Ausgabe 
1.11.1896
 
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Gießen, Sonnt

ag, den 1. November

1896.

Postztg. Nr. 3239 a Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

ssche Landeszeilung,

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

g Redaktion: 6 a Kreuzplatz Nr. 4. 8

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen.

Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.

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edition: Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 31. Oktober. In den Ruhe⸗ i 5 versetzt wurde am 23. Oktober der zokomotivführer bei den Oberhessischen Eisen⸗ bahnen Wilhelm Kalberlah in Gießen auf 1 sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit, mit Wirkung vom 1. November l. J. an. Gießen, 31. Ott. Außer den Sozial- demokraten, denen in Gießen kein Saal zu einer Versammlung zur Verfügung steht, ist kunmehr auch der Reformpartei, die am bunt in Steins Garten⸗Saal eine Versamm⸗

lung abhalten wollte, nachträglich die Mitteilung geworden, daß ihnen der Saal nicht überlassen werden könne. Soweit wir unterrichtet sind, ind die den Sozialdemokraten und Reformern 0 r beliebten Saalverweigerungen nicht auf die betreffenden Saalinhaber zurückzuführen. Dieselben würden gewiß gern jedesmal das Hgeschäft machen. Grund ihres ablehnenden 9 Vekhaltens ist ihre Furcht vor dem Militär⸗ hoykott. Die Wirte befinden sich also in einer 0 Ace Geben sie ihren Saal den ben genannten Parteien zu Versammlungen her, so wird den Soldaten der Besuch dieser Lokale verboten. Die Macht des Militarismus macht sich ihnen gegenüber recht bemerkbar. Sie werden . 11 1 60 bedeutend geschädigt. Es sollte Aufgabe der Gastwirtsverbände sein, dem Militär⸗ boykott gegenüber euergisch Stellung zu nehmen. Wären sich die Wirte einig, dann könnten sie ihre Säle oder Vereinszimmer allen Parteien überlassen, ohne befürchten zu müssen, daß ihnen der Militarismus, den sie durch ihre Steuern doch mit erhalten müssen, auch noch in das Geschäft hineinreden kann. Unter den jetzigen Verhältnissen sind die Wirte die am meisten Geschädigten. Den Vorteil haben aber Diejenigen, denen man gerade durch die Saalverweigerungen Hindernisse in den Weg legen wollte, nämlich die Reformer und die Sozialdemokraten. Der 5. November wirds lehren.

Gießen, 31. Okt. Der Arbeitsnach weis der Stadt Gießen wird, wie die Mitteld. Sonntags⸗Ztg. meldet, am 2. No⸗ bember eröffnet werden.Mit der Leitung der Geschäfte ist der Bürgermeistereigehilfe Nau be⸗ traut. Die Geschäftsstelle befindet sich Zimmer Nr. 14 im Bürgermeistereigebäude und wird Vormittags von 81 und Nachmittags von 36 Uhr geöffnet sein. In zahlreichen Wirt⸗ schaften sollen Plakate ausgehängt werden, die auf den städtischen Arbeitsnachweis aufmerksam machen. Formulare zur Anmeldung offener Stellen sowie zur Anmeldung von Stellegesuchen sollen in allen amtlichen Verkaufsstellen von Postwertzeicheu gratis verabfolgt werden. Im Bureau des Arbeitsnachweises wird ein Be⸗ schwerdebuch aufliegen. Gegen die Entscheidungen des Vorsitzenden der Arbeitsnachweis⸗Deputation, des Herrn Beigeordneten Wolff, ist Berufung an die Deputation selbst zulässig, deren Ent⸗

scheidung daun endgültig ist. Der Arbeitsnach⸗ weis wird binnen kurzer Zeit gut funktionie en, wenn die Arbeitsuchenden sowohl wie die Arbeit⸗ geber dem Arbeitsamt stets sofort Anzeige davon machen, wenn ihre Gesuche erledigt sind. Um diese Mitteilungen zu erleichtern, sollen bei jeder Anmeldung Postkarten mit vorgedrucktem Text verabfolgt werden, die nach Erledigung der Ge⸗ suche ausgefüllt zurückzusenden sind. Wie die oben genannte Zeitung weiter zu berichten weiß, ist für den Beisttzer des hiestgen Gewerbe⸗ gerichts auf Kosten der Stadt die Monatsschrift Das Gewerbegericht bestellt worden. Herausgeber desGewerbegerichts ist der Ber⸗ liner Privatdozent Dr. Jastrow.

