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Sonnabend, den 11. Juni 1927.

Kirchen sich zu einer Macht entwickeln, mit der der Staat pak⸗ tieren muß. Jeder Einzelne in unserem deutschen Vaterlande, der sich noch als Christ bezeichnet und als Christ fühlt, gehört doch nicht nur dem Staate, sondern auch seiner Kirche, der der Einzelne angehört, ein Konflikt entsteht; denn dadurch werden alle, die dieser Kirche angehören, vor einen Gewissens⸗Konflikt gestellt. Schon aus diesen Gründen sollte es der Staat für seine Aufgabe halten, Konkordate zu schließen.

Wenn ich so der Ansicht bin, daß es aus vielen Gründen gerade auch im Interesse des Staates liegt, Vereinbarungen mit den Kirchen über all die Angelegenheiten zu treffen, deren Regelung durch einen Vertrag zwischen diesen beiden Instan⸗ zen notwendig oder wünschenswert ist, so kann ich es nicht ver⸗ stehen, wenn nun von verschiedenen Seiten gegen jedes Kon kordat überhaupt Sturm gelaufen wird. Ich denke da vor allem an das Vorgehen des Evangelischen Bundes. Es scheint mir, als wenn der Evangelische Bund nicht gemerkt hat, daß seit den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges 300 Jahre ver gangen sind; er steht immer noch auf dem Standpunkt von 1627. (Sehr gut! bei den Deutsch-Hann.) Wenn ich zugeben will, daß damals, vor 300 Jahren, die Fronten waren: evangelisch gegen katholisch, so ist das doch heute, 300 Jahre später, nach meinem Gefühl wenigstens, wesentlich anders geworden. Wir in der evangelisch⸗lutherischen Landeskirche Hannovers stehen durchaus auf dem Standpunkt, daß die Front heute eine an⸗ dere ist, daß sie lauten muß: die christlichen Kirchen gegen An⸗ gläubige.(Sehr richtig! bei den Deutsch-Hann. und im Zentr.) Ob wir diese Front dahin erweitern wollen oder müssen, daß es heißt: gegen den ungläubigen Staat, das wird davon abhängen, wie der Staat seine Politik in diesen Dingen gestalten wird. (Sehr richtig! bei den Deutsch-Hann.) Wenn nötig, werden wir auch davor nicht zurückschrecken. Aber diese unverantwort⸗ liche Hetze, wie sie der Evangelische Bund betreibt, verurteilen wir aufs Schärfste.(Bravo bei den Deutsch-Hann. und im Zentrum.) Wenn der Evangelische Bund im Lande Anter⸗ schriften gegen ein Konkordat sammelt und dabei die Unwissen⸗ heit der Leute über das, was ein Konkordat bedeutet, ausnutzt, so kann das nicht scharf genug verurteilt werden.(Sehr rich⸗ tig! bei den Deutsch-Hann. und im Zentr.)

Es ist eine Dummheit, wenn man mit allen Mitteln gegen ein Konkordat mit der katholischen Kirche scharf macht; denn jeder vernünftige Mensch müßte sich doch klarmachen, daß wir in den evangelischen Landeskirchen heute ein Konkordat brau⸗ chen, daß wir selbstverständlich in dieser Frage mit den Katho⸗ liken zusammen eine Front bilden müssen. Denn, wenn die Katholiken kein Konkordat bekommen, dann bekommen wir auch keins; ebenso umgekehrt, wenn wir kein Konkordat be⸗ kommen, dann werden auch die Katholiken keins bekommen. Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, um recht nachdrücklich auf die Notwendigkeit dieser gemeinsamen Front hinzuweisen.(Sehr richtig! bei den Deutsch⸗Hann. und im Zentr.) Ich kann dann weiter namens meiner Freunde von der Deutsch.-hannoverschen Partei und, ich glaube, wohl auch namens der Evangelisch⸗ Lutherischen Landeskirche in Hannover sagen, daß wir wünschen, daß sich ein solches Konkordat nicht nur auf gewisse Aeußerlich⸗ keiten, auf gewisse rechtliche und finanzielle Gesichtspunkte be⸗ schränkt, sondern wir wünschen auch, da die Angelegenheiten der konfessionellen Schule in dieses Konkordat aufgenommen wer⸗ den.(Sehr richtig! bei den Deutsch.-Hann. und im Zener., Widerspruch bei der Deutsch-völk. F.⸗P.)

