Ausgabe 
10.1.1896
 
Einzelbild herunterladen

General⸗ en prese eds er⸗ Man in sbhängig⸗ 14 Vohannes⸗ säclichte alkomme, plerung sider ber⸗

ispondent a ist als en Buren

cuntw. Re⸗ Ottmann,

5

K An,

hren

l. 0 he jeter-

Gießen, Freitag, den 10. Jannar

1896.

0

Ausgabe

andes

Gießen.

Redaktion: 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. 1 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. E Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die F5spaltige Petitzeile. 2 Kreuzplatz Nr. 4. A 5 5 5 5 5 5

E bonnementsbestelungen auf die 5 Hessische Landeszeitung nehmen unsere sämmtlichen Träger sowie die Expedition Kreuzplatz 4 zu jeder Zeit entgegen.

Kein anderes hiesiges oder auswärti ges Blatt bietet annähernd die Vor teile derHessischen Landeszeitung, die der Einwohnerschaft von Gießen und Nachbarorten in

zwei Ausgaben an jedem Werktag ausgehändigt wird.

Preis nur 60 Pfg. monatlich

einschließlich Trägerlohn.

Gießener Neu⸗ und Umbauten im Jahre 1895. Spezialbericht derHess. Ldztg.

(Fortsetzung.)

So sind wir wieder in der Ostanlage ange kommen und folgen dieser bis zum Wallthor, von wo aus wir wieder einen Abstecher in die Innenstadt nach der Braugasse unternehmen. Hier hat gegenüber dem Garnisonslazarett der Fabrikant Wallenfels einen gründlichen Um⸗ bau seines Hauses vorgenommen. Keck blickt schon jetzt der um einen Stock erhöhte Neubau, ob zwar nur erst im Rohbau vollendet, nach dem stolzen Lazarettgebäude hinüber. Am oberen Ende der Wallthorstraße hat noch der Besitzer des HotelEinhorn aus der alten Thorein fahrt des Hauses ein vornehmes Vestibül ge schaffen.

In dem nördlichen Stadtteil Gießens finden wir ebenfalls stattliche Gebäudekomplexe. Am Anfang der Nord⸗Anlage sehen wir die bekannte Bierquelle der Gebr. Röhrle mit ihren umfang⸗ reichen Fabrikgebäuden und qualmenden Schlöten. Gerade dieser Teil des nördlichen Stadtteils hat eine so tief greifende Veränderung erfahren, daß nur noch die älteren Gießener sich der alten Königsbrauerei mit der idyllischen Umgebung er innern können. Der rastlos vorwärtsstrebenden 5 hat hier manches lauschige Plätzchen zum

pfer fallen müssen, und ausgedehnte Kellerei⸗ anlagen durchziehen jetzt den größten Teil des altbekannten Brauereigrundstückes.

Auf der rechten Seite der Nordaulage, gegen über der Brauerei Röhrle, bietet die noch junge Schottstraße mit ihren schmucken Villen ein au genehmes Bild. Auch in der Dammstraße, welche vor Oswaldsgarten die Nordanlage quert, ist ein Doppelhaus entstanden. Wir nähern uns der Neustadt und kommen an einen Bau, welcher, aus öffentlichen Mitteln erbaut, schon viel das Gerede der Bürger gebildet hat. Den Namen Geräteschuppen, den dieser Bau im Volks⸗ munde hat, verdient er gewiß nicht; denn er hat mit einem Schuppen nicht die entfernteste Aehnlichkeit. Zu welchen Zwecken der Bau dient, ist uns nicht bekannt. Die innere Einrichtung des Hauses läßt keinen rechten Schluß auf den Zweck des⸗ selben zu. Vielleicht geht es diesem Neubau wie den schon zwel Jahre leer stehenden Marktlauben, welche deshalb nicht benutzt werden können, weil die dazu benötigteOrdnung so schwer zu schaffen sein soll.