Gießen, 31. Okt. Für den Kreis Hom⸗ berg ist von der deutschen Reformpartei der Kandidat Carl Zulauf als Landtagsabge⸗ ordueter aufgestellt. Für Morgen Sonntag und Montag sind im dortigen Kreise ca. 20 Wähler⸗ Versammlungen in Aussicht genommen.

Gießen, 31. Oktober.(Stadttheater). Der Zaktige Schwank von Bossu und Delavigne Die Dragoner kam gestern bei sehr schwach be⸗ setztem Hause zur Aufführung. Die Darstellung war recht flott, wenn auch Bedeutendes nicht 8 80 werden konnte, weil eben der Schauspiel⸗ unst die Gelegenheit entzogen ist, die Linie des Alltäglichen zu überschreiten. Die Hauptsache ist, es erscheiuen zwei Offiziere und ein Bursche in Dragoner⸗Uniform. Der Bursche hat Aus⸗ sicht, der eigene Schwiegervater seines Vorgesetzten zu werden. Dieser Kapitain hat vor seiner Ver⸗ lobung noch ein Verhältuis mit einer Balleteuse Serena, das zu allerlei tollen Vewechselungen führt. Zum Schluß erscheintSerena, von einer Probe kommend, imKostüme. Die Novität wurde von dem überraschten Publikum mit viel Freude aufgenommen. Morgen, Sonntag, gelangt das Sudermannsche Schau⸗ spielDas Glück im Winkel zur Auf⸗ führung.

* Grünberg, 31. Okt. Nachdem gestern eine Uebung der freiwilligen Feuerwehr unter dem Kommando des 2. Hauptmanns Herr Ranft stattgefunden hat, inspiziert Herr Kreisfeuerwehr⸗ Inspektor Loos aus Gießen morgen Sonntag die hiesige Feuerwehr.

* Lauterbach, 29. Oktober. Der hiesige Turnverein strebt schon seit Jahren darnach, eine eigene Turnhalle zu errichten, teils weil er in den seither benutzten Räumlichkeiten im Sommer die der Stadt gehörige Schützenhalle und im Winter der Turnsaal des Schulgebäudes sehr beschränkt war, teils auch um einem wirklichen in hiesiger Stadt bestehenden und von Jahr zu Jahr fühlbarer werdenden Bedürfnisse nach einem für größere Festlichkeiten u. s. w. ge⸗ eigneten Etablissement abzuhelfen. Er hat bereits durch Spenden von Freunden des Vereins, Sammlungen, Veranstaltung von Theaterauf⸗ e e Konzerten u. s. w., insbesondere auch

urch die alljährlich abgehaltenen und weit und breit beliebten Hainigfeste eine namhafte Summe,

etwa 7000 bis 8000 4 zusammengebracht. Die beabsichtigte Veranstaltung einer Lokterie zu dem gleichen Zweck ist nicht genehmigt worden. Jetzt ist der Verein in seinem Bestreben dadurch einen Schritt weiter gekommen, daß ein Gönner des Vereins einen Teil seines sehr geeignet gelegenen Gartens als Bauplatz für die geplante Turnhalle zu einem mäßigen Preise abtreten wird. Möge der Verein für sein zielbewußtes Vorgehen und sein zähes unentwegtes Festhalten an der guten Sache durch einen möglichst baldigen vollen Erfolg be⸗ lohnt werden. Die sog. Schlitzmühle bei Hopfmannsfeld ist heute vollständig niederge⸗ brannt. Als Ursache des Feuers wird Selbst⸗ entzündung feuchten Grummets ange⸗ geben.

