— K—
3
. den 19. 3 1927.
F iger Leib steht nicht auf, er ist Erde und muß wie⸗ der zur Erde werden. Erde zur Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staub. Er sagt das nicht, weil er modern sein will, die Bibel zwingt ihn dazu, so zu sagen. Weng ich 1. Korinther 15 Vers 50 aufschlage, so lese ich dort:
„Das sage ich aber, liebe Brüder, daß Fleisch und Blut
nicht können das Reich Gottes ererben;
auch wird das Unverwesliche nicht erben das Unverwesliche.“ Diese Bibelstelle sagt also klipp und klar, daß es eine Auf⸗ erstehung dieses Leibes, dieser Haut, dieser Knochen nicht gibt Aber das Glaubensbekenntnis sagt doch: Ich glaube an eine Auferstehung des Leibes. Gerade diese Stelle hat das Miß— verständnis entstehen lassen. Wir werden später sehen, wie sie aufzufassen ist. Wohl selten wird wohl ein Pfarrer es versäumt haben, sie im Konfirmandenunterricht zu erklären. Du Narr, sagt Paulus, was du säest, wird nicht lebendig. Eine Auf— erstehung dieses Leibes darf also die Kirche der Apostel gor nicht lehren. Was soll dann aber auferstehen, wenn der Leib in Staub zerfällt, bleibt denn dann noch etwas übrig von uns? Sind wir denn noch etwas anderes als Haut und Haar und Knochen als Körper? Ganz gewiß! In der Körperschale lebt etwas Unkörperliches, etwas unseren Sinnen Verborgenes, das, was wir eigentlich sind— die Seele. Ich nenne es hier Seele, weil der Ausdruck üblich ist, wenn auch nicht genau, ich könnte auch sagen Geist. Ich weiß sehr wohl, daß die Eingeweihten von verschiedenen Seelen in uns reden. Ich will in diesen volks— tümlich sein sollenden Zeilen nicht darauf eingehen, um die Sache nicht zu schwierig zu gestalten. Ich verstehe hier unter Seele das Nichtkörperliche an uns. Aber gegen so etwas erheben sich die schärfsten Widersprüche. Ich glaube nur, was ich sehe, sagt der sogenannte Unglaube, der natürlich auch Glaube ist. Nun, wie es mit dem Sehen ist, das habe ich schon oben gezeigt. Gewiß, die Seele kann man nicht sehen; aber es gibt noch mehr Dinge auf der Welt, die man nicht sehen kann. Daß der Mensch aber etwas in sich beherbergen muß, das nicht körperlicher Art sein kann, zeigt schon eins: Das Denken.
Wenn der Mensch bloß Körper ist, dann muß auch das Den— ken etwas Körperliches sein. Man muß dann etwa annehmen, daß es auf elektrischen oder chemischen Vorgängen in unserer Großhirnrinde beruht. Das sagen, heißt es verneinen. Man lächelt, wenn einer sagt, daß Schillers Gedichte dadurch ent— standen seien, daß im Gehirn des Dichters sich elektrische oder chemische Vorgänge abgespielt haben. Man mag sich diese Vor— gänge noch so fein vorstellen, diese Behauptung des Materialis— mus wird dadurch nicht erträglicher. Gewiß spielen beim Denken Gehirnvorgänge eine Rolle; aber das Denken ist doch etwas anderes als ein körperlicher Vorgang.„Wenn mir einer sagt, Gedanken sind nichts anderes als körperliche Vorgänge, so kann er gerade so gut behaupten, Eisen sei eigentlich Holz“, sagt Pro⸗ fessor Paulsen. Ebenso wenig wie Eisen Holz ist, sind Gedanken
0
5 eee
ie oder aleltrische Feser in unserer Großhirn— rinde. Auch Gemütsvorgänge müßten solche Prozesse sein, wenn der Materialismus recht hat. Gewiß, sie spielen eine Rolle. Wenn der Mensch Angst hat, so wird er bleich. Die Adern im Gesicht verengern sich, das Blut wird abgedrängt. Aber die Adernverengerung ist doch nicht die Angst selbst. Was würde wohl eine Braut sagen, wenn der Bräutigam erklärte, daß seine Liebe nichts anderes sei als ein elektrischer Vorgang? Ich glaube, daß die Braut sich für eine solche elektrische Liebe sehr bedanken würde. Eigentlich müßte das jeder Bräutigam erklären, der auf dem Standpunkt steht, daß es keine Menschenseele gibt. Wenn wir bloß Körper sind, dann ist Denken, Fühlen, Wollen auch körperlich. Der Materialismus behauptet, die Wissenschaft habe bewiesen, daß diese Vorgänge körperlich sind. Das ist natürlich eine Behauptung, die nur leider zu schnell geglaubt wird. In Wirlichkeit hat noch nie ein Gelehrter einen Gedanken aus chemischen oder physikalischen Vorgängen entstehen sehen. (Fortsetzung folgt.)
