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Dienstag, den 13. Dezember 1932.
Allgemeine Hesiische Sportzettung
Nr. 50
Aus dem Gau Marburg Aus Marburg
Germania Marburg— Kurhessen Kassel 2:2(1:2).
In dem Marburger Lager hatte man allgemein mit einem sicheren Siege der Germanen gerechnet und dem Spielverlauf nach hätte die Germanen⸗Elf auch bestimmt gewinnen müssen. Torchancen boten sich reichlich, jedoch hatten die Kurhessen das Glück auf ihrer Seite; aber auch Schaub hat viel dazu beige⸗ tragen, daß noch ein Punkt nach Kassel gewandert ist. Er war in seiner Mannschaft der einzige, der nicht gefallen konnte, er ist viel zu langsam. Dagegen zeigten all die anderen ein Spiel, wie man es seit langem nicht gesehen hat. Die Mann⸗ schaft bildet ein geschlossenes Ganzes. Ganz hervorragende Arbeit leistete der rechte Verteidiger Emmler; Happ 2. im Tor hielt was zu halten war, mitunter allerdings scheint er reichlich nervös. Werner 2. stand neben Emmler recht sicher. Die bei⸗ den Außenläufer Happ 1. und auch Putsch hielten ihre Flügel mustergültig. auch Werner 1. als Mittelläufer war recht an⸗ sprechend; auf jeden Fall stellte er sein Gegenüber stark in den Schatten. Im Sturm klappte es bis auf Schaub wie am Schnürchen. Leiser allerdings taute erst so recht auf, als die Zuschauer ihm etwas anfeuerten. Die Kurhessen⸗Mannschaft zeigte wohl technisch ein recht ansprechendes Spiel— schöner Flachpaß, sonst aber ist sie viel zu energielos. Wenn die Mann⸗ schaft sich nicht umstellt und nicht aus ihrer Reserve heraus⸗ geht, dann dürfte es wohl recht schwierig sein, den 2. Platz zu halten. Die Germanen⸗Elf spielte einen harten, jedoch fairen, ungekünstelten Fußball und brachte hierdurch die Kurhessen aus ihrem Konzept. Das Fehlen von Tragesus machte sich aller⸗ dings auch bemerkbar und Mausch konnte ihn nicht ersetzen. Auch die gesamte Läuferreihe hing förmlich in der Luft. Kniep hatte Glück, sonst, o weh! Der Boden war hart gefroren und stellte große Anforderungen an die Spieler. Germania hat sich schneller gefunden und werden auch den Kurhessen sehr ge⸗ fährlich. In der 28. Minute täuscht Zscholke und an Kniep vorbei rollt die Lederkugel ins Netz. Nicht lange sollte es je⸗ doch bei diesem Stande bleiben, denn schon 3 Minuten später stellt Jordan das Resultat auf 1:1. Jetzt wird der Kampf spannend. Kurhessen gelingt es, noch ein weiteres Tor zu erzie⸗ len und bei diesem Stande bleibt es bis Halbzeit. Nach Wieder⸗ beginn haben die Germanen kolossal aufgedreht und wollen be⸗ stimmt das Resultat verbessern. Willi Wagner gelingt auch durch Bombenschuß der Ausgleich, jedoch der Führungstreffer bleibt aus. Kurhessen kann froh sein, einen Punkt aus diesem Kampfe mit nach Kassel genommen zu haben. 1000 Zuschauer wohnten diesem Kampfe bei, die auch von Anfang an in Span⸗ nung gehalten wurden. Der Schiedsrichter Arbanski vom VfB Weidenau leitete korrekt.
Vordrutke f. Mannsthafts⸗Aufstellungen
(an die Schiedsrichter). Geblockt zu 20 Stück. Preis pro Block 50 Pfg.
Verlag der„Allg. Ho. Spor Zeitung“
Südanlage Nr. 21 Gie Fernspr. 2525 u. 2526 Abgabe nur unter b des Betrages zuzügl. Porto.
Bs Kirchhain 1.— Erksdorf 1. 5:1.
