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Evangelische

Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft

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kadpansseuptschriftleitet: Edwin Hamburger in Staden(Sberhessen). Baltsg derantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, ifteulshhar den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz.

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. Jahrgang.

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Vollsge E. N.

Der Streit um das Reichsschulgesetz wird in der Poangelischen Presse weiter fortgesetzt. Weite Kreise, esonders im Norden und in Württemberg, treten mutig für die Bekenntnisschule ein. Es hat mich sehr 8d efreut, daß in Zuschriften die Entschließung der Evan⸗ hes Glad elischen Voltsgemeinschaft gelobt wurde. Sie dürfte nt. Jg urch ihre klar ausgedrückte Duldsamkeit am besten da⸗ Hen if dienen, Nord und Süd zu einen. Leider gibt es in gen em Kampf um das Reichsschulgesetz auch solche die mit Jihöninem gewissen Fanatismus nur ihre eigne Meinung aehron urchsetzen und sie damit den anderen aufzwingen wol⸗ 1 don da en. Jeder Fanatismus ist ungerecht und unduldsam. 5 10 nduldsamkeit aber ist unevangelisch. m ander; Diesen fanatischen Vertretern einer bestimmten nie zun chulart scheint der Schreiber der Zeitnachrichten in e und dall. 37 des„Hannoverschen Sonntagsblattes“ anzuge⸗ euen Ein lören. Er schreibt dort:„Bedauerlich ist es auch, daß e sih milie„Evangelische Volksgemeinschaft“ Hessen, die sich 98 Mam 8 Keimzelle einer Evangelischen Partei betrachtet, t daß d zit Rücksicht auf die Simultanschule des Südwestens 90 heb ie so nötige evangelische Einheitsfront im Kampfe um 5 aas Reichsschulgesetz stört(). Man wird ja sicherlich 5 zue weiteren Zugeständnissen an die eingebürgerte Si⸗ 0 o ultanschule des Südwestens bereit sein müssen. Aber Auch hic saß auch Thüringen als Simultanschulland angesehen derbtansh ird in der Erklärung der Evangelischen Volksgemein⸗ ernie haft, ist unverständlich. Leider geschieht gleiches auch delt eilihsan der Thüringer Kirchenbehörde, während der Thü⸗ Taufen unger Elternbund selbstverständlich für das Reichs⸗ den vielen hulgesetz eintritt.“ . auh, Aus diesen Ausführungen tritt die Unduldsamkeit echesten ganz erschreckender Form zutage. Wer nicht für das wie de feschsschulgesetz eintritt, der erscheint wohl dem Zeit⸗ ies die gachrichtenartikler als ein ganz verworfener Mensch. neter ul such die Thüringer Kirchenregierung bekommt ihr Teil d Hunden h. Wenn eine Kirchenregierung für die Simultan⸗ ente Faß hule in ihrem Lande eintritt, dann darf wohl kaum genommen werden, daß die Simultanschule auch für leses Land als die geeignete Schule sich erwiesen hat. ie Entwicklung der Schulverhältnisse ist eben in den urch Stammesart so verschiedenen Gegenden und Län⸗ ern Deutschlands verschieden. Auf die Eigenart der ler un landesteile muß Rücksicht genommen werden. Ich 5 gench Haube gerne, daß die Simultanschule in manchen Ge⸗ Einwänd genden unseres Vaterlandes absolut unbrauchbar ist, erinnerte, eradeso, wie wir in Südwestdeutschland nicht mit der i Muttis zekenntnisschule kommen dürfen. i ge une, Der Zeitnachrichtenartikler will auch die Meinung kein Gil gerbreiten, daß nur die Mitglieder der EV. in Hessen schnen une ür die duldsame Entschließung gewesen wären. So hem Gch es doch nicht. Auch die anwesenden Vertreter aus b wir dab reußen waren dafür, unsere Mitglieder aus den an⸗ an gehe eren Ländern haben zugestimmt oder durch Enthal⸗ ung von einem Einspruch bekundet, daß wir das rich⸗

n. ach Indien e indischen

ige getroffen haben.

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Des Christen Kampf.

