Einzelbild herunterladen

r *

zonnabend, den 27. August 1927.

Auf der Warte.

In China ist die Lage noch verworrener geworden

denn je zuvor. Der Weggang Tschangkaischeks sollte die

en 9 der südchinesischen Heere, benannt nach den

erichtet. ˖ u Zeit auftretende Ereignis erlebt, daß Volksmitleid uugunsten Verurteilter eingreifen wollte. Nebenbei ein

igenstaatlichen Rechtsverhältnisse

berkommandositzen Nanking und Hankau, herbeifüh⸗ en, hat aber bis jetzt nicht den gewünschten Erfolg ge⸗ habt. Die Folge davon ist, daß die nordchinesischen gegenüberstehenden Armeen die Kampfhandlungen mergisch aufgenommen haben, um ihren Vorteil aus ieser Lage zu ziehen. Die Südarmee droht zunächst Ranking zu verlieren.— Trotz aller Protestkundgebun— gen, trotz der Warnungen, die aus allen Staaten amen, hat man die seit 7 Jahren zum Tode verurteil— len italienischen Sozialisten Sacco und Vanzetti hin⸗ Die Welt hat das immer wieder von Zeit

eichen, wie kritisch man der Justiz gegenübersteht. Die Amerikas ließen leine zu großen Aktionen zu.— In starkem Gegensatz dazu steht die Begnadigung des Fremdenlegionärs

8 sus klembs, eines Deutschen, der in Marokko den Franzosen

hesertierte, gewissermaßen der Generalstabschef Ab del Krims wurde, schließlich aber doch von den Franzosen gefangen genommen wurde. Die über ihn verhängte

odesstrafe wurde von der französischen Regierung in

leben Jahre Zwangsarbeit umgewandelt. Die deutsche Regierung hatte verschiedentlich interveniert.— In Genf wurde der Kongreß der Minderheiten eröffnet, der ch große Aufgaben gestellt hat, aber bis jetzt nicht recht borangekommen ist. Die eben erst begonnenen Ver⸗ handlungen lassen noch keine Wägung des Erfolges zu.

Der Streit um die von Poincaré angeschnittene Orchies⸗Affaire, die Erklärungen der belgischen und der deutschen Regierungen dazu, haben das Endergebnis der Bildung eines deutsch⸗belgischen Ausschusses gezeitigt, der Kriegsfragen wie Franktireurkrieg, Neutralität usw. untersuchen soll. Der belgische Außenminister Bandervelde wurde dieserhalb stark angegriffen, da Deutschland dadurch erreicht hat, daß man gewissen, von ihm behaupteten Feststellungen nachgehen muß, welche

Tauf vielleicht den Anfang zu einer Revision des Versailler Vertrages bilden. Einen Schritt vorwärts bedeuten sie

sicher.— Mit Frankreich kam es endlich zum Abschluß eines Handelsvertrages, während die Frage der Be⸗ satzungsverminderung in die Länge gezogen wird.— der Reichsverband der Rheinländer hielt in Magde⸗

1 burg eine Tagung ab, die einen erhebenden Verlauf

zielbe

lahm und bei der ein flammender Protest gegen die Rheinlandbesetzung erfolgte. Hat doch u. a. in den letz⸗

en, de ten Tagen die deutsche Regierung darauf hingewiesen, bein daß Deutschland durch Frankreich gezwungen wurde, von en, d. 1920 bis 1925 in 17 rheinischen Städten öffentliche

he Zu

Häuser für die Farbigen zu errichten. Wann wird das

euch alles ein Ende haben?— Nachdem im Weltkrieg der

n seis

„ beigeführt.

