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1 Sonnabend, den 9. April 1927. rr A Add ð dd. DDD
„Evangelische Warte“
Nr. 15.
Kreise verlangen„den Einbau der Laien in den Bau der Kirche“. Hellpach hat recht, wenn er die Stellung des Katholiken zum Staat dahin kennzeichnet:„Der Katholik ist Bürger, aber er kann nicht Bürge sein.“ Er ist nicht zu selbständiger Verantwortung erzogen. Der Kampf zwischen katholischer Seele und deutschem Ge— wissen hat nie aufgehört; die seelische Spannung im Katholizismus ist ungeheuer groß, die Aeußerlichkeit seines Wesens wird weithin als religiös ungenügend empfunden. Der Katholizismus macht eine schwere Krise durch. Wir haben ihm gegenüber die Verpflich— tung, die Herrlichkeit des Evangeliums klar herauszu— stellen. Die eingehende Aussprache am Vormittag und Nachmittag behandelt die Tätigkeit des Evangelischen Bundes nach allen Richtungen des öffentlichen Lebens hin. Es wurde gesprochen über die Vertretung evan— gelischer Belange in Politik, Presse, Schulfrage, Hoch— schule, sozialer Frage, Wirtschaftsleben. Noch mehr in die praktische Einzelarbeit führte der Vortrag des Pfar⸗ rer Berk, Roßdorf, am Dienstag, den 15. März. Es wurde viel Gutes und Praktisches gesprochen über den Auf⸗ und Ausbau der Bundesarbeit in Zweigvereinen, Dekanats- und Provinzialgruppen. Gefordert wurden eine Bundeszentrale in Darmstadt, ein Instruktions⸗ buch für die Bundesarbeiter und Zweigvereine. Ein— gehend wurde auch verhandelt über das Verhältnis zur Landeskirchenregierung, das in früheren Jahrzehnten ein vorzügliches gewesen ist. Das Ergebnis der Aus— sprache war eine Reihe von Anträgen an Landeskirchen— tag und Landeskirchenregierung. Eine Reihe jüngerer Pfarrer erklärten sich bereit, durch Vorträge in Zweig⸗ vereinen die Arbeit des Bundes zu unterstützen. Be— sonders wertvoll war die Einführung in die Mischehen⸗ pflege, die Pfarrer von der Heydt, Koblenz, der Heraus⸗
ch nh geber des Handbuches„Die Mischehe“ und der beste
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deutsche Kenner dieses Gebietes, Dienstag nachmittag und Mittwoch gab. Auch für Hessen, so führte der Red— ner aus, zeigt sich ein ständiges Ansteigen der Misch— ehenziffer. Ein Viertel aller Ehen unseres Landes sind heute bereits Mischehen. Daraus allein ergibt sich die Bedeutung dieser Frage für den kirchlichen Bestand und die religiöse Volkserziehung. Die Mischehe ist die Quelle der religiösen Gleichgültigkeit und des Unglau— bens. Ein Fünftel aller Mischehen werden nicht kirch— lich getraut, während bei rein evangelischen Ehen der Ausfall nur 6 Prozent beträgt. Die Zahl der evange— lischen Kindertaufen verschlechtert sich ständig, sie ist seit 1910 um 5 Prozent zurückgegangen und steht in Hessen nur noch auf 92 Prozent. Ob sich hier die Fol⸗ gen der verschärften katholischen Mischehenpraxis be⸗ reits zeigen, werden die folgenden Jahre noch deutlicher lehren. Es handelt sich bei der Mischehenpflege nicht um Seelenfang, auch nicht darum, die Statistik um einige Prozent zu verbessern, sondern darum, ob sich das evangelische Familienideal der Gebets- und Ge⸗ sinnungsgemeinschaft aufrecht erhalten läßt. Die Ge⸗ fahr, daß in der Mischehe sehr viele religiös verflachen, ist größer als wie die, daß sie sich zu dem anderen Glau- ben hinüberziehen lassen. Die katholische Praxis einer eidesstattlichen Verpflichtung ist in jedem Falle ver⸗ werflich. Das neue kanonische Mischehenrecht läßt sich in keiner Weise rechtfertigen. Es handelt sich dabei nicht, wie behauptet wird, um einen erlaubten Akt der Kirchenzucht, sondern darum, daß auch der evange⸗ lische Teil unter das Urteil der römischen Kirche ge— stellt wird, indem ihm gesagt wird, deine Ehe kann nur gültig sein, wenn sie der katholische Priester einsegnet. Vor allem aber auch widersprechen die Bestimmungen über die Kindererziehung dem deutschen Staatsrecht von 1921. Aus alledem ergibt sich, daß eine geordnete Mischehenpflege seelsorgerlicher Art ein unbedingtes Erfordernis ist. In jeder Pfarrei über 3000 Seelen muß ein Gemeindeamt eingerichtet werden. Dekanats⸗ und Landesmischehenpfleger müssen für die ständige Ueberwachung sorgen. Auf Aniversitäten und Predi⸗
gerseminaren ebenso wie in Diakonissenhäusern sollte
Ist ein Leben nuch dem Lode denkbar?
