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Zwistes! ukünftiger Kinder angeschnitten, so zeigen sich noch jrößere Schwierigkeiten.
koleranz auf konfessionellem Gebiete und durch gegen— eitiges Verständnis die Hindernisse überwinden, wenn
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Evangelische
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Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft
„Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ Matthäus 20, 28.
J dahrgang.
ö hauptschriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen). Berantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, füt den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz. zür Rücksendung ungewünschter Manustripte wird nicht garantiert.
Erscheint Sonnabends. Abonnements⸗ und Anzeigen ⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21.
Fernsprecher 1362 und 1145. Postscheckkonto 8437 Frankfurt a. M.
Sonnabend, den 16. April 1927.
Bezugspreis 50 Pfennig monatlich.] Anzeigenpreise: die 90mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg.,
Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei
Vergünstigung.
Wiederholungen
Nummer 16
An alle Ortsgruppen und Einzelmitglieder in gessen und Hessen⸗Nassau!
5 Die Landtagswahl in Hessen und die Stadtverordnetenwahlen in Frankfurt a. M. machen eine eingehende Beratung über die Durchführung unserer Werbearbeit unbedingt erforderlich. Wir laden darum unsere Mitglieder in Hessen und Hessen⸗Nassau zu einer
Sihung auf Dienstag, den 19. April, nachm. 2 Uhr
nach Frankfurt a. M.(Krokodil, Kaiserstraße 77) hiermit ein.
Tagesordnung:
1. Organisationsfragen(Pfarrer Veller). 2. Wahl des Vorstandes in den Reichswahlkreisen Hessen⸗Darmstadt und Hessen⸗Nassau.
3. Verschiedenes.
Wir erwarten, daß alle Ortsgruppen mindestens durch den Vorsitzenden vertreten sind. Besondere persön liche Einladungen ergehen nicht.
Kreisvorsitzenden zur Stelle sind.
Mit evangelischem Gruß!
Als selbstverständlich nehmen wir an, daß alle Abgeordneten und
Reichsgeschäftsstelle der Evangelischen Volksgemeinschaft.
Ober⸗Lais b. Nidda, den 7. April 1927.
Weidner.
Eines der Probleme, das uns in unserem Verhält— is zum katholischen Volksteil neben Konkordat und Reichsschulgesetz immer wieder sehr berührt, ist das Rischehenproblem. Besonders beschäftigt es uns in den hegenden mit stark konfessioneller Mischung. In diesen hegenden lassen sich Eheschließungen zwischen den ver— chiedenen Konfessionsangehörigen garnicht vermeiden und werden sich auch in Zukunft nicht vermeiden lassen.
Vom rein menschlichen Standpunkt aus bestehen unächst gar keine Bedenken zu einer Mischehe. Schon der alte Fritz sagte ja:„In meinem Lande kann jeder sach seiner Facon selig werden.“ Ein Wort, das die⸗ em Fürsten noch heute alle Ehre macht. Ganz ähnlich denken auch in der Jetztzeit zwei junge Menschenkinder, die beabsichtigen, zusammen einen Bund für das Leben u schließen. Sie glauben an keine Differenzen, sie sind der festen Zuversicht, daß sich alle Schwierigkeiten durch hre große Liebe überbrücken ließen. Wie oft aber ist die Frage der kirchlichen Trauung die Ursache des ersten Wird dann noch die Frage des Bekenntnisses
Trotzdem ließen sich bei genügender gegenseitiger
licht die Bestimmungen der katholischen Kirche über die Nischehe durch das neue römisch⸗katholische Gesetzbuch zom Jahre 1918 aufs äußerste verschärft worden wäre. Nan fängt nun an, diese Bestimmungen in immer mehr unehmendem Maße ganz rücksichtslos in Deutschland durchzuführen; besonders stark hat Bayern darunter zu leiden. Auch wir in Hessen spüren die Durchführung, und da wir Evangelischen sinngemäß die am stärksten
Ostersonntag.
1. Korinther 15, 19 und 20. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auf⸗ erstanden von den Toten und der Erstling worden unter denen, die da schlafen.
