Ausgabe 
24.5.1932
 
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N. em in preis

Allgeme

Einzelpreis 20 Ryf. A. I. 8. Z.

ine hessische Sport⸗Seitung

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Die Düsseldorfer TageszeitungDer Mittag hat einen großen Sportartikel, in welchem die Besprechung der westdeut⸗ schen Sportereignisse einen breiten Raum einnimmt. So er⸗ scheint z. B. jeden Samstag eine Vorschau und jeden Montag eine Berichterstattung zu den Fußball- und Handballspielen des Sonntags, genau getrennt nach den acht Bezirken. Wir Hessen⸗ Hannoveraner müssen aber ganz entschieden Protest erheben ge⸗ gen die Oberflächlichkeit, mit welcher unser Bezirk behandelt wird. Das liegt natürlich nicht an der Zeitung, d. h. der Re⸗ daktion, sondern an deren Gewährsmann, das ist an dem Be⸗ richterstatter aus Hessen-Hannover; dieser hat seinen Wohn⸗ sitz in Kassel und bearbeitet das Feld seiner Tätigkeit rein nach der Anschauung:Kassel ist Hessen⸗ Hannover! Das aber ist falsch, wie im vergangenen Spieljahr die Provinzvereine den Kasselanern bewiesen haben, und deshalb verlangt die Provinz unbedingt entweder gleiche Behandlung mit Kassel in den Vor⸗ schauen und Berichten oder Aenderung des RubriktitelsHessisch⸗ Hannoverscher Bezirk inKassel; dann mag der Herr aus Kassel seinen Lokalpatriotismus zum Ausdruck bringen, soviel er will: Wie er es bisher getrieben hat und jetzt noch treibt, geht es aber nicht mehr weiter.

Kilo⸗ Kre⸗ 2 2 2 2 2 5 verbreitet im Bezirk Hessen⸗Hannover des w. S. v. und in den Gauen Gießen⸗Wetzlar, dill und Marburg 95300 75 Ja Tezugspreis: durch die Vereine, wenn obligatorisch einge⸗ t er. führt, vierteljährlich 1,50, für sonstige Bezieher viertel⸗ 5 N

lährlich 2,40 Mk. Erscheint jeden Dienstag. Redaktionsschluß: Tel. 2525 und 2526. Postscheckonto Nr. 69 581 Frankf⸗M. . 8 Uhr vormittags. Druck und Verlag: Albin Klein, Gießen. is Verantwortlich: Klein jun. und Georg Burgeleit. en. N. n 7. Jahrg. Dienstag, den 24. Mai 1932 ahr. 55 Sthall f Sthalke 04 schlügt den bei den 0 Stehe zor über 30 000 Zuschauern klar mit 4:2(2:1) Puch Es war zu erwarten, das der verhältnismäßig kleine Platz] seine Arbeitsfähigkeit stark herabminderte. Der beste Mann⸗ 11 15 von TuS. Bochum nicht die Massen fassen würde, die aus allen] schaftsteil der Hamburger war noch die Läuferreihe, während greg keilen des Ruhrgebietes zusammeneilten, um ihren Meister der viel zu hoch spielende Sturm gar nicht gefallen konnte. im zm. Schalke 04 im Kampf mit den Hamburger Rothosen zu sehen. 5 Rauch. die Platzanlage war überfüllt, als auf polizeiliches Geheiß die Das Spiel 900 gassen geschlossen werden mußten. begann sehr lebhaft. Schon in der dritten Minute konnten die dem l= Ueber 30 000 Zuschauer standen in qualvoller Enge, aber[Norddeutschen auf einen Fehler der Schalker Verteidigung hin In be. se wurden auch durch einen interessanten Kampf und durch einen durch den Halblinken Noack die Führung an sich reißen. Aber 8 shönen Sieg des westdeutschen Meisters belohnt. Schalke war schon in der siebenten Minute fiel der Ausgleich, den Kuzorra E n bester Verfassung. Lediglich die Verteidigung zeigte einige[erzielte. Nachdem Baier von Hamburg verletzt worden war, Abet Schwächen, die aber durch das gute Spiel des Torhüters Mel⸗ ergab sich eine Ueberlegenheit der Westdeutschen. Nattkämper n Plaz. lage wieder ausgeglichen wurden. Die Läuferreihe spielte sehr[brachte dieKnappen in Front. Nach der Pause spielte Ham⸗ ier und. ifrig, ganz hervorragend aber war der Sturm, der auch allein[burg mit dem plötzlich auflommenden Wind im Rücken und 0 un diesen Kampf entschieden hat. Die Kombination war elegant,] konnte eine Zeitlang drängen. Es wurde auch der Ausgleich 1 00 man versäumte aber auch nicht, sie mit den notwendigen Tor⸗ erzielt. Aber Schalke wurde dann wieder klar überlegen und Rennen shüssen abzuschließen. stellte durch zwei Tore von Czepan und Rothardt seinen Sieg ellen, da Bei Hamburg war überraschenderweise das Schlußtrio nicht sicher. gewann auf der Höhe. Es muß dabei allerdings berücksichtigt werden, Nach Schluß wurde die siegreiche Mannschaft unter dem nicht us iz daß Beier schon in der 25. Minute eine Verletzung erlitt, die J endenwollenden Jubel der Massen vom Platze getragen.

