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Dienstag, den 9. Februar 1932.
nicht etwa mutwillig verschenken können.
Demgegenüber haben
die zwei Marburger Vereine den Vorteil, daß sie nur noch ge⸗ gen Vereine, die am Schluß der Tabelle stehen, antreten müs⸗ sen und zwar in Marburg selbst.
Wie werden die Gruppenmeister der 1. Bezirksklasse heißen?
Die Erlangung der Gruppenmeisterschaft in der 1. Bezirks⸗ klasse hat im Laufe des Spieljahres dadurch eine besondere Be⸗ deutung erhalten, daß der Verbandsvorstand bestimmt hat, von den vier Gruppenmeistern soll einer zur Bezirksliga aufsteigen. Allerdings muß diese Anordnung auf der nächsten Wahlver⸗ sammlung erst noch sanktioniert werden, weil sie sich nicht in as Spielsystem einfügt, das bekanntlich zu einem Bestandteil der Satzungen erhoben worden ist und daher nur mit zwei Drittel Stimmenmehrheit geändert werden kann. Wie nun auch das Schicksal darüber entscheiden mag— die Vereine, die 5 dem besten Wege zur Exlangung der Gruppenmeisterschaft sind, geben lic alle Mühe, dieses Ziel zu erreichen, um gegebe⸗ nenfalls aus den Entscheidungskämpfen der vier Konkurrenten fte Sieger hervorzugehen und in die höhere Spielklasse aufzu⸗ eigen.
Wer kommt nun dafür in Betracht? In der Gruppe Lahn scheinen der Fußballverein Wallau und der Wetzlarer Sport⸗ verein das Rennen unter sich auszumachen; jeder hat noch drei 1 5 auszutragen, je Nen 1900 Gießen(in Gießen bezw. Wetzlar) und Butzbach(in Wallau bezw. Butzbach) sowie gegen Dillenburg in Wallau bezw. gegen Wiesenbach in Wiesenbach. Es laufen allerdings noch verschiedene„Prozesse“ zwischen an⸗ deren Vereinen, die vielleicht dem einen und anderen noch einige Pluspunkte einbringen können; ob diese aber hinreichen, um gegen die beiden Spitzenkandidaten in Konkurrenz zu treten, ist zweifelhaft.
In der Gruppe Fulda weist die Tabelle den SV. Alsfeld und den SV. Neuhof als Meisterschafts⸗Kandidaten auf, doch ist die 5 08 noch nicht gang klar.
In der Gruppe Kassel hält der Ballspielverein 06 Kassel mit einem solchen Vorsprung die Führung. daß sie ihm nicht mehr entrissen werden kann.
In der Gruppe Südhannover wird der Meister voraussicht⸗ lich VfB. Northeim heißen; dieser Verein steht z. Zt. an der 5 1 der Tabelle und ist seinen Nachfolgern gegenüber da⸗ durch auch noch im Vorteil, daß er drei Spiele weniger ausge⸗ tragen hat.
Ein Bundeshaus und 15 000 Erwerbslose. Die„Leipziger Neusten Nachrichten“ schreiben darüber: Zwei Tatsachen gaben dem 1 eschehen der letzten Wochen das Gepräge: der Deutsche Fußball⸗Bund kaufte sich für 180 6000 Mark im Berliner Tiergarten⸗Viertel ein eigenes Haus und bei dem Fußball⸗Städtespiel München— Berlin in Berlin wurden unter 27 000 Zuschauern 15 000 gezählt, die auf ihre Er⸗ werbslosen⸗Karte verbilligten Eintritt erhielten. Es ist zu bei⸗ den Dingen einiges u fog. Bereits vor zwei onaten, als auf Anregung des Vor⸗ sitzenden des Balten⸗Verbandes, Studienrat Bräuel, im DFB. beschlossen wurde, den berühmten 200 000⸗Mark⸗Reservefonds in einem wertbeständigen Sachgegenstand, eben in einem eigenen Haus, anzulegen, ist an dieser Stelle ausgeführt worden, daß der De B. andere Möglichkeiten hätte, diese 200 000 Mark risiko⸗ los anzulegen. Es wurde vorgeschlagen, vertrauenswürdigen und 5 Vereinen zum Zwecke von Platzneu⸗ oder Ausbauten arlehen gegen mäßigste Zinsen zu geben. Darlehen also die durch hypothekarische Eintragung mindestens die gleiche Wert⸗
beständigkeit bieten wie ein Bundeshaus, von dem außer dem
geschäftsführenden Bundesvorstand niemand etwas hat und dem⸗ zufolge auch nichts wissen will.
