Ausgabe 
15.3.1932
 
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um die Westdeutjche Meisterschast

Dienstag, den 15. März 1932.

Schalke 04 in großer Form.

Im Gebiet des Westdeutschen Spielverbandes wurden am Sonsttag die Entscheidungsspiele zur Ermittlung der Bezirks⸗ meister fortgesetzt. Zwei von den acht Bezirken haben ja bereits ihre Meister? Hessen-Hannover in Borussia Fulda und der Rheinbezirk in Köln⸗Sülz 97.

Im Ruhrbezirk sind Schalke 04, Schwarz-Weiß Essen und Germania Bochum an den Entscheidungsspielen beteiligt. Der erste Gang führte am Sonntag in Bochum vor 20000 Zuschauern Schalke 04 und Germania Bochum zusammen. Schalle befand ich in prächtiger Verfassung und hegte leicht mit 7:0. Sämtliche

reffer fielen bereits vor der Pause. Nach dem Wechsel be⸗ chränkten 5 dieKnappen darauf, ein schönes Spiel vorzu führen. Ihr Torhunger war gestillt.

Im Miederrheinbezirk lam es zwischen den beiden Gruppen⸗ meistern Meidericher Spielverein und FV 08 Duisburg zum ersten Gang. Der vorjährige Bezirksmeister Meidexich, siegte klar mit 4:0 und er ist auch Favorit für den zweiten Gang.

Eine Ueberraschung gab es im, Bezirk Westfalen. Die Spogg. Herten, die am Vorsonntag gegen die Hammer Spogg. den sen⸗ sationellen 8:0 Sieg erzielt hatte, lag diesmal gegen Hamm mit! 0˙2 im Hintertreffen, als das Spiel wegen der schlechten Platz⸗ verhältnisse abgebrochen werden mußte. Der Neuansetzung sieht man jetzt mit erhöhtem Interesse entgegen.

Auch im Bezirk Südwestfalen ist ein Entscheidungsspiel not⸗ wendig geworden, da das entscheidende Spiel zwischen Hüsten 9 und Jahn Werdohl beim Stande von 2:2 wegen der Un⸗ bespielbarkeit des Platzes abgebrochen werden mußte.

Der Bezirk Berg.⸗Mark ermittelte am Sonntag seinen letz⸗ ten Endspielteilnehmer. Schwarz-Weiß Barmen besiegte Tura Barmen mit nicht weniger als 11:0. Zusammen mit Fortuna Bee und Vfe Benrath bestreitet der Sieger jetzt die End⸗ ämpfe.

Aus Lollar

Die erste und zweite Mannschaft Lollars weilte am Sonntag in Leihgestern als Gast, um dort Gesellschaftsspiele auszutragen. Die zweite Mannschaft war der Zweiten des Gastgebers über⸗ legen und siegte mit 52 Toren. Das Spiel der beiden ersten Mannschaften dagegen hatte einen Spielleiterl, daß Lollar sich

ezwungen sah, nach 10 Minuten Spielzeit, nach einem 3·0 für der abzubrechen. Den ganzen Sachverhalt überläßt Lollar der zuständigen Behörde, die für einen solchen Spiel⸗ abbruch zuständig ist.

Aus Watenborn⸗Steinberg

Viktoria Nidda 1. W.⸗Steinberg 1. 5:4(5:3). Viktoria Nidda 2. W.⸗Steinberg 2. 0:3(0:0).

Von prächtigem Wetter begünstigt, traten die erste und die zweite Mannschaft der Teutonen nach wunderbarer Fahrt in dem schönen Landstädtchen Nidda gegen die gleichen Mannschaf⸗ ten des Sp.⸗V. Viktoria 1912 an. Auch diesen Sonntag konnten die Teutonen in jeder Hinsicht als l bezeichnen. Die Gastgeber gehören dem süddeutschen Verband an und stellen recht spielstarke Mannschaften ins Feld. Den Gästen muß hier anerkannt werden, daß sie recht schöne, auf sportlich hoher Stufe

stehende Spiele lieferten und damit ihren seitherigen Ruf wahrten. Gegen 2 Uhr gab der Schiri für die zweiten Mannschaften

den Ball frei. Der Platz war aufgeweicht und stellte große An⸗ forderungen an die Spieler. Trotzdem legten beide Mannschaf⸗ ten ein schbnes Tempo vor. Die Teutonen zeigten schon von Anfang an eine leichte Ueberlegenheit, die während des Spiel⸗ berlaufs immer mehr zum Ausdruck kam. Die zweite Mann⸗ schaft der Teutonen lieferte hier in Nidda ihr bis jetzt bestes Spiel. Jeder Posten war gut besetzt. Die Elf überraschte durch ihre technisch recht ie ende Spielweise. Niddas Torhüter e seine Mannschaft vor einer noch höheren Niederlage.

