Ausgabe 
20.9.1932
 
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Dienstag, den 20. September 1932

Allgemeine Hessische Sportzeitung.

Aus Lollar

Am vergangenen Sonntag standen sich in Lollar die vierte Mannschaft von 1900 Gießen und die dritte Mannschaft von Lollar im Verbandsspiel gegenüber. Gießen hatte das Spiel schon in der Vorschau sicher gewonnen, aber in Lollar sind schwer Punkte zu holen. Die dritte Mannschaft Lollars schickte die 1900er mit einer 710 Packung nach Hause. Das Resultat hätte bei etwas mehr Glück leicht höher lauten können. Gießen brachte es nicht fertig auch nur das Ehrentor zu erzielen. Schiri Walter ⸗Daubringen leitete gut.

Am kommenden Sonntag steht Lollar mit drei Mannschaf⸗ ten in den Verbandsspielen. Die 1. Mannschaft muß zu 1900 Gießens 2. Mannschaft, die 2. Mannschaft spielt gegen die 4. Mannschaft von 1900 Gießen und die 3. Mannschaft fährt nach Dutenhofen und spielt gegen die dortige 2. Mannschaft.

Aus Sleinbath

Vergangenen Sonntag weilte die 1. Mannschaft des F SpV 1926 in Wetzlar bei der 1. Mannschaft der Sportfreunde zu Gast und konnte mit 54 Toren das Spiel für sich entscheiden. Aus dem Spiel: Mit Spielbeginn entwickelte sich gleich ein flottes Spiel, wobei Steinbach in der 5. Minute in Führung gehen konnte. Aber Wetzlar glich bald darauf aus. Das Spiel wurde jetzt verteilt, und konnte Steinbach bis zur Pause noch zweimal einsenden, dem die Wetzlarer nur noch ein Tor ent⸗ gegensetzen konten. Nach der Pause ist Steinbach leicht über⸗ legen. Trotzdem konnte Wetzlar durch Fehler der Steinbacher Hintermannschaft ausgleichen. Beide Mannschaften kämpften jetzt um den Sieg, wobei Steinbach auf 4173 erhöhte. Aber der Ausgleich blieb nicht lange aus, denn Wetzlar konnte abermals einen Fehler der Steinbacher Hintermannschaft aus nützen u. auf 44 gleichziehen. Der Sieg Steinbachs schien gefährdet zu sein, und erst im Endspurt fiel der Siegestreffer für Steinbach. Das Spiel wurde von beiden Seiten fair ausgetragen und hatte in Willer einen korrekten Leiter. Nach dem Spiel verlebte man gemeinsam noch einige frohe Stunden im Vereinslokal der Sportfreunde.

Aus Waldhaujen

Waldhausen 1. Odersbach 1. 5:0(2:0).

Wieder einmal trafen sich die beiden Rivalen der 2. Gau⸗ klasse zu einem Verbandsspiel. Mit gemischten Gefühlen be⸗ traten die Mannschaften sowie eine stattliche Anzahl Zuschauer den Sportplatz des SV Waldhausen. Das Spiel wurde trotz des durch den Regen aufgeweichten Platzes mit größter Energie von beiden Mannschaften ausgetragen. Waldhausen zeigte, daß es sich durch intensives Training in der Spielsperre gegenüber dem Vorjahre erheblich gebessert hat. Die Ueberlegenheit der Waldhausener machte sich schon kurz nach Spielbeginn stark be⸗ merkbar, und bald fiel auch schon der erste Treffer für Waldhau⸗ sen. Bis zur Pause wurden von dem Platzverein noch mehrere Torchancen verschossen, jedoch konnte Waldhausen auf 2:0 er⸗ höhen. Gleich nach der Pause versuchte Odersbach ein Tor aufzuholen, aber sämtliche Durchbrüche des Odersbacher Stur⸗ mes zerschellten an der tadellosen Hintermannschaft von Wald⸗ hausen. Nachdem die Waldhausener noch einen weiteren Tor⸗ erfolg erzielt hatten, versuchte es Odersbach durch unfaires Spiel, aber Schiri Kiebach⸗Bissenberg, der das Spiel korrekt leitete, verwies 4 Odersbacher vom Platze. Diese Entscheidung hatte scheinbar 3 weitere Spieler Odersbachs derart gekränkt, daß sie es ebenfalls vorzogen, das Spielfeld zu verlassen, so daß gegen Schluß des Spieles Waldhausen nur noch 4 Gegner hatte. Die Waldhausener Mannschaft konnte noch 2 weitere Treffer erzielen.

