Ausgabe 
10.9.1896
 
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Landgericht Gießen nicht stattgegeben wurde und

Daß mit dem Radeln der Damenwelt

. Marja, das Heldenmädchen

nur noch ab und zu in weiten Zwischenräumen

Vor lauter Kombinationen fand sie keine Ruhe und

lassenseins, das sie früher nicht gekannt hatte. Da

mit heimlich vergossenen Thränen, und endlich, mit

Nr. 213

Gießen,

1896.

00

Ausgabe

Donnerstag, den 10. September

andeszeikun

Gießen.

Redaktion:

Kreuzplatz Nr. 4. 2

Erscheint täglich mit Ausnahme der

Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

2

Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Ispaltige Petitzeile.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 8. September. Unsere Straf⸗ a hat sich sehr häufig mit Angeklagten ö eschäftigen, die sich des strafbaren Eigennutzes chuldig gemacht haben. Es handelt sich um Ausspielungen von Gegenständen in Jorm einer Lotterie ohne behördliche Genehmigung. 1 6 5 dreht es sich natürlich dabei um arme Teufel, die ihre selbst verfertigten Waren nicht anders an den Mann bringen können und welche auch diese Waren schnell zu Geld machen müssen, weil sie dieses benötigen. So ging es dem Schreiner Jakob Hildebrand, welcher in Stockheim von ihm angefertigte Mobiliar⸗ gegenstände verloste. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 15 KA. Es mag dieser Fall zur Warnung dienen.

* Gießen, 8. September. Sache gegen Gunderloch aus Rendel. Unsere Leser erinnern sich noch, daß der Angeklagte von den Geschworenen des Meineids für nicht schuldig erkannt ist. Obzwar ihn die Strafkammer wegen Jagdvergehens verurteilt hatte, ist eben wegen dieser Verurteilung, nachdem die Revision vom Reichsgericht verworfen, auch dem Gesuch um ein Wiederaufnahme-Verfahren vom

die gegen diese Zurückweisung erfolgte Beschwerde beim Oberlandesgericht ergebnislos war, das Gnadengesuch eingereicht. Ferner ist aber gegen den Hauptbelastungszeugen, den Wörner von Nieder⸗Dorfelden, eine Anzeige wegen Mein⸗ eids bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Staatsanwalt Koch bezeichnete diesen Zeugen zwar nicht als klassisch, meinte aber, er traue demselben einen Meineid nicht zu. Die Straf⸗ kammer hat aber selbst zuletzt noch bei der Be⸗ gründung des Urteils gegen Vetter erklärt, der Zeuge Wörner verdiene gar keinen Glauben. Man kann einigermaßen neugierig sein, welchen Erfolg die Meineidsanzeige haben wird.

* Gießen, 9. September. Auch der Brief taubensport wird bei uns gepflegt. Gestern Vormittag ließ der Eisenbahnschaffner Schlitt von hier, in der Lahnstraße wohnhaft, in Kir⸗ dorf bei Alsfeld zwei dieser ortskundigen Tiere fliegen. Die erste Taube traf nach 30 Minuten hier im Schlage wieder ein. Die zweite Ge⸗ nossin brauchte 40 Minuten, um den 10 Weg⸗ stunden weiten Weg zurückzulegen.

* Gießen, 9. Sept. Es wird uns berichtet:

eine erhöhte Gefahr für auf der Straße spielende Kinder eingetreten ist, beweist der gestern vor⸗ gekommene Fall, wo eine junge, dem edlen Sport ergebene Dame in der Schloßgasse ein 6 Jahre

lich verletzte. Die Mutter des Kindes hat Strafantrag wegen fahrlässiger Körperverletzung gestellt. Die Gefahr für Kinder ist durch das Fahren einiger Damen unseres Erachtens doch nicht besonders erhöht worden. Ob auf dem Rad eine Dame oder ein Herr sitzt, ist wohl ziemlich egal. Hauptbedingung ist, daß bestehende Vorschriften von den Radlern beiderlei Geschlechts auch beachtet werden. Die Schloßgasse ist für Radler nicht freigegeben. Die Straße ist auch so eng, daß das Verbot begreiflich erscheint. Warum wird aber nicht z. B. die chaussierte, von Fuhrwerken wenig benutzte Senkenbergstraße freigegeben? Vielfach sind uns schon Beschwerden von Radlern zugegangen auch solchen, die innerhalb der Stadt fahren dürfen, daß sie ihr Stahlroß durch die prächtige Senkenberg⸗ straße drücken müßten, dagegen in der viel passierten und mit scheußlichem Pflaster versehenen Neustadt radeln dürfen. Wir meinen, derartige Beschwerden sind durchaus gerechtfertigt. Das Rad ist heutzutage zu einem unentbehrlichen Verkehrsmittel geworden, das man keinen un⸗ nötigen Beschränkungen unterwerfen sollte. Wenn das Publikum stets das Trottoir benutzt und die Radler richten sich nach ihren Vorschriften, dann sind Unfälle so gut wie ausgeschlossen.

