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ünftigen Schwiegersohn zeigend,
Diese Dienstag und Freitag bei allen Zügen der Direk⸗
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brach, faßte er den Grafen schärfer in's Auge.
Gießen, Sonnabend, den 1. August
1896.
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Ausgabe
Aandegzei
Gießen.
Redaktion:
9 latz Nr. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. N Expedition: reuzplatz Nr. 4. 8. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. 2 Kreuzplatz Nr. 4. Lokales und Provinzielles Nutzen verwendet zu haben. Der als Zeuge, gestellt und auch mit der Arbeit begonnen. Inzwischen][Geleises aber bis nach Oswalds Garten unter dem
M. Gießen, 31. Juli.(40jähriges Jubiläum.) Am 1. August sind 40 Jahre verflossen, seitdem Herr Prof. Dr. Pflug, Direktor der Veterinäranstalt, seine Laufbahn als praktischer Tierarzt begonnen hat. Zu dieser seltenen Feier bringen wir dem ver⸗ ehrten Jubilar unsere herzlichsten und innigsten Glückwünsche entgegen. Möge es ihm noch lange vergönnt sein, in andauernder, körperlicher und geistiger Rüstigkeit auf eine langjährige verdienst⸗ volle Thätigkeit zurückzublicken, die der Förder⸗ ung der Wissenschaft und dem Wohle der leiden⸗ den Tierwelt gewidmet war.
Gießen, 31. Juli. Die Tagesordnung des diesjährigen deutschen Fleischerver— bandstags zu Mannheim am 4. und 5. August umfaßt nicht weniger als 43 Verhandlungsgegen⸗ stände. Darunter unter Nr. 36 der Tagesord⸗ nung: Antrag des Bezirksvereins Brandenburg. „Tierärzte, Fleischhauer, sowie Schlacht- hausbeamte, welche die öffentliche Fleischbe— schau auszuüben haben, dürfen nicht Agenten von Versicherungsgesellschaften sein.“
* Gießen, 30. Juli. Den Besuch der Berliner-Ausstellung zu erleichtern, haben nunmehr die sämt lichen preußischen Eisenbahn-Direktionen sowie die nicht⸗
Direktionsbezirken nach Berlin abgehenden Zügen eine Preisermäßigung von 50 pCt. mit 5 Giltigkeit der Billets eintreten lassen.
rmäßigung findet An vendung an jedem
kionsbezirke Aachen, Braunschweig, Magdeburg, Münster, Crefeld und Dortmund, sowie bei fast allen Zügen der Bezirke Bromberg, Cassel, Danzig, Elberfeld, Erfurt, Frankfurt a. M., Gießen, Hannover, Köln, Königsberg, Olden— burg, Posen, Saarbrücken, Stettin und Warne⸗ münde. Von Essen aus haben sämtliche Züge an allen Tagen die Ermäßigung, und von München und Nürnberg aus alle Züge am ersten und dritten Sonnabend im Monat. Wie aus den zahllosen Anmeldungen bei den Berliner Verkehrsbureaus, namentlich aber bei der„Zentral⸗ stelle für den Fremdenverkehr“ hervorgeht, wird infolge der einschneidenden Fahrpreis⸗Verbilligung der Fremdenzufluß nach Berlin besonders im August ein ganz kollossaler sein, und treffen daher die Verkehrsbureaus weitgehendste Vor⸗ kehrungen, um dem Ansturm dann Stand halten
vernommene Nowack jr. bekundet, der Angeklagte sei seit 1894 bei seiner Firma thätig gewesen und habe Anfangs 1200 später 1400 und zuletzt 1500 Mark Gehalt gehabt. Seine Thätigkeit bestand im Aufsuchen der Kundschaft und Ent— gegennahme von Aufträgen. Man war in der ersten Zeit mit seinem Fleiß und seinen Leistungen sehr zufrieden. In der letzten Zeit scheint der— selbe jedoch in schlechte Gesellschaft geraten zu sein, denn er wurde im Geschäft lässig. Der Staatsanwalt, Assessor Brühl, beantragt gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe auf Grund der 88 246, 266 d. R.⸗Str.⸗G. in Höhe von 2 Jahr zu erkennen und ihm 1 Monat der seit dem 11. Juni d. J. verbüßten Untersuchungs⸗ haft anzurechnen. Demgemäß erkannte auch der Gerichtshof. Der Angeklagte erkannte die Rechts kraft des Urteils sofort an.
