich gezeigt hat, viel mehr von günstigen Umständen abhängig. Auch wenn Schiff und Schlitten ihr Ziel nicht erreichen, so werden doch selbst ganz mißlungene Versuche wissenschaftlich nicht n nißlos verlaufen, während der Ballon bei kon⸗ trärer Windrichtung es nicht einmal zu einem Versuch bringt. Aber auch unter den günstig⸗ sten Verhältnissen ist seine wissenschaftliche Lei⸗ stungsfähigkeit eine sehr beschränkte. Alles, was er feststellen kann, ist die Verteilung von Wasser und Land. Das ist natürlich immerhin wichtig genug, und solange man die arktische Kalotte für inselreich hielt, konnte man sich auch von einer flüchtigen Ballonfahrt bedeutende Ent⸗ deckungen versprechen. Nun sind aber auch diese Erwartungen etwas herabgestimmt. Die Tief⸗ see hat hier eine viel größere Ausdehnung, als man bisher annahm, und es gewinnt dadurch an Wahrscheinlichkeit, daß— wie Krümmel es schon 1879 aussprach— die Depressionen westlich von Spitzbergen und westlich vom nord⸗ amerikanischen Archipel zusammenhängen. Zwar schließen sich Tiefsee und Inselreichthum an und für sich nicht aus, aber soweit unsere Erfahrungen reichen, tritt diese Kombination— abgesehen von bauten. Unter den tropischen Korallenmeeren— nur im ge⸗ Andrees Plan brochenen Faltenlande auf, und nichts weist in wenn man sich der arktischen Welt auf das Vorkommen dieses Typus hin. Das spricht für die Annahme, daß hier nicht mehr viel unbekanntes Land zu finden sein wird, wie ja auch Nansens Fahrt mit Aus⸗ nahme von Franz Joseph⸗Land das Kartenbild nicht erheblich bereichert hat. Und nun überlege man, wie dürftig das Resultat gewesen wäre, hätte Nansen seinen Weg im Ballon durchflogen!
A. Petermauns
Mensch daraus
sei, aber es hat außerordentlich
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das
Rückkehr, noch
Bedeutung geschrieben hat; mehr unbedingt
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erdings entbehrt rt nicht, sondern
Lokales und Provinzielles.
Gießen, 10. Oktober. Personalver⸗ änderungen im Bezirke der Ober-Post⸗ direktion Darmstadt. Ernannt sind zu Ober⸗Postdirektionssekretären die Postsekretäre Fritzel und Leser in Darmstadt. Angestellt sind als Postsekretär der Postpraktikant Herdt von Darmstadt in Offenbach, der Postpraktikant Fuhr von Mannheim in Mainz; als Post⸗ assistent der Postanwärter Straßer in Lauter⸗ bach. Versetzt sind der Postassistent Fuchs von Friedberg nach Gießen, die Postverwalter Fischer von Klein⸗Krotzenburg nach Ortenberg, Fleckenstein von Wald⸗Michelbach nach Neu⸗ Isenburg, Preßer von Ortenberg nach Wald⸗ Michelbach und Spilger von Neu⸗Isenburg nach Klein⸗Krotzenburg. Angenommen sind zu Postagenten der Gastwirt Flick in Bechtols⸗ heim und der Beigeordnete onder in Obertshausen. Gestorben ist der Postverwalter Fischer in Groß⸗Steinheim.
Gießen, 10. Oktober. Die Aktien⸗ Brauerei Gießen hat der großen Zahl ihrer Abnehmer eine Aufmerksamkeit dadurch erwiesen, daß sie denselben ein Fahrplanheftchen übersandt hat, welches die Fahrpläne aller für die Provinz Oberhessen in Frage kommenden Routen enthält. Der zierliche Umschlag des Heftchens bringt Auszüge amtlicher Gutachten, welche ein überaus ehrendes Zeugnis ablegen von der ungewöhnlichen Güte aller Erzeugnisse der Brauerei.