Dieses Resultat ist dem Spielverlauf nach etwas zu hoch ausgefallen, da Erksdorf ein recht schönes Spiel zeigte. Die Mannschaft ist an und für sich körperlich zu schwach. Bei Kirch⸗ hain zeigte Kachelmuß die beste Leistung.
Aus dem Hinterland
Wallau revanchiert sich! FV Wallau— VfB Kurhessen Marburg 5:3(1:1).
Die im Wallauer Fußballager ersehnte Revanche für die im Vorspiel erlittene Niederlage ist gelungen. Die Wallauer konnten nach überlegenem Spiel die Marburger Kurhessen klar und deutlich abfertigen. Ja der Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn nicht die Wallauer Stürmer so furchtbar viel vermasselt hätten. Daß bei diesem eisigen Ostwinde nur die größten Fanatiker erschienen, war vorauszusehen, bei dem Wetter muß man eben auf viel Publikum verzichten. Beide Mannschaften waren sofort bei Beginn in Schwung. Es gab vor beiden Toren aufregende Momente. Einen Strafstoß nahe der 16⸗Meter⸗Grenze schoß Runkel flach zum 1:0 für die Einhei⸗ mischen ein. Im Anschluß an ein Gedränge erzielte aber Fi⸗ scher noch bis zur Pause den Ausgleich.
Nachher waren die Wallauer mit großem Ehrgeiz bei der Sache. Der wieselflinke Mittelläufer schickte seinen Sturm immer wieder auf Reisen, trotzdem ihm jede Unterstützung seiner Ne⸗ benleute fehlte, und daß da Treffer kommen mußten, war vor⸗ auszusehen. Zunächst gab es eine Anzahl Ecken für die Wal⸗
lauer, die aber nichts einbrachten. Bonacker 2. erhöht dann nach gutem Zuspiel auf 2:1. Noch einmal konnten aber die Marburger ausgleichen. Aber nach kurzem Hin und Her lagen die Wallauer wieder in Führung. Blöcher köpfte eine sehr schön hereingebrachte Ecke an dem wie angefroren erscheinenden Weyand vorbei ein. Kurz danach erhöhten Runkel und Bo⸗ nacker 2. sogar auf 5:2. Schade, daß daraufhin vorne jede Ver⸗ ständigung fehlte, denn bei diesem Zusammenbruch der Mar⸗ burger hätte auch der schwächste Sturm noch Tore erzielen müssen. Der dritte Treffer der Marburger war zweifelhafte Entscheidung des Schiris, denn ob der Ball die Linie übeschritten hatte, konnte nicht überzeugend genug gesagt werden.
Wallaus Zweite fertigte vorher die 1. Elf von Holzhausen b. Gldb. mit 4:1 ab.
Biedenkopf— Erdhausen 81.
Die Biedenköpfer eilen von Sieg zu Sieg. Diesmal war der Sturm wieder in besonderer Laune, Mittelstürmer und Linksaußen waren die besten. Erdhausen setzte sich zwar am Anfang tüchtig zur Wehr, klappte aber nachher vollständig zusammen.
Wommelshausen— Breidenstein 4:3.
Die Breidensteiner hielten sich auf fremdem Gelände über⸗ raschend gut und nach Hergabe des ganzen Könnens der Ein⸗ heimischen konnten die beiden Punkte gesichert werden.
Wiesenbach— Frechenhausen.
Die Gäste schrieben vorher schon ab, so daß die Punkte kampflos an Wiesenbach fallen dürften.
Buchenau 1. gewann gegen den Rivalen Friedensdorf 1. klar 41, trotzdem die Ueberlegenheit nicht so groß war, wie dies in dem Ergebnis ausgedrückt ist.„oh“
Aus dem Gau Gießen⸗Meßlar
Aus Lollar
Sportverein 1920 Lollar.
