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Evangelische Warte
. drgan der Evangelsschen Volksgemeinschaft
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1 Für Rücksendung ungewünschter Manustripte wird nicht garantiert.] Fernsprecher 1302 und 1145. Postscheckonto 8437 Frankfurt a. M. Vergünstigung. 0 2 3 Jahrgano. Sonnabend, den 8. Januar 1927. Nummer 2. 160 Ußle 0 Die Noltvendigkeit der Evangelijchen Gewerlschaft. (Vortrag, gehalten auf der 2. Reichstagung der Evan gelischen Volksgemeinschaft am 3. Oktober 1926 in Frankfurt a. M.) * Seit Jahren bestehen in Holland und in der„Einer trage des anderen Last!“ Nach 2. Kor. 8, 14 zu interkonfessionellen Gewerkschaften untersagten, und un Schweiz evangelische Gewerkschaften, die auf dem Bo⸗ wollen wir Hilfe durch Glaubensgenossen an Glaubens- so katholische und evangelische Gewerkschaften sich bil⸗ nh den des Wortes Gottes stehen. Anfang 1923 entstand genossen ausüben und dies nicht den weltlichen, oder deten, kam es in der Schweiz zu einer anderen Ent⸗ 190 auch in Deutschland ein solcher Verband, der von deut⸗ katholisch⸗christlichen Verbänden überlassen, welche] wickelung. Hier waren es die evangelisch-gläubigen 1 3 n ende b gegründet wurde. 110 11 Einfluß 9. 990 katholischen andren welche einen evangelischen 1 s geschah dies aus folgenden Gründen: eltanschauung stehen. iese klaren Begründungen gründeten auf biblischer Grundlage und tatsächlich be⸗ 1. Der Anschluß an die sozialistischen Gewerkschaf⸗ verdienen nach unserer Auffassung im weitesten Am⸗ stehen daher in der Schweiz katholische und evangelische ten war wegen ihrer materialistischen, klassenkämpferi⸗[fange Beachtung. Wir haben seit langer Zeit die Ar⸗ Gewerkschaften, wiewohl sich die ersteren immer noch un schen und vor allem atheistischen Einstellung nicht mög⸗ beit der Evangelischen Gewerkschaft der Schweiz geprüft als interkonfessionell bezeichnen. Diese evangelischen Su, lich. Wo sich Evangelische sozialistisch organisierten,] und b 1 0 19 5 17 0 5 von 6 0 Ar⸗ 91 haben Großes gewirkt auf dem Gch gedn 0 eschah es unter Gewissenszwang. beit derselben. Es entspricht einem schon lange emp⸗ seitiger Unterstützung, an Einstehen für Schwache un 15 F 2. Auch die religiös und e c wirt⸗ ande Bedürfnis. Dasselbe trifft auch für Deutsch⸗ 18 0 18 der e gerechter, NVTs % schaftlichen Verbände konnten nicht in Betracht kommen land zu. und sozialer Zustände. Sie erfüllen damit eine be⸗ 1 wegen der irrigen Auffassung, daß die Religion im Die Bildung eines Verbandes evangelischer Ar⸗[deutungsvolle Mission in der praktischen Auswirkung e Nwirtschaftichen Leben nebensächlich und bedeutungslos ee. h gelischen 1 den 5 ng de Arbeitern in Ge 1 5 0 1 Ge⸗ ui sei. em deutschen evange en Gewerkschaftsverban winnung der Arbeiterschaft für Jesus. ur ie aus 1 3. Bei den christlich⸗nationalen Gewerkschaften ist mehr und mehr großer Widerstand, ja heftige Feind⸗ der christlichen Liebe entspringenden sozialen Taten i schließen sich die evangelischgläubigen Arbeitnehmer schaft erwachsen. Man will ihn in Gestalt der soziali⸗[kann auch der Weg zu den Herzen gefunden werden, ebenfalls nicht gerne an. Dieselben nennen sich inter⸗sstischen und christlich⸗nationalen Gewerkschaften erwür⸗Tum den unsterblichen Menschenseelen den Weg des Heils 10 konfessionell. Damit ist die Einnahme eines biblischen] gen. Namentlich von letzterer Seite wird diese wich⸗Jzu weisen. Was Joh. Hinrich Wichern und Fried. von n Standpunktes