Einzelbild herunterladen

6 vangelis

drgan der Evangelischen Volksgemeinschaft

rte

auptschriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen). erantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, n den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz.

ür Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert.

8888808

——

8888

Unser Ziel ist klar!

Leben wird.

große Ziel zu erreichen, das wir uns gesteckt haben. evangelische Partei Deutschlands angesehen. Und die schönen Erfolge unserer Werbearbeit beweisen es:

Gott ijt mit uns! Den Sieg werden wir erlangen!

Mit evangelischem Gruß!

Erscheint Samstags.—. 50 Pfennig monatlich. Abonnements⸗ und Anzeigen⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21.

45 1362 und 1145. Postscheckkonto 8437 Frankfurt a. M.

Sonnabend, den. Janunr 1927.

.

die herzlichsten Glück und Segenswünsche für das Fahr 1927

entbieten wir allen unseren lieben Freunden in Stadt und Land! neue die ebenso herzliche wie dringende Bitte:

Werbt bei jeder sich bietenden Gelegenheit für die Evangelische Volksgemeinsthaft! Let und fördert die„Evangelische Warte“!

Zeigt alle durch tatkräftiges Eintreten für unsere heilige Sache, Heute schon wird die EV. von namhaften Deutschen als die kommende große Heute schon erkennen die Parteien, daß die EV. ein wirksamer Faktor im öffentlichen

Dr. jur. Moegenburg⸗ Frankfurt a. M., 1. Vorsitzender der EV.

Mit diesen Wünschen verbinden wir am Anfang eines Jahres aufs

e die 30mm 70 Kleinzeile auswärts 24 Pig.

am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg.,

Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung.

Rummer 1.

daß Ihr gewillt seid, mit uns das

Pfarrer Weidner ⸗Ober⸗Lais, Reichsgeschäftsführer der EV.

EEE

OOO OOO OOO OOO οοοοοοοοοοοοοοοοοοοοοοοι—

SSSSSSSSS88 888888

zur Jahreswende 1927.

Wieder ist ein Jahr an uns vorübergegangen. Für alle, welche nicht über Arbeitslosigkeit zu klagen hat⸗ un, ist es mit Eilzugsgeschwindigkeit vorbeigerast. Was lat es uns alles gebracht? Das außenpolitische Ge⸗ shenk des Jahres waren die Verhandlungen in Genf. Genn auch nicht alle Kreise unseres Volkes von den ortigen Abmachungen restlos befriedigt sind— das ird wohl auch nie möglich sein— so halten doch viele us Erreichte für einen Fortschritt. Endlich hat man 0 für die Beendigung der Militärkontrolle auf einen zag, den 31. Januar 1927, geeinigt. Leider liegt die rage der Erldsung aller immer noch besetzten Gebiete deutschlands im Unklaren. Hoffentlich ist es möglich, in neuen Jahre auch hier Fortschritte zu erlangen. Aerding⸗ wird diese Hoffnung durch die unglaubliche steisprechung des Mörders Rouzier schwer erschüttert.

Unsere Wirtschaft leidet unter der Geldnot von fast allen Berufsschichten. Die Arbeitslosigkeit, welche

Mulig in das neue Jahr!

Sprüche 2,7. Gott läßt es dem Aufrichtigen gelingen. 1 Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten

f

7

zum Herren, der unserm Leben

9 bis hierher Kraft gegeben.

So singt Paul Gerhardt in den Zeiten des dreißigjährigen stieges. Auch wir wollen in unserer Zeit des Sturmes und

Itanges der Nachkriegszeit mit frohem Mute und Gottvertrauen in das neue Jahr hineingehen. Was hilft es, den Kopf hängen d lassen? Gewiß gibt es heute viele enttäuschte Menschen, die wer alles Mögliche jammern. Gewiß gibt es bei dieser Jahres dende vieles, was einem nicht gefallen kann. Wir leben eben in Reiche der Menschen und nicht unter lauter Engel. Es hat ider seinen Grund für die Unzufriedenheit. Der eine ist nicht

friedigt vom Gange unserer Außenpolitik, der andere kann sich cht in unsere Innenpolitik hineinfinden. Da ist einer, dem fallen die religiösen, dem anderen die konfessionellen Zustände

15 unserem Volke nicht. Der eine klagt über das herunterge⸗ uUnmene Volk, der andere über seinen eignen Niedergang. Alngen über Klagen hören wir, wenn wir einen neuen Anfang nochen wollen. Wie kann der Anfang gut werden, wenn er un⸗ n Jammern und Klagen begonnen wird? Heute gilt, noch en anderes Wort aus schwerer Zeit unseres evangelischen Sän— gas Paul Gerhardt zu beherzigen:„Auf, auf. gib deinem

echmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze be— übt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles hren soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.“ 8 dem getrosten und frohen Mute dieses vorbildlichen Leid⸗

1 eine 1 1 zeigte,.

f 7 16 wollen wir uns auffsch ten Dari laßt uns 75 Klein-

gegen Ende des Jahres in manchen Reichsgebieten, be— sonders in Berlin, wieder zu. Die Bauersleute, welche immer noch die Mißernte des vorigen Jahres spüren, haben sich in diesem Jahre noch nicht völlig erholen können. Neue Verschuldung ist über diesen Stand ge— kommen, der dazu noch sehr unter ungerecht verteilter Steuerlast zu leiden hat.