* Gießen, 10. Oktober. Am Sonntag den 18. d. Mts. wird der Reichstagsabgeordnete Eugen Richter in Steins Saalbau hierselbst sprechen. Dem Vernehmen nach wird die Ver⸗ sammlung um 11 Uhr Vormittags einberufen werden.
* Gießen, 10. Okt.(Stadttheater.) Wie bereits an dieser Stelle bemerkt, sindet Sonntag Nachmittag 4 Uhr eine„Kinder vor⸗ stellung“ zu kleinen Preisen statt. Billets für dieselbe sind im Vorverkauf ebenfalls bei
errn Ernst Challier zu haben. Abends 8
hr geht Adolf L' Arronges beliebtes Volks⸗ stück„Nein Leopold“ in Szene.— Mon⸗ tag wird das Lustspiel Mauer blüm ch e n“ wiederholt, welches bei der ersten Aufführung hier einen durchschlagenden Erfolg erzielte.
Gießen, 10. Okt. Die neueren Nach⸗ richten über den Ausfall der Landtags wahlen melden, daß die Nationalliberalen den Wahlkreis Butzbach verloren haben, da auf dem Lande die Wahlmänner des ehemals freisinnigen, jetzt aber zu den Reformern über⸗
egangenen Bürgermeisters Joutz gesiegt
1 Vogt, der bisherige nationalliberale Vertreter, hat nur in Butzbach selbst die Mehr⸗ heit erhalten.
„Gießen, 9. Oktober. Auf unserem dies⸗ jährigen zweitägigen Michgeli⸗ Markt war auch nicht ein einziges Stück Rindvieh aufgetrieben. Die Zahl der Schweine war sehr gering; im Ganzen waren aufgetrieben 94 Stück welche, durch die große Nachfrage und Kauflust raschen Absatz fanden. Der arkt war infolgedessen sehr schnell geräumt. Nächster Markt, Dienstag den 27. und Mittwoch den 28. d. M., am letzten Tage auch Krämermarkt(Zwiebelmarkt). Das Verlesen der Krämerstände findet Morgens acht Uhr statt.
* Bad Nauheim, 8. Okt. Ein wun⸗ derbares Schicksal haben am Montag drei Arbeiter der Baufirma Morschel erlitten. Sie saßen auf der bretternen Bauhütte des hiesigen Zimmerplatzes, um das Dach zu verschalen, als der Sturm sich in den teilweise noch offenen Wänden verfing, das Dach abhob und einige Meter weiter auf den Boden absetzte. Die Arbeiter kamen un verletzt davon.— In unsrer Nachbarstadt Friedberg scheint das Bierbrauere igewerbe thatsächlich monopo⸗ lisiert werden zu sollen. Brauereibesttzer Ernst Windecker hat jetzt die dritte Brauerei inner⸗ halb weniger Jahre käuflich, und zwar die von der Firma Henn u. Jamin zu 120 000& er- worben.(D. Ztg.)
* Darmstadt, 9. Okt. Ein raffinierter Schwindel wurde unlängst hier ausgeführt. In der Wohnung eines im Manöver abwesenden Hauptmanns erschien ein Unbekannter und ver⸗ anlaßte dessen Gattin— unter dem fälschlichen Vorgeben, er komme im Auftrage eines hier wohnenden Büchsenmachers, um das, genau be⸗ schriebene, Jagdgewehr des Herrn Hauptmanns zur Reparatur abzuholen— zur Einhändigung
es Gewehrs. Das hiesige Polizeiamt bittet um Nachforschungen und eventuell um Festnahme des Schwindlers.
