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ä den 26. Februar 1927.
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haben die Frauen in der Hand, 8 N sie nur gebrauchen: Die Beeinflussung der öffentlichen Meinung, die Gestaltung der Vollssitte, der Geselligkeit, der Kleidertracht, und das Stimm⸗ recht. Wenn unser Volk gesund wird, wird es auch wieder einig im Innern und stark nach außen. Gegenwärtig aber haben wir statt eines Organismus Organisationen. Klassen und Berufe organisieren sich als Interessengemeinschaften. Wenn's noch Ge⸗ sinnungsgemeinschaften wären! Aber an der Stelle von Herz und Seele haben jene Organisationen den Geldbeutel, die Ehre oder eine zum blinden Fanatismus werdende feindliche Soli— darität eines Volksteils gegenüber den andern Volksgliedern und dem Ganzen. Dagegen in einem Organismus bedarf jedes Glied aller andern, weiß das und fühlt und handelt danach. Hier können die Frauen Brücken schlagen, zum Ausgleichen und zur Gesundung helfen. Alle Mütter haben zwei Stunden ge— meinsam, die Geburts- und die Todesstunde ihrer Kinder. Wenn sie sich darauf anreden, auf mütterlichen Schmerz und Freude, da verstehen sich hoch und niedrig.
Die Frauen sollen dagegen kämpfen, daß in der Gesetzgebung die Rützlichkeit maßgebend ist, das Interesse einzelner Volksteile, statt Gewissen und Sittlichkeit, und damit das Wohl aller. In der Schulgesetzgebung ist für die Mädchen der Volks- und höheren Schulen das Hausfrauenjahr zu fordern, für die Volksschule auch ein Hausmutterjahr. Das in Fabrik und„Berufen“ stehende Mädchen soll Hausfrau und Kindererzieherin werden können, dazu gehört Kochen und Kinderpflege. Die Tätigkeit und Stel⸗ lung der Hausangestellten gestattet es nicht, sie mit in die Schablone der Arbeiterinnen in Fabrik, Gewerbe und Büro zu pressen. In Haus und Familie gibt's nicht Lehrlinge und Meisterin mit den verschiedenen Reifeprüfungen. Hier sollen Kinder unseres Volks von eignen und fremden Müttern für den Hausfrauenberuf erzogen werden. Und dazu gehört Er⸗ ziehung zu Arbeitsfreude und Veranwortlichkeitsgefühl, Ver⸗ antwortlichkeit auch für fremde Sachen und Personen.
In der Abtreibungsfrage besteht eine Benachteiligung der niederen Schichten gegenüber den höheren und reicheren. Diese gehen zum Arzt, die andern zur klugen Frau. Vor Gericht kommen nur die verklatschten Fälle. Unter Festhaltung des gött⸗ lichen und natürlichen Gebots„Du sollst nicht töten“ ist äußere und innere Not als strafmildernd, die egoistische und volksfeind⸗ liche Bequemlichkeit eines Luxuslebens aber als strafverschärfend zu bewerten. Die Fassung des intellektuellen Urhebers in diesen Fällen ist leider dadurch erschwert, daß Familienmitglieder nichts gegeneinander aussagen können, ohne die Ehe und das Familien- leben zu zerstören. Wieviel Märtyrerinnen gibt's im Ver⸗ borgenen!
Die Eltern müssen die Kinder so erziehen, daß Letztere ihren Verdienst nicht für Genüsse und Putz vergeuden, sondern ihren Eltern etwas abgeben. Das muß ihnen nicht eine drückende
Pflicht, auch nicht die der Dankbarkeit sein, sondern eine Freude. ö
Das Heilandsleben.
Wir bringen im folgenden drei kleine Proben aus der Dich⸗
tung„Das Heilandsleben“ von Marg. Weinhandl.(D. Schriftl.)
Aus dem 1. Teil: Das Ereignis.
Aus den Himmelshallen Der Ewigkeit
Ist ein Stern gefallen In unsere Zeit.
Hat Wurzel geschlagen In unserer Erd',
Hat Blätter getragen Hat Blüten beschert.
Drei schneeweiße Blüten, Einwendig rot;
O Blümlein, tu hüten Dich vor dem Tod!
