Ausgabe 
3.11.1896
 
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Gießen, Dienstag, den 3. November

1896.

Posiztg. Nr. 3239 a Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

lundeszeikung.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der

Preis der Anzeigen t 10 Pfa. für die Zspaltige Petitzeile.

Tage nach Sonn- und Feiertagen.

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pedition: Kren Nr. 4.

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 2. November. Unser hiesiges Stadttheater führte gestern Abend das Sudermannsche SchauspielDas Glück im Winkel auf. Die grandiose Darstellung dieses Stückes wurde von dem ziemlich gut besetzten Hause mit 4 67 Beifall aufgenommen, und mit vollem Recht, kann man doch Sudermann für einen der besten neueren deutschen Dramatiker halten. Sämtliche Rollen lagen in guten Händen. Ehrende Erwähnung verdienen vom er Herr Fritzschler als Direktor

iedemann, Herr Kunert als Rittergutsbesitzer Köcknitz, Herr Schröder als Kreisschulinspektor Dr. Orb. Von den Damen nennen wir in erster

gutsbesitzers Köcknitz, Fräulein Diener als die erblindete Tochter des Direktor Wiedemaan. Gerade die Hauptfigur in dem wirkungsvollen Schauspiel,Elisabeth, als die Frau des Di⸗ kektor Wiedemann hat uns nicht besonders er⸗ wärmen können, und wir hätten gerne Fräulein Leno an deren Stelle gesehen. Wir wollen Fräulein Egger gewiß nicht zu nahe treten, sie 1115 wohl im ersten und zweiten Akte. Aber m dritten Akte war ihre Stimme tonlos und im Affekt schreiend, unschön. Fräulein Egger ist ein unverkennbares Talent, wir möchten ihr in Zukunft etwas mehr Ruhe empfehlen.

* Gießen, 2. Novbr.(Stadttheater.) humorvoller Schwank Die Dragoner wird am Dienstag im hie⸗ sigen Stadttheater zum zweiten Male aufgeführt. Donnerstag und Freitag dieser Woche astiert Herr Oskar Bohnse, der beliebte erste Held und Liebhaber des Cölner Stadttheaters. Gegeben wird an diesen Abenden Uriel Acosta bon Gutzkow, in welchen Herr Bohnse die Titel- rolle, undJournalisten, in welchen er den Conrad Bolz spielt.

Gießen, 2. Nov. Die National⸗ liberaleu hielten gestern Vormittag 11 Uhr in Steins Saalbau eine Wähler versamm⸗ lung ab, zu der ungefähr 80 Personen, darunter eine Anzahl Sozialdemokraten, erschienen waren. Die Versammlung eröffnete Herr Bahnhofs⸗ restaurateur Kirch, der zur Geschäftsordnung mitteilte, daß Diskussion nicht zugelassen werde. Sodann erhielt der Reichstagsabge⸗ ordnete Dr. Osann aus Darmstadt das Wort. Vall d. empfahl den wenigen Zuhörern die Wahl des Candidaten Meinert, und zwar auf Grund des gemäßigten Standpunktes, den jener zu vertreten gewillt sei. Die National⸗ liberalen seien diejenige Partei, die das Gleich⸗ 7 912 75 indem sie lediglich auf dem

tandpunkt des vaterländischen Interesses stehe. Redner gab die Möglichkeit zu, daß die sozial⸗ demokratische Partei gestärkt aus dem er be hervorgehe. Er hielt es aber ür Pflicht derbesonnenen Parteien, Hand n Hand die Sozialdemokraten und Antisemiten zu bekämpfen. Die Versammlung schloß mit einem Hoch auf das Vaterland.

Zwischen Liebe und Pflicht.

Roman aus dem australischen Buschleben

von G. Löffel. Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

So freudig war mir zu Mut; es war mir, als ob ich einem großen Glück entgegenginge. 5

Mein erster Ritt war nach der Polizei⸗Station, wo ich abends anlangte.

Es waren noch zwei meiner Kameraden an- wesend, und beide furchtbar neugierig, wo ich so lange gewesen. 5

Geheime Mission, entgegnete ich kurz,muß morgen früh wieder fort. 5

Beide brachen in ein schallendes Gelächter aus.

