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ö Acht Staaten haben die Todesstrafe nicht. In Meri steht die Todesstrafe auf Mord und mehrere Vechkechen mit Todeserfolg, jedoch ist die Möglichkeit mildernder Umstände vorgesehen. 5
Zusammenhänge.
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„ Dem Bericht einer großen westdeutschen Strafan— lde stalt entnimmt das„Sonntagsblatt 9 enden . ch Volkes“(1927, 36) folgende Zahlen: Von insgesamt t e 753 Strafgefangenen lebten nur 13, das sind noch nicht
tember 2 v. H., in ihrer Jugend in Wohnungen, in denen zwei auf di oder mehr Räume auf eine Person kamen; 154 Ge⸗ chen fangene stammten aus Wohnungen, in denen ein Raum e a auf je eine Person kam, während alle übrigen, also
Lände) weitaus die größte Mehrzahl, ihre Jugend in kleineren
5 1* Teil erbärmlichen Wohnungen, zubrachten. 5 i.
1— im heutigen Spanien noch möglich ist.
Veo kurzem ist eine Frau zu zwei Jahren Gefäng⸗
is verurteilt worden, weil sie erklärt hatte, die Jung⸗ frau Maria habe nach ihrem Erstgeborenen noch mehr Kinder gehabt. Das wird als Verhönung des katholi⸗ schen Dogmas gewertet. Das spanische Reichsgericht hat dieses Urteil bestätigt, und die arme Witwe hat die Strafe angetreten. Der Berichterstatter fügt hinzu: „Die evangelische Welt bleibt kalt; was soll man da von den spanischen Katholiken erwarten?“ Hat er recht? Die Antwort evangelischerseits kann nur eine
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dort e sein: opferfreudige Fürsorge für die bedrückten Glau⸗ bene)“ bensbrüder in der evangelischen Diaspora Spaniens!
Gaben nimmt entgegen der Verband zur Förderung des Evangeliums in Spanien in Barmen, Postscheck— konto: Essen 24 007.
Die Zukunft der Gewerkschaften.
Die Organisationen der Arbeiterschaft verlieren merklich an Kraft. Es wird uns von ziemlich maß⸗
ehaltung
„Evangelische Warte“ gebender zent der Arbeiterschaft gewerkschaftlich organisiert wä⸗ ren, die anderen 48 Prozent, zwar die Erfolge der Ge⸗ werkschaften gern auch für sich nutzbringend in Anspruch nehmen, sich aber scheuen, die entsprechenden Opfer zu bringen. Vor dem Kriege war, wenn auch gesetzlich verboten, der Koalitionszwang doch so groß, daß sich tat⸗ sächlich kein Arbeiter, der seine Stelle nicht verlieren wollte, der Gewerkschaft entziehen konnte. Wenn sich die Verhältnisse wirklich so gewandelt haben sollten, wie unser Gewährsmann angibt, wäre das wohl ein Zeichen dafür, daß die Gewerkschaften nicht mehr der Machtfaktor von ehedem sind, andererseits ist aber der hohe Prozentsatz unorganisierter Arbeiter keine erfreu⸗ liche Erscheinung. Die Unorganisierten sind jeder po⸗ litischen Verhetzung, jeder Propaganda für wilde Streiks, jedem Putschismus und Radikalismus erfah⸗ rungsgemäß viel zugänglicher als die Mitglieder der Gewerkschaften.
*
Sonntagsruhe.
Der Gedanke der Einführung der allgemeinen Sonntagsruhe im Handel marschiert. In den letzten Tagen sind zwischen dem Berliner Polizeipräsidenten und den interessierten Verbänden neue Verhandlungen geführt worden. Die allgemeine Sonntagsruhe soll am 1. Oktober auch für die Branchen eingeführt werden, denen es bisher gestattet war, Sonntags zwei Stunden lang offen zu halten. Nur der Verkauf von Milch an zwei Morgenstunden und der Verkauf von Backwaren in der Zeit von 1—3 Uhr nachmittags ist in Zukunft gestattet. Alle anderen Lebensmittelge⸗ schäfte, die Süßwaren- und Zigarrenläden dürfen vom 1. Oktober ab an Sonntagen nicht mehr öffnen. Im Interesse des Kuchengeschäfts ist von 1—3 Uhr mittags der Verkauf von Kuchen freigegeben worden. Bei die⸗ sen Bestimmungen spielt die Idee des Woche n-⸗
Seite mitgeteilt, daß nur noch etwa 52 Pro⸗
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endes eine Rolle, da man allen Geschäftsinhabern und Angestellten wenigstens einen ganz freien Sonntag gewähren will.— Man darf es warm be⸗ grüßen, daß Berlin hier mit gutem Beispiel voran⸗ gehen will. Hoffentlich scheitert das Projekt nicht noch in letzter Stunde am Widerstande der interessierten Kreise.