*Langsdorf, 8. Sept. 41 Burschen von hier sandten derKl. Pr. in Frankfurt eine eigenhändig unterschriebene Erklärung zu, in der sie auf das Entschiedenste gegen die Unterstellung protestieren, daß ein Bursche von Langsdorf an dem Vorfall beteiligt war, wonach der Gemahlin des Fürsten von Lich bei ihrer Rückfahrt von Echzell nach Lich in Langsdorf ein Stein an den Kopf ge⸗ worfen wurde, sodaß eine klaffende Wunde ent⸗ stand. Es wird in der Erklärung behauptet, daß zur Zeit der That sich der größte Teil der Vevölkerung bereits zu Hause befand und dann die Vermutung ausgesprochen, daß Fremde, die ganz bestimmt ihren Zweck verfolgten, die That ausgeführt haben. Diese Ansicht soll ihre Be⸗ stätigung dadurch finden, daß zur selben Zeit ein gleiches Attentat in dem benachbarten Hungen auf die ebenfalls von Echzell herkommende Gräfin zu Laubach verübt wurde. In der Erklärung wird dann weiter gesagt:Der Fürst 55 Lich ist wohl bei den hiesigen Bauern im höchsten Grade unbeliebt, insbesondere durch die Art und Weise seiner Ausübung der hiesigen Gemeinde⸗ jagd, aber trotzdem ist und bleibt es ausge⸗ schlossen, daß Jemand von Langsdorfs Bepölke⸗ rung in solch meuchlerischer und gemeiner Weise an ihm und seinen Angehörigen sich vergreift. Insbesondere auch ist es unwahr, daß hiesige Burschen versucht hätten, durch Zischen die Pferde des fürstlichen Wagens scheu zu machen. Die

Langsdorfer Bevölkerung geht in ihrer Mehrheit

wohl gegen die Rücksichtslosigkeit des Fürsten und seiner Leute, wo sie auch zu Tage treten, offen und furchtlos vor. Niemals aber wird und kann dieselbe, die man in Nah und Fern als eine äußerst gesittete und humane preist, zu solchen Schandthaten, wie sie ihr hier unterstellt werden sollen, sich verstehen. Es wäre sehr zu wünschen, daß der rohe Bursche ermittelt würde.

* Lampertheim, 7. Sept. Ein roher

Bubenstreich wurde auf dem isrgelttischen Friedhofe hier verübt, wo von ruchloser Hand 11 Grabsteine umgeworfen und teilweise zerstört wurden. Gestern Abend kam es in einer hiesigen Wirtschaft zu Streitigkeiten, wobei wieder einmal das Messer gebraucht wurde. Unglücklicherweise wurden dabei zwei Personen, die abwehren und schlichten wollten, am härtesten betroffen, indem sie an den Händen nicht unbe⸗ deutende Stichwunden davontrugen. * Darmstadt, 7. September. Personal⸗ veränderungen im Bezirke der Kaiser⸗ lichen Ober-Postdirektion Darmstadt. Versetzt sind: Die Postdirektoren Bruns von Offenbach 0 1 nach Düsseldorf, Hiemenz von Bingen(Rhein) nach Offenbach(Main), Simmer von Bensheim nach Bingen(Rhein), der Post⸗ kassierer Haag von Colmar(Elsaß) nach Bens⸗ heim als Vorsteher des Postamts daselbst, der Postkassierer Klinkott von Offenbach(Main) nach Leipzig behufs Uebernahme einer Postinspektor⸗ stelle bei der Ober-Postdirektion daselbst, der Ober-Postdirektionssekretär Brüggemann von Dortmund nach Offenbach(Main) behufs Ueber⸗ nahme der Postkassiererstelle, der Postsekretär Senger von Posen nach Darmstadt behufs Uebernahme einer Bureaubeamtenstelle J. Klasse bei der Ober⸗Postdirektion Darmstadt, der Post⸗ sekretär Reimann von Friedberg(Hessen) nach Bromberg behufs Uebernahme einer Bureau⸗ beamtenstelle I. Klasse bei der Ober⸗Postdirektion Bromberg, der Postsekretär Däsch von Leipzig nach Friedberg(Hessen) und die Ober⸗Post⸗ assistenten Geißler von Büdingen nach Nidda und Störger von Nidda nach Lauterbach(Hessen). Ernannt sind: Der Postassistent Breit⸗ wieser in Grebenhain zum Postverwalter und der Postanwärter Wahl in Mainz zum Post⸗ assistenten. In den Ruhestand treten: Der Rechnungsrat Jordan und der Postsekretär Netz, beide in Darmstadt.

