Ausgabe 
10.11.1896
 
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Behörden werden steckbrieflich verfolgt:

Posiztg. Nr. 3239 Telephon⸗Nr. 112.

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Ausgabe

Gießen, Dienstag, den 10. Nopember

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Gießen.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

5 .

Erscheint täglich mit Ausnahme der

Preis der Anzeigen: 10 Pfg.

Tage nach Sonn- und Feiertagen. für die Ispaltige Petitzeile.

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Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzie les.

Gießen, 9. November. Von hessischen

Gärtner Andreas Buße aus Brehme(Preußen) vom Polizeiamt Gießen wegen Diebstahls; Bar⸗ bier Paul Hinkel, Hch. Becker, Agent Karl Eisenbach, sämtlich aus Frankfurt a. M. (alles angeblich) von demselben Polizeiamt wegen eines mittelst Einsteigens verübten Diebstahls; Schweizer Bruno Emil Ebert aus Dirlau, Kreis Zwickau, von der Staatsanuwaltschaft Gießen wegen Körperverletzung; Korbwaren⸗ Nanda Rudolf Klüber aus Kerbersdorf vom mtsgericht Schlitz wegen groben Unfugs. Gießen, 9. Nov.(Stadttheater,) Emma Frühling, die berühmte Soubrette des Berliner Adolf⸗Ernst⸗Theaters, tritt im hiesigen Stadttheater am Dienstag zum ersten Male alsjüngster Lieutenaut in Jokobsons gleichnamiger Posse auf. Die beiden Ae pe erh des Fräulein Frühling finden bei erhöhten Preisen statt, jedoch haben e und Dutzendbillets mit Zuzahlung eit. * Gieszen, 9. November.(Stadttheater.) Einer der geistvollsten Kenner und Beurteiler Schillers, der Philosoph Kuno Fischer in Heidelberg, stelltKabale und Liebe allen anderen Dramen des großen Dichters im Werte voran. Mit vielem Recht. Denn ein packenderes, poetisch und thatsächlich wahreres Drama hat Schiller nicht geschriebeu. Er hat edlere, schöner gebaute Schau⸗ und Trauerspiele verfaßt: aber in keinem pulsiert so viel echte Leidenschaft, keines greift so unmittelbar ans Herz wie Kabale und Liebe. Das ist ja schließlich das höchste Kriterium für die dauernde Güte eines Stückes: wenn es unser innigstes Gemüt bewegt, uns im Laufe seiner Handlung mitfühlen, mit⸗ zittern, am Schlusse mitweinen macht. Das thutKabale und Liebe immer, wenn auch nur einigermaßen gute Schauspieler das Stück spielen; denn die Konflikte, die ewig sind, so lange Menschen leben, lieben und um der Liebe willen leiden und sterben, sind darin mit der Urgewalt eines glühenden Dichtergenius behandelt. Wir

ausstehenden Orten, nämlich Röthges und Rod⸗

heim mit Hof⸗Graß(Kreis Gießen) vornehmlich

für Köhler gestimmt, während in Ilsdorf(Kreis

Alsfeld) auf Meinert 5 Stimmen entfielen.

118 amtliche Resultat befindet sich im Haupt⸗ Att.

