Ausgabe 
9.1.1896
 
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Gießen, Donnerstag, den 9. Januar

1896.

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68.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die 5spaltige Petitzeile.

Zur Beachtung.

DieHessisehe Landes-Zeitung,

Ausgabe Gießen wird regelmäßig

sämmtliche 5

Holzversteigerungen und Submissionen

der Provinz Oberhessen(Kreise Gießen, Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Lau- terbach und Schotten) und des Kreises Wetzlar veröffentlichen

Die Holzversteigerungen und Submissionen der Kreise Biedenkopf, Marburg, Kirchhain, Ziegenhain, Homberg und Frankenberg finden unsere Leser dagegen in der Marburger Ausgabe derHessischen Landes-Zeitung.

DieHessische Landes-Zeitung bringt diese wichtigen Bekanntmachungen also in einer Vollständigkeit, wie sie kein anderes hiesiges oder auswärtiges Blatt zu bieten vermag.

Die amtl. Bekanntmachungen

der Stadt und des Kreisamts Gießen werden ebenfalls in derHessischen Landes Zeitung, Ausgabe Gießen

regelmäßig

zu finden sein.

Lokales und Provinzielles.

*Giesten, 8. Januar. Gerichtsacessist Dr. Georg Schwarz ist zum Gerichtsassessor ernannt worden.

* Gießen, 8. Januar. Die Kreis⸗Schul⸗ kommission Gießen richtet an die Schulvorstände des Kreises folgende Verfügung:Am 18. Januar dieses Jahres werden fünfundzwanzig Jahre seit der Kaiserproklamation in Versailles verflossen sein. Im Sinne des Ausschreibens Großherzog lichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Abteilung für Schulangelegenheiten, vom 21. De⸗ zember v. J. ordnen wir an, daß dieser Gedenk tag in allen Volksschulen des Kreises festlich begangen wird und bei der Feier die Schüler über die Segnungen belehrt werden, die dem deutschen Volke aus der Begründung seiner Ein⸗ heit und der Aufrichtung des Reiches erwachsen sind. Der Unterricht an diesem Tage fällt aus.

W Gießen, 7. Jan. Die gestern Abend

im Lenz'schen Felsenkeller stattgefundene Gen e ralversammlung desBezirks-Vereins Südwest beschäftigte sich zuerst mit der Aen derung der Statuten. Der Vorsitzende, Direktor Pascoe, verlas die von verschiedenen Seiten 10 5 5 bezüglichen Anträge, welche dahin gehen, die i en schon mit zurückgelegtem

21. resp. 22. Jahre erworben werden kann. Ferner soll das Statut dahin geändert werden, daß Bürger der ganzen Stadt, sofern sie sich als Mitglieder des Südwest-Vereins melden, aufgenommen werden sollen. Herr Stadverord neter Jean Kirch kommt auf die Angriffe zu sprechen, die die Bezirksvereine erfahren haben, und weist auf das traurige Bild hin, welches z. B. bei der letzten Wahl die zersplitterte Bür⸗ gerschaft geboten habe, wo es möglich war, daß an jedem Stammtisch eine besondere Kandidaten⸗ liste aufgestellt wurde. Die Zeit der Bezirks⸗ vereine sei vorbei und gebe er der Erwägung des Vorstandes, resp. dieser Versammlung an⸗ heim, ob man nicht jetzt dazu übergehen wolle, einen großen, allgemeinen Bürgerverein zu gründen, in dem die gesammten Interessen der Stadt besprochen und beraten werden könnten. Nachdem noch weitere Redner in diesem Sinne Kelbrochen, stellt Bauunternehmer Winn den ntrag, den Punkt 1 der Tagesordnung, Sta⸗

tutenänderung, von der Tagesordnung abzusetzen und den Vorstand zu beauftragen, ein neuaus⸗ gearbeitetes Statut, den heutigen Verhältnissen entsprechend, einer später zu berufenden General versammlung vorzulegen. Hierauf bemerkt Rechtsanwalt Grünewald, daß die gegen die Bezirksvereine gerichtet gewesenen Angriffe nur von einzelnen Personen ausgegangen 100 Einem der Vorredner aber, welcher den Zusam