Zu viel Cognac oder zu viel Sonne gehabt, Deutscher? fragte der Eine boshaft und der Andere meinte:Nein, Du, wenn diese Deutschen geheim werden, dann sind sie immer verliebt! worauf Beide in ihrer lärmenden Heiterkeit fort fuhren.

Mir stieg das Blut zu keinen Streit hervorrufen. 12 g

Wo ist der Sergeant? fragte ich ärgerlich.

In geheimer Mission nach der Stadt! lautete die spöttische Antwort.

Ich ging hinaus,

Kopf, doch wollte ich

um mein Pferd zu besorgen. Dann begab ich mich, trotz meiner Ermüdung, zu Fuß af den Stadtweg, um die Rückkehr des Sergeanten an einem bestimmten Punkt, den er passieren mußte, zu erwarten. Dort trafen wir

Gießen, 2. November. Die landwirt schaftliche Versuchsstation Darmstadt hat im Jahre 1895 nach dem von dem Vorstand, Herrn Professor Dr. Paul Wagner, erstatteten Jahresberichte 3766 Einsendungen behufs Unter⸗ suchung erhalten und wird diese Ziffer im laufenden Jahre voraussichtlich eine Höhe von nicht weniger als 4000 Nummern erreichen. Die Einsendungen bestauden aus 2817 Proben von Düngemitteln, 535 desgl. von Futtermitteln, 3500 desgl. von Sämereien, 64 desgl. Erbsen, Weinen, Zuckerrüben und sonstigen Erntepro⸗ dukten.

S. Lollar, 1. November. Gestern Abend sprach hier für den Kandidaten der freisinnigen Partei, Herrn Prof. Stengel in Greifswald, der Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Helf. In der Diskussion trat ihm Herr Scheidemann aus Gießen, der sozialdemokratische Reichstags⸗ kandidat entgegen. Der Eintritt der Feierabend⸗ stunde machte der Diskusston ein vorzeitiges Ende. Die Versammlung war nur schwach besucht.

hb. Lich, 2. November. Die meistgenannte Persönlichkeit in unserer Stadt ist heute der sozialdemokratische Reichstagskandidat Scheide mann aus Gießen. Die gestern von ihm ab⸗ gehaltene Volksversammlung im großen Heilandschen Saale, in dem mehr als 200 Per⸗ sonen saßen und standen, nahm einen ganz un⸗ erwartet günstigen Ausgang für den genannten Herrn. Und das kam so: Herr Scheidemann hatte etwa 2 Stunden gesprochen, die Versamm⸗ lung hatte ihn n und auch lebhaft Beifall gespendet. Trotz wiederholter Aufforde⸗ rung des Vorsitzenden der Versammlung meldete sich kein Gegner zum Wort. Die Versammlung wurde also geschlossen und ein großer Teil der Versammlungsbesucher entfernte sich. Da mit einem Male tauchen auf dem Podium neben dem Sitze des Versammlungsbureaus 1012 nationalliberale Herren auf, die aus einer von ihnen bei Glöckner abgehaltenen Versammlung kamen, die von etwa 40 Personen besucht gewesen sein soll. Herr Professor Schwarz aus Gießen fragte den Vorsitzenden der geschlossenen Ver⸗ sammlung, ob er nicht noch einige Worte an die Versammlung richten dürfe. Sofort ging der betr. Herr auf dieses Ersuchen ein, eröffnete die Versammlung wieder und gab Herrn Schwarz das Wort. Dieser warf der Sozialdemokratie vor, ste erstrebe die Alleinherrschaft der Industrie⸗ arbeiter an. Das werde die nqtionalliberale Partei nicht dulden. Die nationalliberale Partei habe allezeit bewiesen, daß sie für die Rechte der Arbeiterschaft eintrete. Auch möchte er gern wissen, wie sich die Sozialdemokraten verhalten würden, wenn einmal der Feind an Deutschlands Grenzen stehe.(Der Saal hatte sich inzwischen wieder gefüllt.) Herr Scheid emann erklärte auf die letzte Frage des Herrn Schwarz, daß er nur das wiederholen könne, was Dutzende Male im Reichstage bon seinen Parteifreunden gesagt sei: wenn das Vaterland angegriffen werde, würden die Sozialdemokraten genau so ihren Mann stellen, wie die anderen Parteien ange⸗