2. Timotheus 2, 3. Leide dich als ein guter Streiter Jesu Christi!

Wen mag es wohl geben, der im Leben nur Freude erfah⸗ hat? Das dürfte ein seltener Mensch sein, der das bejahen inn. Im allgemeinen erleben wir gute Tage und schwarze Tage. Bei dem einen sind die Freudentage, bei dem anderen de Trauertage in der Mehrzahl. Aber ohne Trauertage gibt kein Menschenleben. Da ist der Kampf ums Dasein, die wirtschaftlichen Nöte und Hemmungen. Wie machen sie so vie⸗ In das Leben so schwer. Mancher hatte eine schöne, sorgenlose Aergangenheit. Dann kam die Zeit des Rückgangs seines Ar⸗ hälseinkommens. Wie bitter ist es, sich nun von alten Ge⸗ rohnheiten zurückziehen zu müssen. Es langt nicht mehr. Das Enkommen reicht nur, um die bescheidene Lebenshaltung zu bitreiten. Der Sonntag wird in aller Zurückgezogenheit ver⸗ ö 1 An keinem Vereine kann man sich mehr beteiligen. Zu uohltätigen Zwecken, die man früher so gerne unterstützte, kann gan nichts mehr beitragen. Das alles ist so bitter. Oder aber eh muß schwer gearbeitet werden, um das notwendige Geld zum unterhalt der Familie zu beschaffen. Man leidet unter den Aten und Mühen der Arbeit. e

Bitterer als dieser Kampf um das Dasein ist aber der Fampf gegen die Sünde der Menschen. Diese machen doch das ten noch viel schwerer. Ist das erste ein Leid unseres Kör⸗ ts, so ist das andere ein Leid für unsere Seele. Wie leiden un seelisch unter dem Bösen, das uns Menschen antun.. knnen wir gar nicht begreifen, warum ein anderer so gegen 1 sündigt. Je feiner unser Gewissen selbst ist, um so härter

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stlft uns die Sünde. Da verstehen wir auch das Wort, 175 Apostel Paulus so väterlich seinem Mitarbeiter Timotheus

Sonnabend, den 21. Cepleber 1027.

1 Mehr Dulosamkeit.

Besonders unverständlich steht der Schreiber vor der Tatsache, daß eine evangelische Bewegung die Si— multanschule verteidigen kann. Er muß, wenn auch bedauernd, selbst melden, daß die Kirchenregierung Thüringens ebenfalls auf dem Boden der Simultan⸗ schule steht. Was sagt er aber nun zu der folgenden Notiz aus Nassau?

In einer gemeinsamen Besprechung haben der Allgemeine Lehrerverein im Regierungsbezirk Wiesbaden, die evange— lischen Religionslehrer und Lehrerinnen der Volks-, Mit⸗ tel⸗ und Höheren Schulen in Nassau, der nassauische Pfarr⸗

Landeskirchenrates in Nassau über die Stellungnahme ihrer Organisationen zur Frage der nassauischen Simultanschule

der vorgenannten Körperschaften immer die Erhaltung der bestehenden nassauischen Simultanvolksschulverhältnisse bleibe.

Sollte man sich nicht sagen können, wenn so viele von der Simultanschule befriedigt sind, dann muß sie doch nicht so unbrauchbar sein für die evangelische Er—⸗ ziehung unserer Kinder. Diese Leute in Hessen-Nassau haben doch die Erfahrung auch für sich. Warum so un⸗ duldsam sein? Wenn so viele evangelische Vereinigun— gen für die Beibehaltung des seitherigen Schulsystems eintreten, dann kann doch die evangelische Erziehung nicht gefährdet sein! Unsere Evangelische Volksgemein⸗ schaft will gewiß die evangelische Erziehung in Haus und Schule. Daran braucht niemand zu zweifeln. Denn die treu evangelischen Kreise, bis hin zu den Gemeinschaften, stehen schon zum großen Teile in unseren Reihen. Sie würden es nicht tun, wenn sie nicht das Vertrauen hätten, daß bei uns die Inter⸗

dung gewahrt seien.

Deshalb begrüßen wir auch die Tagung des„Deut— schen Bundes für Christl-Evang. Erziehung in Haus und Schule“, welche vom 2.—4. Oktober in Gießen tagen will. Das Generalthema dieser Tagung lautet: „ch will heute in dein Haus einkehren.“ Auch wir wünschen, daß die Lebensmächte und kräfte des Evan⸗ geliums in Haus und Schule wirksam bleiben. Möge darum die Gießener Tagung recht segensreich verlaufen.