* Gießen, 31. Juli. Die Besetzung der er—⸗ ledigten Stelle des Universitätsmusik⸗ direktors wird in den nächsteu Tagen er— folgen. Dem Vernehmen nach ist die Wahl auf eine auswärtige, tüchtige, junge Kraft gefallen.
* Gießen, 31. Juli.(Stadtverordneten ver- sammlung.) Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt der Oberbürgermeister mit, daß auf seine am 15. Juli an die Staatsregierung ergangene Eingabe betreffs der Frage: welches Entgegenkommen die Stadt Gießen für die zu verlegende Direktion der Oberhessischen Eisenbahnen zu erwarten hat, bereits am 17. Juli eine Antwort dahin erteilt sei, daß diese Eingabe dem Ministerium der Finanzen zur eingehenden Beantwortung übergeben sei und daß ein Grund zu einer Befürchtung, dahingehend, daß der Stadt ein Nachteil bei der Ver⸗ schiebung der Eisenbahnbehörden erwachsen könne, aus⸗ geschlossen sei. Der Oberbürgermeister verweist ferner auf die in der Kammer abgegebenen Erklärungen der Regie⸗ rungsvertreter und bemerkt, daß die in Aussicht gestellte motivierte Antwort des Ministeriums der Finanzen aller⸗ dings noch nicht eingegangen sei.— Der Oberbürger⸗ meister teilt sodann mit, daß der Stadtv. Hein rich Vogt unter dem 11. Juli amtsgerichtlich eine Stif⸗ tung zum ehrenden Andenken seiner verstorbenen Schwester, der Frau Witwe Minna Keil, geb. Vogt, in Höhe von 6000/ unter dem Namen Minna Keil-Vogt⸗Stiftung errichtet habe. Die Stadt soll diesen Betrag mit 3½% verzinsen und den Zinsbetrag alljährlich zu Weihnachten zu 3 gleichen Teilen an unverschuldet in Not geratene Handwerker oder deren Witwen verteilen. Die Stadt⸗ verordneten erklären sich mit der Annahme der Stiftung einverstanden.— Die Baugesuche der Firmen Heyligen⸗ städt u. Co. und der Gailschen Dampfziegelei finden die ausnahmsweise Genehmigung.— Ebenso wird dem Wilh. Seipp 1 die Erbauung einer Feldscheuer am alten Feld⸗ weg widerruflich gestattet.— Für die Erneuerung der
* Gießen, 31. Juli. Heute Vormittag
hatte sich vor der Strafkammer der 26 Jahre alte in Limburg geborene noch unbestrafte ehe⸗
malige Reisende Franz Maltaner von der
Firma C. W. Nowack u. Sohn hierselbst wegen nterschlagung von 3200 Mark zum Nachkeil ver von ihm vertretenen Firma zu verantworten.