Vlitheretle.
Weyer, Tust du es auch? 50 Pfg. Dallmeyer, Bin ich auch wirklich ein Christ? 35 Pfg. Schmidt, Ausgestreckle Hände. 25 Pfg., erschienen in der Vereinsbuchhandlung G. Ihlhoff& Co. in Neumünster.
Drei Heftchen, welche aus dem heute so weitverbreiteten oberflächlichen Namenchristentum retten wollen. Der Aber⸗ glaube ist seit dem Kriege leider in unserem durch so gute Schu— len erzogenen Volk verbreiteter, als man meist weiß. Wo der Glaube fehlt, stellt sich der Aberglaube ein. Weyer versteht es sehr gut, in dem ersten Heftchen die verschiedenen Arten des Aberglaubens in leichtverständlicher Form zu beleuchten und die alleinige Befreiung davon klar herauszustellen. Die oberfläch— lichen Namenchristen will Heinrich Dallmeyer im zweiten Heftchen zur Besinnung kommen lassen. Er geht davon aus, daß heute viele nur noch„Christen heißen“, aber„keine Christen sind“. Er legt jedem die Frage vor:„Bin ich auch wirklich ein Christ?“ Am Ende des Büchleins zeigt er, wie man ein Christ wird und woran man einen solchen erkennt. Die Ausführungen sind sämtlich biblisch begründet, für jeden verständlich und über⸗ zeugend gefolgert. Eine recht weite Verbreitung wünschen wir diesem wohlfeilen Heftchen. Das dritte ist eine Evangelisations⸗ rede von Pastor R. Schmidt. Sie ruft die Leser auf, Herz und Leben Gott zu weihen. Von einem Erlebnis des Evange⸗ listen Samuel Keller ausgehend, zeigt er, wie Gott seine Hände zu den Menschen ausstreckt. Die Menschen jedoch sind ungehor⸗ sam und treten Gottes Gebote mit Füßen. Wir sollen lieber eilends die dargebotene Hand ergreifen. Auch dieses Büchlein ist sehr lesenswert in seiner leichtverständlichen Gedankendar⸗ bietung. Hr.
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finnland wird die
fache
her vo Der helle Schein im Straßenleben.
101 0 Mit der Beglaubigung des Berliner Polizeipräsidenten in chängun der Tasche zieht eine junge Mannschaft durch die dichtbevölker⸗
ten Straßen der Großstadt zur Straßenmission. In Viererreihen ziehen die 30 Mann, Wimpel, Geigen, Klampfen und Mando⸗ linen an der Spitze. Die Menschen bleiben stehen und schauen sich um, frische, frohe, zuchtvolle Jugend zu sehen, ist allemal Freude für Auge und Herz. Was sind das für welche?, so be⸗ merkt man es an der abwartenden Haltung der Bevölkerung; doch schon wird geantwortet, der Trupp singt, Frei, siegesbe⸗ wußt dringt es ans Ohr: ein offenherziges Bekenntnis:„Wir brauchen eine Jugend in sturmdurchpeitschter Zeit, die stark an
ander i e lebens reiniate nen stetz steht die efängnisz
b Leib und Seele zu kämpfen ist bereit. Wir brauchen eine Ju⸗ 1 gend, die ihren Heiland kennt, Ihn bis zum Tod in Treue Wir er- gehorsam Meister nennt“.„O, daß du könntest glauben, du wür⸗ Feilneh⸗ dest Wunder sehen, es würde dir dein Jesus allzeit zur Seite Aeg stehen“.— And die Menschen verstehen es. Keine kommu⸗ nistische, keine Fußball-, auch keine nationale Jugend, nein, nat vor christliche.—„Gott sei Dank!“ entringt es sich einigen Herzen, e Otgo⸗„endlich auch mal mutvolle Christusjungend.“— Etliche lächeln selbstbewußt und mitleidsvoll. Die andern aber, und das sind die meisten— staunen, staunen, daß es eine lebenswarme und hllosten allem Anschein auch verstandesklare Jugend gibt, die sich dem üätesten⸗ toten und so weltfremden Christus verschrieben hat und Ihm 92 Gefolgschaft leistet. Und da fällt der erste Schein von für Chri— 8 stus durchglühter Jugend in die fremden Herzen. Denn wenn 27 noh das Christentum kraftvolle Jugend an sich zieht, sie tief be⸗ ch Kräf⸗ egen kann, dann muß es selber noch Kraft sein und Lebens⸗ stärke besitzen. Einige Anentwegte und solche, die Zeit haben, folgen dem Trupp. An der nächsten promenadendurchzogenen — dccche biegt er ein und nimmt im Kreis Aufstellung. Im Nu K bekannte 3—— gleich 6e rückgegeben war. Vielleicht hätte er nun den Rubin gern daran lucht. i gesetzt, um ihn zu retten, doch das war bei der Gemütsart des