* 0

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 9. Januar. Ein Gefechts⸗ schießen mit scharfen Patronen wird das 3. Bataillon des hiesigen Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 am 10. ds. Mts. in dem Gelände Staufenberg Mainzlar Treis a. d. Lumda TodtenbergFortbachSicherts⸗ r Ge en abhalten, weshalb das ge ährdete Gelände an diesem Tage nicht betreten werden darf.

* Gießen, 9. Jan. Die gestern Abend statt⸗ gefundene Generalversammlung des Ver⸗ eines für Krankenpflege im Restaurant Feidel war 1 von den Mitgliedern be⸗ sucht. Der Vorsitzende Rechtsanwalt Grüne⸗

wald erstattete den Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr und erwähnt dabei, daß es im vergangenen Jahre wegen der Auf⸗ fassung über die Auslegung des§ 4 der Sta⸗ tuten, welcher die Zusammensetzung und Wahl des Vorstandes behandelt innerhalb des Vereines zu ernsten Meinungsverschiedenheiten gekommen sei, welche nahe daran waren, die Existenz des Vereines in Frage zu stellen. Diese Differenz sei jedoch beigelegt. Der Verein bezwecke die Einrichtung und pekuniäre Unterstützung einer Niederlassung katholischer barmherziger Schwe stern in Gießen behufs Förderung der Kranken⸗ pflege, ohne Rücksicht auf die Konfession der Kranken. Die Mitgliedschaft kann Jedermann erwerben, gleichviel welche politische oder kou fessionelle Stellung er einnimmt. Der Verein bestehe augenblicklich aus 53 Katholiken, 33 Pro⸗ testanten und 20 Israeliten. Es führe die Mitglieder lediglich die Humanität und die Men schenliebe zusammen; alle religiösen Interessen der verschiedenen Konfessionen haben mit dem Vereiuszweck nichts zu thun. Der Vorsitzende schließt seinen Bericht mit dem Wunsche, daß im kommenden Jahre die Grenzen der Mild thätigkeit und Barmherzigkeit über den Verein walten mögen. Der Rechner von Jungenfeld erstattet die von den Revisoren geprüfte Rechnung pro 1895. Dieselbe schließt in Einnahme und Ausgabe mit 5761,58 Mk. ab. Das Vereins- vermögen, bestehend aus barem Gelde und Pa⸗ pieren, beträgt augenblicklich 2955,28 Mk. gegen 3184,11 Mk. des Vorjahres. Die Versammlung schreitet daraufhin zur Vorstandswahl. Der Vorsitzende teilt mit, daß Rechtsanwalt Dr. Gut⸗ fleisch infolge der Differenzen des Vorjahrs sein Amt niedergelegt habe und die Versammlung bitte, von seiner Wiederwahl in den Vorstand abzusehen. Der Vorstand habe beschlossen, als geeignetes Vorstandsmitglied den Buchhalter Hermann Petri zur Wahl vorzuschlagen. Dr. Kübel erklärt, daß dem§ 4 der Statuten zufolge heute ein protestantisches Mitglied mehr zu wählen sei, dem müsse man sich fügen und wer von den Mitgliedern dies nicht wolle, könne höchstens einen weißen Zettel abgeben. Bei der Abstim⸗ mung, welche durch geheime Wahl stattfand, wurden wieder gewählt Rechtsanwalt Grüne wald, von Jungenfeld, Handelskammermitglied Katz, Kommerzienrat Heichelheim, Dr. Kübel, Amtsrichter i. P. Herrmann, Rentier Schmücker, Singer, neu gewählt wurde Hermann Petri. Nachdem der Vorsitzende namens des Vereins den Schwestern für ihre segensreiche und auf⸗ opfernde Thätigkeit Anerkennung und Dank aus⸗ gesprochen, dankt der Pfarrer Bayer dem Vor stand und besonders dem Vorsitzenden für seine Thätigkeit im Interesse des Vereins.