Aus dem Hinterland

Breidenbach Pf Gießen 3:3(1:1).

Dieses Punktespiel mußte eigentlich in Gießen stattfinden, aber da die Breidenbacher gernKirmes mitfeiern wollten, vereinbarte man die Austragung mit Gießen in Breidenbach. Bravo VfB Gießen!

Zu dem Spiel selbst: Gießen brachte das Kunststück fertig, wenigstens einen Punkt in Breidenbach zu retten und mit etwas mehr Glück in den letzten Minuten wäre sogar ein Sieg mit nach Hause genommen worden. Das Spiel stand zeitweise auf hohem Niveau. Blitzschnelle Angriffe wechselten auf beiden Seiten und dem Führungstreffer der Breidenbacher durch Meu⸗ ser, ließen die Gießener noch bis zur Pause den Ausgleich fol⸗ gen. Die Breidenbacher hatten in dieser Hälfte etwas mehr vom Spiel, aber die ausgezeichnete Gießener Verteidigung mit Tormann ließen weitere Treffer nicht zu. Der zweite Teil be⸗ gann gleich verheißungsvoll für die Breidenbacher. Einen schönen Angriff schloß der schnelle Rechtsaußen Kamm mit dem Breiden⸗ bacher Führungstreffer ab. Breidenbach versuchte noch mehr Torabstand, aber auch die Gießener kamen immer mehr und mehr auf. Die Gäste versuchten es einmal mit einer kleinen Umstellung. Haupt, der rechter Läufer spielte, ging auf seinen alten Posten als Mittelstürmer und machte hier seinen Neben⸗ männern vor, wie man einen Sturm dirigiert und nach vorne reißt. Er hat jedenfalls den größten Verdienst daran, daß seine Farben bald eine 3:2⸗Führung eroberten. Die Breidenbacher gaben aber noch nichts verloren und jeder leistete sein Bestes. Gießen wehrte immer und immer wieder fabelhaft ab. Bis dann kurz vor Schluß der schußsichere Halblinke Bergen-Breiden⸗ bach den Ausgleich herstellte.

So trennten sich nach großem Kampf mit wechselvollen Leistungen die Mannschaften, die bisher noch keinen Verlustpunkt zu verzeichnen hatten. Jede der Mannschaften zeigte auf ihre Art, was sie kann. Die Gießener waren in der Ballbehandlung etwas besser, aber die Einheimischen waren sehr schnell.

Der FW Wallau spielte in Wetzlar 1:1 unentschieden. Erst eine zweifelhafte Elfmeterentscheidung brachte den Wetzlarern den Ausgleich. Die Wallauer Stürmer wurden nämlich mehr als einmal in der Weise im Strafraum gelegt, wie es bei dem Wetzlarer Stürmer geschah. Wallaus Verteidiger hatte den Ball weggefegt und über seinen ausgestreckten Fuß fiel Wetz⸗ lars Stürmer, der genau so gut auf den Beinen bleiben konnte. Warum entsendet man überhaupt einen Schiedsrichter aus dem Wetzlarer Vorort Niedergirmes?

Wiesenbach Pf Biedenkopf 2:2. Nun haben auch die bisher nur siegreichen Kreisstädter den ersten Punkt abgeben müssen. Die Elf war nicht in der ge⸗ wohnten Form, vor allem versagte die Fünferreihe. Wiesenbach hatte weit mehr vom Spiel und diktierte durchweg den Gang der Dinge. Kein Wunder, wenn auch wieder verschiedene alte Kämpen mit dabei waren! Neben einer ganzen Anzahl unaus⸗ genutzter Chancen vermasselten die Wiesenbacher auch noch zwei

Germania Marburg 1. Hermannia Kassel 1. 1:2(1:2).

