Ausgabe 
4.8.1896
 
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Gießen, Dienstag, den 4. August

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Gießen.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die FIspaltige Petitzeile.

Expedition:

1 E Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 3. August. Die Trennung des großherzoglich hessischen Ministeriums des Innern und der Justiz wurde am Samstag, den 1. August, vollzogen. Chef des Justizministeriums mit dem Titel und Rang eines Ministerialdirektors wurde Geheimer Rat Dittmar; als Räte fungieren Geheimrat Schmitt und Ministerialrat Pickel. Der Chef der Schulabteilung, Geheimer Staats⸗ rat von Knorr, wurde zum Wirklichen Ge⸗ heimen Rat mit dem Prädikat Excellenz und Geheimrat von Werner zum Geheimen Staats⸗

rat ernannt.

* Gießen, 3. August. Ueber den Anspruch auf Inpaliden⸗ und Altersrente bestehen trotz vielfacher Belehrungen immer noch irrige Meinungen. So sind z. B. Viele der Ansicht, man könne erst Rente bekommen, wenn man das 70. Lebensjahr erreicht hat. Es ist aber nicht die Gewährung der Altersrente mit dem 70. Lebensjahre, sondern die Gewährung der Invalidenrente der Hauptzweck des Gesetzes betreffend die Invaliditäts- und Alters⸗ versicherung vom 22. Juni 1889. Diese Invaliden⸗ rente erhält ohne Rücksicht auf sein Lebensalter im Falle der Erwerbsunfähigkeit Derjenige, welcher im Stande ist, 5 mal 47235 Wochen durch Beitragsmarken oder bescheinigte Krankheit oder militärische Dienstleistung nachzuweisen. Als Altersrente erhält der Versicherte Rente mit dem 70. Lebensjahr, ohne daß der Fall der Erwerbs⸗ unfähigkeit vorzuliegen braucht.

h. Gießen, 3. August. Wir erfahren soeben, daß Unterhandlungen schweben, die ungarische Capelle Vilmos Budai zu einen Concert in Gießen zu gewinnen. Die Küustlerschaar, unter welcher sich 4 Komponisten befinden, hat mit großem Beifall im Scheffelgarten⸗Frankfurt und im Deutschen Haus⸗Hanau in den letzten Tagen gespielt. Die Kapelle wird in den nächsten Tagen vor dem Landgrafen von Hessen und auf besonderen Wunsch auch vor der Kaiserin Friedrich sich hören lassen, um zwischendurch bei uns ein Concert zu geben und dann ein Tournee durch sümmtliche deutsche Bäder anzutreten, um später sich nach Frankreich und England zu begeben.

* Gießen, 3. August. Eine am vorigen Freitag in den Verkaufsläden der Stadt vorgenommene polizeiliche Revision der

. Aan und Gewichte förderte wieder eine Anzahl alte, längst verworfene Gewichtsteine zu

Tage, die beschlagnahmt wurden. Auch Gewichte ah den gesetzlichen Aichungsstempel fanden sich vor.

* Gießen, 3. Aug. Ein Arbeiter entwendete amSamstag Abend in einer Metzgerei in der Bahn⸗ hofstraße zwei Leberwürste, wurde aber er⸗ wischt und ihm die Beute wieder abgenommen. In der Samstag Nacht überfielen unbe⸗ kannte junge Leute in der Frankfurterstraße

einen auf dem Heimwege befindlichen Bahnbe⸗ diensteten und mißhandelten ihn derart, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Eine Menge Rohheiten sind in den letzten beiden Nächten begangen worden. So wurden in der Ludwigstraße mehrere Kellerfenster einge⸗ stoßen, die Drahtgitter weggerissen und fortge⸗ worfen u. s. w. Auch auf der Mäusburg wurde mit einem Stein im zweiten Stockwerk eines Hauses eine Fensterscheibe zertrümmert.

