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sich in Acht nehmen, zu leicht nur ist der Bogen über⸗ spannt.— Spanien und Partugal haben eine Militär⸗ konvention abgeschlossen.— In Rumänien ist es ruhig
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0 geworden, obwohl Prinz Carol eine recht zweideutige Erklärung vor Pressevertretern in Paris abgegeben hat, die deutlich erkennen läßt, daß er gewillt ist zu einergewissen Zeit in die Geschicke Rumäniens einzu⸗ greifen. Die Wirtschaftsverhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland sind nun endlich in ein ab⸗ 1 schließendes Stadium eingetreten. Für den gegensei— nah tigen Handel ist es aber auch höchste Zeit. Hoffentlich 1 wird ein Handelsvertrag binnen kurzem unterzeichnet. Eder Konflikt Zentrum Reichsbanner ist noch nicht
ganz beigelegt. Abwartend tastet man sich gegenseitig ab, polemisiert in den zur Verfügung stehenden Zei⸗ tungen, beruft Konferenzen und sucht Brücken zu schla⸗ ö
0 277 0 gen. Das. fühlt sich in seiner Rolle nicht ganz r 9 N 10 zum Vergnügen aller anderen Parteien.— Das 10 Alpengebiet W 1. von mehreren Erdstößen heimge⸗ an bench eigen gegen die n Staatsministerium Einspruch erhoben gegen die Be—
A schlüsse des Landtages betr. Einschränkung des Land—
ö ö e tagswahlrechts, wobei sie mit Recht die Beschlüsse als N i vollkommen undemokratisch und gegen die Verfassung 7 J
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Gemeinde.
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Für die in Nr. 30 dieses Blattes vom 23. Juli 1927 geschilderte„wohlorganisierte evangelische Gemeinde! habe ich kein Lob übrig, wie ich gerade als Pfarrer a. D. sagen muß. Das heißt man zum Tode organisieren. Das verdient nicht überall Nachahmung. In 50 Jahren hat diese Organisation längst ihr Ende erreicht und heerscht gerade infolge solcher auf die Spitze getriebenen Die meisten jetzt wohl
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van,. 1 875 ie l Organisation geistlicher Tod.
Rem. alle Welt zerstreut und werden vor schristlichen Vereinen organisierten Gemeindeglieder sind in 30 Jahren in
ren k eee. 5 28 sich möglichst hüten. Wie man sagen kann: das beste Kon—⸗
N 1 kordat ist kein Konkordat, so kann man auch sagen: die * beste Gemeinde ist die Gemeinde ohne Vereine, ohne Ge⸗ meindeblatt. Wer zuviel organisiert, der organisiert zum Tode, wenns auch anfangs herrlich geht und aus—
0 sieht. Ich könnte vom hiesigen Orte auch eine ganze
ian Reihe Vereine aufzählen nach Art der wohlorganisier⸗
10 1 ten Gemeinde in Nr. 30 ds. Bl. Wenn ich aber die am
allt Sonntag so schlecht besuchten Hauptgottesdienste be⸗
trachte, so möchte ich wünschen, daß gar kein christlicher Verein dahier wäre. Ich sage: macht die Chri— sten zu Christen, daß sie Glieder des Christenvereins, des Christenbundes, der Christenheit,„Kirche“ sind, echte, fromme Christen, dann braucht ihr keinen christlichen Verein, auch kein Gemeindeblatt. Wenn die Christen gute Christen sind, dann sind sie Mitglieder der schön⸗ sten, besten Vereine, welche überall schon vorhanden sind
nin] und in Nr. 30 bei der wohlorganisierten Gemeinde E10 ganz übersehen, vergessen sind, nämlich der Christenge⸗ 1.% meinde und der christlichen Familie. Die Christenge⸗ schife meinde(die Einzelgemeinde und große Christenge⸗ Kut meinde, welche alle Christengemeinden der Welt um⸗ übe saßt, welche man Christenheit, Christenvolk,„Kirche“ chen heißt und die christliche Familie, als ihre Wurzel, en Quelle, ist und bleibt der nötigste beste, schönste, herr⸗ Fife lichste Christenverein, Christenbund. Dazu als dritter, u herrlichster Christenverein die christliche Schule mit all christlichen Lehrern und Schülern. Ist es gut bestellt ten mit christlicher Familie, Schule und Gemeinde, dann evo haben wir die drei nötigsten, schönsten, besten Vereine en b und brauchen nicht eine ganze Menge Sondervereine und die Gemeinde zum Tode zu organisieren. Lizenziat! 1 8—: ß 7 é.