Jesus oder Karl Marx?
Unter dieser Ueberschrift fand am 12. April 1926 im Eisen⸗ bahnerheim Wien 5, Margareten, ein öffentlicher Aussprech—⸗ abend statt. Handzettel folgenden Inhalts hatten dazu einge— laden:„Arbeiter! Jugendliche! Elend und Not ist um uns. Wo ist ein Ausweg? Wer führt uns? Jesus oder Karl Marx? Evangelium oder kommunistisches Manifest? Darüber spricht in einer öffentlichen Debatte Gen. Walter Süß, Redakteur der „Gottlosen Jugend“, gegen Max Monsky, Generalsekretär der Oesterreichischen Volksmission, Montag, den 12. April 1926, 1 Uhr abends, im großen Saale des Eisenbahnerheims,
V, Margaretenstraße 1664. Geringer Regiebeitrag! Jeder will— kommen! Kommt alle, hört und bildet euch euer eigenes Urteil! Proletarische Freidenkerjugend(Proponentenkomitee).“
Die Aussprache dauerte von 8 bis 11 Uhr; da kamen die verschiedensten Stimmen zur Geltung. Der eine erzählte, wie er Gott verlor und zeigte die ganze Trostlosigkeit seines hoff— nungslosen Lebens. Ein anderer spottete: Wenn es einen Gott gibt, dann fordere ich Ihn jetzt heraus, daß Ex mich hier vor aller Welt strafe und richte. Wenn Gott wirklich ist, warum zer⸗ schmettert Er mich nicht mit Seinem Blitz? Er zeigte, daß er keine Ahnung hatte von dem, was er gesagt hat:„Ich bin nicht gekommen, die Menschenseelen zu verderben, sondern zu erretten.“
Aber dann kamen auf der anderen Seite wunderbare Zeug— nisse solcher, die persönlich die Macht des Evangeliums bereits erlebt hatten. Der eine sagte etwa:„Ich bin auch Proletarier, 1 Jahre in der Gewerkschaft. Ich war ein Gottesleugner, aber jetzt bin ich 21 Jahre beim Heiland und in der Bibel. Ich habe Gott erlebt. Nicht ich habe Ihn gesucht, aber Gott hat mich gesucht. Wißt ihr wo? Im Gefängnis, als ich dort als
1 125
politischer V 81 0 15 Treu 198 aufzicheig war ich von jeher, aber im Gefängnis habe ich das Evangelium kennen⸗ gelernt. In meiner Zelle lag ein Neues Testament. Natürlich habe ich es zunächst beiseite geschoben. Was sollte ich aufgeklärter Proletarier mit einem solchen Buch? Aber da ich lesehungrig war und nichts anderes zu lesen fand, habe ich es zuletzt doch gelesen und ich sage euch, liebe Freunde, lesen Sie das Evan⸗ gelium ganz vorurteilsfrei. Das stimmt. Wenn alles so wäre, wie es dort geschrieben steht, dann hätten wir Frieden auf Erden. Das biblische echte Christentum ist kein Hindernis für den So⸗ zialismus, im Gegenteil, demselben nur förderlich. Ich bin konfessionslos, kenne aber die Bibel, und sage euch, heraus aus den Kirchen mit allem, was Jesus nicht lehrt. Ich muß viel leiden um Christi willen. Kampfesfreudiger als ich für die Rechte des Proletariats kann keiner sein; aber Jesus steht mir heute höher als meine frühere Dreieinigkeit Karl Marx, Engels und Lassalle. Auch heute sage ich noch, alle Achtung vor diesen Männern. Aber ich habe sie jetzt niedriger gehängt und den Herrn Jesus darüber. Es gibt jetzt wohl keinen größeren Jesus⸗ Liebhaber als mich.“
