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bahnwagen, hebt die Fahrstühle und bewegt die Druckerpressen, die schwerhebenden Krahne und die mächtigen Erzmühlen, wie andere Maschinen jeglicher Art. Selbst im Bauhandwerk findet sie Anwendung, und es ist nichts Außergewöhn⸗ liches, in den Straßen einen elektrischen Möbel⸗ tischler zu sehen, dem seine Kraft durch einen dünnen, von einem Pfosten ablaufenden Draht zugeführt wird. Die Speisehäuser kochen mit Elektrizität, der Fleischhauer läßt das Hacken des Wurstfleisches elektrisch besorgen, und der Kauf⸗ mann mahlt seinen Kaffee damit. Die guten Hausfrauen von Great Falls treiben ihre Näh⸗ maschinen und erhitzen ihre Bügeleisen mit Elektrizität; sie backen ihren Kuchen in elektrischen Backöfen, sie haben ellektrische Kaffeekocher, Pfannen und Waschkessel.
— Die Aufdeckung einer wohlerhal⸗ tenen antiken Stadt in Algerien, welche der Service des monuments historiques de Algerie unternommen hat, verdient besondere Aufmerk samkeit. Einem soeben veröffentlichten Bericht des Leiters der Ausgrabungen, des Architekten Albert Ballu, entnimmt die„Köln. Ztg.“ Fol gendes: Timgad, im Altertum Thamugadi ge⸗ nannt, liegt im Departement Constantine, nicht weit von dem alten Lambessa, und war das Standquartier der berühmten dritten Legion. Die von Trajan im Jahre 100 erbaute Stadt hatte eine Blütezeit von 4 Jahrhunderten durchlebt, als Belisar Nordafrika eroberte. Die eingeborene maurische Bevölkerung verwüstete die Felder und zerstörte die Städte, damit die Eroberer sich nicht im Lande festsetzen könnten. Da ist auch Thamugadi zu Grunde gegangen und hat dann unter dem Schlamm, den die Regengüsse von den Bergen herabspülten, unter dem Sand, den der Sirokko herbeitrug, länger als zwölf Jahrhunderte verborgen gelegen. Ein Triumphbogen mit drei Thoren, der mit Säulen und mit Statuen geschmückt ist, steht noch fast aufrecht. Im Schutze von schönen Säulenhallen sind schöne Kaufläden aneinander gereiht, und sehr gut eingerichtete Aborte zeigen, daß auch diese Errungenschaft der Neuzeit schon im Alter⸗ tum bestanden hat. Auf dem Forum steht eine
große Basilika, die(der ursprünglichen Bestim⸗ mung aller Basiliken entsprechend) das Gebäude
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des Handelsgerichts war. Außerdem sieht man auf dem Forum Magazine, Hallen für gesellige Zwecke, ein Gefängnis, eine Kurie, wo der Ge⸗ meinderat tagte, einen Tempel des Sieges und eine sehr große Zahl Piedestale, worauf die Bildsäulen der Kaiser und berühmter Männer gestanden haben. Das an einen Hügel an⸗ gelehnte Theater konnte viertausend Personen auf⸗ nehmen. Auf dem Kapitol steht ein gewaltiger Tempel des Jupiter, aber seine 15 Meter hohen Säulen sind umgestürzt und bedecken mit ihren Trümmern den Boden. In den prächtigen Thermen sind die verschiedenen Baderäumlich⸗ keiten wohlerhalten, und auf einem sehr merk⸗ würdigen Markt, von dem ein Teil überdeckt war, stehen die steinernen Tische, auf denen die Waren zur Schau ausgelegt wurden. Aus der christlichen Zeit stammen mehrere reich mit Mosaik und Skulpturen geschmückte Kirchen und eine große Zitadelle. Alle Straßen sind sehr gut gepflastert und zeigen, wie in Pompeji, die Radspuren der antiken Wagen. Die Kloaken, die so tief sind, daß man sie ganz durchwandern kann, nehmen wieder das Regenwasser auf, welches sich in den nun freigelegten Straßen an— sammelt, und die alten Brunnen, welche die Stadt versorgten, sind wieder zur Aufnahme des Trinkwassers bereit, das die bevorstehende Er— neuerung der römischen Leitung von Neuem in jene steinernen Behälter fließen lassen wird. Die Privatbauten nehmen unser Interesse nicht weniger in Auspruch. Dasselbe gilt von den militärischen Anlagen, sowie von Aquadukten, Stadtthoren, Friedhöfen und Vorstädten. Alles in Allem ist dies der erste und einzige Fall, daß die römische Kunst der Kaiserzeit sich uns in so geradezu wunderbarer Vollständigkeit vor Augen stellt.
