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besserer Preise bezw. zur Knappung massen Getreide- und Baumwollballen lieber als Feuer

N natürlichen Preise, entstanden durch Gottes Segen bei

5sische Stahltrust. Da ist Deutschland der Hereingefal—

dieses Trusts, in dem Poincaré einer der Hauptaktio⸗

wein, dem Hauptschriftleiter des„Matin“ und größten

französischen Ehrenlegion ernannt hat!

Außenwelt besonders in der Wohlfahrtspflege. n, der Wohlfahrtspflege gehört

Sonnabend, den 26. Februar 1927.

der Vorräte, Un⸗ material verwendeten, also verbrannten, als daß sie die

reicher Ernte usw. gelten lassen wollten. Mit Recht lämpfen die Arbeiterorganisationen gegen diese„Valo— risierung der Waren“.

Noch gefährlicher sind diese Wirtschaftsgebilde, wenn sie sich im einzelnen über die Landesgrenzen er⸗ strecken, da sie dann unzweifelhaft einen politischen Ein— schlag bekommen. Denn, wie immer, so auch hier gibt es bei den„Interessengemeinschaften“ selten zwei gleich gut wegkommende Kontrahenten, wohl aber meist einen Schieber und einen Geschobenen. Solange es sich dabei um nationale, also um Vereinigungen innerhalb eines Landes handelt, ist dies nicht so schlimm, da ja beide, also auch der Schieber, zur nationalen Wirtschaft ge⸗ hören; gefährlich ist es aber für eine Wirtschaft, wenn der ausländische Kontrahent der Gewinner ist. Ein typisches Beispiel dafür bietet der deutsch-belgisch⸗fran⸗

lene und sein Hauptvertreter,

der Großindustrielle Arnold Rechberg der

Verantwortliche, wenn nicht Schlimmeres. Mit Naivität oder Zynismus hat dieser eigenartige Deutsche unlängst im„Neuen Wiener Journal“ einen Artikel über das Zustandekommen

näre ist, veröffentlicht und sich darin bei Jules Sauer⸗

Deutschenfresser Frankreichs, sowie bei Mahraun, dem Hochmeister des Jungdeutschen Ordens, bedankt, weil der Abschluß nur durch der beiden hervorragende Mithilfe soll wohl heißen: Verdummung— inner⸗ halb des französischen und deutschen Volkes möglich war. Daß aber Deutschland wirklich der Hereingefallene ist, ersieht man aus der Tatsache, daß die französische Poin⸗ caré⸗Regierung, in der ein Briand heute und bisher niemals etwas zu bedeuten hatte, den Präsidenten die— ses Stahltrustes, Mr. Nayrisch, zum Kommandeur der Verdient also der Präsident Nayrisch solch eine französische Auszeich⸗ nung, dann verdient sie der Vizepräsident Arnold Rech⸗ derg und seine Mitarbeiter nicht minder! Ei, ei, ihr braven Deutschen! Nun, vielleicht entschädigt euch mo⸗ ralisch der Nachfolger unseres famosen Reichsinnen⸗ ministers, des„Demokraten“ Dr. Külz, der vielleicht in dessen Fußstapfen tritt und die Wiederherstellung des deutschen Ordenswesens doch noch unter Dach und Fach

bringt. Finanziell und wirtschaftlich wird sich aller⸗

„Evangelische Warte“ dings die hereingefallene deutsche Gruppe des Trusts schon allein durch— Verkaufspreissteigerung innerhalb Deutschlands schadlos halten, während sie für Export— produkte„kollegialerweise“ ja ruhig niedrigere Preise gewähren kann! Jede Konkurrenz in Deutschland, wie z. B. der Schrotthandel(Verwertung von Metallabfäl⸗ len) und anderes wird unter der üblichen Mithilfe unserer„verständigungsfreudigen“, schlaynen Reichs⸗ regierung einfach erdrückt, und so geht Deutschlands Stahlindustrie langsam aber sicher— lediglich zum Nutzen der wenigen Trustmitglieder und ihrer Hinter- männer im internationalen Großkapital— zurück, wie alles übrige.

