2 S
Punkte 1 2.6 22 ˙8 7 8:8
2 1719
D 16716 2 65•15 8 9.17 5 9919 7 7.25 10 5510 ichtet ab⸗ 3. 1. 19832
0 5 1
bach vom 0. 1. 1002 die Spiele . Vethlar⸗ neu anzu⸗ der Geg⸗ Breiden⸗ oren; die 1031 und d für Dil⸗ zusgefallen lar Nieder⸗ 10 und
Dienstag, den 9. Februar 1932.
Allgemeine Hesiische Sportzeitung.
.
Gau Dill Bischoffen 2.— Erda 1. 12(11)
Gau Gießen⸗Wetzlar Weilburg— Burgsolms 2.1 Steindorf— Ehringshausen 2:5 2. Bezirksklasse, Gau Gießen⸗Wetzlar.
Verein Spiele gew. unentsch. verloren Punkte Weilburg 12 8 3 1 19:5 Ehringshausen 12 8 2 2 18:6 Aßlar 12 8 2 2 18:6 Bissenberg 12 5 2 5 12:12 Burgsolms 12 4 0 8 8:16 Löhnberg 12 2 1 9 5:19 Steindorf 12 1 0 11 2:22
Allendorf 1.— Löhnberg 1. 10.5 1
Bissenberg e(3:0) Lollar 1.— tter 1. 3: Watzenborn⸗Steinberg 1.— Großen⸗Buseck 1. 5:1(2:0) VfB. Gießen 2.— 1900 Gießen 2., ausgefallen Lollar 2.— Wetter 2. 20 Lich 1.— Butzbach 2. 4.2 VfB. Gießen 3.— Flensungen. 71 Holzhausen 1.— Burgsolms 41(11) Stockhausen— Hirschhausen 41 A⸗Klasse, Gruppe Lahn.
Verein Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte Biskirchen J. 12 9 2 1 36:17 20:4 Holzhausen J. 12 7 3 2 37:21 17:7 Löhnberg II. 12 5* 6 27:28 11:13 Stockhausen J. 12 4 3 5 15:21 11:13 Braunfels J. 12 5 0 0 25:25 10:14 Hirschhausen J. 12 4 0 8 13:40 8:16 Niedershausen J. 12 2 3 7 18:20 7:17
Merenberg 1.— Biskirchen 2•3(1:1)
Holzhausen 2.— Tiefenbach 1. 2.2
berbiel— Hexmannstein 14
Bonbaden— Niederbiel 373
Garbenheim— SpV. Wetzlar 4. 2:0
Bissenberg 2.— Oberndorf 2. 7·1(31)
Stockhausen 2.— Hirschhausen 2. 02
Gräveneck— Laubuseschbach 3:0(1:0)
Waldhausen 1.— Hasselbach 1. 141
Odersbach— Weilburg 2. 1:5
VfB. Gießen 1. Igd.— Wetzlar⸗Niedergirmes 1. Igd. 1:1
Aebder Igd.— Klein⸗Linden Igd. 31(370
Allendorf Igd.— Löhnberg Igd. 42(1:0)
Büblingshausen Igd.— Sp Wetzlar Igd. 3:2
Leun 1. Igd.— Stockhausen 1. Igd. 7:2(2:2) Steinberg Schüler— Großen⸗Busseck Schüler 3:0 Sp. Wetzlar Schüler— 1900 Gießen Schüler 4:0 Marburg
Germania Marburg 2.— Cölbe 1. 01
Wallau 2.— Laasphe 31
Breidenbach 2.— Bottenhorn 2. 2:2
Niederlaasphe 1.— Eckelshausen 1. 1·4(1:2)
Cappel 1.— Kirchhain 1. 2:6
Michelbach— Marbach 22
Germania Marburg 3.— VfB-⸗Kurhessen Marburg 22
Goßfelden 1.— Unter⸗Rosphe 1. 1:0
Oberwalgern— Niederwalgern 175
Wallau, J.— Laasphe 2. 870
Weidenhausen— Mornshausen 2:0(0:0)
Wolfgruben— Hommertshausen 311
Eckelshausen 2.— Kombach 1. 5:1(2:0)
Mornshausen a. D.— Buchenau 1. 1:2(1:0)
Holzhausen b. Gl.— Dautphe 1. 10:2(61)
Germania Marburg 1. Igd.— Sarnau Igd. 0:0
Buchenau 1. Igd.— VfB.⸗K. Marburg 2. Igd. 1:0
VfB.⸗K. Marburg komb. Igd.— Sterzhausen Igd. 2:0
Niederweimar Igd.— Niederwalgern Igd. 0:2 Handball:
Kurhessen Kassel— Polizei Butzbach 618(4.4)
SC. 03 Kassel— 05 Göttingen 102
Burkhardsfelden— VfB. Gießen 414
Munch lzhaufsen— Launsbach 5:3
Münchholzhausen 2.— Nauborn 413
ob es 11 5 recht wäre, wenn wir nachher Hänschens Geburts⸗ tagstisch zusammen aufbauen? abe meinem Jungen vom Lesale No i schon soviel erzählt! ein Hänschen wird Ihnen
en.