Der De. hat sich trotzdem jetzt sein Haus gekauft. Für Es soll sehr schön und sogar sehr billig sein.
180 000 Mark. Kunmststück bei der heutigen Wirtschaftslage, wo man wegen der hohen Unterhaltungskosten und Steuern ganze Paläste ge⸗ schenkt bekommt. Wenn schon unbedingt ein Haus gekauft wer⸗ en mußte, war es natürlich richtig, sich ein anständiges Objekt, das sich in besseren Zeiten einmal durch Vermietung usw. aus⸗ nutzen läßt, zuzulegen. Aber, daß ausgerechnet jetzt ein Haus angeschafft werden mußte, will dem beschränkten Verstand des Dy B.⸗Untertanen nicht einleuchten.
Die 15 000 Berliner, die bei dem Städtespiel gegen Mün⸗ chen ihre Stempelkarte vorzeigten, werden bestimmt keinen Demonstrationszug zum Tiergarten unternehmen, um dem neuen D Haufe die Fensterscheiben einzuwerfen. Aber ein Teil von ihnen wird die dreißig oder fünfzig Pfennsge, die er als verbilligtes Eintrittsgeld bei München— Berlin entrichtete, ir⸗
gendwie mit dem DFB.⸗Haus, mit dem„Volkssport“ Fußball in Beziehung setzen, Schlüsse ziehen, die zwax falsch sind, aber
Allgemeine Hessische Sport⸗ Zeitung
Der Deutsche Fußball⸗Bund ist nun einmal die oberste Spitze des deutschen Fußballsports, und es ift ganz natürlich, daß man nach dem nicht unbekannten Wort„Wie der Herr, so das G'scherr“ verallgemeinert und zu dem Schluß kommt, dem deutschen Fuß⸗ ball müsse es ja herrlich und in Freuden gehen, wenn er sich in dieser Zeit der allergrößten Not ein Haus für 180000 Mark leisten kann. 2
Gute Pfychologen sind die Herren vom Bundesvorstand noch nie gewesen.„Nichts gelernt und nichts vergessen“ schlagen wir ihnen deshalb vor, über die Eingangspforte ihres Bundes⸗ hauses in Stein hauen zu lassen.
Vorbildliche Jugendpflege eines Sportvereins. Der VfB. Stuttgart hat an die Eltern seiner Jugendmit⸗ glieder folgendes Rundschreiben gerichtet:
„Seit der Gründung und dem Aufbau unserer Jugend⸗ Abteilungen war das Augenmerk unserer Jugendleitung dar⸗ c gerichtet, neben der sportlichen Ertüchtigung der Jugend⸗ lichen insbesondere deren sittliche Werte zu festigen und sie in der Berufsarbeit zu fördern. Diese Grundsätze, die in den §§S 3 und 7 unserer Jugendsatzungen verankert sind, machen uns zur Aufgabe, von Zeit zu Zeit bei den verehrl. Eltern
Ergebnisse Wosldeuljchland
9 Jahn Werdoh rachbach— n Werdohl 4:2. Potalendsuelz
Hagen 05— Hüsten 09 2:3 Westfalen:
Union Recklinghausen— Spogg. Herten 2:3 SC. Münster 48— Preußen Münster 0.1 5 Spsp. 1913 Recklinghausen— Viktoria Recklinghausen 144. Spogg. Hamm— SC. 08 Unna 6.1 VfB. Bielefeld— 06⸗07 Bielefeld 44 Teutonia Lippstadt— Paderborn 08 31! Pokalendspiel: Arminia Bielefeld— VfL. Osnabrück 321 Mittelrhein: FSV. Boppard— 1900 Koblenz 32 Kottenheim— SC. Neuwied 3:1 Rheinland Mayen— PfB. Lützen 475 Spogg. Andernach— Preußen Koblenz 172 Rheinbezirk: Alemannia Aachen— Rhenania Köln 470 Spogg. Sülz 07— Bonner JV. 41 VfR. Köln— SV. 9 3.0 EfR. Köln— Fortuna Düsseldorf 1:6 Niederrhein: VfB. Bottropp— SV. Mörs 6:0 Meiderich 06— Duisburg 88 5:0 Duisburg 99— Spygg, Sterkrade 120 SV. 1 SWV. Düssern 11 — 45 Speldorf— Nasp. Oberhausen 1:0 Duisburg— BfB. Kleve 3.4 Pokalspiele: 9 07— SV. Meiderich 3:1 V. Homberg— PfoB. Ruhrort 4:1 Spfr. Krefeld— FC. 08 Duisburg 1:0 Spogg. Oberhaufen— Union Krefeld 70 Vf. Wedau— Bf. Krefeld 32 Union Hamborn— BW. Laar 4:1 5 N ssen⸗West 81— Spfr. ⸗Essen 1:3 Essen 99— Rotweiß Essen 2:2 Schwarzg. Gladbeck— Schwarz⸗Weiß Essen 32 Horst⸗Emscher— BV. Altenessen 372 Germania Bochum— Alemannia Dortmund 2 VfL. Hörde— TuS. Bochum 6:0 MV. Linden— Tu BV. Mengede 370 Schalke 04— Rotthausen 8:0 Germania Herne— 07 Gelsenkirchen 50 Höntrop— Westfalia Herne 43 Union Gelsenkirchen— 1911 Gastvop 41 Märk.: Fortuna Düsseldorf— BC. 05 Düssekdorf 610 SV. 99 Düsseldorf— Ratingen 04 1:1 SV. Weyer— Küllenhahn 273 Germania Elberfeld— SSW. Elberfeld 1:2
Berg.
zu nahe liegen, als daß sie nicht ganz von
selbst fich aufdrängten.
Nolli, der Stürmer. Noman von Falk Heldburg. 6. Fortsetzung.
Im Privatkontor.
Bevor sich Roland Lichti am anderen Morgen an feine Arbeit setzte, ließ er durch Fräulein Gorenflo beim Prokuristen anfragen, ob er für ihn einen Augenblick zu sprechen wäre.
„Herr Windecker erwartet Sie sofort.“.
Als Roland Lichti die Augen des alten Beamten auf sich gerichtet sah, wurde es ihm schwer, den Anfang zu finden
„Ich möchte Sie wegen Frau Hedemann sprechen. Zufälli bin ich ihr gestern auf der Straße begegnet, und sie hat mi wegen des Wunsche⸗ angesprochen, auf ihre Effekten noch etwas Geld zu bekommen. Es wird sich doch machen lassen?“
„Wir erwarten Frau Hedemann heute.“ 8
„Können Sie ihr nicht den Weg erspaxen? Ihr Söhnchen hat heute Geburtstag, und da ist es verständlich— 8
„Mir ist gar nichts verständlich, und am allerwenigsten, was Sie veranlassen könnte, sich so um Frau Hedemann zu be⸗ mühen.. Ich wünsche, daß Sie augenblicklich an Ihre Ar⸗ beit gehen.“ 85 5
Noch tat Roland so, als hätte er den Prokuristen nicht ganz verstanden. 88
„Ich habe Ihnen nichts mehr zu sagen, Herr Lichti.“
Roland Lichti war sehr geknickt, als er wieder an sein Pult trat.
„Mensch,“ meinte der ihm benachbarte Kollege.„Sie machen ja ein Gesicht, als ob Sie eben fristlos entlassen wären! Was hat's denn gegeben? Ist Ihnen der Urlaub nach Paris abgeschlagen?— n der Stadt wird manches gemunkelt. Der Kornberg soll beim Alten gewesen sein...“
„Wa aas, der Kornberg?“
„Wundert Sie das?“
Der Umstand, daß der Chef durch die Zimmer kam, da und dort an einen der Angestellten eine Frage richtend, verhinderte, daß diese Unterhaltung fortgesetzt wurde.