Süddeutschland in Front

Bei den Kämpfen um die Deutsche Fußball⸗Meisterschaft hat der süddeutsche Verband einen so großen Erfolg gehabt, wie er seit langen Jahren nicht mehr zu verzeichnen war. Alle drei

afin 1885 üüddeutschen Vertreter haben sich auch in der Zwischenrunde sieg⸗ Nausc, teich durchgesetzt, so daß an der Vorschlußrunde neben den süd⸗ 1 5 Ddeutschen nur noch ein Vertreter eines anderen Verbandes be⸗ ierel,

teiligt ist. Dieser vierte Club ist der westdeutsche Meister ih Schalke 04. Die übrigen fünf Verbände sind bereits sämtlich aus⸗ geschaltet. Bereits in der Vorschlußrunde am nächsten Sonntag werden also schon zwei süddeutsche Mannschaften aufeinander⸗ treffen, während der dritte süddeutsche Vertreter gegen Schalke 94 spielen wird.

able polizei Chemnitz Bayern München 2:3(1:3) Die Münchener fanden in Leipzig den erwarteten harten Kilone Widerstand der Chemnitzer Polizisten vor. Die Münchener

euch stellten zwar die technisch bessere Mannschaft, die Sachsen glichen aber diesen Mangel durch einen Rieseneifer aus- Vor über

30 000 Besuchern wickelte sich ein wirklich packender Kampf ab. Das Spiel begann verteilt. Durch ihr besseres Stellungsspiel

fffnung⸗ ao erkämpften sich dann die Münchener eine leichte Ueberlegenheit. Herans In der 7. Minute erzielte Rohr den ersten Treffer, dem aber

foren, u. der Chemnitzer Rechtsaußen Schneider bald den Ausgleich ent⸗ 198 1% begensetzte. München drückte nun stark auf das Tempo. Welker 4 machte einen famosen Alleingang, gab zu Bergmeier ab und

cht uin spätestel

2 N. 0 dieser markierte mit plaziertem Schuß den zweiten Treffer. U Schmidt erhöhte in der 36. Minute auf 3:1. Nach der Pause ünyderte sich das Bild vollkommen. München ließ nach und die 5 Mitteldeutschen drängten mit allen Kräften. In der 13. Mi⸗ rich nute verringerte Helmchen die Tordifferenz auf 3:2. In den g 6 Schlußminuten lag der Ausgleich mehr als einmal sehr nahe, 5 8. doch konnten die Münchener ihren Vorsprung noch glücklich bis 1 0 zum Schlußpfiff halten. rein Eintracht Frankfurt Tennis⸗Borussia 3:1 gefundel. Zu diesem Zwischenrundenspiel hatten sich im Frankfurter ende obe Stadion 20 000 Zuschauer eingefunden, die bei trockenem Wetter siglied i nicht das große Spiel zu sehen bekamen, das man erwartet hatte. Eintracht trat mit Schmitt; Schütz, Stub; Gramlich, Leis, Mantel; Trumpler, Möbs, Ehmer, Dietrich und Schaller an, es sehlte also Kellerhoff. Eintracht dominierte in jeder Halb⸗ . zeit eine halbe Stunde lang mit ihrem besseren Spiel, gab si anlage. aber nicht voll aus. Die Berliner stellten sich fast die ganze Spielzeit auf Defensipspiel ein. Frankfurt übernahm in der er⸗ . sten Hälfte die Führung durch Ehmer, Berlin glich aber noch kurz vor der Pause durch Handschuhmacher aus. Nach der Pause f stellte dann Eintracht durch Treffer von Ehmer und Stubb ddt(Elfmeter) den Sieg sicher.