Kreuzer„Karlsruhe“ durch eine Kesselexplosion zu runde ging, der zweite„Karlsruhe“ an Englang ab⸗

geliefert und in Scapa Flow versenkt wurde durch seine

deutsche Besatzung, ist ein neuer Kreuzer„Karlsruhe“ unter besonderen Feierlichkeiten von Stapel gelaufen.— n Nürnberg versammelte der nationalsozialistische Parteitag ca. 10 000 Anhänger. Hitler nahm die Pa⸗ tade ab.— Am 18. September soll zur Erinnerung an en ersten großen Sieg in den Masuren das gewaltige annenbergdenkmal eingeweiht werden, wozu der Reichspräsident sein Erscheinen zugesagt hat.— Auch in Hessen hat der Verfassungstag einen Zwischenfall her⸗ Bei der in Gießen stattfindenden Verfas⸗ sungsfeier hat der Reichswehrkommandant Fritz die bon der Stadt arrangierte Veranstaltung mit den Offi⸗

zieren verlassen, da der Festredner starke Angriffe auf

das frühere Regime führte. Nach einer Meldung soll

„Evangelische Warte“

Nr 35

das hessische Ministerium in Berlin protestiert haben,

was von dort aus bestritten wird.— Dem Landtag sind jetzt eine Reihe von Vorlagen zugegangen.

. er Evangelischen Volksgemeinschaft.

Schluß.

8 9. Anträge.

Anträge für die Reichstagung sind spätestens einen Monat vor der Tagung bei der Reichsgeschäftsstelle ein⸗ zureichen. Zur Stellung von Anträgen ist jede Orga⸗ nisation und jedes Einzelmitglied der EV. berechtigt.

80 Geschäftsführer.

Die laufenden Geschäfte der EV. werden von dem Reichsgeschäftsführer(oder dessen Stellvertreter) ge— führt. Er steht allen Reichswahlkreisen zu Vorträgen gegen Vergütung der Reisekosten zur Verfügung.

§ 11. Ehrenämter.

Sämtliche Aemter in den Organisationen der EV. sind Ehrenämter. Ueber die Gewährung von Entschä— digungen in besonderen Fällen entscheidet der engere Vorstand gemeinsam mit dem Vorstand des Wahlkreis verbandes.

8 12.

Auflösung der EV.

Die Auflösung der EV. kann nur durch eine Reichs⸗ tagung erfolgen. Die Auflösung erfolgt, wenn drei Viertel der erschienenen Mitglieder dafür gestimmt haben. In diesem Falle ist auch über das Vermögen der EV. Beschluß zu fassen.

Die Arbeiterwähler des Zentrums.

Landeskonferenz in Offenbach.

Hierüber lesen wir in der„Darmstädter Zeitung“ vom 9. August u. a. folgendes:

Die am letzten Sonntag in Offenbach stattgefundene Lan⸗ deskonferenz der hessischen Arbeiterzentrumswähler und ⸗wäh⸗ lerinnen war nicht allein aus allen Teilen Hessens gut beschickt worden, sondern zeigte durch den glänzenden Verlauf und durch die Aussprache, daß die hessische Zentrumsarbeiterschaft geschlos⸗ sen hinter ihren Führern steht. Stadtverordneter Wesp, Darm⸗ stadt, dem die Aufgabe zuteil wurde, die Wünsche und Forde⸗ rungen der hessischen Arbeiterzentrumswähler und-wählerin— nen vorzutragen, gab zunächst die Erklärung ab, daß die Ver⸗ einigung der hessischen Zentrumsarbeiter und ⸗arbeiterinnen keine Partei in der Partei sei. Die Arbeitsgemeinschaft hat nur den Zweck, die Arbeiter in die Ideen der Zentrumspartei einzuführen, sie zur planmäßigen und eifrigen Arbeit inner⸗ halb der Partei anzuhalten und die politischen Wünsche der Arbeiterschaft in der Partei und Landtagsfraktion geltend zu machen. In seinem Referat trug der Referent diese Wünsche vor. Unter anderem wünscht die Zentrumsarbeiterschaft von der Parteileitung, daß bei dem bevorstehenden Wahlkampf frühzei⸗ lig mit den Wahlvorbereitungen begonnen wird. Der dies⸗ malige Wahlkampf wird voraussichtlich ein schwerer werden. Die Schulfrage werde neben sonstigen wichtigen Kultur- und sozialen Fragen im neuen Landtag zur Debatte und zur Ent⸗ scheidung stehen. Es sei deshalb dringend notwendig, daß die Zentrumspartei bis in das letzte Dörflein, wo Katholiken und Zentrumswähler wohnen- aufklärend eindringen. Die Zen⸗ trumsarbeiterschaft werde dabei helfend der Gesamtpartei zur Seite stehen. Es müsse das Ziel aller Zentrumsanhänger ohne Unterschied sein, daß die Partei mit erhöhter Mandatsziffer in

