als einen rheinischen Karl Moor hinstellen, wie man ge⸗ sehen hat ohne jeden Grund.
— Einen„Roman“ in 6 Ziffern, der vor kurzem einem in Friedenau lebenden Schriftsteller begegnet ist, und der sich mit Hülfe des Wortes„Ferien“ leicht lesen läßt, findet sich in einem Friedenauer Lokalblatte.
Der Verfasser erzählt darin Folgendes: Ich genoß im Berner Oberland die herrlichen 123456. Ah! sagten die Dorfschönen, dem ist's gewiß um 132456 zu thun, sonst wäre er nicht von 1236 hierher gekommen. Bald fing in einem der Mädchenköpfe ein lieblicher Gedanke an zu 324156.„Bin ich nicht 124653 als manche Andere?“ sagte sie zu mir,„13245 mich.“ Ich stand wie auf 24536, denn ihr 54123 war mir sehr peinlich. Wenn
auch ihre Worte ziemlich 1324 sein mochten, so war ihr Herz doch gewiß 3246. Wie gerne hätte ich ihre Rede mit einem goldenen 3241 erwidert, aber meine Pflicht gebot mir, schnell abzubrechen.„642, antwortete ich schmerzlich,„denn ich habe schon 2465.“ 5 8
— Wie viel bezahlt Berlin Miete. Im letzten Jahr wurden in Berlin, wie aus einer Statistik hervorgeht, an Mieten 330 Millionen Mark eingenommen. Eine interessantere, aber schwierigere Rechenaufgabe wäre: Wie viel Miete wird in Berlin schuldig geblieben?
— Unglücliche Gewinner. Dem Herrn Schmalz in Burg, der durch seinen unglücklichen Lotterie⸗ „Gewinn“ mit einem Schlage in ganz Deutschland bekannt geworden ist, hat man den Trost gegeben, daß ihm durch die Ungültigkeit der Lotterie viel Aerger erspart worden
sei. Man erinnerte sich so vieler Schwierigkeiten, die bei dem Verkaufe von Gewinnen, die in Wertgegenständen bestehen, zu überwinden sind. Das Glück, das die Kuh⸗ magd empfand, als sie eine Kesselpauke gewann, war
gewiß nicht erheblich größer als die Freude, die dem Herrn Konsistorialrat zu Teil wurde, als Fortuna ihm einen Blasebalg„in den Schoß“ warf. Beide hatten sich mit ihrem Gewinn redlich zu plagen, bis eine besondere Gunst des Schicksals sie davon befreite. Mit Wehmut erinnern wir uns eines Herrn Pleschke, seines Zeichens
Brureau⸗Assistent, der in einer landwirtschaftlichen Lotterie ceeine Volière gewann. Mit welchem Entzücken überbrachte er die frohe Botschaft seiner Gattin, und wie glücklich waren die Beiden, als sie glänzende Zukunftspläne ent⸗ warfen! Das Vogelhaus war von riesigen Dimensionen, ein Schmuck für jedes Rittergut. Natürlich wollte Herr Pleschte es verkaufen; denn was sollte er selbst, der nur einen Kanarienvogel besaß, mit einem Vogelhause an⸗ fangen, das beinahe so groß war wie seine ganze Woh⸗ nung! Selbstverständlich war es auch, daß er einen angemessenen, ziemlich beträchtlichen Preis für das Un⸗ getüm herausschlagen mußte. Seine Gattin kaufte sich
mit Rücksicht darauf vorweg einen neuen Hut und einen modernen Sonnenschirm, er selbst bestellte sich bei seinem Schneider einen neuen Anzug und rauchte nur noch teure * Zigarren. Auf der Straße trug er den Kopf so hoch,
daß die Leute sich sagten:„Ach, dieser Herr befindet sich in vorzüglichen Verhältnissen; er ist im Besitze einer kost⸗ baren Volière. Kein Wunder, daß er so große Sprünge
macht.“ Herr Pleschke hat das Vogelhaus vorläufig in einem Schuppen untergebracht, für den er monatlich 10 Miete bezahlte. Dann suchte er durch Zeitungsinserate einen Käufer. Seine Frau hatte die gute Stube glänzend herausgeputzt, um die sich meldenden Villen⸗ und Ritter⸗ gutsbesitzer würdig empfangen zu können. Aber merk⸗ würdig, es kam Niemand. Herr Pleschke schrieb an die Direktionen aller Zoologischen Gärten und an alle Vogel⸗ liebhaber und Geflügelzüchter, deren Adressen er ermitteln
