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Kleider durchsuchte, aber keines derselben ent⸗ wendete. Es gelang dem Dieb, die gestohlenen Gegenstände noch zeitig zu versetzen, ehe die Polizei überhaupt Kenntnis von

dem Einbruch erhielt. Vermischtes.

Humor vor Gericht. Berlin, 8. April. Der Herr Kataster.Das ist ja eine kaum glaubliche Geschichte, die hier in den Akten steht, danach müssen Sie ja einer der geriebensten Hochstapler sein, die mir je vor⸗ gekommen sind, äußerte der Vorsitzende des Schöffen⸗ gerichts zu einem etwa 40jährigen Angeklagten, der den Eindruck eines arg herabgekommenen Mannes machte. Det Papier is jeduldig, Herr Jerichtshof, entgegnete er;natierlich wenn so eener als wie ick un ick werde von eenen mißbraucht un der andere macht lati, det sie ihn nich kriejen, denn krieger sie mir beit Slafittchen un ick Unjlückswurm muß die Jerechtigkeit fiehlen, damit et ooch eene jiebt, objleich ick unschuldig bin, wie Abrahams Schooß. Die Sache liegt so klar wie Hiob. Vorf.: Aus Ihrer konfusen und bilderreichen Entgegnung versteh ich nur soviel, daß Sie sich an dem Betrug nicht bethei⸗ ligt haben, sondern selbst getäuscht worden sind. Das werden Sie nach der Zeugenvernehmung kaum aufrecht halten. Ich denke, es ist am besten, Sie erzählen uns kurz die Geschichte, wie Sie sie sich zurecht gelegt haben. Wir kommen doch wohl nicht um Ihren Vortrag herum. Aber kurz: Angeklagter: Allemal. Denken Sie, Herr Jerichtshof, am 15. Februar bin ick in die Wärme⸗ hallen. Wie ick da so sitze un ieber die Arbeit nachdenke, fällt mir een Mann uf, der mir bekannt vorkam. Er war feiner gekleidet wie die anderen Wärmebrieder, denn uf'n Ueberzieher hatte er eenen Krajen mit Krimmer un die Hosen hatte er ordentlich ufgekrämpelt wie die feinen Leite. Er kiekt mir boch an un richtig, det kömmt raus, det wir uns kennen. Un er meent, det wäre jut, det wir uns jetroffen hätten, er suchte jerade eenen Jehülfen, der wie ick dazu jeschaffen wäre, denn er wüßte, ick wäre ehrlich, arbeitsam un könne ooch een Amtsjeheimniß be⸗ wahren. Wir wollten uns det in eene Destille besprechen, wenn ick een paar Iroschen bei mir hätte, denn er hätte sich in der Eile nischt injestochen. Is jut, wir jehen. Er erzählt mir denn, det er immer noch bei't Kantaster⸗ amt anjestellt wäre, und er hätte draußen in der Trift⸗ straße een Stück Land zu vermessen un dabei jebrauche er eenen Jehülfen. Ob ick mit J, 2,50 täglich un freie Kost zufrieden wäre? Det war ick ja nu sehre. Wir waren also eenig un von diesen Oogenblick muß ick Herr Kataster unSie zu ihm sagen, während er zu mir blos Schulz sagt. Denn holt er sich aus een Haus eene Meßstange heraus un eenen langen uffjerollten Bind⸗ faden un een Stück Kreide. Diese Sachen muß ick ihm nachdragen. Un denn holt er noch eene Kokarde aus die Tasche raus un macht die vorn an meine Mütze fest.

