Sonnabend, den 28. Mai 1927.
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Bund, dem ich seit 40 Jahren diene, heiligen Ernst ist nit selnem Streben nach einem Zustand des Friedens zwischen den Belenntnissen in Deutschland, den er sich allerdings anders denkt als der Ultramontanismus Im t übrigen kann ich dem Herrn A. G. nur dankbar da für sein, daß er meine Darlegungen so weilgehend ab bruckt, vielleicht führt das doch manchen Leser des „Mainzer Journals“ zum Lesen der Schrift selbst oder meines größeren Buches:„Unsere Kirche, ihr Werden und Leben, Kämpfen und Arbeiten“(Verlag J. F. Steinkopf in Stuttgart) und lehrt ihn die Wahrheit mit anderen Augen ansehen als Herrn A. G. Stuttgart, Oberschulrat Dr, Mosapp.
Die Heerschau des Stahlhelms.
Der 8. Mai und mit ihm die Kundgebung des Stahlhelms ist vorüber. Auch dersenige, der die Ent wicklung unserer„vaterländischen Verbände“ in jüng ster Zelt nur noch mit Sorge und Trauer verfolgen konnte, hatte genügend äußeren Anlaß, von dieser Kunpgebung etwas wie einen Wendepunkt zum Wie deraufstieg zu erwarten. Wenigstens waren die An kündigungen nicht sparsam mit Versprechungen in die ser Richtung. Und welcher Eindruck blelbt nun, wenn man all die Ausführungen dem Stahlhelm nahestehen den Presse gelesen hat? Für mich ist es der Eindruck einer großen Enttäuschung. Der Stahlhelmführer Seldte hatte eine Ossenbaxung des„Frontgeistes“, der „Stahlhelm-⸗Idee“, der„Botschafst des Stahlhelms“, des„Stahlhelmweges“, der„neuen Ethit des Stahl⸗ helms“, des„Nichtmannes als neuen deutschen Typ“ versprochen. Und was ist nun dieses Große, Neue, Um wälgende, das in Berlin verkündet worden ist? Der Stahlhelm fordert Wehrrecht und Wehrwillen; er for⸗ dert den Nationalstaat, wirfsamen Widerruf des er⸗ preßten Kriegsschuldbelenntnisses, die Regelung und WMiedergutmachung der Weltkriegsschäden auf Grund der solidarischen Haftung aller für den Weltkrieg ver— antwortlichen Völter; schleunige Rheinlandräumung, Wiederanerkennung der Farben Schwarz⸗weiß⸗rot, Er⸗ öffnung von Siedlungs- und Arbeitsgebieten für den Bevölkerungsüberschuß, Stärlung der Machtbesugnisse des Reichspräsidenten. Der Stahlhelm will keine neue Partei gründen,„aber seine Angehörigen sollen in allen Stellen des öffentlichen Dienstes, von der Ge— meinde bis zum Reich, die Möglichteit maßgebender Mitarbeit erlangen“. Der Stahlhelm will den Mar⸗ riomus bekämpfen.„Mit allen parlamentarischen und außerparlamentarischen Kräften des deutschen Volkees, die Blut- und Kampfgemeinschaft mit ihm halten wol⸗ len, wird der Stahlhelm bei Regierung und Parlament die Durchsehung seiner Ziele erzwingen. Das ist der Weg und der Wille des Stahlhelms zur inneren und üußeren Befreiung Deutschlands.“ Ist das nun etwas so Besonde res, Neues und Umwälzendes, was hier ver kündet wird? Man kann sich freuen über die Summe von Ideglismus, die in diesen Zielsetzungen steckt. Und doch muß bei ernster Prüfung gesagt werden, daß auch beim Stahlhelm, wie bei so manchen anderen natio— nalen Bewegungen eine große Selbsttäuschung vorliegt. Was unser Polk braucht, sind nicht stark klingende Del lamattonen, oder imposante Parademärsche, sondern die Erschließung neuer Krastquellen. Und solche Kraft quellen sucht man beim