unmöglich gemacht. Gebet und Gottes tige Sache angefeindet. Da der neugegründete Ver⸗ Bodelschwingh in der Innern Mission wollten, Werke „ Wort sind in deren Versammlungen, nicht üblich. Wir] band in reger Fühlungnahme mit den leitenden Per⸗ der Liebe und Barmherzigkeit aufrichten und das ge⸗ eovangelische Arbeiter sind aber der Auffassung, daß im lsönlichkeiten des Schweizer Verbandes stand, so wurde samte Volksleben mit dem Geiste des Evangeliums zu Wirtschaftsleben auch die Gedanken des Evangeliums nun von gegnerischer Seite die Sache so dargestellt, als] durchdringen, hilfsbereite Retterdienste zu tun am t von ehr großer Bedeutung sind. Ein evangelischer ob die Gründung des Verbandes das Werk verantwor⸗Volk, das wollen wir im wirtschaftlichen und sozialen „Arbeitnehmer, dem das Wort Gottes oberste Richt⸗ tungsloser Ausländer sei. Es ist sehr zu bedauern, daß Sinne an der Arbeiterschaft in die Tat umsetzen. 0 nur aller seiner Handlungen ist, kann daher nicht] der Verband in solcher Weise angegriffen wird. Aller⸗ Liebe ist Tat. Dr. Ludwig Weber und Adolf Stöcker 1 itglied dieser interkonfessionellen Gewerkschaften sein dings kommt es den Führern der christlichen Gewerk⸗]Thaben uns die Bahn gewiesen in der chrichlich sozialen und werden. schaften zum Bewußtsein, daß sie sich auf ein gefähr⸗ Arbeit. Auch der Theologe und christlich soziale Staats⸗ 6 4. Eine Gesundung im wirtschaftlichen Leben kann liches Gebiet begeben, denn wenn der Gedanke„evan⸗] mann Dr. Abraham Kuyper hat uns diesen Weg ge⸗ nur kommen, wenn Gottes Wille in demselben wieder gelische Gesinnung“ und„Gottes Wort“ als Richtschnur][ wiesen. Das ganze Volks- und Staatsleben wollte er 15 ur Auswirkung gelangt. Dies kann nur durch sein Platz greift in den Reihen der evangelischen Mitglieder, mit dem Sauerteige des Evangeliums durchdringen 4 Polt geschehen, das den im Worte Gottes geoffenbarten so muß bei ihnen eine klare, unzweideutige Stellung und zur Umgestaltung und Erneuerung bringen. Das Willen auch im sozialen und wirtschaftlichen Leben zur ee und dicht können fe f e de eu 15 Wlan Un den Ae des Aae 91015 Auswirkung bringen will. en Gewerkschaften“ nicht, wenn sie sich n e auf⸗ en ag, in den Werktag des Lebens wollten diese 7 Wir 85 auf folgende Bibelstelle: 5. Mose 24, geben wollen. Daher die Feindschaft, ob der wir uns] Männer die Lebenskräfte des Evangeliums hinein⸗ ( 14 u. 15, Hiob 29, 12—17, Jes. 1, 9 00 8 aber 1591 fürchten und gerne Spott und Verfolgung auf 88 ae e Seed a a„Ihr pee 6 eremia 22, 13—19, Amos 8, 4—10, Joh. 17, 15, Ephes.] uns nehmen. alz der Erde!“ Das erkennen wir als unsere heilige, 1„11; 6, 5—9, Kol. 4, 1, 1. Thim. 6, 6—10 nebst man⸗ Mit der Ablehnung der christlich nationalen Ge- gottgewollte Aufgabe. Das wollen wir in die Tat chen anderen Stellen. werkschaften soll aber den katholischen Arbeitern das umsetzen in der praktischen Arbeit der Evangelischen 0 Es ist wohl jedem Christen überzeugend klar, daß] Recht zur eigenen Organisationsgestaltung nicht ge⸗] Gewerkschaft. nur auf Grund des Wortes Gottes die durch die Sünde schmälert werden. Wir lehnen nur die Frreführung Die Evangelische Gewerkschaft muß das sein, als 8 hervorgerufenen Mißstände im sozialen und wirtschaft⸗ ab, die in der Behauptung der Interkonfessionalität] was sie sich ausgibt. Stets treu und mutig, stets kampf⸗ lichen Leben behoben werden können. Die Herrschaft] besteht, werden aber einer sich offen katholisch nennen⸗ froh und gläubig an Gottes Wort sich halten, das nicht 17 Gottes muß aufgerichtet werden, die der ökonomische den Gewerkschaft unsere Achtung nicht versagen und] nur für die Seele und deren Ewigkeitsbestimmung so KLiüberalismus und dessen Sohn, der Sozialismus, miß⸗ unsere volle Anerkennung.