Eine volkstümliche Betrachtung von F. Haupt⸗Gießen. 3. Fortsetzung. Wenn wir nun die Welt der Träume uns einmal ansehn, sind wir erstaunt, welche Leistungen unser Seelenleben im Schlaf vollbringt. Schon der gewöhnliche Schlaf ist doch oft eine ganz gewaltige geistige Leistung. Welche Phantasie ent⸗ wickeln wir da! Man hat ein Buch gelesen bom Kongo, es wird uns im Wachen schwer gelingen, uns diese lebendige Vor⸗ stellung vom Kongo zu machen, wie sie uns der Traum gibt. Im Traum sieht man alles ganz deutlich vor sich: Man hört die Wasser des Kongo rauschen, man sieht die Palmen an den Ufern stehen, man sieht die herrliche tropische Vegetation usw. And das ist möglich trotz der Uebermüdung des Gehirns! Es gibt aber nicht bloß gewöhnliche Träume, es gibt auch soge⸗ nannte Klarträume und Wahrträume. Im Leben gar manches Genies spielen die Klarträume eine wichtige Rolle. Oft sind ihnen im Klartraum die größten Ideen gekommen. Händel 3. B. hat das große Hallelujah im Traum gedichtet. Der Gei⸗ genkünstler Tartini erzählt, wie ihm einst eine neue Melodie im Traum gekommen. Er dachte den ganzen Tag darüber nach, brachte aber nichts zustande. Im Traum erscheint ihm der Teufel, er ergreift die Violine und spielt ihm die Melodie vor. Er hat beim Aufwachen nur nötig, die im Schlafe gefundene Melodie niederzuschreiben. Merkwürdig, daß wir oft im Schlaf Dinge vollbringen, zu denen wir im Wachen garnicht fähig sind. Im sogen. Wahrtraum sind wir doch oft mit Menschen verbun⸗ den, die meilenweit von uns entfernt sind. Ich träumte selbst einmal einen solchen Wahrtraum. Es war am 14. Januar 1915 n Posen. Im Traum höre ich meinen Bruder nach mir rufen.
Ich will ihm zu Hilfe eilen, da sehe ich, daß ihn die Franzosen
zerrissen haben. Der Traum hatte mich so erregt, daß ich auf⸗
für die nötige Einführung in die Probleme gesorgt wer— den. Die Anregungen wurden zusammengefaßt in fol— genden Beschlüssen:
Wir regen an, der Hauptvereinsvorstand wolle an die Landeskirchenregierung herantreten mit dem An— trag, planmäßige Mischehenpflege durch Pfarrer und Helfer nach dem Muster der Arbeit im Rheinland an— zuordnen und einzurichten, und zwar: a) in den Ge⸗ meinden 1. durch Einrichtung und Fortführung einer ge— nauen Statistik in Kartotheken, 2. durch eine geordnete und ununterbrochene Mischehenpflege; b) in den Deka— naten und in der Landeskirche durch Bestellung von Dekanatsmischehenpflegern und Landesmischehenpfle— gern, die mit amtlicher Autorisation versehen, die Sta— tistik auf das genaueste prüfen.