* Gießen, 9. Nov. Gestern Nachmittag fand im Lenzschen Felsenkeller eine öffentliche Bäckerver⸗ sammlung statt, zu welcher über 40 Personen, der weitaus größte Teil der hiesigen Bäckergehilfen, erschienen war. Der Referent, Herr Jöst aus Offenbach, schilderte in nahezu 1½stündigen Vortrage die Verhältnisse im Bäckergewerbe und ging dann des Näheren auf die Pflichten und Rechte der betreffenden Arbeiter ein. Zu⸗ nächst schilderte Redner in drastischer Weise die sani⸗ täten Mißstände, welche sich leider noch zu häufig in den Bäckereien bemerkbar machten und führte den hohen Prozentsatz(75 Proz.) der ausschließlich an Lungen⸗ und Brustkrankheiten leidenden Bäckergehilfen darauf zurück. In großen Städten komme es vor, daß 6 bis 8 Arbeiter im denkbar kleinsten Backraum arbeiten müßten. Erst neuerdings sei in einzelnen Fällen auf Veranlassung der organisierten Gehilfen die Gesundheitspolizei auf derartige Mißstände aufmerksam gemacht worden, da im Bäcker⸗ gewerbe noch keine Fabrikinspektoren thätig seieu. Um die angeführten Mißstände erfolgreich zu bekämpfen, empfahl Redner dringend den Anschluß der der Organisatlon noch fern stehenden Arbeiter. Redner schildert dem gegenüber die Lohnverhältnisse als recht minimale, während der Maxpimalarbeitstag immer noch zwölf Stunden betrage. Redner maß die Schuld au diesen Zuständen dem In⸗ differentismus noch so vieler Arbeiter zu und bezeichnet als das erste Gebot der sozialen Pflichterfüllung für die Bäckereiarbeiter die Herbeiführung des zehnstündigen Arbeitstages. Zum Schluß wandte sich Redner gegen die Arbeitsvermittelung m Bäckergewerbe und forderte die der Organisation noch fern Stehenden zum Anschluß an dieselbe auf. In einer Resolution erklärten sich die Anwesenden einstimmig mit den Ausführungen des Referenten einver⸗ standen und verurteilten das Gebahren einer Anzahl hiesiger Kollegen, welche bei den Meistern das Ansehen der Verbandsmittglieder diskreditierten und dieselben herunter⸗ zusetzen suchten. Die Versammlung forderte ferner die Arbeiterschaft in Gießen und Umgegend auf, die Mit⸗ gliedschaft der hiesigen Bäckergehilfen bei Erreichung besserer Zustände zu unterstützen. An der Diskussion nahmen noch mehrere Redner teil, welche die von dem Referenten ge⸗ schilderten Zustände bestätigten und auch Vieles in Gießen als verbesserungsbedürftig darstellten.

* Gießen, 9. November. Bei einem Ein⸗

sehen deshalb von einer eingehenden Kritik über

se einzelnen Darsteller ab, bot doch jeder der⸗ selben ein abgerundetes, schönes Spiel. Wir haben gestern Abend eine gute, des großen Tragikers und seines poesievollen Stückes würdige Gal erlebt, für die wir unserer rührigen Direktion von Herzen dankbar sind!

* Gießen, 9. November. Die diesjährige Generalbersammlung des Pferdezucht⸗ vereins im Großherzogtum Hessen soll Ende Nohember in Alsheim abgehalten werden. Etwaige Wünsche und Anträge zur Tagesord⸗ nung der Generalversammlung bittet man spätestens bis zum 12. November l. J. an den Vorstand gelangen zu lassen. 5

Gießen, 9. November. Ergänzend zu dem von uns am Sonnabend veröffentlichten Wahl⸗

ergebnis bemerken wir, daß in den bis zuletzt

wohner in Ruttershausen wurde am vergangenen Donnerstag ein Butterweck von 18 Pfund entwendet, ohne daß man dem Dieb auf die Spur hätte kommen können. Andern Tages faßte der Kriminalschutzmann Weiß hierselbst einen Gauner ab, als derselbe in einem dortigen Hause ein Butterweck verkaufte. Der Verkäufer war geständig, den Butterweck in Ruttershausen gestohlen zu haben, sodaß dem Bestohlenen das bon dem Gauner erlöste Geld für die Butter durch Herrn Weiß eingehändigt werden konnte.

* Aus dem Kreise Alsfeld, 4. Nov. Leuchteten sonst um diese Zeit die Obstbaum⸗ stämme im hellen Weiß des Kalkanstriches aus den Obstgärten hervor, so ist gegenwärtig hier⸗ von noch wenig oder gar nichts zu sehen. Das kommt daher, daß unsre Landwirte durch die ungewöhnlich verspätete Feldbestellung noch keine

Zeit übrig gehabt haben, auch der Obstbaum⸗ zucht die erforderliche Aufmerksamkeit zu schenken. Aber aufgeschoben darf auch in diesem Falle nicht aufgehoben sein. Jetzt nachdem die Herbst⸗ bestellung beendigt ist, darf man seiner Obst⸗ bäume nicht vergessen und muß ihnen, will man anders nicht auf gute Erträge verzichten, die nötige Pflege angedefhen lassen. Vor allem sind die Stämme mit Kalkmilch zu überstreichen. Eine entsprechende Ausästung und Zurückschneiden der Kronen, namentlich der jungen Obstbäume dürfte ferner sehr geboten erscheinen. Zum dritten vergesse man neben andren Thätigkeiten der Pflege nicht eine gründliche Düngung der Obstbäume jetzt noch vorzunehmen. Auch hier⸗ bei kann wohl die Art des besten Dungver⸗ fahrens als bekannt vorausgesetzt werden. Ein Jahrgang, wie der jetzige, hat besonders darge⸗ than, welch hohen Wert eine praktische Obstbaum⸗ pflege besttzt.