Nun ist es wieder Frühling geworden. Die Knospen treiben. diele Blüten sind bereits aufgebrochen. Die Fluren und die Jälder bekommen ein neues saftiges Grün. Die Vögel schwingen ch tirilierend in die warme Luft. Alles atmet neues Leben. In gieser Zeit denken wir an ein neues Leben, dem wir Menschen atgegenleben. Warum dürsen wir an dieses andere Leben so estimmt denken?
Der Apostel schreibt hier:„Hoffen wir allein in diesem Le⸗ hen auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Men⸗ then.“ Wie viele gibt es, die Jesum für einen recht wertoollen Norallehrer ansehen. Für diese hat Jesus nur wert, solange sie leben. Wenn sie tot sind, gibt es für sie kein Leben mehr. Wofür heben sie da nun gelebt? Warum haben sie sich dann bemüht. Aden Spuren Jesu zu wandeln? Jesu Weg führt über dieses beben hinaus in ein anderes Dasein.
Es werden meist die armen Heiden bedauert, weil sie gar achts von Jesus wissen. Sie leben dahin in ihrem Aberglauben ard pflegen meist ganz grauenvolle Sitten. Aber sie haben ja goch nichts Besseres kennen gelernt. Es wird sogar von manchen uten behauptet, diese Heiden fühlten sich ganz wohl dabei. Wir aber haben nun anderes kennen gelernt. Wir haben von unserer
dit Mischehe.
Jugend an schon von dem Jesus gehört, der dem Tode die Macht
Angegriffenen sind, zwingt man uns einen Abwehr- kampf auf. Das wird uns niemand bestreiten können. daß wir für unseren Glauben mit ganzer Kraft einzu— stehen haben, und daß wir jedem Angriff auf ihn ent—⸗ gegentreten müssen.
Es gibt Leute, die in evangelischer Traumhaftig— keit sagen: Laßt doch den Dingen ihren Lauf! Sagt nichts über solche Bestimmungen, welche die katholische Kirche nun einmal festgelegt hat! Seien wir versöhn—
lich! Seien wir tolerant! Nein, diese Dinge haben mit Toleranz nichts zu tun. Wer so spricht, hat seinen Luther nie verstanden,
und brüste er sich auch in Worten damit! Jede Toleranz
hat ihre Grenzen! Werden diese Grenzen überschritten,
dann heißt die Luther-Losung: Kampf!
Betrachten wir die Bestimmungen des römisch— katholischen Gesetzbuches über die Mischehen! Darin heißt es:
1. Ehen unter Christen verschiedenen Bekenntnisses werden nur dann als kirchlich gültige und über⸗ haupt als christliche Ehen anerkannt, wenn sie unter ausschließlicher Erfüllung der katholischen Forderungen vor dem katholischen Pfarrer nach der katholischen Eheschließungsform zustandekommen.
2. Es muß ausgeschlossen sein, daß die Eheleute, sei es vor, sei es nach der katholischen Trauung einen nichtkatholischen Religionsdiener um die Trauung nach dessen Kirchenordnung angehen.
3. Mischehen sind im allgemeinen des bösen Beispiels wegen nicht zu veröffentlichen; das Aufgebot soll unterbleiben. Die Trauung soll außerhalb der Kirche und ohne Feierlichkeit vorgenommen wer⸗
genommen hat. Wie elend sind wir, wenn wir uns von diesem Leben ausgeschlossen fühlen. Das sind also die elendesten Men⸗ schen, die für ein Weiterleben nach dem Tode keine Hoffnung haben.
Zu dieser Hoffnung berechtigt uns die Auferstehung Jesu. Das Osterfest ist uns der Gedenktag an die Auferstehung des Herrn von den Toden. Mag man über die Auferstehungsge⸗ schichte denken, wie man will. Die Geschichte berichtet uns, daß Jesus seinen Jüngern mehrmals erschienen ist. Es war der zum Leben auferstandene Christus. Waren vorher die Jünger nieder⸗ geschlagen von den Erlebnissen am Karfreitag, nachdem ihnen der lebende Meister erschienen war, waren sie voll neuer Hoff— nung. Auch für den Apostel Paulus war die Auferstehung Jesu die Grundlage seines Glaubens:„Ist Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube ver⸗ geblich. Auf die Auferstehung Jesu gründet Paulus unsere Auf⸗ erstehung.