* Mainz, 7. Sept. In einer zu Buden⸗ heim stattgehabten Versammlung der ultra⸗ montanen Partei wurde als Kandidat für die bevorstehende Wahl zur zweiten Kammer des Landtages für den 9. rheinhessischen Wahl⸗ bezirk(Ingelheim⸗Finthen⸗Gonsenheim⸗Mombach) der Rechtsanwalt Dr. Frenay in Mainz auf⸗

gestellt. Von Seiten der deutsch-freisinnigen Partei kandidiert der seitherige Abgeordnete des Kreises, Oekonom Lichtenstein auf Wind⸗ häuser⸗Hof bei Oberingelheim, von sozialdemo⸗ kratischer Seite wurde Redakteur Dr. David in Mainz aufgestellt. Von Seiten der Agrarier

Nebenbahnprojektes von Ingelheim durch das Selzthal nach Niederolm find, ist der Landwirt

nommen.

* Mainz, 8. September. Im Laufe dieses Monats wird hier eine Kommission aus Mit⸗ gliedern verschiedener Handelskammern zu⸗ sammentreten, um die einzelnen Abschnitte des Entwurfs eines neuen Handels gesetzbuches einer Beratung zu unterziehen. Die Beschlüsse dieser Kommission sollen dem deutschen Handels⸗ tage unterbreitet werden.

* Mainz, 8. Sept. Das Kreisamt erläßt eine Bekanntmachung an die Bürgermeistereien, wonach für die im Reichstagswahlkreis Mainz⸗Oppenheim anzuberaumende Er⸗ satzwahl mit der Aufstellung der Wählerlisten

ist, daß die Listen bis Ende dieses Monats fertig

gestellt sind. Die Wahl selbst wird voraussicht⸗ lich im November stattfinden.

Vermischtes.

der Welt Lohn, denkt Herr Kommerzienrat Selve Altena und kehrt darum dieser Stadt den Rücken. In 1 einem Schreiben an die Polizeiverwaltung, daß sein Fort⸗ gehen motiviert, betont Selve, das ihm Schwlerigkeiten in Betreff seiner elektrischen Lichtleitung gemacht worden seien und daß er in vielen seiner Bestrebungen, die auch dem Wohle der Stadt Altena dienen sollten, anstatt be⸗ reitwillige Beihilfe seitens des Magistrats das Gegenteil gefunden hat. Er weist auf den Bau eines Nadelwehrs und auf den Bau von Arbeiterwohnungen hin. Für diesen Entschluß sind weiter bestimmend gewesen: 1. daß er sich mehr seiner Familie widmen und seine Ge⸗ sundheit schonen will, 2. daß er anderswo wenigstens für einen Teil des Jahres angenehmer, sorgloser und billiger leben kann, 3. daß er den höheren Zielen seiner geschäft⸗ lichen Thätigkeit besser und erfolgreicher nachgehen möchte, als es ihm in Altena möglich ist, wo zu viele kleinliche Angelegenheiten auf ihn einstürmen und 4. daß er die Stadt Altena durch seinen Wohnungswechsel vor hohen unproduktiven Ausgaben warnen möchte. In steuerlicher Beziehung wird der Fortgang des Kommerzienrats Selbe recht unangenehm empfunden werden. Es fallen jährlich an Kirchensteuer 13000 Mark, an Schulsteuer 8000 Mk.

Mk. aus.