Der Angeklagte ist geständig, seit dem Jahre 895 verschiedene Beträge bei der Kundschaft der Firma Nowack u. Sohn eingezogen und in seinem
Ueberführung der Bewässerungsanlage von der Wieseck über den Oberlachgraben an der Blockbrücke durch guß⸗ eiserne Rohre auf gemauertem Fundament werden 270 bewilligt, doch ist man damit einverstanden, daß diese Arbeit erst später ausgeführt wird.— Die im Vor⸗ anschlag vorgesehenen 2400/ zur Auffüllung der Ebel⸗ straße sind nicht hinreichend. Das Stadtbauamt motiviert die Kreditüberschreitung in Höhe von rund 600 /, worauf das Kollegium dieselben gutheißt.— Auf Veranlassung des Oberhessischen Geschichtsvereins wurde die Ordnung des städtischen Archivs beschlossen und pro 1894/95 die
Summe von 600% für diesen Zweck in den Etat ein⸗
mangelte es aber an geeignetem Raum für diese Arbeit, sodaß von dem bewilligten Kredit nur 200 // verbraucht, der Rest aber nicht in den letzten Etat mit übertragen wurde. Da jetzt energischer an diese Arbeit herangegangen werden soll, wird ein neuer Kredit von 600, bewilligt. — Bei der letzten Etatsberatung wurde zur Erbauung eines weiteren, vierten Gasbehälters die hierzu nötigen Mittel bewilligt. In der bewilligten Summe war aber nur eine einfache Heizeinrichtung zu Wasser⸗Erwärmungs⸗ zwecken gedacht. Man hat sich aber doch inzwischen über⸗ zeugt, daß hierzu eine rationelle Einrichtung vorteilhafter sein würde, weil man gleichzeitig die älteren drei Behälter daran anschließen könne. Man benötigt hierzu allerdings eines Dampfkessels mit 30 Quadratmeter Heizfläche, eines Maschinenhauses und der Einrichtung zum Heizen, wodurch eine Krediterweiterung zu Lasten des Gaswerks von 9500 Mark erforderlich ist. Auf Vorschlag der Baudeputation findet dieselbe allseitige Billigung. Bei dieser Gelegenheit richtet der Stadtv. Schmall an den Herrn Oberbürger⸗ meister die dringende Bitte, wenn thunlich, dafür zu sorgen, daß die sehr geräuschvollen Arbeiten am Neubau des Gasbehälters um 6 Uhr abends eingestellt werden, damit die der Ruhe bedürftigen Anwohner wenigstens von da ab von dem nervenzerstörenden Gehämmer, welches sie von 6 Uhr früh hören müssen, verschont bleiben. Der Oberbürgermeister ist zwar der Meinung, daß es besser sei, die verfügbare Zeit auszunutzen, damit das Arbeits⸗ geräusch überhaupt aufhört, als daß man die tägliche Arbeitszeit beschränkt und dadurch um so viel mehr Tage die Sache länger hinzieht. Stadtv. Löber meint, man könne vielleicht morgens etwas später, etwa um 8 Uhr, mit den Arbeiten beginnen. Stadtv. Keller glaubt, daß selbst, wenn abends um 6 Uhr die Arbeiten eingestellt würden, das Werk dadurch ebenso schnell fertiggestellt werden würde, wenn nur 6—8 Arbeiter mehr eingestellt würden. Der Oberbürgermeister verspricht, wenn möglich, den geäußerten Wünschen Rechnung zu tragen.— Zur Vergrößerung der Wassermesser-Anlage von 30 auf 50 Millimeter Durchlaßweite werden laut Voranschlag 254 Mark bewilligt.— Der Ventilbrunnen an der Einmün⸗ dung der Bergstraße in den Schiffenbergerweg hat zu Unzuträglichkeiten wegen der Abführung des überfließenden Wassers geführt. Man ist genötigt gewesen, das be— schädigte und ausgespülte Pflaster zu reparieren, wodurch 68, 80& Kosten entstanden. Die Notwendigkeit des Brunnens ist auch nicht mehr vorhanden und so wird dessen Entfernung beantragt und gutgeheißen. Ebenso werden die Kosten der Pflaster-Reparatur nachträg⸗ lich bewilligt.— Die nächsten vier Punkte der Be⸗ ratung betreffen die Fortführung der Gas- und auch der Wasserleitung in der Westanlage zwischen der Pumpstation und dem Bahndamm, wofür zusammen 226, veran⸗ schlagt sind; die Fortsetzung der Wasserleitung auf der Rodheimerstraße(Voranschlag 500); drittens die Ver⸗ sorgung der Kolonie jenseits des Bahnkörpers am Schiffen⸗ bergerweg mit Wasser(Voranschlag 2240%). Ein Wasserverbrauch von jährlich mindestens 10% der An⸗ lagekosten ist hier überall garantiert, so daß die Ver⸗ sammlung ihre Genehmigung ausspricht.— Desgleichen wird die Verstärkung der Leitung in der Maigasse im Interesse der Wasserversorgung der Waschküche des Kauf⸗ manns Haas(Voranschlag 130 /) gutgeheißen.— Die Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Baugesellschaft Berlin teilt mit, daß die Konzessionserteilung der Bieberthalbahn dem⸗ nächst von der hessischen Regierung nach umgearbeiteten und veränderten Plänen zu erwarten steht. Sie beab⸗ sichtigt, den Güterbahnhof zwischen der Lahn und dem Eisenbahndamm auf dem jetzigen Viehmarkt⸗ platz zu errichten, den Personenverkehr mittels eines