„Natürlich komme ich gern.“
„Und was 11 1 t N 9
„Ja morgen!— Da ist letztes Training für Paris angesetzt. Das gestrige habe ich schon verpaßt!“ 9
„Und Donnerstag?“
„Zum Donnerstag harre ich Ihrer Befehle!“
„Und Freitag?“
„Abfahrt nach Paris, so gegen 0 mit dem Fern⸗D⸗Zug.“
„Das habe ich mir gedacht! Sie lücklicher!— Was wür⸗ den Sie sagen, wenn ich als Marketenderin mit der Fußball⸗ truppe ins Feld rücken würde?! Ich möchte Paris auch gerne einmal wiedersehen.“
Ein märchenhaft schöner Gedanke, 5
Wir sprechen noch darüber! Empfehlen Sie mich den hohen Herren der Bank, und richten Sie meinen herzlichen Dank aus „Au 81 0 Noch eins! Freuen Sie sich wirk⸗ lich, daß ich Sie in Paris spielen sehen will?“
„Ich freue mich, wie noch nie in meinem Leben. 5 5— Und damit hatte Roland Lichti nur gesagt, was ihn innerlich bewegte. An sein Pult zurückgekehrt, konnte er sich nicht einmal soweit sammeln, um wenigstens den Anschein zu erwecken, als ob er arbeitete.
Gau
Frau Maria
14
Wozu auch? In der Bank waren seine Tage sowieso ge⸗ 5.Er hatte immer geglaubt, daß Lieben so viel 2 eutete, wie n bd leiden. Nun erlebte er, daß ihn
das Vertrauen, das i Maria Hedemann schenkte, in einen Taumel des Glücks versetzte. Er bebam Furcht vor all dem Köstlichen, das ihm vielleicht noch bevorstand. Er freute sich auf Paris. Ihn überkam ein großer Rausch, und Andacht er⸗ füllte ihn. Diese Stunde war für ihn voller Wunder And die Tage hielten, was Roland von ihnen erhoffte. Mit Erstaunen und Entzücken erlebte er eine Frau, die leinen anderen Beruf zu haben schien, als den ihn, Roland Lichti, in Träume, goldene Träume einzuspinnen. Sport und Training wurden ihm zu nüchternen Angelegen⸗ heiten des Alltags. Vorm Café de la Paix Ueber Paris sprühten und funkelten die Lichter. Glühende Kreise rundeten sich am nachtschwarzen Himmel, feurige Buch⸗ stabenbänder liefen um schweigende Häuserfronten, und auf dem Eiffelturm leuchtete die Reklame einer Automobilfabrik. Tausendfältig erglänzten die Lichter vor den großen Kauf⸗ häusern, den Cafés, Theatern und Brasserieren und erhellten die Avenuen fast taghell. Vom Boulevard des Italiens schob und drängte sich die Menge hinüber nach der Place de l Opera. Das Theater öffnete, wach beendeter Vorstellung, seine Pforten und entließ die festlich gekleideten Besucher. Fortsetzung folgt.