Nun trat der Chef an Lichtis Pult. 5
„Was macht der Fußball? Ich lese in der Zeitung, daß Ihr Verein Sonntag in Paris spielen wird. Werden Sie auch mitfahren?“ 85 5
„Wenn Sie die Güte hätten, mich für Sonnabend und Montag oder gar noch einen Tag länger 21 beurlauben——
„Eigentlich dürfte ich es nicht, lieber Lichti, die Zeiten sind verdammt ernst geworden.“ 8
Der Bankier dachte an seine Unterhaltung mit Kornberg und an das diesem gegebene Versprechen. 0.
„Reisen Sie in Gottes Namen. Nur sagen Sie mir eins. Woher bekommt Ihr Klub die Mittel zu einer so teuren Reise?
SSV. Barmen— Spgm. Langerfeld 1:2
N 8.
unserer Jugendlichen uns nach derem berufli und häus⸗ liche ührung zu erkundigen. Wir 54 daher höf⸗ lichst, uns in beiliegendem Freikuvert mitzuteilen, ob die beruflichen Leistungen Ihres Sohnes seit seiner Mitgliedschaft in unserem Verein rückgängig geworden, gleich geblieben oder verbessert worden sind, und ob Sie Anlaß„ seit der An⸗ Les Beit Ihres Sohnes zu unserem Verein über dessen sitt⸗ li Betragen Klage zu führen oder es zu loben. Wir sind en für eine baldige Beantwortung unserer Anfrage zu ank verpflichtet und begrüßen Sie mit dem Hinweis, daß wir für eine etwa gewünschte persönliche Aussprache jederzeit gern zur Verfügung stehen.“
Wenn in allen deutschen Sportvereinen Jugendpflege nach diesen Gesichtspunkten getrieben werden würde, sähe manches anders aus. Voraussetzung zu derartiger Jugendpflege aber ist zweierlei: einmal die geeignete Kraft, die neben dem notwen⸗ digen Idealismus auch über die entsprechende Fähigkeit und die notwendige Zeit verfügt, zum anderen aber auch eine ein⸗ sichtsvolle Vereinsleitung, die der Führung der Jugendabtei⸗ 92 5 freie Hand läßt und den Dienst an der Vereinsjugend nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt betrachtet, welchen Nutzen die erste Mannschaft des Vereins davon hat oder haben könnte.
Schwarzweiß Düsseldorf— SC. Sonnborn 4275 Gerresheim 08— Pf. Benrath 0:8
VfB. Hilden— Solingen⸗Gräfrath 0:2
Turu Düsseldorf— FC. Schwelm 310
VfR. Ohligs— Schwarzweiß Barmen 5˙4 Tura Barmen— Eller 04 4:0
hesjen⸗Hannover
Kurhessen Kassel— VfB.⸗Kurhessen Marburg 32 Germania Marburg— Germania Fulda 20 355 Horas— F. Ockershausen 52
B. Gießen— Borussia Fulda 0:5(0:2) Sport Kassel— Spielverein Kassel 6:3 Göttingen 05— Spogg. Göttingen 3:1. Pokalendspiel: Sp. Wetzlar— Einbeck 05 123(1:1) Breidenbach— Bottenhorn 423(2:2) Wiesenbach— Frohnhausen 4.2(32) Dillenburg— Butzbach 22
Verein Spiele gew. unent, verle. Tore Punkte Wallau 15 11 2 2 52:21 24:6 Wetzlar 15 9 4 22 4930 22:8 Frohnhausen 13 8 2 831281 1828 1900 Gießen 13 2 2 3 33:22 17:9 Breidenbach 16 6 4 0 45186 16:16 Bottenhorn 15 6 3 6. 48.42 15:15 Dillenburg 13 3— 7 33388 9:17 Butzbach 14 4 1 9 2558 9:19 Wiesenboch 16 2 3 11 2:37 7:25 W.⸗Niedergirmes 12 2 1 9 21:40 5:19
0(Nicht gewertet sind die zwei durch die Schiedsrichter ab⸗ gebrochenen Spiele 1900 Gießen— Bottenhorn vom 3. 1. 1932 und Frohnhausen— Dillenburg vom 24. 1. 192)
Amtlich: Die Spiele SV. Wetzlar— Wiesenbach vom 27. 9. 1931 und VfR. Butzbach— Wiesenbach vom 10. 1, 1932 ind für Wiesenbach wegen Nichtantretens verloren; die Spiele