Ich bedaure es, daß die Deutschnationale Volkspartei vor hin durch ihren Redner den Standpunkt eingenommen hat, daß sie in diesem Punkt abwarten will, daß sie ich kann die Worte nicht so genau wiedergeben, die er gebraucht hat, nur mit großer Vorsicht an diese Dinge gehen will. Ich kann auch den Beschluß der Generalsynode der altpreußischen Landeskirche nicht verstehen, der sich dagegen verwahrt, daß Schulangelegen heiten in das Konkordat aufgenommen werden. Entweder wün⸗ schen wir den christlichen Religionsunterricht und die Durch⸗ dringung des ganzen Unterrichts in der Schule mit christlichem Geist, oder wir wünschen das nicht. Wenn wir es wünschen, dann kann ich keine Gefahr darin sehen, diese christlichen Grund sätze in der Schule auch in einem Vertrag mit der Kirche, also in einem Konkordat, festzulegen. Es genügt mir nicht, daß die dann nur einseitig, sei es durch ein Reichs- oder Landesgesetz, festgelegt wird; denn Gesetze unterliegen bekanntlich der Ab änderung. Ich wünsche vielmehr eine feste Regelung durch

Marburger Festspiele 1927 zur Feier der Einführung der Reformation.

Augenblicklich findet inMarburg bis auf weiteres täglich von 57 Uhr auf dem freien Platz vor der Marienkirche, jetzt Pfarrkirche genannt, die Vorführung eines Reformatiosfest⸗ spieles, das von A. Pfeffer verfaßt ist, statt.

Wir möchten allen unseren Freunden den Rat geben, die geringen Unkosten einer Fahrt nach Marburg nicht zu scheuen, um an diesem mächtig wirkenden Stück teilzunehmen.

Zur weiteren Anregung geben wir im folgenden einen kur zen Gedankengang des Festspieles:

Seinen Anfang nimmt das Spiel, indem es den Beginn der Reformation in Marburg⸗-fHessen darstellt: Noch herrscht die alte Ordnung der Lebensverhältnisse, die alte Verfassung der Ge müter, der alte gottesdienstliche Kultgebrauch aber allent⸗ halben macht sich ein neuer Geist, ein neuer Wille, eine neue Anschauung bemerkbar. In Gesprächen zwischen dem bekannten Marburger Bildhauer Juppe, dem vor allen die Elisabeth Kirche köstliche Bildwerke verdankt, und dem Maler von der Leyten berühren sich die Grundsätze zwischen alter und neuer Kunst und Lebensanschauung. Das Verhältnis zwischen Hil trude Armbruster und ihren Eltern und Freundinnen einer⸗ seits und ihrem geliebten, lutherisch gesonnenen Freunde Gold schmidt, dem späteren Bürgermeister, andererseits, deckt die Ge wissenskonflikte, die Leiden und Forderungen auf, die aus ger Glaubensspaltung und dem Widerstreit der alten und der neuen Generation entstehen. Wüste unzufriedene Gesellen, Bilderstürmer, aufrührerische Bauern und junge Burschen durch⸗ ziehen die Stadt und suchen die gerade stattfindende Marien⸗

prozession zu stören. Am bedeutsamsten wirkt sich der Zusam

Boote. Der Kardinal von Breslau stiftete davon das

Evangelische Warte

Nr. 24. an

einen zweiseitigen Vertrag. Wie weit das im einzelnen gehen soll, darauf sich festzulegen, scheint mir heute der Augenblick noch nicht zu sein. Mindestens muß aber wohl eine Mitwirkung der Kirche bei der Auswahl der Religionslehrer verlangt wer⸗ den; denn meine Damen und Herren, wir wollen doch mal ganz offen sein und uns nichts vormachen: was nutzt uns der Religionsunterricht eines) Abg. Dr. Schmedding: Dissidenten!) einmal kraß gesagt ungläubigen Lehrers, besonders, wenn dann auch keinerlei Aufsicht von Seiten der Kirche über diesen Religionsunterricht stattfinden soll? Dann verzichte ich lieber auf die konfessionelle Schule und schicke meine Kinder in den Religionsunterricht der Pastoren.(Sehr richtig bei den Deutsch⸗ Hann. und im Zentr.) Diese Gefahr scheint mir doch auß ordentlich groß zu sein. Ich wünsche deshalb sehr dringend, daß auch über den Religionsunterricht in der konfessionellen Schule Bestimmungen in ein abzuschließendes Konkordat auf⸗ genommen werden.