u Hit die Anxede, die der Schlüssel jedes herzlichen Gespräches ist;
das eine— so war ihr— durfte sie, das andre konnte sie nicht
sagen. 0 Auch dieses letztere Hemmnis fühlte Ines, und da es das am lleichtesten zu beseitigende schien, so kehrten ihre Gedanken im⸗
mer wieder auf diesen Punkt zurück.
So saß sie eines Nachmittags neben ihrem Manne im Wohn⸗ zimmer und blickte in den Dampf der leise singend aus der Tee⸗ maschine aufstieg.
Rudolf, der eben seine Zeitung durchgelesen hatte, ergriff
ihre Hand.„Du bist so still, Ines; du hast mich heute nicht Rein einzig Mal gestört!“
„Ich hätte wohl etwas zu sagen,“ erwiderte sie zögernd, in⸗ dem sie ihre Hand aus der seinen löste.
—„So sag es denn!“
Aber sie schwieg noch eine Weile.
—„Rudolf,“ sagte sie endlich,„laß dein Kind mich Mutter
nennen!“ N
—„Und tut sie denn das nicht?“
Sie schüttelte den Kopf und erzählte ihm, was am Tage ihrer Ankunft vorgefallen war.
Er hörte ihr ruhig zu.„Es ist ein Ausweg,“ sagte er dann, „den hier die Kindesseele unbewußt gefunden hat. Wollen wir
Die junge Frau antwortete nicht darauf, sie sagte nur:„So wird das Kind mir niemals nahekommen.“
„Ines,“ sagte er,„verlange nur nichts, was die Natur ver⸗ sagt; von Nesi nicht, daß sie dein Kind, und nicht von dir daß du ihre Mutter seist!“
Die Tränen brachen ihr aus den Augen. ihre Mutter sein,“ sagte sie fast heftig. Nein, Ines, das sollst du nicht.“
„Was soll ich denn, Rudolf?“ 5— Hätte sie die naheliegende Antwort auf diese Frage
„Aber, ich soll doch „Ihre Mutter?
jetzt
ihn nicht dankbar gelten lassen? ö
Vorschlag verdient höchstes Lob.
der
wicklungsmöglichkeit haben.
Er wollte wieder ihre Hand fassen, aber sie entzog sie ihm.
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„Evangelische Warte“
Dr. Stange hat vorgeschlagen, daß jeder Kreis nur ein richtiges, tüchtiges Sonntagsblatt haben sollte. Dieser Höchster Tadel(sogar den Feuertod) verdienen die allermeisten, kleinen, klein⸗ sten Christenblätter. 20 richtige, tüchtige Sonntags⸗ blätter über und für Kirche, Schule, Haus, Jugend, äußere und innere Mission würden für Deutschland völlig genügen und geistliches Leben wirken, erhalten, stärken, ja tausendfaches Leben. Endlich, wenn nicht jeder Ehrist sein eigener Pfarrer, Priester ist, so helfen ihm 10 Pfarrer, 10 Kirchen, 10 Gottesdienste, 10 Ver⸗ eine, 10 Blätter nicht zum geistlichen und ewigen Leben, sondern nur zum Tod. Graf.
2 7 S 52 8 Das Reichsschulgesetz.