Angeregt wird weiter: Die Mischehenpflege zum Thema von Provpizialkonferenzen zu machen und zum Redner Pfarrer von der Heydt, Koblenz, vorzuschla— gen.
Die beiden großen öffentlichen Versammlungen, die am 14. und 15. März, abends für die evangelischen Gemeinden von Mainz stattfanden, waren wertvolle Kundgebungen des evangelischen Willens. Es sprachen in dem beidemal bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Evangelischen Vereinshauses Pfarrer D. Waitz, Darmstadt, über„Die gegenwärtige Kultur- krisis und die Kräfte zu ihrer Ueberwindung“, und Prof. D. Hans Schmidt, Gießen, über„Luthers Ein feste Burg-Psalm'“. Alles in allem dürfen wir dem Evangelischen Bund dankbar sein, daß er von neuem tatkräftige, vraktische Anregungen von weitgehendster 1 für unser ganzes kirchliche Leben gegeben at.
Die Deulschnationalen und das Konkordat.
In einer Vertrauensmännerversammlung der Deutschnationalen Volkspartei sprach am Sonntag, den 20. März 1927 in der Burgwirtschaft zu Lauterbach Herr Studienrat Dr. Lenz aus Gießen.
Er schilderte zunächst in sehr klarer Ausführung die Unterschiede in den Zielen der einzelnen Parteien, wobei er namentlich vom Zentrum nachwies, daß es ihm zur Durchführung seiner Politik gleichgültig sei, ob eine Anlehnung nach links oder rechts zum Ziel führe. Es sei leider zu befürchten, daß seine jetzige An⸗ lehnung nach rechts nur so lange anhalten würde, bis es das Schulgesetz und das Konkordat durchgebracht habe, dann würde es mit einer dankenden Verbeugung nach rechts sagen: der Mohr hat seine Schuldigkeit ge— tan, der Mohr kann gehen.
Das ist ja eine sehr ehrliche Sprache. Hier wird ganz offen zugegeben, daß die Deutschnationalen bereit sind, dem Konkordat zuzustimmen. Einen anderen Sinn kann doch diese Meldung nicht haben. Wir sind sehr dankbar für diese Offenherzigkeit. Man beachte auch die folgende Meldung:
Die Konkordatsfrage.
Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, steht eine Fühlungnahme zwischen dem Reichsminister des Innern von Keudell und dem preußischen Kultus⸗ minister Dr. Becker bevor, dessen Zweck es sein soll, daß Preußen und das Reich bei der Aufnahme von Konkor⸗ datsverhandlungen sich auf einer gemeinsamen Grund⸗ lage verständigen. Zuerst werde das Reich die Ver⸗ handlungen mit dem Vatikan aufnehmen, während unmittelbar darauf die preußische Regierung sich den Verhandlungen anschließen werde. In Preußen sol—⸗ len demnächst interfraktionelle Besprechungen der Re— gierungsparteien über die Konkordatsfrage stattfinden, zumal die Sozialdemokratie durchaus bereit ist, ein Konkordat zu unterstützen, das den Bedingungen der Reichsverfassung entspricht.
Also auch die Sozialdemokratie ist durchaus bereit, ein Konkordat zu unterstützen. Der Nachsatz,„das den
wachte und fest überzeugt war, mein Brunder ist gefallen. Am ö folgenden Mittag kam auch das Telegramm, das seinen Tod
meldete. Der später eintreffende Kompagniebericht schilderte seinen Tod ähnlich meinem Erlebnis im Traum. Solche Träume sind schon von Tausenden geträumt worden. Ich halte selten einen Vortrag über solche Dinge, ohne daß nicht über ähnliche Erlebnisse berichtet wird. Bekannt ist ja der Traum jener Seemannsfrau in England, die im Traum ihren Sohn rufen hört: Mutter, ich ertrinke! Sie weckt ihren Mann und sagt ihm, daß der Sohn umgekommen sei, sie habe es soeben ge⸗ träumt. Tatsächlich war in derselben Nacht das Schiff unter⸗ gegangen, auf dem sich der Sohn befand. Solche Träume ent⸗ stehen ohne äußere Veranlassung. Mein Bruder befand sich an einer ruhigen Stelle der Westfront, ich war weder durch einen Brief noch durch irgend einen anderen Hinweis auf seinen bevorstehenden Tod aufmerksam gemacht worden. Aber merkwürdig, daß die Menschenseele im Traum solche Ent— fernungen überbrücken kann!