Viadukt der Main⸗Weserbahn durchzuführen und parallel der Kirchstraße den Personenbahn hof anzu⸗ legen, damit die Einsteigestelle für die Passagiere mög⸗ lichst dem Mittelpunkt der Stadt nahe gebracht wird. Die Gesellschaft bittet die städtische Behörde, diesem ver⸗ änderten Projekt zustimmen zu wollen. Die Baudeputa⸗ tion empfiehlt das Projekt zur Annahme. Beigeordneter Georgi macht Bedenken hiergegen geltend. Es seien trotz der größten Vorsicht Unglücksfälle und Collisionen unvermeidlich wenn man die Bahn unter dem schmalen Viadukt durchführen wolle. Der Verkehr sei nicht nur an Markttagen ein sehr großer, sondern auch sonst ein sehr lebhafter, er könne sich mit der Idee, den Perron⸗ Bahnhof auf Oswalds Garten zu verlegen, nicht be⸗ freunden. Redner erinnert an die Gefahr, die unserm Schulkindern erwachse. Der Oberbürgermeister weist darauf hin, daß nach den Veränderungen die an der Bahnbrücke infolge der Bahnüberführung vorgenommen würden, der Fußgängerverkehr eine wesentliche Verbesserung erfahren würde. Man solle der Gesellschaft im Interesse
des Zustandekommens der Bahn entgegenkommen. Die Stadtv. Wallenfels, Scheel, Schmall sind der⸗ selben Ansicht wie Beig. Georgi. Wenn es gar nicht
anders zu machen sei, dann möge man die Einsteigstelle für Personen in die Gegend des Feldschlößchens verlegen. Schmall schlägt vor, die Vorlage an die Baudeputation zur nochmaligen Erwägung zurück zu verweisen. Stadtv. Petri rechtfertigt den Antrag der Baudeputation als dessen Mitglied. Stadtv. Dr. Ploch ist dagegen, daß auch nur ein Teil von Oswalds Garten auf ewige Zeiten durch die Bahnhofsanlagen der Benutzung und Verfügung der Stadt entzogen wird. Es könne den Benutzern der Bahn nichts ausmachen ob sie vor oder hinter dem Via⸗ dukt in dieselbe ein⸗ oder aussteigen. Der Oberbürger⸗ meister meint, die Ansicht der Versammlung über die vor⸗ liegende Frage dahin auffassen zu dürfen, daß man in die Errichtung des Personenbahnhofs der Bieberthalbahn auf Oswalds Garten keinesfalls willigt, selbst auf die Möglichkeit hin nicht, daß derselbe, wegen technischer Schwierigkeiten, jenseits der Bahnbrücke weiter hinaus er⸗ richtet werden müßte und würde demgemäß die Gesell⸗ schaft bescheiden, da die Bahn dringend sei und durch eine Zurückverweisung an die Baudeputation ein anderes Resultat doch nicht erzielt werden würde. Die Versamm⸗ luug stimmt dem zu.— Die Versammlung beschließt, den nächsten Punkt, Vergrößerung des bestehenden resp. An⸗ lage eines zweiten Friedhofs von der heutigen Beratung abzusetzen, da Stadtv. Gaffky erkrankt ist und dadurch nicht in der Lage sei über ein von ihm gefertigtes größeres Gutachten referieren zu können. Der Ober⸗ bürgermeister teilt jedoch mit, daß davon abzusehen sei von der Wiederbelegung oder Erweiterung der jetzigen Be⸗ gräbnisstätte. Es wurde vorgeschlagen die Anlage eines zweiten Friedhofs im Norden der Stadt zwischen Rod⸗ berg, Mittelweg und Marburgerstraße. Er wolle dabei bemerken, daß die anderen ins Auge gefaßt gewesenen Gelände betreffs der Entfernung vom Mittelpunkt der Stadt keine sehr großen Unterschiede aufweisen.— Zur Anlage einer weiteren Zapfstelle auf dem neuen Teil des Friedhofes in der Nähe des Mahlaschen Denkmals(Gail⸗ sches Erbbegräbnis) sind nach dem Voranschlag 734,50 Mark sowie zur Anlage eines Brunnens zur Bentzuung des Wassers des Friedhofsbassins 306 Mark erforderlich. Der Anschluß des Leichenhauses resp. die Wohnung des Friedhofsaufsehers Löber an die Quellwasserleitung und die Anlage einer weiteren Zapfstelle am Leichenhause er⸗ fordern einen Kostenaufwand von zusammen 606 Mark welche Summen bewilligt werden.— Ein Gesuch des Karl Kinkel um Wirtschaftskonzession für ein Haus am Riegel⸗
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Das blaue Herz.