* Friedberg, 29. Oktober. Einer rafft⸗ nierten Schwindlerin fielen vor einigen Tagen die Geschwister Stoll hier zum Opfer. In deren Geschäft erschien abends ein Frauenzimmer, das den Eindruck eines besseren Dienstmädchens machte. Es gab an, es sei von Frau Schlosser Diener beauftragt, ein Pfund Strickwolle zu holen, auch Korsetts zur Auswahl mitzunehmen. Man verabfolgte ihm ohne An⸗ stand die Wolle sowie vier Korsetts, welch letz tere, insoweit nicht konvenierend, noch denselben Abend zurückgebracht werden sollten. Da dies nicht geschah, schickte man zur Frau Diener, und hier stellte sich denn heraus, daß die Frau von der Sache gar nichts wußte.

* Schotten, 31. Oktober. Allen Freunden und Mitgliedern des VereinsLehrerheim Vogelsberg kann die erfreuliche Mitteilung gemacht werden, daß das Interesse an dem Lehrerheim bei Schotten in Lehrer- und Nichtlehrerkreisen in stetem Wachstum begriffen ist. Zahlreiche Anmeldungen zur Mitgliedschaft laufen in erfreulicher Weise aus allen Teilen des Landes ein. Einzelne Bezirks-Lehrervereine, so Gedern, Ortenberg, Schotten, sind der Stif tung in jüngster Zeit vollzählig oder doch nahezu in ihrer Gesamtheit beigetreten; andere, wie Fränkisch⸗Crumbach, Reinheim, Modauthal, haben den Beitritt ihrer sämtlichen Mitglieder in nahe Aussicht gestellt; wieder andere(Lollar usw.) meldeten einen erheblichen Prozentsatz ihrer Mit⸗ glieder als Zeichner von Anteilscheinen an. Selbst preußische Lehrer aus der Provinz Hessen⸗ Nassau weist die Mitgliederliste auf. Es ist begründete Hoffnung vorhanden, daß in nicht allzu ferner Zeit bei weitem der größte Teil der hessischen Lehrerschaft sowie viele Lehrerfreunde zu Mitgliedern der Stiftung zählen werden. Stehen wir nach dieser Richtung hin einst vor einer vollendeten Thatsache, so darf, wenn nicht alle Zeichen trügen, dem ersten deutschen Lehrerheim auf Grund der neuesten Er⸗ fahrungen eine gesicherte Zukunft in Aussicht gestellt werden.

* Offenbach a. M., 29. Oktober. Die städtische Arbeitsvermittlungsstelle wird mit dem 4. November in Wirksamkeit

treten. Auf Anordnung der Staatsanwalt wurde gestern die Leiche eines dieser Tage be⸗ erdigten, wenige Monate alten Kindes aus⸗

Ke und seciert, wegen Verdachts fahr⸗ 0

ssiger Tötung.

Mainz, 30. Okt. Desertiert ist heute Morgen ein Soldat der 2. Kompagnie des 88. Regiments aus der Kaserne. In der Nähe der Station Osthofen wurde heute Vormittag ein Soldat der 8. Kompagnie des 118. Regti⸗ ments von einem Bahnzuge überfahren und getötet; der Kopf wurde ihm vom Rumpfe ge⸗ trennt. Da an der betreffenden Stelle das Be treten des Bahnkörpers verboten ist, so muß man annehmen, daß der Soldat freiwillig den Tod gesucht hat. Der Name des Unglück⸗ lichen ist noch nicht festgestellt.

Mainz, 30. Okt. Der demokratische Verein hielt gestern Abend eine zahlreich be⸗ suchte Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Herr M. M. Mayer berichtete über die Stellung des Ausschusses zur bevorstehenden Reichstags⸗ wahl. Man habe sich, wie bei der Landtags⸗ wahl, entschlossen, mit der deutsch-freisinnigen Partei gemeinsam vorzugehen. Die Ausschüsse beider Parteien seien darin übereingekommen, von der Aufstellung eines gemeinsamen Kandi⸗ daten abzusehen, da es sich diesmal dochnur um eine Reichstags-Ersatzwahl handele. Bei der nächsten Reichstagswahl in Jahren werde die Partei mit einem eigenen Kandidaten auf der Bildfläche erscheinen. Die Versammlung stimmte der Stellungnahme des Ausschusses zu, ebenso wurde ein weiterer Autrag des Ausschusses angenommen, einen Wahlaufruf zu erlassen, in welchem die Mitglieder der demokratischen Partei aufgefordert werden,Front zu machen gegen jeden Scheinliberalismus und ihre Stimmen nur in freiheitlichem Sinne abzugeben.

