Ausgabe 
1.9.1896
 
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Tages rechnung von 2000 bis 3000 Franken rechnen. Wird ihnen doch ein Salon mit 200 Franken, ein Zimmer mit 50 bis 60 Franken berechnet; rechnet man die Auslagen für die Mahlzeiten und Wagenfahrten hinzu, so sst bald jener ansehnliche Betrag erreicht. Die Ziffer der außerordentlichen Ausgaben ist selbstverständlich sehr schwankend, und die französische Staatsverwaltung kann schon deshalb keinen Einheitssatz für den Empfang der Gäste Frankreichs aufstellen. Immerhin wird jeden Morgen die letzte Tagesrechnung einem Vertreter der Staatsverwaltung vorgewiesen, und gar nicht selten wird der Ansatz für Champagner heruntergesetzt, wenn der Verbrauch gar zu übermäßig erscheint. Eine besondere Preisliste gilt für die exotischen Fürsten aus den Tropen, Neger und Radschas. Einfach deshalb, weil sie meist nur wenig Rücksicht auf die Möbel und deren Seidenüberzüge nehmen, während ihre Religion ihnen die Tötung gewisser hartnäckiger Verfolger des Menschen ver⸗

bietet. Die Rechnung des Radscha, der im letzten Sommer Paris mit einem Gefolge von 40 Personen besuchte, er⸗ reichte bei einem zweiwöchigen Aufenthalt 80000 Franken. Uebrigens pflegen, so gewissenhaft diese Gasthäuser ihre Rechnung aufstellen, nun auch schon die gekrönten Häupter sich der Vermittelung der großen internationalen Reisegeschäfte zu bedienen. In die gastliche Auf⸗

nahme der fürstlichen Gäste in Paris teilen sich eigentlich nur drei oder vier Hotels, ihre Preise weichen wenig von einander ab. Ein Monarch, der mit seinem Adjutanten und Kammerdiener dort absteigt, zahlt etwa 150 Franken täglich für freie Wohnung, dabei ist, wie der schöne Aus⸗

druck lautet,Licht inbegriffen! Aber freilich die Ver⸗

köstigung läßt die Rechnungen anschwellen. Vor kurzem äußerte, wie das Pariser Blatt erwähnt, ein etwas spar⸗ samer Monarch seine Verwunderung darüber, daß man ihm ein Dutzend Austern mit Franken berechnet habe, während er sie bei den kleinen Verkaufswagen um nur 75 Centimes feilhalten gesehen habe. Aber er beruhigte sich, als die Hotelverwaltung ihm die Preisliste eines benachbarten Austernladens vorwies, wo das Dutzend

sogar 5 Franken kostete.

Dragoner⸗Poesie. Der Abzug der lange Jahre in Butzbach garnisonierenden Dragoner, die nach Darmstadt verlegt wurden und an deren Stelle das vierte Bataillon des 116. Infanterie⸗Regiments nach Butzbach kommt, hat Veranlassung zu folgenden dichterischen Er⸗ güssen zwischen dem Kommandeur des Leib⸗Dragoner⸗ Regiments, Herrn Oberst Baron von Ardenne, und dem Bürgermeister von Butzbach, Herrn Joutz, gegeben:

Vor 78 Jahren, Da zogen grüne Scharen In Eure Mauern ein, Mit schmetternden Fanfaren Heut' ziehen sie zum Main. Es muß halt geschieden sein. Wenn nun dieBlauen kommen, Dann heißet sie willkommen! Wir wünschen, daß sie Gott bewahre Für Butzbach volle hundert Jahre. Leib⸗Dragoner⸗Regiment. Baron von Ardenne. Leib⸗Dragoner-Regiment. Baron von Ardenne. Darmstadt. DieGrünen sind fort, Mit tiefer Wehmut Gedenken der vergangenen Tage wir heut', Denn Freundschaft und Liebe verband uns mit diesen alle Zeit, DieBlauen sie kommen, für die uns genommen. Möge ehrliches Streben auch diese umweben, In Freundschaft und Liebe mit uns hier zu leben. Für hundert Jahre sind wir bereit. Die Einwohner Butzbachs. I uz,

Die Empfindung ist gut, aber die Verse! Da ist Excellenz Stephan den beiden Herren und namentlich dem Herrn Bürgermeister doch bedeutend über. Herr Joutz hat übrigens mildernde Umstände für sich, denn er hat den PegasusJ. V. gesattelt.

Schöne Aussicht. Fleischer in die Lehre geht, Liebe Eltern! Mir gehts hier recht gut. Wenn ich so fortfahre, hat mein Meister gesagt, will er mich zu Weih⸗ nachten schlachten lassen, die Haut hat er mir schon abziehen lassen. Sonst weiß ich nichts neues, außer daß ich noch gesund bin und daß man neulich im Walde einen auf⸗ gefunden hat. Indem ich Euch das gleiche wünsche, bin ich Euer treuer Sohn Gottlieb.