die Klinke der eisernen Gittertür. Der Wind spielte mit ihrem leichten Nachtgewande; von den Linden, welche zur Seite des Einganges standen, wirbelte ein Schauer von gelben Blättern

auf sie herab.— Doch— was war das?— Drüben aus den

Tannen, ganz wie sie es vorhin zu hören glaubte, erscholl auch

letzt das Bellen eines Hundes, sie hörte deutlich etwas durch

die dürren Zweige brechen. Eine Todesangst überfiel sie.—

And wieder erscholl das Gebell.

„Nero,“ sagte sie;„es ist Nero“.

Aber sie hatte sich mit dem schwarzen Hüter des Hauses nie befreundet, und unwillkürlich lief ihr das wirkliche Tier mit den grimmigen Hunden des Traumes in eins zusammen; und

jetzt sah sie ihn von jenseits des Rasens in großen Sprüngen auf

sich zukommen. Doch er legte sich vor ihr nieder, und jenes un⸗ verkennbare Winseln der Freude ausstoßend, leckte er ihre nackten Füße. Zugleich kamen Schritte vom Hofe her, und einen Augenblick darauf umfingen sie die Arme ihres Mannes; ge⸗ sichert legte sie den Kopf an seine Brust.

Vom Gebell des Hundes aufgewacht, hatte er mit jähem Schreck ihr Lager an seiner Seite leer gesehen. Ein dunkles Wasser glitzerte plötzlich vor seinem inneren Auge; es lag nur lausend Schritt hinter ihrem Garten an einem Feldweg unter dichten Erlenbüschen. Wie vor einigen Tagen sah er sich mit Ines an dem grünen Uferrande stehen; er sah sie bis in das Schilf hinabgehen und einen Stein, den sie vorhin am Wege

aufgesammelt, in die Tiefe werfen.„Komm zurück, Ines!“ hatte

gerufen,„es ist nicht sicher dort.“ Aber sie war noch immer hengeblieben, mit den schwermütigen Augen in die Kreise farrend, welche langsam auf dem schwarzen Wasserspiegel aus⸗ sefen.„Das ist wohl unergründlich?“ hatte sie gefragt, da er sie endlich in seinen Armen fortgerissen. Dias alles war in wilder Flucht durch seinen Kopf ge⸗ 1 als er die Treppe nach dem Hofe hinabgestürmt.— uch damals waren sie durch den Garten von ihrem Hause portgegangen, und jetzt traf er sie hier, fast unbekleidet, das shöne Haar vom Nachttau feucht, der noch immer von den . tropfte.

Er hüllte sie in den Plaid, welchen er sich selbst vorm Hi⸗ nuntergehen übergeworfen hatte.„Ines,“ sagte er— das Herz schlug ihm so gewaltig, daß er das Wort fast rauh hervorstieß —„was ist das? Wie bist du hierhergekommen?“

Sie schauerte in sich zusammen.

„Ich weiß nicht, Rudolf—— ich wollte fort— mir träum⸗ te; o Rudolf, es muß etwas Furchtbares gewesen sein!“

„Dir träumte? Wirklich dir träumte!“ wiederholte er und atmete auf, wie von einer schweren Last befreit.

Sie nickte nur und ließ sich wie ein Kind ins Haus und in das Schlafgemach zurückführen.

Als er sie hier sanft aus seinen Armen ließ, sagte sie: „Du bist so stumm, du zürnst gewiß?“

„Wie sollt' ich zürnen, Ines! Ich hatte Angst um dich. Hast du schon früher so geträumt?“

Sie schüttelte erst den Kopf, bald aber besann sie „Doch—— einmal; nur war nichts Schreckliches dabei.“

Er trat ans Fenster und zog die Vorhänge zurück, so das Mondlicht voll ins Zimmer strömte.