Nach längeren Vorverhandlungen ist nunmehr kurzlich der Reichsschulgesetzentwurf veröffentlicht wor⸗ den. Abgesehen von der Frage der Regelung, die in den Simultanschulländern getroffen werden soll, hat das Kabinett den Entwurf einmütig gebilligt. Da der Entwurf in der Presse eingehend gewürdigt worden und vielfach auch im Wortlaut zum Abdruck gekommen ist, beschränken wir uns heute auf eine Herausstellung hauptsächlichsten Bestimmungen. Entsprechend dem Prinzip, daß man möglichst allen Geistesrichtungen innerhalb deutschen Volkes gerecht werden müsse. unterscheidet der Entwurf die nach Bekenntnissen nicht getrennte Volksschule Gemeinschaftsschule), die Be lenntnisschule und die bekenntnisfreie Schule.(Welt liche oder Weltanschauungsschule.) Diese drei Schul⸗
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des
formen sollen unbeschadet des Art. 146 Abs. 1 der RV.
im Rahmen der Bestimmungen des Gesetzes freie Ent Grundsätzlich wird den Erziehungsberechtigten von im allgemeinen 40 Kin dern das Antragsxrecht auf Einrichtung einer der drei Schulformen eingeräumt, zur Umwandlung einer Schulform in die andere ist die Zustimmung der Er⸗ ziehungsberechtigten von mindestens 2) der die Schule besuchenden Kinder erforderlich. Die Genehmigung der Anträge wird bis zu einem gewissen Grade durch die Erfordernisse eines geordneten Schulbetriebes bedingt. Die bei Inkrafttreten des Gesetzes bestehenden Schulen gelten in ihrer Schulform als beantragt, falls nicht rechtsgültige Anträge auf Abänderung gestellt werden. Für die alten Simultanschulgebiete Baden und Hessen, sowie für das ehemalige Herzogtum Nassau sieht das Gesetz eine Sperrfrist von fünf Jahren vor, innerhalb deren eine Aenderung des bestehenden Standes der Schulen nicht zulässig ist. Betreffs Erteilung des Re⸗ ligionsunterrichtes hält sich der Gesetzentwurf an die den Religionsgesellschaften von der Reichsverfassung zugesicherten Rechte. Zur Einsichtnahme in den Reli⸗
gionsunterricht bestellt der Staat im Schulwesen er⸗
fahrene Beauftragte auf Vorschlag der Religionsgesell— schaft. Diese Bestimmung entspricht dem Prinzip, daß das Aufsichtsrecht über das Volksschulwesen dem Staate zusteht.(E D
Aus unserer Bewegung.
Der Ruf noch der Evangel. Volksgemeinschaft.
Unser Obmann im Reichswahlkreis Westfalen-Süd, Pastor Schmidt-Dortmund-Brackel, schreibt an die Reichsgeschäfts⸗ stelle: Im Zusammenhang mit dem Westf. Schulkampf und der Reichsschulgesetzsache setzt sich hier allmählich die Erkenntnis der Notwendigkeit eines„Evang. Blocks“ durch. Bitte senden sie mir viel Material. Bei unserer letzten Reichselternbundtagung Eile tut not.
verlangte man es. Vorstandssitzung in Frankfurt a. Main.
Am 31. Juli fand in Frankfurt a. M. im Hospiz„Kronen⸗
hof“ eine gutbesuchte Sitzung des Hessischen Vorstandes und der
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verstehen können, sie würde sie sich selbst gegeben haben. Er fühlte das und sah ihr sinnend in die Augen, als müsse er dort die helfenden Worte finden.
„Bekenn' es nur!“ sagte sie, sein Schweigen mißverstehend, „darauf hast du keine Antwort“.
„O Ines!“ rief er.„Wenn erst aus deinem eigenen Blut ein Kind auf deinem Schoße liegt!“
Sie machte eine abwehrende Bewegung, er aber sagte: „Die Zeit wird kommen, und du wirst fühlen, wie das Ent⸗ zücken, das aus deinem Auge bricht, das erste Lächeln deines Kindes weckt und wie es seine kleine Seele zu dir zieht.— Auch über Nesi haben einst zwei selige Augen so geleuchtet; dann schlug sie den kleinen Arm um einen Nacken, der sich zu ihr niederbeugte, und sagte:„Mutter!“— Zürne nicht mit ihr, daß sie es zu keiner anderen auf der Welt mehr sagen kan!“
Ines hatte seine Worte kaum gehört; ihre Gedanken ver⸗ folgten nur den einen Punkt.„Wenn du sagen kannst: Sie ist ja nicht dein Kind, warum sagst du denn nicht auch: Du
bist ja nicht mein Weib!“
Und dabei blieb es. Was gingen sie seine Gründe an!