* Aus dem Vogelsberg, 9. Nov. Dem Landwirt ist der Winter trotz der verspäteten Feldarbeiten nicht unvorbereitet gekommen; alle Hackfrüchte sind eingeerntet, die Saat beendigt und die Stoppelfelder umgepflügt. Gestern wurden in der Gemarkung Rupperteurod noch drei starke Schwärme Kraniche, in der bekannten Pflugschleifenform fliegend, gesehen. Andern Orts hat man von dem Wegzuge der Kraniche schon bei Beginn des Oktobers berichtet. Allerdings kommt auch jetzt der Winter noch ziemlich früh. * Lauterbach, 9. November. Der letzte Viehmarkt war mit Rindvieh sehr schwach, mit Schweinen dagegen ziemlich gut befahren. Die Preise für Schweine waren gegen den am 1. Oktober l. J. stattgefundenen Viehmarkt, an welchem z. B. Ferkel geradezu verschleudert wurden(Spanferkel waren zu 1,75. zu er⸗ halten), heute viel besser. Für das Paar neun⸗ wöchige Ferkel wurden heute 20 22, für das Paar Läufer 7080, und für Eialege⸗ schweine ca. 80& pro Stück bezahlt.

* Vom hinteren Odenwald, 5. Nov. Die letzte Nacht brachte starken Frost, so daß offene Wasser mit einer Eiskruste überdeckt waren. Dieser Umstand mag den Rosenfreund

hüllt man dieselben in Reiser des Wachholder strauchs ein, da dann die Mäuse sich fern halten. Diejenigen, welche noch Kartoffeln und andere Früchte im Freien haben, eilen sich nun infolge des starkeu Frostes, solche schleunigst unter Dach zu bringen.

Bad Nauheim, 6. November. Dieser Tage feierte der neugewählte Beigeordnete, Herr Kaufmann Theodor Andreas sein silbernes Jubiläum als Agent der Magdeburger Feuer⸗ versicherungsgesellschaft, wobei ihm von der erst⸗ erwähnten Gesellschaft ein sehr anerkennendes Belobungsschreiben nebst Ehrendiplom, von der letzterwähnten Gesellschaft ein gleiches Schreiben mit silberner Dankesmedaille übermittelt wurde.

* Bad Nauheim, 5. November. Nicht ohne Interesse ist eine vergleichende Statistik de Bad Nauheimer Kurgäste während der letzten 6. Jahre nach ihrer Staatsangehörigkeit, wobei die Gesamtfrequenz für die Zeit vom 1. April bis 31. Oktober jeden Jahres eingestellt ist.

veranlassen, seine Pfleglinge gegen Kälte richtig zu schützen. Zwar ist es durchaus nicht von Vor⸗ teil, die Rosen zu früh zuzudecken; denn nach

und die Rosen treiben dann noch unter der Hülle fort; auch können sie ohne Schaden einen Kälte⸗ grad von 5, bis 6 R. vertragen. Bei wurzel⸗ echten Rosen oder nieder veredelten werden die langen Zweige am besten mit Haken am Boden befestigt und der ganze Stock mit Laub über⸗ deckt; damit der Wind dieses nicht entführt, kommt eine Lage Reiser obenauf. Hohe Rosen⸗ stöcke löst man von ihrem Pfahle und drückt das ganze Stämmcheu vorsichtig glatt auf den Boden und überdeckt dasselbe auch mit Laub oder besser mit Erde. Das ganze Stämmchen muß zum Schutz gegen Glatteis überdeckt oder in Stroh eingehüllt werden. Ist zu befürchten, daß zarte Triebe von den Mäusen angefressen werden, so