menschluß zu einem allgemeinen Bürgerverein befürwortet habe, mit der Motivierung, dadurch besser den Sozialdemokraten entgegentreten zu können, müsse er doch erklären, daß die Sozial demokraten nicht nur Bürger unserer Stadt seien, sondern daß man diesen Bürgern auch den Eintritt in dem Süd-Westverein nicht ge wehrt habe und in einem allgemeinen Bürger verein erst recht nicht wehren dürfe. Ein solcher Verein habe die Aufgabe, das Interesse aller Bürger auf die politische Gesiunung komme es dabei nicht an zu wahren und zu vertreten. Bei dieser Gelegenheit wolle er auch bekennen, daß er persönlich gegen all und jedes Com promiß sei, auch das von seiner Partei anläßlich der Stadtverordnetenwahlen abgeschlossene nicht gebilligt habe. Aber dasselbe sei bereits vollendete Thatsache gewesen als er es erfahren, er sei verhindert gewesen den betreffenden Berathungen beizuwohnen, und so habe er diese Abmachung nicht hindern können. Seine Meinung sei, daß bei Wahlen jede einzelne Partei eine Kraftprobe halten müsse und gestehe auch gleich den Sozialdemokraten ihrer Stärke entsprechend eine Vertretung in der Stadtver waltung zu, auch ihm scheine die Ausicht des Herrn Kirch die richtige zu sein. Darüber solle man sich doch keiner Täuschung hingeben, die heutigen Stadtratsbeschlüsse hängen doch mehr oder weniger von Zufälligkeiten ab, wie es auch gar nicht anders sein kann, wenn man be denkt, daß sehr häufig die wichtigsten Dinge an die Stadtverordneten herantreten, ohne daß diese sich erst über die einschläglichen Verhältnissehaben orientieren könnnen. Dazu käme noch, daß man meistens schon vor von den Kommissionen beschlossenen Dingen steht und dann unter dem Zwange der Abstim⸗ mung nicht gut nein sagen kann, weil man eben nicht besser über diese Dinge orientiert ist. Er denke hierbei nicht etwa an die Ge nehmigung zur Erbauung einer Gartenhütte oder ähnlicher unwichtiger Dinge, aber wir stehen vor der Kanalisation, einer äußerst wichtigen Frage, über die sich selbst die Gelehrten nicht einig seien. Da sei es an der Zeit, daß die Bürgerschaft sich zusammenschließe und bitte er die Versammlung abstimmen zu lassen: erstens über den Antrag Winn und zweitens darüber, ob die neu zu entwerfenden Statuten so geartet sein sollen, daß dieselben für einen Allgemeinen Bürgerverein passen. Herr Landgerichtsrat Dr. Schäfer stellt mehr den Antrag, die Generalversammlung wolle den Vorstand beauftragen, einer zu be⸗ rufenden Generalversammlung einen Statuten Entwurf vorzulegen, welcher die Grundlage für einen Allgemeinen Bürgerverein enthalte. Dieser Antrag fand Annahme. Ueber Punkt 2 der Tagesordnung, welcher die Abführung der gesamten Einkommensteuer des Fernieschen Werkes an die Stadt Gießen betrifft, referiert Herr Rechtsanwalt Grünewald. Seit 1890 zahlt dieses Werk % dieser Steuer, im Betrage von ca. 6000 Mk. an die Gemeinde Großen-Linden, während nur nach Gießen gezahlt werden. Der Betrieb resp. die Verhältnisse haben sich aber seit dieser Zeit geändert. Früher hatte das Werk auf Großen⸗Lindener Gebiet ein Comptoir, Pferde ꝛc., jetzt wird aber das gesamte Werk von Gießen aus geleitet und verwaltet, so daß die Abführung von ¼ der Steuer nach Großen-Linden zu Un⸗ recht geschieht und die ganze Steuer der Stadt Gießen zukomme. Die Frage sei äußerst schwierig zu entscheiden, weil im Gesetz eine Lücke vor handen sei. Man sollte im Streitverfahren Klar heit zu schaffen suchen. An der Debatte über diese Frage beteiligten sich noch Stadtverordneter Petri, Direktor Pascoe und Landgerichtsrat Dr. Schäfer, und beschloß die Versammlung, den Vorstand zu ersuchen, durch eine Eingabe an die Bürgermeisterei diese Frage, die vor längerer Zeit die Stadtverordneten schon ein Mal be⸗ schäftigte, wieder in Fluß zu bringen. Es wurde nun der Vorstand gewählt und fiel die Wahl auf folgende Herren: Direktor Pascoe, Land gerichtsrat Schäfer, Kommerzienrat Heyligenstädt, Theodor Haubach, Carl Gerbode, H. Kühn, L. Petri, Bauunternehmer Winn, Aug. Schle⸗ singer, Lokomotivführer Bergen und Jean Kirch. Butzbach, 8. Januar. Ernannt wurden die Gefangenwärter an der hiesigen Zellenstraf anstalt Johann Günther, Heinrich Wolf, Carl Knöß und Carl Mölcher zu Gefangen aufsehern an dieser Anstalt mit Wirkung vom 24. Dezember 1895, beziehungsweise 13., 14. und 15. Januar 1896. a. Bad Nauheim, 6. Januar. Diejenigen Veteranen, welche im Jahre 1870/1 ihrer