Gießen, 3. August. Ueber den Mittags⸗ schlaf der Kinder schreibt ein Arzt: Wenn es den Müttern bekannt wäre, wie schädlich es ist, wenn ihr Liebling nachmittags angekleidet in die Betten zum Schlafen gelegt wird, so würden sie ganz gewiß nicht die Mühe scheuen, ihn zum Schlafen auszuziehen. Namentlich jetzt, zur heißen Sommerszeit, ist das Ausziehen der Kinder von ganz besonderer Wichtigkeit. Das Kind, das in seinen Kleidern geschlafen hat, wacht vielfach vom Schweiß ermattet und erschöpft auf und ist deshalb, anstatt vom Schlaf erquickt, vielfach mißgestimmt. Die Bänder und Knöpfe der Kleider haben die Unterleibs⸗- und Brustorgane und das Atemholen und die Ver⸗ dauung erschwert. Es versäume keine Mutter, die Kinder auch beim Mittagsschlaf ihrer Kleider zu entledigen. Fröhliche Kindergestchter beim Erwachen werden der Lohn für diese kleine Mühe sein.

Gießen, 3. August. Unser Turnfest ist zwar gründlich verregnet, nichtsdestoweniger aber suchte man die Feier, so gut es eben ging, in geschlossenem Raum abzuhalten. Das Bankett, welches am Samstag Abend in Leibs Saal abgehalten wurde, war sehr stark besucht. Unter den Versammelten bemerkten wir viele Veteranen der edlen Turnsache, welche in ihrer Jugendzeit mit Feuereifer und Hingebung im Gießener Turnverein turnerisch gewirkt haben. Man be⸗ fand sich in festlich gehobener Stimmung, als die Musik(verstärkte Bauersche Zivilkapelle) den Turnermarsch von Beringer intonierte, dem die Jubel⸗ Ouvertüre von Fiedler folgte. Eid⸗ mann⸗Gießen begrüßte mit kurzen aber kernigen Worten die Turnet und deren erschienenen Gäste, worauf ein gemeinsam gesungenes Lied überführte zu der eigentlichen Festrede, welche vom Stadt⸗ verordneten Löber als Sprecher des Turn⸗ vereins gehalten wurde. Dieselbe bestand in einer Darlegung der Entwickelung des Turnens überhaupt und der Geschichte des hiesigen Turn⸗ vereins insbesondere. Dankbar gedachte er der Männer, die für die Ideen des Vater Jahn ge⸗ litten und gestritten und die durch unermüdliche und aufopferungsvolle Thätigkeit für das Wachsen und Gedeihen des Jubiläumskindes, des Turn⸗ vereins, gearbeitet haben. Die Festrede schloß mit einem kräftigen Gut Heil auf das fernere Wachsen, Blühen und Gedeihen des Gießener Turnvereins. Beigeordneter Georgi sprach als Vertreter unseres Stadtoberhauptes dessen Be⸗ dauern aus, daß dieser verhindert, an der Feier teilzunehmen. Er wünscht, daß der Turnverein