Die seitherige Sportabteilung des Turnvereins Lollar hat sich selbständig gemacht und den Namen des früheren Vereins angenommen. Welchen Ruf die Fußballsportler innerhalb unse⸗ res Ortes genießen, beweist die Mitgliederzahl des neuen Ver⸗ eins. Rund 90 Anhänger haben ihren Beitritt ab sofort er⸗ klärt. Die Gründungs⸗Versammlung am Samstag hatte einen sehr guten Besuch zu verzeichnen und die Bildung des Vorstan⸗ sehr guten Besuch zu verzeichnen und die Bildung des Vorstan⸗ standes sind alte treue Fußballanhänger und bringen wiel Er⸗ fahrung mit in den Sportverein 1920 Lollar.
Lollar 1.— Steinberg 1. 2:0(1:0).
Am Sonntag hatte sich zum Spiel der beiden Rivalen eine recht stattliche Zahl Zuschauer eingefunden. Das Wetter war wohl nicht gerade das beste, aber doch besser kalt als Regen. Der Platz war in einigermaßen guter Verfassung. Pünktlich pfeift der Anparteiische Piek⸗Löhnberg das Spiel an. Lollar geht mit dem Wind, aber gegen die Sonne spielend sofort zu sehr gefährlichen Angriffen vor. Steinberg zeigt, von der Verteidigung abgesehen, große Nervosität. Der sonst so ge⸗ fährliche Sturm verrät wenig Können. Beide Mannschaften spielen viel zu hoch, um zu Erfolgen zu kommen. Der gefrorene Platz läßt ein genaues Zuspiel nicht aufkommen. Lollars
Linksaußen und der Halbrechte kommen auch gar nicht in Schwung, aber die übrige Mannschaft tut voll ihre Pflicht. Steinberg hat viel Glück bei der Abwehr und kann manchmal gerade vor der Torlinie retten. Der Rechtsaußen von Lollar jagt mit unheimlicher Wucht einige Strafstöße auf das Teu⸗ tonentor, wo nur mit viel Mühe gerettet werden kann. Stein⸗ berg kann sich kaum der ungestümen Angriffe erwehren, die Lollar auf das Tor vorträgt. Kurz vor Halbzeit kommt Lol⸗ lar gefährlich vor das Tor, Steinbergs Verteidigung wehrt ab, Lollars linker Läufer schießt kurz entschlossen auf das Tor und Lollar führt 1:0. Großer Jubel bei den Lollarern. Steinberg begeht einen großen Fehler, seine Mannschaft vollständig um⸗ zukrempeln, kann aber bis zur Pause nichts erreichen. Nach der Pause sieht man bei Steinberg keinen Mut, jeder spielt auf eigene Faust, wobei selbstverständlich kein zählbarer Erfolg erzielt werden kann. Lollar dreht noch einmal mächtig auf, die Läuferreihe steht fast im Sturm, die Verteidigung auf der Mitte. Steinbergs Verteidiger arbeiten fieberhaft und leisten ganz Großes. Der Rechtsaußen Lollars wird scharf bewacht, trotzdem geht er etliche Male durch, kann aber gegen das Schlußdreieck nicht viel ausrichten. Allmählich läßt Lollars Druck nach, Steinberg kommt etwas mehr auf und Lollars Hü⸗ ter muß sein ganzes Können aufbieten, um sein Heiligtum rein zu halten. Bei einem schönen Angriff Lollars übertritt der Gästeverteidiger den Ball, Lollars Rechtsaußen ist zur
die Landsknethte
Sportroman von Emil Wöhner. (Nachdruck verboten.) (32. Fortsetzung.)
„Handelt es sich um einen Krankheits- oder Todesfall, gnä⸗ diges Fräulein?“
„Nein.“
„Hallo... das ist nicht der Fall.... so natürlich...“
Marieliese stand auf und nahm dem verdutzten Direktor den Hörer aus der Hand.
„Sind Sie noch da?...“ Hier ist Marieliese Henderson. Ich möchte Sie herzlich bitten, doch den Flug auszuführen. Ihre finanziellen Bedingungen akzeptiere ich ohne weiteres. Wenn Sie ein Gentleman sind, schlagen Sie mir meine Bitte nicht ab... Sie wollen es sich überlegen...2 Schön, ich warte hier eine halbe Stunde auf Sie.“
„Da können sie lange lauern,“ meinte der Direktor ein we⸗ nig verstimmt und schadenfroh.