che 1. Fc. Nürnberg Holstein Kiel 4:0(2:0)

gr. l In Hamburg siegte der 1. FC. Nürnberg leichter als man

erwartet hatte. Vor 20 000 Zuschauern lieferten die Süddeutschen eine jederzeit überlegene Partie. Besonders überragten die

ö 1 beiden Außenstürmer. Auch Hornauer stellte voll und ganz sei⸗

7 ten Mann. Kalb war zwar etwas langsam, in Punkto Taktik

3 Aber nicht zu übertreffen. Die beiden Außenläufer waren aus⸗

8- Mb 9 gezeichnet, das Schlußtrio sehr zuverlässig. Bei Kiel war Cramer im Tor sehr schwach, seine zahllosen Fehler konnten auch durch die gute Verteidigung nicht wieder wettgemacht werden. Die

Ulle drei süddeutschen Vertreter in der Zwischenrunde zur Deutschen Fußballmeisterschaft siegreich

Läuferreihe versagte und im Sturm war Ludwig so gut abge⸗

deckt, daß der ganze Angriff nicht zur Entfaltung kommen konnte. Für Nürnberg spielen: Köhl, Popp, Kugler; Weikmann,

Kalb, Oehm; Gußner, Hornauer, Friedel, Schmidt, Kund.

Der Hessenmeister in Fulda geschlagen Vorussia Fulda Mainz 05 1:0(0:0)

Der Bezirksmeister von Hessen⸗Hannover kam in diesem Treffen zu einem verdienten Sieg über die ersatzgeschwächten Mainzer, bei denen Burkhardt, Decker, Kast und Engel fehlten. Dennoch hielten sich die Mainzer ausgezeichnet, sie zeigten ein ausgeprägtes Kombinationsspiel mit dem Fehler, vor dem Tore nicht rechtzeitig zu schießen. Die Borussen kamen erst in den Schlußminuten zum Siegestreffer.

Aus Kassel

Das am Samstag Abend durchgeführte Spiel um die Kas⸗ seler Stadtmeisterschaft zwischen Tura Kassel und Spielverein Kassel brachte ein Unentschieden 11(1:0) und damit eine kleine Ueberraschung. Der Favorit, Spielverein, verlor gegen die in letzter Zeit stark aufkommenden Wehlheider einen wertvollen Punkt, sodaß jetzt nur noch Kurhessen Kassel ohne Punktverlust an der Spitze steht. In einem Privatspiel schlugen am Sonn⸗ tag Hessen 09 Kassel den BC. Sport mit 42(2:1); Sport war ersatzgeschwächt und mußte so eine verdiente Niederlage ein⸗ stecken.

Westdeutschlands Fußballelf kam in Brüssel vor 10 000 Zuschauern gegen dieDiables Nouges mit 520(1:0) zu einem überraschend schönen Erfolg.

Für die Endspiele um die Handball⸗Meisterschaft haben sich qualifiziert: Bei den Sportlern: Polizei Berlin Polizei Weißenfels(Herren); Eintracht Frankfurt SC. Charlotten⸗ burg(Damen); Turner: TV. Worms⸗Herrnsheim TV. Han⸗ nover⸗Herrenhausen(Männer); Stadt SW. Frankfurt Por⸗ wärts Breslau(Frauen).

Die Groß⸗Staffelläufe des Sonntags brachten in den Haupt⸗ klassen die folgenden Sieger: Rheinstaffel: Hessen⸗Preußen Kas⸗ sel; Alsterstaffel: Viktoria Hamburg;Quer durch Leipzig: VfB. Leipzig; Fürth⸗Nürnberg: 1. FC. Nürnberg; Stuttgarter Stadtstaffel: Kickers Stuttgart.

Im Davispolalkampf Deutschland Oesterreich stellte die deutsche Vertretung am Sonntag in Wien mit 3:2 Punkten ihren Endsieg sicher. v. Cramm schlug Matejla, während Prenn gegen Artens unterlag.

Die Entscheidung im Kampf um den Euxopa⸗Pokal ist noch nicht gefallen. Oesterreich konnte am Sonntag in Prag vor 28 000 Zuschauern gegen die Tschechoslowakei nur 171(1:10 spielen und hat damit lediglich Punktgleichheit mit dem bislang führenden Italien erreicht.