* Darmstadt, 8. Oktober. Man hat hier fleißig an der Errichtung von Ehren pforten für den Empfang des Zaren gearbeitet. Die lange Rheinstraße ist zu beiden Seiten mit Tannenbäumchen bepflanzt, deren dunkles Grün mit dem herbstlichen Goldton der Lindenbäume wohlthuende Farbenkontraste erzielt. Das Bild der zum Empfange des Zaren feslich geschmückten Stadt wird einen ganz ähnlichen Charakter tragen, wie im Frühjahr 1894, als das neu⸗ vermählte Großherzogliche Paar seinen Einzug hielt und einige Tage darauf auch der Großfuͤrst Nikolaus als Bräutigam unserer Residenz seinen Besuch abstattete.— Sechzig russische De⸗ tektives sind bereits eingetroffen. ist Befehl gekommen, daß an allen Fenstern des Bahnhofsgebäudes die Rouleaux n 95 müssen und an ihnen
eine Schaulustigen Posto fassen dürfen. Absperrungsmaßregeln verlautet
—
Von weiteren
—
Jwischen Siebe und Pflicht.
Roman aus dem australischen Buschleben
von G. Löffel.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.) Einer allein wuß vorgehen un schaften. ist es auch besser, Jemanden zu ge als Geheimpolizist gearbeitet hat. rüber nach Melbourne berichtete, sicher einen geeigneten Sein Blick ruhte, und zweifelnd auf mir
„Aber das wäre wider die Korps⸗Ehre. „Was die in Mel⸗ hier auch. Teilen
geant!“ rief ich erglühend. bourne können, das können wir Sie mir die Aufgabe zu, und ich reit, sie zu lösen.“ „Sie wagen Ihr warnend der Sergeant.
Ich weiß es,“ entgegnete ich,„die Pflicht vor Allem und die Korps⸗Ehre über Alles!“
„Gesprochen wie ein Mann u sprach beifällig der Sergeant. Er den Tisch die Hand hin und warm.„Ihren
fluß bleiben.
„Sie werden mir eine Bescheinigung geben, die
mich als Polizist ausweist?“ Ich etwas Selbstverständliches an. „Ich werde
lächelnd der Sergeant.„Stecken
volver zu sich, das ist in Ihrer Lage der beste
Ausweis. Werden Sie überrump
Die Aufgabe ist keine leichte und vielleicht
Mann schicken.“ als er das sagte, fragend
Leben, Deutscher,“
drückte die meinige Urlaub haben Sie. wandeln Sie Ihren äußeren Menschen, zeigen Sie, was Sie leisten können. a niß kann auf Ihre Amts⸗Laufbahn nicht ohne Ein⸗
mich hüten, Deutscher,“
——
besser, man findet den bei Ihnen, als einen Aus⸗ weis über Ihre amtliche Stellung. Lassen Sie die ganz aus dem Spiel. Seien Sie schlau, kühn und beharrlich, dann werden Sie siegen.“
Ich war entlassen.
Noch ehe die Anderen zurückkehrten, war ich unterwegs nach dem Norden.
Aus dem schneidigen Reiter in der kleidsamen Uniform der reitenden Polizisten war ein richtiger Buschmann geworden.
Die zusammengerollte und vorn am Sattel be⸗ festigte wollene Schlafdecke enthielt Alles, was ich an Kleidungsstücken und Nahrungsmitteln mitnahm.
Am Sattelknopf hing das Blech-⸗Eimerchen zum Theekochen.
Der Kalabreser auf meinem Kopf wies einige, vom Hutmacher nicht geschaffene Luftlöcher auf, mein vorn offenes Buschhemde war nicht ganz sauber und meine langen Schaftstiefel hatten schein⸗ bar lange keine Wichse gesehen, aber im Gurt steckten Revolver und Bowiemesser und zwischen den Zähnen der unvermeidliche Thonstummel.
So ritt ich gegen Abend in nicht gerade froher Stimmung von der Polizeistation. Diese lag mitten im Urwald.
Kein Weg führte zu derselben hinan, und Nie⸗ mand würde in der elenden Blockhütte das gesucht haben, was sie war.
Bei einem letzten Rückblick auf das stille Haus mit den beiden dunklen Fensterhöhlen, welche wie zwei schwarze Riesen⸗Augen in den Wald hinaus⸗ lugten, kam mir unwillkürlich der Vergleich mit einer in ihr Netz eingerollten Spinne.
Geheime unsichtbare Fäden erstreckten sich von hier aus nach allen Richtungen über den ganzen Distrikt hin, nud schon manche dumme Fliege war uns ins Garn gegangen.
