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Völkerbund vorgeht.

onnabend, den 15. Januar 1927.

Die Union trachtet darnach, bei verschiedenen Verhand⸗ lungsgegenständen im Völkerbund den katholischen

Standpunkt geltend zu machen, was ihr nach ihrem ei⸗ genen Zeugnis auch schon gelungen ist.

Vielleicht be⸗ sinnt man sich auch auf evangelischer Seite darauf, daß es uns nicht gleichgültig sein darf, was in Genf am Die wackere und tapfere Genser

Kirche tut, was sie kann, und daß sie jeweils bei der

Eröffnung der Sitzungen des Völkerbundes in einem feierlichen Gottesdienst bedeutende protestantische Ver⸗ treter zu Worte kommen läßt, dies Jahr z. B. Erz⸗ bischof Söderblom ist erfreulich. Aber die Gen⸗ fer Kirche sollte die evangelische Christenheit noch stär⸗ ker hinter sich haben.

Was jeder Evangelische wissen muß.

Konfessionelle Friedenstäublein.

Der römische. in Deutschland hat bekanntlich noch nie ein Wässerlein getrübt bezw. den Frieden zwischen den Konfessionen gestört. Die För⸗ derung dieses Friedens betreibt er vielmehr in allen seinen Gliedern, Ständen und Aemtern in Erbpacht. Wie er das macht, dafür geben dieAkademischen Mo⸗ natsblätter, Organ des Kartellverbandes der katho

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lischen Studentenvereine Deutschlands S K. V., im Septemberheft von 1926 ein schönes Beispiel. Sie lie⸗ sern hier eine Besprechung des BuchesDer deutsche Luther im Weltkrieg und in der Gegenwart, das der Jesuit Hartmann Grisar geschrieben hat. In dieser Besprechung heißt es:Inhaltlich ist das Werk glän⸗ zend und mit ungemein großer Sachkenntnis geschrie⸗ ben. Es war ein sehr notwendiges Buch, um die un⸗ geheure Anmaßung im protestantischen Lager, die sich mit ihrer Luthervergötterung(adorabunt nostra ster⸗ höhnte ja derteure Gottesmann!) immer

cora! widerlicher breit machte und eine solche selbst dem ka tholischen Teile einhämmern wollte, in die Schranken zu weisen. Liest man Grisars Ausführungen, so wun⸗ dert man sich billig, daß nicht gar jene lächerliche Ver bortheit der Zeit nach Luthers Tode wieder auflebte und man zum Luther⸗Jubiläum 1917 keine Denkmünze mit der InschriftSanctus Lutherus prägte! Kartell⸗ brüder, lest Grisars Buch, damit Ihr, die Ihr Führer des katholischen Volkes seid oder werdet, wisset, mit welch haßerfüllten und geschichtlich durch und durch un⸗ aufrichtigen Feinden Ihr zu tun habt! Wer seinen Feind nicht genügend kennt, kann ihn auch nicht über⸗ winden. Wahrhaftig, der kirchliche Umsturz im 16. Jahrhundert ist das grauenhafteste Unglück unseres Vaterlandes gewesen! Was übrigens Tertullian den

Irrlehren seiner Zeit zurief, jenen unserer Zeit auch ins Gesicht schleudern, nämlich die Worte:Ihr seid ja von gestern! Fünfzehnhun⸗ dert Jahre war die katholische Kirche schon alt und 700 Jahre lang hatte sie schon in Deutschland eine prachtvolle Höhenbildung entstehen lassen, da erst kamt Ihr Prote⸗ stanten an und gebärdet Euch alsbald, als hättet Ihr, Leute von gestern, das, schtum gepachtet. Wann wollt Ihr mit dieser n Geschichtslüge auf⸗ hören?, So dient man auf römisch⸗katholischer Seite, im besonderen innerhalb der katholischen Stu⸗ dentenvereine dem konfessionellen Frieden!! Bezeich⸗ nend ist übrigens, daß der Artikelschreiber derAka⸗ demischen Monatsblätter in oft erlebter ultramonta⸗ ner Unwissenheit seinen eigenen Tertullian nicht kennt und falsch zitiert. Tertullian schreibt so ziemlich das Gegenteil. Die Stelle findet sich im Apologeticum und heißt da:Von gestern sind wir(d. h. die Katholiken!), und doch haben wir alles, was euch gehört, erfüllt: Städte und Inseln, Kastelle und Freistädte, Ratsver⸗ sammlungen und selbst die Heerlager, die Tribus und die Dekurien, den Palast, den Senat, das Forum; nur die Tempel haben wir euch(d. h. den Heiden) über⸗ lassen. Anwissenheit und Hetzbedürfnis pflegen in ihrem Ausmaße sich wechselseitig zu bedingen.