Militärpflicht genügt haben, fordert die Bürger meisterei auf, den Truppenteil anzugeben, bei welchem sie damals gestanden haben, um sie zur Gedenkfeier an die Wiedererichtung des deutschen Kaisertums einzuladen. Für jeden Teilnehmer sind 5 Mk. aus Gemeindemitteln ausgesetzt.

D. Z. Seligenstadt, 5. Januar. Die vor wenigen Jahren am südlichen Stadtende von einem Arzt gegründete Kaltwasserheilanstalt nach Kneippschem System hat ihren Betrieb eingestellt. Der Anstaltsbau wurde auf den Abbruch verkauft und wird künftig in den großen Schlittischen Gärtnereien beim hiesigen Bahnhofe als Wirtschaftshaus dienen. Mit dem Abbruch der Anstalt ist man gegenwärtig beschäftigt. Die geringe Rentabilität des Unternehmens die Kneippschen Heilanstalten schießen bekanntlich wie Pilze aus der Erde veranlaßte den Unter nehmer zur Schließung der Anstalt. Das am letzten Donnerstag eröffnete Kreiskranken haus dahier beherbergt bis jetzt zwei auswärtige Patienten. Die Krankenpflege wird von zwei Barmherzigen Schwestern ausgeübt. Im gleich⸗ zeitig eröffneten Kreiskrankenhaus zu Langen fanden bis jetzt 5 Patienten Aufnahme.

D. Z. Nidda, 7. Jan. Das neue Jahr hat uns bis jetzt mit so gelindem Wetter be dacht, daß man nicht glaubt, Anfangs Jauuar, sondern März zu leben. Die Witterung kommt den Holzhauern im Walde sehr zu statten. Welch' hohe Bedeutung unsre Wälder für die Bestreitung der Lebensbedürfnisse der geringen Leute im Winter haben, dürfte daraus zu er sehen sein, daß vor Weihnachten von einer ein⸗ zigen Distrikts-Einnehmerei gegen 30000 Mk. für Holzhauerlohn und Waldkulturarbeiten aus gezahlt worden sind. Der Bonifaziusverein(mit dem Sitze in Paderdorn) hat zum Bau eines katholischen Pfarrhauses mit Kapelle hier auf Weihnachten 3000 Mark gespendet.