den ersten Frösten kommen oft noch warme Tage

8 88 2 22 Land 1891 1892 1893 1894 1895 1896 2 2 88 Deutschland 8322 9234 9223 1019411489 11751 114 Rußland 325 351 520 727 1207 1452 33 Großbritan⸗ nien 123 142 171] 325 552 894 20 Holland 43. 38 62 39 1 Ne Oesterreich 103 169 1 Frankreich 26 49 47 43 800 107 2 Schweiz 49 53 61 60 97 105] 3 Schweden 90 75 74 90 147 105 8 Belgien 19%% 33 Dänemark 18 21 32 32 36 o Italien 3 5 15 5 9 12 1 Norwegen 6 11 Spanien 2 4 10 1 11 99 Luxemburg 8 4 64 Rumänien 10 8 6 3 Portugal 2 Griechenland 2 11 Türkei 8 3 2 4 2 Amerika 1930 241] 117 162] 2660 3180 8 Afrika 19 3 4 82 Asien 2 6 4 6632 Australien 2 3 1 8 6 1 Ausländer insgesamts 922 1038 1171 1560 2785 3601 85 Kurgäste ins gesamt 924410272 1039 41175414274 15352 199

Die Zahlen sprechen für sich selbst. Es wird nicht oft vorkommen, daß es ein Bad nach 61⸗ jährigem Bestehen auf 15 000 Besucher und auf 200 000 Bäder bringt.

* Darmstadt, 8. November. Heute war hier der Landes ausschuß des Gewerbe⸗ vereins versammelt. Dem Vernehmen nach

tion des Handwerkes gedreht.

* Darmstadt, 6. Oktober. Herr Fabrikant Lutz hier hat nach mancherlei Versuchen usw. eine Velociped-HKonstruktion die Zahnräder statt der jetzt üblichen Kette verwendet, und zwar sind diese Zahnräder aus einer Art gehärteten Gummis gefertigt, welches Material bis jetzt noch ziemlich teuer zu stehen

Zwischen Liebe und Pflicht. Roman aus dem australischen Buschleben

von G. Löffel. (Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Meine Aufgabe ist es, das Recht zu wahren Darum bin ich ich Ihnen unbequem, aber der Tag wo Sie mir Dank wissen werden. Sie mir in Ihrem guten und das Unrecht abbitten, das Sie Aufwallung des Unmuts ange⸗ von Ihrer

u Mutter die Gefahr abzuwenden, welche Sie vac f Abenfalfe kann es nicht in Gefahr selbst Rechtfertigung, mir einen vollen An⸗

und die Unschuldigen zu schützen. hier. Heute bin wird kommen,

Und dann werden verständigen Herzen mir in einer ersten than. Vielleicht ist es meine Aufgabe,

für dieselbe fürchten. meiner Absicht liegen, eine solche herauszubeschwören. Das zu meiner die wohl hinreichen dürfte, n

spruch auf Ihre Achtung zu sichern.

Meine ernsten, ruhig vorgebrachten Worte blieben

nicht ohne Eindruck auf sie. Sie schwieg eine

über etwas nachdenke. Dann sagte sie:

Sie mögen Recht haben. Vielleicht macht mich meine eigene Gemüts Verbitterung ungerecht gegen

Andere. Das Grollen mit dem Schicksal führ

ohne Zweifel zum Menschenhaß. Ihre Worte lasser 0 W dan ahnen, daß wir von einer Gefahr

bedroht find, obwohl ich nicht sehe, woher uns die selbe kommen soll. Wenn dem

schützen.

1 n ich selbst z Bönen schon jest ab, vich

unrecht gethan, bitte ich

Weile, als wenn sie tiefer

so ist, daun schützen

le 1 ürchte mich nicht und bin g fel Weschae Was ich Ihnen

nur in meinem Herzen, sondern hier öffentlich. Genügt Ihnen das?

Sie reichte mir ihre Hand hin und sah mich an mit einem Blick, der mir zum Herzen drang und das Blut schneller in meinen Adern kreisen ließ.

Es waren Madonnen-Augen, diese dunklen Sterne, in denen zwar das Feuer der Jugend loderte, aber unter dem Schleier wehmutsvollen Entsagens.

Ich zog natürlich die feine, ambraduftige Hand, von der sie zuvor den Reithandschuh abgestreift hatte, an meine Lippen. Der neue Bund war geschlossen. 5

Ich konnte nun freier sprechen und sagte ihr, wie ich mich schon immer im Stillen über ihre be⸗ wiesene Furchtlosigkeit gewundert hätte, da ich sie das letzte Mal sogar Nachts im Wald gesehen, wo sie an meinem Lagerfeuer vorübergeritten war.