es und 6 Kadi unmöglich, er mußte sich also darauf beschränken, dem
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ihn wich Scheidenden freundlich seine letzte Bitte zu bewilligen.
den N Angelangt vor dem Tore, zog Assad den Rubin, den er bis dahin auf seinem Herzen bewahrt hatte, hervor, hielt ihn gegen
U„ em Heth die Sonne, in deren Strahlen er blinkte, wie das Auge eines crit 5 Menschen, drückte ihn wehmütig an den Mund und machte nat einne] Anstalt, ihn dem Juwelier zurückzugeben. Bevor er aber dies be mur uu koch auszuführen vermochte, trat ein Greis von sehr würdigem au dus u Ansehen, dem alles Volk Platz machte, auf ihn zu, maß ihn % gab da mit einem strengen Blick und sagte:
„Assad, du bist ein Dieb!“ Glühendes Rot überströmte die Wangen des Jünglings, aber fest und unverwirrt schaute er zu dem Greise auf und antwortete:„Ja, und wie du gleich sehen wirst, ich leide den Tod dafür!“ Ist dir dein Diebstahl nicht leid?“ fragte der Greis.„Nein,“ versetzte Assad schnell und hestimmt,„ich weiß nicht, was mich an diesen Stein kettet, aber es mag gut sein, daß ich sterben muß, denn ich fühl 8, ehe ich ihn in den Händen eines anderen ließe, könnte ich mich mit
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nicht do, Raub und Mord beflecken, obgleich meine Seele 175 inen und f Mord zurückschaudert wie vor dem eigenen Tode.“—„Ei 1255 allen 9 erbar!“ entgegnete der Greis,„gib mir doch deine Hand. aus li Assad reichte ihm die Hand.
0 le, Plozlich besand er sich auf einer unbekannten Landstracg,
it icht 10 der Greis stand neben ihm. Mehr verwundert und überrascht dell 9 als erfreut, schaute der Jüngling seinen Retter mit 7 15 5 e Jingle genden Blick an.„Du bist jetzt über hundert, Stunden von 1 15 701 0 fernt,“ begann der Greis, der seinen Blick wohl eren 5 . Jol atte,„und sie können dort, wenn sie wollen, ein Lamm e
lerer das ich zum Zeichen deiner Unschuld an deiner Stelle
Früagelassen habe. Glaube jedoch nicht, daß ich dich gerettet
Im Familienkreis
ist er von Passanten und Spaziergängern eingeschlossen, die neu— gierig der Dinge harren, die da kommen sollen.— Die Geigen stimmen an, die junge Schar singt mit. Wir singen von Sonne und Heil, von Lebenskraft und Sündenfreiheit, vom Gottes⸗ sohn, von Nächstenliebe:„O Gottes Lieb', so voll und frei, von alters her und immer neu, sie quillt für dich, sie quillt für mich, und zieht uns alle hin zu sich“.— Allmählich hat sich ein fester schwarzer Ring um uns gebildet, und als etliche Lieder ge—
sungen waren, tritt einer aus dem Kreis hervor und spricht
zu der Volksmenge über das Gotteswort:„Land, Land, höre des Herrn Wort“, er spricht von der frohen Botschaft, von dem Kreuz und der heutigen Menschheit, von dem unbefriedigten Herzen und dem wartenden Gott. And die Menschen lauschen! Hundertfach hängen die Augen an seinen Lippen und saugen die Worte förmlich ein. Es ist ja nicht möglich, so sprechen die Blicke, daß Christus und Gott lebendig ist und daß hier eine junge Manschaft steht, die den Gottesgedanken verkörpert! And sie lauschen und unterbrechen nicht. Drüben die Straßenbahn fährt langsamer vorüber als es gewöhnlich üblich ist, um etliche von den deutlich und laut gesprochenen Worten zu vernehmen. Links steht ein alter, weißhaariger Mann, der wohl aus Ehr⸗ furcht vor dem, was er hört, den Hut abgenommen hat, und