* Mainz, 30. Oktober. Das Großherzogl. Polizeiamt schreibt zwei Personen als vermißt aus, den Taglöhner Andreas Becker aus Marienborn, zuletzt in Mainz, der sich am 12. Oktober von seiner Familie entfernt hat, und den Matrosen Karl Burgmann aus Siegen, der am 14. ds. Mts. das Rheinschiff Caprivi, auf dem er bedienstet war, verlassen hat. Von Letzterem steht zu befürchten, daß er ertrunken ist.

* Mainz, 30. Oktober. Bei den vor einiger Zeit bei hiesigen Häutehändlern von kreis⸗ ärztlicher Seite unter Zuziehung der Polizei vorgenommenen Revisionen der Geschäfts⸗ räume wurden Zustände gefunden, die den ge⸗ sundheitlichen Anforderungen in hohem Grade zuwiderlaufen. Da mit der Er⸗ öffnung des neuen Schlachthofes über die Auf⸗ bewahrung von Rohhäuten neue Anordnungen getroffen werden sollen, so wird bis dahin von der städtischen Verwaltung ein neues Regu⸗ latib zur Aufbewahrung dieser Häute aus⸗ gearbeitet.

* Alzey, 28. Okt. Der Gewerbeverein hat einen einstimmigen Protest beschlossen gegen die

wischen Liebe und Pflicht. Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Ich verneigte mich gegen sie und legte Alles, was ich hätte sagen können, in einen stumm bittenden Blick. Ob sie mich wohl verstand? HDOb sie nicht zu stolz war, von meiner Bitte Notiz zu nehmen? » eEntschuldigen Sie mich, meine Tochter lagte Mistreß Milton und ging nach der Halle. Nun ist's aus, dachte ich bei mir.

9 Während ich mir den Anschein gab, die Haus⸗ front zu mustern, lauschte ich angestrengt hinüber, fen 17 5 dem leise geführten Gespräch etwas zu

erste hen.

Ich bemerkte nur, daß Miß Milton so hieß demnach die schöne junge Dame sehr eifrig, auf ihre Mutter einsprach, worauf diese mit einem Blick 3 mir ein halb erschrockeneso nein! sagte.

Es waren für mich peinliche Sekunden. Ach stand wie auf Nadeln. d Der Ausgang der Unterredung zwischen Mutter mund Tochter war ein für mich höchst überraschender. 1 Die junge Dame kehrte in den Salon zurück, und die Aelkere kam wieder auf mich zu, diesmal mit einem verlegenen Lächeln auf dem schönen, etwas ausgelebten oder lebensmüden Gesicht, .»Mit der Garten⸗Aufseher⸗Stelle ist es nun 15 ni

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, begann sie, ganz wie ich erwartet 1 Tochter liebt die Verwilderung. Ich gestehen, fuhr sie, leiser sprechend,

fort,Eugenie sie sprach den Namen fran⸗

zösisch aushat einen tiefen Hang zur Schwermut und Träumerei. Sie liebt die Einsamkeit. Wenn Sie da irgendwie auf sie einwirken

Aber wenn Sie mich doch fortweisen wandte ich ein.

Fortweisen? O nein! rief sie.Ich wollte Sie eben bitten, in ein anderes, mehr gesellschaft liches Verhältnis zu meinem Haus zu treten. Wären Sie geneigt, meiner Tochter deutschen Unter⸗ richt zu erteilen?

Ich wurde über und über rot.

O, mit tausend Freuden, stammelte ich, denn ich konnte nichts Anderes annehmen, als daß dies ein Wunsch der Tochter war.Das allein aber würde meine ganze Zeit wohl kaum ausfüllen.