Ich glaube, daß erst, wenn dies durchgesetzt ist, eine Be⸗ ruhigung in den wirklich christlich gesinnten Kreisen unseres Volkes eintreten kann. Ich möchte deshalb mit dem Wunsche schließen, daß es gelingt, Konkordate zustande zu bringen, nicht nur mit der katholischen Kirche, sondern auch mit allen evan⸗ gelischen Kirchen, und daß es gelingt, in diese Konkordate Be⸗ stimmungen hineinzubringen, die unsere christliche Bevölkerung vollauf zufriedenzustellen geeignet sind.(Bravo! bei der Wirt⸗ schaftlichen Vereinigung.)

Wir bringen diese Rede, die wir derHannover⸗ schen Landeszeitung entnehmen, vornehmlich zur Kenntnis derer, die an der Besprechung in Kassel am 10. März teilnahmen. Kein Wunder, daß das Zentrum mit Hilfe der Deutsch-Hannoveraner eineevangelische Partei neben der Evangelischen Volksgemeinschaft gründen will! Wir sind dankbar für diese Rede. Wir wissen nun, was wir von dem evangelischen Sinn der Deutsch-Hannoveraner zu halten haben!

Römischer Separatismus.

Die Spaltung unseres deutschen Volkes wird heute mit Eifer von den Altramontanen betrieben. Ein Katholik soll nur bei katholischen Kaufleuten kaufen, seine Kinder in eine katholische Schule schicken, als Schüler nur mit katholischen Mitschülern verkehren. Den Vogel abgeschossen hat aber wohl der Katholik, der einen evangelischen Richter wegen Befangenheit ab⸗ lehnte mit der Begründung, daß der Richter wegen seines Glaubens ihm gegenüber voreingenommen sei. Andere Ablehnungsgründe wußte die Partei nicht vor⸗ zubringen, außer der Angabe, das Gericht habe sich den Standpunkt der protestantischen Gegenpartei zu eigen gemacht.

Das Kammergericht(Berliner Oberlandesgericht) ließ diesen Ablehnungsgrund natürlich nicht gelten, da keinerlei Anzeichen dafür sprächen, daß die protestanti schen Richter des Landgerichts der katholischen Prozeß partei nicht mit der nötigen Unbefangenheit gegenüber ständen. Das Fehlen eines objektiven Ablehnungs⸗ grundes könne nicht durch die Erklärung der Partei er setzt werden, daß sie von dem Gefühl des Mißtrauens beherrscht werde.(Beschluß des Kammergerichts vom 8. 10. 26, W' 134/26.)

Das gehört vollständig in die oben angefangene Reihe. Der Katholik will auch nur von einem katho lischen Richter verurteilt werden. Demnach sind bei uns alle Staatseinrichtungen doppelt zu besetzen nach konfessionellen Grundsätzen. Wenn aber dann mit glei⸗ cher Forderung die Juden und Freidenker kommen, dann wird wohl jeder Wartegeldempfänger wieder in seine Stellung gelangen.

Auf welche Gebiete sich diese römische Absonde rungsbestrebung verirrt, mögen noch folgende zwei Nachrichten zeigen: Nach Nr. 20 desKatholischen Kir⸗ chenblattes für Berlin wurde derMärkische Wasser sport, Geschäftsstelle Berlin, Georgenstraße 442, ge gründet. Bisher hat man 108 Mitglieder und vier

menbruch der überkommenen Herrschermacht aus in der Per⸗ son der Fürstin Anna, der Mutter Philipps des Großmütigen, bei ihrem Auftritt mit dem Komtur des Deutschordens Lauer bach und dem Guardian des Barfüßerordens Ferber und bei ihrem Zusammentreffen mit den Bilderstürmern unter der Führung des Eckelsbach. Ihr Sohn Philipp hat sich dem Geist und Dienst der neuen Lehre hingegegeben. Der freche Auf rührer aber kann sie treffen mit dem WorteMeineidige und Buhlerin. Denn sie hatte die Untreue gegen die beschworene Verfassung nicht gescheut, und ihr Witwentum durch die Be ziehungen zu dem Grafen Solms entweiht. Vor der anbran⸗ denden Woge der Empörung brigt sie zusammen.