Bei den Avus⸗Nennen siegten vor 250 000 Zuschauern der Engländer Eearl Howe auf Delage in der kleinen Klasse, wäh⸗ rend v. Brauchitsch⸗Berlin auf Mercedes⸗Benz in der Klasse der großen Wagen zu einem schönen Erfolg über Caracciola auf

Alfa Nomeo kam.

Bei den Verbandsspielen hat ihm die erste Terminliste als Unterlage gedient; die späteren Aenderungen derselben hat er anscheinend nicht gelesen oder nicht beachtet, denn oftmals waren die Spielmeldungen in der Vorschau ganz falsch; natürlich war es auch mit der Objektivität der Urteile meistens nicht weit her: erst Kassel, dann wieder Kassel und immer Kassel; einem Pro⸗ vinzverein von vornherein einen sicheren Sieg vorauszusagen, brachte der Herr nicht über sein Kasselaner⸗Herz; lieber ging er mit ein paar Phrasen um den Brei herum. So lückenhaft und einseitig wie diese Berichterstattung ist auch seine Einstellung in der Zeit der Gesellschaftsspiele. In der letzten Vorschau(21. bis 22. Mai) konnte man z. B. lesen:

Schon Sommerruhe. Nur ein Spielabschluß wurde be⸗ kannt. Hessisch⸗Hannoverscher Bezirk. Kassel, 21. Mai. In Hessen⸗Hannover nimmt die Sommerruhe schon frühzeitig ihren Anfang. Es wurde nur ein Spielabschluß getätigt, der über die Grenzen des Austragungsortes hinaus Bedeutung hat: am Sonntag stehen sich Kurhessen Kassel und SC. 03 Kassel gegenüber; es ist ein interessantes Spiel zu erwarten, dessen Ausgang schwer zu beurteilen ist. Sonst wurden keine Spiele von Bedeutung bekannt.

Der Herr Berichterstatter überschätzt doch wohl dieBedeu⸗ dung dieses Kasseler Lokaltreffens. Ob Kurhessen oder SC 03 siegt, ist außerhalb Kassels ganz egal, denn beide Vereine spielen nach außen hin in diesem Spieljahr doch keine Rolle. Im übri⸗ gen hat es in der Provinz doch einige Spiele gegeben, von denen der Berichterstatter in Kassel vorher auch gehört haben könnte, so daß er sie in seiner Vorschau unterbringen konnte; das war aber nicht in seinem Sinne. And das ist unsportlich!

Es erscheint vielleicht manchem überflüssig, über eine solche Angelegenheit so viele Worte zu machen; aber mit einiger Ueberlegung kommt man doch zu einer anderen Ansicht. Die Presse ist das Sprachrohr der Sportereignisse, gleichwie der An⸗ zeigenteil der Zeitungen das Reklameecho der Geschäftswelt dar⸗ stellt. Wenn nun die Berichterstattung einseitig, lückenhaft oder unrichtig gehandhabt wird, so geschieht dies auf Kosten der Vereine pp., welche übergangen werden, während die anderen, die bevorzugten, in den Mund der Leute kommen. Dann kann sich das Stiefkind der Berichterstattung noch so spielerisch hervor⸗ tun und noch so sehr anstrengen, einen Platz an der Sonne zu erobern wird ihm nicht gelingen, er wird immer im Schatten der Günstlinge weiter vegetieren müssen. Schade, daß diese Frage nicht auf dem letzten Bezirkstag zur Sprache gebracht wor⸗ den ist; hoffentlich kommt sie einmal auf die Tagesordnung einer Bezirksvorstandssitzung. DerMittag ist nur als Beispiel her⸗ angezogen worden; es gibt noch mehr Blätter(Leipziger Sport⸗ sonntag, süddeutsche Sportzeitungen usw.), welche auf ähnliche Weise irreführend beliefert werden; dagegen muß im Interesse aller Vereine des Bezirkes von Amts wegen eingeschritten werden.

Auf der letzten Wahlversammlung ist bekanntlich der An⸗ trag genommen worden, daß nach dem Spiel(d. h. sofort nach dem Abpfiff) die Spieler beider Parteien sich nach der Mitte des Spielfeldes begeben, dort erst gegenseitig den Sportruf ausbringen und dann ge⸗ meinsam mit dem Schiedsrichter das Spielfeld verlassen. Diese Maßnahme ist sehr gut. Bisher ging der Sportruf, den meistens nur ein paar Spieler und dazu auch noch in möglichst gedämpftem Tone ausbrachten, in dem allgemeinen Aufbruch unter; die Spieler zerstreuten sich gleich wie eine Rotte feind⸗