Ausgabe 
9.7.1896
 
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von dem Direktor Heller demonstrirt. Er erklärte diese Taubheit als eine psychische Abnormität, welche iu der Regel an solchen Kindern beobachtet wird, die auch noch andere Zeichen geistiger Minderwertigkeit gegenüber ihren normal entwickelten Altersgenossen aufweisen. Ein psychisch taubes Kind bietet scheinbar alle Zeichen wirklicher Taub⸗ stummheit dar. Es ist nicht im Stande, zu sprechen, ausgenommen etwaige verstümmelte Wortfragmente. Es scheint auch nicht zu hören, da es mit keinem Worte irgend einen Begriff zu verbinden vermag. Und doch läßt eine genaue Beobachtung erkennen, daß es sich nur scheinbar um Taubstummheit, in der That aber um eine heilbare Abnormität handelt. Das vorgestellte Kind war im Alter von Jahren in die Behandlung des Vor⸗ tragenden getreten und bot damals alle eben erwähnten Merkmale der psychischen Taubheit dar. Nunmehr, nach anderthalbjähriger Behandlung, hört das Kind normal und verfügt über einen relativ großen Wortschatz. Direktor Heller ist der Meinung, daß ein nicht geringer Prozente satz der Zöglinge von Taubstummenschulen ursprünglich blos psychisch taub war, und plaidirt daher für eine obli⸗ gatorische Untersuchung aller jener Kinder, welche für die Ab⸗ gabe an Taubstummenanstalten bestimmt sind. Er hält diese Maßregel für um so wichtiger, als die pspychische Taubheit bei Vernachlässigung erfahrungsgemäß in einen unheilbaren Zustand übergeht, während anderseits bei richtiger Behandlung ein günstiger Heilerfolg möglich ist, wie der Vortragende dies 1894 auf dem Naturforscher⸗ tage zu Wien an einer Reihe von Fällen nachgewiesen hat. Hierauf stellte Professor Urbantschitsch einen seltenen Fall vou psychischer Taubheit an einer Erwachsenen vor, einer Dame von 21 Jahren, welche bisher in russischer, französischer und deutscher Sprache gedacht, gehört und gesprochen, jedoch durch eine nervöse Erkrankung das Wortgehör nahezu völlig verloren hatte. Professor Ur bantschitsch hat, nachdem verschiedene Heilversuche medi⸗ zinischer Art erfolglos geblieben waren, durch Hörübungen diese Mängel fast ganz behoben. Von besonderem In⸗ teresse war die Erscheinung, daß die Patientin einzelne Worte, welche sie verstand, sofort perzipirte, wenn sie in andere Kombination gebracht wurden, und daß die Hör fähigkeit der Patientin sich wesentlich hob, wenn ihr zuvor

angekündigt worden war, in welcher Sprache man zu ihr sprechen werde.

Das Geheimniß der schlafenden Fakire. Die Tausendjahr-Ausstellung in Budapest ist um eines ihrer größten Schaustücke ärmer. Vorgestern, so wird derPreßb. Zeitung geschrieben, sollte das bisher ungelöste Rätsel der schlafenden Fakire, über welches sich nicht nur das Publikum, sondern auch hervorragende Mediziner den Kopf zerbrochen hatten, eine unerwartete Lösung finden. Ein wißbegieriges Mitglied unserer Polizei war von einer unbezwingbaren Neugier getrieben, zu ergründen, was der schlafende Fakir außer den angezeigten Geschäftsstunden mache und ehe die beiden wache haltenden Bosniaken sich dessen versahen, hatte der Polizist die geheiligten Räume betreten. Ein Anblick für Götter! Dereingeschläferte Fakir saß in seinem Glassarge aufrecht und spielte im Verein mit seinen beiden Kollegen Mariage(ein beliebtes Kartenspiel der Fakire). Seit vorgestern ist die Bude der Fakire geschlossen.

Die Befreiung aus Brigantenhänden. Vor einigen Tagen wurde, wie dieKl. Pr. schon kurz berichtet hat, ein Domherr aus Palermo, Don Antonio Compagno, von Banditen entführt, die für ihn ein Löse⸗ geld von 200,000 Lire forderten. Dem Domherrn ist es aber gelungen, ohne Lösegeld seine Freiheit zu erlangen. Er war nämlich eines Tages mit seinem einzigen Wächter zurückgelassen worden, der bald darauf einschlief. Der Domherr ergriff nun, so melden italienische Blätter dessen geladenes Gewehr und jagte dem Banditen eine Kugel durch den Kopf, worauf er eutfloh. Auf Grund der Mitteilungen des Domherrn wurde in Palermo eine Wirtin verhaftet, die den Banditen Lebensmittel lieferte.