Ein Zwischenspiel stellt die zerstörenden und aufbauenden Kräfte in den GestaltenTod und Teufel undRitter(Land⸗ graf Philipp) einander gegenüber.

Im zweiten Akt wird der Blick auf die politischen Vor gänge gelenkt, die den Zusammenschluß der evangelisch Gesinn ten zu einer kirchlichen Gemeinschaft ermöglichten und beför derten. Die katholische Majestät weil außerhalb des Landes. Nach dem Siege bei Pavia über den König Franz von Frank⸗ reich scheint zwar die kaiserliche Macht durchaus gefestigt. Die geistlichen und weltlichen Stände beraten auf dem Reichstag zu Speyer über Maßnahmen im Hinblick auf die vordrängende Reformation. Aber da kommt die Nachricht, Krieg ist ausge brochen, Krieg zwischen Kaiser und König Franz und dem mit diesem verbündeten Papst. Die Botschaft löst gewaltige Er⸗ regung aus. Die Begeisterung des jungen Ritters Nordeck für den Kampf wird allgemein. Unter diesem Druck der außen⸗ politischen Lage wird aber nun ein Reichstagsabschied zustande kommen Erzherzog Ferdinand, der Bruder und Vertreter des Kaisers, kündigt es an der den lutherischen Fürsten in

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BootContra torrentem. Der Mitgliedsbeitrag be⸗ 1 ö fen

trägt monatlich 3 Mark. Das Bootshaus und Wasser⸗ grundstück befindet sich an der Spree in Köpenik. Be sondere Schwimm- und Ruderkurse werden veranstaltet. Wie ein großer Aufruf imKatholischen Kirchenblatt ausweist, braucht man dringend noch weitere Wasser sportler jeder Art. Daß in dieser katholischen Segel brüdervereinigung der Wind immer steif ultra montes wehen wird, ist trotz der unsicheren Wetterlage wohl nicht zu bezweifeln.

Nicht nur katholisch segeln, schwimmen und rudem soll man, sondern auch zur Kurzeit katholisch reisen. DieKölnische Volkszeitung Nr. 355 weist mit Nach end druck darauf hin, daß auch in diesem Jahre(zum zwei⸗ ien ten Male) Ende Mai der Kurzeitführer für Katholiken 1 10 (Katholisches Reisehandbuch 1927 28 erscheint. Der ian Kurzeitführer enthält etwa 1000 Ortsangaben, er weist lan nicht nur die nächstgelegenen römisch-katholischen Kix⸗ ih chen nach, sondern auch die Reisewege und die römisch⸗ 15 1 katholischen Hotels und Pensionen. Das katholische ne Reisehandbuch wird kostenlos abgegeben, den Vertrieb ft f haben die römisch-katholischen Pfarrämter übernommen fun