Stahlhelm vergebens. Dar über kann auch„die Erscheinungssorm der grauen, auf⸗ marschierenden Stahlhelmkolonnen“ und das wogende Meer der schwarz⸗weiß⸗roten Fahnen nicht hinweg⸗ täuschen. Es ist bitter, das aussprechen zu müssen. Aber nur die Arbeit, auch wenn sie bitter ist, kann uns frei machen von dem Blendwerk der Phrase und Illu sion. Die große Täuschung liegt wenn wir einma! von der politischen Zielsetzung ganz absehen wollen sowohl beim Stahlhelm, als auch bei anderen Ver händen in erster Linie in der falschen Wertung und
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„Evangelische Warte“
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Auswertung des Fronterlebnisses, das man immer und immer wieder in den Mittelpunkt stellt. Jeder, der den Krieg mit Bewußtsein in seiner ganzen Wucht und in seiner schärfssten Ausprägung an der Front erlebte, kann von diesem Fronterlebnis sagen. In seiner ein sachsten Form war es das Erleben der Uehergewalt eines großen und schrecklichen Schicksals, dem man nicht entrinnen konnte, dem man sich in dumpfer Ergebung mehr oder weniger willig fügte. Auf höherer Stufe war es das Vewußtwerden der Schicksalsverbundenheit mit dem eigenen Voll und Land und die befragende Loslösung vom kleinen Ich und die freiwillige Hingabe an das Ganze. Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen! Aus diesem Erleben folgte die Auf hehung aller sozialen Schranken, das Bewußtsein einer in Not- und Todgemeinschaft geschlossenen Kamerad schaft und Schicksalsgenossenschaft. Aus dieser Form des Fronterlebnisses erwuchs die vaterländische Be wegung der Frontsoldaten. So gewaltig und erschüt sernd dieses Erleben war, so starke Kräfte es bei hoch stehenden Menschen auslöste, es konnte diese Kräfte eben nur auslösen. Zur Krastquelle selbst konnte es nicht werden. Das trat sofort deutlich in Erscheinung, wenn die Wucht der äußeren Verhältnisse verschwand und der Frontsoldat in das Leben„hinter der Front“ zurückkehrte. Da zeigte es sich, daß das Fronterlebnis nicht vor Veräußerlichung und vor Oberflächlichkeit hatte bewahren können; das Erlebnis der Schicksalsge meinschaft mit den Kameraden war nicht imstande ge wesen, die Rivalität zwischen den einzelnen Truppen teilen und noch weniger zwischen den einzelnen Stäm— men auszulöschen. Daß das Fronterlebnis nicht ohne weiteres die politische Reife ersetzen kann, lehrt die Ent wicklung unserer nationalen Bewegung der Nachkriegs zeit. Auch die Kundgebung des Stahlhelms ist ein neuer Beweis dafür. Und das Wichtigste: das Front- erlebnis an sich verbürgte auch bei dem besten Solda— len keineswegs Festigleit gegenüber den sittlichen Ge— fahren. Im Gegenteil.
Die große Selbsttäuschung weiter Kreise— auch des Stahlhelms liegt darin, daß sie das Fronterleb— nis als politisches Reifezeugnis und als Kraftquelle einsetzen. Kein Wunder, daß gerade dann, wenn es gilt, die Probe aufs Exempel zu machen, die auf dieses Fronterlebnis aufgebauten Organisationen sich als Versager entpuppen. Daß trotz des starken und ehr— lichen Idealismus, der im Stahlhelm zu finden ist, sich doch auch die Brüchigkeit des Grundes der nationalen Bewegung und Unzulänglichkeit des„Frontgeistes“ offenbart, zeigen einige kleine Streiflichter.