Aber nicht nur wirtschaftlich vermögen solche Trusts und Konzerne ungeheuren Schaden der Wirtschaft und den Völkern zuzufügen, sondern auch kulturell, nament⸗ lich, wenn es sich um Gebiete handelt, die z. B. die Mo⸗ ral oder die Gesundheit der Völker berühren. Da ist z. B. der eigenartige Filmkonzern,„Ufa“ genannt, der mit seiner unbrauchbaren, undeutschen Produktion, mit seiner unverantwortlichen Belieferung des deutschen Filmmarktes mit fremden Films nicht nur die übrige blühende deutsche Filmindustrie, den Filmverleih und

näre um ihr Geld brachte, sondern der vor allem durch

wirklich ganz ehrlich sein wollte.

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Teil der Presse für die Konsumenten eintrat, wurde diesen Zeitungen einfach vom Brauexeikonzern die In— seratenaufträge gesperrt!

Man sieht also deutlich, daß die ganze Ver⸗ trustungs⸗ Kartellierungs- und Konzernierungspolitik die größte Gefahr für die einzelnen Völker bildet, und daß man der deutschen Presse und ihrer Journaille, den teils unfähigen, teils gleichgültigen, teils bestochenen Journalisten scharf auf die Finger sehen muß. Will aber die Presse wirklich einmal ansetzen, objektiv zu be⸗ richten, dann wird sie von den Herrschaften aus den Ge⸗ neralversammlungen solcher Gesellschaften einfach her⸗

ausgeschmissen, wie dies neulich bei einer Generalver⸗

sammlung einer Thüringer Aktien-Gesellschaft geschah, wobei wir noch nicht einmal genau wissen, ob die Presse Was sind diese arm⸗ seligen Pressemenschen, die sich stolz in einem„Reichs⸗ verband der deutschen Presse“ zusammengeschlossen haben, für traurige Individuen; und sie werden nicht besser, wenn sich Dr. Stresemann, Dr. Luther und an—

dere komödienhaft„um die Gunst“ dieser„siebenten

Großmacht“ bewerben.

nicht lieber sagen: Unser Alice Beileid? 5

das Kinowesen ruinierte, der nicht nur unzählige Aktio-

seine planmäßige Verseichtung, Verhunzung und Ver⸗

512 r 8 0 0 1 9 V kes 9 rößte 1* 25—— g r. hetzung der Moral des deutschen Volkes den größten sammlung ist auf Samstag, den 5. März d. J., festge

Schaden zufügte, nachdem er vorher ungeheure Kapi⸗ talien, Materialien und geistige Werke elendiglich ver⸗ schwendet und zerstört hat. Die Schaffung der soge⸗ nannten„Kultur“filme war nichts als ein verhältnis⸗ mäßig billiger Bluff, auf dessen„Kostspieligkeit“ man heute die Schuld am Zusammenstürzen der Ufa schieben möchte.

Und dann gibt es den Chemischen Farbentrust, der nicht nur die Farbenpreise ständig steigert, sondern vor allem die Völker mit einer Unzahl neuer chemischer Arzneimittel„beglückt“, die heute in den Himmel ge— hoben, wie immer aber bald genug als recht, recht be⸗ denklich wieder abgebaut werden.

Dann haben wir den Brauereien-Konzern. Durch die Dawes⸗Lasten wird der Bierpreis ab 1. Januar um 2 Mark pro Hektoliter erhöht, flugs erhöht der Konzern diese Preise um 6 Mark, weil— die zu erwartende Ver⸗ minderung des Absatzes ausgeglichen werden muß! Dem müssen sich die Gastwirtskonzerne natürlich an⸗ schließen und ihrerseits— ebenfalls zum Ausgleich der Umsatzverminderung den Literpreis um vielleicht zehn Pfennig erhöhen, usw. Als aber z. B. in München ein

Pfui Deubel! oder sollte man

Aus unserer Bewegung.