Rund um den Marburger Ethloßberg
Germania Marburg 1.— Germania Fulda 1. 2:0(1:0)
Nun dürfte wohl für die Marburger Germanen der Ver⸗ bleib in der Oberliga gesichert sein, d. h. wenn auch das Spiel gegen Vfg. Gießen gewonnen wird; was man jedoch mit Be⸗ stimmtheit annehmen sollte. Die Leistungen beider Mannschaf⸗ ten konnten die Zuschauer nicht recht erwärmen, wenn auch gu⸗ gegeben werden muß, daß die Gäste im Feldspiel überlegen waren, doch die Stürmerreihe verstand es nicht, genau zu schie⸗ zen. Anfänglich glaubte man ja, daß die Fuldaer bestimmt tegen würden, doch die Einheimischen, ließen es nicht dagu kommen. In jeder Hälfte fiel ein Tor, das eine durch eine ein⸗ geköpfte Ecke, das andere kurz vor Schluß von Willi Wagner aus einer vom Linksaußen erfolgten Flanke. Bei Fulda gefiel be⸗ sonders der Mittelläufer, der auch seinen Gegenüber gewaltig in en Schatten stellte. Bei Marburg war das Schlußdreieck der beste Mannschaftsteil. Schiedsrichter K unze⸗ Gießen hatte kein allzu schweres Amt und leitete gur Zufriedenheit.
Die Marburger Schimmelreiter— VfB.⸗Kurhessen— weil⸗ ten in Kassel bei Kurhessen und mußten mit einer unverdienten Niederlage die Heimreise antreten. Fast im ganzen Spielver⸗ lauf waren die Marburger tonangebend und machten dem Kas⸗ seler Hüter viel zu schaffen. Wenn auch Kassel bei dem Wech⸗ sel 2:1 führte so war der Ausgleich bald erzielt. Nur noch wenige Minuten waren zu spielen, da naht das Verhängnis. Schmitz macht im Strafraum Hand und der Elfmeter wird ver⸗ wandelt. 32 für Kassel. Wir wollen die Unparteiischkeit des Schiedsrichters nicht anzwesfeln, aber es dürfte nicht richtig sein, daß zu solch wichtigen Spielen, Schiedsrichter vom eigenen Orte angesetzt werden.
FV. Ockershausen weilte bei Horas und mußte auch dieses⸗ mal wieder auf die Punkte verzichten. 5:0 lautete das Resultat.
Aus Holzhausen bei Gladenbach
Holzhausen 1.— Dautphe 1. 10:2(6:1)
Am Sonntag empfing die erste Mannschaft des Vfg. Holz⸗ ausen dieselbe Mannschaft von Dautphe zu einem ier piel. Auf dem Waldsportplatz hatte sich eine große Zuschauer⸗ zahl eingefunden, um diesem Treffen beiguwohnen. Holzhausen
eröffnet das Spiel mit großem Eifer aund kann auch nach schö⸗ nem Durchspiel den Torreigen eröffnen. Dautphe konnte sich schlecht durchsetzen und alle Angriffe wurden von der in guter orm befindlichen Hintermannschaft abgeschlagen. Die Vertei⸗ digung wirft den Sturm immer mit weiten Abschlägen vor, und die in guter Fassung spielenden Stürmer können das Re⸗ sultat bis 155 Halbzeit auf 6:1 stellen. Dautphe muß noch ge⸗ nauer spielen. Der Mittelläufer war gut im Kopfballspiel, konnte jedoch auch die hohe Niederlage nicht verhindern, so daß das Spiel bis zum Schluß 10:2 für Holzhausen steht. Dautphe 8 allerdings in der zweiten Fatterb nur mit zehn Mann. er rechte Läufer hatte sich eine Fußverletzung zugezogen Das Spiel wurde sonst fair durchgeführt. M.