„Oder auch nicht,“ entgegnete Marieliese Lippen und ging trotzig aus der Tür. Draußen Chauffeur neben dem Wagen.
„O, Henry, vielleicht wird nichts aus unserer Reise. Der einzige Pilot, der als Flugzeugführer in Frage kommt, hat dienstfrei. Er will es sich überlegen. Glauben Sie, daß er sich für die Fahrt entschließen wird?“
„Wenn Sie ihn darum gebeten haben, sicherlich, gnädiges Fräulein,“ tröstete der Wagenführer.
5 Die Zeit verging. Marieliese sah auf die Uhr. halb sechs.
„Wir wollen abfahren, Henry,“ Lächeln das Schweigen und schien recht enttäuscht. Stunde ist längst um. Es hat nicht sollen sein.“
Der Motor sprang an. In demselben Augenblick bog ein Wagen in schneller Fahrt von der Straße auf den Flugplatz N
Marieliese stand dem Flugzeugführer gegenüber.
„Sie wollen nach Köln starten, Herr Laquoche?“
„Wenn es sein muß, gewiß, gnädiges Fräulein,“ entgeg⸗ nete er und musterte Marieliese mit einem bewundernden Blick.
Sie reichte ihm die Hand.
„Ja, es ist mir sehr viel daran gelegen. für Ihre Bereitwilligkeit. Köln?“
In 10 Minuten ist die Maschine startbereit.
mit zuckenden stand der
Es war
unterbrach sie mit müdem „Die halbe
Ich danke Ihnen Wann sind wir voraussichtlich in
Rechnen wir
bei dem leichten Gegenwind dreieinhalb Stunden für die Fahrt, würden Sie also zwischen neun und halb zehn Uhr am Ziel sein.“
Marieliese nickte.
„Es wird eine Hehiagd werden,“ dachte sie„Aber einerlei. 4
Sie gab ein Telegramm an ihren Vater auf und bestieg dann mit Henry, der inzwischen den Wagen untergestellt hatte, das Flugzeug. Ein paar Decken wurden hineingereicht, dann schlug die Tür zu. Der Motor sprang an. Langsam erhob sich der große Vogel in die Luft.
Die Dämmerung brach ein. Nichts war unten auf der Erde mehr zu erkennen. Eintönig surrte der Motor.
Marieliese schloß die Augen und erlebte noch einmal in Ge⸗ danken den Fußballkampf der beiden Länder:... Der Mittel⸗ stürmer hat sich ganz frei gestellt... jetzt hat er den Ball. er schießßt Tor
„Jede Umdrehung des Propellers bringt mich ihm näher,“ dachte sie beruhigt und glücklich und gab sich ganz der Vorfreude des Wiedersehens hin.
Um halb zehn landeten sie auf dem Kölner Flugplatz. Ein Auto stand bereit.
„Zum Hauptbahnhof,“ sagte Marieliese Henry im Wagen Platz.
Sie fuhren durch hellerleuchtete Straßen... Halt...! Eine Straßenkreuzung... Rotes Licht... Marieliese sah un⸗ geduldig aus dem Fenster. Grünes Licht... Gott sei Dank!
Sie waren am Ziel. Marieliese sah auf die Bahnhofsuhr: Zwölf Minuten vor zehnn
„In zweiundzwanzig Minuten fährt der Zug, Henry. Wir haben Glück gehabt.“
Auf dem Bahnsteig war wenig Verkehr. nicht eingelaufen.
„O Henry, mir fällt gerade ein: Wir haben ja das ganze Handgepäck in unserem Wagen. Nun hat Vater nicht einmal ein Nachthemd und eine Zahnbürste! Na, hoffentlich ist der Rubens echt. Das kann uns alleine noch retten.“
Der Bahnsteig füllte sich. Donnernd lief der Zug in die Halle. Die Uhr war zehn
„Würden Sie Herrn Hansen wohl wiedererkenne, Henry? fragte Marieliese und ihre Stimme klang ein wenig mutlos.