„Ich muß dein Antlitz sehen,“ sagte er, indem er sie auf die Kante ihres Bettes niederzog und sich dann selbst an ihre Seite setzte.„Willst du mir nun erzählen, was dir damals Liebliches geträumt hat? Du brauchst nicht laut zu sprechen; in diesem zarten Lichte trifft auch der leiseste Ton das Ohr.“

Sie hatte den Kopf an seine Brust gelegt und sah zu ihm empor.

„Wenn du es wissen willst—“ sagte sie nachsinnend.„Es war, glaub' ich, an meinem dreizehnten Geburtstag; ich hatte

sich

daß

mich ganz in das Kind, in den kleinen Christus verliebt, ich mochte meine Puppen nicht mehr ansehen.“

„In den kleinen Christus, Ines?“

„Ja, Rudolf“; und sie legte sich wie zur Ruhe noch fester in seinen Arm;„meine Mutter hatte mir ein Bild geschenkt, eine Madonna mit dem Kinde; es hing hübsch eingerahmt über meinem Arbeitstischchen in der Wohnstube.“

„Ich kenne es“, sagte er,„es hängt ja noch dort; deine Mutter wollte es behalten zur Erinnerung an die kleine

Ines.“

den neuen Landtag einziehe. Bei dem Kapitel„Forderungen“ forderte der Referent, daß zunächst einmal die Demokratisierung in der Verwaltung in Hessen durchgeführt wird. Er forderte die Landtagsfraktion auf, hier führend zu sein. Ferner verlangte der Referent Stärkung des Zentrums in den einzelnen Mini⸗ sterien. An die Partei ergehe die Forderung, daß bei der Auf⸗ stellung der Kandidaten die Zentrumsarbeiterschaft besser be⸗ rücksichtigt werde. In der Aussprache kam bei allen Rednern immer der Wille zum Ausdruck, daß im bevorstehenden Wahl- kampf alles getan werden müsse, damit die Zentrumspartei ge⸗ stärkt an Mandaten im neuen Landtag vertreten ist. Es kann gewonnen werden, wenn jeder Katholik und Zentrumsmann und ⸗frau ihre Schuldigkeit täte.

Bei den Forderungen des Referenten steht der Satz: Ferner verlangte der Referent Stärkung des Zen⸗ trums in den einzelnen Ministerien. Also noch mehr Einfluß will das Zentrum in den Ministerien! Was soll man dazu sagen? Die Spatzen pfeiffens doch von den Dächern, daß das Zentrum Hessen, das Land Phi⸗ lipps des Großmütigen, regiert. Die vielen Fälle der letzten Jahre beweisen es ja zur Genüge. Solche Forde⸗ rungen sollte man nicht für möglich halten. Sie wer⸗ den nachgerade auch den Koalitionsfreunden zu bunt, wie das ein Artikel in der hessischen demokratischen Wochenschrift„Zentrum und Personalpolitik“ nur zu deutlich beweist. Kürzlich meinte ein deutschnationaler Politiker, der Einfluß des Zentrums werde in einer Rechtsregierung geringer sein. Das Gegenteil ist rich⸗ tig: In einer Rechtsregierung ist das Zentrum die stärkste Partei, da wird es noch ganz andere Ansprüche stellen! Und die Rechtsparteien werden sie erfüllen!

Nur die Evangelische Volksgemeinschaft gibt die Gewähr, daß den unbilligen Forderungen des Zentrums in Hessen endlich einmal Einhalt geboten wird. Tragen wir bis zur Landtagswahl im Herbst unsere Gedanken „bis in das letzte Dörflein, wo Evangelische woh⸗ nen“, dann mag die Zentrumspartei, gestärkt an Man⸗ daten, im neuen Landtag vertreten sein— die Vorherr⸗ schaft dieser Partei findet dann doch ihr Ende. W.