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5 e ee Im Familienkreis

T ß! b.

Slöffen Fadinger, ber Ketzer und Nobell, ein Streiter für Glauben und heimat.

Schluß.

Zu jener Zeit lebte auf dem Bauernhof Fatting am Wald bei St. Agatha ein ansehnlicher Mann, Stöffen oder Stefan der Fadinger oder Fattinger geheißen, der wegen seiner Rechtlich⸗ keit und Klugheit bei allen seinen Standesgenossen hoch geachtet war und einen ähnlichen Einfluß auf die Bevölkerung ausgeübt haben mag wie späterhin in Tirol Andreas Hofer, Josef Speck⸗ bacher und Peter Mayer. Fadinger wird uns als ein ruhiger, besonnener und durchaus maßvoller Charakter geschildert, der nichts von einem religiösen oder politischen Fanatiker an sich hatte. Zu diesem Manne nahm das verängstigte und unterdrückte Volk seine Zuflucht, und er war bereit, ihm ein Helfer und Ret⸗ ter zu werden.

Im geheimen bildete sich eine großzügig angelegte Bauern⸗ verschwörung, deren Fäden in den Häusern Fadingers und seines Schwiegersohnes oder Schwagers Christof Zeller, eines Gast⸗ wirts in St. Agatha, zusammenliefen, und deren Ziel ein Auf⸗ stand war, der am 31. Mai 1626 zum Ausbruch kommen sollte. Das arme Volk sah, um die Religionsbedrückung des Kaisers und die Fremdherrschaft der Bayern los zu werden, keinen an⸗ deren Ausweg mehr, als Gewalt gegen Gewalt zu setzen, und rüstete sich in aller Stille zum Kampf für Glauben und Heimat. Dies geschah in wohlüberlegter, geordneter Weise, und man be⸗ schloß, ein allgemeines Aufgebot zu erlassen, demzufolge jedes Haus mindestens einen Streiter zum gemeinen Haufen stellen sollte.

Durch einen Zufall kam die Bewegung vorzeitig zum Aus⸗ bruch. Am 17. Mai war Kirchweih zu Lambach im Mühlviertel, und aus der ganzen Nachbarschaft war viel Volks zusammen⸗ geströmt. Wegen eines ausgeborgten Pferdes geriet ein Bauer mit einem Soldaten der bayrischen Besatzung in einen Streit, aus dem sich eine allgemeine Rauferei zwischen Bauern und Sol⸗ daten entwickelte, in deren Verlauf sechs Bayern und drei Geist⸗

4 liche von den Bauern totgeschlagen wurden.

Damit war das Feuer entfacht, und nun gab's kein Halten mehr. Eilboten liefen von Dorf zu Dorf, von Hof zu Hof. Von den Kirchtürmen heulten die Sturmglocken. Kraianfeuer (Fanale) flammten auf den Bergen. Alle Bauern des Landes erhielten die Aufforderung sich sofort zu ihren Sammelplätzen zu begeben.

Von allen Seiten strömten die Bauern in wohlgeordneten Kampfharsten herbei, sogar aus dem Hausrückviertel, jenseits der Donau. Sie bemächtigten sich in raschem Anlauf der Schlös ser Neuhaus, Schaumburg, Weidenholz und Dachsberg, rüsteten sich mit den dort lagernden Waffen aus und verjagten die 60 Mann starke Besatzung von Asch. Ein anderer Bauernhaufe rückte von St. Agatha gegen Preuerbach vor, besetzte Stadt und Schloß und zwang die Besatzung, mit ihm gemeinsam dem Statt⸗ halter entgegenzuziehen. Somit hatte die allgemeineRebellion begonnen und der Bauernkrieg einen glückverheißenden Anfang genommen.