Hr.

Die hossische Landtagswahl.

Wie aus Darmstadt gemeldet wird, haben sich die Fraktionen in der Finanzausschußsitzung am 13. Sep⸗ tember dahin geeinigt, daß die Landtagswahl am 13. November stattfinden soll. Demzufolge wurde beschlos⸗ sen, die Regierung möge eine Gesetzesvorlage einbrin⸗ gen, durch die die Legislaturperiode des Landtags ent⸗

essen der evangelischen Eltern, des evangelischen Hau- Geschi 2 175 5 8 ses, der evangelischen Kirche und der evangelischen Bil⸗ Geschiche des Landes zu lenken. Früher suchte man

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sprechend abgeändert werde, um die Wahlen am 13. November stattfinden lassen zu können. Der jetzige Landtag ist nämlich am 7. Dezember 1924 gewählt

worden. Nach der hessischen Verfassung müßten die

beraten. Es wurde festgestellt, daß das gemeinsame Ziel

Neuwahlen in der zweiten Hälfte des November oder in der ersten Hälfte des Dezember stattfinden. Die beiden letzten Novembersonntage sind Totensonntag und 1 Advent, zwei für unsere evangelische Bevölkerung hohe Feiertage. Da an solchen keine Wahlen stattfin⸗ den dürfen, so käme nur die ersten Dezembersonntage in Frage. Auch diese sind für die Wahlen darum un⸗ geeignet, weil sie in der Weihnachtszeit liegen, in der wir keine Wahlkämpfe führen möchten. So war es nötig, die Wahlen auf die erste Hälfte des Novembers

f 0 5 zu legen. lerdi ist i erfast a 8 verein, der Evangelische Bund und der Presseausschuß des 5 ee e eee Va Lin verfassunngsändenn

des Gesetz nötig.

Die Stellungnahme der einzelnen Fraktionen war, wie wir hören, folgende: Für Verlegung des Wahl⸗ termins auf den 13. November waren die Sozialdemo⸗ kraten, Demokraten, Zentrum und Deutsche Volkspartei. Der Bauernbund behielt sich seine Stellungnahme noch vor. Die Deutschnationalen sprachen sich gegen eine Vorverlegung des Wahltermins aus. Ende September soll der Landtag noch einmal zusammentreten, wobei die Gesetzesvorlage über die Verfassungsänderung be— raten werden soll.

Bei der diesmaligen Wahl tritt zum ersten Male das Wahlbeschränkungsgesetz in Tätigkeit. Es besagt, daß nur die seitherigen Parteien ein Recht haben, auf Grund ihrer Tüchtigkeit und ihrer Leistungen, Kan— didaten für eine Neuwahl aufzustellen. Eine neue Partei, welche es wagt, die alte Parteibekanntschaft zu stören, hat 5000 Rmk. aufzubringen. Nach Ansicht der jetzt herrschenden Parteien darf kein Lump, der kein Geld hat, in den erlauchten Kreis der hessischen Land⸗ tagsabgeordneten treten. Das Geld— 5 000 Rmk. ist keine Kleinigkeit— macht heute die Fähigkeit aus, die

lluge Leute; das scheint man heute aufgesteckt zu haben. Als Ersatz der Klugheit soll das Geld dienen.

Dazu muß der Wahlvorschlag von 7000 Wahlbe⸗ rechtigten unterschrieben sein. Man hofft wohl, daß durch das Mittel der Beanstandungen der Anterschriften sich noch allerlei Unheil verhindern läßt. Es muß aber den Gewalthabern von heute unbedingt gezeigt werden, daß diese Vorsichtsmaßregeln nichts helfen.

Ja, wir müssen noch auf eine Tatsache hin weisen, welche bis jetzt noch zu wenig beachtet worden ist. Es sind keine 2 Monate mehr bis zum Wahltage, wenn am 13. November festgehalten wird. Bis heute ist das Wahlbeschränkungsgesetz noch nicht verkündet, hat also noch keine Gesetzeskraft erlangt. Auch warten wir auf die Ausführungsbestimmungen. Sollen da allerlei Ueberraschungsmanöver bevorstehen? Wir wissen es nicht. Wir können nur allerlei vermuten. Sollten wir recht haben, dann können wir unsere jetzigen haber nur warnen, daß sie die Langmut der Wähler nicht auf eine zu harte Probe stellen. Es könnte sich

. schreibt„Leide dich als ein guter Streiter Jesu Ehristil“ Er

will damit etwas anderes sagen, als die Weisheit der Menschen oft rät.