Er zog sie an sich; er suchte sie zu beruhigen; sie küßte ihn und sah ihn durch Tränen lächelnd an; aber geholfen war ihr damit nicht.——
Als Rudolf sie verlassen hatte, ging sie hinaus in den großen Garten. Bei ihrem Eintritt sah sie Nesi mit einem Schulbuche in der Hand um den breiten Rasen wandern, aber sie wich ihr aus und schlug einen Seitenweg ein, der zwischen Gebüsch an der Gartenmauer entlang führte.
Dem Kinde war beim flüchtigen Aufblick der Ausdruck von Trauer in den schönen Augen der Stiefmutter nicht entgangen,
und wie magnetisch nachgezogen, immer lernend und ihre Lek—
tion vor sich hermurmelnd, war auch sie allmählich in jenen
Steig geraten. Ines stand eben vor einer in der hohen Pforte, die von einem Schlinggewächs mit lila
Mauer befindlichen
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Leiter der Hessischen Werbebezirke statt. Es waren auch viele Mitglieder aus Frankfurt und der benachbarten Ortsgruppen aus Nassau erschienen. In Vertretung des Vorsitzenden Herrn Dr. Moegenburg leitete der Reichsgeschäftsführer Weidner die Tagung. Derselbe erstattete zunächst Bericht über den Fortgang der Werbearbeit in Hessen. Sodann trat man in eine vorläu⸗ sige Aussprache über das Reichsschulgesetz ein. Es wurde zum Schlusse ein Ausschuß gewählt, welcher den Reichsschulgesetze nt wur; eingehend prüfex und Vorschläge für die Stellutgnahme unserer Bewegung machen soll. Zum Schlusse hielt anstelle des verhinderten Vorstandsmitgliedes Kose Herr Georg Anla-Frank⸗ furt a. M. einen belehrenden Vortrag über die Bestrebungen der „Gemeinschaft der Freunde in Wüsten rot“. Nach erfolgter Aus⸗ sprache über diesen Vortrag waren sich alle Anwesenden klar, daß diese Vestrebungen der Unterstützung wert sind. Die nächste Zu⸗ sammentunft soll in vier Wochen stattfinden. Wir machen schon heute darauf aufmerksam, daß in dieser Sitzung unser Vertreter bei der Lausanner Kirchentagung, Herr Pastor H. W. M osel voraussichtlich zugegen sein und über die Tagung berichten wird.
Ortsgruppe Mainz der E V. Unsere Mitgliederversammlung findet am Freitag, den 12. August 1927, abends 8 Uhr, im Evangel. Vereinshaus statt. Der Porstand.
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Gäste sind herzl. willkommen.
An die Landwirte des Volksstaates Hessen.
Ein furchtbares Unwetter, wie es seit Jahrhunderten in unserem fruchtbaren Rheinhessen noch nie vorgekommen ist, hat uns am 16. Juli betroffen.
Etwa 10 000 Morgen bester Felder und Weinberge, in nie dagewesenem Kulturzustande, sind innerhalb 25 Minuten zer⸗ stört worden. Hunderte von Morgen Weinberge, die im Zen⸗ trum der Schlossen lagen, sind für Jahre hinaus ertragslos. Die Getreideernte ist im Hauptgebiet vollständig vernichtet, und in den Seitengebieten stark beschädigt. Ebenso Kartoffeln, Nü⸗ ben und Klee.
In anerkennenswerter Weise haben die Vertreter des Staa⸗ les und der Verwaltung sofort Einsicht von der Sachlage an Ort und Stelle genommen und weitgehendste Hilfe zugeführt. Man darf Vertrauen haben, daß die Regierung tut, was sie kann. Aber alles kann sie nicht, dazu ist der Millionenschaden zu groß! Steuererlasse aller Art werden wohl kommen. Sie sind nur ein einziges Pflästerchen. Auch die Beiträge für Land⸗ wirtschaftskammer, Kirchensteuer usw. werden wegfallen.