Gießen, 8. Januar. In der gynäkolo⸗ gischen Klinik unserer Hochs hule kamen im ver flossenen Jahre 340 Entbindungen bei einer Thätigkeit von nur 20 Praktikanten vor, somit entfallen durchschnittlich auf jeden derselben pro Jahr 16 Fälle oder pro Semester 8. Es steht dieses Institut inbezug auf die Frequenz in Rücksicht auf die Zahl der dabei beteiligten an⸗ Aba Aerzte an erster Stelle unter derartigen Unstalten aller deutschen Universitäten.

0. Lollar, 8. Jan. Gestern Abend hielt der hiesige Veteranen- und KriegervereinLudwig zur Treue Generalversammlung, behufs Vor standswahl und Rechnungsablage pro 1895 ab. Die Versammlung leitete der seitherige Vorsitzende Herr Baumann, welcher durch die Verlegung des Zentralbureaus der Buderusschen Eisen⸗ werke seinen Wohnsitz in Gießen genommen, ein. Er gab unter Anderm an, daß er den Vorsitz nicht mehr führen könne und sein Amt als solcher niederlege. Der Verein ernannte ihn deshalb zum Ehrenmitgliede und wählte den seitherigen zweiten Vorsitzenden Herrn Heiberts hausen zum Ersten und Herrn Störmer zum zweiten Vorsitzenden, den seitherigen zweiten Schriftführer Herrn Schiemangk zum Ersten und den seitherigen zweiten Schriftführer Herrn Nies zum ersten Schriftführer. Zum Rechner wurde wiedergewählt Herr Polizeidiener Schmidt, sowie die seitherigen 2 Beisitzer Herr F. Schön und Herr H. Fuchs. Bei der Rechnungsablage er gab sich infolge der vielen Festlichkeiten im Jahre 1895 einschließlich der noch rückständigen Bei⸗ träge eine Mehrausgabe von ca. 75 Mark. Es wurde beschlossen, daß der 18. Januar, der Tag der Kaiserproklamation, durch ein geselliges e und der 27. Januar, Kaisers

eburtstag, durch eine Abendunterhaltung mit Musik gefeiert werden sollte. Kamerad Klingel höfer führte zuletzt noch unter Beifall an, daß

der Verein auch den bedürftigen Kameraden, Witwen und Waisen gedenken sollte.

Darmstadt, 8. Jau. Zuverlässig ver⸗ lautet, daß eines der ältesten Mitglieder des höchsten Gerichtshofs, der als Kriminalist her vorragende Reichsgerichtsrat von Bury, die Versetzung in den Ruhestand nachgesucht hat. b. Bury war 1879 von Hessen für eine Reichs⸗ gerichtsratsstelle in Vorschlag gebracht worden. Seit seiner Ernennung gehörte er dem ersten Strafsenate an.

* Dar mstadt, 9. Jan. Das Reichsgericht hat die seiner Zeit von dem Angeklagten Pütz eingelegte Revision gegen das Urteil der hiesigen Strafkammer J, wonach er insgesamt 29 Jahre Zuchthaus wegen einer Reihe von Einbruchs diebstählen und Widerstands erhielt, in seiner Sitzung vom 19. Dezember 1895 kaostenfällig verworfen.

ch. Offenbach, 8. Januar. Moderne Jungen. Einige Buben spielten auf der Nain wiese in der Nähe der Druckluftanlage, als ein etwa 13jähriger Junge unter sie trat, der einen scharfgeladenen Taschenrevolver bei sich trug, mit dem er hantierte. Plötzlich ging ein Schuß los und die Kugel drang einem der im Kreise herum⸗ stehenden Buben in die Hand. Alsbald trat nun ein anderer Junge hervor, holte sein Saschen messer heraus und schnitt dem Verletzten die Kugel heraus! Der Verletzte kam natürlich in ärztliche Behandlung und trägt nun einen Gypsverband.