D. Z. Von der mittleren Bergstraße, 5. Januar. Immer mehr lichten sich die Reihen der mächtigen Wallnußbäume, die von jeher zum landschaftlichen Bilde der Bergstraße gehörten. Die eindringlichen Mahnrufe der Obstbau⸗ und Verschönerungsvereine, unserer Gegend, den stattlichen und Segen spendenden Baum zu erhalten, vermögen leider nicht, dem Hiebe der Axt Einhalt zu gebieten. Wer gegen⸗ wärtig auf der Bergstraße von Bensheim nach Weinheim wandert, sieht, wie die kräftigsten und gesundesten Stämme mit mächtiger, weitverzweig ter Krone aus einseitigstem Interessen-Egoismus unbarmherzig niedergehauen werden, um ihre Wanderung in die Gewehrschaften-Fabriken an⸗ zutreten. Alle Belehrungen darüber, daß der Baum durch seine Ernten sich viel lohnender und rentabler macht, sind leider in den Wind gesprochen!

h. Darmstadt, 7. Jan. Der Rentner Poth, der anfangs Oktober den Viehhändler Knapp nach vorausgegangenem Wortwechsel körperlich schwer mißhandelte, wurde gestern von der Strafkammer zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.

D. Z. Darmstadt, 7. Jan. Von dem Ver⸗ band der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, welchem zur Zeit 403 Genossenschaften angehören, werden periodisch in den vom Verbandsausschuß gebildeten Genossen schafts- oder Rechtsschutzbezirken Bezirksbesprech ungen zur gegenseitigen Aussprache über interne genossenschaftliche Fragen, über die Verwaltung und Geschäftsführung, über Buchführung, Bilanz und Rechnungsstellung, über den Verband und seine Einrichtungen, sowie über den Verkehr mit den Zentralgeschäftsanstalten des Verbandes und mit den Registergerichten abgehalten. Solche Bezirksbesprechungen, bei welchen auch die Mit- glieder desRechts-Bezirksausschusses gewählt werden, sind von dem Verbandsdirektor, Herrn Kreisrat Haas in Offenbach a. M., für die be⸗ treffenden Kreise, bezw. Bezirke berufen auf den 8. Januar, nachmittags 3 Uhr nach Groß-Gerau ins GasthausZur Krone, den 9. nach Er bach i. O. ins GasthausZum Schützenhof, den 11. nach Heppenheim ins GasthausZum Halben Mond und den 16. nach Bensheim ins GasthausZum Deutschen Haus.

j. Mainz, 7. Jan. Seit einigen Tagen ist ein wohlhabender hiesiger Rentner spurlos verschwunden; ob dem Mann ein Unglück passirt oder ob er sich selbst ein Leid zugefügt hat, ist unaufgeklärt.

b. Bingen a. Rh., 7. Januar. Durch Einführung der Städteordnung ist die Stelle des Bürgermeisters hiesiger Stadt am 1. April d. J. zu besetzen. Das Anfangsgehalt ist auf 6000

Mark bestimmt, wovon 5000 Mark pensions⸗ berechtigt. Juristisch gebildete oder im Ver waltungsfache erfahrene katholische Bewerber sollen den Vorzug erhalten.

Vermischtes.