konnte— aber ohne jeden Erfolg. Er hatte schon 40, Miete gezahlt, als der Schuppen ihm gekündigt wurde, weil der Besitzer ihn für eigene Zwecke verwenden mußte. Herr Pleschke— er hatte längst die teure Zigarre auf⸗ gegeben— war in Verzweiflung. Wo sollte er nun das riesige Vogelhaus unterbringen? Da kam ihm ein, wie er glaubte, sehr glücklicher Gedanke. Er wollte sich die Voliere auf demselben Wege vom Halse schaffen, auf welchem er dazu gekommen war— auf dem Wege der Lotterie. Seine Freunde fanden den Plan vortrefflich. Nachdem er ihnen— aufs neue von frohen Hoffnungen bewegt— eine Bowle zum Besten gegeben hatte, schickten sie ihm einen Mann zu, der den Vertrieb der Lose über⸗ nehmen sollte. Der Herr versicherte, daß er in kurzer Zeit den ganzen Vorrat unterbringen werde. So ver⸗ gingen für Herrn Pleschke acht Tage in angenehmer Er⸗ wartung. Da erreichte ihn plötzlich eine erschütternde Nachricht: Der Arrangeur seiner Lotterie hatte die sämt⸗ lichen Lose zwar abgesetzt, aber war mit dem Erlöse durchgebrannt. Schreckensbleich stürmte Herr Pleschke zur Polizei, um von dem unerhörten Vorgange Anzeige zu
erstatten.„Herr Kommissar“, keuchte er mühsam hervor, „ich habe eine Volikre gewonnen... Ich gratu⸗ liere.“— O, thun Sie das nicht. Wenn Sie wüßten,
50
dieser Gewinn gebracht hat.. sein ganzes Mißgeschick und schloß mit dem Bericht über den flüchtigen Losverkäufer, dessen Gefangennahme und strenge Bestrafung er verlangte. Der Polizeibeamte machte ein sehr ernstes Gesicht.„Om, hm“, meinte er,„Sie haben also eine Lotterie veranstaltet? Hatten Sie denn eine Genehmigung dazu?“„Eine Ge⸗ nehmigung?“ stammelte Herr Pleschke, der neue Unan⸗ nehmlichkeiten auftauchen sah.„Nein, eine Genehmigung hatte ich nicht.“„Ah, das ist sehr schlimm. Kennen Sie denn nicht den§ 286 des Reichs⸗Strafgesetzbuches?“ „In meinem Leben habe ich noch nichts davon gehört“, rief Herr Pleschke erbleichend.„Nun, so sollen Sie ihn kennen lernen“, entgegnete der Kriminalkommissar.„Hören Sie nur:§ 286. Wer ohne obrigkeitliche Erlaubnis öffentlich Lotterien veranstaltet, wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren...“ Der unglückliche Besitzer der Voliére stieß einen Schrei des Entsetzens aus.„.. wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren“, fuhr der Beamte gelassen fort,„oder mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark bestraft. Den Lotterien sind öffentlich veranstaltete Ausspielungen beweglicher oder unbeweglicher Sachen gleich zu achten... Es thut mir leid“, fügte der Kommissar hinzu,„aber ich muß Ihr bedenkenfreies Geständnis zu Protokoll nehmen...“ Sollen wir das Unglück des Herrn Pleschke bis zu seinem Ende verfolgen? Es wäre zu aufregend und erschütternd für den Leser. Erwähnen wir nur noch, daß Herr Pleschke die Volière seiner Schwiegermutter schenkte.
— Die Seeschlange wird jetzt wissenschaftlich untersucht werden. Von Australien kommt die Nachricht, daß der Leuchtturmwächter S. Smith am Kap Everard dem Zolldepartement berichtet hat, daß er nach stürmischem Wetter einen seltsam aussehenden Fisch am Strande auf⸗ gefunden habe. Das Ungeheuer ist 19 Fuß lang, 17 Zoll hoch und 6 Zoll breit. Das Maul ist flaschenartig. Aus dem Schlunde ragen zwei 3 Fuß lange harte Fühler. Der Fisch besitzt keine Schuppen und keine Zähne und nur eine längs dem Rücken laufende Flosse. Er hat ein silber⸗ artiges Aussehen. Das Geschöpf ist an den Professor der Naturwissenschaften an der Universität Melbourne, Sir Frederick Me. Coy gesandt worden.