Krankhafte Schlafzustände haben die Somnambulen. Aber gerade diese sind zu ganz außerordentlichen geistigen Leistungen befähigt. Bekannt ist der Fall von jener Magd, die im som⸗ nambulen Zustand hebräisch sprach. Sie hatte nie hebräisch ge— lernt, woher die Kenntnisse? Es wurde festgestellt, daß sie einst Magd bei einem Pfarrer war, der öfters des Morgens hebräische Pfalmen laut las. Im somnambulen Zustand konnte sie das damals Gehörte wiedergeben. Also ein ganz unglaub⸗ liches Gedächtnis im somnambulen Zustand.
Berechtigen nicht alle diese Dinge zu der Behauptung, daß hier eine gewisse Trennung des Seelischen vom Körperlichen vorliegt. Zeigen sie nicht, daß das Seelische auch ohne den Körper existieren kann? Wäre Seele Körper, dann müßten doch auch die gesündesten und kräftigsten Körper die größten geistigen Leistungen vollbringen. Das ist doch durchaus nicht der Fall. Die größten Geister haben durchaus nicht die ge⸗ sündesten Körper gehabt!
Bedingungen der Reichsverfassung entspricht“, ist barer Unsinn. Es gibt kein Konkordat, das den Bedingungen der Reichsverfassung entspricht. Das Konkordat schließt die Herrschaft des Papsttums über den Staat in sich. Will das die Reichsverfassung?
Da auch die demokratische Landtagsfraktion des preußischen Landtags kürzlich(bei der Darlegung ihres Standpunktes zur Konkordatsfrage) durch den Abgeord— neten Pfarrer Graue u. a. erklären ließ:„Wenn bei Konkordatsverhandlungen erhebliche Vorteile für den Staat zum Vorschein kommen sollten und gleichzeitig unsere katholischen Mitbürger damit zufrieden sind, dann bleibt die Frage des Konkordats für uns disku⸗ tabel und offen“, so dürfte damit erwiesen sein, was wir schon immer behauptet haben: Auch die Linkspar⸗ teien sind völlig unzuverlässig in der Konkordatsfrage.
Die Arbeitslosigkeit 1926.
Im Jahre 1926 waren bei den Arbeitsnachweisen als arbeitssuchende Personen gemeldet(jeweils am Schluß des Monats) in Millionen:
Januar 2,495 Mill. Juli 2251 Mill.
Februar 2,549 August 247
März 2,520 September 2,000„
April 2,373 Oktober 1919,„
Mai 2,347 November 2,007„
Juni 2,337 Dezember 2,400„
Danach hätte also der mittlere Stand der Arbeits⸗ losigkeit im vergangenen Jahre ungefähr 2,28 Millio⸗ nen betragen. Wenn man, der Aussage führender Wirt⸗ schaftler folgend, eine Zahl von 250—300 000 Arbeits⸗ losen als Normalstand ansehen kann, so ergibt sich, daß wir infolge der Veränderung der Wirtschaftsstruktur ein Arbeitslosenheer haben, das um zwei Millionen zu groß ist. Dr. Heichen knüpft in einem Aufsatz der Presse an diese Tatsache folgende Berechnung, die in ihren Einzelheiten gewiß anfechtbar ist, aber immer— hin einen Eindruck gibt, in wie starkem Maße die gegenwärtige Massenarbeitslosigkeit die Volkswirt⸗ schaft belastet. Legt man 300 Arbeitstage im Jahre zugrunde, so haben die Arbeitslosen 600 Millionen Arbeitstage nicht geleistet, was einem Erzeugnisausfall im Werte von etwa 2,4 Milliarden Mark gleichkommt. Wenn man im Anschluß an die Denkschriften des Reichsverbandes der deutschen Industrie und des Allg. D. Gewerkschaftsbundes ein jährliches Volkseinkom⸗ men von rund 50 Millarden annimmt, so ergibt sich eine Vorbelastung des Volkseinkommens von 5 Prozent pro Jahr, gewiß ein sehr beträchtlicher Ausfall. In diesem Zusammenhang weist Dr. Heichen auch mit Recht darauf hin, daß die Wirkungen der vielexörterten Rationalisierug der Industrie vom Standpunkt des volkswirtschaftlichen Gesamtnutzens aus betrachtet, keineswegs eindeutig erscheinen.