Die Leitung des Stahlhelms hatte einen Presse— empfang veranstaltet, um den Pressevertretern etwas mehr über die wirklichen Ziele des Stahlhelms mitzu— teilen. Die völkische„Deutsche Zeitung“ berichtet darüber:
„Der Frontsoldatentag des Stahlhelm hat begonnen
Den Auftakt bildete ein Empfang der Vertreter der Presse des ganzen Deutschen Reiches am Donnerstag Abend im Hotel Prinz Albrecht in der Prinz-⸗Albrecht Straße. Etwa 60 Vertreter der verschledensten nationalen Zeitungen. unter ihnen auch Geheimrat Zechlin von der Reichspresse— stelle, wurden von den Bundesführern Seldte und Duester— berg, sowie deren tüchtigen und zuverlässigen Unterführern in der herzlichsten und angenehmsten Weise empfangen. Nach kurzer Begrüßung und Erneuerung der Bekanntschaf— ten setzte man sich an eine Tafel. In der Ecke des Saales, stand eine Gulaschlanone, ein Hornist blies„Essen holen“ und dann gab es Erbsensuppe mit Wurst. Zu dieser Erb⸗ sensuppe spendete der Landesverband Westsalen einen tüchtigen„Swarten Korn“. Wie alte Soldaten stürzten sich die Stahlhelmer und, ihrem Beispiel folgend, die Presse vertreter, mit hungrigen Mäulern über dieses genußreiche Mahl. Der Landesverbandsführer von Groß-Berlin er hob sich und hieß die Vertreter der Presse auf das herzlichste willkommen. Bald darauf ein neues Trompetensignal. Der Bundesführer Seldte steht auf und spricht zu den ge— geladenen Gästen vom Geiste des Stahlhelms.“
Dornenwege.
Roman von Clara Meller, 20, Fortsetzung.
„Oho, so allein im Dämmerschein,“ ref Hans im Tür rahmen und das helle Lampenlicht flutete mit ihm herein, er lam ellend auf seine Mutter zu, die frische Winterluft drang noch aus seinen Kleidern, warmherzig ergriff er ihre Hand und küßte die gefurchte Stirn
Sle blickte erwartungsvoll nach der Tür:„Wo ist Deine Frau?“
„Einen Gruß von Urle, aber sle kann nicht mehr reisen, fühlt sich beim Familienrat auch. überflüssig.“ Ein Zug herber Enttäuschung glitt über ihr Gesicht:„Sie will nicht, nenne es belm rechten Namen!“
Er wurde feder weiteren Antwort überhoben, Stimmen gewirr und Lachen drang herein, die Erwarteten kamen zur Begrüßung, der Kronenleuchter wurde angezündet, frisches Leben zog ein.
Gerhard hatte seine Schwägerin Ludmilla kühlhöflich ein geladen, um der Form zu genügen, aber sie war eingetroffen mit dem Kindersräulein und dem Knaben, man wußte ja nicht, was noch herauszuholen war, nach ihrer Gesinnung balt der Spruch:„Lieber ducken, als darben.“
Die angegrissene Gesundheit gebot Frau Wendtland, sich bald zurückzuziehen, aber ruhelos warf sie sich auf ihrem Lager hin und her, sollten ihre Pläne vereitelt werden, an dem Trotz ener gekränkten Frau scheitern?
Sie hörte die angeregte Konversatton von unten herauf schallen, dann das laute Weinen des Kindes, dazwischen das ungeduldige Schelten des Kinderfräuleins,
Fiebernd warf sie sich hin und her, die letzten Ereignisse hatten ihren nicht mehr widerstandsfähigen Nerven zerrülttet, die quälende Angst jagte ste wieder auf, sie kleidete sich noch mals an, die Seide rauschte und knisterte und glänzte auf
dringlich in ihre milden Augen, trotzdem strich sie stolz darüber hin, die starre, schwere Seide gehörte nun einmal zu ihr. Der schwarze Spitzenschal legte sich breit über ihren weißen Schei tel und ließ das Gesicht gelblicher, leidender erscheinen.
Sie schob die Hängelampe höher und tratt an den Sammel rahmen, da sehlte kein Kind, kein Schwiegerkind, nur Urle! Sie gab im Zorn Hans das Vild zurück, nur wer ihrem Her zen nahestehe, andere Photographien begehre sie nicht! und heute wollte sie um jeden Preis die Gegenwart der Verschmäh— ten fordern! Aus Liebe? Nein, es durfte nicht einmal Sympathie sein, diese unwiderstehllche Sehnsucht es war Schein, die Unruhe wob so verworrene Bilder, zeitigte un wahre Empfindungen. Sie wollte, sie konnte nicht sterben. ohne Urles Schwur, ja sie wollte ihr Fesseln anlegen, die sie nicht zu brechen wagte!