Aus dem 2. Teil: Das Lämmlein.
„Wo treibt ihr denn das Lämmlein hin, Das weiße, kleine?“
„Wir treiben es zur Schlachtbank hin, Zum Opfersteine.“
Da weinete das Jesukind
Um's Lämmlein kleine,
Da wußte nicht das Jesukind
Am wen es weine.
Aus dem 3. Teil: Die Ahnung.
Auf der dunklen Todesreise
Folgt sie Jesu leise, leise,
Nur von ferne
Schauend nach dem einen Sterne.
Sieht ihn strahlen, sieht ihn steigen, Sich zum Niedergange neigen
Und zerrinnen
Hinter harten Tempelzinnen.
Denkt des Tages, da vor Jahren Sie desselben Wegs gefahren,
Ihn verloren
Vor der Zionsfeste Toren.
Und ihr schauert's durch die Glieder Und sie hört die Stimme wieder: „Mutter mein,
Muß ich nicht beim Vater sein?“
(Nachdruck der Gedichte verboten.)
Nr. 9.
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Zeus und das Pferd. Nach Lessing.
„Vater der Tiere und Menschen“, so sprach das Pferd und nahte sich dem Throne des Zeus.„Man meint, ich sei eines der schönsten Geschöpfe, womit du die Welt gezieret, und meine Eigenliebe heißt es mich glauben. Aber sollte gleichwohl nicht noch verschiedenes an mir zu bessern sein?“
„Und was meinst du denn, was an dir zu bessern wäre? Rede, ich nehme Lehre an“, sprach der gütige Gott und lächelte.
„Vielleicht,“ erwiderte das Pferd,„würde ich flüchtiger sein, wenn meine Beine höher und schmächtiger wären; ein langer Schwanenhals würde mich nicht verstellen; eine breitere Brust würde meine Stärke vermehren; und da du mich doch einmal bestimmt hast, deinen Liebling, den Menschen, zu tragen, so könnte mir ja der Sattel anerschaffen sein, den mir der Reiter auflegt.“
„Gut,“ versetzte Zeus,„gedulde dich einen Augenblick!“
Zeus, mit ernstem Gesichte, sprach das Wort der Schöpfung. Da quoll Leben in den Staub, und plötzlich stand vor dem Throne— das häßliche Kamel.
Das Pferd sah, schauderte und zitterte vor Abscheu.„Hier siehst du höhere und schmächtigere Beine,“ sprach Zeus,„hier ist ein langer Schwanenhals, hier ist eine breitere Brust, hier ist der anerschaffene Sattel. Willst du, Pferd, daß ich dich so um⸗ bilden soll?“
Das Pferd zitterte noch.
„Geh',“ fuhr Zeus fort,„dieses Mal sei belehrt, ohne be⸗ straft zu werden. Damit du dich deiner Vermessenheit aber dann und wann reuig erinnerst, so dauere du fort, neues Geschöpf!“
Zeus warf einen erhaltenden Blick auf das Kamel:„— doch das Pferd erblicke dich nie, ohne zu schaudern.“
Oft denkt der Mensch mit stolzem Mut, Dies und jenes sei nicht gut, Und doch ist weit gefehlet. Was Gott uns gibt, Der uns so liebt, Ist immer gut gewählet.
Mitteilung der Neithsgeschäftsstelle.
Der Rednerkursus in Pfaffen⸗Schwabenheim muß wegen Behinderung der vorgesehenen Redner auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden.— Die mit der Bei⸗ tragszahlung noch rückständigen Ortsgruppen und Einzelmitglieder werden erneut um Einsendung der Beiträge auf unser Konto(Nr. 593 bei der Bezirks⸗ sparkasse Nidda, Postscheckkonto 8907 Frankfurt a. M.) gebeten. Weidner.
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Das Publikum merkt rasch einen solchen Rückgang und schliesst daraus auf einen Rückgang der Firma!
Es ist auch wichtig, dass die Reklamen u. Anzeigen nicht immer in ein u. derselben Zeitung veröffentlicht werden; allen Bevölkerungskreisen die Anzeigen zu lesen geben, das gibt dem Geschäftsmann die Möglichkeit, neue Kunden zu werben.
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