Du Dir jut führst, verschaffe ick Dir boch mal eene kleene Pension. Vorsitzender: Aber Angeklagter, lassen Sie doch diese thörichten Geschichten weg. Sie gingen nun also zusammen nach der Triftstraße. Angekl.: Jawohl, un als wir dort angekommen sind, zeigt der Herr Kataster auf ein Stück Kartoffelland von son Morjener zwee un sagt;Dit is et, det wollen wir mal auskatastriren. Und denn sieht er sich um, un als er in die nächste Nachbarschaft eine Kneipe entdeckt, meent er:Wir wollen man erst een bisken zu Middag essen. Also wir rinn in die Bude, wo ick mir mit meine Jeräthschaften be⸗ scheiden in ene Ecke setze, während der Herr Kataster sich bramsig vorne hinsetzt, un den Wirth fragt, ob er für sich un seinen Jehülfen wat zu Middag bekommen könnte. Wir essen sehr jut, Allens wat recht is. Dann drinkt der Herr Kataster noch seinen Kaffee, läßt sich een halbet Dutzend Ziehjarren geben un flüstert immerzu mit dem Wirth, den er janz wat Schönet erzählen muß, denn er kömmt aus dat freindliche Jesicht gar nich mehr heraus. Un ick höre man, wie mein Prinzipal erzählt, det neben det Irundstück von den Wirth, da sollte een jroßet Jebäude ufgeführt werden, ick jlobe er sagte een Findelhaus, un denn würde der Wirth een reicher Mann, erst durch den Neubau, un denn weil sein Irundstück ville mehr werth dadurch würde un er sollte det blos nich verkoofen. Un er, der Herr Kataster, sollte det nu vermessen un uf ihn käme det an, ob fich det Irundstück ooch dazu eignen dhäte. Un der Wirt freut sich und ruft seine Frau, un flüstert ihr det zu und sie freut sich ooch und der Herr Kataster ermahnt sie noch, det sie nicht darüber sprechen dürfen, indem et noch een Staatsjeheimnis is. Un die ver⸗ sprechen det ooch. Un denn ruft er:Schulz! komm raus mit de Meßapparate! un ick nehme meine Stange, meine Strippe und meine Kreide un folge ihm. Nu, draußen exerzieren wir beide auf det Kartoffelfeld rum. Ick muß die Stange hierhin und dahin stecken und den Bindfaden anbinden und een Ende weit wegjehen. Mein Prinzipal bückt sich denn und kiekt mit een Ooge an den Bindfaden lang und schreibt denn wat in sein Notizbuch und so jeht et denn an eener andern Stelle wieder. Un der Wirt und die Wirtin stehn an't Fenster un kieken zu. Un Vors.: Den Rest der Geschichte kann ich schneller erzählen. Ihr Herr Kataster und Sie haben an dem Abende bei dem Wirte noch eine tüchtige Zeche gemacht. Ihr Komplize hat ihn dann noch um Mk. 10 angepumpt, indem er am folgenden Tage zur Fortsetzung der Arbeiten wiederkommen und seine Meß⸗ apparate so lange dort lassen wollte. Natürlich hat sich Keiner von Ihnen wieder blicken lassen und der Wirt ist um Mk. 20 geschädigt worden. Die Meßstange hat nicht viel mehr Wert wie das Ende Bindfaden. Angekl.: Die Kreide kann dee Wirt aber jut jebrauchen. Vors.: Na, warten Sie nur. Sie behaupten nun, daß Sie den

So, meent er,nu bist Du ooch Beamter, un wenn

verübter ganz raffinierter Schwindel vorliegt, den der An⸗ geklagte für seinen Teil mit zwei Monaten Gefängnis büßen soll. 2

Neueste Telegramme.

Hd. Antwerpen, 8. April. Die Leichen der 12 bei der Katastrophe an Bord des SchleppdampfersVirginie umgekommenen Personen sind noch nicht geborgen. Die Verantwortlichkeit für die Katastrophe fällt auf den Maschinisten, dessen Unerfahrenheit durch Zeugenaus⸗ sagen festgestellt worden ist.

Hd. Mailand, 8. April. Der Corriere della Sera meldet aus Massaua, daß angesichts der unerfüllbaren Forderungen Meneliks die

Friedenshoffnungen auf Null gesunken sind. Man glaubt in Massaua, General Baldissera werde zum Entsatz Adigrats einen Vorstoß wagen. Der Prozeß gegen Baratieri soll Ende April in Massaua verhandelt werden. In Massaua hält man dies für einen Fehler, da die gerichtliche Verfolgung des gewesenen langjährigen Gou⸗ verneurs auf die Eingeborenen einen schlechten Eindruck machen dürfte. i 5