so weiter arbeiten und die edle Turnerei kräftig weiter pflegen möge, wie er es die 50 Jahre her gethan habe. Diesem Wunsche galt sein Gut Heil. Kreisturnwart Heydecker⸗ Wiesbaden überbrachte die Glückwünsche der Wiesbadener Turnerschaft; sein Gut Heil galt der Einigkeit der beiden Gießener Vereine. Lebende Bilder, die Entwickelung des Turnwesens darstellend, sowie Gesangsvorträge der unter Leitung des Musiklehrers Polster stehenden beiden Vereine Bauerscher Gesangverein undMänner-Ge⸗ sangverein unterhielten die Festteilnehmer aufs Beste. Gestern Morgen wurde die Feier mit einem Weckruf eingeleitet. Zahlreiche Turner von außerhalb trafen am Vormittag hier ein. Die Vereine Usingen und Wetzlar mit Fahnen, T.⸗V. 0 8 Butzbach, Nauheim, Wieseck, Grünberg und Büdingen waren durch mehr oder weniger starke Abordnungen vertreten. Die Fest⸗ genossen sammelten sich zum Frühschoppen in Röhrles Bierhalle, wo sich bei den Klängen der Musik bald eine feucht⸗fröhliche Stimmung ein⸗ stellte. Um 4 Uhr nachmittags, als der Regen etwas nachgelassen hatte, wurde von der Turn⸗ halle aus nach Steins Garten der projektierte Festzug durch die allerdings nur spärlich beflaggte Stadt angetreten. Es war ein Umzug mit Regen⸗ schirmen, nichtsdestoweniger ließen sich die Turner die Laune nicht verderben. In Steins Saal saß man bald, eingekeilt in fürchterlicher Enge. Zahlreich hatte sich die Damenwelt in hellen Ge⸗ wändern eingefunden. Das vorgesehene Pro gramm konnte allerdings weder am Nachmittag noch am Abend zur Ausführung kommen, weil sämtliche Räume des Steinschen Etablissements mit Menschen überfüllt waren. Am Nachmittag wurde dem Jubiläums⸗Verein von dem Männer⸗ Turnverein Gießen eine kostbar gestickte Stand⸗ arte überreicht. In feierlicher Weise erhielt der Verein von seinen Turnschwestern, von den Turn⸗ vereinen Marburg, Wetzlar und Nauheim je eine Fahnenschleife dediciert. Der Turnverein Ober⸗ stein hatte eine Abbildung des reizend gelegenen Oberstein unter Glas und Rahmen übersandt. Ferner schenkten die Frauen und Jungfrauen des Vereins einen Sprungtisch, die passiven Mit⸗ glieder des Turnvereins einen Barren und eine Gangschaukel für die Damenriege. Die aktiven Turner des Vereins hatten ein Lawn⸗Tennis⸗ Spiel gestiftet. Dem Turnwart Wiegand wurde von der Damenriege in Anerkennung seiner Verdienste um diese Riege eine goldene Uhr überreicht. Bei Musik und Gesang blieben die Festteilnehmer bis spät in die Nacht hinein zusammen und amüsierten sich, so gut es eben ging, auf das Beste. Nur die Damenwelt schien uns mit der ganzen Sache so gut, wie sie sich abspielte, nicht zufrieden zu sein. Wegen Mangel an Raum konnte nicht getanzt werden und darauf hatte man sich doch so sehr gefreut. Wie wir hören wird der tanzlustigen Jugend demnächst 910 für das entgangene Vergnügen geboten werden.

*Daubringen, 3. August. In vergangener

Nacht wurde bei einem hiesigen Landwirt, Na⸗ mens Heinrich Braun, ein Einbruchsdiebstahl Der Dieb ist mittelst einer Leiter durch ein Fenster eingestiegen und hat Würste,

ausgeführt.

Speck und Schinken mitgenommen. Die zum Einbruch benutzte Leiter fand man heute Morgen in der Lumda, auch eine Waschbütte und ein, Faß hatten die Diebe ins Wasser geworfen. Jedenfalls war es dieselbe Einbrecherbande, welche in letzter Zeit die Gegend unsicher machte.

* Grünberg, 1. August. des hiesigen Turnvereins hatte lürzlich in einer Eingabe den Stadtvorstand um Gewäh⸗ 1 eines Beitrags zu den Kosten für den beabsschtigten Turnhallebau gebeten und gleichzeitig angefragt, ob die Stadt die fertig⸗ gestellte Halle später als Turnraum für den Turnunterricht von den städtischen Schulen gegen

Entrichtung einer entsprechenden jährlichen Miete

benutzen wolle. Der Stadtvorstand hat nunmehr beschlossen, sich dem Antrag des Turnvereins gegenüber ablehnend zu verhalten.

* Butzbach, 3. August. Zwei Einbrüche kamen hier vor, bei denen die Einbrecher es auf die Kassenschränke des Restaurateurs Kalbfleisch und des Bäckers Theis abgesehen hatten. In beiden Fällen sprengten sie die Böden der Schränke ab und suchten mit dem baren Inhalt das Weite.