Wie wir noch nachträglich erfahren, wurde auch über die Evangelische Volksgemeinschaft ein freundliches Wort gesprochen, das uns zur Zusammenarbeit im kom⸗ menden neuen Landtag einlud. An uns soll es gewiß nicht fehlen, in den Fragen, in denen wir gleiche Ziele erstreben, mit dem Zentrum zusammenzuarbeiten.

D. Schriftltg.

Der moderne Krieg.

In Nicaragua hat eine„Schlacht“ zwischen „Aufständischen“ und nicaraguanischen Regierungstrup⸗ pen, die von amerikanischen Marinesoldaten unterstützt waren, stattgefunden, die man als die größte Schlacht in der nicaraguanischen Geschichte bezeichnet. Der Ver⸗ lauf derselben ist sehr bemerkenswert. Die Zahl der „Aufständischen“ muß um ein Vielfaches höher gewesen sein, als die Zahl der Truppen auf der Gegenseite, auch muß ihre Ausrüstung mit Maschinengewehren sehr stark gewesen sein. Nach der Meldung des„Berliner Tage⸗ blattes“ kämpften auf Regierungsseite noch keine 90 Mann, während die Zahl der„Aufständischen“ unter dem General Sandino 400 Mann betragen haben soll. Sandinos Truppen wurden deshalb als aufständisch be⸗ zeichnet, weil sie eine amerikanische Goldmine in San Albino besetzt hatten und sich trotz eines amerikanischen Altimatums weigerten, das Besitztum zu räumen, viel⸗ mehr einen Angriff auf die Regierungstruppen unter⸗ nahmen. Von diesen Angriffsabsichten wurde ein ame⸗ rikanisches Detachement benachrichtigt, das daraufhin fünf Bombenflugzeuge abschickte. Trotz der guten Aus⸗ rüstung von Sandinos Truppen mit Maschinengeweh⸗

—„O e liebe Mutter!“

Er zog sie fester an sich; dann sagte er: hören, Ines?“

—„Doch! Aber ich schäme mich, Rudolf!“ Und dann leise und zögernd fortfahrend:„Ich hatte an jenem Tage nur Augen für das Christkind; auch nachmittags, als meine Ge⸗ spielinnen da waren; ich schlich mich heimlich hin und küßte das Glas vor seinem kleinen Munde—— es war mir ganz, als wenn's lebendig wäre—— hätte ich es nur auch wie die Mutter auf dem Bilde in meine Arme nehmen können!“— Sie schwieg; ihre Stimme war bei den letzten Warten zu einem flüsternden Hauch herabgesunken.

„Und dann, Ines?“ fragte er.„Aber du erzählst mir so beklommen!“

—„Nein, nein, Rudolf! Aber—— in der Nacht, die da⸗ rauf folgte, muß ich auch im Traume aufgestanden sein, denn am andern Morgen fanden sie mich in meinem Bette, das Bild in beiden Armen, mit meinm Kopf auf dem zerdrückten Glase eingeschlafen.“

Eine Weile war es totenstill im Zimmer.

——„Und jetzt?“ fragte er ahnungsvoll und sah ihr tief und herzlich in Augen.„Was hat dich heute denn von meiner Seite in die Nacht hinausgetrieben?“

„Jetzt, Rudolf?“—— Er fühlte, wie ein Zittern über alle ihre Glieder lief. Plötzlich schlang sie die Arme um seinen Hals, und mit erstickter Stimme flüsterte sie angstvolle und ver⸗ worrene Worte, deren Sinn er nicht verstehen konnte.

„Ines, Ines!“ sagte er und nahm ihr schönes kummer⸗ volles Antlitz in seine beiden Hände.

„O Rudolf! Laß mich sterben; Kind!“ 1

Er war vor ihr aufs Knie gesunken und küßte ihr die Hände. Nur die Botschaft hatte er gehört und nicht die dunklen Worte, in denen sie ihm verkündigt wurde; von seiner Seele flogen alle Schatten fort, und hoffnungsreich zu ihr emporschau⸗ end, sprach er leise:„Nun muß sich alles, alles wenden:“

(Fortsetzung folgt.)

„Darf ich weiter

aber verstoße nicht unser