Butzbach— Dillenburg vom 27. 9. 1931 und Wetzlar⸗ Niedergirmes— Frohnhausen vom 25. 10. 1931 sind neu anzu⸗ setzen, weil die Verspätung bezw. das Nichterscheinen der Geg⸗ ner begründet waren; das Spiel Bf Butzbanh— Breiden⸗ bach 22 vom 13. 9. 1931 ist fur VfR. Butzbach verloren; die Spiele Dillenburg— Frohnhausen 3:0 vom 4. 10. 1931 und Dillenburg— Bottenhorn 574 vom 141. 10. 1931 sind für Dil⸗ lenburg verloren. Bis jetzt ohne neue Termine au fallen oder verlegt sind die Spiele Frohnhausen— Wetzlar⸗Nieder⸗ girmes vom 3: 1. 1932, Wallau— Butzbach vam 3. 1. 1932 und 1900 Gießen— Frohnhausen vom 10. 1. 1982.
Gau Alsfeld
Neuhof— Alsfeld 221
Lauterbach— Sterbfritz, St. nicht angetreten. Altenburg— Lauterbach 2. 371
Leusel— Bernshausen 4:1. Blitzenrod— Hopfgarten, He nicht angetreten Lauterbach 3.— Schlitz 2. 0.3
Leusel Igd.— Alsfeld 2 Igd. 22
„Das Geld wird von Paris garantiert und von unserem Vorstand vorgelegt. So gut, wie-Herrn Konbergs Klub, n wir es nicht. Uns fehlt ein so hochvermögender Protektor.“
„Sprechen Sie nicht häßlich von meinem Freunde Korn⸗ berg! Er hat sich sehr anerkennend über Sies ausgesprochen. Vielleicht würde er Sie gar nicht ungern bei sich spielen sehen?— Sagen Sie Herrn Windecker, daß ich den Urlaub be⸗ 0 hätte, und legen Sie in Paris Ehre für unser er⸗ and ein.“
Er gab, was sehr selzen vorkam, seinem Angestellten die Hand und schritt dann auf sein Privatkontor zu.
„Mensch, Lichti, habem Sie Glück... Nun fehlt bloß noch, daß Windecker Ihnen dem Urlaub schon abgeschlagen hat?
Lichti tat so, als ob ihm das alles nur wenig imnteressiere. Aber dann mußte er doch lachen. Er ging zu Fräulein Go⸗ renflo, die gerade die Muscheln der Dittiermaschine an ihre Ohren klemmte.
„Ich bitte Sie, Herrn Windecker zu melden, duß mir Herr Brosang Urlaub für Paris gegeben hat.“
Lichti sagte das sehr sernehmlich
„Ich habe Sie verstemden, Herg Lichti. Als Sie gestern aus dem Büro waren, hau übrigens, Dr. Kurth sehr nach 8 verlangt. Sie sollten doch nicht vergessen, sum Training zu kommen.—— Lieber Lichti, nehmen Sie mir es nicht übel, aber Sie gefallen mir gar nicht. Nun ziehen Sie man keine Schnute. Sie haben sich auch früher von mir was sagen lassen, und es ist Ihnen immer gut bekommen. Noland Lichti, ich be⸗ fürchte, daß der Sport auf die Dauer doch nichts für Sie ist. Im Grunde ist Windecker liberaler als der Chef, und doch haben Sie bei ihm keinen Blumentopf vrehr zu gewinnen. Der ist geladen auf Sie! Warten Sie nur, wenn das Gewitter los⸗ geht. Windecker will dem Alten alles sagen, was er über Sie und die Hedemann erfahden hat
„Das Vergnügen ol er haben. Schließlich bin ich doch kein Laufbursche, und nicht einmal dem kann man es verbieten, lich von den Kunden des Hauses ansprechen zu lassen.“
„Sie weichen aus, Lichti! Es handelt sich nur darum, ob Sie einen der besten einflußreichsten Kunden unserer Bank in der Gesellschaft lächerlich machen dürften.“
„Wollen Sie sich nicht etwas klarer ausdrücken?“
„Wie Sie wollen, Lichti. Sie haben Beziehungen zu Frau Hedemann, die vor ihrer Heirat mit Direktor Kornberg steht!“
Pah, bis heute sind die beiden nicht mal verlobt!“
„Solche Leute brauchen das auch nicht, die heiraten ohne Verlobung.“
„Danke für gütige Belehrung. bitte, arbeiten, Fräulein Gorenflo.“
5
Parole Paris.