— Ein weiblicher Blaubart. In Mischar in Serbien ließ eine Frau ihren dritten Mann durch zwei ihrer Liebhaber erschlagen und in einen Brunnen werfen. Die Tochter des Ermordeten belauschte ein Ge⸗ spräch der Mörder mit der Mutter, worauf diese Alle verhaftet wurden. Es wurde nun festgestellt, daß auch die früheren zwei Gatten dieses Weibes auf dessen An⸗ stiften ermordet wurden.
— Lebensdauer der Lokomotiven. Die Lebensdauer der Lokomotiven ist nicht so groß als viel⸗ fach angenommen wird. Kürzlich in England angestellte umfassende Untersuchungen haben vielmehr ergeben, daß dieselbe nur ungefähr 500 000 englische Zugmeilen durch⸗ schnittlich beträgt. Es wird also mit anderen Worten eine Lokomotive neueren Systems 500 000 Meilen durch⸗ laufen können, bevor sie derart abgenutzt ist, daß weitere
welchen Aerger mir Und dann erzählte er
Reparaturen nicht mehr als zweckmäßig und rentabel zu betrachten sind. Selbstverständlich sind während dieser Zeit gewisse Teile wiederholt auszubessern oder zu er⸗ neuern, so z. B. werden die Feuerbüchse 3 mal, die Rad⸗ bandagen 5—6 mal und die Triebwellen 3—5 mal er⸗ neuert.
— Treue eines Hundes. Aus Laibach wird den„M. N. N.“ eine rührende Geschichte über einen Ab⸗ sturz und die Treue eines Hundes gemeldet. Am 24. August Nachmittags hörten die Grundbesitzer Franz Roz⸗ mann und Vinzenz Notsch in der Nähe der Svetschina Alpe ein entferntes eigentümliches Hundegebell, das aus einem tiefen Abgrund zu kommen schien. Da das Gebell anhaltend und sonderbar klagend war, schlossen die Beiden sofort, daß sich etwas Besonderes ereignet haben müsse. Sie gingen dem Tone nach und mußten tief klettern, um in den Abgrund zu kommen, aus dem das Gebell kam. Sie waren nicht wenig überrascht und erschrocken tief unten eine Leiche zu sinden und in dieser den Wirt Andreas Notsch aus Karnervellach zu erkennen, der offen⸗ bar von den steilen Hängen abgestürzt und auf dem Kopf, an der Stirne und den Füßen verwundet war. Das Gebell des Hundes, der neben der Leiche des Verunglückten Wache hielt, verstummte erst, als die Leiche aufgefunden war. Der verunglückte Wirt, ein 36jähriger kräftiger Mann, war Tags zuvor um 6 Uhr morgens auf die
Svetschina Alpe gegangen. So viel sich vermuten ließ,
machte er zwischen 8 und 9 Uhr vormittags auf dem Wege Rast. Man fand an jener Raststelle noch seine lederne Tasche mit Proviant, von dort stürzte er über einen Felsen drei Meter tief. Aus den im Sand vorge⸗ fundenen Fußspuren war zu entnehmen, daß Notsch den gelsen wieder erklimmen wollte. Dabei mußte er ausge⸗ glitten und an dem steilen Bergabhang über 400 Meter tief in den Abgrund gestürzt sein, wohin ihm sein Hund folgte, um Tag und Nacht, 30 Stunden lang, unter klagendem Gebell bis zur Auffindung der Leiche Wache zu halten.
— Italienisches Gauertum. Seit Jahr und Tag fiel in Rom wegen seiner sinnlosen Vergeudung der sogenannte Advokat Cavaliere Giuseppe Chiera auf. Er ver⸗ kehrte mit Ministern, hielt die besten Pferde, kleidete sich wie ein Fürst, aß nie allein, sondern immer in verliebter, sehr kostspieliger Gesellschaft, und betrieb dabei pro forma das Geschäft eines Privatmaklers, der besonders große Grundstücke mit Vorliebe umzusetzen pflegte. Auf Grund anonymer Anzeigen, die ihn als das Haupt einer großen, internationalen Hochstabler⸗ bezw. Diebesbande hinstellten, wurde endlich zu seiner Festnahme geschritten. Er kam soeben von einer großen Reise nach Norden zurück, als die Polizeiagenten ihn am Bahnhofe aufhoben. In seiner Wohnung am Korso fand man ganze Haufen von Wertpapieren, besonders von Rentenbriefen, und auch über 70000 Lire bares Geld, nebst einer umfangreichen Chiffre⸗ korrespondenz, aus der hervorging, daß er thatsächlich seinen Erwerb im Verbrechen suchte. Wie sich inzwischen aus seinen Briefschaften herausgestellt hat, besaß er in der hohen römischen Aristokratie nicht weniger denn elf verheiratete Mätressen, die jetzt in ärgster Weise durch seine Verhaftung bloßgestellt sind. Anscheinend hatte er sie durch große Anleihen, die sie bei ihm machen durften, in seine Netze gelockt. Man spricht bereits von einem Riesenskandal, welcher aus diesem Prozeß für die„hohe“ römische Gesellschaft erwachsen werde.