Wieder einmal mußten die Germanen-Anhänger eine Ent⸗ täuschung erleben. 4 Spiele und 8 Verlustpunkte, das ist schon eine bittere Pille, zumal man noch reichliche Gelder für einen Trainer ausgegeben hat. Die auswärtigen Mannschaften haben die Tücken des Germanenplatzes anscheinend erkannt und stellen sich dementsprechend ein. Germania hatte ja nun auch das Pech, auf einige gute Spieler wie Zschokke, Schmidt, Sauerwald und Steinmüller verzichten zu müssen, jedoch mit solchen Aus⸗ fällen hat ja schließlich jeder Verein einmal zu rechnen. Stein⸗ müller wurde durch Happ im Tore recht gut ersetzt, so daß man hier von Ersatz eigentlich nicht reden kann. In der Verteidi⸗ gung lieferte Emmler eine recht gute Partie, während Brauer stark abfiel. Die Läuferreihe konnte nicht so recht überzeugen. Werner als Mittelläufer ließ jeglichen Aufbau vermissen. Im Sturm war Wagner 2. die treibende Kraft, doch allein kann er nichts machen. Seine Nebenleute gehen zu wenig auf sein Spiel ein. Schaub hat schon bedeutend bessere Spiele geliefert. Scheinbar ist er noch zu jung(Jahrgang 1914), um das richtige Verständnis für ein Stürmerspiel zu haben. Winter ließ sich ganz gut an.

Bei den Gästen war der Torhüter in ausgezeichneter Form. Die beiden Verteidiger befriedigten restlos, auch beide Außen⸗ läufer taten ihre Pflicht, während der Mittelläufer nicht so recht bei der Sache war. Der Sturm war äußerst beweglich und zeigte zeitweise recht gute Kombinationszüge.

Schiedsrichter Spurk-⸗Butzbach leitete gut.

In der 12. Minute kommt Kassel durch einen Fehler des Verteidigers Brauer zum ersten Erfolg. Germania gleich durch Schaub aus. Eine rechte sichere Sache verdirbt Germania durch Abseits. Die rechte Sturmseite der Gäste erweist sich als äußerst gefährlich und verschafft auch den 2. Treffer und damit den Sieg. Die 2. Hälfte verläuft torlos. Zirka 800 Zuschauer wohn⸗ ten diesem Treffen bei.

SC 03 Kassel VfB Kurh. Marburg 2:1.

Wie ich höre: Die Platzbesitzer erringen mit viel Glück

diese beiden Punkte. Das Spiel soll zeitweise seitens 03 recht

Elfmeter. Die Biedenköpfer können froh sein, wenigstens noch einen Punkt gerettet zu haben. Wommelshausen Frechenhausen 8:2

Frechenhausen, der Besieger Wiesenbachs, hatte in Wom⸗ melshausen fast gar nichts zu bestellen. Die Einheimischen spiel⸗ ten wie sie wollten und erst beim Stande von 8:0, als die Wom⸗ melshäuser Hintermannschaft leichtsinnig wurde, hatten die tap⸗ fer kämpfenden Gäste sich im Nu zwei Tore verschafft.oh

Rund um den Marburger Schloßberg

unschöne Formen angenommen haben, wobei der Rechtsaußen Wilhelm sich ganz besonders groß gezeigt haben soll, ohne daß vom Schiedsrichter, der ein recht mangelhaftes Können bewies, eingeschritten worden sei. 2 regulär von Marburg er⸗ zielte Tore wurden ebenfalls nicht anerkannt. Auch die Gast⸗ freundschaft seitens 03 soll viel zu wünschen übrig gelassen haben. Ein halber Eimer Wasser war zum Reinigen der elf Spieler da. Beleidigende Aeußerungen, sogar Tätlichkeiten sollen vor⸗ gekommen sein. Hoffentlich waren Führer unseres Sportes anwesend, um mal bei maßgebender Stelle passende Worte zu sprechen. Wir kommen vielleicht doch noch mal auf die Grün⸗ dung eines Bezirks Lahn zurück und werden diese Gründung be⸗ grüßen. Ockershausen 1. Frohnhausen 1. 5:3.

Ein flottes Spiel, welches Ockershausen verdient gewann.

In Gemünden a. Wehra ist kommenden Sonntag Platzein⸗ weihung. VfB K. Marburg wird mit kompletter 1. Mannschaft ein Propagandaspiel dort austragen.

Der FW Mellnau hatte am vergangenen Sonntag Platz⸗ weihe. Leichtathletische und Fußballspiele gaben der Veranstal⸗ tung ein recht schönes Gepräge. Im Verbandsspiel unterlag Mellnau 1. Cappel 1. 2:6.