Hd, Paris, 8. April. Die Blätter kon⸗ statiren eine plötzliche Aenderung in der äußeren Politik Frankreichs, seitdem Bourgeois das Aeu⸗ ßere übernommen hat. Auf Bourgeois Anraten sei Cavaignac den militärischen Kundgebungen in Belfort ferngeblieben, um einen Anstoß bei der deutschen Regierung zu vermeiden. Der Unter⸗ richtsminister hat seinerseits eine überraschende Lobrede auf Leo XIII. und Kardinal Lavigerie

ehalten. 5 5 Hd. Paris, S. April. Die sozialistische Petite Republique, welche Liebknecht zu dessen 70. Geburtstage ihre Glückwünsche übersandte, hat von diesem eine Antwort erhalten, in der es unter Anderem heißt: Dem Sozialismus wird die Aufgabe zu⸗ fallen, die schweren Wunden zu heilen, welche der Bruderkrieg von 1870 71, dessen Folgen für Deutschland noch verhängnis⸗ voller gewesen seien, als für Frankreich, geschlagen hat. 5 Hd. Prag, 8. April. Bei den gestrigen Verhandlungen des sozialistischen Parteitages wurde der Antrag angenommen, die Partei solle,

direkte Wahlrecht reklamieren, solar

allgemeine t Forderungen erfüllt werden. Weit

bis ihre

wurde ein Antrag angenommen, nach welchem

Versammlungen einberufen werden sollen, welch die Festsetzung langen.

Hd. Belgrad,

am ersten Osterfeiertag in der Metropolitankirche

ein griechischer Gottesdienst statt. Derselbe wurd plötzlich von Serben unterbrochen, welche slavisch Gesänge anstimmten. Griechen entstand eine furchtbare Schlägerei, f. daß die Gendarmerie einschreiten mußte. Al Haupträdelsführer wird ein serbischer Schullehre und der Dragoman des russischen Konsulats be zeichnet. 1

Zwischen Serben und

Hunderttausende werden weggeworfen

durch unzweckmäßige Abfassung von Annoncen und durch Benutzung ungeeigneter Zeitungen. Ein Inserat muß nic allein sachverständig und treffend abgefaßt sein, sondert es ist auch der Leserkreis der Zeitungen in Betracht ziehen. Auf dem weiten Felde des Zeitungswesens wird sich der Laie nicht leicht orientieren und deshalb ein erfahrenen und zuverlässigen Rathgebers be dürfen, um sein Geld nutzbringend anzulegen und m einiger Sicherheit Erfolge zu erzielen. Ein berufen Führer ist die älteste Annoncen⸗Expedition Haasenstei u. Vogler, A. G., Frankfurt a. M. Vertreten Gießen durch Gust av Wohlmuth, Selters Durch 40 jährige Praxis, welche zu den intimsten Ver⸗ bindungen mit allen Organen der Zeitungspresse des und Auslandes geführt hat, ist sie mit ihren zahlreich Zweighäusern und Agenturen vorzugsweise in der La dem inserirenden Publikum sich in jeder Weise nützlich machen. Alle Aufträge werden prompt und billigst auz geführt, da nur die Originalzeilenpreise der Zeitung berechnet werden, und kommen auf diese Preise bei belang, reicheren Aufträgen noch die höchsten Rabatte in Ab nung. Man versäume deshalb nicht, sich bei obig Firma vor Vergebung eines Annoncen⸗Auftrages erst g. nau zu informiren.

Sterbefälle. Am 7. April. Karoline Katharine Sahlfeld, geb. Manhardt, 49 Jahre alt, Ehefrau v. Gr. Hoch⸗ bauaufseher Johann Peter Sahlfeld dahier, Lud⸗ wigsplatz 15. Die Leiche wird Mittwoch, den 8. ds. Mts., Nachmittags halb 4 Uhr nach dem Bahnhofe vom Sterbehause aus übergeführt. 0

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N 5 8 8.

Bekanntmachung.

Die Mannschaften der Pflichtfeuerwehr werden hierdurch, auf Grund der Ortsfeuer⸗ löschordnung für Gießen, zu folgenden Honder- übungen geladen:

die 6. Rotte auf Mittwoch, d.

8. April, 7. VVdKBFreitag, 10.

8., Mittwoch, 19. F l

i NMittwocß, 2 Die Sonderübungen finden sämtlich im Hofe desJurmhauses am Brand(Eingang: Marktlaubenstraße) statt, Und ist pünktlich um

Uhr Abends

anzutreten. Die Binde ist um den linken Ober⸗ arm anzulegen. Gießen, den 12. März 1896. Der Branddirektor Schmandt.