— Aus Liebe zur Wahr⸗ viel sagt, sondern auch für das Erdenleben den Willen 10 achtet hat. heit, Erhaltung und Förderung der evangelischen[Gottes offenbart. Wer sich auf den Grund des Wortes 8 5. Ein weiterer Grund für eine evangelische Ge⸗ Ueberzeugung in den Kreisen der evangelischen Arbeit⸗ Gottes stellt, der wird bewahrt vor dem Ueberschätzen 1 werkschaft liegt darin, daß durch ein gemeinsames, brüle nehmer fühlen wir uns gedrungen, eine solche notwen⸗ der materiellen, vergänglichen Dinge, aber auch davor, derliches Füreinandereinstehen den Brüdern, die wegen dige Abklärung zu schaffen und zu fördern, wollen aber nur der eigenen Seligkeit zu leben, nur vom Himmel zu 6 wirtschaftlicher Kämpfe, Arbeitslosigkeit und sonstigen im Geiste der Liebe auch den Gegnern entgegentreten.] träumen und das Erdendasein, das uns auf höheres 4 Notlagen in bedrängter Lage sind, geholfen wird. Der In der 1 und in Holland ist diese Abklärung J Sein zubereitet, zu übersehen. Es bewahrt aber auch 12 Grundgedanke solcher Hilfe dur gewerkschaftliche]schon geschehen. ährend in Holland die katholischen[davor, in die falsche Freiheitsauffassung des Liberalis⸗ 1 Hilfs⸗ und Unterstützungskassen liegt in Galater 6, 2: J Bischöfe 1906 den katholischen Arbeitern den Beitritt[mus hineinzugeraten. Die Evangelische Gewerkschaft 4 j v„„ dpden feindlichen Ländern daß sie nicht einen schreiend e e 2 1 7 N 10 en feindlichen Ländern, daß sie nicht einen schreienden Protest, schen kennen, die keine Christen sind und noch nichts vom Christen⸗ 8 Die Miffionspflicht des Christentums. gegen diese Vermischung der Reichsgottesarbeit mit der Welt- tum gehört haben. Da erkennen wir erst richtig den Segen des 8 5 8 politik eingelegt haben. Besitzes, den wir in dem Evangelium Jesu haben. Wir können 2 1. Timotheus 2,4. Gott will, daß allen Menschen Glücklicherweise ist es jetzt wieder anders geworden. Unsere[uns vorstellen, wie es bei uns aussehen würde, wenn wir nicht 5 geholfen werde, und zur Erkenntnis der Wahrheit deutschen Missionare sind in den meisten Gebieten, wo sie früher in einem christlichen Volke lebten. Dadurch lernen wir unseren 45 kommen. gearbeitet haben, wieder zugelassen worden. Es ist dies eine][ Glauben neu schätzen. Deshalb sind auch Missionsfeste immer 8 5 Ehrensache für unsere deutschen Boten des Evangeliums. Auch] Glaubensstärkungen in den betreffenden Gemeinden. In solcher 4 Wenn ein neues Jahr begonnen hat, dann gehen wir auch] wir Deutsche wollen für wert geachtet sein, würdige Verkünder][ Weise nützt die Mission dem Glauben der Christen in der Heimat. . nit neuem Eifer an die Arbeit für unsere Kirche und die Aus-] des Christentums in ferne Landen auszusenden. Auch wir wollen In ihren Anfängen war bei uns die Mission eine Bewegung 5 breitung unseres Glaubens. Auch erinnert uns der 6. Januar, der helfen, dem finsteren Heidentum das helle Licht des Evangeliums unter den Pietisten. Gerade in der Zeit vor dem Weltkriege 05 Tag der heiligen drei Könige, daran, daß unser Christentum für zu bringen. hatte bei uns das Missionsinteresse mächtig zugenommen. Wir 10 die ganze Welt und für alle Völker bestimmt ist. Deshalb wird Davon merkt man auch schon wieder den Missionsgeist im[hatten in der Missionsarbeit eine Weltaufgabe erkannt. Wenn 1 in den Landeskirchen um diese Zeit der Heidenmission gedacht.] Seimatland lebendig werden. Sehr schnell ist das Interesse für[ wir unsere Weltbedeutung wieder zurück erlangen wollen, so ge⸗ Es werden die Missionslieder gesungen„Wach auf mein Geist, der] die Sache der Heidenbekehrung bei uns zurückgekehrt. Es istñ eben] hört dazu vor allem ein neuer Misstonseifer. Wir dürfen auf ersten Zeugen!