hörigen deutschen Männer. Was es mit der Vertretung der Volksrechte seitens der National⸗ liberalen auf sich habe, sei bekannt. In Sachsen hätten die Nationalliberalen dem Volke das Wahlrecht geraubt. Im Reichstag hätten sie die Wahlperioden von drei auf fünf Jahre ver⸗ längert. In der hessischen Kammer haben stie den Antrag auf Einführung direkter Wahlen abgelehnt. Der Ruf nach der Umsturzvorlage ist von den Nationalliberalen ausgegangen. Mit der Vertretung von Volksrechten fe es bei den Nationalliberalen recht windig bestellt. Und mit patriotischen Phrasen lockten die Herren heute keine Wähler mehr an die Wahlurne, um einem nationalliberalen Mann seine Stimme zu geben. Der Volksmund habe der Partei des Herrn Schwarz den richtigen Namen gegeben: Partei Drehscheibe.(Großer Beifall.) Herr Prof. Schwarz: Sein Vorredner sei ein geschickter Redner, und deshalb sei es ihm auch ein Leichtes gewesen, um die Hauptfrage, ob die Sozial⸗ demokratie eine nationale oder eine internationale Partei sei, herumzugehen. Scheidemann: Er merke, worauf der Herr Professor anspiele. Er würde nachher sicherlich die Sozialdemokratie als die vaterlandslose Gesellschaft zu brandmarken ver⸗ suchen. Das sei das bekannte Manöver der National⸗ liberalen. Die Sozialdemokratie sei das Produkt der kapitalistischen Wirtschaftsordnung und genau wie der Kapitalismus, dessen Interessen die Partei des Herrn Schwarz vertrete, international sei, so sei es auch die Sozialdemokratie. Die Diskussion fiel eher zu Ungunsten des Herrn Professor Schwarz aus. Wir waren erstaunt über die Schlagfertigkeit des sozialdemokratischen Redners. Als dieser den Nationalliberalen vor⸗ warf, daß sie 1866 die Fürstenthrone von Kur⸗ hessen und Hannover umgestürzt hätten, daß ihre Parteigenossen, nämlich nationalliberale, die Prof. Biedermann und Teitschke in Leipzig thätig gewesen seien, auch den sächsischen Thron zu stürzen; daß gerade Biedermann auch den Hof⸗ advokaten Reh in Darmstadt aufgefordert habe, ebenfalls thätig zu sein für den Umsturz der Throne in Süddeutschland, da erntete der sozial⸗ demokratische Redner einen Strom des Beifalls, wie wir ihn im Heilandschen Saale seit Jahren nicht gehört haben. Herr Scheidemann forderte schließlich alle anwesenden nationalliberalen Professoren und Doktoren zur Debatte heraus. Er hoffe, mit jedem von ihnen fertig zu werden. Es sei ihm lange nicht eine so günstige Gelegen⸗ heit geboten, in einer Versammlung mit so ge⸗ lehrten nationalliberalen Herren zu diskutieren. Er könne bei dieser Gelegenheit am besten der Versammlung beweisen, was es bedeute, wenn die Nationalliberalen in ihrem Flugblatt ihn (Scheidemann) als den sozialdemokratischen Zei⸗ tungsredakteur bezeichneten,der die Leiden des Volkes nur aus der Ferne kenne. Die Heraus⸗ forderung des sozialdemokratischen Kandidaten rief auch wirklich noch drei Herren auf den Plan: Herrn Dr. Molly aus Gießen, Herrn Lehrer Wagner und Herrn Büch senschütz aus Lich. Wir wollen auf die Wiedergabe der Debatte ver⸗