* Stoß seufzer eines Gymnasiasten „Elsa hat für mich nichts, als ein mitleidiges Achselzucken; o, wenn sie pißte, daß ich mir schon zweimal habe rasiren lassen.
— Bescheidenes Hochgefühl. Schauspieler(einer Schmiere, zum Direktor):„Herr Direktor, ich bitte um 20 Pfennig Vorschuß!“
Direktor:„Wozu brauchen Sie 20 Pfennig?“
wußtsein, wenn man eine größere Summe Geld bei sich führt!“
Letzte Telegramme.
Hd. Wien, 9. Januar. Der Redakteur des in Außig erscheinenden Omladinisten-Blattes „Omladina“, Ignatz Holub wurde wegen Hoch⸗ verrats verhaftet. Gleichzeitig wurden in dieser Angelegenheit bei vielen Personen in Prag, Leitmeritz und anderen Orten Haussuchungen vorgenommen. 5
Hd. Wien, 9. Jan. Die Blätter bezeichnen fast ausnahmslos die Ausrüstung eines fliegen⸗ den englischen Geschwaders als eine lächer— liche Demonstration, welche absolut nichts Beun⸗ ruhigendes habe. Die„Neue Freie Presse“ fragt, was denn geschehen sei, wodurch die plötzliche Thatenlust Englands gerechtfertigt sei. In die Transvaal-Republik sei aus der benachbarten englischen Cap-Kolonie eine Bande Freibeuter eingebrochen und von den tapferen Buren schnell überwunden worden. Da nun die englische Re— gierung jede Solidarität mit jenen Flibustiern kategorisch abgelehnt hatte, so konnte doch logischer Weise die Glückwunsch-Depesche des deutschen Kaisers an den Präsidenten Krüger keine Spitze gegen England haben. Daß England heute iso⸗ liert dastehe, könne zwar die englische Empfind— lichkeit reizen, Deutschland werde aber dafür besonneue Mäßigung zeigen. Die Friedfertigkeit Deutschlands habe schonschwerere Proben bestanden.
Hd. Paris, 9. Jan. Der Untersuchungsrichter verhörte gestern in der Untersuchungssache der 104 Pa⸗ namisten deu früheren Minister Deville, welcher angeblich die Liste mehreren Abgeordneten mitgeteilt hatte, sowie ferner den ehemaligen Polizei-Präsidenten Andrieux. In dem Verhör wurden keine neuen Einzelheiten fest⸗ gestellt.
Hd. Paris, 9. Jan. Der hiesige portugisische Ge⸗ sandte erklärte einem Redakteur des„Temps“, daß die Ausschiffung deutscher Truppen in der Delago a⸗ bay nur im Einvernehmen mit Portugal möglich sei, da die Bay portugiesisches Gebiet sei. Der Gesandte glaubt nicht, daß diesbezügliche Verhandlungen geplant werden.
Hd. Paris, 9. Jan. Die Blätter unter⸗ ziehen zwar die Haltung Englands einer
Hd, Dover, 9. Jan. Ein schrecklicher Sturm hat gestern die Abfahrt sämmlicher Postdampfer verhindert.