Sossenheim. Der Termin unserer nächsten Ver⸗

legt worden(Beginn abends 8 Uhr, Cafe Kuhlemann). Alle Evangelischen, die sich für unsere Bewegung inter⸗ essieren— auch die Einwohner der Nachbarorte— sind herzlichst eingeladen. Selbstverständlich sind die Mitglieder benachbarter Ortsgruppen ebenfalls sehr willkommen. Der Vorstand hat alles getan, um die Versammlung interessant werden zu lassen. Es sprechen die Herren Pfarrer Ide-Höchst und Stadtverordneter Kümper⸗ Frankfurt. Die Mitglieder und Freunde werden gebeten, vollzählig zu erscheinen und unserem

Kreise möglichst viele, jetzt noch Außenstehende zuzu— führen.

Evangelische Volktsgemeinschaft, Ortsgruppe Mainz.

Nächste Zusammenkunft am Freitag, den 4. Mäcg, abends 8 Uhr, im Evangelischen Vereinshaus, Schieß⸗ gartenstraße.

Besprechung der von Herrn Pfarxer Veller aufge⸗ stellten 16 Thesen als Grundlage für ein event. Partei⸗ programm.

Freunde und Gäste sind herzlich willkommen.

Der Vorstand.

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Im Familienkreis

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Die Gegenwartsaufgabe der Frau.

Ueber dieses Thema machte Frau Gertrud Becker⸗Berlin, die Vorsitzende des Reichsausschusses der evangelisch⸗kirchlichen Frauenverbände Deutschlands, in der ersten diesjährigen Ver⸗ sammlung des Landesverbandes der evangelisch⸗kirchlichen Frauenvereine folgende beherzigenswerte Ausführungen. Die Aufgabe besteht mit einem Wort darin, die Eigenart der Frauen⸗ natur immer mehr herauszuarbeiten, das stark Mütterliche, wel⸗

ches besonders in der Familie zutage tritt, und gegenüber der Zur Arbeit in Herzenstakt und Verschwiegenheit gegenüber fremder Not. Es gehört dazu Mutterhand und Mutterherz, die Geduld, die nicht verzagt und nicht müde wird gegenüber allen äußeren und inneren Widerständen, die zuerst im eignen Haus Dienst und Opfer bringt. Ein Opfer ist auch erlebte Mütterlichteit. Den Volksgenossen aber ist solch Frauen⸗ tum nicht vorzupredigen, sondern vorzuleben. Die Triebkraft solcher ausübenden und vorbildlichen Tätigkeit ist das starke Ge⸗ 1 fühl der schweren Verantwortlichkeit, die die Frau gegen ihre Jamilie, ihre Geschlechtsgenossinnen und ihr Volk hat. Dieses

2— Sie pflückten Reseden und die leise schaukelnden rosa Glocken des Glücksklees, zwei sinnige Sträußchen. Dammrat sah ihr zu, jaltete die Hände über dem Spaten und hatte selbst keine Augen für Herrn Hans, der zu ihm trat:„Zu schön, zu klug, zu gut, auch für Sie, Herr Hans. Ich kenn' mich jett auf die Menschen, wenn se mich och all für dumm halde möte.“ Da kam Arle fröhlich herbei und streckte Dammrat ihre schmale, feine Hand hin:„Gott grüße Sie!“ sagte sie herzlich. Eine Träne stahl sich aus des Angeredeten aufleuchtenden Augen:„Wenn ihr de Luft do drinn nit verdragt,“ meinte er vielsagend,„erholt euch man jett im Garten, hier is et immer schön, im Regen un Sonnesching!“——— „Zündet Feuer an in allen Oefen, aber gleich!“ hörte man durch das offenstehende Fenster Frau Wendtlands Stimme bis zur kreischenden Schärfe gesteigert. Das in meinem Hause! Wo

ist Hans? Hans! Brennt das Feuer noch nicht?!—— Einen 1 großen Scheiterhaufen sollte man davon errichten!— Habe ich es nicht gesagt, er ist der Sünde verfallen!“ Hans erbleichte; war bei seiner Mutter Wahnsinn ausge⸗ brochen?— Dammrat warf aufgeregt seine Hacke hin: „Muß mir mal ein Gewerbe suchen un sehn, was los is.“