„Im Dreß sicherlich, gnädiges Fräulein, aber in Zivil wohl schwerlich.“
„Das ist schade, sonst können Sie..
Da sah Marieliese den Mittelstürmer in blauem Trenchcoat und hellem weichen Hut die Treppe heraufkommen. Neben ihm ging Adolf Müller und hinter ihnen folgten noch ein paar Fuß⸗ ballspieler. Der Mittelläufer hatte gerade eine scherzhafte Be⸗ merkung gemacht, denn Theo sah lachend seinen Kameraden an. Jetzt war er dicht bei ihr.
„Theo...“ sagte Marieliese leise.
Der Mittelstürmer blieb stehen und sah zur Seite. Auf einmal strahlten seine Augen.
„Marlies, du... Bist du es wirklich?!“ rief er über⸗ rascht vor Freude.
und nahm mit
Der Zug war noch
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Sie gaben sich die Hände und gingen langfam den Zug ent⸗ lang. Seine blauen Augen sahen sie glücklich an.
„Marlies, ich begreife immer noch nicht... Das ist ja eine wunderbare Ueberraschung,“ sagte er laut und herzlich und tastete nach ihrer Hand.„Bist du schon länger hier?“
„Nein, ungefähr zwanzig Minuten... Heute nachmittag hörte ich in Paris die Uebertragung des Länderspiels durch Rundfunk. Als das Spiel zu Ende war, hatte ich solche Sehn⸗ sucht nach dir... na, und da bin ich einfach ausgerissen. Mit einem Flugzeug. Vater weiß nichts davon, deshalb muß ich auch gleich wieder zurück.“
„Du willst gleich wieder fort, Marlies?“ fragte der Mittel⸗ stürmer ein wenig erschrocken und versuchte, sie umzustim men. „Nur ein paar Stunden, Marlies. Ich nehme den nächsten Zug.“
Es fiel ihr schwer, seine Bitten zu widerstehen.
„Nein, Theo,“ entgegnete sie endlich tapfer und bestimmt, „es ist unmöglich. Das Flugzeug wartet. Ich muß gleich wieder nach Paris zurück.“
Als sie sah, wie zwischen seinen Brauen eine trotzige Falte stand, fuhr sie begütigend fort:„Ich freue mich ja so, Theo, daß wir uns einmal wiedergesehen haben... Du hast übrigens heute nachmittag famos gespielt.“
„Na, so berühmt war das nun gerade nicht, Marlies,“ ent⸗ gegnete der Mittelstürmer, rasch versöhnt.„In der zweiten Halbzeit klappte es allerdings etwas besser. Heute abend haben wir den Sieg ein wenig gefeiert. Aber ich hatte solche Unruhe und drängte immer wieder zum Aufbruch. Das ist doch beinahe, als wenn ich es geahnt hätte, daß du hier auf mich wartetest.“
„Gedankenübertragung,“ versuchte Marieliese zu scherzen.
„Ja.. Wann sehen wir uns nun wieder, Marlies?“
„Voraussichtlich in Mai, Theo. Meine neue Adresse schreibe ich dir gleich.“
Er nickte und streichelte zärtlich ihre Hand; Marieliese fühlte sich unter dieser leisen Berührung beschützt und beheimatet. Die Wagentüren wurden zugeworfen.
„Einsteigen! Platz nehmen!“
Der Mittelstürmer lehnte aus dem Fenster. sich der Zug in Bewegung.
„Auf Wiedersehen, Marlies. Gute Reise!“
„Auf Wiedersehen, Theo!“ wiederholte sie leise und lauschte ihrer Stimme, die fremd klang. Ein letzter Gruß.
Auch Theos Kameraden waren ans Fenster getreten und winkten und sangen:
„. Vater, Mutter, sahn mir traurig, und die Liebste sah mir nach, und die Liebste sah mir nach...“
Fast wären ihr die Tränen gekommen, aber sie bezwang sich
und verließ mit Henry langsam den Bahnsteig. (Fortsetzung folgt.)
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