Die große Not gebietet deshalb, sich bittend an alle zu wenden, welche noch einen Funken Nächstenliebe und bäuerliches Zusammengehörigkeitsgefühl haben.
Berufsgenossen! Laßt Euch nicht beschämen von den Ar⸗ beitern, welche jederzeit vorbildlich ihre in Not geratenen Ge⸗ nossen unterstützen.
Bei einigermaßen gutem Willen ist es für den einzelnen eine Kleinigkeit, hier helfend zu wirken.
Die Ernte ist überall sehr hoffnungsvoll. Die Weinberge berechtigen ebenfalls die Hoffnung auf Extrag. Ganz ohne Schuld, durch ein furchtbares Naturereignis sind Eure Berufs- genossen in den vier Gemeinden um alle Hoffnungen auf Be— lohnung ihrer unsäglichen Arbeiten gekommen. Alle Mühe, alle Kosten waren vergeblich. Keine Einnahmen, und doch müssen die Betriebe weiter geführt werden.
In dieser trostlosen Lage darf es keinen Landwirt geben, der nicht sein Scherflein opfert.
Ländliche Vereine, beschränkt Euch ein wenig in Euren Ver⸗ gnügungen, opfert im Verein nach Möglichkeit. Jungbauern, zeigt, daß Ihr Korpsgeist besitzt, sammelt, bewegt Eure Eltern zum Geben!
Landwirte Hessens! Die anderen Berufe sehen auf Euch! Versagt nicht bei dieser Gelegenheit, zeigt, daß Ihr alle für einen und einer für alle steht. Laßt Euch von den Arbeitern nicht beschämen!
Stadecken, 20. Juli 1927.
M. Wolf VI., ehem. hess. Abgeordneter. hangen war. Mit abwesenden Blicken ruhten ihre Augen da⸗ rauf, und sie wollte schon ihre stille Wanderung wieder begin⸗ nen, als sie das Kind sich entgegenkommen sah.
„Was ist das für eine
Nun blieb sie stehen und fragte: Pforte, Nesi?“
„Zu Großmutters Garten!“
„Zu Großmutters Garten?— Deine Großeltern sind doch schon lange tot!“
„Ja, schon lange, lange.“
„Und wem gehört denn jetzt der Garten?“
„Uns!“ sagte das Kind, als verstehe sich das von selbst.
Ines bog ihren schönen Kopf unter das Gesträuch und begann an der eisernen Klinke der Tür zu rütteln; Nesi stand schweigend dabei, als wolle sie den Erfolg dieser Bemühungen abwarten.
„Aber er ist ja verschlossen!“ rief die junge Frau, indem sie abließ und mit dem Schnupftuch den Rost von ihren Fingern wischte.„Ist es der wüste Garten, den man aus Vaters Stuben⸗ fenster sieht?“
Das Kind nickte.
Horch nur, wie drüben die Vögel singen!“
Inzwischen war die alte Dienerin in den Garten getreten. Als sie die Stimmen der beiden von der Mauer her vernahm, beeilte sie sich, in ihre Nähe zu kommen. Es ist Besuch drinnen,“ meldete sie
Ines legte freundlich ihre Hand an Nesis Wange.„Vater ist ein schlechter Gärtner,“ sagte sie im Fortgehen;„da müssen wir beide noch hinein und Ordnung schaffen“.
Im Hause kam Rudolf ihr entgegen.
„Du weißt, das Müllersche Quartett spielt heute abend,“ sagte er;„die Doktorsleute sind da und wollen uns vor Unter⸗ lassungssünden warnen.“
Als sie zu den Gästen in die Stube getreten waren, entspann sich ein langes, lebhaftes Gespräch über Musik; dann kamen
häusliche Geschäfte, die noch besorgt werden mußten. Der wüste
Garten war für heut' vergessen.(Fortsetzung folgt.)
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