Arle ergriff den Arm Johannes“:„Komm schnell zu mir. Komm, ich gehe mit. Es könnte sein, daß ich der schuldige Teil bin, der die grenzenlose Aufregung heraufbeschwor!“ 1„Wo ist Hans? Hans!“ scholl es wieder zum Garten heraus. Fieberrote Flecken glühten auf den Wangen Frau Petro⸗ nellas. Den Kopf hielt sie vorgestreckt; wie eine rächende Nemesis stand sie da:„Sind dies deine Bücher, du mißratener Junge?“ kreischte sie auf, als sie eintraten, und ihre Augen flirrten über das erschreckte Paar, als wollten sie aus ihren Höhlen treten. „Gewiß Mutter,“ wie seltsam kontrastierte die ruhige Ant⸗ wort,„Lenaus schwermütige Lieder, Goethes und Schillers Werke, lauter unschuldige Sachen, die nur den Geist bilden!“—

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Verantwortungsgefühl der Mutter für das seelische Gedeihen ihrer Kinder ist zu wecken und den Kindern einzupflanzen als ihre Verantwortlichkeit gegenüber dem Elternhaus und dem künftigen Gatten. Vorbildlich sei die Mutter dem Vater die Gehilfin, dann werden auch die Töchter Kameraden des Mannes werden.

Das Christentum hat die Frau von ihrer körperlichen und geistigen Sklavenstellung in der Antike erlöst und der Frau die Seele, die Menschenwürde zuerkannt. Zum Dank soll nun die Frau ihrerseits erlösend auf dem frauenhaften Gebiet wirken. Herrschen wird sie durch Dienen. Nie fehlen dürfen in der Welt die unermüdlichen Marthahände, aber beseelt durch Mariengeist. Aber die Frau soll nicht bloß durch Dienst und Vorbild wirken, sondern auch ein Stück ihres persönlichen Lebens mitteilen. Die Gegenwart und die Jugend aller Zeiten hat eine Sehnsucht nach Radikalität. Dies Sehnen in gesunde Bahnen zu lenken, ist die Frau berufen, und zwar eben dadurch, daß sie ein Stück ihres persönlichen Erlebens ihren Kindern und Geschlechtsgenossinnen mitteilt. Kinder und Mitmenschen kümmern, mit ihnen leben, mehr Ver— ständnis und Herz für sie haben, uns nicht als die Autoritäten,

Wir müssen uns mehr um das Seelenleben unserer

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die Erwachsenen, die Vollkommenen und Kortekten, geschweige als die Unfehlbaren und die Gewalthaber geben, sondern selbst als Fehlsame und Begnadigte. Dann wird man uns vertrauen und als Führer mögen.

Für diese Aufgabe muß der Frau die Verpflichtung heilig und lieb und die Verantwortung groß und schwer werden. Frauenklugheit und Frauenherz finden die Wege, auch im Kleinen und Unscheinbaren. Es gilt, Familienüberlieferung und Vollssitte zu pflegen, an Weihnachten die Trauernden zu trösten, an Silvester die Einsamen besuchen oder sie zu sich ein⸗ laden, die Scheu und Abneigung gegen Menschen zu überwinden. In der Zeit der Vorbereitung auf die Konfirmation sind die Kinder vor Zerstreuung zu bewahren. Die Frauen sollen eine starke öffentliche Meinung bilden, die z. B. darauf dringt, daß. nicht der Sonntag, aber die Kirchenzeit von sportlicher Betäti⸗ gung freigehalten wird.

Auch auf die Gesetzgebung müssen die Frauen mehr Einfluß gewinnen und auch dadurch zur Gestaltung und dem Wieder⸗ aufbau unseres Volkes beitragen; denn die übertriebene Ver⸗ gnügungs⸗ und Verschwendungssucht ist nur ein Symptom schwerer innerer Krankheit. Die Mittel zu dieser Einwirkung

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Er wollte herantreten und redebekräftigend ein Buch aufschlagen; aber empört schob sie ihn zurück:

„Geist bilden? Haha, Geist bilden...— Gehört auch diese Gartenlaube dazu, dieses von der Kirche verpönte Buch? — Sage, was sie kosten, aber schnell; man beschmutzt sich ja die Finger daran!“

Gleichmütig rechnete er den doppelten Preis zusammen und ohne Gegenrede warf sie ihm die blanken Taler auf den Tisch, daß sie hoch aufsprangen.