Nun betraten die beiden ersten Mannschaften das Spielfeld. Mit dem Mittelanstoß griffen die Gastgeber sofort heftig an. Steinberg war in den ersten Minuten in die Abwehr gedrängt. Man merkte, daß die Gäste einen äußerst spielstarken Gegner vor sich hatten. Ihre Anhänger rechneten schon mit einer tatastro⸗ phalen Niederlage. Nidda ist immer wieder blitzschnell am Ball, kommt durch, Schuß und Nr. 1 ist fertig. Angriff auf Angriff rollt auf Steinbergs Tor. Allmählich wird Steinbergs Ver⸗ teidigung, sicherer. Kurze Zeit darauf gleicht Steinberg aus Das Spiel geht blitzschnell hin und her. Eine Viertelstunde Spiel verlauf; 22. Die Teutonen kommen immer mehr auf und kön⸗ nen mit 32 in Führun gehen. Wieder ist es der Linksaußen, der die schön gegebene! orlage verwandeln kann. Aber Nidda sorgt 1 0 0 daß der Ausgleich bald fällt. Rechtsaußen und der

alblinte sind Spieler von Format, immer wieder reißen sie den turm nach vorne. Harte Abwehr verursacht einen Elfmeter

der Vonzze

(DieLeipziger Neuesten Nachrichten schreiben dazu folgende beachtliche Zeilen, die sich mit unserer Meinung völlig decken. D. Red.)

Seit einiger Zeit gehört zur Vokabulatur einer Reihe von teils schreibenden, teils redenden, teils beides gleich laut aus⸗ übenden Sport⸗Kritikussen derBonze. Einerlei, ob ein paar gekränkte Leberwürste ihren eigenen Verband aufmachen, weil dieser oder jener gute Freund nicht olympischer oder t Ehren 15 würdig befunden oder ein Länderspiel in einer Stadt abgehalten wurde, dessenWacker⸗Platz nur auf Feldwegen zu 110 ed wat(bitte kein Scherz, sondern einer Berliner Mon⸗ N eitung nach dem Leipziger Ländertreffen auf dem VfB⸗ Platz entnommen!), immer haben selbstverständlichdie Bon⸗ zen die Schuld. rüher war es die Sport⸗Bürokratie, heute ist es die Sport⸗Bonzokratie. Was eindeutig beweist, daß sich das Menschengeschlecht doch sichtlich aufwärts entwickelt.

Was ist überhaupt einBonze? Nach demMeyer

1921 ist:

Bonze(jap. Bonsi) chin. und jap. Priester des Fo Buddha), ostind. Mönch; unwissender abergläub. Pfaffe. amit können wir nun allerdings nicht viel anfangen, we⸗

der um uns denBonzen im allgemeinen, noch denSport⸗ Bonzen im besonderen zu erklären. Schlagen wir deshalb den leichenMeyer, aber den allerfüngsten Datums, den vom ben 1931 ler ist noch im Erscheinen begriffen) auf und wir inden:

Vonze, Mönch, Priester; verächtliche Bezeichnung für ein aus dem modernen Parteibetrieb hervorgegangenes Be⸗ amtentum, dessen Machtstellung sich auf Parteigebündenheit, nicht auf überragende geistige und menschliche Eigenschaften stützt. Interessant, wie

von

11 im Laufe von zehn kurzen 1 der Begriffsinhalt eines Wortes zu ändern vermag! Aus dem ehren⸗ werten Buddha⸗Priester ist in einem Dezennium ein verächt⸗ licher Parteibuch⸗Beamter geworden, was hoffentlich den bereits in das Nirwana eingegangenen Buddha ⸗Priestern die Seelen⸗ ruhe nicht rauben wird 3 Jedenfalls: alle die wenig rühmlichen Eigenschaften des Bonzen haben sich nach Ansicht einer meist weder durch Er⸗ fahrung noch durch Alter beschwerten Krititergilde auf die Führer des deutschen Turn⸗ und Sportlebens übertragen. Sie sindBonzen und haben kein anderes und vor allem kein sport⸗ liches de außer dem einen, sich ihren Posten(meist sagt man:Pöstchen) zu erhalten, bei Banketten am meisten Ju spachteln, in den Ehrenlogen sich mit der ganzen Familie bis

Allgemeine Hessische Sport⸗Zeitung

für Nidda, der auch verwandelt wird. Das Resultat 53 der ersten Halbzeit entsprach dem Spielverlauf.