Darmstadt, 1. August. Der Verwaltungs⸗ bericht der Vereinigten Ortskrankenkasse pro 1895 ist erschienen. Die Kasse zählte am 1. Januar 1896 7171 Mitglieder und finanziellen Verhältuisse haben sich seit dem 1. September 1892, woselbst sie aus den Händen der Stadt Darmstadt mit einem Defizit von gegen 80 000. in die Verwaltung des jetzigen Vorstandes übergegangen ist, erheblich ge⸗ bessert. Nach dem Rechnungsabschluß betrugen die Einnahmen 219027, denen 195 963. Ausgaben gegenüberstehen. Darunter sind 26900 Mark für Aerztehonorar, 16 900% für Arzneien, 84 500, für Krankengelder und 26000. für Verwaltungskosten, worunter ein Posten von 5000 /. für Abzahlung an die Stadt Darm⸗ stadt, von der früheren Verwaltung herrührend; 2000 ¼ mußte die Kasse auf die Kosten der Geschäftsführung für die Alters- und Juvaliditäts⸗ versicherung dranf legen. Der Ueberschuß der Aktiva über die Passiva seit 1. Januar 1895 beträgt rund 30000%, so daß das bei der großh. Bürgermeisterei Darmstadt deponierte Vermögen der Kasse am 15. März 1896 32000 Mark betrug. der Verwaltung durch die Arbeiter in der kurzen Zeit von vier Jahren.

* Mainz, 1. August. In einer Sitzung des Schulvorstands kam ein Reskript des Ministeriums des Innern, Abteilung für Schul⸗ angelegenheiten, zur Vorlage, worin auf Grund

der letzten Schulvisitation durch Oberschulrat Dr. Eisenhuth ernste Klagen über die Volksschule erhoben werden. Namentlich

wird die große Zahl der Repetanten gerügt, die so beträchtlich ist, daß fast ein Drittel der Schüler

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Das blaue Herz.

Roman von Karl Ed. Klopfer. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Und sie erzählte, wie sie ihn gestern überrascht habe auf ihrem Schreibpult knieend, das Ge⸗ mälde mit den Händen betastend.

Degenstein schnitt diese Erörterungen mit einer Entschiedenheit ab, die man mit dem Verdruß darüber erklären konnte, daß dieser Lakai sich hier in die Erinnerungen an Thekla eingedrängt hatte.

Im Vorzimmer empfing Wetti den heraus⸗ tretenden Bedienten mit verwunderter Miene. Der kurze Abstand zwischen ihr und der Salonthür ließ darauf schließen, daß ihr die Vorgänge da drinnen zu Ohren gekommen waren.

Was machen Sie denn für ein Gesicht? Die Geschichte ist

ja sehr günstig für Sie abgelaufen. Das blaue Herzel werden Sie jetzt doch verschmerzen Bien 0 Ignaz fiel es aber merkwürdiger Weise gar nicht ein, an diesen unvollendeten Schlußsatz der kleinen Kokette in der erwarteten Art anzuknüpfen. Es war wirklich, als wandle er in Träumen. Sagen Sie, raunte er ihr dann ganz unver⸗ mittelt zu,kannten Sie die selige Gräfin Degen⸗ stein? Nein, ich kam erst ein Jahr nach ihrem Tode zu meiner Baroneß. Aber warum Haben Sie niemals gehört woran Sie

Ach ja, das hab' ich just gestern erfahren die Herrschaften haben beim Souper mit dem Grafen darüber viel geredet; so viel ich hab' hören können, hat die Gräfin an der Kopf Kopf warten Sie es war noch was dabei es hat wie Rosen geklungen. Haben Sie schon was von einer Kopfrose gehört?

An der Kopfrose? entschlüpfte es dem Ge⸗ hege von Nazis Zähnen, und seine Sehorgane erlitten wieder eine außerordentliche Vergrößerung.

Das ist eine Krankheit am Kopf nicht wahr?

Ja, ja, das ist eine Kopf-Krankheit, murmelte Ignaz unter stockendem Atem.

Wetti wollte gegenüber diesem sonderbaren Ge⸗ haben auf's Neue erforschen,was denn der Herr Ignaz habe, aber er winkte ihr zu schweigen und ihn fortzulassen. Man dürfe ihn nicht mehr hier antreffen, und die Herrschaften würden ja bald heraustreten.

Dann empfahl er sich mit einem einfachen Kopfnicken, ohne zu versuchen, ob Mamsell Wetti nicht einem Händedruck zugänglich gewesen wäre, und machte sich mit raschen Schritten davon.