setzt ihn auf, doch immer wieder zieht er ihn ab, ob der wunder⸗ baren Botschaft, die er aus jungem Munde vernimmt. Rechts, auf der anderen Seite, steht ein Mann mittleren Alters, un⸗ verkennbar als Arbeiter, aber auch wohl als Trinker. Die hel—⸗ len Tränen laufen ihm über die Backen, so tief scheint das Herz von dem Liede getroffen zu sein! Da tritt ein dritter an uns heran und fragt uns zaghaft, ob wir mal kommen würden und seiner kranken Frau etwas singen? Ja, wir kommen, und so fort! Denn wir wollen Lichtträger sein,„Kämpfer im Heere des Lichts“, und die Jesussonne soll leuchten unter den Menschen.
haben würde, wenn Leichtsinn oder schnöde Habsucht dich zum Naub an fremdem Eigentum verleitet hätten. Mir stehen große Kräfte zu Gebote, aber ich mißbrauche sie nie, wie so manche Genossen meiner Gewalt. Die Natur hat jene Macht, die den gewöhnlichen Lauf der Dinge aufhalten und verändern kann, vertrauensvoll in unsere Hände gelegt, damit wir ihr in irgendeinem außerordentlichen Falle, wenn die allgemeine Regel, das einfache Gesetz, nicht ausreicht, zu Hilfe kommen möge. Solch ein Fall ist der deinige, denn der Rubin, den du dort in der Hand hälst, ist das Grab einer wunderschönen ver⸗ zauberten Prinzessin. Aus ihrem Blut hat er das dunkle wun⸗ derbare Rot in sich gesogen, in das er getaucht ist. Das Feuer ihres Auges sprüht dir entgegen aus den blitzenden Strahlen, die er so verschwenderisch versendet. Ihr schlummerndes Leben schauerte dich an, als du den Stein im Sonnenschein glänzen sahst, da wurde deine Seele bis in die innersten Tiefen mit süßer Ahnung getränkt, und deine Hand mußte vollbringen, was Herz und Sinn geboten.“„Kann die Prinzessin durch mich erlöst werden?“ fragte Assad tief aufatmend.„Das weiß nur sie selbst!“ versetzte der Greis,„und du kannst, wenn du willst, sie einmal sehen und mit ihr reden. Sobald du um Mitter⸗ nacht alle deine Gedanken in den einzigen an sie zusammen⸗ drängst und auf den Rubin drei Küsse drückst, so weicht der Zauber auf einen Augenblick, und sie tritt in voller Glorie der Schönheit aus ihrem Gefängnis hervor. Aber wage nicht dein Glück und deinen Frieden an einen ungewissen Moment; mit dem Dämon ist schwer zu kämpfen, dich aber würde die herrlichste der Jungfrauen mit unwiderstehlicher Gewalt in deinem tief⸗ sten Sein gefangennehmen, und, wenn es dir dann nicht ge⸗ länge, ihren Bann zu brechen, so wärest du elend auf ewig. Und nun leb wohl, kein Sterblicher sieht mich zum zweitenmal!“
Der Greis war verschwunden, sowie er ausgeredet hatte. Assad bemerkte es kaum, denn jede seiner Empfindungen, jeder
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Nach dem erbetenen Gesang dankt ein bleiches Gesicht aus dem Krankenstuhl durch das Paxterrefenster für den unerwarte⸗ ten Sonnenstrahl.— Wir ziehen weiter zur nächsten Straße. Als wir an unserem ersten Standort vorüber kommen, stehen immer noch Gruppen von der vergangenen Versammlung da, diskutieren und sprechen über das Gehörte. Da verteidigen plötzlich einige uns und unsere Ansicht, Christentum und Gott, denen es vor wenigen Stunden wohl noch höchst gleichgültig war, über das Christentum nachzudenken. Elementar hat der helle Schein sie alle beleuchtet und der Eindruck macht sich im Für und Wider geltend.— An der nächsten Straßenecke dürfen wir's erfahren, wie mitten aus dem Volke einer sich zu uns be⸗ kennt und Zeugnis gibt.„Ich danke,“ so spricht er,„den jungen Männern, daß sie den Mut haben, Gottes Wort auf die Straße zu bringen und von dem Heil zu zeugen, das allein nur der Menschheit helfen kann.“ Das plötzliche Bekenntnis hat seine Wirkung unter den Umstehenden.