Die zweite Hälfte sieht die Teutonen im Poxteil. Recht oft werden sie dem Gastgeber vor dem Tor gefährlich, aber der Tor⸗ schuß fehlt. Kurz vor dem Strafraum wird Steinbergs Links⸗ außen von hinten angegangen. Der gegebene Strafstoß wird verwandelt. Mit aller Energie kämpft Steinberg um den Aus⸗ gleich. Aber der Gastgeber, der wohl im Tempo merklich nach⸗ gelassen hat, versteht das Resultat zu halten. Die bessere Mannschaft hat gesiegt. Schiedsrichter Karer, Büdingen, gefiel durch seine korrekten Entscheidungen. Die zahlreichen Zuschauer verfolgten den spannenden Kampf mit großem Interesse und verhielten sich sehr diszipliniert.

Alls Löhnberg

Loöhnberg Igd. Bissenberg Igd. 50(2:0). Liöhnbergs Jugend war so überlegen, daß Bissenberg sich nach Halbzeit nur noch auf Mauern verlegte, trotzdem aber das Resultat nicht halten konnte.

Loöhnberg 2. Großen⸗Buseck 2. 5:

Auch in diesem Spiele zeigte sich Löhnberg überlegen und gewann verdient.

Löhnberg 1.

5 Großen⸗Buseck 1. 7:1(4:0).

Erst auf den nötigen Druck vonoben war Großen-Buseck zum fälligen Rückspiel aus dem Jahre 1930 erschienen. Es waren nur noch wenigalte Gesichter von damals darunter. Die frühere Mannschaft war sympathischer und besser. So war es Löhnberg ein leichtes, den hohen Sieg zu erringen. Zu seinem Ehrentor kam Buseck durch einen Elsmeter, während es das Spiel hindurch, wie das Eckenverhältnis von 13˙2 zeigt, unter Dauerdruck stand. Schiri Dietz, Wetzlar, leitete korrekt.

Aus Oberbiel

Oberbiel 1. VfB Gießen

Der vergangene Sonntag brachte die Entscheidung in der A⸗Meisterschaft des Gaues Gießen-Wetzlar. In Oberbiel trasen sich obige Mannschaften. Oberbiel gewann das Spiel 3:0, In Hermannstein kreuzten Hermannstein und Nauborn die Klin⸗ gen. Der Kampf endete mit einem Unentschieden 1:1. Hier⸗ durch fiel die A-Meisterschaft an Oberbiel und Hermannstein kommt auf den zweiten Platz.

Beim Spiel Oberbiel VfB Gießen gab Schiri Rabe⸗Gie⸗ ßen um 2,45 Uhr den Ball frei. Oberbiel, in guter Form, konnte schon in der 4. Minute durch seinen Mittelstürmer in Führung gehen, welcher auch in der 7. Minute das Resultat auf 2.0 erhöhen konnte. Von nun an fand sich Gießen etwas besser zurecht, und der Kampf wurde immer ausgeglichener, aber es ge⸗ lang den Gästen nicht, die Oberbieler Hintermannschaft zu über⸗ winden. Mit diesem Resultat ging es in die Pause. Nach der Pause übernahm der Oberbieler Sturm sofort wieder das Kom⸗ mando und Gießen hat es seinem vorzüglichen Tormann zu ver⸗ danken, daß das Resultat, nicht noch höher ausfiel. Aber in der 18. Minute mußte sich Gießens Torhüter wiederum durch den Oberbieler Mittelstürmer geschlagen bekennen; welcher aus 20 Meter Entfernung einen Ball unhaltbar unter die Latte schoß. Kurz 118 verschoß Oberbiel noch einen Elfmeter. Es gab auf beiden Seiten oft noch gefährliche Momente, aber sie reichten nicht mehr zu weiteren Torerfolgen. Schiri Rabe leitete zur beiderseitigen Zufriedenheit.