Auf der Straße angelangt, verminderte er seine Eile, blieb sogar zögernd stehen und nahm seinen Weg dann nicht seitwärts, sondern nach dem gegenüberliegenden Trottoir. Unter einem Thor⸗ wege der jenseitigen Häuserzeile im Schatten eines steinernen Bogens, wartete er, bis die Equipage des Freiherrn, die er im Hofe halten gesehen, gegenüber herauskam. Graf Degenstein ging neben dem langsam herausfahrenden Wagen einher, mit

eigentlich gestorben ist?

den Insassen desselben noch im lebhaftesten Ge⸗

plauder. Er hatte es abgelehnt, mitzufahren, und

verabschiedete sich vor dem Thore von der Braut und ihren Eltern.

Nazi beguckte sich während dieses kurzen Auf trittes den Grafen mit lauerudem Interesse, und als der Herr dann die Straße hinabschritt, während der Landauer der freiherrlichen Familie in der ent⸗ gegengesetzten Richtung davonrollte, folgte er ihm noch so lange als möglich mit seinen forschenden Blicken.

***

Herr Attachh

Was soll's? fragte Fröden, von seiner Zeitungslektüre in dem bequemen Schaukelstuhle aufsehend und dem vor ihm stehenden Bedienten eine Rauchwolke aus seiner Havannah entgegen blasend.

Nehmen es mir der gnädige Herr gütigst nicht übel, wenn ich so frei bin, eine Frage zu Pr

Heraus damit ohne weitere Präambeln mit militärischer Kürze!

Nicht wahr, es giebt in Paris doch auch ein

Meldewesen?

Der Attaché

verständnislos an. (Fortsetzung folgt.)

sah den seltsamen Fragesteller

Schmetterlinge und Fasanen. In der neuesten Nummer der WochenschriftPrometheus finden wir zwei interessante Beobachtungen verzeichnet. Ueber die Zähigkeit des Insektenlebens erzählt Herr J. C. Warburg imEntomologist;Als ich als Neuling in Südfrank⸗

reich sammelte, entdeckte ich eines Tages zu meiner großen

Freude ein riesiges Weibchen des Wiener Nachtpfauenguges (Saturnia pyri) im Gebüsch versteckt. Das Exemplar war das erste, welches ich jemals fing, und ich entschied mich in Anbetracht seines dicken Körpers, denselben aus⸗ zustopfen(eine ganz überflüssige Operation, denn seitdem habe ich Dutzende unausgestopft aufgehoben). Der Spinner wurde zunächst anscheinend getötet, nachdem ich ihn eine Stunde lang in einer Zyankaliumflasche den Blausäuredämpfen ausgesetzt hatte. Darauf wurde der Hinterleib geöffnet, ausgenommen und mit Watte ausge⸗ stopft, die mit einer gesättigten Auflösung von Quecksilber⸗ Sublimat getränkt war. Am nächsten Tage fand ich, daß das genadelte und auf dem Spaunbrett befestigte Tier einen Versuch gemacht hatte, davonzufliegen. Die Wirkung des Donners auf die Fasanen ist sehr merk⸗ würdig. Mag er nun von einem Gewitter oder von fernem Artilleriefeuer herrühren, jeder dieser Töne stachelt die Hähne zu einem Alarm- oder Trotzkräheu auf. Herr G. T. Rope schrieb in einem Briefe an denZoologist, daß er an einem Orte, der 5 bis 6 lengl.) Meilen vou der Garnisonsstadt Colchester liegt, jeden Artillexieschuß wie durch ein Echo von den Hähnen der Fasanen beant⸗ wortet hörte, und daß ihm dies mehr wie eine Heraus⸗ forderung als wie ein Schreckensschrei klang. Schon vor

Der Vorstand

ihre

Gewiß ein hübscher Erfolg

einem Jahrhundert bemerkte Gilbert White, der gefeierte

Verfasser der Naturgeschichte von Selborn, daß die Fasanen seiner Nachbarschaft die Kanonenschüsse von Portsmouth, wenn der Wind den Schall herübertrug, beantworteten, und Charles Waterton schrieb 1837 in seinen Versuchen über Naturgeschichte: Der Fasan kräht zu allen Jahres⸗ zeiten, wenn er sich auf seine Schlafstange zurückzieht. Er wiederholt diesen Ruf oft während der Nacht und gegen die Morgendämmerung, auch häufig während des Tages bei dem Erscheinen eines Feindes oder bei dem Knall einer Kanone oder während eines Donnerwetters.