— Tausend⸗Meilen⸗Hefte. Tausend⸗Meilen⸗ Hefte werden in England auf der englischen North Eastern⸗Bahn seit kurzem ausgegeben. Die Ausgabe⸗ bedingungen stützen sich auf die anderwärts bestehenden Einrichtungen und die Ergebnisse, die Holland, Baden und Amerika damit erzielt haben. Die Hefte werden nur für die erste Klasse ausgegeben; ihr Preis beträgt 57/ Estrl., was einer Herabsetzung des normalen Fahrpreises um 20 Prozent entspricht. Jedes Heft enthält 1000 Ab⸗ schnitte, je einen für die Meile. Diese Hefte können nicht allein vom Käufer, sondern auch von dessen Familien⸗ gliedern und Gästen benutzt werden, sofern ihre Eigenschaft als solche vom Inhaber persönlich oder schriftlich dar⸗ gethan wird. Vor Beginn der Reise wird das Heft bei der Kasse vorgewiesen, sodaß der Beamte die der Länge der Reise entsprechende Anzahl von Abschnitten austrennen und dafür eine oder mehrere gewöhnliche Karten erster Klasse verabfolgen kann. Das Buch gilt zwölf Monate vom Tage der Ausstellung an. Damit es nicht auch für den alltäglichen Vorortverkehr benutzt werden kann, ist die Mindestzahl der jedesmal zu verwendenden Ab⸗ schnitte auf zehn festgesetzt. Die badischen Kilometerhefte werden bekanntlich für alle Klassen ausgegeben.
Neueste Telegramme. 5
Hd. Berlin, 8. Sept. Eine gut be⸗ suchte Versammlung von Berliner Drechslern beschloß gestern, heute in allen Werkstätten Forderungen zu und falls diese nicht angenommen den, überall die Arbeit einzu Gefordert wird eine Arbeitszeit von 5 Stunden pro Woche mit 21 Mk. Min⸗ destlohn für schwächere Arbeiter und eine Lohnerhöhung von 15 Proz. für geübtere Arbeiter. 5 5 N Hd. Rom, 8. Sept. Wie bverlautet, soll der Zar als Trauzeuge der Prinzessin Helene von Montenegro und der deutsche Kaiser als Trauzeuge des Kronprinzen von Italien fungieren. Hd. Paris, 8. Sept. Trotz des Verbots des Ministers des Innern fand am Sonntag in Bajonne wieder ein Stierkampf statt, wobei 0 Stiere und ein Stierkämpfer getötet wurden. Hd. Paris, 8. September. Aus der Kasse der Sozieté general stahlen mehrere Indi⸗ viduen ein Packet Scheine sowie englische Banknoten im Werte von 75000 Franks. Die Diebe schickten dem Bankhause die inzwischen protestierten Checks zurück, behielten aber 20000 Franks in Banknoten, die Diebe sind nicht er⸗ mittelt. 0 Hd. Paris, 3. September. Die Blätter schreiben noch immer über die erfolgte Ausweisung der beiden deutschen sozia⸗ listischen Abgeordneten Bebel und Bueb. Der Matin erklärt, die ausländischen So⸗ zialdemokraten betrachteten Frankreich als ein sozialistisches Palästina. Man könnte jedoch nach dem Empfange der Abgeordneten Bebel, Singer und Liebknecht in Lille glauben, daß denselben die Lust vergangen sei, jemals wieder nach Frankreich zu kom⸗ men. Man habe in Frankraich schon mehr Agitatoren als nötig. 5 Hd. Brüssel, 8. Sept. Der frühere liberale Kabinettschef Bara hielt gestern in Tournaf eine politische Rede, in welcher er erklärte, die jetzige klerikale Regierung verweigere die Eifn⸗ führung der Proportional⸗ Vertretung, damit 500000 liberale Wähler oder/ der gesamten Wählerschaft ohne Vertretung im Parlament bleiben sollen. Der Redner kritisterte ferner die Regierung wegen der 40 Millionen neuer Steuern, welche sie dem Volk auferlegt habe. Hd. Venedig, 8. Sept. Der österreichische Dampfer Maria Cäsar, aus Trapani kommend, kollidierte mit einem italienischen Schiffe. Das 9 1 sank. Die Mannschaft konnte gerettet werden.