Der zweite, ein akademischer Kunstmaler, führte etwa aus: „Ich war bis vor kurzem Freidenker und Gotteslästerer, ja bis zu meinem zwanzigsten Jahre Anarchist; in den letzten Jahren sozialistischer Arbeiterrat und Bezirksleiter. Ich habe alles ge— haßt, was nach Gott und Religion aussah. Gott war mir ein Feind der Menschen. Ich konnte nicht glauben, weil ich zu gescheit war. Haeckel und Darwin verschlang ich. In der Re— ligion war mir alles im Widerspruch. Nun habe ich die Gottheit erlebt. Ich sagte, wenn Gott ein Zeichen gibt, dann will ich glauben. Ich studierte religiöse Wissenschaft, die ist weit über alle andere Wissenschaft. Ich habe jetzt inneren Frieden. Das kam so: Mein Sohn lag fünf Jahre krank; kein Arzt konnte ihm helfen, ja nicht einmal feststellen, was ihm fehlte. Ueberall wurde er als Simulant entlassen, dabei wurde er immer kränker und elender. Ich konnte als Vater sein Siechtum nicht mehr ansehen. Als mich die Wissenschaft verließ und ich nirgendwo Hilfe fand, ging ich Weihnacht 1924, seit vierzehn Jahren zum erstenmale, wieder in eine Kirche und kniete dort vor dem Ge— kreuzigten nieder und rief: Heiland, hilf, rette mein Kind! Und der Heiland hat mein Gebet erhört. So ist aus dem Frei⸗ denker ein gläubiger Christ geworden, der nun bereit ist, für Christus auch in den Tod zu gehen.“
Noelle Blither.
„Der gute Ton in allen Lebenslagen“ heißt eine Arbeit von Dr. G. Kahlo, die soeben von dem Verlag H. Menzlaw, Darm⸗ stadt, herausgegeben werden ist.(Preis 50 Pfg.) Der Verfasser gibt in gedrängter Kürze wertvolle Fingerzeige für die Jugend sowohl wie für Erwachsene.
i Mrithligkender besechd
Id dad Sein Zaltangsana ggg Aae sglran ben
D
Das Publikum merkt rasch einen solchen Rückgang und schliesst daraus auf einen Rückgang der Firma!
Es ist auch wichtig, dass die Reklamen u. Anzeigen nicht immer in ein u. derselben Zeitung veröffentlicht werden; allen Bevölkerungskreisen die Anzeigen zu lesen geben, das gibt dem Geschäftsmann die Möglichkeit, neue Kunden zu werben.
„Gießener Zeitung“
Sie können es glauben!
deshalb in den Zeitungen
Die Zeitungs-Anzeige ist die beste und billigste Reklameart und als Werbemittel nicht zu übertreffen.
—„Hessisches Handwerk u. Gewerbe“ Auflage 36200 „Hessische Hausbesitzer-Zeitung“ Auflage 12000„Hessischer Kamerad“ Auflage 46000„Allgem. Hessische Sportzeitung“„Evangelische Warte“
Man wende sich umgehend an die Geschäftsstelle: Giessen, Südanlage 21.
Inserieren Sie
— Fernsprecher 1362 und 1145.
CHR l. NEUHIRRDT Cbadpelsche
Weinbergbesitzer Weinhandlung unterstlitzt uns, evang.
Buchhandlung 1 NIEDER-OLM Bestellung v. Büchern (Rheinhessen) u. Zeitschriften. Feste ö
empfiehlt seine selbstgebaut. u. selbstgekelt. WEISS- und ROTWEINE im Fass u. in der Flasche billigst.
frei ausgeführt.
Warlburgbuchholg.
Man verlange Preisliste- Mainz,
Bestellungen von 2.„ Mk. an werden post⸗
W O
812
Verlangt dle„Evangelische Warte“
in den Gasthäusern, u. Bahnhofsbuchhandlungen etc.
Sor qt für Bestellung,
Diet zu haben ist.
U das 6 leiste 1 Kla fung eue Sihen i mn Ales bestim ehang ür daß S ssch.“ heit, imm Ranch che n 6 hr. schmut talut
mobel Unsch eitun del, d gung. daung Oigaf bir b lit n ge 30 ober! d b fühle feht Laibe fung! 0 fabezt fallen slsge lan t z lung ehen
a5 ö
g det am