Roman von Karl Ed. Klopfer. (Fortsetzung.)
Ignaz, der sich rasch in sein gewohntes Gleich⸗ zewicht zurückgefunden hatte, bekannte sich in be⸗ scheiden gesetzten Worten zum Besitz des fraglichen Medaillons bis gestern vormittags. Während er
„Dies ist Graf Degenstein“, bemerkte nun err von Effenberg, mit leichter Geberde auf seinen und er stellt en Sie die Frage, wie Sie überhaupt zu jenem Medaillon feiner verewigten Gemahlin gekommen sind.“ Da wurde Ignaz etwas lebhafter.
„Also wirklich— das blaue Herz gehörte der
trau Gräfin?— Ich bitte um Verzeihung! Dann
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lürften es wohl der Herr Graf selbst gewesen sein, ber damals— in München— in der Begleitung ber Dame erschienen sind?“
Diegenstein hob überrascht den Kopf.
„In München? Wie kommen Sie darauf, enger Mann?“ fragte er wie mit angehaltenem Item.
„Bitt' üm Entschuldigung! Ich meinte— p setze voraus, daß der Herr, der damals im
Nas kenkostüm...“
„Ja, wovon sprechen Sie denn eigentlich, Sie unfuser Menschp“ unterbrach der Graf den Ver⸗ lüften sehr barsch.
„Ver— zeihung! Ich kenn' mich wirklich Abet nicht recht aus, wenn der Herr Graf— es och nicht gewesen wären— und wenn nicht die
mals— ich meine vor fünf Jahren, im Karneval — in München gewesen?“
Die Effenbergs schüttelten zweifelnd die Köpfe und blickten auf Graf Norbert. Der stand starr wie ein Steinbild. Er hatte rasch etwas erwidern wollen, legte aber jetzt die Lippen fest aufeinander, um erst nach einer kleinen Pause zu sprechen, indem er die Familie mit seiner Miene zu Zeugen dafür aufrufen zu wollen schien, daß dieser Bursche sich offenbar mit verdächtiger Unklarheit ausdrücke.
„Ich begreife nicht, wo Sie hinauswollen, Ver⸗ ehrtester. Meine Frau war— wenigstens seit ich sie kannte— niemals in München.“
„Ah! Ja dann— dann hat das blaue Herz auch gar nicht der Frau Gräfin gehört“, stotterte Ignaz immer verwirrter.„Es war in München, wo ich es gefunden habe— im Laden des Friseurs Dingelmann, bei dem ich Lehr— bursch war; die betreffende Dame hat es an ihrem Stuhl verloren, während sie von meinem Prinzipal bedient wurde.“
„Und diese Dame“, warf Adele rasch ein, „wollen Sie in dem Portrait auf meinem Zimmer wiedererkannt haben, wenn ich recht vermute?“
„Ja, das heißt— ich— ich glaubte das blonde Haar, eine gewisse Haltung wieder zu ent⸗ decken— aber wenn es doch nicht die Frau Gräfin gewesen sein kann, dann— müßte ich mich ge⸗ täuscht haben— ich habe in München das Gesicht jener Dame nicht gesehen, denn sie legte die Seidenlarve nicht ab, die sie zu ihrem Kostüm
trau Gräfin... Ach! Bitte mir nur die Frage
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zu erlauben: die Frau Gräfin selig ist 8000 8
Wieder wechselte man ratlose Blicke, Da warf Graf Norbert mit einem feinen Lächeln das Haupt in den Nacken.