h. Groß⸗Umstadt, 8. Jau. Gestern wurde vom hiesigen Schöffengericht der Redakteur Martin Schwenk von derStarkenburger Pro vinzial⸗Ztg. in Dieburg zu 7 Wochen Ge⸗ fängnuks und drei Viertel der Kosten, und der latholische Pfarrer Mischler von hier zu 30 Mark Strafe und einem Viertel der Kosten verurteilt. Beide standen unter der Anklage, den Landtagsabgeordneten Lautz wegen seiner Reden in der Kammer zur Revision der Ordens⸗ gesetze, durch drei Artikel derStarkenb. Prov. Ztg beleidigt zu haben. Herr von Wambolt erklärte als Zeuge, daß er der Verfasser des letzten inkriminierten Artikels sei, und gab weiter auf eingehende Befragung an, daß er den Artikel Herrn Pfarrer Mischler zur Durchsicht gegeben, daß Herr Mischler daran, wenn auch nicht viel, korrigiert und daß Herr Mischler ihn an die Dieburger Zeitung befördert habe. Erwähnens wert ist das Zugeständnis des jetzt in Bingen wohnenden Herrn Kaplan Kling, daß er die Dieburger Zeitung ständig korrigiert habe. Herr Schwenk macht somit für die Herren Pfarrer und Kapläne den Strohmann.

i. Mainz, 8. Jan. Der Handlungsreisende Franz Braun von hier, der für die hiesige Drogenfirma Fritz Ritzel 270 Mark Kunden gelder vereinnahmte und unterschlug und für etwa 800 Mark fingierte Aufträge abgab, deren Inhalt er nach der Effektierung verkaufte und das Geld für sich behielt, ist heute von der Strafkammer zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Oberbürgermeister Dr. Gaßner hat die nötigen Vorbereitungen getroffen, um zur 25 jährigen Wiederkehr der Errichtung des deutschen Reiches einen Festkommers in der Stadthalle zu veranstalten.

i. Mainz, 8. Jan. Die hiesigen Schutz leute haben an Bürgermeisterei und Stadt⸗ verordneten-Versammlung eine Eingabe gerichtet, worin sie ersuchen, daß die Gehaltsskala für sie dahin abgeändert werde, daß sie nicht mehr alle fünf, sondern alle drei Jahre aufrücken. Be⸗ gründet wird das Gesuch damit, daß bei dem austrengenden Dienste fast kein Schutzmann mehr in den Genuß des Höchstgehaltes von 1850 Mk. komme, was erst nach 25jähriger Dienstzeit er reicht werde. Heute Vormittag stieß in der Nähe von Biebrich ein mit Sand geladenes Schiff gegen einen Schraubendampfer; durch den Anprall stürzten 2 Schiffer in den Rhein, einer von ihnen ertrank, der andere konnte nur mit Mühe gerettet werden.

i. Mainz, 8. Jan. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten versammlung wurden die Einführung und Verpflichtung der neugewählten Mitglieder und verschiedene Kom missions-, Deputations- und Ausschußwahlen vor genommen, Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner gedachte Eingangs der Sitzung nochmals der Ausgeschiedenen und begrüßte hierauf die neu eingetretenen Mitglieder. Vor den Wahlen wurde beschlossen, den Bauausschuß von 7 auf 8, den

Ausschuß für Stellenbesetzung von 7 auf 8, den juristischen Ausschuß von 5 auf 6, die Kommission

für Wasserversorgung von 9 auf 10 und die Kommission für elektrische Anlage von 6 auf 7 Mitglieder zu erhöhen. Die Wahlen ergaben keine nennenswerte Veränderungen.

Mainz, 8. Januar. Die hiesigen Rechts⸗ anwälte verhandeln augenblicklich über die Ein führung der Sonntagsruhe. Bei all⸗ gemeiner Zustimmung sollen die Bureaus der Rechtsanwälte an Sonn⸗ und Feiertagen für das Publikum geschlossen bleiben. Dagegen soll es den Rechtsanwälten vorerst unbenommen sein, ob sie ihr Personal beschäftigen wollen oder nicht. (Das wäre also eine Sonntagsruhe für das Publikum, nicht aber für das Personal.)

i. Mainz, 8. Januar. Schwer geschädigt wurde gestern Abend der Uhrmacher und Optiker J. Rauscher in der kleinen Langgasse, dem ein Schaukasten mit Uhren, Ketten, An⸗ hängern auf freche Weise vom Hause weg ge⸗ stohlen wurde. Ein Einbruchsbersuch wurde auf einem bei Castel vor Anker liegenden Schiffe gemacht. Die Schiffleute erwachten und verfolgten die Gauner, doch konnten sie dieselben nicht mehr einholen.