zichten. Aber das kann man ohne Weiteres ein⸗ gestehen, die gelehrten nationalliberalen Herren wurden von demehemaligen Buchdruckergesellen, wie sich Herr Scheidemann bezeichnete, glänzend abgeführt. Im Interesse ihrer Partei hätten die Nationalliberalen besser gethan, mit dem sozialdemokratischen Redner nicht anzubändeln. F. W. Hungen, 1. Nov. Heute Nachmittag fand imSolmser Hof eine sozialdemo⸗ kratische Wählerversammlung statt, die erste, die je in Hungen abgehalten wurde. Herr Redakteur Scheidemann aus Gießen, der sozialdemokratische Reichstagskandidat, hielt einen zweistündigen freien Vortrag über die bürgerlichen Parteien und die Sozialdemokratie. Der Redner blieb durchaus sachlich und erzielte dadurch, daß ihm lebhafter Beifall zu Teil wurde. Die Ver⸗ sammlung war überaus stark besucht. Es mögen 300350 Personen anwesend gewesen sein. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Es ist anzunehmen, daß die 1 Stimme, welche die Sozialdemokraten bei den letzten Wahlen hier auhelt am 5. November bedeutenden Zuwachs erhält. * Grünberg, 2. Nov. Die Nationalliberalen hielten gestern hierselbst eine Wählerver⸗ sammlung ab, zu der ca. 32 Personen, darunter einige Auswärtige, erschienen waren. * Ruppertenrod, 2. Nov. Nicht gerade günstiges Wetter begleitete in voriger Woche den ur arkt. Dessenungeachtet hatte der

arkt eine recht große Ausdehnung und war gut besucht. Der Viehmarkt war so stark mit Jungschweinen befahren, wie wir uns einer gleich starken Auffahrt nicht erinnern können. Er lieferte einen sprechenden Beweis, wie stark sich die Ferkelzucht vermehrt hat. Trotz des starken Angebots ging doch der Handel bei sehr mäßigen Preisen flott. Bezahlt wurde für das Paar Ferkel geringster Sorte 1216*, besserer 2025. und bester 2532. Läufer waren im Verhältnis zu den Ferkeln schwächer vertreten. Sie galten per Paar im Durchschnitt 60 70 A und 70-80 K. Bemerkt muß dabei werden, daß diese Läufer als Einlegschweine dienen und bald geschlachtet werden können. Der Krämermarkt war mit Verkaufsständen recht gut besetzt, nur wurde er durch das naßkalte Sudelwetter etwas ungünstig beeinflußt.

* Aus dem westlichen Vogelsberg, 1. November. Die letzten Früchte des Herbstes, die Hackgewächse, sind eingeerntet und die Wintersaat ist zu Ende gebracht worden. Wegen des sehr ungünstigen Herbstwetters hatte man vielfach befürchtet, die Wintersaat, besonders die Weizensaat, nicht mehr ganz vollenden zu können, es ist aber doch gegangen. Trotz der teilweise sehr ungünstigen Aussaat steht die junge Kornsaat recht schön im Felde; sie hat heuer nicht durch übermäßigen Mäusefraß zu leiden. Wos den Ausfall der Wurzelgewächse betrifft, so hat dieser nasse Jahrgang einen reichen Segen der Hackfrüchte gebracht und waren bei den Erntefesten der verflossenen Sonntage oft wahre Riesenexemplare an Kartoffeln, Dickwurz, Kohl⸗

Leben? Und ich war schon in ernster Sorge um Euch. N

Er sprang sogleich vom Pferd und schüttelte mir herzlich die Hand. 5

Dann seinen Arm in den meinen schiebend, und neben mir herschreitend, bat er mich, ihm Alles genau zu berichten, was ich auch that.

Er hörte mich ruhig bis zu Ende an.

So weit, so gut! sagte er.Sie haben sich brav gehalten. Daß Sie gleich beim Ausritt Ihren Revolver verloren, war ein Unglück für Sie, aber ein Glück für die Sache. Lebend hätten Sie den Mann nicht bekommen und tot hätte er uns nichts genutzt. Nach alledem glaube ich auch eher, daß Sie Ihr Leben eingebüßt hätten, wenn Sie zum Angriff übergegangen wären. Nun möchte ich aber doch zu Ihrer Sicherheit die Milton-Park⸗ Station heimlich umstellen lassen. i

Wie zum Schutze gegen die Damen? lachte ich.

Ja, mein, Lieber zum Schutze gegen die Damen! entgegnete er ernst.