Damit stehen wir auch auf dem Boden der Verheißungen Jesu selber. Wie oft redet Jesus vom Leben nach dem Tode. Denken wir an die Geschichte vom reichen Manne und dem armen La⸗ zarus, an seine Erzählung vom jüngsten Gericht oder wo er zu den Sadducäern von der Auferstehung der Toten spricht. Zu seinen Jüngern aber sagt er das herrliche Wort:„Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ Damit richtet Jesus unser Hoffen auf die jenseitige Welt, wo wir von allen Verdrießlichkeiten dieser Welt befreit sind.
Im 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes schreibt Paulus von dem Stückwerk. Alles hier auf Erden ist Stückwerk. Unser Wissen
den. Auf jeden Fall soll die Brautmesse unter⸗
bleiben.
4. Der katholische Teil ist gehalten, mit Umsicht und Klugheit die Bekehrung des nicht⸗katholischen Gat⸗ ten zu betreiben.
5. Beide Teile müssen versprechen, sämtliche zu er⸗ wartende Kinder nur katholisch taufen und erziehen zu lassen. Das Versprechen soll schriftlich durch einen im katholischen Pfarrarchiv aufzubewahren⸗ den Revers gegeben werden.
6. Die Kinder aus einer nur standesamtlich und vor einem nichtkatholischen Religionsdiener geschlosse⸗ nen Mischehe sind in allen kirchlichen Dingen als unehelich zu betrachten und zu behandeln. Solche Ehen sind nichts anderes als wilde Ehen. Um als wirkliche, christliche Ehen anerkannt zu werden, be⸗ dürfen diese Ehen der katholischen Wiedertrauung.
7. Werden die Zusagen von seiten des nichtkatholischen Teiles nicht gehalten. so ist der katholische Teil be⸗ rechtigt, die Trennung von Tisch und Bett zu ver⸗ langen. Verstößt der katholische Teil wider die Vorschriften, so verfällt er ohne weiteres dem Kir⸗ chenbann und verliert alle kirchlichen Ansprüche und Rechte, z. B. auf Empfang der Sakramente, auf kirchliches Begräbnis usw.
Welchem Evangelischen, und nenne er sich nur noch nach seinem Taufschein so, steigt da nicht die Schamröte ins Gesicht, wenn er diese Zeilen liest, wenn er diese Be— stimmungen durchdenkt, die für uns Evangelische ein Schlag ins Gesicht sind?
Und ihr Uebertoleranten auf unserer Seite, ihr stets sich Duckenden, was sagt ihr zu so viel Christlich⸗ keit, zu so viel Bruderliebe, zu solcher Toleranz katholi⸗ scherseits? Kennt die evangelische Kirche derartige Be— stimmungen? Nein, der Wert unserer Reformation be— steht gerade darin, daß sie weitherzig war, daß ein
ist Stückwerk und unser Weissagen ist Stückwerk. Wie elend wären wir, wenn es nichts anderes als dieses Stückwerk gebe. Hätten wir nicht die Osterhoffnung, dann müßten wir vor der Unvollkommenheit verzweifeln. So aber wissen wir, daß das Stückwerk einmal auch für uns aufhören wird.„Wenn kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören“. Dieser Vollkommenheit leben und streben wir entgegen. Sie gibt un⸗ serem diesseitigen Dasein Zweck und Ziel.
Die Osterglocken klingen heute wieder. Sie klingen so froh und erhebend. Wie der Winter mit seiner unfeundlichen Kälte gewichen ist, wie die Vögel uns den neuen Frühling künden, so wollen diese Glocken uns das Herz erfüllen mit neuer seliger Hoffnung. Sie wollen uns erzählen von dem Erstling unter denen, die da schlafen, wollen unsere Seele erheben, unser Herz höher schlagen lassen. Man spricht vom Kampf des Winters mit dem Frühling, der um diese Zeit ausgefochten wird. Wir reden von dem Kampf des Lebens mit dem Tode.„Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unseren Herrn Jesus Chri- stus.“ Triumphieren dürfen wir mit dem Apostel Paulus:„Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“ Zu dem Sieger über den Tod aber wollen wir betend sprechen:
Wirk du in mir, zeuch himmelwärts Begierden, Sinnen und Gedanken,
daß, wo du bist, mein ganzes Herz
von nun an leben mag ohn' Wanken;
du bist nicht fern: wer dich nur liebet rein,
der kann im Geist bei dir im Himmel sein! Amen. Hr.
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