5 oc Auf der Warte. 5 In China rücken die Truppen der Südarmee un' ace aufhaltsam vorwärts. Die Leitung der Nordarmee hat gc schon in Erwägung gezogen, Peking kampflos aufzu⸗ fle geben, ein typisches Zeichen für die Machtlosigkeit. i ni In Europa ist zwischen Albanien und Jugoslawien ein an neuer Konflikt ausgebrochen. Man hatte in Albanien achte einen untergeordneten Dolmetscher, welcher der Spione nage verdächtigt war, auf seinem Landgut verhaftet; Fille Jugoslawien stellte dies als einen groben Völkerrechts uldde bruch, begangen an einem seiner Beamten, dar, und verlangte für sein diplomatisches Personal in Albanien die Pässe, welche nach längerem Zögern ausgehändigt wurden. Die Lage ist nun gespannter, wie sie jemals vorher war. Albanien hat den Völkerbund angerufen. In Rumänien ist es zu einer Kabinettskrise gekom⸗ men. Der König hat selbst den Ministerpräsidenten, Avarescu auffordern lassen, unverzüglich zu demissio nieren. In der französischen Kammer dürfte es in den nächsten Tagen zu heftigen Debatten kommen. Das 7 Heeresbudget steht zur Beratung, ein neuer Zolltarif u. a. Poincaré wurde schon auf einer der letzten Sit zungen so stark angegriffen, daß man bei den weiteren Beratungen mit einer Krise rechnen kann, falls er es U nicht wieder mit großen Phrasen verstehtim Inter esse der Sicherheit Frankreichs die ihm Widerstreben⸗ Er den zusammenzufassen. Die Wirbesturmstatastropht hat nicht nur in Holland, sondern auch in Norddeutsch⸗ land ihre Opfer gefordert. Schauerlich lauten die Be richte, die von der ungeheuren Gewalt des alles ver heerenden Luftwirbels sprechen. Der Reichspräsident hat auf seiner Reise durch die Nordmark auch den gro⸗ ßen Uebermeerdamm bei der Insel Sylt eröffnet, det ein neues Wunderwerk deutschen Fleißes und deutschet Technik darstellt. Nachdem der Flieger Lindbergh in der letzten Woche nach glücklichem Fluge von New hork aus in Paris landen konnte, hatte sich der Flieger Chamberlain Deutschland als Ziel ausersehen. Leider mußte er, ehe er Berlin erreichen konnte, zweimal not landen. Die Leistung ist noch größer als die Lindbergh Erstens ist die Strecke länger, zweitens hatte Chamber an lain noch einen Passagier. Im Zentrum droht ein 0 schwerer Konflikt zwischen Marx und Wirth. Am liehe. sten hätten die Marxanhänger Wirth hinausgeworfen. 10 Aber man braucht den Dr. Wirth, wie er auch selbst dul sagte, zu nötig. Schon immer war ja Dr. Wirth in ge⸗ 7 wissem Sinne dasenfant terrible der Partei, das Mn schon oft schadete. Aber ein solchesenfant terrible 1 außerhalb der Partei wäre noch schrecklicher. So hal n man nur seine Mißbilligung ausgesprochen, aus det a sich ein Dr. Wirth herzlich wenig machen wird. Die Blamierte ist die Zentrumspartei. In Mainz trafen in der letzten Woche die Vertreter der Nord⸗ und Ost⸗ l g 0 ö

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Sachen der Religionserneuerung freie Hand gibt. Das ist fur unseren Landgrafen ein beseligender Erfolg. Jetzt wird er in

sein Hessenland gehen und die Reformation durchführen. i Ein Zwischenspiel: Der Versucher tritt an Philipp heran ge und zeigt ihm, von was für Schrecknissen und Wirrungen dit 15 Befreiung von der geistlichen Herrschaft begleitet und verfolgt 5 ler

sein wird: von grausam wildem Aufruhr aller Anterdrückten vom wahnwitzigen Sektiererwesen, vom mordenden Bruderkrieg Wohl ist Philipp aufgewühlt und erschüttert durch diese Bilder Aber nicht beirrt. Er klammert sich fest an seinen Glauben, an sein Gottvertrauen: Verbum Domini manet in geternum(Got, tes Wort bleibt in Ewigkeit). Was sein Gewissen ihn zu tut heißt, das wird er ungesäumt zur Ausführung bringen. ö

Der dritte Akt bringt nun das Bild einer geschlossene Macht, Einigkeit, Ordnung, Herrschaft das Bild der Sieges freude nach gewonnener Schlacht. In Homberg hat die Synode getagt, das Hessenland hat sich entschlossen, zum neuen Glaube überzutreten. Der Landgraf zieht in Marburg ein, um di! alte Pfarrkirche dem lutherischen Kult zu übergeben. Da komm noch die NachrichtRom ist erobert!Möge nie ein frem der Fuß mehr deutschen Boden feindlich treten, fügt der Land graf der Botschaft zu, und fordert nunmehr die gesamte bein Spiel versammelte Gemeinde auf, mit ihm in das Gotteshau zu ziehen, um Gott zu loben und zu danken und zu bitten. Wäß rend die Orgel intoniert und ein Chor im Innern der Kirch dasNiederländische Dankgebet anstimmt, ziehen die Zuschaue mit den Darstellern in die Kirche. Dort tritt der Darstelle! des Adam Krafft, des Reformators von Hessen-Marburg, an die Stufen des Altars und spricht eine Stelle aus der Bibel. Mi in dem allgemeinen GesangEin feste Burg ist unser Gott geh die Gemeinde auseinander.