Herbersdorf hatte auf die Nachricht von der Erhebung der Bauern zusammengerafft, was ihm zunächst an erreichbaren Streitkräften zur Verfügung stand, und zog von Linz aus mit 1000 Fußknechten und 100 Kroaten nebst Geschütz gegen Preuer⸗ bach. Auch diesmal hatte er fürsorglicherweise gleich den Henker mitgenommen. Doch es sollte ganz anders kommen, als er es sich ausgedacht hatte.

Ungehindert und sorglos waren die Bayern vorgerückt. Die Kroaten hatten den Aufklärungsdienst anscheinend leichtfertig gehandhabt. Nirgends hatte man bisher eine Spur der Auf⸗ ständischen angetroffen. Die Mittagsrast war ohne Störung ver⸗ laufen. Getrosten Muts marschierte man weiter. Da auf ein⸗ mal ward ein kleiner Bauerntrupp sichtbar, der jedoch vor dem

Die Bayern folgten ihm auf dem Fuß und befanden sich schließ⸗ lich in völlig unübersichtlichem Gelände, in einer Talmulde. Her⸗

15 über die Unvorsichtigen herfiel. Die Soldaten gerieten sogleich in entsetzliche Verwirrung. Die Geschütze konnten nicht in den Kampf eingreifen, denn die Vorspannbauern hatten wie auf Verabredung ihre Pferde abgesträngt und sich davon gemacht. Die Reiterei konnte sich in dem engen Gelände nicht entwickeln.

Die Fußsoldaten wurden auseinandergesprengt und einzeln nieder gehauen. Und nun hub ein erbittertes Raufen an, um den Herr gott, um Haus und Hof, um Weib und Kind, um's Dirndl, kein Fechten, sondern ein erbarmungsloses Morden. Binnen kurzer Zeit hatten die Bauern 600 bis 700 Soldaten totgeschlagen. Der Statthalter entrann mit knapper Not. Alle Geschütze, der ganze Schießbedarf und auch der Rüstwagen des Henkers fielen in die Hände der Sieger.

Nach diesem Erfolg organisierte sich das Bauernheer in kriegsmäßiger Weise. Fadinger, der bei dem Gefecht selbst nicht zugegen gewesen war, wurde zum Oberanführer für das Haus⸗ ruck⸗ und Traunviertel erwählt und Zeller zum Kommandanten für das Mühl⸗ und Machlandviertel.

Jetzt griff der Aufstand auch auf das linke Donauufer hin⸗ über und breitete sich mit unheimlicher Schnelligkeit über das ganze Land aus. Zahlreiche feste Plätze, Klöster und Markt flecken, aber auch Städte wie Wels und Steyr wurden von den Bauern genommen, welche aber im allgemeinen den Besitz der weltlichen Grundherren schonten und sogar während des Auf⸗ standes stellenweise noch die herkömmlichen Roboten und Ab⸗ gaben leisteten.

Herbersdorf war außer Stand, gegen die Aufständischen ir⸗ gendwelche Vorteile zu erringen, obwohl Bewaffnung und Man⸗ neszucht des Bauernheeres mancherlei zu wünschen übrig ließen. Daher versuchte er es als geriebener Diplomat wiederum mit Verhandlungen. Die Bauern aber nahmen ihrerseits die Kom missare, welche von Ferdinand und Maximilian geschickt worden waren, um die Ordnung wiederherzustellen, fest und hielten sie auf Schloß Steyr bis zur Rückkehr der unter Führung eines Dr. Haffner nach Wien zum Kaiser entsandten Bauerndeputation in Gewahrsam. Diese Deputation kehrte zurück, ohne etwas zur Abstellung der vorgebrachten Beschwerden erreicht zu haben. In⸗ folgedessen ließen sich die Bauern auf keine weiteren Unterhand⸗ lungen mehr ein und schickten sich an, die bisher noch unbe zwungenen Städte Linz, Enns und Freistadt in ihre Gewalt zu bringen. Aber am Belagerungskrieg sollte die Stoßkraft des Volksheeres scheitern.