„Ein guter Katholik soll nicht lesen und denken; in seinen Gebetbüchern steht sein Wissen, und was darüber ist, ist Sünde, teuflische Sünde, hörst du?“ Sie wendete sich, trat zum Ofen und warf die Bücher in die Glut, daß die Flammen gierig her⸗ auszüngelten. Heiße, glühende Luft zitterte durch die offen⸗ stehenden Fenster in den sommerlichen Garten hinaus.„Der Teufel fahre zum Schornstein hinaus, in meinem Hause ist kein Platz für ihn!“ lachte sie schneidend auf und nahm wieder einen Arm voll Bücher, dem Herd in der Küche das seltsam kostbare Brennmaterial zu überliefern.

„Wenn der Teufel zum Schornstein hinausfahren soll, dann geben Sie ihm doch auch jett klösterliches mit, vielleicht retten Sie seine Seele“, und bevor Frau Wendtland wehren konnte, warf Dammrat die gedruckten Missionspredigten Pater Markus'! hinterdrein, die sie vorhin hastig aus der Hand legte.

Sprachlos musterte sie ihn, doch keine seiner Mienen ver⸗ riet, daß Hohn und Spott ihn zu der Handlung hinriß.

Ludmilla trat zu Hans und Urle:„Wie konntest du nur wagen, so ein verpöntes Buch in Mutters Nähe zu bringen“, sagte sie vorwurfsvoll.

„Wer hat auf meinem Zimmer spioniert?“ fragte er kurz.

„Gebrauche doch nicht so häßliche Worte.“ Sanft vorwurfs⸗ voll sah sie ihn an.„Ich fragte Mutter nur, ob du mir wohl eines deiner vielen Bücher leihen würdest; da sprang sie auf

und fand die kleine Bibliothek.“

Hans zog Urles Hand durch seinen Arm;„Komm, Kind, hier ist nicht gut sein; wer nicht mit den Wölfen heulen will, halte

sich fern. Trage deine Blumen erst zum Prager Kind, dann zeige ich dir unser Gut. Du warst noch nicht auf dem Wirt⸗ schaftshof.“

Sobald sie allein waren, brach der mühsam verhaltene Groll durch. Er nahm Arles Gesicht zwischen seine beiden Hände und sah ihr tief in die Augen:„Zeige mir erst einmal, wie ein ver⸗ nünftiges Menschenkind aussieht! Ist das nun eine Mutter, diese orthodoxe Frau?“

„Hans, richte nicht, es ist deine Mutter!“

„Das sagst du? Du?—— Nein, ich finde mich nie zurecht in diesem Glauben, wo Mütter ihre Kinder vergessen oder martern um des Glaubens willen, wo Mütter ihre Kinder in Schmutz elend umkommen lassen, währenddem sie täglich in der Kirche auf den Knien rutschen, um als fromme Frauen gepriesen zu werden!“

Er redete sich immer eifriger in Zorn und Aerger.

„Du hast wohl deine Bücher sehr gern gehabt? Waren An⸗ denken darunter?“ fragte Urle beschwichtigend über seine Hand streichend.

„Nein, dieses Mal ist sie angeführt; sie bezahlte die Bücher zweifach. Ich kaufe sie sofort wieder und du wirst sie mir ver⸗ wahren, gelt? Es ist ja doch unser gemeinsames Eigentum.“

Sie traten durch das säulengeschmückte, weite Tor des Wirt schaftshofes hinaus auf die Baumwiese, wo an der hohen Weiß dornhecke sich Hopfen in malerischer Wildheit bis an die nächsten Bäume schlängelte, eine grüne, undurchdringliche Wand bildend, die den kalten Nordwind abhielt. An der äußersten Grenze der Obstwiese, wo sie in Hasel- und Hagebuttengestrüpp endete, stand eine Kapelle und daneben dehnte ein Teich seine gründurch⸗ zogenen Wasser. Ein stetes leichtes Wellenkreisen ließ die Quelle erkennen, die den Teich speiste, gelbe, wildwachsende Schilf blumen, Kalmuskraut und Binsen wucherten an dem niederen

Ufer entlang. Fortsetzung folgt.

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