Vermischtes.

Noch ein Beitrag zur Sittenge⸗ schichte. Vor dem Berliner Kammergericht kam vor einigen Tagen folgender Fall zur Ver⸗ handlung:Sie war lange Zeitintime Freundin eines schwer reichen Mannes, bis sie mit einer bedeutenden Geldsummeabgefunden wurde. Im Besitze dieser Summe glaubte sie auf den Titel einerGnädigen begründeten Anspruch zu haben. Sie suchte also nach einem vornehmen Manne. Und sie fand wirklich einen Baron, einen echten Baron, der nicht nur Ahnen, sondern auch so behauptet wenigstens der Baron 100 000 Mark Vermögen in guten Papieren besaß. Außerdem hatte der Herr Baron noch eineVergangenheit, die er in der Gegend von Moabit und Plötzensee verlebt hatte, von der er aber der Dame seiues Herzens kein Sterbenswörtchen erzählte. Der Weg zum Stan⸗ desamt war bald geebnet und es dauerte nicht lange, so war die wirkliche Frau Baronin fertig, mit ihrem Gelde nämlich. Denn es war dem liebenswürdigen Schwerenöter in unglaublich kurzer Frist gelungen, seine holde Gattin um nicht weniger als 150000 Mark anzupumpen, und zwar gegen Verpfändung der vorerwähnten guten Papiere. Bei den Geldgeschäften zwischen den Ehegatten hatte die Kammerjungfer den ehrlichen Makler gemacht. Nicht lange nach dem gelungenen Pump war der Baron und mit ihm die geschäftsgewandte Kammerjungfer ver⸗ schwunden. Die unglückliche Baronin blieb mit ihrem Schmerz und mit den guten Papieren des Barons, die von Sachverständigen auf 342 Mark abgeschätzt wurden, allein zurück. So war sie ein schönes Stück Geld, ihren tene⸗ ren Gatten und ihre treue Dienerin losgeworden. Den vornehmen Namen aber behielt sie auch nach erfolgter Scheidung, und das war wenigstens ein Trost für sie. Wegen der 150000 Mark kam es zur Klage. Der Baron stellte der Klage den überraschenden Einwand gegenüber, daß nach der ausdrücklichen Verabredung zwischen ihm und der Baronin die ihm gewährten Darlehen erst nach seiner Wiederverheiratung zurückgezahlt werden sollten. Dieser Zeitpunkt aber sei noch nicht eingetreten. Diese und andere Momente ließen die Deutung zu, daß mit der Verheiratung nur ein Pro visorium geplant war, welches, nachdem die Braut denvornehmen Namen erworben, mit möglichst rascher Schei dung enden sollte. Indeß sprach neben anderen Momenten hauptsächlich der Inhalt seiner Schuld scheine gegen den Baron und er wurde zur so⸗ fortigen Zahlung verurteilt. In der Berufungs⸗ instanz erreichte er nur eine unwesentliche Herab⸗ minderung der Klageforderuug, auf Grund einer Gegenrechnung über zahlreiche für seine Gattin gemachte Ausgaben, in welcher u. a. auch die sämtlichen für die Gattin bei der Hoch zeits⸗ reise, bei sonstigen Ausflügen und beim Be⸗ such von Theatern, Bällen, Restaurants, Konditoreien u. s. w. gezahlten Beträge sorgsam verzeichnet waren.

DieTräume vom elektrischen Zeitalter zeigt der Ort Great Falls in Montana verwirklicht. Dort wird nahezu jede Art mechanischer Arbeit mit Hilfe der elektrischen Kraft ausgeführt. Der Missouri stellt die Wasserkraft, die die Elektrizität billig erzeugt. Sie treibt, beleuchtet und wärmt die Straßen⸗