Privattelegramme der„Hessischen Landesztg.“
d. Görlitz, 3. Sept. Im gestrigen Trink⸗
Marktpreise.
Gießen, den 8. September. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1— 1,05 Hühner⸗ eier per Stück 6— 7, Enteneier—, Gänseeier——, Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 16, Linsen 28 Pfg.,
spruch beim Paradediner hob der Kaiser hervor, daß der Zar Truppen nur im Kulturdienste, zum Schutze des Friedens verwendet wissen wolle. Die Zaren stimmten darin mit ihm vollständig über⸗ ein, die gesamten Völker des europäischen Welt⸗ teils zusammenzuführen, um sie auf Grundlage gemeinsamer Interessen zu sammeln zum Schutze der heiligsten Güter.
Hd. Kiel, 8. Sept. Das Zarenpaar traf heute Vormittag um 10 Uhr hier ein und wurde von den Spitzen der Be⸗ hörden, dem Prinzen Heinrich nebst Gemahlin und dem Kronprinzen em⸗ pfangen. Vom Bahnhof begaben sich die Herrschaften nach der Landungs⸗ brücke und von dort mit Salonpinesse nach dem Schloß. Der Kronprinz kehrte so⸗ fort nach Berlin zurück. Eine Morgens unerwartet eingetroffene Monöverflotte
begrüßte den Zaren mit Salut.
—.—
Bekanntmachung.
Betr.: Die Vergebung der„Commer⸗ zieurat Heichelheim⸗Stiftung“. Aus rubr. Stiftung haben am 1. November J. J. 1500 Mk. zur Verteilung zu gelangen. Nach 8 3 der Stiftungsurkunde können zur Bewerbung um die Gaben nur zugelassen
werden:
a) Personen, welche während des Feldzugs
1 1870/71 im Militärverhältnis gestanden 5 haben,
b) Frauen und Kinder solcher Personen, vorausgesetzt, daß diese sub a und b bezeichneten Bewerber einer derartigen Unterstltzung bedürftig und würdig sind, und daß dieselben von der Zeit der Bewerbung rückwärts gerechnet, min⸗ destens zwei Jahre in Gießen ununter⸗
ö brochen gewohnt haben.
1 Die Bewerber werden hierdurch aufge⸗
fordert, sich bis zum 30. September l. J. bei Großh. Bürgermeisterei Gießen schriftlich oder zu Protokoll anzumelden und ihre Quali⸗ lilation zum Bezuge der Unterstützung näher zu begrilnden und zu belegen.
Gießen, den 17. August 1896 Großh. Bülrgermeisterei Gießen. J. V.: Wolff.
Bekanntmachung.
1514 Die Stelle eines Hilfstechnikers bei dem ö unterfertigten Amt ist zum 1. Oktober d. J. mit einem jüngeren Techniker neu zu besetzen. 1 4 Refleltanten wollen ihre Gesuche unter Angabe der Gehaltsansprüche schriftlich und spä⸗ 1 testeus bis zum 16. d. Mts. bei uns
8 8 5 8
*
N i
2
5 52 2 25 2
2
75
*
K
W.
Dor ee r 55 in Uhr Vormittags und von 2—4 Uhr Nach⸗ Eichen⸗* SGrün mittags; Sonntags von 9—1 Uhr. 1003 1 0 Gold uh Ed. Rotte, Bahnhofstr. 51, III. I. bren⸗ Silber ꝛc. Eine einfach möbl. Stube
sowie
Fr. Riiger, Giessen, HKreuzplatz 4.
NB. Wegen zu großen Jendranges bittet man oben angeführte v. Ahren⸗ Kränze und Vereiusabzeichen recht frühzeitig zu bestellen, damit eine prompte Lieferung möglich ist.
2
777... b
Für Sünger⸗, Turner⸗, Krieger⸗ u. Kirchweihfeste dc.
Lampions, Dekorationsfahnen, Schärpen.
Nationalbänder in allen Farben, Luyras, Festrosen, Festbhoudets,
ereins abzeichen 2
sind zu haben bei
geöffnet.
Freibank.