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Anmeldungen für das neue Schuljahr werden Samstag, den 11. April, Vormittags von 912 Uhr, in dem Schulgebäude entgegen genommen. Vorzulegen sind Geburtsschein, Impfschein und ein Zeugnis der zuletzt be⸗ suchten Schule.

Die Aufnahmeprilfungen finden Montag, den 13. April, Vormittags von 8 Uhr an, statt.

Der Unterricht beginnt Dienstag, 14 April, Vormittags 8 Uhr.

Großh. Direktion. Dr. Rausch

Höhere und erweiterte Mädchenschule zu Gießen.

Das neue Schuljahr beginnt Montag, den 13. April, Morgens 8 Uhr. Tie An⸗ meldungen für die höhere und die erweiterte Mädchenschule erfolgen Montag, den 13. April, Morgens von 101 Uhr; die Kinder, die noch keine Schule besucht haben, werden für Klasse 10 der höheren und Klasse 8b der erweiterten Mädchenschule im unteren Stock angemeldet. Erforderlich ist die Beibringung des Impfscheins, sowie die genaue Angabe der Taufnamen und des Geburtstages des Kindes, wie des Namens des Vaters oder Pflegers, bei auswärts ge⸗ borenen Kindern die Vorlegung des Geburts scheines.

Kinder, die schon eine Schule besucht haben, bringen ein Zeugnis über den seitherigen Schul- besuch bei und, wenn sie über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung über geschehene zweite Impfung. Ihre Anmeldung erfolgt im Zimmer des Unterzeichneten im zweiten Stock.

Der Unterricht beginnt Dienstag, den 11. April, für die Klassen 17 der höheren Schule und 1b5b der erweiterten um 8 Uhr, für sämmtliche Vorschulklassen um 9. Uhr.

Gießen, den 7. April 1896.

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Gießen. Die für den Neubau des hygienischen Instituts zu Gießen erforderlichen Schreinerarbeiten sollen zusammen, oder in 5 Loose geteilt, auf dem Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Der Hauptsache nach enthält: Loos 1: 126 qm Riemenfußböden aus piteh-pine auf Gebälk und Lagerhölzern, 214 qm Buchenparket in Asphalt, 34 qm Eichen parket in Asphalt, 18 qm Bohlenboden auf Lagerhölzern. Loos 2: 4 Hausthüren und 6 Glas- abschlüsse. Loos 3: 25 Zimmerthülren, 16 Rollladenkasten und Fußsockel für das Sockelgeschoß des Hauptgebäudes. Lods 4: 19 Zimmerthülren, 29 am Wandvertäfelung und Fußsockel für das Hauptgeschoß des Hauptgebäudes. Loos 5: 4 Außenthüren für das Nebengebäude und außerdem zusammen 9 innere Thilren für das Obergeschoß im Hauptgebäude und für das Nebengebäude, außerdem Fußsockel Bezilglich der Bedingungen für die Bewerbung um diese Arbeiten und ibre Ausführung wird auf den Erlaß Großh. Ministeriums vom 16. Juni 1893 verwiesen. Die Angebotsunterlagen können in dem Amtslokal der Baubehörde für die Univer⸗ sitäts⸗Neubauten zu Gießen, Goethestraße 52, eingesehen werden, woselbst auch das Angebot⸗ formular abgegeben wird. Die Angebote sind bis Montag, den 27. April, Vormittags 11 Uhr, einzureichen, zu welchem Termin deren Eröffnung erfolgt. Zuschlagsfrist: 3 Wochen.

Gießen. Die Ausführung der Schreiner-, Schlosser⸗ und Weißbinderarbeiten für den Hauptbau der neuen Werkstättenanlage am Rlegelpfad dahier soll vergeben werden. Die Bedingungen nebst Arbeits- und Lieferungsverzeichnis, sowie die Zeichnungen sind auf dem Baubureau am Riegelpfad einzusehen, erstere auch gegen Erlegung von je 50 Pfg. pro Exemplar durch das Sekretariat zu beziehen. Augebote, versiegelt und mit bezüglicher Aufschrift versehen, sind bis zum 15. April, Vormittags 10 Uhr, an die Direktion der Oberhess. Eisenbahnen einzureichen. Zuschlagsfrist 10 Tage.

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