Aus Weidenhausen
Weidenhausen 1.— Mornshausen 1. 2:0(0:0)
Bei schönem Fußballwetter trafen sich am Sonntag obige Mannschaften, um ein Freundschaftsspiel auszutragen. Der Schiedsrichter Sche Id ⸗Wommelshausen gab um 1,30 Uhr das Leder frei. Es entwickelte sich sofort ein spannender Kampf. Mornsh. hat zwar in den ersten Minuten etwas mehr vom Spiel. 8 Angriffe zerschellen aber an dem guten Schlußtrio von idenhausen. Die Läuferreihe kommt nun sehr gut auf und
wirft den Sturm immer mehr nach vorne, alle aber noch so schön vorgetragene Angriffe führen zu nichts, da die Stürmer ohne Ausnahme das Tor nicht finden können und Mornshausen viel⸗ beinig verteidigt. Nach der Halbzeit findet sich der Sturm der Platzmannschaft etwas besser zurecht, sodaß sie noch zweimal ein⸗ senden konnten. Mornshausen hatte einige sehr gute Kräfte im Spiel, vor allem zeigte der Torhüter sehr schöne Paraden und können die Gäste nur diesem es verdanken, daß das Resul⸗ tat nicht höher ausfiel. Schiri Scheld war ein korrekter Leiter dieses Spieles. MW.
Aus Mornshausen a. d. D.
Mornshausen a. D. 1.— Buchenau 1. 1:2(1:0)
Der Tabellenführer der ersten Gauklasse und der der 2. Gauklasse trafen sich am Sonntag zu einem Freundschaftstreffen⸗ Das Spiel zeigte von Anfang bis gu Ende einen flotten, recht fairen Kampf. Kurz wor Halbzeit kommt Mornshausen durch ned Linksaußen durch den vom Mittelläufer vorgelegten Ball welche vom Halbrechten eingelenkt Buchenau zeigte ein offenes Feld⸗ war gut. Sie konnten aber
zu einer schönen Chance, wurde. Die Mannschaft von spiel und die Kombination der El 5 e mit ihren Angriffen zu keinem orschuß gelangen, denn die schlagsichere Hintermannschaft von Mornshausen klärte zunäc st immer. Die zwei Tore, welche Buchenau aufholte, fielen beide nach Eckbällen. 5 0 5
Es war eine Freude dem schönen Spiel beizuwohnen und die Elf von Mornshausen konnte aus dem Spiel viel lernen. S.
Alls dem Hinterland
FV. Wiesenbach— Oranien Frohnhausen 42 Der bis jetzt einzige Besteger des Tabellenführers kam mit großem Anhang und guten Hoffnungen nach Wiesenbach. Man hatte wieder den Mittelläufer zur Stelle und da Wiesenbach etzthin mit kleinen Leistungen aufgewartet hatte, war eigent⸗ lich gar kein Grund vorhanden, dem Spiel mit Bange entgegen⸗ zusehen. Aber es lam anders. Die Wiesenbacher zeigten si nämlich im einer Form, die den Gästen nicht viel C G
und die angenehm übertaschen mußte. Restlos durchdachtes Abwehr⸗ und Aufbauspiel paarten sich hier mit großer Schne lig⸗ keit und Ausdauer. Gabel solche Kampfesmittel muß auch ein unbeugsamer Siegeswille kapitulieren.
Wiesenbach hatte seinen besten Mann im Mittelläufer Mi⸗ chel, der ja in letzter Zeit viel der Mannschaft fehlte. Mit verblüffender Ausdauer und guter Uebersicht erledigte er eln großes Pensum Arbeit, zumal seine beiden Nebenleute nicht die richtige Unterstützung boten. Die beiden Backs Lenz und Künkel, zeigten reine befreiende Abschläge. Künkel, der zum erstenmal in der Verteidigung spielte, kann jedenfalls das Lob für sich in Anspruch nehmen, einer dex besten der 22 Akteure auf dem Platze gewesen zu sein. Im Sturm waren der ruhige Halblinke und der Mitt rmer die treibenden Kräfte. Frohnhausens Mittelläufer konnte seinem Konkurrenten von der Gegenseite nicht gleichkommen, er spielte viel zu sehr de⸗ fensiv. Torhüter und linker Verteidiger waren die Besten, Die Elf spielte hart, umd es fehlte ein System, Von guter Zu⸗ sammenarbeit war in dlesem Spiel wenig zu sehen. ö Der Kampf begann mit zügigen Angriffen auf beiden Sei⸗ ten. Wlesenbachs Halblinker spielte sich nach zehn Minuten glänzend fret und ufthaltbar landete das erste Geschoß im 10
1:0. Frohnhausen konnte aber auf einen Schnitzer des Wie. Hüters ausgleichen. 171. Wieder ging Wiesenbach im Anschlu an einen Eckball in Führung. 21. Da trifft der Schiedsrichter eine harte Entscheidung gegen die Einheimischen: Elfmeter,
der natürlich verwandelt wurde. 2:2. Aber kurz vor dem
Zu jeder Minute sofort informiert
ist jeder Vereinsrechner, jeder Vereinsvorsitzender, je des Kassenrevisionsmitglied, über den Eingang und Ausgang der Vereinsgelder, d. h. woher die Einnahmen und wofür die Ausgaben sind, wenn das von mir ausgearbeitete
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geführt wird. Selbst das in Kasseangelegenheiten unerfahrene Vereinsmitglied kann sofort und ohne Buch⸗ führungsvorkenntnisse mit Hilfe dieses U. V.⸗Kassebuches die Vereins-Kassegeschäfte übersichtlich verwalten.