“,„Einer ist, an dem wir hangen“,„Eine Herde in Stadt und Land eine beliebte Arbeit. Gibt es doch nur recht] diesem Gebiet nicht in Schlaf und Gleichgiltigkeit verfallen. Wir 6 und ein Hirt“. Dazu werden die herrlichen Worte aus der hei- wenige, die der Heidenmission feindlich gegenüber stehen. Diese[ müssen wieder ein arbeitendes und betendes Christenvolk werden, 15 ligen Schrift hervorgeholt, welche von dem Vorwärtsschreiten des sagen vielleicht:„Laßt die Heiden in ihrem Götzendienst. Sie] das das Kreuz hoch und heilig hält. Darum laßt uns nicht schlaff 0 hristlichen Glaubens handeln. Es sind sieghafte und zukunfts-] fühlen sich dabei recht wohl!“ Dies Wort verrät gerade nicht viel] und müde werden. Alle Kräfte wollen wir anspannen, damit 5 3 e n 1915 5 Menschenliebe. i 185 e Erschei⸗ 117 wir helfen wahr zu machen, was F. A. Krummacher ge⸗ sst, der Er en und was N„ 7 nungsformen. Die Menschen müssen einem leid tun, die aus ungen hat: 0 Menschen geholfen werde, und sie zur Erkenntnis der Wahrheit][ Aberglauben die fürchterlichsten Greuel anrichten. Und wenn Eine Herde und ein Hirt! kommen“,„Predigt das Evangelium aller Kreatur“,„Gehet hin] das Christentum diesen irren Menschen die Liebe Jesu bringen Wie wird dann dir sein, o Erde, . n alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker“. kann, dann muß es dies tun. Außerdem liegt in allen Religi⸗ Wenn sein Tag erscheinen wird! * Der Weltkrieg hatte unserer deutschen Missionstätigkeit ei⸗[onen der Missionstrieb. Auch der Mohammedanismus und der Freue dich, du kleine Herde, rel gen schweren Schaden zugefügt. Der Haß unserer Feinde ging so] Buddhismus suchen weitere Völker zu ihrem Glauben zu be⸗ Mach dich auf und werde Licht! rd weit, daß sie unsere deutschen Missionare aus den Arbeitsgebieten[kehren. Wer nun in seinem Christenglauben wirklich die höchst⸗ Jesus hält, was er verspricht. ab dertrieben und sie als Gefangene lange festhielten. Es war ein stehende Religion erkannt hat, der muß die christliche Mission als ebe. blindes Beginnen unserer Feinde. Es bedeutete eine Ruchlosig⸗[ Pflicht betrachten. Der kann nicht ertragen, daß Mohammed oder O des Tages der Herrlichkeit! 8 leit, die internationale Tätigkeit der Mission in den Weltkrieg Buddha weiter vordringen und das Christentum in ihrem Be⸗ Jesus Christus, du die Sonne, 1 hineinzumischen. Der blinde Haß ging so weit, daß man erklärte, stand bedrohen. Außerdem hat auch für unseren Glauben in der Und auf Erden weit und breit die Deutschen sind so entsetzliche Barbaren, daß sie nicht wert sind, Heimat die Mssion eine hohe Bedeutung. Durch die Erfahrungen Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! mit den anderen christlichen Völkern die Bekehrung der Heiden[der Missionare im Heidenlande lernen wir Menschen kennen, die Mach dich auf; es werde Licht! ö betreiben zu helfen. Eine traurige Schande für die Ehristen in[unter der Finsternis des Götzenkultus leiden. Wir lernen Men⸗ Jesus hält, was er derspricht. Amen. Hr.