Und nun lassen Sie mich,
Lichti war zum Chef befohlen worden.
„Sagen Sie, Luchti, woher kennen Sie Frau Hedemanmn unsere mdin?“
„Ich kenne sie vom Sport.“
„Sind Sie näßer miteinander, bekannt?“
„Jawohl.“
„Befreundet?“
Pause. g 5 5
„Herr Lichtit es täte, mir sehr, fehr leid, wenn ich wein Urteil über Sie revidieren müßte. Wir haben uns 995 auseinandergelebt und müssen daraus die Konsequengen ziehen. Ich mochte nämlich einerseits ihrem Glüche nicht ent⸗ gegenstehen, andererseits aber auch die Interessen meinen, Bank nicht durch Sie aufs Spiel setzen kassen. Sie werden mich ver⸗ standen haben. Lerr ichti, ich habe bn einige Tage Ur⸗ laub 500 th. 5 5— 8 art antreten!“
„ öchte das nicht, err Brosang!“ uch gut Haben Sie fert noch Wunsche? können gehen.“ 5
Der 9 der Unterhaltung beigewohhat.
„Da haben Jie es, lieber Windecker. Nun wallen wir aber zum Schluß kemmen. Geben Sie der Frau meinet⸗ wegen noch die 2 000 Mark. aber lasfen Sie sie gar nicht erst herkommen. Vom Lichti trennen wir uns auf Grund guütlicher Vereinbarung. Das müssen Sie zu deichseln wissen. Der Junge wird nicht untergehen. Und der Garenflo geben Sie eins auf den Mund!“
Man 15— in den Büros nur das Kratzen der Federn.
„Nun fängt der Abbau auch bei Brosang an“, flüsterte eine Stenotypistin den Kolleginnen zu. 5
„Schade um den Lichti,—aber fürs Geschäft hat er wohl doch zu wenig übrig gehabt“, meinte eine andere.
„Herr Lichti, ans Telephon!“ 4
Der Gerufene glaubte, daß ihm Dr. Kurth wegen seines Schwänzens den Kopf waschen werde. 8
„Hier Maria Hedemann— Grüß Gott, Herr Generaldirek⸗ tor! Jawohl, in meinen Augen sind Sie noch viel mehr als das. 551 Einfluß muß groß sein im Staate Brosang und Co.! Eben wicht superb? un, ich weiß, wem ich das zu danken habe. Vielen Dank! Und nun, wie denken Sie über die europäische Lage? Ich wäre ausnahmsweise bereit, sogar zwischen eins und drei mit nen den Fußball zu kaufen!“
„Ganz zu Ihren Diensten, gnädige Frau. darf ich mich melden?“ 5 5
„Wollen Sie mich um einhalb zwei abholen?“
„Einverstanden! Ich werde pünktlich zur Stelle sein Darf ich mich erkundigen, wie Ihnen der gestrige Abend be⸗ kommen ist?“
„Das sage ich Ihnen nicht am Telephon!“
„Sind Sie mir böse?
Sie
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Wo und wann
öse?“ „Ein bißchen war ichs vielleicht— aber ich habe en schon verziehen. Da kommt mir eben der Ghent,
Blslir polghe Löhnb Sto Braun Hursch Mede
Gau
Hand
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t mir Ihr 0 15 ote 2000 Mark gebracht. Ist das
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