Albin Klein, Giessen, Südanlage 21.
der Nausch der Schnelligkeit
Seit alters lebt in des Menschen Brust das Verlangen, schneller vorwärts zu kommen, als es mit Menschenkräften mög⸗ lich ist. Mit organischen und anorganischen Kräften hat die Menschheit die Erfüllung des Schnelligkeitstraumes erstrebt, und in 1 Verlangen, den Fuß von der Erde zu lösen, hat es sogar vom Flug zur Sonne geträumt. Die Kraft des Pfer⸗ des beflügelte den Fuß des Menschen, aber nie zufrieden, stellte er auch die anorganische Kraft in seinen Dienst, und im Zeit⸗ alter 5 Technik ist der Traum von der Schnelligkeit zur Blüte gereift.
n den letzten fünfziger Jahren hat sich die Menschheit an der Schnelligteit berauschen können. Dem Fahrrad folgte das Kraftfahrzeug, dem Kraftfahrzeug der Aexroplan. Aus den 40⸗ Stundenkilometern des Fahrrades wurden 200 Stundenkilometer des Kraftwagens, und aus den 200 Kilometern des Kraft⸗ wagens machte das Flugzeug fast das Doppelte an Kilometern in der Luft. Das Flugzeug erfüllte das Verlangen nach Lö⸗ sung des Fußes von der Erde am vollkommensten, aber der Mensch ist ein Erdentier, und wenn man die Erfüllung des Wunsches, schnell vorwärts zu kommen, im Sinne einer Lösung ohne Aufgabe der Verbindung mit der Erde verstanden haben will, dann hat das Fahrrad den Wunsch erschöpfend erfüllt. Das Fahrrad hat den Fuß des Menschen beflügelt, es hat ihm seine Kraft zur Fortbewegung gelassen und ihn nicht von der Mutter Erde getrennt. Aber es hat noch mehr getan. Bei dem Ver⸗ langen, schneller vorwärts zu kommen, galt als oberstes Gesetz, das Sparen der Kraft. Das Fahrrad hat zwischen den gehen⸗ den und den radelnden Menschen einen so großen Unterschied im Kraftverbrauch gelegt, daß auch dieser Wunsch als erfüllt ban werden muß. 8
Man kann dieses Kraftsparen am besten mit dem Vergleich des Radelns mit Treppensteigen ae Die Ermüdung der Beine beim Treppensteigen kommt nicht durch die vom Gehen unterschiedliche Bewegung, sondern von der Belastung der Beine mit dem Körpergewicht, und dem Zwang, mit jedem Bein ab⸗ wechselnd dieses Gewicht zu heben. Beim Radfahren trägt der Radler sein Gewicht nicht auf den Beinen. Er sitzt und vermag seine Beinkräfte zur Fortbewegung zu benutzen. Der Vergleich mit dem Treppensteigem ist drastisch, aber es hätte dieses dra⸗ stischen Beispieles nicht bedurft, um zu beweisen, daß ein gehen⸗ der Mensch bei einem Wege von fünf Kilometern er chöpfter das Ziel erreicht, als ein radelnder Mensch. Auch hier be⸗ ruht das Geheimnis auf dem Körpergewicht, das der gehende Mensch auf denselben Beinen zu tragen hat, die ihm das Fort⸗ bewegen ermöglichen.