Aus Steinbach

Steinbach 1. Dutenhofen 1. 3:3(2:2). Steinbach Dutenhofen 4:4(123).

Vergangenen Sonntag hatte die erste Mannschaft von FSpW 1926 Steinbach die gleiche von Dutenhofen zu Gast und konnte dieser nur ein 3:3 abringen, da Steinbach mit Ersatz spielte, welcher sich nicht bewährte. Kurz nach 3 Uhr gab Schiri Roll⸗Gießen den Ball frei. Steinbach hat Anstoß und spielt gegen die Sonne, auch finden sich beide Mannschaften auf dem aufgeweichten Boden nicht gleich zuxecht. Dutenhofen nützt diese Gelegenheit aus und kann nach einem Angriff bereits in der 5. Minute zum Führungstor einsenden. Steinbach dadurch an⸗ gefeuert, geht jetzt mehr aus sich heraus und rückt vor des Geg⸗ ners Tor, welches jedoch gut verteidigt wird. Erst in der 20. Minute kann der Halblinke S einbachs zum Ausgleich einsenden, dem der Linksaußen in der Minute das Führungstor fol⸗ gen ließ. Bis zur Halbzeit ist jetzt verteiltes Spiel, in dem beide Tore verschiedentlich in Gefahr kommen und wobei Duten⸗ hofen den Ausgleich erzielen kann. Nach der Pause Ipielt Steinbach überlegen, trotzdem kann Dutenhofen bei einem Durch⸗ bruch die Führung wieder an sich reißen. Steinbach läßt sich

2. 320(2:0).

aber nicht entmutigen und drückt den Gegner jetzt ganz in seine Hälfte. Hierbei kann der Linksaußen in der 80. Minute eine Ecke zum Ausgleich verwandeln. Durch einen Zwischenfall muß jetzt Steinbachs Mittelstürmer ausscheiden, und muß die Mann⸗ chaft mit 10 Mann weiterkämpfen. Steinbach wäre der Sieg icher gewesen, wenn nicht die günstigsten Torgelegenheiten(63

ins vierte Glied hinunter dicke zu tun, sich neben saftigen Spe⸗ sen silberne und goldene Ehrenabzeichen zu bewilligen und große Reden über den Sport zu halten, von dem sie selbstverständlich nicht die allerkleinste Bohne verstehen.

Natürlich gibt es im Sport solche Leute, die sich fälschlicher⸗ weise für Führer halten und doch nur kleine, aber geschwollene Bonzen sind. Wie sollte es auch anders sein in einer Be⸗ wegung, die alles in allem fast zehn Millionen Menschen in Deutschland als eingeschriebene Angehörige zählt, die in eine Unzahl von großen, kleinen und kleinsten Verbänden und Ver⸗ bändchen zersplittert ist und naturnotwendig eine Riesenzahl von Leuten braucht, die die Verwaltungstätigkeit, die zur Durch⸗ führung eines geordneten Sportbetriebes nötig ist, erledigen. und gern darüber unterhalten können,

Man würde sich gut rn! r ob diese eee und damit eine große Menge von Leer- lauf, diese Vielregiererei wirklich nötig sind(sie sind nicht

nötig!), aber nicht verständigen kann man sich mit Leuten, für die jeder, der in der einstweilen nun einmal in diesem Um⸗ fange nötigen Verwaltungsarbeit mithilft, einBonze, ein Schmarotzer ist. g 298 g

Es ist ganz klar, daß die sportliche Tätigleit, der Aktive mehr in die Augen fällt, als der Mann der sportlichen Verwal⸗ tung, dessen Arbeit man erst merkt, wenn 15 nicht klappt. Aber den größeren Idealismus, die weitreichendere Opferfreudigkeit hat sehr oft der vielgeschmähteBonze. Der Aktive, tut, was er tut, meist für sich. Der Mann der Verwaltung für die an⸗ deren. Und das meist, in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle, sogar nicht nur völlig ehrenamtlich, sondern unter still⸗ schweigender Draufgabe von eigenem Geld.