Vorzug. Wirtin(einem Studenten ihr Zimmer anpreisend):Sehen Sie hübsch dunkel ists auch da können Sie den ganzen Tag ungeniert schlafen!

Auszug aus den Kirechenbüchern der evangelisehen Gemeinde.

Ein Sohn, der bei einem

Matthäusgemeinde. Taufen. Am 23. Aug. Dem Kutscher Georg Hahn ein Sohn,

An den Magistrat von Butzbach.

Otto Heinrich Jakob, geb. den 13. Juli.

schreibt an seine Eltern:

Markusgemeinde. Trauungen.

Am 26. Aug. August Braun, Kaufmann zu Bitter⸗ feld und Marie Jungblut, Tochter von dem Gastwirt Christian Jungblut zu Gießen.

Beerdigte.

Am 25. Aug. Elise Bonarius, geb. Horn, Ehefrau

von dem Schreinermeister Friedrich Bonarius, 22 Jahre alt, starb den 23. Aug. Lukasgemeinde. Taufen. Am 23. August. Dem Kaufmann Louis Sundheim

1 S., Arwed Oskar, geboren den 29. Mai. 23. Dem Küfer Georg Fischbach 1 S., Georg Heinrich, geboren den 15. Juli. 23. Dem Tagelöhner Justus Wenzel 1 T., Anna Marie, geboren den 13. Juli.

Beerdigte.

Am 27. Aug. Dorothea Grau, geborene Gonnermann, Ehefrau des Gastwirts Jakob Grau, 46 Jahre alt, starb den 24. August. 5

Johannesgemeinde Taufen. Am 23. Aug. Dem Drechsler Franz Zehrt 1 T., Lina Elisabeth Justine, geboren den 3. Juli. 23.

Dem Maurer Georg Dietz 1 S., Georg, geboren den 31. Juli. 23. Eine uneheliche Tochter, Luise Ottilie, ge⸗ boren den 14. Juli.

Trauungen.

Am 22. Aug. Georg Beckmann, Schreiner zu Gießen und Marie Karoline Friederike Simon, Tochter des ver⸗ storbenen Schuhmachers Friedrich Simon zu Gießen.

Beerdigte. Auswärtige in den Kliniken.

Am 22. Aug. Marie Maas, Privatin, Tochter des verstorbenen Gärtners Jakob Maas zu Mannheim, 51 Jahre alt, starb den 19. August.

Neueste Telegramme.

Hd. Wien, 31. Aug. Die Behörde verbot die von den Deutsch⸗Nationalen in Linz und Wels geplante Sedan⸗ feier.

Hd. Paris, 31. August. 4000 Gewehre, anderthalb Millionen Patronen, drei Kanonen, Revolver, Medikamente u. s. w. sind in Cuba glücklich gelandet. Es ist dies die größte aller bisher nach Frei-Cuba gemachten Sendungen.

Hd. 3 31. Aug. Fürst Lobanow

.

ist auf der Fahrt von Wien nach Ki plötzlich gestorben. 12 Hd. Brüssel, 31. Aug. Der Amsterdamer Korrespondent des hiesigenPatriote erklärt die holländische Regierung habe die Pflicht, den

Ex⸗Gouverneur von Atchin gerichtlich zu ver⸗ folgen, damit Klarheit in die angebliche holländische Panama-⸗Affaire geschaffen werde. Der Ex⸗ Gouverneur behauptet, der Krieg gegen die Atchinesen sei seit Jahren von einer holländischen Schiffahrtsgesellschaft unterhalten worden, um derselben Gelegenheit zu bieten, große Gewinne 0 zu erzielen.

d. Petersburg, 31. Aug. Aus T. 1 ela die Nachricht hierher, daß der ehemalig Geistliche Cholmachodze, der den Archiv⸗ Diretth Nikolai ermordete, im Hofe des Gouvernements⸗ Gebäudes hingerichtet wurde.

Hd. Konstantinopel, 31. August. Auch gestern kam es vielfach zu blu⸗ tigen Zusammenstößen zwischen Armeniern und Muhamedanern. Die Geschäfte bleiben geschlossen. Die Pforte und der Sultan erhielten Drohbriefe angeblich vom armenischen Komité, worin ihnen angekündigt wird, daß, falls die Niedermetzelungen nicht sofort aufhörten, sowohl die Pforte als auch der Palast des Sultans in die Luft ge⸗ sprengt würden.

Hd. Konstantinopel, 31. Aug. In Pera sind neuerdings Unruhen vorgekommen, sodaß Militär einschreiten mußte, wobei einige eie verwundet wurden.

Sterbefälle.

Am 29. August. Johannette Götz, geb. Moos, 38 Jahre alt, Ehefrau des Landwirts Philipp

Götz von Niedergirmers(Kreis Wetzlar). Ge⸗ storben in der neuen Klinik. Die Leiche wird

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Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, belde in

Gießen.

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