Ueber den Untergang des bre⸗ mischen SchiffesAthena, das, wie be⸗ reits telegraphisch gemeldet, infolge einer Naphtha⸗ explosion mit dem Kapitän und dem größten Teil der Mannschaft zu Grunde ging, werden derWes. Ztg. aus Philadelphia vom 18. De⸗ zember noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: Die Athena, welche bisher unter amerikanischer Flagge den NamenThomas Dana führte, war am Dienstag, 10. Dezember von Williams⸗ burg, Newyork, mit einer Ladung von 9000 Barrels Naphtha im Werte von 45,000 Dollar nach London in See gegangen. Kaum war die offene See erreicht, als das Schiff von einem fürchter⸗ lichen Nordwest-Sturm betroffen wurde, in dem es so schwer arbeitete, daß man jeden Augen⸗ blick den Untergang befürchtete. Am vierten Tage der Reise stürzten in der Frühe die drei Masten mit donnerartigem Getöse über Bord, nachdem das Schiff vorher leck gesprungen war. Die Lage der erschöpften Mannschaft auf dem entmasteten und lecken Schiffe erschien hoffnungs⸗ los; vergeblich blickten die Leute nach Rettung aus. So gut es ging, wurden Notsignale ge⸗ zeigt und der Horizont wurde beständig nach jeder Richtung hin abgesucht. DieAthena lag quer in der See und arbeitete fürchterlich, so daß die Mannschaft sich nur mit vieler Mühe auf dem Schiff halten konnte. Als der Tag anbrach, war noch kein Schiff in der Nähe, gegen 8 Uhr vormittags kam endlich der Londoner DampferTafna in Sicht, der ebenfalls schwer mit dem Unwetter zu kämpfen hatte. Bei dem berghohen Seegange kamen die Schiffe aber bald auseinander und erst am Nachmittag erschien der Dampfer wieder in der Nähe derAthena. In der fürchterlichen See konnten die Böte nicht heruntergelassen werden, jedoch ließ der Dampfer⸗ kapitän Rettungsbojen mit langen Leinen über Bord werfen. Das war das Signal, daß alle an Bord derAthena Befindlichen in die See springen sollten. Gerade als die mit Korkwesten versehenen Schiffbrüchigen im Begriff stauden, von Bord des Schiffes abzuspringen, vernahm man ein donnerähnliches Geräusch. Die Naphtha⸗ ladung war explodiert. Das Deck wurde hoch in die Luft geschleudert, der Schiffsrumpf in Stücke zerrissen und die Petroleumbarrel, welche von der Explosion verschont blieben, trieben rings

umher. Einige Leute wurden zwischen Wrack⸗ stücken und Oelbarreln zu Tode gegquetscht.

Andere, betäubt von der Explosion, waren nicht imstande, sich aus den Trümmern herauszu⸗ arbeiten und kamen so ums Leben. Der Führer derAthena, Kapitän Haak, sprang gleichzeitig mit dem Untersteuermann Freese in die See, seitdem hat man nichts mehr von ihm gesehen; vermutlich ist er von Wrackstücken zerdrückt worden. Die Leute im Wasser bemühten sich, nach derTafna zu schwimmen. Die Besatzung that ihr Möglichstes, um der Mannschaft derAthena beizustehen. Die Schiff- brüchigen wurden an Bord gezogen, sobald sie die Rettungsbojen ergriffen hatten. Die beiden Steuerleute und der Zimmermann waren die ersten, die an Bord geholt wurden. Dann sah man drei Matrosen dicht unter dem Heck der Tafna; die Rettung dieser war mit den größten Schwierigkeiten verbunden, da sie jeden Augen⸗ blick von der Schraube des Dampfers zerschlagen werden konnten. Trotz alledem gelang die Ret⸗ tung, wenn auch die Bedauernswerten in voll⸗ ständig erschöpftem Zustande das Deck erreichten. Die Ursache des Feuers ist nicht festgestellt, je⸗ doch glaubt man, daß durch Reibung von Stahl⸗ reifen Funken erzeugt wurden, welche das Petro⸗ leum entzündeten. DieTafna blieb so lange auf der Unfallstelle, bis von derAthena nur noch etwa 12 Fuß vom Heck zu sehen waren; der Schiffsort war 36% 44 N., 68 o 50 W. Die sechs Ueberlebenden wurden an Bord der Tafna aufs freundlichste behandelt und ver⸗ pflegt. Am 30. Dezember langte der Dampfer glücklich in Philadelphia an.

Unsere Minister und die Klassiker. Daß wir klassisch gebildete Minister besitzen, ist neuerdings, so schreibt dieBerliner Volksztg., wiederum bewiesen worden. Herr v. Boetticher begründete die Notwendigkeit seiner unglücklichen Handwerkskammern mit der Forderung, daß auch die Handwerker, die nicht den Junungen