Sie scherzen, Sergeant! 55

Im Gegenteil, ich sprach niemals ernster. Sie konnten allerdings nicht ahnen, daß Sie in Miß Milton eine Bekannte wiedersehen würden, eben die Dame, der Sie früher wiederholt im Wald be⸗ gegnet waren. 5 5

Ich hielt es für meine Pflicht, Sergeant, das hier zu erwähnen, sonst

Sagen Sie nichts weiter, Wort.Ich sehe alles ganz klar. fürchte ich für Sie.

Aber inwiefern denn?

fiel er mir ins Darum eben ich,

fragte stehen

Ich verstehe fie nicht.

Er lächelte fein.

Sie sind ein junger Mann und von leicht erregbarem Gemüth. Miß Milton ist schön, sie ist reich man wird Ihnen eine Schlinge legen und Sie zum Schweigen bestimmen oder Sie stumm machen.

Was, rief ich ärgerlich,Sie wollen die Damen mit jenem Manu verdächtigen Miß Milton, diesen Engel!

Ich hatte meinen Arm aus dem seinen gezogen und mit mehr Feuer als Ueberlegung gesprochen.

Besonders die letzten Worte hatten meine Ge⸗ fühle nur zu sehr verraten.

Jetzt schwieg ich verwirrt.

So, so, ein Engel, sagte er mit kaltem Hohn. Zum Glück ist es eine allgemein anerkannte That⸗ sache, daß die Engel heutzutage nicht mehr auf Erden wandeln. Deutscher, seien Sie kein Narr! Wir spinnen hier keinen Roman, sondern sind in der kriminellen Untersuchung eines sehr schwierigen Falles begriffen. Wenn Sie da Ihre Gefühle an Stelle Ihres Verstandes sprechen lassen wollen, dann werden wir in dieser Sache entweder zu falschen Schlüssen oder zu gar keinem Schlusse kommen. Sie zweifeln selbst nicht, daß Fräulein Milton Sie wiedererkannt hat und sie hat hiervon ihre Mutter in Kenntnis gesetzt. Trotzdem haben die Damen Ihnen eine Stellung angeboten, die Sie möglichst eng an ihre Personen fesselt. Sie haben Ihnen sogar einen Platz in ihrem Hause angeboten.

Wohl der beste Beweis für ihre Unschuld!

denn auch eine Stunde später zusammen. Holla, Deulscher! rief er erfreut.Noch am

bleibend.

warf ich ein.

Für ihre Schuld! beharrte der Sergeant. Sie wußten, daß, wenn sie den verkleideten Poli⸗ zisten wegwiesen, dann wären wir in Uniform er⸗ schienen, um das Geheimnis der toten Schlucht auf⸗ zuhellen. Frauen⸗Augen seheu Ascharf und noch schärfer die Augen einer schuldigen Frau. Fräulein Milton wußte schon aus den früheren Begegnungen mit Ihnen, wie es um Ihr Herz bestellt war. Sie wird mit einiger Liebenswürdigkeit dieses jetzt im Sturm erobern, mit einer erlogenen Geschichte Sie weich machen und mit einem Kuß Ihnen den Mund verschließen.

Nie wird das geschehen! rief ich e mpört. Nie werde ich etwas thun oder gut heißen, was wider Pflicht und Ehre wäre.

Umso schlimmer für Sie, junger Mann, sprach mein Vorgesetzter mit seinem gewohnten Gleichmut. Dann wird man, sowie Sie Alles wissen, Ihnen etwas in den Wein oder Thee geben oder Sie aus dem Hinterhalt von dem Mann aus der toten Schlucht erschießen lassen.

Gerechter Gott, rief ich im Ton des Schreckens, Sie halten an diesem unseligen Verdacht fest, daß der dort sich verborgenhaltende Verbrecher der Ver bündete und geheime Schuldgenosse der beiden Damen ist?!

Es ist meine Ueberzeugung,

Und was könnte sie verbinden?

Was? fragte fast streng der Sergeant.Raub und Plünderung! Vielleicht oder wahrscheinlich ist die Schatzkammer der toten Schlucht, welche der Buschräuber stets gut gefüllt hält, die unlautere Quelle, aus der die Miltons ihren Reichtum

schöpfen.(Fortsetzung folgt.)