Sle trat hastig aus dem Dämmerlicht des Erkers in die strahlende Helle, fort mit den weichen Regungen, grad' aus zum letzten Ziel!
„Nun, Ludmilla, was hast Du zu der Aufklärung Deiner Verleumdung gesagt?“ Hans sah schadenfroh seine Schwägerin au. Sie zuckte gleichmütig die Schultern:„Sie ist eben sehr extravagant!“
Haus wollte empört auffahren, doch der Gerichtsrat hielt ihn am Arm fest:„Gib Dir doch keine Mühe, Hans, gegen solche Frauen kämpfen wir vergebens! Ich freue mich, Deine Frau zu sehen, sie wird doch noch kommen?“—
Die greise Lauscherin hinter der Portiere, die eben ein treten wollte, zuckte zusammen und ließ die Hand wieder sinten.„Hexenkunst,.“ murmelte sie,„unrettbar verfallen ihr die Männer!“
Schwankend, wie eine Trunkene, trat sie herein, ihre Augen krrten dahin, ohne jemand zu erkennen.„Hans,“ rief sie.
Er sprang auf und führte sie zum Sofa, man sah, daß sie sich nur mit Anspannung aller Kräfte aufrecht hielt.„Schreibe,
Auf der Warte.
Die gußereuropäischen Geschehnisse interessiere uns in der letzten Woche sehr wenig. Das Interesse flit die chinesischen Wirren ist erlahmt, selbst die woh fal ziemlich einzigartig dastehende Ueberschwemmungs 0 latastrophe in Amerila mit allen ihren den Mensche eln so furchtbar mitnehmenden Begleiterscheinungen wurde“ in den Hintergrund gedrängt. Man spielt in Europ wieder einmal um wichtige Dinge. Die Genfer Welt wirtschaftskonferenz will gerade ausgehen wie Hornberger Schießen, bei dem bekanntlich die Hom berger einen Schützentönig herauszuschießen hatte nach mehrstündigem Schießen das Pulver ausging, un bis dahin leiner aber auch nur die Scheibe getroffe hatte. Manu ist mit der Zeit von diesen internationale 1 Zusammenkünften immer mehr enttäuscht. Was bedell. ten uns noch alle die schönen Reden, die gehalten were den, während man hinter den Kulissen doch auf ande. ren Instrumenten spielt?— Die Sponnung Englanh
Nußland hält unvermindert an. Von beiden Seele len droht man mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Hat Deutschland Vorteile davon! 5 Keineswegs! Wenn wirklich Rußland nach einen A Bruche seine Aufträge aus England zurückziehen würde. und sie Deutschland übertragen bekäme, hätten wit 5 wohl sofort die wirtschaftliche Gegnerschaft England 7 sofort zu fühlen. Wir können überhaupt in letzte Zeit von allzu großem Entgegenkommen Englands auf ch leinen Fall sprechen. Unsere Vermutung in der letzte ben Nummer der Warte, daß man bei dem französischey fle, Ministerbesuch in London deutsche Interessen verlauf% würde, hat sich als richtig erwiesen, obwohl genaue An gau gaben über den gegenseitigen Einsatz zwischen England 1 und Frankreich bis jetzt fehlen. Die darüber erschienene beit Artikel der halbamtlichen Zeitungen bis jetzt weder Be 0 stätigung noch Dementi erfahren.— Polen, der bissigste ba struppigste und eingebildetste Köter Europas hat bel ieht! den Gemeindewahlen in Rybnit sein wahres terroristt Aang sches Gesicht gezeigt. Man muß sich über die lamm, ben. sromme Geduld der deutschen Regierung wunder Nelber Man muß staunen über die Interesselosigteit des Völs lerbundes. Ist sie Absicht oder Ohnmacht? 40 schwer in verletzte Deutsche in den Nybnikern Krankenhäuserg fegt will doch etwas heißen! Arme Menschen, die für ih fuer Deulschtum so viel aushalten müssen! Ist das Schutz An! der Minderheiten?