Allerdings nicht, bestätigte die Dame,aber Sie sind musikalisch, Sie werden Eugenie auf dem Klavier begleiten. Sie könnten mit ihr zusammen ausreiten. Sie liebt es zwar allein zu reiten das wußte ich längstaber man liest jetzt so viel von Buschräubern in unserm Distrikt und dann Sie brach kurz ab.Mit einem Wort, fuhr sie in anderem Ton fort,Sie werden tausend Gelegenheiten finden, sich nützlich und angenehm zu machen. Ich werde Ihnen oben zwei Zimmer her⸗ richten lassen und Sie kamen zu Pferde, wenn ich nicht irre?

Ich verneigte mich wiederholt.

Jakob soll es nach den Ställen führen, ent⸗ schied sie.Wollen Sie jetzt das Gabelfrühstück

mit uns einnehmen?

Natürlich weigerte ich mich dessen unter Hin⸗ weis auf meine nicht salonmäßige Erscheinung, wozu sie lachte.

Buschmäßig, mein Herr. Busch.

Das vergißt man bei Ihnen, erwiderte ich sehr höflich.Gestatten Sie mir Zeit zu einem Ritt nach der Distrikts⸗Stadt, um mich mit passenden Kleidern versehen zu können. Morgen Abend bin ich zurück.

Wie Sie wollen. Haben Sie Geld?

Ich danke, ich bin versehen.

Aber eine Erfrischung werden Sie doch nehmen? So lasse ich Sie nicht fort.

Sie rief nach einem Mädchen und bald saß ich in der behaglichsten Stimmung vor dem besten Frühstück, das ich seit Jahren bekommen.

Welche überraschende gute Wendung!

Und wenn ich an Fräulein Eugenie dachte, deren Mentor und Begleiter ich fortan sein sollte, dann schlug mir das Herz höher vor Freude.

Allerdings, da war meine geheime Mission.

Aber die konnte mich doch nur zum Beschützer der Damen machen und so das Band noch fester knüpfen, welches uns schon jetzt mehr als Freunde, denn als Herrin und Diener umschlang.

Feurig rann mir der lang entbehrte gute Wein durch die Adern. Er zauberte mir allerhand kühne Bilder vor mein geistiges Auge.

Ich sah mich schon als Herr an dieser Stelle und als Gatte der bewunderungswürdigen, schönen Eugenie. Ich war ihr nicht gleichgiltig.

Sie hatte diese Stelle eigens für mich ge⸗

Wir sind hier im

schaffen, um mich in ihrer Nähe zu haben, um mehr auf gleichem Fuß mit mir verkehren zu können.

Was durfte ich nach dem nicht Alles hoffen!

Wir lebten in Australien, wo man über Standes⸗Unterschiede eher hinwegsieht wie anderswo.

Im Busch gilt der Mann, und der war ich, wie ich wohl behaupten konnte, ohne anmaßend zu erscheinen, meine Kenntnisse und Fähigkeiten berech⸗ tigten mich zu dem NamenGentleman, es fehlte nur die Umgestaltung meiner äußeren Verhältnisse, und der Squatter war fertig.

Mistreß Milton, welche mich während des Früh⸗ stücks allein gelassen, kam nach Beendigung des selben wieder heraus. Sie ermahnte mich noch, auch ja morgen Abend pünktlichst wieder da zu sein. Sie erwarte mich mit Bestimmtheit zum Thee.

Fräulein Eugenie kam leider nicht mehr zum Vorschein. Ich verabschiedete mich von der Dame des Hauses und ritt fort.

Noch einen Blick sandte ich zurück, trium⸗ phierend, verlangend, und da stand, wie auf meinen Wunsch hingezaubert, die herrliche Gestalt Eugeniens unter dem Zeltdach des Balkons. Sie sah nach mir herüber. 0

Ich ließ mein Pferd sich aufbäumen und hob grüßend den Hut. Sie dankte.

Dann stürmte ich fort, im ersten Jagen wohl an zwanzig Zäune und gestürzte Baumstämme über⸗ springend.

(Fortsetzung folgt.)

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