Die Manöver und der Eisenbahnver⸗ kehr. Aus Berlin wird derFrlf. Ztg. folgendes in⸗ teressante Exempel vorgerechnet: 65000 Mann zu Fuß

altes Kind überfuhr und dasselbe nicht unerheb

von Transvaal. Zeitroman von Pieter Vryburg Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Aus dem Umstande, daß die Fußspuren nach ihrem Zusammentreffen eine ganze Strecke weit hinter oder neben einander hergingen, kombinierte Marja sehr richtig, daß hier in der Unglücksnacht jemand vor dem Deutschen herging, dem er folgte, denn später trennten sich die Spuren wieder, um

wieder flüchtig zusammenzutreffen.

Es läßt sich denken, daß die weitere ganz all⸗ mähliche Verfolgung der gefundenen Spur Marja in eine heftige Gemütsbewegung stürzen mußte.

keinen Schlaf mehr. Dazu schlich sich ein heim⸗ licher, tiefer Kummer in ihr Herz, ein leises, un⸗ stillbares Sehnen, ein Gefühl namenlosen Ver⸗

verstummten ihre Lieder, da netzte sie ihre Bissen

des Vaters rauhen Worten, die sie erröten machten,

überkam es auch sie wie eine himmlische Offen⸗

barung, das süße stille Geheimnis der ersten keuschen

Liebe. Ja, nun erst wußte sie es, was sie mit

einer so wunderbaren Gewalt zu dem schönen

Fremden hingezogen hatte, was sie noch ferner be⸗

stimmte, seinen Spuren zu folgen und nicht zu

ruhen, bis sie ihn irgendwo in Sicherheit und ge borgen wußte.

Nun erst recht mochte sie sich entdecken, und noch ängstlicher als einen strengen Blick, mit dem er auf d

des Herzens zu lesen schien.

ihrem Hoffnungsgange

ihrem Vater nicht zuvor mied sie em Grund

mund allerlei Spukgeschichten verbunden hatte. Marja hatte schon als Kind von dem Hausgesinde solche Geschichten erzählen hören.

Sie stand, nicht aus Furcht denn es war ja hell am Tage sondern vor Staunen still.

Wie kam es, daß in der Mondnacht jemand von der Witborg-⸗Farm hier herüber gegangen war? Wer konnte das gewesen sein? Den abergläubischen Knechten war eine solche That nicht zuzutrauen. Und ihr Vater war es auch nicht gewesen. Den hatte sie ja zu Hause schlafend gefunden. Und beide Fußspuren lenkten hierher, sie verliefen, wie zu Anfang, nochmals fast gleichmäßig mit und neben einander. 85 8

Hier also, auf der gespenstischen stillen Farm war der Deutsche mit dem anderen Mann zu⸗ sammengetroffen, hatten sie das gemeinsame Ziel erreicht.

In qualvoller Spannung eilte Marja auf das stille Gehöft zu, und mit heimlichem Grauen ge⸗ dachte sie jetzt des in der Nacht gehörten Schießens aus weiter Ferne, was den Vater veranlaßt hatte, quer durch die Wüste hierher zu fahren. In Schießweite der stillen Farm waren sie abgebogen.

Nach mehreren Stunden emsigen Suchen und scharfer Beobachtung lagen die ganzen Vorgänge jener Nacht vor Marja's Augen, als wenn sie sie selbst mit eigenen Augen gesehen und mit erlebt hätte.

Nicht nur die Fußspuren von Menschen und Pferden, nicht nur die von Flintenkugeln zerbröckel⸗ ten Wände und Balken brachten ihr die Erkenntniß dessen, was hier vorgegangen, sie fand in dem größeren Wohnraum, in den sie sich zuletzt begeben hatte, neben einer Tonne am Boden liegend ein zusammengeknifftes, mit Bleistift beschriebenes Blatt dasselbe, auf welchem bei der geheimen Zu⸗ samm nkunft der Verschwörer Jameson seine Notizen

gemacht hatte.

Endlich war Marja auf Hof 5 vor der stillen Farm angelangt, ein viel genannter und gern gemiedener Ort, mit welchem der Volks⸗

Bei dem plötzlichen Alarm war es ihm unbe⸗

wußt entfallen. Man hatte das Licht ausgelöscht auch das lag am Boden und dann waren alle hinausgestürzt, um hierher nicht mehr zurückzu⸗ kehren. a

Vor Marjas Augen lag es wie ein blutiger Nebel.