Hd. Konstantinopel, 9. Jan. Infolge heftiger
Schneestürme sind die Eisenbahn-Verbindungen mit West⸗Europa unterbrochen.
Zur Beachtung.
Die„Hessische Landes⸗Zeitung,
Ausgabe Gießen“ wird äßi
Maass 5 ießen“ wird regelmäßig
Holzversteigerungen und Submissionen
der Provinz Oberhessen(Kreise Gießen Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Lau⸗ terbach und Schotten) und des Kreises Wetzlar veröffentlichen.
Die Holzversteigerungen und Submissionen
der Kreise Biedenkopf, Marburg, Kirchhain, Ziegenhain, Homberg und Frankenberg finden unsere Leser dagegen in der Marburger Ausgabe der Hessischen Landes⸗Zeitung“. Die„Hessische Landes-Zeitung“ bringt diese wichtigen Bekanntmachungen also in einer Vollständigkeit, wie sie kein anderes hiesiges oder auswärtiges Blatt zu bieten vermag.
Die
amtl. Bekanntmachungen
der Stadt und des Kreisamts Gießen
werden ebenfalls in der„Hessischen Landes⸗
Zeitung, Ausgabe Gießen“ regelmäßig
zu finden sein.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗
Holzversteigerungen.
Gießen.
Grünbergerstraße, auf dem Trieb, im Lärchenwäldchen, am Lutherberg, Steinbacherweg, in den Friedhofsanlagen,
Das Abfallholz von städtischen Bäumen an der Licher- und
am alten Anneröderweg, im Bürgermeistereihof,
am Wieseckerweg und auf Oswaldsgarten, bestehend aus Kuüppelholz, Reisern, auch einigen Stämmen und einigen Dausen Spähnen.
Freitag, den 10. an Ort und Stelle.
Januar, Nachm. 2 Uhr,
Die Versteigerung beginnt am Oswaldsgarten.
Donnerstag, den 23. d.
Jagd⸗Verpachtung. Mts., 1. Februar d. J. leihfällig werdende Domanialjagden aus den
nach verzeichnete, am Oberförstereien
werden
Treis an der Lumda und Schiffenberg verpachtet: a 1. Oberförsterei Treis an der Lumda: Jagdbezirk Nr. 1,
2. Oberfoͤrsterei Schiffenberg die Jagdbezirke
Nr. 1 und 2.
Die Verpachtung findet in Röhrles Brauerei zu Gießen statt und beginnt
Vormittags 10 Uhr.
Personen, welche diese Jagden zu pachten beabsichtigen und deren Qualifikation
hierzu nicht notorisch vorliegt, haben binnen 14
försterei sich hierüber auszuweisen. Gießen, den 3. Januar 1896.
Tagen bei unterzeichneter Ober
Großherzogliche Ober försterei Schiffenberg.
Heyer.
„' Submission. Gießen. Die Erd- u. Maurer⸗, Steinhauer⸗ und Schlosser— arbeiten zur Herstelluug einer 21,18 Meter langen Einfriedigung in der Steinstraße, längs des Scheid'schen Hofes, sollen Dienstag, den 21. d. Mts.,
Vormittags 11½ Uhr, öffentlich verdungen werden. Zeichnung, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei dem Stadtbauamte zur Einsicht offen. Angebote sind auf Vor⸗ druck, der bei uns erhältlich bis zum genannten Termin einzureichen.
Zuschlagsfrist 14 Tage. — Submission. Gießen. Die Schreiner- und Weiß⸗ binderarbeiten zur Herstellung des früher Schmidt'schen Hauses im Tiefen— weg sollen Dienstag, den 14. d. Mts.,
Vormittags 11% Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeits beschreibung und Bedingungen liegen bei dem Stadtbauamte zur Einsicht offen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular sind bis zum genanunten Termin einzureichen.
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