„Was die Wirtschaft und was die Produktion auf dem Unkostenkonto durch erfolgreiche Rationali— sierung gewonnen hat, das ist durchaus kein Gewinn, der ihr hundertprozentig zugute kommt, sondern die— ser Gewinn geht zum Teil wenigstens wieder auf dem Steuerkonto verloren. Denn die Kosten für die Unterhaltung eines ungeheuer großen Arbeitslosen— heeres, das zum Teil ein Produkt eben dieser Ratio— nalisierung ist, müssen vom Fiskus, d. h. vom Steuer⸗ zahler, aufgebracht werden.“
Allerdings läßt sich die finanzielle Gesamtbelastung nicht genau erfassen.
Charakter.
Wie weit es Herrn Minister Becker, bei dem rö— misch-katholische Belange so gut aufgehoben sind, ge— lungen ist, sich die Liebe der evangelischen Bevölkerung zu erwerben, zeigt fast tragikomisch ein Bericht der „Deutschen Zeitung“ vom 19. März 1927 aus Essen. Danach sollte Herr Dr. Becker auf Pestalozzifeiern in
Wenn ich mir aber denken kann, daß das Seelische ohne den Körper existenzfähig ist, dann verstehe ich auch den uralten Satz: Tod ist Trennung von Leib und Seele. Bei Betrachtung des Traumlebens hat man oft den Eindruck, daß die Seele erst recht ihre Schwingen erhebt, wenn sie sich vom Körper freige— macht hat. Warum soll sie nicht nach der völligen Trennung im Tode zu neuem höheren Leben befähigt sein? Wo aber geht sie hin? Wo aber ist der Ort, den der Herr bereitet hat denen, die ihn lieben?
Ich erinnere an das, was ich am Anfang gesagt habe. Alle unsere Vorstellungen vom Raum sind Scheinvorstellungen. Es ist also eigentlich müßig, über den Ort, da das Jenseits ist, etwas auszusagen. Könnte man sich nicht aber ganz gut denken, daß es ist in einem anderen Sonnensystem? Es gibt ja Raum genug in dieser unendlichen Welt. Es gibt ja nicht eine Sonne, sondern Hunderte, nicht eine Erde, sondern Tausende Jedenfalls kann jener Soldat beruhigt sein, der seinen Pfarrer fragte: Wo sollen denn die vielen Toten alle hin, wenn die alle wieder lebendig werden wollen? Raum ist genug in die⸗ ser unendlichen Welt. An der Raumfrage scheitert die Ewig⸗ keitsfrage gewiß nicht.
Ueber die Art der neuen Existenz der Seele nach dem Tode gibt 1. Kor. 15 sehr gut Auskunft. Dort heißt es:
Möchte aber jemand sagen: Wie werden die Toten auf⸗ erstehen, und mit welcherlei Leib werden sie kommen? Du Narr: Was du säest wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und, was du säest ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, etwa Weizen oder der anderen eines. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von dem Samen einen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch, sondern ein anderes Fleisch ist der Menschen, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es sind himmlische Kör⸗ per und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen.(Vers 35—40.)
(Schluß folgt.)
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