Germania 1. empfängt Tura Kassel. Nach den leither gezeig⸗ ten Leistungen der Germanen werden wir nicht fehl gehen, Tura die größeren Gewinn⸗Aussichten einzuräumen.

Ockershausen spielt gegen Wetzlar. Es wird ein hartes Ringen geben, das erst mit dem Schlußpfiff den Sieger fest⸗ stellen dürfte.

Vordrunte f. Mannschafts⸗Austellungen (an die Schiedsrichter). Geblockt zu 20 Stück. Preis pro Block 30 Pfg.

Vorlag derAllg. Hess. Sport⸗ zeitung

Südanlage Nr. 21 Gießen Fernspr. 2525 u. 2526 Abgabe nur unter Voreinsendung des Betrages zuzügl. Porto.

Tor oder nitht Tor?

Tatbestand: Bei dem Lokaltreffen Würzburger Kickers gegen Fußballverein 04 Würzburg 2:1(2:0) am 4. September gab der rechte Läufer der Kickers plötzlich einen scharfen Fern⸗ schuß auf des Gegners Tor ab. In demselben Augenblick ging ein Zigarettenhändler vom Platzverein vor dem Tor entlang; Der Ball flog ihm an den Kopf und wurde dadurch über die Latte abgelenkt. Trotzdem entschied der Spielleiter Boh n⸗ Mannheim auf Tor das erste für die Kickers.

Begründung der Entscheidung durch den Schiedsrichter:

Der Bundesspielausschuß und der Bundesschiedsrichteraus⸗ schuß haben zu den Spielregeln 1930, Regel 4, folgenden Zusatz geschaffen:Wenn der Ball sich unbehindert in der Richtung zum Tor bewegt(d. h. fliegt oder rollt), das Ueberschreiten der Torlinie(in der Luft oder auf der Erde) aber durch das Ein⸗ greifen einer am Spiel nicht beteiligten Person im letzten Augenblick verhindert wird, so kann der Schiedsrichter trotzdem Tor geben, wenn sein sportliches Empfinden diese Torentschei⸗ dung verlangt.(Siehe:Der Schiedsrichter, 1930, von Ro⸗ senberg und Hosschneider.) Nach meiner festen Ueberzeugung wäre der Ball unbedingt ins Netz gegangen, wenn der junge Mann ihn nicht abgelenkt hätte: Die Flugbahn ging in die rechte Torhälfte, während der Torwart in der linken Torhälfte stand. Ich konnte also die Partei der Kickers nicht um einen Erfolg bringen, der ohne ihr Verschulden vereitelt wurde; mein sportliches Empfinden trieb mich zu der Torentscheidung für die Kickers.

Die Kehrseite der Medaille:

Man kann den Fall auch von einem anderen Standpunkt aus betrachten. Erstens war es durchaus nichttotsicher, daß der Ball ins Netz geflogen wäre, auch wenn der Schiedsrichter fest davon überzeugt war; es sind ja schon soviele sog.totsichere Torschüsse von den Torwarts im letzten Moment unschädlich ge⸗ macht worden, daß man auch im vorliegenden Falle mit dieser Möglichkeit rechnen mußte; daher ist es fraglich, ob die Kickers durch den Zwischenfall um einen Erfolg gebracht worden sind, also einen spielerischen Nachteil erlitten haben. Zweitens ist der Zwischenfall nicht ohne Verschulden der Kickers zustande ge⸗ kommen. In der Regel 13, amtliche Entscheidungen, steht: Ohne Genehmigung des Schiedsrichters ist es keiner Person außer den Linienrichtern und Spielern gestattet, während des Spieles das Spielfeld zu betreten. Wenn trotzdem jemand, der kein Recht dazu besitzt, das Spielfeld betritt, so begeht er eben einen Regelverstoß, denn jede Zuwiderhandlung gegen eine Spielregel ist doch ein Regelverstoß. Nun gehört der Zigaret⸗ tenverkäufer in Würzburg zu den Kickers(ob als Mitglied oder Anhänger oder Angestellter, bleibt sich gleich); mithin ist der Regelverstoß von einem Angehörigen des Platzvereins begangen worden; indirekt ist er auch von dem Verein selbst verschuldet worden, denn die Platzordner, die während des Spieles offi⸗ zielle Vertreter des Vereins waren, hätten den jungen Mann an dem Betreten des Spielfeldes hindern müssen. Ob dieser die Absicht gehabt hat, in das Spiel einzugreifen oder nicht, bleibt außer Betracht; nur die Tatsache, daß er einen Torschuß seines eigenen Vereins aus der Bahn gelenkt hat, ist zu berüchsichtigen. Für dieses Mißgeschick, das eine Folge des erwähnten Regel⸗ verstoßes(sowohl von seiner eigenen Seite als auch von seiten