Seit dem 24. Juni lagen die Scharen der Aufständischen unter Fadinger vor Linz. Herbersdorf versuchte sie wieder mit Un⸗ terhandlungen hinzuhalten. Da verlangten sie kurzentschlossen von den oberösterreichischen Ständen seine Auslieferung und be⸗ gannen auch ihre adeligen Glaubensgenossen zu den Waffen zu rufen. Linz geriet durch die Einschließung und Beschießung in die bitterste Not. In dieser kritischen Zeit traf die Bauern das größte Unglück, das sie treffen konnte: Fadinger wurde am 28. Juni durch die Kugel eines Musketiers, der von der Stadtmauer auf ihn feuerte, so schwer verwundet, daß er wenige Tage darauf starb. Nachdem der Aufstand seinen hervorragendsten Führer verloren hatte, wandte sich das Glück.

Ein Herr von Adel, Achaz Willinger von der Au zu Katering, wurde Fadingers Nachfolger. Er setzte die Belagerung fort, nahm Freistadt, vermochte aber Linz nicht zu bezwingen. Ein⸗ wohner und Besatzung litten furchtbar unter dem Proviant mangel, dem auch nicht gesteuert werden konnte, als es einem bayrischen Transportschiffe gelungen war, nach einem scharfen Treffen, bei welchem Zeller den Tod fand, in die Stadt zu kom⸗ men. Der Fall von Linz schien nur noch eine Frage kurzer Zeit zu sein, als Willinger den Befehl gab, die Belagerung als aus⸗ sichtslos abzubrechen.

Was ihn zu diesem Schritt bewog war einmal die Uneinnig⸗ keit und Disziplinlosigkeit der Bauern, die bei zwei abgewiesenen Stürmen schwere Verluste erlitten hatten und ihren Führern im mer mehr aus der Hand geglitten waren, dann das Herannahen von Entsatztruppen und der Wechsel des Kriegsglücks auf dem norddeutschen Kriegsschauplatz, durch welchen jede Hoffnung auf Hilfe von Seiten der Protestanten im Reich vernichtet wurde. Vor Enns war eine Bauernabteilung unter Wolf Wurm von überraschend anrückendem kaiserlichem Militär unter Hans Chri⸗ stof Löbel und Weikhard von Auersperg auseinandergesprengt worden, wobei 2000 Bauern das Leben verloren haben sollen. Ueberzeugt von der Hoffnungslosigkeit des Unternehmens mahn te Willinger die Bauern zum Frieden, ließ sich zum Abschluß eines zwölstägigen Waffenstillstandes verleiten und nahm die Frie⸗ bensverhandlungen von neuem wieder auf.

Im Reich hatte der Krieg eine für die Protestanten ungün⸗ stige Wendung genommen. Tilly hatte den König Christian von Dänemark bei Lutter am Barenberg aufs Haupt geschlagen und Wallenstein dem Grafen Mansfeld den Weg nach den oester

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reichischen Landen verlegt. Somit war jede Aussicht auf aus⸗ wärtige Unterstützung hinfällig geworden. Diese Lage wurde so⸗ fort von der Diplomatie der Wiener Hofburg ausgenützt. Der Kaiser forderte von den Bauern bedingungslose Unterwerfung und Auslieferung der Führer. Diese Bedingungen wurden von der rat- und hoffnungslosen, unter sich uneinigen Menge nach dreitägiger Bedenkzeit angenommen.

Wer sich aber an dieses Abkommen nicht kehrte, das war Maximilian von Bayern, der durch dasselbe sein Pfandrecht auf Oberoesterreisch bedroht sah. Unter Bruch des Waffenstillstandes ließ er sein Kriegsvolk, geführt von dem Herzog von Holstein und dem Oberst Lindler, in das Land einrücken.

Und nun begann der letzte Kampf. Neue Führer traten an die Spitze des betrogenen, verzweifelten Landvolkes: Berndl, Prenninger und der sogenannte Student. Wie der von Hunden umstellte Eber wehrte sich der Bauer gegen die Söldner des Bayernfürsten und noch einmal schien sich das Geschick wenden zu wollen. Die Oberösterreicher schlugen den Holsteiner bei Neukirchen, Lindler bei Prinn und errangen Erfolge bei Wels und Gmunden. Auch im Mühlviertel brach der Sturm von neu⸗ em los.