Froh und heilig bewegt ziehen wir nach Hause, und danken es unserem Gott aus tiefster Seele, daß er uns würdig befunden hat, seine Zeugen zu sein.— Der helle Schein der erlösenden Botschaft hat in irre Straßen geleuchtet und wird seine Sieges⸗ kraft beweisen.— Wer von den Lesern hätte nicht Lust, auch ein
Jünger Jesu zu werden? *
Feuersegen.
In einer Stadt entstand bei Nacht eine Feuersbrunst. Mehrere Häuser brannten ab. Doch kam dabei niemand ums Leben, selbst die Kinder, die schon schliefen, wurden gerettet. Da sprachen einige derselben, es waren Mädchen, zueinander: „Wir waren bisher oft so leichtsinnig und ungehorsam, wie würde es unseren Seelen ergangen sein, wenn wir in den
seiner Gedanken war an das Wunder, das er in seiner Hand
hielt, gebunden. Wie freute er sich, daß die Sonne sich schon zum Antergang neigte, daß die Schatten sich verlängerten, wie sehnte er sich nach der Mitternacht, die er sonst als unheimliche Freistunde der Toten und Gespenster gescheut, vor der er sich ängstlich in die schützenden Arme des frommen Schlafs hinein— geflüchtet hatte. Sie erschien ihm jetzt wie ein Gefäß, aus dem seinen durstenden Lippen der holdeste Inbegriff alles Lebens entgegenschäumte, und daß sie über die ganze übrige Welt Angst, Grauen und Entsetzen ausgoß, gab ihr für ihn eben noch einen letzten schauerlich-zauberischen Reiz. Unterdes eilte er, da es schon dunkel wurde, rastlos fort, um noch vor völligem Einbruch der Finsternis die Stadt, die er in nicht gar weiter Ferne vor sich liegen sah, zu erreichen. Dies gelang ihm, auch war das Glück ihm günstig, daß er bald bei einer alten Frau ein Unterkommen für die Nacht fand. Er zog sich sogleich, große Müdigkeit vorschützend, in das ihm bestimmte Schlafgemach zu⸗ rück, legte den Rubin vor sich auf den Tisch und zählte nun bei brennender Lampe und verhängten Fenstern die Minuten, die langsam, langsam, als wollte jede ihm den Inhalt der Ewig⸗ keit vorrechnen, vorüberkrochen. Endlich war es zwölf. Mit unsäglicher Inbrunst drückte er jetzt den Rubin an seinen Mund und küßte ihn dreimal.
Da war es, als ob sich der Edelstein in seiner Hand in leichten, gefärbten Duft auflockerte, der zu einer morgenroten Wolke, die das ganze Zimmer erfüllte, anschwoll. Aus der Wolke schimmerte eine weibliche Gestalt hervor, anfangs blaß und im schwachen Umriß kaum erkennbar, aber schnell auf⸗ blühend zu frischem, glühendem Dasein. Die holde Jungfrau, in ein blaues Gewand gekleidet, das Haupt in kindlicher An— mut ein wenig vorwärts neigend, warf einen schüchternen Blick auf ihre umgebung und rief:„Wo bin ich?“
(Schluß folgt.) 5