Auf dem Gebiet der Kultur ist als besonderer Fortschritt das Gesetz gegen Schund und Schmutz zu nennen. Es ist erfreulich, daß ein demokratischer Mi— nister gegen einen Teil seiner Partei dieses Gesetz im Reichstag durchgebracht hat. Bedauerlich waren die Schwierigkeiten, welche die Annahme eines so notwen— digen Gesetzes verzögerten u. oft sogar in Frage stellten. Das Reichsschulgesetz ist in diesem Jahre nicht dem Reichstag vorgelegt worden, trotzdem immer wieder versichert wurde, daß seine Bearbeitung im Ministerium fortschreiten würde. Eine andere Frage wird wohl da hemmend wirken: Wie steht es um das Reichskonkordat? Wir haben ja in Nr. 51 des vorigen Jahrgangs einen länge n 1 1 3 eine 1

mut wegwerfen. Mutig gehen wir in das neue Jahr hinein!

Manchen fällt es heute schwer, an das Regiment Gottes zu glauben. Wenn man die Vergewaltigung unseres deutschen Vaterlandes sieht, die Ungerechtigkeit und Frevelhaftigkeit, wo— mit ein französisches Kriegsgericht einen Mörder freispricht, weil er Franzos ist und andere zu schweren Gefängnisstrafen verur⸗ teilt, weil sie Deutsche sind. Andere sehen kopfschüttelnd die Herz— losigkeit und Habgier, die Bestechungen und Korruptionserschein⸗ ungen im eignen Volke. Da meinen viele, Gott müsse da mit seinem Strafgericht dazwischenfahren. So hatte Johannes sich auch den kommenden Messias vorgestellt. Aber ein ganz anderer kam. Es kam der Bringer der göttlichen Langmut und Liebe. Daß Menschen so sündigen können, ohne daß gleich von Gott eine Strafe eintrifft, daran erkennen wir gerade, daß Gott ein gnädi— ger Gott ist. Wenn das Maß voll ist, dann wird er schon zur rechten Zeit eingreifen. Das war die Verkündigung der Pro— pheten des Judentums. Damit haben sie ihre Volksgenossen bei Glauben und Volkstum erhalten. Sie haben sich nicht geirrt. Wie die Propheten es ansagten, so stürzten die Reiche, die schwere Schuld auf sich geladen hatten.

Darum wollen wir Gott danlen, daß er so langmütig sein kann. Wer schuldlos leidet, der soll sich an dem schuldlosen Lei— den unseres Heilandes aufrichten und mit Jesus leiden. So blei⸗ ben wir an unserem Gottesglauben. Wer in schwerer Zeit ein festes Gottvertrauen hat, der ist sicher vor der Verzweiflung, durch die sich heute so viele Menschen das Leben nehmen. Wer an Gott glaubt, der gibt sich selbst nicht auf. Er sagt vielmehr: „Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich!“ Er weiß, daß Gott es dem Aufrichtigen gelingen läßt.

Was bedürfen wir, um zu diesen Aufrichtigen zu gehören?

Förderung eines Reichskonkordates behauptete. Viel— leicht wird uns das neue Jahr den Vorhang über diese Machenschaften lüften.

Ein wenig schönes Geschenk ist dem Reiche vor Weihnachten gebracht worden. Wie vor einem Jahre die Regierung Luther abgedankt hatte, so mußte dies⸗ mal auf Grund eines sozialdemokratischen Mißtrauens⸗ antrags die Regierung Marx zurücktreten. Wieder gehen wir ohne Regierung in ein neues Jahr, wodurch natürlich die schwebenden Fragen der äußeren und inneren Politik ein ungewisses Schicksal erfahren haben. Diese Unstetigkeit in der politischen Leitung unseres Reiches, welche durch fehlende sichere Mehrheitsverhält— nisse verursacht war, verhindert eine geradlinige Politik, die wesentlich die Beruhigung unseres Volkes fördern könnte. Regierungswechsel erregen die politischen Ge— müter und lassen eine neue Reichstagswahl in das Be— reich des Möglichen treten. Das vergangene Jahr war ja für uns Hessen ein wahlfreies Jahr. Damit wir aber nicht aus der Uebung kamen, mußten wir zu zwei . 8 Im Reiche entschied man

Sicher oer! Gott a9 von uns,„daß wir alle gleiche Menschen sind wie die Puppen aus der Fabrik. Wie jeder sein eigenes Gesicht hat, so darf auch jeder seine eigene Art haben. Aber in dieser Eigenart soll er ein aufrichtiger, ehrlicher, ganzer Mann und eine ganze Frau sein. Alle Halbheit und Unentschlossenheit ist Gott zuwider. Wie wären wir in dem Neubau unseres Volkes weiter voran, wenn wir nicht die vielen willensschwachen Volks— genossen hätten. Wie wären unsere Kirchen fest gefügt und stark, wenn wir nicht an den maßgebenden Stellen häufig so ängst⸗ liche Männer hätten. Wir können gewiß keine Engel werden. Unsere Taten und Handlungen werden immer etwas Erden— geruch haben. Aber ehrliche, treue, ganze Menschen können wir wohl werden, die es aufrichtig meinen. Dazu wolle uns Gott im neuen Jahre helfen.

Aufrichtiges Wollen ist schließlich nie vergeblich gewesen. Wenn vielleicht auch eine Zeit lang der Erfolg ausblieb, endlich gelangt festes Gottvertrauen und treues Ausharren doch zum Sieg. Darum wollen wir mutig in das neue Jahr hineingehen! Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?

Unsere Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam' sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Amen. Hr.