Wie gesagt: es gibt Ausnahmen, gibt Leute, denen der Sport willkommenen Nebenverdienst bedeutet, gibtBonzen Aber ihre Zahl ist im Verhältnis zu den unendlich vielen, die dem Sport Zeit und Geld opfern, verschwindend gering.

Das einmal gesagt zu haben, schien nötig, damit aus dem leider in letzter Zeit sehr in Mode geratenen Jonglieren mit dem WortBonze die Oeffentlichkeit nicht den ebenso fatalen, wie falschen Eindruck erhält, als habe der Sport die gleiche Ent⸗ wicklung genommen, wie manche politischen, wirtschaftlichen und sonstige Parteiungen. C. N.

Der arme Schiedsrichter

Gern bringen wir denStoßseustzer einesarmen Schiedsrichters zum Abdruck. So gerß Unrecht hat der Mann ja nicht, hoffentlich hilfts aber D. Red.

Fürwahr, kein beneidenswerter Mann, so unentbehrlich er

Ecken und 1 Elfmeter) versiebt worden wären. Dutenhofen kann daher mit viel Glück das Resultat 313 bis Schluß halten.

Vor diesem Spiel kämpften Steinbach 2. und Dutenhofen 2. und wurde auch hier nur ein Unentschieden von 44 erzielt. Steinbach wäre auch bei diesem Treffen der Sieg sicher gewesen, wenn nicht die Verteidigung vollständig versagt hätte. Duten⸗ hofen konnte wohl bis Halbzeit mit 3:1 Toren führen, aber Steinbach holte dieses wieder auf, kann sich sogar die Führung wieder sichern und diese bis 1. Minute vor Schluß halten. Du⸗ tenhofen kann dann mit Schlußpfiff durch einen groben Fehler der Steinbacher Verteidigung zum Untentschieden gleichziehen. Schiri Nill-Gießen und Schiri Walter Daubringen hatten die Spiele jederzeit in der Hand und leiteten beide Herren sehr korrekt. Die Gäste hinterließen einen sehr guten Eindruck und sind in Steinbach gern gesehen. H.

Aus Altenkirchen

4 Altenkirchen 1. Erda 1 8:1(3:1). 15 Der aufgetaute Platz Altenkirchens glich am Sonntag einem Schlammbad, als die beiden Mannschaften das Spielseld be traten. Erda führt seine Schlappe auf den aufgeweichten Boden zurück ohne allerdings dabei zu beachten, daß Altenkirchen auf demselben Platze spielen mußte und das genau so wenig gewöhnt ist. Die Gäste versuchten mit kick⸗ und rush⸗Spiel durchzukommen. Altenkirchen dagegen kombinierte und dem war Erda nicht ge⸗ wachsen. Nur in der ersten Halbzeit konnte Erda einmal 15

Minuten lang durch seinen Eifer etwas gefährlich werden. Im übrigen hatte Altenkirchen das Heft fest in der Hand und ver- legte in der zweiten Hälfte das Spiel volllommen vor das Gästetor. Altenkirchen Igd. Erda Igd. 13(0:1). Die Ju⸗

ver⸗

gendmannschaft von Altenkirchen hielt leine Stellung und R

lor so trotz überlegenem Spiel 31. 1 Jugendjpiele der Sp. gg. 190% Gleßen

b 1900 Gießen 1. Igd. Schotten 1. Igd.

Die Gäste waren bei Spielbeginn nur mit 6 Mann anwe⸗ send, so daß das Spiel nicht ausgetragen werden konnte.

1990 Gießen 2. Igd. Braunsels 1. Igd. 7:1(4:0).

In einem äußerst schnellen und fairen Spiel war der Platz⸗ verein von Anfang bis Ende tonangebend, so daß die Gäste, die man für stärker gehalten, nicht viel zu bestellen hatten.

1900 Gießen Sch. Dutenhosen Sch. 321.

Dieses Spiel konnten die kleineren 1900er infolge ihres

größeren Eifers und des besseren technischen Spielens gewinnen.