Nur heute und morgen
Ochsenfleisch,
nicht ladenrein, pro Pfund 43 Pfg. Die Freibank bleibt bis 10 uhr Abends
Tauben per Paar 60— 70 Pfg., Hühner p. St. 90—110, Hahnen 55—80, Enten 1,60 1,80, Gänse per Pfund 00—00, Ochsenfleisch 70— 74, Kuh- und Rindfleisch 64 bis 68, Schweinefl. 56— 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72 Kalbfleisch 50—, Hammelfleisch 60— 70, Kartoffeln per 100 Kilo 4,50 6,00, Zwiebeln per Zentner 3,50— 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg.
Sterbefälle. Am 5. September. Elisabeth Luise Klinkel, 5 Jahre alt, Tochter von Kohlenhändler Eduard Klinkel dahier, Bahnhofstraße Nr. 10.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, belde in Gießen.
Billards. Nussische u französische Billards, 515 sowie die beliebten
1 Tischbillards liefert billigst unter Garantie
die Gillardfabrik von W. Passe, Hannover.
in Rechtssachen,
at
N
Beitreibung
kunftserteilung über alle an Berufsgenossenschaften zu bildende Ansprüche aus Unfällen pp., Fertigung von Gesuchen jeder Art, von Forderungen, Zusicherung strengster Diskretion. Sprechstunden: Täglich von 8—12
sichere Aus⸗
Ge Id
auf erststellige Hypotheken besorgt 529˙
H. C. Werner, Eichgärten 10. Frau Neeb
empfielt sich im Aus⸗ und Aukleiden von Leichen(Kinder von 1—14 Jahren für 3 Ml., Erwachsene für 6 Mk.) 633
unter
zu vermiten. Neuenweg
Frau Katharina Neeb, Lindengasse 14. f
48.(1004
5
ee eee
8
806 gesucht.
Ein ordentl. Hausbursche
Eduard Noll, Gießen.
Klim. Kurort Schömberg bei Neuenbürg im Württem⸗
— 4 bergischen Schwarzwald.
N
Kursus im
N
G. So postlagernd Gießen
Junge Leute,
die gesonnen sind, sich Abends an einem
Schnell-Schönschreiben
zu beteiligen, wollen sich melden unter FP.
Jede noch so schlechte Schrift wird in wenigen Stunden tadellos.
Heilanstalt für Lungenkrankfie.
85¹ Sommer- u. Winterkur. Beste Verpflegung. Mäßige Preise.“
Leit. Arzt: Dr. Baudach.
ö einreichen. 9 Gießen, den 7. September 1896. 19 5 Das Stadtbauamt. 1 Schmandt. 0 7 7 5 findet liebevolle Ein Kin Pflege. 1022
Bechthold, Wolfstraße 21 II.
944) Freundlich möbliertes Zimmer zum 1. Sttober zu vermieten.
Mäusburg 12, III. Stock.
Hausmädchen,
kräftig und fleißig, womöglich vom Lande, zu Mitte September gesucht. Näheres Kreuz 2. 1008
993
Ein braves Mädchen
zu Kindern nach auswärts gesucht.
Löwengasse 11.
An- und Verkaut
getragenen Kleidern
zu den äußersten Tagespreisen. Kaplansgasse 10.
Wohne jetzt
765
“Reparaturen billigst.
Marktstraße Nr. 8
(neben Herrn Kaufmann Pistor.)
Terdinand Parthier, Korb- und Stußhlflechterei.
Prosp. frei durch d. Direktion.
Friedrichsdorfer
3. Jwie bun
Steinstrasse 78 (Ecke Schottstraße).
850
A952
83
1 2 0 1 4 1 3 1
1 4 1 J
1
1
chenlände berlo en Acgeklagten 6; nag die
Gießen, a Gunderloch alert sch noc Gescwontnen de Alaunt ist. O pegen Jagbbe
dl wegen die
Neosion dom Re Gesuch um ein! Landgericht Gieß de gehen diefe g beim Oberlande Ghadengesuch ein den Haupthelaftu Nieder⸗Dorfe eids bei der Staatsanwalt f par nicht als denselben einen kammer hat abe gründung des ll Zeuge Wörner, Van kann einig, Ersolg die Mein Gießen, kaubensport Vormittag ließ bon hier, in der dorf be Alssel egen. Dit ef der in Schlag fossin brauchte mb weiten Gießen, „daß nit den e erhöhte ef der eingetret Nommene Fal Acbene Dane ales Kind über — Marja, vor
Rikroma
N