Warnung vor Hunden! Russischen Blät⸗ tern zufolge hat eine junge Dame die Liebkosung eines Hundes mit dem Leben bezahlen müssen. Auf der Reise nach Moskau traf sie im Wagen-Abteil mit einer Dame zusammen, die ein allerliebstes Schoßhündchen mit sich führte, das sogleich die Zuneigung der Dame gewann und von demselben geherzt und geküßt wurde, obwohl es häufig nieste. Da aber die Eigentümerin des Hundes dieses Niesen als bloß auf eine Erkältung zurückführte, setzte die junge Dame ihre Liebkospng des Hündchens fort, bis man

am Reiseziel Moskau sich trennen mußte. Noch am Abend desselben Tages begann aber die Nasenspitze des Fräuleins sich auffallend zu röten, und diese unerfreuliche Erscheinung nahm, trotz mehrfacher angewandter Mittel, rasch zu, wo⸗ bei die Nase anschwoll und heftige Schmerzen verursachte. Die Diagnose des gerufenen Arztes, der auf schwere In⸗ fluenza schloß, wurde von anderen zur Beratung berufenen hervorragenden Aerzten bald umgestoßen, welche erkannten, daß die junge Dame durch das niesende Schoßhündchen mit der unheilbaren Rotzkrankheit angesteckt war. Ohn⸗ mächtig mußten die Aerzte der raschen Entwicklung dieses entsetzlichen Uebels zusehen, welches gar bald ein junges Menschenleben zerstört hatte. Möchte der traurige Vorfall allen zur Lehre dienen, welche es lieben, Hunde oder andere Tiere zu küssen.

Kleines Mißverständnis. Ein Jungge⸗ selle schreibt an einige seiner Freunde folgende Einladungs⸗ karte:Wenn Du nicht etwas Anderrs vorhast, so würde es mich freuen, wenn Du morgen mit einigen Freunden bei mir speisen wolltest! Zur bezeichneten Stunde erschienen die Geladenen und zwar jeder mit einigen Freunden.(Fl. Bl.)

Neueste Telegramme.

Hd. Wien, 8. Juli. In hiesigen Finanzkreisen verlautet, daß sich dieser Tage ein Vertreter Rothschilds nach Petersburg begeben werde, um mit dem russischen Finanzminister Verhandlungen wegen einer neuen Va⸗ luta⸗Goldanleihe anzuknüpfen. Wie weiter verlautet, dürften die Verstaat⸗ lichungs⸗ Verhandlungen die Nordwest⸗ Bahn betreffeud im August dieses Jahres beginnen.

Hd. Budapest, 8. Juli. Der Abgeordnete Csilinski wurde bei Bereisung seines Wahl bezirks in Altsohl von Bauern thätlich an⸗ gegriffen. Er mußte das Gemeindehaus

verlassen. Die Menge bombardirte sodann Wagen mit Begleitung schwer verwundet wurde.

Hd. Rom, 8. Juli. dem König vorgeschlagen, den General dissera zum Kommandanten eines Armeekorps

zu ernennen.

b Hd. 1 5 15 Juli. enen politischen Wahlvereinen vorgenom Berechnungen zufolge werden bei den Sichen 199 n l e 9 Katholiken und raten gewählt werden. In Antwerpen wi katholische Liste gewählt werden. 0 N ö Hd. Belgrad, 8. Juli.

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mehrtägigen Ausflug in das Innere des La Hd. Athen, 8. Juli. 6 Haltung der Großmächte

Autonomi

mit Griechenland geschwunden ist, so wu auf mehreren großen christlichen Volts⸗Versamm

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schlossen, folgende Reformen zu verlangen: Allge⸗ meine finanzielle Unabhängigkeit, Verwendung sämtlicher Zoll⸗Einnahmen zu Gunsten Kretas Alles Der General-Gouverneur, als welcher nur ein N Christ fungieren dürfte, wird zwar vonzder forte ernannt, erhält aber das Vetorecht, das nur dem Sultan zugestanden wurde.

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Am 7. Juli. Anna Cappeller, J. alt,

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in der neuen Klinik.

Sterbefälle.

von Georg Cappeller dahier. Gestorben

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