Aus des Vaters Fremdenhaß und aus mancherlei belauschten Gesprächen über die Uitländers wußte sie genug von der inneren politischen Lage Trans⸗ vaals, um aus dem hier roh skizzierten Stimmungs⸗ bild mit eigenen Anmerkungen Jamesons zu enk⸗ nehmen, um was es sich bei dieser nächtlichen Zu⸗ sammenkunft Vieler gebandelt und daß ein Plan im Werke war, die Boeren⸗Republik in die Gewalt der Fremden zu bringen.

Nun aber unterlief ihren sonst sehr sicheren Kombinationen ein furchtbarer Irrtum.

Die zweite Fußspur, welche neben der zierlichen des vornehmen Deutschen herlief und hier ebenfalls endete, war plump und breit, und solche Fußein⸗ drücke von Leuten mit groben Stiefeln, gab es hier an verschiedenen Stellen in Menge. Nur ein feineres Schuhzeug war zwischen ihnen zu erkennen. Und daraus folgerte Marja, daß der Deutsche der Verfasser dieser Aufzeichnungen war, daß er der einzige Gebildete in der Menge ungebildeter Gold⸗ gräber gewesen, daß mithin er die Seele dieser Ver⸗ schwörung und der Rädelsführer der hier ver⸗ sammelt gewesenen Hochverräter war.

Wie seltsam war es auch, daß er, kaum wieder zum Bewußtsein gelangt, ganz unabhängig von dem von Witborg herübergekommenen nächtlichen Wanderer, hierher, gerade hierher geeilt war, daß er seine letzten Kräfte aufgeboten hatte, um das gemeinsame Ziel der Verschwörer zu erreichen. Er konnte es auch nicht sein, der geschossen hatte, denn sie hatte

gesehen, daß er keinerlei Schießwaffen bei sich führte. 5 5 Ueber den hier stattgefundenen Kampf lag un⸗

wie er geendet, ob er zwischen einer umherstreifen⸗ den Räuberbande und den Verschwörern stattge⸗

und denselben mit der Waffe ausgefochten hatten alles das war Marja rätselhaft, und weiter darüber nachzudenken, wäre müßig gewesen. Eines nur stand

den sie liebte, um dessen Leben sie gebangt, mit Eigenschaften des Menschen verbunden hatte, den

um ihn endgültig zu retten, an den sie gedacht hatte bei Tag und bei Nacht, dem sie Thränen nachge- weint hatte, er war der Genosse von Mördern und ein Verräter am Vaterlande.

Blitzartig kam ihr die Erkenntnis und doch blieb noch ein leiser Zweifel in ihrem Herzen zurück, und doch kämpfte ihre Liebe gegen diese furchtbare Ver⸗ dächtigung an. Sie hatte diesem Manne ins Auge gesehen und da lag etwas so Großes, Schönes und Reines, wie es nur aus den Augen von Menschen blickt, welche gut, edeldenkend und treu sind, Men⸗ schen, welche anderen Zielen nachjagen, als Gold und Gewinn, die keinen Teil haben an den sie ein⸗ engenden gemeinen Gesinnungen Anderer.

Freilich etwas anderes war es, ob er Trans- vaal für Geld an die Engländer ausliefern und sich an die Spitze der Aufrührer stellen wollte, um seinen JInteressen zu dienen; etwas anderes, wenn seine politische Ueberzeugung ihn dazu drängte, die ö in manchen Punkten tyrannische Boerenherrschaft zu stürzen und an deren Stelle das freie, von jeder Nationalität losgelöste, keineswegs unedle Element

ganze kurze Zeit im Lande gewesen, konnte Marja

nicht wissen. (Fortsetzung folgt.)

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und an Kommunalsteuer 15000 Mk., in Summa 36 000

und 9000 Mann zu Pferd mit beinahe 500 Geschützen

ö der an der Volkszahl überwiegenden Uitländer zu setzen. Er selbst gehörte zu diesen, und daß er nur

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1

.

in Ober⸗ und Niederingelheim, die Gegner des

Schwarz in Oberingelheim in Aussicht ge⸗

sofort zu beginnen und dieselbe so zu beschleunigen

Der Herr Kommerzienrat. Undank ist in

durchdringliches Dunkel; wer ihn heraufbeschworen, 0 funden, oder ob diese unter sich Streit bekommen ö mit furchtbarer Klarheit ihr vor Augen: den Mann,

dessen Person sie die höchsten Ziele und edelsten 15

sie gefolgt war durch den brennenden Wüstensand, 14

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