Aber Maximilian bekam infolge der auswärtigen Kriegs⸗ verhältnisse nun gänzlich freie Hand in der oberösterreichischen Angelegenheit. Durch die Kriegsnot im Reich und in Ungarn be⸗ drängt, forderte ihn der Kaiser zu gemeinsamen Vorgehen auf und erhielt von ihm einen hervorragenden Feldherrn in Pa⸗ penheim, dem Stiefsohn Herbersdorfs.

Während von Böhmen aus der kaiserliche Oberst Breuner in's Land gefallen war und die Bauern gezwungen hatte, von Freistadt, Steyr und Wels zu weichen, war von Bayern her Pap⸗ penheim mit bayrischen Truppen eingerückt und hatte sich mit dem Holsteiner und den im Lande stehenden kaiserlichen und bay⸗ rischen Truppen vereinigt. Er besiegte die Bauern in einem blu⸗ tigen Treffen im Emlinger Holz bei Efferding und erschlug sie zu Tausenden. Dann ereilte er die Gehetzten im Paurhölzl bei Gmunden und brachte ihnen eine neue Niederlage bei. Dort ist den gefallenen Helden im Jahre 1883 ein einfacher Denkstein er⸗ richtet worden, von dem jedoch die Inschrift, weil sie an die Ur⸗ sache ihres Opfertodes erinnerte, auf Befehl der damaligen K. K. Negierung entfernt werben mußte. Noch wehrten sich die Wackern mit ihrer letzten Kraft im Buchschacherhölzl bei Vöcklabruck und bei Wolfseck. Hier sand der Student seinen Tod. Bei Schöndorf kam es noch einmal zu einem Zusammenstoß. Am 23. November räumten sie auch die Schaumburg und zogen ihre Wachen von der Donau zurück.

Mit der Kraft der Bauern war es zu Ende. Ueberall liefen sie auseinander. Der Krieg war aus, doch furchtbar war das Rachegericht, welches nun über das arme Volk hereinbrach. Das Land wurde mit 12000 Mann Besatzung belegt, die bis zum Frühjahre in ihren Quartieren auf das entsetzlichste hausten, wo⸗ bei sich die Truppen des Holsteiners in schmählichster Weise aus⸗ zeichneten. Wer sich einen Begriff von diesen Scheußlichkeiten machen will, der lese es in dem erwähnten Buch der katholischen Schriftstellerin Handel-Mazzetti nach.

Der Kaiser aber nützte den Sieg seines Verbündeten in der niederträchtigsten Weise aus. Ehe das Jahr noch zu Ende ge⸗ gangen war, saßen schon 100 Bauernführer im Wasserturm von Linz gefangen, von denen 37, darunter Achaz Willinger und Vischer von Eck, grausam hingerichtet wurden, während man die übrigen zu Zwangsarbeiten im Wiener Stadtgraben ver schickte. Fadingers und Zellers Familien wurden auf ewige Zei ten des Landes verwiesen. Die Leichname der beiden Helden wurden auf Herbersdorfs Befehl durch den Henker aus ihrem Grab bei Efferding gerissen und im Seebacher Moos verscharrt. Auf dieser neuen Grabstätte wurde ein Galgen errichtet. Fa⸗ dingers Hof und Zellers Gasthaus wurden dem Erdboden gleich gemacht.

Kirchhofsruhe herrschte in dem blutgedüngten, ausgebrann⸗ ten Land. Nachdem es auf solche Weise befriedet war, erließ der Kaiser im Juni 1627 einen Generalpardon, der aber keine Gül tigkeit für die Rädelsführer hatte. Zudem mußte die ausge sogene Bauernschaft für alle Kriegsschäden aufkommen.

Mit voller Stärke setzte die Gegenreformation von neuem ein. Die Bauern wanderten in Massen nach dem Reich ab, nach⸗ dem sie ihre Güter zu Spottpreisen an tatholisch gewordene Edel⸗ leute hatten verkaufen müssen. In ihre Stelle rückten katholische Schwaben und Bayern. Die Unterdrückung ward ärger als je zuvor und stieg ins unglaubliche, nachdem 1632 ein zweiter Bau⸗

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