der Platzordner) war, kann aber niemals die Spielpartei, welche

Regelverstoß weder begangen noch verschuldet hat, verantwort- lich gemacht und bestraft werden, sondern nur die Partei, durch deren Spieler oder Angehörige der Regelverstoß begangen oder verschuldet worden ist. Das sportliche Empfinden des Schieds⸗ richters war in diesem kritischen Moment abwegig und hat ihn zu einer Entscheidung veranlaßt, welche nicht angebracht war, weil sie der Situation nicht entsprach. Das sportliche Empfin⸗ den der Schiedsrichter, der Instanzen, der Zuschauer usw. muß sich doch selbst zugunsten der Partei regen, welche einen vorge⸗ kommenen Regelverstoß weder begangen noch verschuldet hat; diese Einstellung kommt auch in den Spielregeln überall zum Ausdruck, nämlich dadurch, daß dieser Partei ein spielerischer Vorteil(Freistoß, Strasstoß, Schwächung der Gegnerpartei durch Platzverweis usw.) zugesprochen wird. Der Schiedsrichter durfte also auch im vorliegenden Falle nichtTor für die Kickers!, sondern zugunsten des FußballvereinsKein Tor! entscheiden. Das wäre zusammen mit der EntscheidungTorabstoß! nur eine angebrachte Strafe für den selbstverschuldeten Regel⸗ verstoß des Platzvereins gewesen, gegen welche der Verein keinerlei Einwendungen hätte machen können. Auch hätte aus den angeführten Gründen für ihn kein Anlaß vorgelegen, we⸗ gen dieses nicht erzielten Tores pfychisch depremiert zu sein, während andererseits die Torentscheidung des Schiedsrichters den Fußballverein depremieren mußte, weil er dadurch für den Regelverstoß des Gegners zur Rechenschaft gezogen wurde und dies als eine Ungerechtigkeit empfinden konnte(und wohl auch empfand). Anders wäre natürlich der Fall zu beurteilen ge⸗ wesen, wenn die Person, die unbefugterweise das Spielfeld be⸗ trat und den Zwischenfall verursachte, dem Fußballverein ange⸗ hört hätte; dann hätte eben dieser Verein durch Torentscheidung bestraft werden können, weil ein Angehöriger desselben den Re⸗ gelverstoß begangen hatte. Aber auch in diesem Falle hätte nie⸗ mand dem Schiedsrichter einen Vorwurf machen können, wenn erKein Tor! entschieden haben würde, denn in der Auslegung der beiden Bundesinstanzen heißt es nicht: ermuß, sondern nur: erkann Tor geben, und wenn sich ein Schiedsrichter ge nau nach denSpielregeln Ausgabe 1930, die für die Spiele des DB maßgebend sind, richtet, so gibt er in allen derartigen Fällen, wie einer in Würzburg vorgekommen ist, niemals Tor!, sondern befolgt nur die Regel 4, in der es heißt:

Der Schiedsrichter darf unter keinen Umständen auf Tor entscheiden, wenn er nicht vollkommen davon überzeugt ist, daß der Ball in seinem vollen Umfange das Spielfeld verlassen hat.

Die Spielregeln 1930 sind auf Wunsch derFifa unter An⸗ lehnung an die internationalen Spielregeln geschaffen und in ihrer Fassung von derFifa genehmigt worden. Das Regel⸗ heft bringt auf 80 Seiten die Regeltexte, amtliche Entscheidun⸗ gen, Anweisungen für Schiedsrichter, Anweisungen für Vereine und Anweisungen für Spieler sowie als Anhang die inoffiziellen Ausführungsbestimmungen des DB, also eine erschöpfende Fülle von Material. Sonderbestimmungen, die etwa deutscherseits noch dazu herausgegeben werden, erlangen niemals internationale Gültigkeit, also sollte man sie lieber ganz außer acht lassen, zumal wenn sie in Widerspruch mit den internationalen Regeln stehen, auf welche die deutschen Schiedsrichter eingespielt werden sollen.