Was man amtlich hört

Die Platzvereine für die Jugendopferspiele am 3. April haben Plakate, Eintrittskarten und Abrechnungsformulare von der Geschäftsstelle des WSV. anzufordern. Es ist übrigens ver⸗ boten am Samstag vor dem Jugendopfertag Gesellschaftsspiele durchzuführew. Der De B- DSB.⸗Jugendtag ist endgültig auf den 29. Mai festgesetzt worden, er soll in bescheidenem Rahmen zur Abwickelung kommen und darf vor allem kein Geld kosten. Alle Vereine des WS., die Faustball oder Schlagball betreiben haben unter gleichzeitiger Benachrich⸗ tigung der Verbandsgeschäftsstelle Gelegenheit als Gastmann⸗ schaften an den Reihenspielen der DT. teilzunehmen. Im Bezirk Hessen⸗Hannover sind immer noch eine Reihe von Ver⸗ einen wegen Rückstände bei der Zahlung der Verbandsabgaben vorläufig ausgeschlossen(Gau Dill: 5, Gau Gießen-Wetzlar: 6 und Gau Marburg: 251). Der Bezirksvorstand tagte am 9. März in Gießen und am 12. März in Marburg und erledigte eine ganze Reihe von strittigen Fällen. Wie wir hören, ist auch die Berufung betr. des Spieles Bottenhorn gegen 1900 Gießen, das seinerzeit bekanntlich abgebrochen würde, zur Entscheidung gekommen und zwar so, daß das Spiel

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auch ist! Lob für sein schweres Amt erntet er selten, dagegen öfters einen Aar Sack voll Tadel und Grobheiten. Jede Mannschaft fühlt sich durch den Schiedsrichter zurückgesetzt, un⸗ gerecht behandelt, unglaublich benachteiligt oder gar um den Sieg betrogen.

Die Schiedsrichter sollten eigentlich Uebermenschen, Alles wisser, Alleskönner, Allesseher sein. Sie sollten(nicht selten vom anderen Ende des Spielfeldes aus) sehen, wie der Spieler Listig heimlich still und hinterfotzig den Ball mit einer fast unmerk⸗ lichen Bewegung der Hand von sich stößt oder heranbringt; sie sollen sehen, wie der Läufer Hinterlistig nachtritt; sie sollen hören, wie der Stürmer Patzig seinem Gegner eine dreckige Beleidigung zuruft; sie sollen mit dem Ball mitgaloppieren, sollen die Spieler nicht stören, sollen nicht zu viel, nicht zu we⸗ nig pfeifen, sollen das Spiel jederzeit in der Hand haben, sollen 1

Ja, was sollen, müssen sie denn noch alles, die Allexwelts⸗ künstler! Sie müssen die Verantwortung tragen, müssen dem Spiel in jeder Weise gewachsen sein, müssen Gespräche mit mehr oder weniger dumm plärrenden Zuschauern vermeiden, müssen die zahlreichen Spielregeln, aber auch ihre Hintertürchen kennen, müssen selbst aktive gute Spieler sein oder gewesen sein, müssen schnell entscheiden, müssen gerecht sein, müssen vieles einstecken oder gar nicht hören, müssen die Spielhandlungen vorausahnen, dürfen sich nicht von, Gefühlen, Sympathien oder Antipathien für die eine oder andere Mannschaft leiten lassen, sollen jeden Fehler sofort sehen, sofort erkennen!

Allen Ernstes: es ist schwer, gut gu schiedsrichtern, es ist unmöglich, es allen recht zu machen. Schließlich ist ja der Schiedsrichter auch nur ein Mensch, dem Fehler unterlaufen können. Er könnte sein schwieriges Amt vielleicht leichter aus⸗ üben, wenn die beiden Parteien in ihm nicht eine Art Gegner, ein notwendiges Uebel, sondern einen Freund sähen, dem man seine Arbeit erleichtern sollte.

Deshalb: steht alle zum Schiedsrichter, helft ihm, unter⸗ stützt ihn, beeinflußt ihn nicht und macht ihn, wenn ihm ein⸗ mal ein Fehler unterläuft, in aller Ruhe auf seinen Irrtum aufmerbsam. Redet den Schiedsrichter nicht an mit absälligen Bemerkungen. Schließlich ist ein Wettkampf nur ein Spiel, dessen Ergebnis die Welt bestimmt nicht aus den Angeln heben wird.

Diejenigen Unentwegten aber, die sich darin gefallen, sich stets und ständig am Schie srichter zu reiben, seien einmal um ihre eigene Unzulänglichkeit augenfällig kundgutun, zur Strafe dazu verurteilt, selbst einen Schiedsrichter machen zu müssen. Und zwar bei Mannschaften mit ähnlichliebevollen Schieds⸗ richter-Gegnern.