„Wenn alles wirklich wahr ist, was Sie da sagen“, näselte er dann, auf den Bedienten zu— gehend und ihn mit einem durchbohrenden Blicke fixierend,—„dann ließe sich ein Zusammenhaug nur so erklären, daß das kleine Medaillon schon damals in fremden Händen war, daß die Dame, die es in dem Friseurladen verlor, es auf recht— mäßigem oder unrechtmäßigem Wege von der ur⸗ sprünglichen Eigentümerin übernommen hatte.“
Ignaz schwieg, aber das Gesicht, mit dem er den Grafen gleich zu Beginn dieser Rede ange— starrt hatte, trug den Stempel einer ganz neuen Gedankenfülle, die mit den letzten Sekunden in ihm aufgestiegen schien, als ob sie durch die„schneidige“ Stimme Degensteins erweckt worden wäre.
Effenberg winkte dem künftigen Eidam jetzt verstohlen zu, daß er es übernehmen wolle, dem „verdächtigen Burschen“ fester auf den Zahn zu fühlen.
„Sagen Sie einmal, mein Lieber, können Sie genau angeben, wann Sie das Medaillon ge— funden haben? Sie sagten, es sei vor fünf Jahren gewesen?“
„Ja“, entgegnete Ignaz, jetzt klar und be— stimmt; der Ton des Barous konnte ihn nicht länger im Zweifel darüber lassen, daß in dem ihm entgegengebrachten Mißtrauen eine ehrenrührige Auschuldigung versteckt sei.—„Ich habe mir sogar das Datum gemerkt, denn mir war das— ein recht interessantes Erlebnis.— Die Dame ist mit.
ihrem angeblichen Bruder am 12. Februar 1889 in unserem Laden erschienen.“
„Wie?“ flüsterte Adele überrascht;„das wäre zufällig— zwei Tage vor dem Tode Theklas gewesen!“
„Wahrhaftig!“ stimmte Degenstein hastig bei. „Und da haben wir den besten Beweis, die Be— hauptung zu entkräften, daß meine Frau die Münchner Verliererin des Berloks gewesen sein könnte. Wir trafen schon am 10. Februar in Paris ein, am Abend des dreizehnten konstatierte der Arzt schon das Wiederauftreten der Ko— der Krankheit Theklas.“
„Und da diese Aufzeichnung vom 2. Februar datiert ist—“, ergänzte Adele, das kleine Papier aufnehmend und nochmals prüfend,„so müßte ihr das Medaillon in dieser Zwischenzeit von zehn Tagen abhanden gekommen sein.“
Ignaz machte natürlich verwunderte Augen über diese Erwähnung einer„Aufzeichnung“, von der er nichts wußte.
(Fortsetzung folgt.)
— Die Ehrenerklärung eines Sehers. Eine im Inseratenteil eines Berliner Blattes enthaltene Ehren⸗ erklärung lautet wörtlich:„Ich erkläre die in meiner Fräulein Anna B. erteilten Prophezeiung enthaltenen Be⸗ leidigung ihres Bräutigams wie ihrer künftigen Schwieger⸗ mutter für irrig und bedauere, diese Beschimpfung aus⸗ gestoßen zu haben. Dies zur Steuer der Wahrheit, während ich mich im Uebrigen veranlaßt sehe, die für Fräulein B. prophetisch vorhergesehene Zukunft durchaus zu bestätigen. L. H., Wahrsagerin.“„Zukunft be⸗ stätigen“ ist gut.