Nicht jeder Mensch ver
ügt über die gesunden Pedale eines Meistergehers, und nicht jeder Mensch besitzt ein seinen Beinen erträgliches Körpergewicht. Je schwerer ein Mensch ist, desto
empfindlicher trifft ihn jede Anstrengung beim Fortschreiten, und man darf wohl sagen, daß kein Verkehrsmittel dem Menschen
den Traum von Schnelligkeit und Kraftersparnis so nahe ge⸗ bracht hat, wie das Fahrrad.
Es trägt die Last und gibt dem Radler alle Kraft zur Fortbewegung frei. ierin allein beruht indessen die Erfül⸗ lung des alten Menschheitstraumes nicht. Das Fahrrad spart nicht nur die Kräfte, sondern es erspart auch Zeit, und wenn selbst das Sprichwort;„Zeit ist Geld“ nicht wahr wäre, darf man das Fahrrad auch als Geldsparer bezeichnen. Man braucht sich nur zu vergegenwärtigen, welche Vorteile ein fern von seiner Arbeitsstätte wohnender radelnder Berufsmensch gegen⸗ Über einem nichtradelnden Berufsmenschen hat. Der Weg mißt fünf Kilometer, das bedeutet für den Geher, sofern er gesund und kräftig ist, fünfzig Minuten, für ein öffentliches Verkehrsmittel rund reißig Minuten, für den Radler fünfzehn Minuten. Der Nichtradler muß früher ausstehen, 155 die Wohnung verlassen, auf die Minute pünktlich am Abfahrtsort seines Verkehrs⸗ mittels sein, Fahrgeld bezahlen und in drangvoll fürchterlicher Enge eine halbe Stunde sich durchrütteln lassen. Der Radler steht später auf, ist an keine n eiche gebunden, erreicht sein Ziel schneller und hat sich in frischer Luft gekräftigt. Er hat seine tägliche Uebungsstunde der gi und geht in anderer Stimmung an die Arbeit, als der Nichtradler.
Man braucht kein Rabfanatiker zu sein, um dieses Lob des Rades zu singen. Die Tatsachen leuchten jedem ein, und wer von den Erwachsenen trotz alledem nicht daran glauben will, daß der Traum der Schnelligkeit durch das Fahrrad erfüllt wor⸗ den ist, der wende sich an die Jugend, die unbewußter auf äußere Erscheinungen reagiert. Es dürfte keinen Knaben geben, der sich dem Fahrrade gegenüber ablehnend verhält. Vorurteils⸗ los werden die Kinder das Fahrrad als Freund bezeichnen, und in ihrer Kindlichteit die Erfüllung eines uralten Wunsches durch das Fahrrad bejahen.
Wir haben im Vorstehenden das Fahrrad als 5 5 und Geldsparer im Berufsleben gepriesen, aber in seiner Vielseitig⸗ ket kommt es auch denen entgegen, die von ihm in den Muße⸗ stunden Gutes erwarten. Auch hier erfüllt das Fahrrad alle ieee in bezug auf Schnelligkeit, Billigkeit und Zeiterspar⸗ nis“ Während der beruflich tätige Nichtradler lange Zeit braucht, um die Mauern der Stadt hinter sich zu bringen ent⸗ flieht der Radler in wenigen Minuten dem Hasten der, Stadt, und draußen in freier Natur kann er sich, ohne an Fahrpläne gebunden zu sein, nach Herzenslust ergehen. Sein Rad trägt ihn auf leisen Sohlen heim und steht am Morgen wieder be⸗ reit, um bei der Tagesarbeit behilflich zu sein. Und des Sonn⸗ tags wird aus dem Berufsgenossen ein Freudenbringer, An keine Zeit gebunden, verläßt der Radler sein Haus, erreicht mit seinem Fahrgenossen Gegenden, die der an, die Verkehrsmittel
Gebundene nicht oder nur mit Mühe erreichen kann, und wenn
der Radler abends nach Hause zurückkehrt, hat er bereits einen Plan für die nächste Sonntagsfahrt, während der Nichtradler überlegt, ob er noch einmal die Freuden eines Ausfluges„in vollen Zügen“ genießen soll.