Würde es mir gelingen, neue Maschen zu knüpfen
d Alles auskund⸗ winnen, der schon
Wenn ich da⸗ würde man mir
Ser⸗
erkläre mich be⸗
sagte
ind ein Soldat,“ reichte mir über
Nun ver⸗
und dann Das Ergeb⸗
nahm das als
sagte Sie Ihren Re⸗
elt, dann ist es
und die unbekannten Bewohner der toten Schlucht mit unzerreißbaren Fäden in unser Polizeinetz zu verstricken.
Ich wollte es versuchen.
Wir waren im Januar, heißeste Jahreszeit.
Ueber dem Himmel war ein fast undurchsichtiger Schleier hingeweht, welchen die tief im Westen stehende Sonne wie ein blutroter Feuerball durch⸗ leuchtete.
Das war aber kein Wolkenschleier, sondern Rauch von riesigen Waldbränden, welche weit im Innern wüteten und neue Wüsten schufen.
Der Wald war hier, wie fast überall in Australien, ein offener.
Um mich her ragten die Urwaldriesen, die blatt⸗ armen Eukalypten oder Gummibäume, welche drei Vierteile des australischen Baumbestandes aus⸗ machen.
Die vereinzelt auftauchenden Kasuarinen Banksien, Akazien und wilden Kirschbäume brachten nur wenig Abwechselung in das ziemlich ode Waldbild.
Farnkraut wucherte am Boden und verdeckte mit seinem zarten Grün die herrschende Dürre.
Außer dem zirpernden Zwitschern der pfeilschnell dahinschießenden, kleinen grünen Muschel-Papageien, war fast kein Laut vernehmbar.
So ritt ich still fürbaß und sann über meinen Feldzugsplan nach.
Der Sergeant hatte mir vollständig freie Hand gelassen.
Ich rief noch einmal Alles in mein Gedächtnis zurück, was er und Andere mir über die tote Schlucht mitgeteilt hatten.
Das klang Alles wenig ermutigend.
Andererseits konnte ich mir mit wahrer Genug⸗ thuung sagen, daß mir hier endlich einmal eine
in Australien die
die nicht nur Unerschrockenheit
Aufgabe erwuchs, auch Kopf und Spürsinn
und Kraft, sondern erforderte.
Der Sergeant hatte Recht, was ich in der toten Schlucht zu thun hatte, war der leichtere Teil meiner Aufgabe.
Da gab's Verstecke genug— auch für mich.
Wie aber auf die Milton ⸗Park⸗ Station gelangen?
Da sah man mich, da brauchte man mich nicht zu dulden, und mit dem Recht des Polizisten durfte ich in das Herrschaftshaus gar nicht ein⸗ dringen.
Das verbot schon das Gesetz.
Konnte ich hier aber nicht Fuß fassen, dann wurde doch noch ein Anderer vorgeschickt, um den interessanten und schwierigeren Teil meiner Aufgabe zu lösen.
Ich konnte auf der Milton⸗Park⸗Station nur um Arbeit ansprechen, was hundert Andere auch thaten, und von diesen hundert wurden neunund⸗ neunzig immer abgewiesen.
Würde ich der auserlesene hundertste Mann sein? 05
Wahrscheinlich nicht. Und was dann?—
Als die Sonne unterging, war ich am Rande des Urwaldes angelangt.
Vor mir lag eine im Abendrot erglühende Sand⸗ und Strauchwüste.
Ueber derselben brütete die Stille des Todes. ö
Es war das der gefürchtete„Scrub“ und die eigenartigste aber auch unheimlichste Erscheinung im ganzen australischen Landschaftsbild.
Ich beschloß hier Station zu machen und abzu⸗ kochen für die Nacht, denn sobald in Australien die
Sonne unter dem Horizonte gesunken ist, wird es 5 9
dunkel; eine eigentliche Dämmerung, wie wir sie in Deutschland kennen, giebt es dort nicht. Eine Stunde später stieg der Mond herauf.