Ja so, das waren Sie, entgegnete sie mit heiterer Miene,und ich hatte schon gehofft, endlich einmal einen Blick auf Morgan erhaschen zu können, wohl jetzt der gefürchteste, aber auch ritterlichste aller Buschräuber.

Eine solche Begegnung wäre Ihnen doch kaum erwünscht gewesen? sprach ich ernst.

Warum? Was hätte ich von ihm zu fürchten gehabt?

Alles.

Sie schüttelte energisch den hübschen ausdrucks⸗ vollen Kopf.Morgan kämpft nicht mit Weibern. Nach Allem, was man von ihm hört und liest, ist er ein Sendbote der ausgleichenden Gerechtigkeit.

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Das heißt, fiel ich ärgerlich ein,er bezahlt mit dem Geld der Ersteren seine Helfershelfer und das sind Alle, welche ihn in seinen Unternehmungen fördern und seinem verbrecherischen Treiben das Wort reden.

Also auch ich! warf sie trotzig ein.

Verzeihen Sie, beeilte ich mich zu erwidern, ich unterscheide zwischen Denen, die das aus Ueber⸗ zeugung thun, das sind die Anarchisten, welche die Propaganda der That in jeder Form verherrlichen, und Denen, welche durch den Schein sich blenden lassen. Zu diesen rechne ich Sie. Wir haben hier kein Mittelalter, auf das wir zurückblicken können, aber das Faustrecht hat auch bei uns gewütet und dem Lande tiefe Wunden geschlagen. Die soge⸗ nannte Gold-Aera Australiens ist voll von Bei⸗ spielen dieses verbrecherischen Treiben, welches zeit⸗ weise alle Bande der Ordnung und Sicherheit sprengte und einen Vernichtungskrieg Aller gegen Alle entflammte. Können Sie, eine Dame von Gefühl und Bildung, wünschen, diese Zustände wiederkehren zu sehen? Und sie würden es, wenn wir nicht das aus den Kulturgebieten verdrängte Räuber⸗Unwesen nun auch hier mit allen gesetz⸗ mäßigen Mitteln angriffen, um es zu vernichten. Die große unbewohnte Wildnis, an deren Grenze wir leben, bietet diesen Banditen leider noch einen starken Schutz und fast unnahbare Schlupfwinkel. Glauben Sie es mir, wir haben bier einen schweren Stand, und wir danken das nicht zum Mindesten den Schweigegeldern, welche die Verbrecher an die kleinen Leute zahlen, um Schutz bei ihnen zu finden

t Er nimmt den Reichen, um den Armen zu geben.

und vor Verrat gesichert zu sein. Und das nennen

Bewunderung müßte Sie ergreifen, wenn Sie den Namen Morgan nennen hören. Er ist ein Teufel in Menschengestalt, den man nur eine Erhöhung wünschen kann, die Erhöhung an dem Galgen!

Wenn Sie ihn also träfen, Ste würden ihn unbedingt niederschießen? fragte meine Begleiterin kühl.

Ich würde mich keinen Augenblick besinnen, dies zu thun, wenn er sich nicht auf Gnade und Ungnade ergiebt! versicherte ich.

Morgan?

ihrem Ton. Sie zuckte die Achseln.

Aber Sie sprachen von meiner Furchtlosigkeit, lenkte sie ab.Es ist wahr, Furcht ist das einzige Gefühl, das mir fremd ist. so einfältig, mich schutzlos den Gefahren der Wildnis preis zu geben. Sehen Sie her! Sie

Revolver.Den trage ich immer bei mir.

Nur mir nicht! lächelte ich.

Satteltasche zurückschiebend. einmal, mich einzuholen.

Versuchen

davon.

Diese direkte Herausforderung reizte mich.

Ich gab meinem Pferde die Sporen und jagte ihr nach. Sie blieb mir vorauf, trotzdem sie im Rennen noch alle möglichen Hindernisse nahm, wo⸗ durch sie mich zwang, dasselbe zu thun.

(Fortsetzung folgt.)

Dennoch bin ich nicht

haben sich die Beratungen um die Organisa⸗

erfunden,

Sie ausgleichende Gerechtigkeit? Schaudern statt

Es klang etwas wie mitleidiger Spott aus

entnahm ihrer Satteltasche einen fein gearbeiteten Auf meinem Pferde aber entkomme ich dem flinkesten Reiter.

Auch Ihnen entgegnete sie, die Wasse in die Sie es

Noch ehe ich es gedacht, war sie auf und 1

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