Die griechische Philosophenschule der Stoa lehrte, daß man über die Hemmungen des Lebens am besten durch Gleichmut hinwegkomme. Wo sich also Leiden und Schwierigkeiten zei— gen, dann soll der Philosoph unberührt davon bleiben, sich dar⸗ über hinwegsetzen. Wir reden ja heute noch von dem stoischen Gleichmut. Paulus will mit seinen Worten etwas ganz an⸗ deres sagen. Leide dich! das heißt: geh hinunter unter die Last. Scheue nicht das Leid. Fürchte es nicht.

Damit lehrt er uns auch nicht die Resignation. Darunter verstehen wir das Eingeständnis, daß wir nichts ändern kön⸗ nen und hilflos alles über uns ergehen lassen müssen. Man wird dadurch gleichgültig, stumpft ab und wird hart gegen die Lasten und Kämpfe des Lebens. Paulus will sagen: nimm es auf mit allen Bitternissen des Lebens. Stehe nicht stumpf und untätig ihnen gegenüber.

Christ sein, heißt Kämpfer sein. Täglich ist er gerüstet auf neue Kämpfe, täglich ist er bereit, neue Lasten auf sich zu neh⸗ men. Ja, es ist für ihn selbstverständlich, daß er gegen Hemm— nisse ankämpfen muß. Er will ja ein Streiter Christi sein. Jesus Christus aber hat auch ein Leben des Kampfes geführt gegen die Sünden der Menschen, bis ihn die Sünde an das Kreuz gebracht hat. Auch da hat ihn die Bosheit nicht über⸗ winden können. Noch am Kreuze hat der Herr triumphiert. In seinem Dienste, in seiner Nachfolge sollen auch wir kämpfen. Was gibt uns dieser Kampf für eine herrliche Lebensaufgabe. Wie können wir uns dabei selbst erkennen, ob wir feste Charak⸗ tere sind. Wie oft lockt uns der Vorteil, allerlei Rücksichten zu nehmen. Nur die Treue zu Christi Nachfolgeschaft läßt uns

furchtlos im Kampfe stehen. Es ist sehr schwer, der Versuchung

zu widerstehen, einen Vorteil um der Ehrlichkeit seines Strebens willen auszuschlagen. Leider sind heute so viele Nützlichkeits⸗ menschen. Das sind aber schlechte Streiter um die höchsten Gü— ter der Menschheit, um Gerechtigkeit und Liebe.

Wie Jesus sich selbst diese treu kämpfende Nachfolge gedacht hat, sehen wir an seinem Wort:„Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir! Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es ver⸗ lieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.“ Es muß ein ganzer Entschluß sein, der den Nach⸗ solger des Herrn leitet. Es muß bitter Ernst werden mit jedem Tag. Wird unsere Aufgabe immer größer, der Kampf immer schwerer, dann wollen wir uns freuen. Im Kriege werden nur die besten Soldaten mit der Lösung der schwersten Aufgaben betraut. Also können auch wir uns dann sagen, daß der Herr von uns vieles fordert, weil er unser Können hoch schätzt.

Wie gut daran ist dabei derjenige, der den Platz, an dem er im Leben steht, aus Gottes Hand nimmt. Wer da weiß, daß Gott ihm seine Lebensaufgaben gibt, der fühlt sich trotz Last und Kampf dennoch sicher. Er wird sein ganzes Können einsetzen, um treu zu sein bis in den Tod. Keine Furcht wird ihn abhalten, keine Gleichgültigkeit wird seinen Kampf hem⸗ men. Er weiß, Gott schickt ihn vor, um dem Guten, Wahren und Lieben eine Stätte zu erkämpfen. Er hat nur zu suchen. wo der Feind steht und wie er ihn am besten besiegt. Das heißt ein guter Streiter Christi sein.

Bedenke, daß du zu der Fahn!

Des Feldherrn hast geschworen;

Gedenke, daß du als ein Mann

Zum Streit bis auserkoren;

Gedenk', daß ohne Streit und Sieg

Noch keiner zum Triumphe stieg! Amen Hr.