— Im deutschen Reichstag berich, e de tote ein besonderer Ausschuß nach jahrelanger Arbei ele, über Völterrechtsverletzungen im Weltkrieg. Der un en ter Mitwirkung anerkannter internationaler Größen ber abgefaßte Bericht stellt eine glänzende 11 U. bels Deutschlands dar. Aber, aber. Wo macht das ein an e deres Land? Und wenn es ein anderes Land täte wo ist dort wie bei uns der Sozialdemokrat, der den elehn Bericht Lüge nennt? So was kann nur dem einfhl, en E tigen deutschen Michel passieren. Dabei haben die in Ausschuß vertretenen Sozialdemokraten den Entschlie⸗ zungen und Beschlüssen zugestimmt! So bot wieder einmal der Reichstag ein beschämendes Bild! Auf drei Wochen hat er sich übrigens vertagt.— Erschütternd wirkten die Nachrichten von dem furchtbaren Straßen⸗ bahnunglück in Kassel auf uns ein, bei dem 10 Men schen ihr Leben verlieren mußten.— Der hessische Landtag arbeitet unermüdlich am Etat. Das Kapitel Polizei hielt infolge zahlreicher Wünsche und Einsprüche erheblich auf. Dafür wurden an einem anderen Mol gen 15 Kapitel durchgejagt.— Das hessischen Hand⸗ werk unternimmt am 15. Juni eine Sonderfahrt ux
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Das ist eine verdächtige Symbolik des Stahlhelm n geistes! a.
And ist es nicht bezeichnend, daß das vielgerühmte 100 Fronterlebnis bis heute nicht den Zwiespalt zwischen len den nationalen Verbänden beseitigen konnte? 1
„Ich fürchte, es wird wenig nützen, sie reist jetzt nicht!“— „So hole sie, sage, ich sei krank und wollte sie noch ein mal sehen, das kann sie mir nicht verweigern!“— 5 „Dir zu Liebe will ich es versuchen, ob ich es vermag, be“ zweifle ich.“ A0 4 Sie erhob sich:„Ich erwarte sie, säume nicht!“— N Ludmilla geleitete ihre Schwiegermutter hinaus:„Wäre e Du ein Herr, sie käme,“ flüsterte sie hämisch.— 4 Alle guten Genien rief Hans zur Hilfe, Urle umzustimmen, g vergebens. Ruhig und bestimmt lehnte sie ab, da sie an die 10 Selbstlosigteit ihrer Schwiegermutter einfach nicht glaubte, N wieder ein Intrigue fürchtete.—. n Da kam eine Depesche: Kommt schnell, Mutter sehr krank n gn Schweren Herzens fuhr Urle mit, die Kraft einer Sterben dr den war ja gebrochen, also mußte wirklich nur der Wunsch. 1. 0 persönlich Abschied zu nehmen, den Ruf diktiert haben.— Zum zeiten Male bekam die Herrin von Königsborn die Sterbesatramente, wieder herrschte angstvolle Aufregung, nie- mand wägte in dieser Stunde, jeder stand im Banne des Todes Urle lehnte am Fenster, lose floß das faltige Gewand an ihr herabssie hatte nichts da drinnen zu suchen.— 1 Die Sonne weckte blinkende Reflexe im Schnee und schmolz der Aeste Schneetuch, daß es in krystallklaren Tröpfchen an den Endspitzen wie Tränen schaukelte. Die Meisen kletterten lustig an den Spalieren in die Höhe zur Futterstelle, der loße Schnee stäubte unter der Berührung dieser leichtbeschwingten N Wintergäste zur Erde, ein anmutiges Winterbild. 1. Hans war unbemerkt in das Zimmer getreten, die Teppiche 1 dämpften seinen Schritt, leise legte er die Hand auf ihre Schul- ter, sie schnellte herum. ö „Habe ich Dich erschreckt?“ fragte er weich,„Mutter ruft Dich.“ Sie sah Tränenspuren in seinem Gesicht:„Leldet sie sehr?“
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daß Deine Frau kommt.“
5 „Der Arzt verbietet nur jede Aufregung,„er wartet erst 05 N ab, was der Abend bringt, bevor er heimfährt.“— e


